Einzelbild herunterladen

Schnittbohnen oder breite Wachsbohnen werden ge­schnippelt, nachdem sie gut gewaschen und abge­zogen sind. Danach werden sie etwa zehn Minuten gedämpft. Man füllt sie in Gläser oder Dosen, be­deckt mit dem Dämpfwasser. Wenn dies nicht aus­reicht, fetzt man noch etwas Salzwasser zu. Die Bohnen müssen gut ausgekühlt sein, ehe man sie in Gläser einfüllt. Man sterilisiert 90 Minuten bei 100 Grad. Man kann die Bohnen auch roh einfüllen, muß sie dann aber zweimal sterilisieren.

Essiggurken: Kleine zarte grüne Gurken werden sauber abgebürstet und einen Tag in Salz­wasser gelegt. Dann trocknet man sie ab und pack/ sie fest in Gläser oder kleine Steintöpfe, schichtet etwas geputztem Meerrettich, Senfkörner, etwas Dill, Estragon, Basilikum, Bohnenkraut, sehr wenig Anis und Borretsch dazwischen und übergießt mit einer Lösung von drei Teilen Weinessig und einem Teil Wasser, die man mit Salz und Zucker abgeschmeckt und aufgekocht hat. Die Lösung muß kalt sein. Nach etwa acht Tagen gießt man von den Gurken die Lösung ab, kocht sie noch einmal auf und füllt sie erkaltet wieder darüber. Sie muß die Gurken gut bedecken. Die Gläser bindet man mit Pergament­papier oder Zellglas zu, Steintöpfe muß man mit einem Mulltuch, Brett und Stein abdecken, ehe man sie zubindet, damit die Gurken nicht aus der Flüssig­keit herausragen. Die Gurken sind der Größe nach einzumachen. Die kleinsten verwendet man gerne zum Verzieren von belegten Broten, Salaten und Fleischplatten.

Gurken mit Gemüse (Mixed Pickles): Man verwendet: 60 kleine Gurken, einen kleinen Kopf Blumenkohl, 3 bis 4 Knollen Kohlrabi, 500 Gramm grüne Bohnen, 500 Gramm Möhren, 250 Gramm

Perlzwiebeln (abgezogen), eine Stange Meerrettich (in Würfel geschnitten), 2 Liter Weinessig, 1% Liter Wasser, 125 Gramm Salz, Dill, Estragon, Basili­kum, Weinblätter, Senfkörner und statt Pfeffer Bohnenkraut. Die Gurken werden gebürstet, einen Tag in Wasser gelegt und dann abgetrocknet. Das Gemüse putzen, waschen, zerschneiden (Möhren und Kohlrabi mit einem Buntschneidemesser), zehn Mi­nuten vordämpfen und mit Gurken, Zwiebeln, Meerrettich, Kräutern und Gewürzkörnern ein­schichten. Wasser, Essig und Salz aufkochen, erkaltet darübergeben und den Topf zubinden. Flüssigkeit noch zweimal nach je zwei Tagen aufkochen und er­kaltet wieder darübergeben. Man kann die Gurken auch in Gläsern bei 80 Grad etwa 15 Minuten steri­lisieren.

Ganze, reife Tomaten in Gläsern: Gleichmäßig große und gleichmäßig reife, feste To­maten werden sauber gewaschen, von der grünen Stelle am Stielansatz befreit und mit einem ange­spitzten Hölzchen rundherum eingestochen. Dann legt man sie vorsichtig in breite Gläser oder Dosen, be­deckt sie mit Salzwasser. Man rechnet etwa zehn Gramm Salz auf einen Liter Wasser. Man sterili­siert 20 Minuten auf 80 Grad. Man muß aber ganz besonders darauf achten, daß sie sehr langsam zum Kochen kommen und nicht stark kochen, weil sonst die Tomaten nach oben steigen oder sogar platzen.

Tomatensalat in Gläsern öder Do­se n : Gut ausgereifte feste Tomaten werden in dicke Scheiben geschnitten und in Gläser oder Dosen eingelegt, mit Weinessig und Wasser zu gleichen Teilen übergossen, 15 Minuten bei 80 Grad sterili­siert. Zum Gebrauch macht man sie dann mit Salz, Kräutern, Oel, Buttermilch oder Sauermilch an.

Neues für den Büchertisch

Wolfgang Willrich: Säuberung des Kunsttempels. Eine kunstpolitische Kampf­schrift im Geiste nordischer Art. Mit 64 Abbildun­gen. Geh. 5,40 Mark, Leinen 6,40 Mark. I. F. Leh­manns Verlag, München, 1937. (160) Der Verfasser, der selbst Maler ist, will mit dieser Kampfschrift denen helfen,die unter ,Kunst' etwas Edles, Gesundes verstehen",die im Kunstwerk den Ausdruck überlegenen, wesenhaften Schauens lieben", denKämpfern für die Befreiung deut­schen Wesens von Schutt und Schmutz und Wider­geist"; die Schrift richtet sich gegen alle,welche das Pathologische als Kennzeichen des Genies aus­geben, Zynismus, Zerfahrenheit, Pikanterie und andere Anzeichen von Entartung für vereinbar mit künstlerischer Dollwertigkeit erachten, den Geist grundsätzlicher Verneinung über Leben und Kunst herrschen lassen möchten ..." Willrich hat mit gro­ßem Eifer sein Material gesammelt und den Stoff gesichtet; er behandelt den Kunstbolschewismus und die Kunstanarchie, ihr Wesen und ihren Ursprung ausführlich. Diese mit reichhaltigem Abbildungs- material belegten Abschnitte über die Auswüchse der Verfallszeit und der Bolschewisierung der artgebun­denen deutschen Kultur nehmen den breitesten Raum des Buches ein; zum Schluß entwickelt Willrich wiederum an Hand von Bildbeispielen die Grundzüge für eine Erneuerung und Gesundung des deutschen Kunstlebens: durch deutsche Aufgaben zum deutschen Stil. Der deutsche Rassegedanke wird hier in seiner Bedeutung für die kommende Kunst eindringlich gewürdigt.

Führer durch die kulturellen Ein­richtungen der Stadt Frankfurt am Main. Herausgegeben von Richard Oehler. 156 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt am Main. (135.) Frank­furt ist reich an Stätten von kulturschöpferischer Be­deutung; man muß sie kennen, um sie auf sich wir­ken lassen und würdigen zu können. Das vorlie­gende Werk, herausgegeben von Professor Dr. Oehler, dem Direktor der Städtischen und Universi­täts-Bibliotheken in Frankfurt, will den Weg dazu weisen, indem es die Frankfurter Kulturstätten in ihrer geschichtlichen Entwicklung darstellt und in anschaulichen Bildern vor Augen führt. Und zwar haben jeweils die verantwortlichen Leiter der be­schriebenen Institute die davon handelnden Texte beigesteuert. So ergab sich ein vielfältiges, buntes Bild vom kulturellen Werden und Wirken der alten Stadt. Die Inhaltsübersicht gliedert den weiträu­migen Stoff in einzelne Sachgebiete auf; jeder fin- det schnell, was er sucht, und wird nichts vermissen:

vom Goethehaus bis zum Tiergarten, vom Städel bis zum Kochkunstmuseum, von der Universität bis zum Mvdeamt, vom Römerberg als Festspielstätte bis zum China-Institut. Ausstattung, Druck und Bildwiedergaben sind tadellos. Jeder, der Frankfurt wirklich kennenlernen will, wird den Führer mit Vergnügen, Nutzen und vielfacher Anregung zur Hand nehmen.

«Rudolf G. Binding: Der deutsche und der humanistische Gedanke im An­gesicht der Zukunft. Rütten & Loening Ver­lag, Potsdam 1937. (80.) Die kleine Schrift enthält den Wortlaut einer Rede, die der Dichter im Dezember 1936 vor der Vereinigung der Freunde des humanistischen Gymnasiums für Berlin und Brandenburg gehalten hat. Die gedankenreiche, in edler Prosa geformte Betrachtung willzwei Gedanken großen Ausmaßes" umkreisend keine Polemik üben, sondern ein Ausblick tun. Das Ziel liegt im Sinne Bindings in einer Synthese nur scheinbar einander widerstrebender geistiger Ele­mente:Das deutsche humanistische Gymnasium wird durch seine Bildungskräfte dazu beitragen dürfen, daß er sich heranbilde, der deutsche Mensch in geistiger Ganzheit, langsam und stetig in der Blüte vieler Äugenden. Da sehe es zu. Hier ist sein Ausblick in die Zukunft..."

Friedrich Hussong: Der Tisch der Jahrhunderte. Tischzettel und Tcrfelfreuden der Völker und Zeiten. Mit 8 ganzseitigen Abbil­dungen und 15 Kunstdrucktafeln. Broschiert 2,50 Mark, Leinen 4 Mark. Brunnen-Verlag, Willi Bischoff, Berlin. (157) Ein leichtes Büchlein von leichten Dingen, von Essen und Trinken, von Trinkern und Essern. Und doch eine ernste Arbeit. Friedrich Hussong gibt dem Leser dennoch kein schweres Gericht, sondern leichtes Naschwerk für ein paar Erholungsstunden. Der Leser wird von einem Führer, der den Weg kennt, eingeladen zu einem gastronomischen Bummel durch die Kultur­geschichte des Abendlandes vom Mahl des Achilles bis zum Eintopfsonntag. Wir sehen Könige und Staatsmänner sich beim Mahl zu Verhandlungen um Krieg, Frieden und Völkerschicksale treffen; wir, sehen Adel, Bürger und Bauern sich um den Disch versammeln, Berufsgenossen, Zünfte, Freundes- gesellschaften, Familienkreise und endlich eine ganze Volksgemeinde, und wir entdecken, daß gerade die kleinen Dinge, Abfälle, die wir zwischen dicken, staubigen Aktenbündeln finden, von den zünftigen Geschichtsschreibern meist achtlos liegen gelassen uns von dem erzählen,was man den Geist der Zeiten heißt".

Aus den preußischen Nachbargebieten.

Zwei Scheunen abgebrannt.

Lpd. Wetzlar, 2. Aug. Am Sonntag brach in der der Gemeinde Greifenstein gehörenden Schulscheuer Feuer aus, das in kurzer Zeit auch die Pfarrscheuer ergriff Beide Scheunen wurden vernichtet. Ein den Scheunen benach­bartes Wohnhaus hatte bereits am oberen First­balken Feuer gefangen. Durch den Schneid der Wehren, die von hilfsbereiten Einwohnern unter­stützt wurden, gelang es, das Wohnhaus zu retten. Neben dem Verlust der beiden Scheunen ist die Vernichtung zahlreicher Materialien, u. a. zehn Wagen Heu, Holz, Kohlen u. a. "zu beklagen. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung der Brand­ursache ausgenommen.

Kind beim Turnen tödlich verunglückt.

Lpd. Herborn, 31.Juli. In der Turnhalle in Sinn machte sich ein 1 4 I a h r e altes Mäd­chen an den Schweberingen zu schaffen, als es aus bisher nicht bekannter Ursache plötzlich zu Bo­den stürzte und sich so schwer verletzte, daß es auf dem Transport ins Krankenhaus gestorben ist.

Der Unglücksfall geschah vor dem eigentlichen Beginn der Turnstunde, obwohl den Kindern wie­derholt untersagt worden war, ohne Beaufsichtigung an die Geräte zu gehen.

Sin schwerer Zunge festgenommen.

Lpd. «Gelnhausen, 2. Aug. Der auf Grund eines polizeilichen Ausschreibens gesuchte Schwer­verbrecher Konrad, genannt Kurt Römer aus Hailer, der sich eine Unmenge Diebstähle, Unter­schlagungen und Betrügereien hat zuschulden kom­men lassen und zweimal in der Fremdenlegion war, konnte im Dorf Wirtheim fe st genommen und der Kriminalpolizei in Hanau zugeführt werden.

Kreis Wetzlar.

§ Lützellinden, 3. Aug. Der Haushalts­plan unserer Gemeinde für 1937 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 85 458 RM. ab. An Gemeindesteuern werden erhoben: Grundoermö­genssteuer I = 250 v. H., Grundoermögenssteuer II = 250 v. H., Gewerbesteuer nach dem Ertrag und Kapital - 80 v. H., Bürgersteuer 300 v. H. Bei dem TitelStraßenwesen" sind Ausgaben in Höhe von 8600 RM. vorgesehen. Es ist beabsichtigt, den Weg in derZechweide" einige hundert Meter neu auszubauen. Für die Postautolinie GießenHochel­heim ist ein Zuschuß von 130 RM. eingestellt. Für

den Bau eines neuen Gemeindebackhauses soll eine Rücklage von 3000 RM. angesammelt werden. Für die Bildung der weiteren Rücklagen (Betriebsmittel­rücklage, allgemeine Ausgleichsrückloge, Erneue­rungsrücklage für Lichtnetz, Grunderwerbsrücklage) sind rund 5000 RM. vorgesehen. An Grundvermö­gen besitzt die Gemeinde 243 Hektar Wald und 30 Hektar Kulturland. Die Verschuldung ist gering.

(V Hochelheim, 3. August. Aus dem G e meinde - Haushaltsplan für 1937, der in Einnahmen und Ausgaben auf je 78 850 RM. festgesetzt wurde, ist folgendes zu erwähnen: Die schulischen Verhältnisse erfordern in absehbarer Zeit den Bau eines neuen Schulgebäudes, da das alte etwa 100 Jahre alt, baulich im schlechten Zustande und auch räumlich unzureichend ist. Der in den letz­ten Jahren angesammelten Schulbaurücklage soll da­her im laufenden Rechnungsjahr ein weiterer Be­trag von 4000 RM. zugeführt werden. Für laufende Unterhaltung der Gemeindewege ist ein Betrag von 4200 RM. vorgesehen. Als Zuschuß für die Post­autolinie GießenHochelheim sind 150 RM. in den Haushaltsplan eingestellt. Die Gemeinde ist von dem im Jahre 1929 durchgeführten Wasserleitungs­und Kanalbau noch erheblich mit Schulden belastet. Es verdient Anerkennung, daß die Schuldenlast in den letzten Jahren um mehr als 50 000 RM. her­untergedrückt wurde. Auch im Rj. 1937 soll wieder ein größerer, Schuldbetrag verstärkt getilgt werden. Für die Bildung von Rücklagen (Betriebsmittelrück­lage, . allgemeine Ausgleichsrücklage, Erneuerungs­rücklagen für Wasserleitung und Lichtnetz und Son­derrücklagen) sind zusammen 6500 RM. vorgesehen. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundoermögenssteuer I = 325 v. H., Grundvermögenssteuer II = 325 o. H., Gewerbe­steuer nach dem Ertrage und K-apital - 120 v. H., Bürgersteuer = 100 v. H. An Grundvermögen be­sitzt die Gemeinde 172 Hektar Wald und 53 Hektar Kulturland.

Beim Rettungsversuch ertrunken.

Lpd. Oppenheim, 3. Aug. In Gimbs­heim war der 34 Jahre alte Eiserkbahner Karl Oswald mit zwei Mädchen, die aus Bingen bei ihm zu Besuch waren, am Rhein zum Baden. Plötzlich schrie eines der Mädchen um Hilfe. Oswald sprang in den Rhein, um das Mädchen zu retten. Dabei ist er offenbar durch einen Herzschlag selbst ertrunken, während das Mädchen ge­rettet wurde. Die Leiche Oswalds wurde noch nicht geborgen.

Unsere Reichshauptstadt feiert im August das 700jährige Jubiläum ihres ersten urkundlichen Auf­tauchens in der Geschichte. Aus diesem Anlaß ist ein ebenso luftiges wie interessantes Büchlein mit dem kuriosen Titel:Peter Purzelbaums Menagerie Berlin" (kartoniert 2,50 Mark, Brunnen-Verlag Willi Bischoff, Berlin) erschienen. Der bekannte Erzähler plaudert darin höchst amü­sant über köstliche Typen und putzige Kruken aller Art, die von 1800 bis 1900 das Berliner Pflaster bevölkerten. Er zeigt nicht nur, wie das Berliner- tum entstanden ist, er gibt auch einen originellen Querschnitt durch das eigenartige Kulturleben dieser einstgroßen Kleinstadt", und das in einer Fülle, die den Leser in Erstaunen setzen dürfte. (158)

H. R. Wehrhahn:Was wächst und blüht in meinem Garten." Tabellen zum Bestimmen von über 500 wichtigen Gartenpflanzen und Gartenblumen mit Kultur- und Verwendungs­angaben mit 40 Abbildungen auf acht Tafeln und 306 Textbildern. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Kart. 3, in Leinen 3,80 RM. (145) In 40 bunten und über 300 einfarbigen Bildern findet mart in dem neuen Kosmos-Naturführer dis Blumen und Sträucher des Gartens mit Angabe der Blütezeit, des Aussehens, mit kurzen Hinweisen, welcher Boden für das Fortkommen günstig, welche Pflege dafür.tig ist. Dazu sind in ausführlichen Verwendungslisten Ratschläge gegeben, welche Pflanzen man für besondere Bedürfnisse, für Gär­ten mit trockenen oder feuchten Böden, mit viel oder wenig Sonne, für Staudenbeete, Steingärten usw. am besten auswählt. Diese Angaben werden vor allem demjenigen Gartenfreund von Nutzen sein, der seinen Garten bepflanzen will oder ergänzen

muß. Gartenpflanzen und Blumen sind nach leicht erkennbaren Merkmalen, wie sie dem Gartenlieb­haber am ehesten auffallen, geordnet.

Das neue Reichs-Branchen-Fern- sprechbuch mit Reichs-Handelsregi- st e r. (148) Erscheint regelmäßig jährlich. Der zu Beginn des Jahres erschienene Fernsprechteil (Band I/II) wird auf Veranlassung des Werberats der deutschen Wirtschaft zu einem Fernsprechteilneh­mer-Verzeichnis aller im Handelsregister eingetra­genen Firmen umgestaltet. Die Eintragungen wer­den nach Möglichkeit einem Handelsregisterauszug angeglichen und können außer dem Firmennamen mit genauer Adresse und Rufnummer auch Angaben über die Inhaber, die verantwortlichen Personen, das Gesellschaftskapital usw. enthalten. Der Branchenteil der diesjährigen Ausgabe (Band III/V) enthält die Fernsprechanschlüsse und Postadressen aller Firmen, Gewerbetreibenden und freien Berufe, nach Bran­chen geordnet, unter mindestens einer Branche (Hauptgeschäftszweig). Die Adressen jeder Branche stehen aus dem ganzen Reichsgebiet übersichtlich zusammen.

Hauptmann (E) Hugo Wiest: Wehr- meldefibel. Die militärischen Wehrmeldepslich- ten mit einem abc-lich geordneten Verzeichnis aller Musterungsbezirke mit den dazugehörigen Wehr­meldestellen nach dem Stand vom 1. April 1937. VerlagOffene Worte", Berlin W 35. (136) Das Büchlein gibt für jeden Wehrmeldepflichtigen alles Wissenswerte aus den zahlreichen Vorschrif­ten und Bestimmungen. Das Verzeichnis der Mu­sterungsbezirke wird auch den Dienststellen will­kommen sein, da es oft zeitraubendes Suchen er­spart.

Wie die Vögel Heimfinden.

Das bisher ungeklärte Vermögen der Vögel, auch unter schwierigen Umständen wieder Heimzufinden, ist neuerdings von W. Rüppel untersucht worden, und zwar bei Staren, Rauchschwalben. Wendehälsen, Rotrückenwürgern und Habichten. Man brachte mit dem Flugzeug die mit Farbe gezeichneten Vögel von Berlin nach Bremen, Venedig. Athen, Marseiile, Madrid und anderen Orten und lieh die Tiere sofort nach der Ankunft frei. Die Zahl der zurück­kehrenden Tiere war, wie in der Frankfurter WochenschriftDie Umschau" berichtet wird, bei den einzelnen Versuchen verschieden groß. Landschaft­liche Einflüsse wie Gebirge und Fluf-täler können, wie besonders die Starversuche zeigten, auf den heimkehrenden Vogel eine ablenkende Wirkung ausüben. Die in dem 1800 Kilometer entfernten Athen und dem 1850 Kilometer entfernten Madrid gleichzeitig und unter gleich günstigen Bedingungen . ausgelassenen Vögel trafen auch gleichzeitig in Berlin ein. Bei den Wendehälsen konnte man ein Heimsindeverrnögen feststellen, bei den Rotrücken- toüroern, die vorwiegend bei Aacht wandern, jedoch nur in gerinaem Maße; denn von 12 dieser Vögel keb-rle nur einer zurück. Handelte es fich bei diesen Vögeln nm Zugvögel, so dehnte man durch die Heranziehung von Habichten die Versuche auch auf Standvögel aus, bei denen ein biologisches Bedürf­nis dafür, daß sie gut heimfinden können, nicht vorliegt. Man brachte 19 Habichte aus der Lüne­burger Heide nach Radolfzell am Bodensee; kein einziges von den Tieren kehrte zurück, dagegen wurden innerhalb von neun Monaten nach der Freilassung drei von ihnen in der Gegend von Radolfzell, in einem Umkreise von 50 Kilometern, erlegt, so daß man bei ihnen das Fehlen einer Sinnesempsindung für die Lage der Heimat annehmen muß.

Widerhaken versehene Rückenflosse ebenfalls böse Wunden macht. Es gibt verschiedene Arten, die gefährlichste davon der sogenannteRasende Tom", ein kleiner Fisch, dessen Flossen aber beinahe ebenso gefährlich sind wie die der Seeviper. Er ist unge­heuer häufig und darum so lästig, weil dort, wo er einmal angebissen hat. kein anderer Fisch mehr den Köder nimmt. Es bleibt den Fischern, die ihm begegnen, nichts anderes übrig, als die Anker zu lichten und andere Jagdgründe' aufzusuchen.

Raubzeug zur See.

Der Jäger auch im abgelegensten Revier kann sein Wild leichter vor Raubzeug schützen als der Hochfeefischer seine Netze und ihren Inhalt vor dem Nachstellen der Raubfische. Einer der bekanntesten und gefürchtetsten dieser Seeräuber ist der kleine Tümmler, auch Braunfisch oder Meerschwein ge­nannt, eine Delphinart von ungefähr anderthalb bis zwei Meter Länge, mit stumpfem Kopf, oben braun, an der Unterseite weißlich gefärbt. Er folgt den Heringsschwärmen durch den ganzen nördlichen Atlantik bis ins Mittelmeer hinab, schießt durch die ausgelegten Netze hindurch mit der Gewalt eines Torpedos und gibt dadurch einen noch größe­ren Teil des Fanges, als er selbst frißt, dem Meere wieder. Der Tümmler richtete die Sardinenfischerei im Golf von Biskaya fast zugrunde, und die fran­zösische Regierung sah sich genötigt, Torpedoboote zu seiner Bekämpfung auszusenden, die Hunderte dieser gefährlichen Räuber vernichteten. Reisende, die vom Deck eines großen Ueberseedampfers dem Spiel der Delphine im Wasser zu sah en, waren zwar empört, wenn sie von diesem systematischen Vernichtungsfeldzuge hörten, aber die Fischer, deren Existenz bedroht war, dachten anders darüber. Noch immer, jahraus, jahrein, ist der Tümmler oder Braunfisch der Schrecken der Heringsfischer, und ebenso schweren Schaden fügt er der Lachs­fischerei zu. Der Braunfisch und ebenso der Schwert­fisch folgt den Lachsen auf ihrer Wanderung die Flüsse hinauf und vernichtet mehr von ihnen, als jemals Menschen verzehren.

Ein Räuber, den alle Fischer europäischer Hoch­seezonen von der Nordsee bis zum Mittelmeer fürchten, ist die sogenannte Seeviper, ein ganz kleiner Fisch, dessen stachlige Rückenflosse aber wie der Giftzahn einer Schlange mit einer Giftdrüse versehen ist. Ein Stich mit dieser dolchscharfen Flosse ist außerordentlich schmerzhaft. Das Fleisch rings um die Wunde läuft dunkelrot an und schwillt be­unruhigend, und wenn nicht schnelle Hilfe zur Stelle ist, kann die Wunde gefährlich werden. Im Mittelmeer ist die Seeviver am häufigsten, und in Snanien steht schwere Strafe darauf, den Fisch zum Verkauf zu bringen, ohne zuvor die Rücken­flosse abgeschnitten zu haben. Das Fleisch ist jedoch recht wohlschmeckend.

Andere gefürchtete Raubfische sind die Stachel- roche und der amerikanische Tintenfisch, dessen mit

man dieses eigenartige Verfahren oft bespöttelt; doch hat in den Jahren 1915 und 1916 ein Forscher die alte chinesische Getreidepflanzmethode eingehend nachgprüft, wobei er zu dem Ergebnis kam, daß man es auf diese Weise tatsächlich zu sehr ertrag­reichen Ernten bringen kann.

Eines sehr einfachen Verfahrens bedienen sich die Eingeborenen von Bolivien bei der Getreideernte. Zuerst wird das Korn mit der Sichel geschnitten, worauf es auf freiem Felde noch durch die Hufe von Pferden, die man darauf herumtrampeln läßt gedroschen wird. Stellt sich dann am Nachmittag der alltäglich mit Regelmäßigkeit einfallende Wind ein, so wirft man das Getreide einfach in die Luft, wodurch Spreu und Korn auf dem einfachsten Weg von einander gesondert werden. Auch der Araber macht beim Korndreschen keine großen Umstände. Dor dem Dorf befindet sich gewöhnlich eine ebene Fläche, die man als Tenne benutzt. Auf diese Tenne streut er seine Aehren hin. Hierauf spannt er fein Pferd vor ein Brett, auf das er sich selber stellt, und läßt das Brett, mit seiner eigenen Person be= lüftet, über das Korn hinweggehen. Damit ist sein Korn gedroschen, ohne daß er sich besonders anzu- strengen brauchte.

Unsere Getreidearten haben im Laufe der Zeiten gar verschiedene Wandlungen erlebt; denn auch sie

,lLre Verwendung hat die fortschreitende mensch­liche Kultur in mancher Weise beeinflußt. Unsere germanischen Vorfahren verwendeten beispielsweise noch vielfach den Hafer als Brotkorn und zur Bier- bereitung. Auch Tacitus erwähnt den Hafer als das Biergetreide der Germanen, sagt aber gleichzei­tig, daß« auch Weizen zum Bierbrauen benutzt wurde. Als Pferdefutter diente der Hafer damals nur den Germanen, wogegen die Griechen und Ro­mer ihre Pferde mit Gerste, Spelz und Weizen futterten. °

Bei uns Deutschen jedoch ist der Roggen zum wichtigsten Brotkorn geworden, schon deshalb, weil er an Klima und Boden weitaus geringere Anfor­derungen stellt als der Weizen, mit dem daher auch nur etwa ein Drittel der Bodenfläche bebaut ist, die der Roggen für sich einnimmt. Uebrigens ist der Roggen in der Urgeschichte unserer Pflanzenwelt erst verhältnismäßig spät aufgetaucht; denn während Gerste und Weizen schon längst wuchsen, erschienen Hafer und Roggen erst etwa um die Bronzezeit. Freilich reicht auch das schon an die dreitau end Sabre zurü^ und so hat denn auch der Roggen ein 1 gutes Stück Urgeschichte hinter sich. j

Erntesegen.

Von M A. v. Lütqendorff.

In leuchtender Goldglut liegen die Sonnenstrah­len auf den Getreidefeldern. Immer schwerer sen­ken die Halme ihre körnervollen Aehren, bis eines Tages die Sense ihr rauschendes Lied durch die Fel­der singt, und die Allmutter Erde mit voller frei­gebiger Hand zurückgibt, was ihr einst anvertraut worden ist. Erntesegen! Wie ein heiliger, schöner Zauber ist es,, dem immer und überall, wo die goldene Brotfrucht geerntet wird, der Mensch ver­fallt. Denn es ist fcie Freude am Wohlgelingen sei­ner Arbeit, die ihn erfüllt und die Ehrfurcht vor der geheimnisvollen, jahrhundertealten Zeugungskraft des Bodens, auf dem er steht.

Die Freude am Erntesegen wird uns Menschen auf der Erde denn auch reichlich zuteil und zwar so reichlich, daß kein Monat, ja keine Woche des Jahres vergeht, die nicht an irgend einem Erden­fleck dem Menschen Erntefreuden brächte. Der Ja­nuar beschert einem Teil von Süd-Amerika und Australien die Ernte, der Februar und März Ost­indien, Oberägypten und Mexiko, der April Klein­asien und Kuba, der Mai Jnnerasien, China und Japan, der Juni den Südstaaten der Union und dem südlichen Europa, der Juli Mitteleuropa, den Ost­staaten der Union und den Balkanländern, der August den Nordstaaten der Union und den nord­westlichen Teilen Europas, der September und Ok­tober Skandinavien, Schottland und Nordrußland. Im November endlich wird in Peru und in Südafrika geerntet, und im Dezember in Birma und Neu­südwales. Es ist wie ein Hohes Lied der Frucht­barkeit, das aus diesem Erntekreislauf, dessen Se­gen die ganze Erde umspannt, hervortönt

Verschieden, wie die Zeit, in die sie fallen, sind aber auch die Bräuche der Menschen in Nord und Sud, mit denen sie säen und ernten. Die Chinesen haben z. B. noch vielfach ihren alten Brauch bei­behalten, immer nur in der Richtung von Norden nach Süden zu pflügen, wie sie denn auch im Ge­gensatz zu der bei uns herrschenden Sitte die Ge­treidekörner beim Säen nicht ausstreuen, sondern einsetzen und zwar in für unsere Begriffe sehr wei­ten Abständen, was dann zur Folge hat, daß sich die Getreidepflanzen durch mehrfache Sprossung zu richtigen Büscheln auswachsen. Um das Wachstum Zu fördern, macht man sich sogar die Arbeit, die Pflanzen zwei- bis dreimal zu häufeln. Früher hat