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Lawinenopfer geborgen.

Die Leiche des deutschen Studenten Max Heß aus Karlsruhe, der im vergangenen Februar im Gebiet des Reschen-Scheidegg in Südtirol von einer Lawine verschüttet worden war, ist erst jetzt, nachdem der Schnee geschmolzen ist, auf­gefunden worden. Bei einem schwierigen Aufstieg war der Student damals von einer großen Lawine begraben worden. Die sterblichen Reste wurden in einer Kapelle aufgebahrt. Bei Cuneo wurden die Leichen von fünf Alpenjägern, die vor vier Monaten Opfer eines Lawinenunglücks geworden waren, aufgefunden.

Arbeitswillige von Streikenden belagert.

Die Leitung des Stahlwerkes der Republic Steel Corporation in Niles in der Nähe von Youngstown im Staate Ohio, dessen Belegschaft arbeitet, war, da das Werk von Streikenden belagert wird, dazu übergegangen, die Versorgung der Ar­beiter mit Lebensmitteln durch Flugzeuge durch­führen zu lassen Dies mußte jetzt aufgegeben wer­den, da die Streikenden die Flugzeuge b e s ch o s - s e n und zwei Maschinen bei der Landung verun­glückten. Die Werksleitung droht jetzt, Lebensmittel auf Lastkraftwagen, die schwer bewaffnet werden, durch die Kette der Belagerer fahren zu lassen.

1378 Schießsportanlagen in Hessen-Nassau.

Durch die Erhebung über die sportlichen Uebungs- stätten im Deutschen Reich sind auch zum erstenmal die Schießsportanlagen erfaßt worden. Die vom Statistischen Reichsamt bekanntgegebenen Zah­len lassen die starke Verbreitung des Schießsportes in Deutschland (15000 Vereine mit über einer halben Million Mitglieder) erken­nen. Insgesamt standen dem Schießsport im Reiche 22 957 Schießsportanlagen zur Verfügung. In Hes­sen-Nassau waren am Stichtag 1 3 7 8 Schieß- sportanlagen vorhanden mit insgesamt 3230 Schießbahnen, davon 112 für Pistolen, 1745 für Kleinkaliber und 1373 für Großkaliber. Bei Gegen­überstellung der Gesamtzahl der Schießbahnen mit der Wohnbevölkerung entfällt im Reichsdurchschnitt eine Schießbahn auf 1023 Einwohner. In Hessen- Nassau ergab sich eine Dichte von 800 Einwohnern auf eine Schießbahn.

Kunst und Wissenschaft.

Römische Thermen in Augsburg freigelegt.

In Augsburg hat man alte römische Bade­anlagen (Thermen) freigelegt, die nach Umfang und Ausstattung zu den größten bisher aufge­fundenen Thermen gehören. Die unter Leitung von Dr. Hans Eberlein in Verbindung mit dem Landesamt für Denkmalpflege durchgeführten Gra­bungen wurden im März begonnen. Die Funde machen es wahrscheinlich, daß man es mit zwei zu verschiedenen Zeiten errichteten Thermen zu tun hat, wobei der erste Thermenbau in das zweite Jahrhundert n. Ehr. fällt. Die bisher freigelegte Anlage gliedert sich in vier große Räume, die etwa drei Meter unter der Erdoberfläche liegen. Sehr gut erhalten find Reste des Estrichs uni) von Heiz­kacheln. Aufgedeckt wurden ferner die Reste einer zur Entwässerung dienenden Kanalanlage. Man er­kennt auch noch Stufen, die zu einer Wanne hin­unterführten, und Fußbodenteile, die mit kleinen Ziegelsteinchen parkettartig belegt sind. Der aus­gegrabene Thermenbau ist für die geschichtliche Er­forschung Augsburgs von größter Wichtigkeit.

Reichsfestspiele Heidelberg 1937.

Die Reichsfestspiele Heidelberg finden zum vierten Mal seit der Machtübernahme in die­sem Jahre vom 20. Juli bis 22. August statt. Wie in den vergangenen Jahren hat der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goeb­bels, die Schirmherrschaft übernommen. Der Spielplan umfaßt KleistsAmphitryon", Shake­spearesRomeo und Julia", GoethesGötz von Berlichingen" und Paul ErnstsPantalon und feine Söhne".

Der Tag der deutschen Kunst in München.

Vom 16. bis 18. Juli findet in München der Tag der deutschen Kunst 1 9 3 7 statt, verbunden mit der Einweihung des Hauses der deutschen Kunst und der Eröffnung der großen deutschen Kunstaus­stellung. Am 17. Juli ist die Jahreshauptversamm­lung des Hauses der deutschen Kunst und die Jah­restagung der Fachgruppen der Reichskammer der bildenden Künste. Außerdem feierlicher Empfang der Reichsregierung. Konzerte berühmter Orchester und Festspiele auf historischen Plätzen der Stadt sind vorgesehen. Der Festzug steht unter dem Motto: Zweitausend Jahre deutsche Kunst.

Ein Lehrgang über Landschaftspflege.

Die Frage der Landschaftsgestaltung ist heute im Zeichen des Vierjahresplanes besonders dring­lich geworden. Gilt es doch eine Lösung zu finden für die Aufgabe, den deutschen Gauen höchste wirtschaftliche Leistung abzugewinnen unter weit­gehender Schonung ihrer natürlichen Schönheit und Eigenart. Zur Schulung auf diesem wichtigen

Arbeitsgebiete veranstaltet die R e i ch s st e l l e s ü r Naturschutz vom 21. bis 25. Juni in Thürin­gen und Hessen einen Lehrgang, der unter der Leitung von Garten- und Landschaftsgestalter Meyer - Jungclaussen in Bad Berka bei Weimar steht. In einführenden Vorträgen und auf Geländebesichtigungen soll der Lehrgang die man­nigfaltigen Ausgaben der Landschastspflege auf­zeigen und die möglichen Wege zu ihrer Lösung weisen. In den Vorträgen sollen u. a. behandelt werden: Der Schutz der Landschaft nach dem Reichsnaturschutzgesetz, Heimatliche Landschafts­pflege im Rahmen der Wirtschaft, Landschaftspflege und Baugesinnung, Waldbau und Landschaftsbil­dung, Dörfliche Siedlung in der Landschaft, Bach- und Flußregelung. Weiterhin sind ein Besuch der Wartburg, Autofahrten und landschaftliche Füh­rungen in der Umgebung von Eisenach und in der Rhön vorgesehen. Anmeldungen nimmt die Reichs­stelle für Naturschutz in Berlin-Schöneberg. Grune- waldstraße 6/7, entgegen, wo auch nähere Aus­kunft erteilt wird.

Aus der engeren Heimat.

Das Laubacher Lokalfest Der Ausschuh".

Laubach, 3. Juni. Unsere Stadt rüstet wieder zum sogenanntenA u s s ch u ß", der vom 6. b i s 8. I u n i zum 397. Male in althergebrachter Weise würdig begangen wird. Das Fest erinnert an den alten Heerbann. Der Ausschuß stellte die ausgeschossene" (ausgewählte) Mannschaft dar, die regelmäßig eingezogen, in den Waffen geübt und durch den Ausschußhauptmann inspiziert wurde. Bis auf den heutigen Tag hat der Ausschuß, dessen erste urkundliche Erwähnung alsBoxen-Schützen- Gesellschaft" aus dem Jahre 1540 stammt, als Fest echter Volksgemeinschaft seine Urform erhalten.

Am Haupttag, dem Montag, stellen sich gegen 9 Uhr die 13 Sektionen (Abteilungen von etwa 30 bis 40 Mann) mit ihren Hauptfuhrern auf dem Marktplatz auf und marschieren in den Schloßhof, wo der Hauptmann in diesem Jahre ist es der Bäckermeister Heinrich K r e i ck e r II. dem Grafen zu Solms-Laubach für den als 1. Preis gestifteten Hammel und der Gräfin für die Hammelsgabe (Kleid) dankt. Nach der Erwiderung durch den Grafen fetzt sich der traditionelle Umzug mit Ham­mel und weiteren 25 Preisen (Gaben), die alle im Festzug mitgeführt werden, durch die Stadt nach dem Festplatz in Bewegung. Anschließend beginnt nach dem gemeinschaftlichen Frühstück das Schießen der einzelnen Sektionen, das bis gegen Abend dauert. Nach der Preisverteilung, die der Haupt­mann Dornimmt, wird dem Hammelschützen eine vom Grafen gestiftete Denkmünze überreicht.

Am Dienstagvormittag findet Krämer- und Schweinemarkt statt, während der Nachmittag dem fröhlichen Treiben und Spielen der Schuljugend Vorbehalten ist und mit weiterer Volksbelustigung das schöne Heimatfest, das alljährlich auch von vielen auswärts wohnenden Laubachern und Frem­den besucht wird, seinen Abschluß findet.

Hundert Jahre GchottenerMännerchor

x Schotten, 3. Juni. Im Singsaal der Turn­halle fand gestern abend unter Leitung des ersten Sprechers des Turn- und Gesangvereins H. Grandhomme eine Sitzung aller Festaus­schüsse statt, die für das vom 10. bis 12. Juli stattfindende 100jährige Jubiläum des Schottener Männerchors gebildet wurden. Die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse erstatteten Bericht über die seitherige Tätigkeit. Ein genauer Voranschlag, der mit 2400 Mark balanciert, ist vom Finanzausschuß aufgestellt, die Eintrittspreise sind fesigelegt, die Juxplätze sind vergeben, die Festwirt­

schaft wird H. L. Gottwals (Ulfa) übernehmen. Mit der Herstellung des Festplatzes auf dem Bock­zahl ist schon begonnen worden. Eine Festschrift wird herausgegeben. Vom Bruderverein in Neu- york werden liebe Gäste kommen. Schon sehr viele Vereine von nah und fern haben ihr Erscheinen zu­gesagt. Das Fest wird Samstag abend 'mit einem Kommers eröffnet, bei dem der Jubiläumschor wir­kungsvolle Lieder, z. T. mit Begleitung der Fest- mufik (Negimentskapelle aus Marburg), zum Vor­trag bringt. Am Sonntagfrüh findet am Ehrenmal Gottesdienst statt. Die auswärtigen Vereine treffen ein, werden empfangen, in der Turnhalle findet Probesingen statt. Die große Turnhalle wird bis dahin ein vollkommen neues Gewand erhalten. Mittags schließt sich der große Festzug an, bei dem etwa 20 Festwagen mitfahren, die das deutsche Volkslied verherrlichen. Auf dem Festplatz findet eine Großkundgebung statt, verbunden mit Grup­penfingen. Volksfest, am Montag Kinderfest, schließt sich an. Mit dem Fest soll eine Jubiläumsausstel­lung im schönen Singsaal des Vereins verbunden werden, die eine Rückschau auf 100 Jahre des Ver­eins gewährt. Die Vorarbeiten für das Fest gehen eifrig weiter.

Landkreis Gießen.

£ Wiefeck , 4. Juni. Unsere Mitbürgerin, K a - tharine Heidertshausen wird morgen 89 Jahre alt. Frau Heibertshausen befindet sich körper­lich und geistig noch wohlauf.

T Lollar, 3. Juni. In einem Elternabend, den die hiesige Volksschule im SaalbauZur Linde" veranstaltete, wurde für die Landschul- beimberoegung geworben. Nach einem von Schülern ausgeführten Musikvortrag, einem Lied b?5 Schulchores und Gedichten schilderte Schulleiter Ruckelshausen die Aufgaben des Schulland­heims. Liebe und Verständnis für die Heimat, Ka­meradschaft, Verantwortlichkeit und Verbundenheit mit dem Volkstum, soll ein Landschulaufenthalt ver­mitteln und so dazu beitragen, den deutschen Men­schen zu formen. Ein Film, der den Landschul­aufenthalt der Volksschule Großen-Linden in Hep­penheim an der Bergstraße zeigte, ergänzte die Ausführungen in eindrucksvoller Weise und ließ den außerordentlichen Nutzen eines solchen Land­schulaufenthaltes klar erkennen.

Kreis Schotten.

# Groß-Eichen, 3. Juni. Die hiesige S p a r- und Darlehenskasse hielt bei Gastwirt Rahn ihre Jahres-Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrat Karl Schmidt eröffnete die Ver­sammlung und gedachte der im Weltkrieg und im Kampf um das Dritte Reich gefallenen Helden,

ferner wurden vier verstorbene Mitglieder geehrt. Der Direktor der Kasse Ernst Lang erstattete so­dann den Geschäftsbericht, dem folgendes entnom­men fei: Der Gesamtumsatz betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 340 412,30 Mark gegenüber 295 021,93 Mark im Vorjahre. Erfreulich stark sind die Spar­einlagen gesttegen, und zwar um 12 530,15 Mark auf 83 324,83 Mark. Die im Vorjahre ins Leben gerufene Schulsparkasse brachte bis zum Ende des Geschäftsjahres einen Zuwachs von 260 Mark. Im Warenverkehr betrug der Umsatz 541,16 Mark mehr wie im Vorjahre, insgesamt 18 192,41 Mark. Men­genmäßig war eine Steigerung bei den Dünge­mitteln um 77 Zentner auf 3362 Zentner, beim Saatgut um 34 auf 100 Zentner, bei den Kohlen um 200 auf 1200 festzustellen. Futtermittel erschie­nen mit 154 Zentner um 60 Zentner weniger als in der Bilanz des Vorjahres. Die Zahlen des Ge­schäftsberichtes ließen erkennen, daß die Kasse regen Anteil nahm an der Arbeit um die deutsche Nah­rungsmittelfreiheit. Im weiteren Verlauf der Ver­sammlung erstattete Rechner Gustav Rahn die Jahresbilanz und gab dazu die notwendigen Er­läuterungen. Die Bilanz schließt in Aktiva mit 113 044,70 und in Passiva mit 112 303,38 Mark ab. Der Reingewinn in Hohe von 741,36 Mark wird vorschlagsgemäß verteilt. Die Versammlung erteilte dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Entlastung. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Vor­standes bzw. des Aufsichtsrates Konrad Knöß II., Karl Merz und Georg Peter I. wurden wiederge­wählt. Karl Schombert II. schied aus dem Auffichts- rat aus. An seine Stelle wurde Wilhelm Zimmer in den Aufsichtsrat gewählt. Der seitherige Rechner Gustav Rahn, der in den Prüfungsdienst des Ländlichen^Genossenschaftsverbandes eintritt, schied aus. In einer außerordentlichen Generalversamm­lung wurde der Landwirt Heinrich Eimer zum Rechner gewählt. Dem seitherigen Rechner wurde für feine aufopfernde Tätigkeit herzlich gedankt.

Wetterbericht

des Relchswetkerdienftes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Großwetterlage hat sich umgestaltet. Dabei ziehen vom Ostatlantik fortgesetzt Störungen ost­wärts, die mit Zufuhr leichter Meeresluft auch für Deutschland unbeständiges Wetter herbeigeführt haben. Bereits in der Nacht zum Freitag kam es in den nördlicheren Teilen des Reiches zu verbrei­teten Regenfällen, während im Süden noch heiteres Hochdruckwetter vorherrscht. Die Unbeftänbigfeii bleibt vorerst auch erhalten, ohne jedoch ausgespro­chen unfreundliches Wetter herbeizuführen.

Aussichten für Samstag: Im ganzen freundlich und doch zeitweise stärker bewölkt, be­sonders nach Norden hin auch Regen, bei westlichen Winden nur mäßig warm.

Aussichten für Sonntag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung, aber auch einzelnen Regenfällen, mäßig warm.

Lufttemperaturen am 3. Juni: mittags 18,3 Grad Celsius, abends 12,3 Grad, am 4. Juni: morgens 14,5 Grad. Maximum 19,1 Grad, Minimum heute nacht 10,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juni: abends 20,7 Grad; am 4. Juni: morgens 17,3 Grad. Sonnenscheindauer 12 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm ifange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags

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