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beträgt etwa 19 Millionen Dollar (rund 48 Mil­lionen Mark).

Präsident Roosevelt hat die Stiftung ange­nommen, deren endgültige Rechtsgültigkeit nur noch von der Ratifizierung durch den Kongreß abhängt.

Aus aller Welt.

Außenpolitische Jahresbilanz 1936

Rückblick und Ausblick unserer Ausländskorrespondenten.

in Amerika.

Flugzeug- des Dezember

So stürzte auf

betrug 40 Mark.

Wieder schwere Flugzeugunfälle

Die Kette der amerikanischen Unfälle in den letzten Wochen

kurmärkische Dragoner hat mit dem heißen Gefühl der Schmach im Herzen sich damals nicht entschlie­ßen können, dieses der Feindwillkür preisgegebene Gebiet zu betreten. Als aber am 7. März 1936 unser Führer den Einmarsch der deutschen Truppen in das Rheinland befahl, entstand in den zutiefst dankbaren und freudigen Herzen der Frontkämpfer dieses kurmärkischen Dragoner-Regiments der Wille, der Befreiungstat Adolf Hitlers ihren Dank durch einen Regiments-Appell an dem Denkmal ihrer gefallenen Kameraden auf dem Eckartsberg abzu­statten, Ohne die Möglichkeit zu haben, sich an jeden Angehörigen des Regiments direkt zu wenden, mel­deten sich im Anschluß an einen kurzen Aufruf viele Hunderte alter kurmärkischer Dragoner, um an diesem Regiments-Appell im befreiten Breisach in der Zeit vom 8. bis 10. Mai 1937 teilzunehmen. Es ist selbstverständlich, daß gerade der deutsche Frontsoldat die großen Befreiungstaten des Füh­rers besonders stark und persönlich empfindet, und rührende Briefe der Dankbarkeit und Freude, aber auch der Anhänglichkeit an ihr altes Regiment geben Zeugnis von der Tiefe und Eindringlichkeit dieses Gefühls, mit dem alte kurmärkische Dragoner den Aufruf beantworteten. Dieses Beispiel echten Frontsoldatengeistes läßt sich selbstverständlich auf alle Weltkriegsformationen anwenden. Wir nehmen es aber zum Anlaß, um unfererfeit zu einem Ge­lingen dieses Appells beizutragen, indem wir dem Wunsche des Regiments nachkommen und alle ehe­maligen Angehörigen des kurmärkischen Dragoner- Regiments Nr. 14, die sich bisher noch nicht gemel­det haben, auffordern, ihre genaue Anschrift nebst Angaben des Jahrganges und der Schwadron, in der' sie gedient haben, baldigst mitzuteilen an Ritt­meister a. D. Duevelius, Erfurt, Hohenzollernstr. 16.

Weiterbericht

des Reichsrvelkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt

Die vom Atlantik ausgehende lebhafte Wirbeltä­tigkeit fetzt sich fort und erfährt wieder eine neue Verstärkung. Da fortgesetzt feuchte Meeresluft mi lebhaften südwestlichen bis westlichen Winden au das europäische Festland verfrachtet werden, bleibt das für die Jahreszeit viel zu milde und unbestän­dige Wetter erhalten. .

Aussichten für Dienstag: Bei lebhaften südwestlichen bis westlichen Winden Fortdauer der unbeständigen und milden Witterung mit Nieder- ^Au^ssichten für Mittwoch: Bei Luftzu­fuhr aus West unbeständig mit Regenfällen.

Lufttemperaturen am 3. Januar: mittags 8,8 Grad Celsius abends 8,5 Grad; am 4. Januar: morgens 8,5 Grad. Maximum 9 Grad, Minimum heute nacht 7 9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3' Januar: abends 5 Grad, am 4. Januar: morgens 5,5 Grad Celsius. Niederschläge 0,3 mm.

wurde im neuen Jahre fortgesetzt.

dem Fluge von Virginien nach Alabama ein Flug­zeug der Bundesarmee mit drei Offizieren an Bord ab. Es wurde 40 Meilen östlich von Birmingham zertrümmert und verbrannt aufgefunden. Die In­sassen waren tot. Ferner geriet ein Bornben-

Großfeuer in einem Erziehungsheim.

In dem großen Wirtschaftsgebäude des Erzie­hungsheimesWilhelmspflege" in Plieningen bei Stuttgart brach Feuer aus, das sich schnell aus- breitete und an den Futter- und Kohlenoorräten reiche Nahrung fand. Trotz tatkräftigem Eingrei­fen der örtlichen Wehr konnte das Gebäude nicht mehr gerettet werden. Es ist bis auf die Grund­mauern niedergebrannt. Dabei wurden auch die landwirtschaftlichen und sonstigen Geräte vernichtet und auch, soweit bis jetzt feststeht, ein Teil des Federviehs und der Schweine. Das Großvieh konnte in Sicherheit gebracht werden. Als die Wehren ! aus Stuttgart und Vaihingen am Platze erschienen, hatte das Feuer bereits auf den Dachstuhl des Schulgebäudes übergegriffen und bedrohte auch das Wohngebäude, in dem die etwa 80 Knaben und Mädchen des Heimes untergebracht find. Endlich gelang es, das Feuer einzukreisen.

Bei der Herstellung von Feuerwerkskörpern getötet.

In einer Hütte auf dem Feldberg im Schwarz­wald ereignete sich in der Silvesternacht ein schwe­res Unglück. Bei der Herstellung von Feuer­werkskörpern kam es zu einer Explosion, bei der der 22 Jahre alte Freiburger Student Otto Schreiber so schwer verletzt wurde, daß er spä­ter in der Freiburger Klinik st a r b. Die Hütte wurde stark beschädigt. Einige Freunde des Verunglückten tarnen mit dem Schrecken davon.

Raubmord in der Reujahrsnacht.

Am letzten Tage des alten Jahres wurde in Leut- kirch (Württbg.) die 85 Jahre alte Frau Kreszenzia Rösle von dem 23 Jahre alten Anton Greiß er­mordet. Greiß hatte nach Geld gesucht und war dabei von der alten Frau überrascht worden. Greiß erdrosselte sie, raubte 47 Mark und fuhr am Abend nach Ravensburg, wo er bereits am Neujahrsmor­gen verhaftet wurde. Von dem geraubten Geld hatte «r nur einen kleinen Teil verbraucht.

Festnahme eines jugendlichen Raubmörders.

Der Mörder des am zweiten Weihnachtsfeiertag in Hohenschöpping bei Welten erschossenen und be­raubt aufgefundenen 31jährigen Berliner Drosch­kenchauffeurs Erich Hegeholz konnte jetzt von der Berliner Kriminalpolizei festgenommen werden. Es handelt sich um den 22 Jahre alten Heinz Stollen werk, der trotz seiner Jugend bereits acht Vorstrafen wegen Diebstahls und anderer De­likte verbüßt hüt. In seiner Tasche fand man noch die Mordwaffe mit acht Schuß geladen. Stollen­werk bestritt zuerst hartnäckig die Tat. Aber er mutzte sich schließlich zu einem Geständnis beque­men. Durch leichtsinnigen Lebenswandel hatte er vor der Tat sein Geld durchgebracht und dann beschlos­sen, einen Droschkenchauffeur auszurauben. Er er­schoß auf einem einsamen Waldweg den Chauffeur H e g e h 0 l z, um ihn auszuplündern. Seine Beute

Das Aufbauwerk der Türkei.

Don unserem M.E.B.-Äerichterskaiier.

Das Jahr 1936 war ein fortlaufender Beweis für die große Bedeutung, die der Türkei durch ihre geographische Lage in der internationalen Politik zukommt. Die völkischen, wirtschaftlichen und geb tigen Kraftquellen der Türkei liegen in Asien; ihre sprunghaft fortschreitende Verwestlichung zeigt jedoch das Bemühen, als europäische Macht gewertet zu werden. Mit einem Fuß steht die Tür­kei auch in Europa und läßt es sich angelegen sein, den Zusammenhalt mit ihren westlichen Nachbarn in der Balkanente nte zu pflegen, der jedoch Bulgarien noch immer nicht angehört. Durch die Balkanentente und deren Mitgliedstaaten Rumä­nien und Jugoslawien, die gleichzeitig zur Kleinen Entente gehören, ist die Türkei auch den mittel­europäischen Geschehnissen nähergerückt. Ganz be­sonders aber ist die Türkei an den Ereignissen inter­essiert, die sich im Raume des Mittel­meeres abspielen, denn sie sitzt an einer der wichtigsten Meerengen dieses schicksalschweren Ge­wässers, das zudem rund 1400 Kilometer der west­lichen und südlichen türkischen Küsten bespült.

Der italienische Sieg über Abessinien war für die Türken eine Enttäuschung. Sie führte zwangsläufig zur Wiederanknüpfung betont freundschaftlicher Be­ziehungen zu England. Vom britischen Imperium glaubt man nichts mehr befürchten zu müssen das Anwachsen des Römischen Reiches in den Randge­bieten des Mittelmeeres birgt dagegen nach tür­kischer Auffassung Zukunftsgefahren, die auch die Sicherheit der Türkei betreffen. Die Spannungen im Mittelmeer gaben der Türkei den Anlaß, endgültig die Meerengenfrage anzuschneiden und sie auch zur eigenen restlosen Zufriedenheit zu regeln. Das neue Meerengenabkommen von Montreux, das der Türkei die ungeschmälerte Wehrhoheit über die Dardanellen zurückgab, ist einer der großen diplo­matischen Siege des kemalistischen Regimes. Er war allerdings hauptsächlich dadurch möglich, daß die übrigen Mächte dem Revisionsbegehren der Türkei unter allen Umständen nachgeben mußten. Eine Ablehnung hätte sicherlich ein eigenmächtiges Vor­gehen der Türkei zur Folge gehabt und wäre ein ein neuer Beweis baf>- gewesen, daß sich eine Revision auf diplomatischem Verhandlungswege nicht erzielen läßt. So ist die Türkei im Grunde auch Nutznießerin der Rheinlandbefreiung geworden, wenngleich derartige Gedankengänge von ihr nie­mals anerkannt wurden.

Für den Zwang Englands, heute im Mittel­meer Zugeständnisse machen zu müssen, spricht die nachgiebige Haltung der englischen Unterhändler in Montreux. Viel reservierter verhielten sich die Sowjetrussen, auch gegenüber den Türken. Manches spricht dafür, daß nach der Regelung der Meerengenfrage in türkischem Sinne und nach der Befestigung der Meerengen die Türkei sich nicht mehr so sehr auf die russische Rückendeckung ange­wiesen fühlen wird. Der auffallend herzliche Emp­fang, der seinerzeit Eduard VIII. bei seinem Istan­buler Besuch bereitet wurde, weist jedenfalls darauf hin, wie sehr die Türkei entschlossen ist, der Freund­schaft zu Sowjetrußland ein gleichwertiges Gegen­gewicht in einer türkisch-englischen Freundschaft ent­gegenzusetzen. Der Untermauerung dieser Freund­schaft galt ein mit großem Gepränge durchgeführter

slugzeug der Bundesarmee kurz nach seinem Start am Flugfeld von Lang Island in Brand. Der Pilot rettete sich durch Fallschirmabsprung. Das brennende Flugzeug stürzte auf ein Wohnhaus. Dabei wurden drei Kinder schwer verletzt. Die Suche nach den acht Insassen des am 15. De­zember im Felsengebirge abgestürzten Passagier­flugzeuges blieb bisher ergebnislos.

Verwegener Raubüberfall in Reuyork.

Eine achtköpfige Gangsterbande unternahm einen verwegenen Raubüberfall auf das bekannte Neuyorker Kaufhaus Barneys an der Ecke der 17. Straße und der 7. Avenue. Während das Kauf­haus von Kunden angefüllt war, besetzte die Bande sämtliche Ausgänge; der Anführer und mehrere Banditen, die mit Maschinengewehren und Ma­schinenpistolen bewaffnet waren, trieben die An­gestellten und die Kunden, insgesamt 90 Personen, in einen Hinterraum, raubten die Geldschränke und Juwelenkästen aus und verschwanden uner­kannt. Der ganze Ueberfall dauerte nur acht Mi­nuten. Die Beute betrug 4 0 0 0 0 Dollar. Die Polizei konnte nicht herbeigerufen werden, da die Räuber die Telephondrähte durchschnitten hatten. Mehrere Frauen, die den Befehlen der Gangster nicht schnell genug nachkamen, wurden durch Schläge mit Revoloerkolben verletzt. Die Polizei fand spä­ter einen der Räuber tot auf. der offenbar von seinen Spießgesellen bei der Verteilung der Beute erschos­sen worden war.

Ein neuer Fall von Kindesentführung in USA.

Die amerikanische Öffentlichkeit ist in großer Er­regung über einen neuen Fall von Kindes­raub, der sich in Tacoma im Staate Washington zutrug. Ein Riesenaufgebot von Staatspolizei und Bundesjustizbeamten ist Tag und Nacht unterwegs, um das entführte Kind, den zehn Jahre alten Char­les M a 11 f 0 n , Sohn eines wohlhabenden Arztes, dem Kindesräuber abzujagen. Die Ermittlungen ergaben, daß der Kindesräuber in das Haus Dr. Mattsons gewaltsam eingedrungen war und sich in das Kinderzimmer begab, wo Charles mit seinen Geschwistern schlief. Die Kinder waren über das Eindringen des Burschen so verstört, daß sie es nicht wagten, um Hilfe zu rufen, zumal er sie auch mit einer Waffe bedrohte. Er durchsuchte das Zim­mer erst noch nach Geld und verschwand dann mit dem zehn Jahre alten Knaben. Aus einem zurück- gelassenen Zettel verlangte er für die Rückgabe des Kindes 28 000 Dollar Lösegeld. Die Polizei hatte sich anfangs sehr abwartend verhalten, da man annahm, daß sich der Verbrecher noch einmal mit den Eltern wegen des Lösegeldes in Verbin­dung setzen würde.

Beispielhafte Kameradschaft der ehemaligen kurmärkifchen Dragoner.

Im Jahre 1929 weihten b i e Angehörigen des ehemaligen kurmärkischen Drago- ner-Reglments Nr. 14 auf dem EckartsLerge bei Breisach ein schönes Denkmal zu Ehren der Gefallenen ihres Regiments. Schmerzlich empfan­den es damals diese alten Soldaten der unbesiegten deutschen Weltkriegsarmee, daß die Stätte ihrer feierlichen Zusammenkunft in einem Gebiet des Reiches lag, das durch das Versailler Diktat als entmilitarisierte Zone" nicht mehr unter der Staatshoheit des Reiches stand. So mancher alte

türkischer Flottenbesuch in Malta und im Piräus.

Der Türkei kommt es in ihrem staatlich geleiteten wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau zugute, daß sie innerpolitiscke Auseinandersetzungen nicht kennt. Zwar hat Ankara ein Parlament, in dem auch einigeunabhängige" Abgeordnete von Staats we­gen sitzen im übrigen aber ist allein der Wille des Führers der Nation, Kemal Atatürk, maßgebend. So allein ist es zu erklären, wenn das wirtschaftliche Aufbauprogramm, die mit Hochdruck betriebene militärische Rüstung, die kulturelle Er­neuerung immer neue Erfolge bringen. Viel trägt dazu auch das ausgeprägte Gefühl für Disziplin und Unterordnung bei, das dem Türken innewohnt.

Die letzten Wochen des Jahres brachten der Türkei einen Konflikt mit dem unlängst mit der Selbständigkeit bedachten syrischen Nachbarstaat und damit auch mit Frankreich. Im nordsyrischen Sandschak" von Alexandrette lebt eine türkische Minderheit von 300 000 Seelen, der Frank­reich bisher auf Grund eines mit Ankara 1921 ge­schloffenen Abkommens Sonderrechte eingeräumt

hatte. Syrien erkennt nun diese Rechte nicht mehr an. Die französische Regierung hat den Völker« bunb als Schlichter angerufen, womit sich die Türkei einverstanden erklärt hat. Die Stimmung in der Türkei ist sehr erregt. Die Zeitungen betonen, daß das strittige Grenzgebiet wieder zur Türkei ge­schlagen werden müsse; im Parlament von Ankara kam es zu heftigen Ausfällen gegen die französische Politik. Es läßt sich nicht absehen, was geschieht, wenn der Schiedsspruch des Völkerbundes lange auf sich warten läßt, denn derSandschak" wurde in der Türkei seit 1921 als eine ArtJrredenta- gebiet" betrachtet. Die Beziehungen der Türkei zum Deutschen Reich sind durch den regen Austausch wirtschaftlicher Güter bedingt, wobei Deutschland als Abnehmer der türkischen Agrar­erzeugnisse nicht nur in der türkischen Handels­bilanz, sondern auch im wirtschaftlichen Aufbau der Türkei eine hervorragende Rolle einnimmt. Der Besuch des Reichsbankpräfidenten Dr. Schacht in Ankara wird zur weiteren Vertiefung der Han­delsbeziehungen beitragen.

polen: Unter dem neuen Marschall.

Von unserem W. E>t-Berichterstaiier.

Die Wahrung des Erbes Josef Pilsudfkis, die Erfüllung des Testaments des großen Mar­schalls das klang aus den Schatten des Jahres 1935 hinein ins Jahr 1936 als Grundaufgabe, die sich der Staatspräsident, der Generalinspekteur als Nachfolger Pilfudskis in der Führung der Armee, die Regierung und die alten Mitkämpfer des Mar­schalls gemeinsam stellten. Innenpolitisch wie außen­politisch zieht sich die Sorge und das Mühen um die Erhaltung des Lebenswerks des Neugründers des polnischen Staates als Leitgedanke durch das Geschehen des abgelaufenen Jahres. Die Wallfahr­ten zur Grabkapelle im Krakauer Wawelschloß, die immer wieder zum verwaisten Schloß Belvedere schweifenden Gedanken sind nicht äußere Formen der Ehrfurcht vor dem großen Toten, sondern be­kunden den inneren Wunsch, nicht nur zu erhalten, was er geschaffen, sondern in seinem (Seifte seine Arbeit sortzusühren.

Als sich im Mai der Todestag des Ersten Mar­schalls von Polen jährte, mußte sich General R y d z- S m i g l y, der nach dem Willen Josef Pilsudfkis das Erbe feines militärischen Amtes übernommen hatte, entschließen, auch ein gut Teil der politischen Verantwortlichkeit auf sich zu nehmen, die der Mar­schall getragen hatte. General Rydz-Smigly nahm entscheidenden Einfluß auf die politische Entwick­lung, indem er gemeinsam mit dem Staatspräsiden­ten eine Regierung der starken Hand schuf, die im Sinne der früheren vom Marschall bestimmten Ka­binette eine feste Führung über allen Lärm der politischen Parteien hinweg sicherte, die eine neue Zeit für ihr Treiben und ihren Machthunger ge­kommen glaubten. Kurz darauf richtete General Rydz-Smigly den Appell zur Sammlung aller Gutgesinnten an die Öffentlichkeit, der zu einer Zusammenfassung aller positiven Kräfte in einem neuenRegierungslager" führen soll, aller Elemente, die bereit sind, der Staatsführung in ihrer Arbeit an der Erhaltung und Förderung des Pilsudskischen Staates dienlich zu helfen. Sorgfältige

Vorarbeiten für die Organisation dieser Bewegung, auf die künftig die Staatsarbeit sich stützen soll, haben lange Monate erfordert. Die letzten Tage des abgelaufenen oder der Anfang des komomenden Jahres sollen die neue notwendige Organisation er­stehen lassen, die der Regierung Rückhalt in den Massen schafft, die zur Erleichterung der Last der Führenden den festen Unterbau einer geeinten Ge­folgschaft zu sichern sucht.

Die Erziehung der Nation zu disziplinierter Ar­beit an Gedeih und Größe des Staates, ihre Er­ziehung zu soldatischen Tugenden, engste Verbin­dung zwischen Volk und Armee, Pflege des Wehr­aedankens und Stärkung der Wehrfähigkeit, Losungen, die Rydz-Smigly seiner Arbeit voran­stellt, sind Losungen Pilsudskischen Geistes. Mit der innenpolitischen Führung in diesem Geiste wuchs dem engen Mitarbeiter und Nachfolger des Ersten Marschalls auch die entscheidende Stimme für das außenpolitische Geschehen zu.

Viel wird in den letzten Monaten orakelt um die von Rydz-Smigly angestrebte und erreichte Wieder­belebung des polnisch-französischen Bünd­nisses, um die Reisen des Außenministers Beck nach Paris und London und um die Auffrischung des Bündnisses mit Rumänien. Manche Kreise sehen einen neuen Stern der Hoffnung auf­gehen, daß Polen sich wiederum wie in der Zeit vor Pilsudski den Linien der französischen Politik ein- und unterordnen wird. Sie übersehen die ihnen unbequeme Tatsache, daß der Außenminister Oberst V e ck in seiner Politik sorgsam den vom Marschall Pilsudski vorgezeichneten Grundlinien folgt und die ihnen noch unbequemere Tatsache, daß der neue Marschall und Oberst Beck eine einheitliche und gleiche Zielsetzung der polnischen Außenpolitik haben, daß auch auf diesem wichtigsten Abschnitte staatlichen Geschehens das Testament des großen Marschalls gewahrt wird und sein Erbe in guten Händen liegt.

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Zuname

597 Zwangsvollstreckung

sollte es nur auf ärztliche Ver­ordnung angewendet werden. Mildere Zugpflaster sind z. V. das Senfpflaster oder das Cap­sicumpflaster. welche gegen Ent­zündungen und Rheumatismus angewendet werden.

Zuname, soviel wie Beiname oder Familienname.

Zunft, in früheren Zeiten Ver­einigung von Handwerkern eines bestimmten Gewerbes. Die Bräu­che der alten Zünfte haben sich vielfach erhalten und werden heute wieder gepflegt.

Zunge, ein Organ der Mund­höhle, besteht aus einer Reihe von Muskelfasern, welche in ver­schiedener Richtung verlaufen. Die Zunge ist sehr wichtig zur Sprachbildung, zum Kauen und zum Schlucken.

Zungenbelag kommt bei verschie­denen Krankheiten vor. Aus der Art des Zungenbelages kann der Arzt Schlüffe ziehen auf die Art >er Erkrankung. Bräunlicher Be­lag ist charakteristisch für Typhus eine rötliche Zunge mit erhabe­nen Papillen (Himbeerzunge) dicker weißlicher Belag kommt bei allen Magen- und Darm­erkrankungen vor. ebenso bei Er­krankungen der Halsorgane.

Zurückbehaltungsrecht.Wer einem anderen zu einer Leistung ver­pflichtet ist, kann diese verwei­gern, bis der andere Teil die ihm obliegende Leistung erbringt. So kann z. V. der Schuhmacher die reparierten Schuhe zurückbehal­ten, bis der Lohn bezahlt ist. Ebenso kann der Vermieter ein­gebrachte Sachen des Mieters zu­

rückhalten. bis die Miete entrich­tet ist. Ein Z. besteht nicht, wenn es ausdrücklich vorher durch Ver­einbarung ausgeschloffen wurde oder wenn sich dies nach Treu und Glauben oder nach der Art des Schuldverhältniffes ergibt.

Zustimmung, s. Einwilligung. Genehmigung, eingebrachtes Gut, Gesamtgut, Kindesvermögen, ge­setzlicher Vertreter, Ehe, Ehe­bruch. Ehehindernis, Bekenntnis Vormund, Schuldner, Minder­jährige.

Zuwaage, Beilage, gesetzlich ge­stattete Beifügung von Knochen oder schlecht verkäuflichenFleisch- teilen beim Kauf knochenlosen Fleisches. Die Zuwaage darf ein Fünftel des Gewichtes nicht über­schreiten.

Zwangserziehung, f. Fürsorge­erziehung.

Zwangshaft. Die Z. kann an- geordnet werden gegen einen Schuldner, der zum Offenba­rungseid geladen ist, aber un­berechtigterweise die Leistung des Offenbarungseides verweigert. Ebenso kann Z. angeordnet wer­den gegen einen Zeugen, der das Zeugnis verweigert, ohne dazu berechtigt zu sein.

Zwangsjacke, Mittel, um Geistes­kranke an Gewalttätigkeiten zu hindern. Die Zwangsjacke besteht aus einer Jacke mit sehr langen Ärmeln, die auf dem Rücken zu­sammengebunden werden.

Zwangsvollstreckung ist nur mög­lich auf Grund eines Vollstrek- fungstitels (rechtskräftiges Ur­teil. vollstreckbarer Zahlungsbe-

Kohlen von Fischer

Gießen, Alicenstraße 4244, Telefon 3172 und 3176