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nn auch er den giftigen Gasen zum Opfer. Um Vater und Bruder zu retten, stieg daraus der 23- jährige Sohn Albert Ingold in den Brunnenschacht. Aber auch er konnte sein Rettungswerk nicht voll­enden und wurde wie Vater und Bruder von den Gasen betäubt. Erst nach längeren Bemühun­gen konnten die drei als Tote geborgen werden.

Drei Todesopfer eines Autounglücks.

Bei Homburg (Saar) ereignete sich ein Auto­unglück, dem drei junge Menschen zum Opfer fielen. Der Gipser Hermann, der Reifevertreter Bart­scherer und der Holzhauer Faller, alle von Nieder­würzbach und alle 22 Jahre alt, stießen in einer Kurve mit dem Fahrzeug gegen einen Baum, wobei es offenbar zu einer Explosion kam. Faller war sofort tot, Bartscherer starb einige Stunden später und Hermann, der Lenker des Kraftwagens, ist ebenfalls, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, gestorben. Der Kraftwagen war voll-- ständig verbrannt.

Sieben Scheunen und ein Wohnhaus eingeäschert.

In der Nacht zum Montag wütete in der Ort­schaft Großrinderfeld bei Würzburg ein Großfeuer, das großen Schaden anrichtete. Gegen 22 Uhr schlugen plötzlich die Flammen aus der Scheune des Landwirts Karl Stolzenberger. Das Feuer, das an der eingebrachten Ernte reiche Nahrung fand, griff schnell um sich und ver­breitete sich auf den ganzen Häuserblock, in dem dicht beieinander 20 Häuser stehen. Sieben Scheu­nen und ein Wohnhaus wurden vollkommen eingeäschert. Die Futteroorräte, landwirtschaft­liche Maschinen, Wagen und einige Fuhren Ge­treide wurden dabei vernichtet. Das Vieh fonrNe glücklicherweise gerettet werden. Die Erhe­bungen über die Brandursache sind im Gange. Man vermutet, daß Brandstiftung oorliegt.

Amerikanisches Flugboot mit 12 Insassen verunglückt.

Ein Flugboot der Panamerican Airways mit neun Fluggästen und drei Besatzungsmitgliebern ist in der Panamakanalzone überfällig geworden und wurde von 22 amerikanischen Marinefliegern gesucht. Es ist 50 Kilometer nordöstlich von Cristobal ge­sichtet worden. Die Maschine lag bereits unter Masse r. Von den neun Fluggästen und drei Mann Besatzung fand man kein Lebenszeichen. Unter den Fluggästen befanden sich auch zwei Be­amte des Wirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten.

Grohfeuer in Pforzheim.

In dem Sägewerk von Robert Buerkle brach aus noch unbekannter Ursache Feuer aus. Der große Holzbau wurde samt den Maschinen und erheblichen Holzvorrä-en ein Raub der Flammen, die bei dem Nordostwind auch auf ein benachbartes Waren­lager Übergriffen, das gleichfalls bis auf die Grund­mauern niederbrannte. Auch ein Teil der dort lagernden Vorräte fiel dem Feuer zum Opfer. Ebenso ist ein kleinerer Lagerraum einer Seifen­siederei abgebrannt.

Kunst und Wissenschaft.

Göh von Berlichingen" in den Reichsfestspielen Heidelberg.

Nun ist bet den Heidelberger Reichsfestspielen als letztes Werk auch GoethesGötz von Berlichingen" in der Urfassung und mit Begleitmusik von Leo Spieß wieder ausgenommen worden. Es wird wie­derum in der Einrichtung und unter der Spiellei­tung von Heinrich George gegeben. Schloß und Schloßhof sind für die Massenszenen wie den Reichs­tag, die Soldatenaufzüge mit Pferden und Geschützen und für die Bauernkriegsszenen der gegebene Schau­platz. Die Solisten werden von den besten Kräften zahlreicher deutscher Theater gestellt. Heinrich George spielt die Rolle des Götz.

(Ein Rhein TNainisches Landesorchesler.

NSG. Aus Anordnung des Gauleiters wurde unter dem NamenRhein-Mainisches Landesorche­ster" das Gauorchester gegründet. Damit ent- sällt für jedes andere Orchester oder jede andere Kapelle die BezeichnungGauorchester" oder ein ähn­licher Name. Es gibt außer dem Rhein-Mainischen Landesorchester kein Orchester mehr, das sich in irgendeiner Art auf den Gau berufen könnten. Das Rhein-Mainische Landesorchester untersteht dem Gauorganisationsamt.

Der internationale Kongreß für Vevölkerungssragen.

An dem am Montag- in Paris abgeschlossenen internationalen Bevölkerungskongreß haben die Mitglieder der deutschen Abordnung regen Anteil genommen. Außer dem bereits gemeldeten Vortrag von Dr. F. Burgdörffer sprach Professor Dr. Rodenwaldt über die Zusammenhänge zwischen Kultur und Rasse. Der Führer der deutschen Ab­ordnung, Professor Rüdin, bezeichnete als Aus­gabe der Wissenschaft, die Rassenunterschiede festzu­stellen und ihnen die Kulturunterschiede beizuord­nen. Aufgabe des Sozialpolitikers fei es, diese Er­kenntnis der Wissenschaft zur praktischen Durchfüh­

rung zu bringen. Ein allgemeines Raffengemisch dürfe schon deshalb nicht stattfinden, weil die Eigen­tümlichkeiten einer jeden Rasse erhalten bleiben müßten. In Deutschland sei man von dem Wert der nordischen Rasse wegen ihrer Ausgeprägtheit und ihrer erwiesenen Leistungen überzeugt. Deutsch­land unterstütze die nordische' Rasse nun aber nicht etwa, um dann alle anderen Rassen unterwerfen zu können, sondern nur um sie selbst zu schützen und zu bewahren. Professor Rodenwaldt (Hei­delberg) sprach über seine langjährigen Forschungen auf der Insel Bali, ferner Professor T Hilm­ar a l d t (Berlin) über die Ehegesetzgebung bestimm­ter Stämme, die zur Rassenausbildung führen könne. Der Führer des Reichsausschusses für Volks­gesundheit, Dr. Ru11ke (Berlin), und der Leiter des Reichsbundes der Kinderreichen, Stüwe, leg­ten mit genauen statistischen Angaben die deutschen Maßnahmen zugunsten der kinderreichen Familien dar. Zu der deutschen Rassenordnung hat noch Pro­fessor Freiherr von Verschuer das Wort ergriffen. Als Ort des nächsten Kongresses, der in drei oder vier Jahren stattfinden soll, wurde T o - fio, wahrscheinlich für das Olympiajahr 1940, in Aussicht genommen.

3n einer kleinen Konditorei..."

Wie die erste Postkarte entstand.

Dor kurzem starb in Göttingen im Alter von 84 Jahren der Druckereibesitzer Heinrich Lange, dem Heinrich von Stephan seiner­zeit die erste Postkarte der Welt skizzierte und als Druckauftrag gab.

Selbst im kleinsten Dorf finden wir heute fast überall in der Nähe der Post oder an irgendeiner Ecke der Dorfstraße einen Automaten, aus dem wir uns für ein paar Pfennige Postkarten und Marken besorgen können. Diesen Automaten bedient der kleine Junge, der kaum laufen kann, mit der­selben Routine wie die alte Großmutter, die noch die Zeiten erlebt hat, in denen es weder Eisenbahn noch Post im heutigen Sinne gab. Vielleicht erin­nert sich die Großmutter gar nicht mehr daran, daß zu der Zeit, als sie junges Mädchen war, die gleiche Postkarte Gegenstand großer Verhandlungen zwi­schen den deutschen Staaten und einem einfachen Postrat namens Heinrich v. Stephan war, daß damals die erste Postkarte als eine Art Weltwunder galt und mit ehrfurchtsvollem Staunen der Poft zum Versand übergeben wurde. Man kann sich in unserer vorgeschrittenen Zeit gar nicht mehr denken, daß man um die Mitte des vorigen Jahrhunderts noch um eine lächerliche Postkarte eine Welt in Be­wegung setzte und daß sie alsdummes Zeug" von den zuständigen Behörden abgetan wurde.

*

Um das zu verstehen, müssen wir berücksichtigen, daß in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhun­derts der Postverkehr noch in den Anfängen steckte und man erst langsam die Oeffentlichkeit für dieses schnelle Beförderungsmittel gewinnen mußte. Wie es immer so ist, sahen die damaligen Kunden nur die unwichtigen Mängel und Fehler der Neuein­richtung, aber nicht die Vorteile und die große Zu­kunft, und da auch die obersten Poststellen seinerzeit nicht den Wea des Fortschritts verteidigten, waren Beschwerden sozusagen große Mode. Damals hatte Postrat d. Stephan das Amt, alle diese Beschwer­den, soweit sie den Göttinger Postbezirk angingen, zu prüfen, und so mußte er zahllose Briefe nicht nur öffnen, sondern auch lesen, was begreiflicher­weise sehr viel Mühe und Zeit kostete. Außerdem kannte man noch nicht das SchlagwortFasse Dich kurz", das heute die Fernsprechzellen schmückt, son­dern jeder Kunde der Post hielt es für nötig, eine

große Abhandlung über die Post im allgemeinen und seinen speziellen Fall im besonderen zu schrei­ben. Da kam v. Stephan der Gedanke, nicht nur die Leute zur Sparsamkeit zu erziehen, indem sie nur einen beschränkten Raum Papier verwenden sollten, sondern auch er wollte sich die Mühe mit den lächer­lichen Meckereien verringern, indem er keine Briefe mehr, sondern lediglich eine Karte zu lesen hatte.

*

Es gibt über die nun folgenden Ereignisse man­cherlei Anekdoten, aber in etwa dürfte das doch stimmen, was man sich über die Unterredung von Postrat Stephan mit dem Göttinger Drucker Heinrich Lange erzählt und was auch in alten Akten überliefert ist. Danach hat Stephan den jun­gen Lange, der in Göttingen als der beste Drucker galt, in feinem Stammlokal, einer Konditorei, auf­gesucht und ihm seinen Plan erzählt. Er, Lange, sollte diese Postkarte nach dem von Stephan ent­worfenen Schema drucken. Lange druckte dann auch eine Anzahl Postkarten, und Postrat Stephan legte die Exemplare stolz seiner vorgesetzten Behörde vor. Leider sah sich Stephan in seinen großen Erwar­tungen sehr getäuscht. Er betonte in seinem Vortrag vor den maßgebenden Herren der damaligen Post, daß man mit wenigen Worten das gleiche sagen könne und daß Kaufleute zum Beispiel auf so einer Postkarte, die außerdem für einen geringeren Preis versandt werden sollte, ihre jeweiligen Bestellungen bequem notieren könnten. Stephan setzte eine be­stimmte Anzahl von Buchstaben fest, die auf der projektierten Postkarte für einen bestimmten Preis geschrieben werden durften und glaubte, damit eine bahnbrechende Erfindung und seiner vorgesetzten Behörde einen großen Gefallen getan zu haben. Es wurde alles anders. Man hielt es für ausgeschlossen, daß man mit den wenigen zur Verfügung' stehenden Buchstaben die nötigen geschäftlichen oder privaten Mitteilungen machen könne und sah in der Herab­setzung des Preises lediglich einen Ausfall für die Einnahmen der Poft. Jedenfalls fiel die Postkarte Stephans durch, und vielleicht hatten die Poftbehör- den zu der Ablehnung ein gewisses Recht, denn in damaligen Zeiten füllten allein Begrüßungs- und Abschiedsfloskeln in einem Schreiben einen Raum aus, der Stephans begrenzte Buchstabenzahl bereits überschritt.

Während in Norddeutschland die Postkarte also durchfiel, fand sie in Oesterreich erheblich mehr Be­achtung. Von einsichtigen Postbehörden wurde ihre Bedeutung als Trägerin der kurzen Nachricht her­ausgestellt, und so siegte hier die leichtere Auffas­sung des Süddeutschen über die bedächtige und vor­sichtige Denkungsweise des Norddeutschen. Heinrich Lange in Göttingen war nicht wenig erstaunt, als eines Tages aus Wien die Nachricht bei ihm einlief, er möge Postkarten nach dem Entwurf von Heinrich v. Stephan für die österreichische Post- verwaltung drucken. Es geschah denn auch, und man machte sehr bald die Feststellung, daß die Post­karte zum beliebtesten schriftlichen Verkehrsmittel wurde.

*

Wir sagten schon, daß sich über die Entwicklung der Postkarte in damaliger Zeit mancherlei Ge- schichtchen ergaben, deren Glaubwürdigkeit heute nicht ohne weiteres nachzuprüfen ist. Es steht jeden­falls fest, daß die preußischen Postbehörden des seinerzeitigen Norddeutschen Bundes mit scheelen Augen die österreichische Kurage besahen, und einige fortschrittlich denkende höhere Beamte setzten sich in verstärktem Maße für die Idee des Postrats von Stephan ein. Ja, man ging soweit, v. Stephan zum leitenden Mann der Post des Norddeutschen Bun­des zu ernennen. Da Stephan in jeder Beziehung für gründliche Arbeit war, sorgte er in seiner neuen Stellung bald dafür, daß die preußische Post auf die Hohe kam. Es erschien nicht nur sehr schnell die Postkarte im Verkehr, sondern auch allgemein wehte ein anderer Wind im Postwesen. Man darf sagen, daß diese günstige Wendung von da ab ein Vorzug der deutschen Post geblieben ist. Die Deutsche Reichs­post ist eines der modernsten und technisch voll­kommensten Institute der Welt. W. L.

Wetterbericht

des RelchsMelkerdienskes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Großwetterlage zeigt noch immer ein star­kes, sich von Skandinavien nach England erstrecken­des Hochdruckgebiet. In der Höhe vorgestoßene kältere Luft begünstigte am Dienstag in unserem Bezirk das Auftreten örtlicher Schauer. In Mittel-, aber mehr noch in Ostdeutschland, macht sich bas osteuropäische Tiefdruckgebiet in wolkigem, aber leicht unbeständigen Wetter bemerkbar. Der hohe Luftdruck wird jetzt auch auf diese Gebiete stärke­ren Eindruck nehmen.

Aussichten für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig oder nebelig, im allgemeinen aber heiter und trocken, Tagestemperaturen um etwa 20 bis 25 Grad, Winde aus Nord bis Ost.

Aussichten für Freitag: Im wesent­lichen noch heiter und trocken.

Lufttemperaturen am 3. August: mittags 21 Grad Celsius, abends 16,6 Grad-, am 4. August: morgens 12,2 Grad. Maximum 25 Grad, Minimum heute nacht 13,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. August: abends 22,6 Grad: am 4. August: morgens 18,2 Grad. Niederschläge 0,7 mm. Sonnenscheindauer 9,1 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf.» mit der

Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Herr Heinrich Reuter

Gießen (Ludwigsplatz 4), den 3. August 1937.

03851

Heute nacht 1% Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krank­heit mein lieber Vater, unser lieber Bruder und Onkel

4-

Die Beerdigung findet Freitag, den 6. August, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

im 73. Lebensjahre.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Luise Reuter.

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