Aus den Gießener Gerichissälen
arztstelle.
Kreis Alsfeld.
Jugendfchriften 281, Lan- l, Geschichte und Biogra-
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Aus der engeren Heimat
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15 Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
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Lorenz' Augen kehren aus einer anderen
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* Deckenbach, 4. Aug. Am kommenden Freitag wird Johannes Keller von hier 79 Jahre alt Nächsten Sonntag kann Peter L i n g e l b a ch II. seinen 74. Geburtstag begehen. Am 15. August kann die Witwe Katharina Maus ihr 75. Lebensjahr vollenden.
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Rundfunkprogramm
Donnerstag, 5. August.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 9.45: Nachrichten. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Simmel- sammelsurium. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: A Rucksack! voll. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Bauerng'sangl — Bauerntanz. 19.50: Gespräch am Abend. 20: Zauber der Stimme. 21: Nachrichten. 21.15: Was meist du dazu? 22: Nachrichten. Wetter- und Sportbericht. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert.
Susannes Tochter.
Vornan von Hedda Westenberger.
Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlins35
phien 184, Naturwissenschaft und Technologie 48, Heer- und Seewesen 23, Haus- und Landwirtschaft 7, Religion und Philosophie 1, Naturwissenschaft 32, Sprachwissenschaft 3, Sport 2, Fremdsprachliches 3 Bände. Nach auswärts kamen 22 Bände.
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zuruck: „Spotte nicht so", sagt er leise. „Und wenn du es kürzer und sachlicher wissen willst: ich bleibe hier, weil ich mich von Sabine nicht gleich wieder losreißen kann."
dient. Als sein Nachfolger übernahm am 1. August Dr. Fritz Walter die Leitung des städtischen Krankenhauses. Nach seinem medizinischen Studium war Dr. Walter an der Universitäts-Hautklinik in Gießen, am Homöopathischen Krankenhaus in Stuttgart, in der Chirurgischen Klinik des städtischen Krankenhauses in Frankfurt-Höchst tätig. Seit Dezember 1934 befand er sich am Bürgerhospital, städtischen Krankenhaus in Friedberg in der Ober-
100000 Besucher des Luftschiffes »Graf Zeppelin" in 21 Togen.
Frankfurt a. M., 3. Aug. (Lpd.) Welch' großes Interesse die Bevölkerung Frankfurts und die vielen Tausende von Feriengäste aus dem In- und Auslande dem seit dem 9. Juli auf dem Flugplatz Rhein-Main in der Luftschiffhalle untergebrachten Luftschiff „Graf Zeppelin" entgegenbringen, wird am besten durch die Tatsache zum Ausdruck gebracht, daß seit dem 12. Juli — an diesem Tage wurde das Luftschiff zur Besichtigung frei- gegeben — also in 21 Tagen, 1 0 0 0 0 0 Besucher sich in der Luftschiffhalle, eingefunden und das Luftschiff von innen besichtigt haben. Kurz nach 15 Uhr traf heute der 100 000. Besucher am Luftschiff ein. Es handelte sich um einen Gastwirt aus Heidesheim bei Mainz namens Georg Hofmann, der sich mit Frau und Sohn auf einer Ferienreise befindet und diese auch zu einem Besuch auf dem Luftschiffhafen benutzte. (£r wurde durch Ober- ingenieur B e u e r l e von der Zeppelin-Reederei herzlich begrüßt und ihm ein naturgetreues Modell des Luftschiffes „Hindenburg" überreicht. Oberingenieur Beuerle gab der Hoffnung Ausdruck, daß der 200 000. Besucher nicht lange auf sich warten lassen werde.
Nicht den Arm aus dem Zugfenster strecken'
auf: Zeitschriften 3, Gedichte und Dramen 9, Erzählende Literatur 1133, Jugend sch r ist en 281, Länder- und Völkerkunde 99,
„Weiter? — Ja, der zweite Grund ist Sabine. Es ist eben doch ein großer Unterschied, Albert, ob man nur weiß, daß es irgendwo in der Welt'ein Kind gibt, dessen Vater man ist — oder ob einem dieses Kind plötzlich von Angesicht zu Angesicht aegenubertntt. Dann wacht eben doch auf einmal so was wie Befriedigung und Erleichterung in einem auf, weil man nun sieht, daß aus dem eigenen, hundertmal verfluchten und verpfuschten Leben doch noch etwas Gutes, Sinnvolles herausgewachsen ist, verstehst du? Weil man sich nun ein- reden kann, daß das eigene Dasein doch nicht ganz ohne Zweck und Logik ins Nichts verrinnt, verstehst du?
wohnhaft, eine Gehirnerschütterung und Verletzung im Gesicht. — Ein 24 Jahre alter Mann trug beim Sport einen Unterschenkelbruch davon. — Infolge Ausgleitens kam eine 29 Jahre alte Hausangestellte so unglücklich zu Fall, daß sie einen Ellenbogenbruch erlitt. Die Verunglückten mußten der Chirurgischen Klinik zugeführt werden.
** Polizeibericht. Don der Kriminalpolizei wird mitgeteilt: Am 27. Juli hat ein Lastkraftwagen, der das Kennzeichen VO hatte, in Dutenhofen einen Vollgummireifen von 0,86 Zentimeter Durchmesser verloren. — In der Nacht zum 18. Juli wurde aus emer Waaenremise ein neuer Autoersatzreifen gestohlen. — Am Vormittag des 19. Juli gegen 10 Uhr wurde auf dem Wege Schützenstraße, Rodheimer Straße, Neustadt zum Tiesenweg eine Geldbörse mit 11,80 Mark, einem goldnen Trauring (333, Inschrift E. T. 9. 6. 1929), zwei Kofferschlüsseln, mehreren Poskscheckquittungen verloren. — Bei einem Uhrmacher wurde eine goldene Herren-Armbanduhr mit Lederarmband, Gehäuse Nr. 23 946, entwendet. — Mittels Einbruchs wurde aus einem Gartenhaus eine Film-Photo-Kodakpose 620 entwendet. Auf dem Apparat befindet sich die Firmenbezeichnung C. T. Wiesbaden. In allen Fällen erbittet die Kriminalpolizei Gießen sachdienliche Angaben.
** Oeffentliche Bücherhalle. Im Juli wurden 1828 Bände ausgeliehen. Davon kamen
ihm, weil er dir von früher her bekannt ist. Dieser Mann ist ein Knecht auf dem Hof, wie auf allen Höfen der Umgegend. Nur genießt er vielleicht ein klein wenig mehr Verttauen. Und er heißt Renz. Laut Paß und Arbeitspapieren. Und vielleicht, wenn der Mann namens Renz sich bewährt, kriegt er nach einer Weile ein bißchen mehr Befugnisse und ein bißchen mehr Lohn und eine etwas menschlichere Kammer, als sonst Knechte kriegen. Dann hat er alles, was er von diesem Leben noch erwartet."
Lorenz hält ttefatmend inne und sieht Lyk erwartungsvoll an: „Ist das nicht mit ein bißchen gutem Willen ganz einfach? Also überlege nicht mehr so lange, Albert, schlag ein!"
Aber Lhk fragt weiter: „Und wir beide, Nick? Du und ich? Wie würden wir uns zueinander stellen?"
„Wie Herr und Knecht sich zueinander stellen, Albert. Genau so."
„Gut. Und wie stellst du dich zu Sabine? Würde ich mich darauf verlassen können, daß von deiner Seite aus kein unvorsichtiges und zu vertrauliches Wort fällt? Und daß du durchaus die Grenzen einhältst, die zwischen dem Knecht und der Sekretärin des Gutsherrn gegeben sind?"
Da steht Lorenz auf, und seine harte Faust fällt lautlos auf den Tisch: „Das — hängt ganz von dir ab, Aloert Lvk! Solange auch du die Grenzen einhältst, die zwischen einem Herrn und seiner Se- kretärin gegeben sind, hast du von mir nichts zu fürchten, so war ich Sabines Vater bin. Genügt dir das?"
Lyk lacht rauh auf. „Ein Pakt auf Gegenseitigkeit also — sehr amüsant! Und ziemlich ungewöhnlich zwischen zwei Männern unseres Alters! Uebri- gens tut es mir leid, daß wir nicht früher schon Susanne gegenüber solche Abmachungen getroffen haben ... Aber gut. Falls ich dich also einstelle..."
„Du wirst mich einstellen, Albert. Es bleibt dir ja nichts anderes übrig!"
Lyk lacht noch einmal laut auf: „So, mir bleibt ,an^eres übrig! Na, Gott erhalte dir deinen Endlichen Glauben. Aber immerhin, insofern hast du recht, als mir im Augenblick deine Anstellung als die bequemste Lösung erscheint."
„-voll das heißen, daß du dich schon entschlossen hast, mich einzustellen?" "
Watzenbomer angestoßen und fiel um. Es entstand nun eine allgemeine Schlägerei. Die Fensterscheibe des Personenkraftwagens ging dabei in Trümmer.
Vier Grüninger hatten sich wegen dieser Schlägerei gestern vor dem Amtsrichter zu verantworten. In sehr umfangreicher Beweisaufnahme — es wurden 20 Zeugen vernommen — konnte aber keine völlige Klärung der Schuldfrage herbeigeführt, insbesondere auch nicht festgestellt werden, daß gerade die vier Grüninger die Urheber des Streites waren. Ferner konnte nicht aufgeklärt werden, wodurch die Fensterscheibe des Autos in Trümmer gegangen war.
Der Angeklagte O. B. mußte freigesprochen werden, da ihm eine Teilnahme an der Schlägerei nicht nachgewiesen werden konnte. Die Angeklagten H. M. und E. L., beide aus Grüningen, wurden frei gesprochen, da sie in Notwehr gehandelt hatten. Wegen dieser Schlägerei auf der Straße in Grüningen wurde auch der H. Sch. frei gesprochen, da ihm ebenfalls d-r Notwehrparagraph zugute Farn; er mußte aber, da er später in einer Wirtschaft in Grüningen einen Watzen- borner, der ihn beleidigte, mit der Faust ins Gesicht schlug, was nach Lage der Dinge nicht notwendig gewesen wäre, auf Grund der §§ 233,223 des Strafgesetzbuches bestraft werden. Das Gericht belegte ihn wegen dieser Körperverletzung mit einer Geldstrase d o n 10 Mark, die im Unein- bringlichkeitsfalle mit zwei Tagen Haft zu verbüßen ist. Soweit die Angeklagten freigesprochen wurden, hat die Reichskasse die Kosten zu tragen, im übrigen der Angeklagte Sch.
Lyks Stimme tlinat vorsichtig und lauernd: „Ja, das verstehe ich, und nachdem du also durch die Begegnung mit Sabine diese nachträgliche Rechtfertigung für dein Dasein gefunden hast, hindert dich ja nichts mehr, wieder deiner Wege zu gehen." „Meiner Wege zu gehen? Ach, Albert! Du ahnst ja nicht, was nun noch alles da ist, außer diesem Gefühl der eigenen Daseinsberechtigung. Neugier Zum Beispiel, eine unbändige Neugier, wie dieses Geschöpf, das man in die Welt gesetzt hat ver- anlagt ist, wie es atmet, denkt, spricht, sich bewegt! Wie es lacht, und wie es traurig ist, wie es geht und sich bewegt! Urplötzlich hat man nun wieder einen Zusammenhang mit der Welt, es ist da auf einmal wieder ein Faden, durch den man mit allen Dingen des Lebens aufs neue verknüpft ist. hört auf, gleichgültig zu sein."
Lyk versucht zu lächeln: „3d) wußte gar daß ein Vater so ein sensibles Wesen ist. Nick, wenn du es sagst..."
Lyks helle Augen sind von grausamer Kälte: „Ja. Nur sind die Gründe andere, als du dir einbildest. Aber das macht ja nichts."
Lorenz' Gesicht zeigt keinerlei Bewegung: „Nein, das macht nichts. Und wann kann ich eintreten?"
„Wann du willst. Morgen, übermorgen ..
„Gut. Uebermorgen---Herr Lyk!"
Sie liegen auf der Wiese, die Gesichter der Sonne zugewandt, die Arme weit ausgebreitet.
„Nun habe ich Ihnen jo viel von mir erzählt", Jagt Michailow, „aber ich weiß noch so gut wie gar nichts von Ihnen, Fräulein Sabine."
„Was soll ich auch von mir erzählen? Ich fang' doch erst an zu leben."
Michailow wirft seiner Nachbarin einen verstohlenen Blick zu, ohne den Kopf zu bewegen: „Nun, in Ihrem Alter hat man doch schon so dies und das mitgemacht."
„Mitgemacht schon, aber es war nichts Interessantes und nichts Erfreuliches. Erft bin ich aufs Lyzeum gegangen und nachher ins Büro. Dann starb meine Mutter, und ich stand allein da. Das ist alles."
„Und da war keine Tanzstundenliebe und nichts von heimlichen Rendez-vous und kein guter Freund, öer das langweilige Leben ein bißchen versüßte? Jiem, das glaube ich Ihnen nicht!"
„Das können Sie ruhig glauben, Herr Michailow, sagt Sabine ernst und mit einer Stimme, in per Sprödigkeit mitschwingt: „Zum Verlieben hab' ich nie Zeit gehabt. Und auch keinen Mut", vollendet Sabine rasch und schließt nun die Augen, als sei das Gespräch für sie beendet.
Eine Weile bleibt es still zwischen den beiden.
Dann setzt sich Michailow umständlich auf, so daß er Sabine in das stille, sonnenüberglühte Gesicht sehen kann.
„Wieso gehört denn Mut zum Verlieben?" fragt er leise und em wenig amüsiert. „Die Liebe fliegt einem doch zu, man merkt sie gar nicht, auf ein« mal hat sie einen schon ganz und gar erfaßt, man hebt und erweckt Liebe und kann gar nicht mehr anders, selbst wenn man wollte. Ach, ohne Liebe wär' doch das Leben wahrhaftig nichts wert, glauben Sie nicht?"
Fortsetzung folgt.
gen sein wird, ausländisches Obst zu essen. Als vorzüglich darf die Beerenernte angesprochen werden. Erd- und Himbeeren lieferten reiche Erträge, gleiches kann von der Brombeere erwartet werden, die als Volksnahrungsmittel immer mehr an Bedeutung gewinnt und darum jetzt viel in Gärten angepflanzt wird. Als ein unliebsamer Freund des Beerenobstes erweist sich leider ein Teil unserer Singvögel, die damit zu Schädlingen werden, sobal.d sie an Zahl zu stark zunehmen. Dor allem sind es der Star und die Amsel, welch letztere früher meist nur im Walde anzutreffen war und im Winter in die Dörfer und Städte kam, um ihr Futter zu suchen, heute aber vorwiegend in Gärten und Parkanlagen anzutref- fen ist, wo sie sich auch als Nesträuber betätigt. Dazu kommt noch der Sperling, der ja durch das Vogelschutzgesetz nicht geschützt wird und darum — da er in Massen auftritt — abgeschossen werden kann. Vielfach wird auch das Ueberhandnehmen der geschützten Raubvogelarten beklagt, aber nicht seitens der Gartenbesitzer, sondern von Taubenzüchtern. Ist doch schon beobachtet worden, daß z. B. der Sperber die Tauben vor dem Schlage wegholt. Durch diese Räubereien sind namentlich unsere Brieftaubenzüchter mit ihren zum Teil sehr wertvollen Beständen schon empfindlich geschädigt worden.
Kreis Friedberg.
A Münzend erg, 3. August. Das 2^jährige Söhnchen des Schlossers Fritz Metzger spielte zusammen mit anderen Kindern im Hof eines Nachbarn und kletterte dabei an einem schräg an die Wand angestellten schwerem Eisengitter hoch. Das Gitter fiel um und begrub den Jungen unter sich. Mit einem Oberschenkelbruch und Bluterguß mußte der bedauernswerte Kleine in das Johanniterkrankenhaus zu Nieder-Weisel gebracht werden.
Kreis Schotten.
<70 Schotten, 3. Aug. Mit Ablauf des Monats Juli hat der seitherige Chefarzt des städtischen Krankenhauses Dr. Koeniger die Leitung dieses Hauses niedergelegt. Unter schwierigen Verhältnissen hatte er das neuerbaute Krankenhaus im November 1928 übernommen, es einrichten und mit den neuzeitlichen ärztlichen Hilfsmitteln und Apparaten versehen helfen, so daß es allen Anforderungen an ein modernes Krankenhaus entspricht. Zum Segen der Vogelsberg-Bevölkerung war Dr. Kve- Niger bald neun Jahre hier erfolgreich tätig, und er hat sich den Dank vieler Volksgenossen, die bei ihm Heilung und Wiederherstellung fanden, ver-
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Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 594: Aenderung in den Bestimmungen über den Warenverkehr mit Süd- und Mittelamerika. — 595: Bekanntmachung über die Zuständigkeiten der Ueberwachunasstellen VII für Walle und andere Tierhaare, VIII für Baumwolle, IX für Bauwollgarne und -aewebe, Xa für Seide, Kunstseide und Zellwolle, Xb für Kleidung und verwandte Gebiete, XI für Bastfasern. — 596: Anordnung 29 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern. (Regelung des Verkehrs mit Säcken bei der Abgabe von Futtermitteln, Düngemitteln und Saatgut.) — 597: Anordnung 28 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern. (Ergänzende Bestimmungen über Abgabe und Verwendung von gebrauchten Säcken.) — 598: Zweite Verordnung über die Regelung der Handelsspannen für Rundfunkempfangsgeräte und Lautsprecher. — 599: Verordnung über Verbraucherhöchstpreise für Hühner- und Enteneier. —' 600: Nachttag Nr. 3 zur Anordnung Nr. 4 der Ueberwachungsstelle für Papier (Papierspäne und Alt,».ipier) vom 5. Februar 1937. (Neue Höchstpreise für Papierspäne und Altpapier.) — 601: Anordnung Nr. 4 der Ueberwachungsstelle für Papier (Papierspäne und Altpapier). — 602: Anordnung 28 der Ueberwachungsstelle für Eisen und Stahl (Lagerbuchführung über den Bestand an Eisenhalbzeug, Walzwerks- und Gießereierzeugnissen). — 603: Sonderschau „Werkstoff Papier" auf der Leipziger Herbstmesse. Gemeinschaftswerbung der Wirtschaftsgruppe Druck und Papierverarbeitung. — 604: Behandlung von Vermögenserttägnissen im Kapitaldienst mit Frankreich. — 605: Der Gesetzentwurf zur Abänderung des niederländischen Zoll- tarifgesetzes von 1934. — 606: Schweizer Gebührentarif Nr. 32 über die Erteilung von Einfuhrbewilligungen. — 607: Umsatzsteuerumrechnungssätze Juli 1937. — 608: Die Richt-Kleinverkaufs- preife für inländisches Obst und Gemüse für die Zeit vom 2. bis 7. August 1937.
Große Strafkammer Gießen.
Der 27 Jahre alte I. M. aus Friedberg hatte sich wegen eines Sittlichkeitsoerbrechens zu verantworten. Er hatte an einem 7jährigen Mädchen unzüchtige Handlungen oorgenommen. Er wurde zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Da der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, sah das Gericht davon ab, ihn in einer Heil- und Pflegeanstalt unterzubringen. 3V2 Monate der Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten auf die Strafe angerechnet
Im April war der B. D. aus Lauterbach van dem Schöffengericht von der Anklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden, da ihm eine Schuld an dem Unfall vom 8. November 1936 auf der Straße Lauterbach—Maar, an dessen Folgen ein Motorradfahrer aus Wallenrod gestorben ist, nicht nachgewiesen werden konnte. Gegen diefes Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Die Strafkammer kam zu demselben Ergebnis wie das Schöffengericht und wies demzufolge die eingelegte Berufung zurück. Die Kosten des Berufungsverfahrens hat die Reichskasse zu tragen.
Amtsgericht Gießen.
3n der Nacht zum 26. April 1937 waren verschiedene junge Leute von Watzenborn-Steinberg in Holzheim zum Tanze. Schon dort kam es zwischen ihnen und jungen Leuten aus Grüningen zu kleinen Plänkeleien. Auf der Heimfahrt nach Watzenborn- Steinberg mußten sie durch Grüningen fahren. Ein an der Straße stehender Grüninger wurde dabei durch einen auf dem Trittbrett des Autos stehenden
Aschaffenburg, 3. Aug. (Lpd.) Bei der Son« dernugsfahrt eines hiesigen Vereins wollte ein Fahrtteilnehmer, ein etwa 35jähriger Einwohner aus Damm, Mitteisende auf Rehe in« nerhalb eines Wildparks bei Darmstadt aufmerksam machen. Dabei streckte er seinen Arm s o - w e i t z u m A b t e i l f e n st e r hinaus, daß er von einem im gleichen Augenblick vorbeisausenden Schnellzug erfaßt und gegen das Fenster des Zugabteils geschleudert wurde. Die Abteilinsassen sahen zu ihrem Entsetzen, daß der Arm des bedauernswerten Mannes schwer verletzt war. Durch den Aufschlag war er anscheinend gebrochen und durch die zerschmetterte Fensterscheibe waren ihm Schnittwunden zugefügt worden. Ins Abteil hereinfliegende Glassplitter verletzten einige Mitreisende leicht. Der Zug wurde durch Ziehen der Notbremse zum Stehen gebracht und der Verletzte in ein Krankenhaus transportiert.
Ue6er 400 Kleinwohnungen in Mainz errichtet.
Lpd. Mainz, 3. Aug. Jetzt werden die letzten Wohnungen bezugsfertig, die die Stadt Mainz auf Grund ihres Bauprogramms 1936/37 erstellt hat. Es sind 4 0 7 Wohnungen, die mit einem Ge- samtkostenaufrvand von 2,1 Millionen Mark im Sinne der von der Reichsregierung gegebenen Richtlinien gebaut wurden und mit verschwindend geringen Ausnahmen den Charakter von Volks- wohnungen haben. Es handelt sich durchweg um Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit Küche. 96 von diesen Wohnungen sind durch Umbauten zweier Fabrikgebäude entstanden. Die eigentlichen Neubauten verteilen sich auf Baublocks in verschiedenen Stadtteilen. Hiervon liegen drei in Vororten, zwei weitere weit vorgeschoben am Rand der Stadtkerns. Der Mietpreis für die Ein- bis Zweizimmerwohnung beträgt 28 Mark. Für den Bauplan 1937 find wiederum 5 0 0 Wohnungen vorgesehen und finanziert, so daß mit den Arbeiten in den nächsten Tagen begonnen werden kann. Auch das Sanierungsprogramm der Altstadt wird im Rahmen des Möglichen in Angrift genommen werden.
Landkreis Gießen.
* Wieseck, 3. Aug. Hier stürzte mit einem Motorrad der 24 Jahre alte Gustav G ö r l a ch aus Holzheim. Mit einer Gehirnerschütterung und Verletzungen am Bein mußte der Mann in die Klinik zu Gießen verbracht werden.
+ Grünberg, 2. August. Unsere Bahnhofstraße präsentierte sich den ankommenden Fremden seither in keinem guten Lichte. Da man einige Fahre keine Ausbesserungen an ihr oorgenommen hatte, war sie zuletzt in sehr schlechtem Zustande. Vor einiger Zeit ließ man daher die gröbsten Beschädigungen mit Teer und Splitt ausbessern, und gegenwärtig ist man daran, die Straße in ihrer ganzen Ausdehnung mit einer Teerdecke zu über» ziehen. Jedenfalls werden die zahlreichen Autofahrer von und zum Bahnhof diese Erneuerung der Straße begrüßen.
+ Grünberg, 3. Aug. Am Montag fand eine Besichtigung der Freiwilligen und Pflicht- feuerwehr durch Kreisfeuerwehrführer Bouffier (Gießen) statt. Unter dem Kommando von Wehrleiter Reinhard Haas zeigte die Wehr auf dem Sportplatz Fußexerzieren und Uebungen an den Löschgeräten. Als Abschluß der Uebung erfolgte ein Branoangriff auf ein Anwesen in der Marktgasse. An der Uebung nahmen auch die Sanitätsgruppe und die Samariterinnen vom Roten Kreuz teil. Bei der nachfolgenden Besprechung äußerte sich Kreisfeuerwehrsührer Bouffier sehr anerkennend über die Vorführungen
* L a ng - Göns , 3. Aug. Heute mittag ereignete sich hier in der Hauptstraße ein Zusam - m en stoß von drei Kraftwagen. Zum Glück kamen bei dem Unfall Menschen nicht zu Schaden, dagegen wiesen die drei Autos erhebliche Beschädigungen auf. Die Kraftwagen mußten abgeschleppt werden.
I Hungen, 3. Aug. Dank der günstigen Witterung konnte die Getreideernte wesentlich gefördert, nicht nur das Getreide gemäht, sondern zu einem erheblichen Teile eingefahren werden, so daß man bald das Brummen der Dreschmaschinen wird vernehmen können. Wenn auch bei der diesjährigen Ernte das Stroh gegen frühere Jahre an Menge im Rückstand bleibt, so kann doch der Körnerertrag im großen und ganzen nicht als ungünstig bezeichnet werden. Dis Obsternte wird anscheinend besser aussallen, als man vor einiger Zeit erwartete. Wohl bleiben manche Obstforten zum Teil etwas zurück, dagegen zeigen andere Obstbäume einen guten, mitunter sogar sehr guten Behang, so daß der Obstliebhaber wohl nicht gezwun-
„Du willst dich also deiner Tochter zu erkennen geben?" fragt Lyk erregt.
Lorenz lächelt gequält: „Du scheinst davor sehr große Angst zu haben, Albert. Aber ich kann dich beruhigen: ich will mich nicht zu erkennen geben. Wenigstens — vorerst noch nicht."
„Aber was willst du denn von ihr?"
„Sie sehen, sie sprechen hören, mich gelegentlich mit ihr unterhalten, sie beobachten, wenn sie sicy mit anderen unterhält."
Lyk verschränkt langsam die Arme über der Brust: „Hm..."
„Ist das zu viel verlangt, Albert?"
„Es kommt darauf an, von wem du es verlangst. Nick. Vom Leben an sich ist es gewiß nicht zu viel verlangt. Aber von mir — ja."
Lorenz' Augen glühen auf: „Komme ich dir in die Quere? Hast du doch irgendwelche Absichten mit Sabine, bei denen der Vater als Zuschauer unbequem wäre?"
Hochmütig antwortet Lyk: „Wenn ich sie hätte, wurde ich sie nicht preisgeben, Nick. Außerdem wäre ich dann mit Sabine schon über alle Berge, meinst du nicht auch?"
Lorenz erblaßt. Er senkt die Augen, sein Gesicht sieht nun ganz eingefallen aus.
Da Lorenz keine Antwort findet, nimmt Lyk öem Augenblick die Spannung mit den Worten: "Du willst sie also sehen, nur sehen. Nun gut. Und wie willst du das durchführen?"
„Indem ich Knecht auf deinem Hofe werde, ganz so wie ich es dir gestern schon vorschlug, als ich noch nichts von Sabine wußte. Und daß ich es dir vorschlug, ehe ich von Sabine wußte, beweist mir wie schicksalhaft das Ganze ist."
„Na ja, man kann es ja auch so auslegen. Und abgesehen von diesem — diesem Schicksalhaften- wie denkst du dir denn deine Stellung im Haus vorausgesetzt, daß ich dich wirklich einstelle? Michailow gegenüber und uns gegenüber? Ich habe Sabine nämlich schon erzählt, daß ich dich oon* stuher her kenne; es ging nicht anders, ich mußte ihr irgendsowas erzählen. Sie würde dich sicher mit regem Interesse betrachten und alles, was wir tun...
J”05 tun wir denn schon Besonderes, । Albert? Du, der Gutsherr, stellst einen neuen Mann em und bist vielleicht ein bißchen freundlicher zu 1


