Tannenberg von der russischen Seile gesehen
Interessanter Vortrag eines früheren kaiserlich-russischen Generals
r. k.
Schütz.
Stadttheater Gießen.
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6.
gab natürlich dem Oberkommando ein völlig unzutreffendes Bild der Kriegslage mit allen fernen
Baum aufstellt.
Die Kerzen strahlen darm Heller.
Vornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Karten zu 1,— RM. auf der Kreisdienststelle.
Samstag, 11. 12., 20 Uhr, „Große KdF.-Miete: Gruppe II:
„Uta von Naumburg". Schauspiel. :
Karten zu —,90 RM. noch zu haben.
Feierabend. ।
Samstag, 4.12., 20.30 Uhr, im Cafe Leib in Der- 1 bindung mit der NSDAP. Ortsgruppe Nord:
Kameradfchaftsabend
mit heiterem Programm und Tanz.
Deutsches Volksbildungswerk.
Freitag, 3.12., 20.15 Uhr, im Hörsaal 34 der Universität:
Vortragsreihe „Deutsche Kolonien". Sturmbannführer Heß über Deutsch-Ostafrika. Samstag, 4.12., 20 Uhr: Lichlbildervorträge in: Heuchelheim, Turnhalle: Professor Hummel „Süd- und Ostafrika".
Mainzlar, Saal Müller: Professor Dr. Ankel: Vererbungslehre".
Lich, Steins Saal: Sturmbannführer Heß: „Unsere Kolonien.
Reisen, wandern, Urlaub.
Italien-Fahrt vom 18. bis 30. Dezember.
Eins Reise nach Genua, Neapel, Palermo, Venedig; besucht werden u. a. Pompeji und Insel Capri.
Weihnachten in Italien!
Auskunft und Anmeldungen Kreisdienststelle, winterfahrtea.
Wir führen 13 Winter-Urlaubsfahrten durch. Alle Einzelheiten im neuen Monatsheft. 79370
Kundfunkkonzelt aus dem Stadttheater Gießen.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Der Reichssender Frankfurt a. M. überträgt am 9. Dezember ein Konzert des Städtischen Orchesters Gießen aus dem Stadttheater. Das Konzert bringt: Weber: Ouvertüre „Euryanthe", Bizet: „L'Arlö- sienne", Suite Nr. 2, Bolzoni: Minuetto, Lortzmg: Ballettmusik aus „Undine", Weber: „Aufforderung zum Tanz", Nicolai: Ouvertüre „Die lustigen Weiber von Windsor", Hartung: „Fest-Ouvertüre", Johann Strauß: „Aquarellen-Walzer", Czardas aus „Ritter Pasmän" und „Tritsch - trasch - Polka", Millöcker: Melodien aus „Der Bettelstudent". Die Uebertragung beginnt um 12 Uhr und endet um 14 Uhr.
Das Leipziger Soloquartett , für Kirchengesang in der Stadtkirche.
Daraufhin erhielt die russische 2. Armee unter General S a m s o n o f f den Befehl, aus der Nordwestecke Polens nördlich in Richtung Allenstem vorzugehen, weil die russische Oberleitung unter dem Eindruck' der Rennenkampffschen Darstellung glaubte, die deutschen Truppen in die Zange bekommen zu können. S a m s o n o f f erhob starke Bedenken, vor allem auch, weil der Aufmarsch seiner Armee noch nicht vollendet war und in der Organisation seiner Front noch mancherlei anderes fehlte. Diese schwerwiegenden Einwände fanden jedoch bei her Oberleitung keine Beachtung, Samsonoff mußte marschieren. .
Mit Worten höchster Anerkennung sprach der Redner dann von dem großen Wagemut und der genialen Feldherrnkunst der deutschen Oberleitung, also Hindenburgs und Ludendorffs. Besondere Bewunderung zollte er vor allem der Tatsache, itafc vor der Front der ganzen Armee Rennenkampff nur ein einzige deutsche Kavallerie-Division belassen worden war, die von einer tatkräftigen und entschlossenen russischen Führung glatt über den Haufen hätte gerannt werden können, während alle übrigen deutschen Trupepn zu dem großen Schlag bei Tannenberg eingesetzt wurden. Daß Rennenkampff nicht marschierte, erklärte der.Vortragende damit, daß Rennenkampff — die Russen hätten (nach der Erklärung des Redners) natürlich alle deutschen Pläne und Befestigungsanlagen gekannt, wie umgekehrt die Deutschen auch alle diese russischen Pläne in Besitz gehabt hätten — die Festung Königsberg als überaus stark angesehen, auch allerlei Scheu vor der ostpreußischen Seenkette gehabt und sich daher gehütet habe, zwischen Königsberg und den Seen mit der Ungewißheit über die Stärke der Deutschen vorzugehen. Ein persönlicher Gegensatz zwischen Rennenkampff und Samsonoff habe nicht bestanden, denn die beiden hätten sich gar nicht gekannt.
In Samsonoffs Führung ist nach den Erklärungen des Vortragenden viel zu viel von oben her hineingeredet worden. An seinen Maßnahmen wurde viel zu häufig genörgelt, so daß er stark erbittert war. Als schwersten Fehler habe er dann, um sich gegen die Plackereien von oben zu schützen, in den entscheidungsvollsten Stunden alle Nach- richtennverbindungen zu den verschiedenen Armeen und vor allem zur Zentralleitung abgebrochen, sich selbst zu Pferd von seinem Hauptquartier nach vorn zu der seiner Ansicht nach entscheidenden Armee begeben wollen, er sei dort' aber überhaupt nicht eingetroffen, weil unterwegs schon wieder ganz andere grundstürzende Aenderungen der Lage ihn in Anspruch genommen hätten. Mittlerweile hätten die Deutschen unter General von Francois ihren Umfassungsmarsch von Westen her in südlicher Richtung und dann mit Eindrehen nach Osten hin energisch fortgesetzt, Neidenburg in Besitz genommen, kräftig weiter nach Osten in Richtung Wille n b e r g vorgestoßen und damit den im Brenn-, punkt kämpfenden, unter schwerstem deutschem Druck stehenden russischen Truppen, samt dem Armee-Oberbefehlshaber Samsonoff und seinem Generalstab, den Rückzug nach Süden verlegt, während gleichzeittg irgendeine andere Ausweichmöglichkeit vor den Deutschen nicht mehr bestanden habe. Samsonoff hat dann in den dichten Wäldern bei Willenberg, nachdem er sich von seinen Generalstabsoffizieren entfernt hatte, durch Erschießen seinem Leben ein Ende gemacht, weil er, wie der Vortragende betonte, nicht mehr ohne Armee vor seinem Zaren habe erscheinen wollen.
Der außerordentlich interessante und aufschlußreiche Vortrag, der ein fast unvorstellbares Durch- und Gegeneinander in der russischen oberen Führung offenbarte, fand lebhaften Beifall.
Hitler-Lugend, Unterbann 1/116.
Zur Wochenendschulung am kommenden Sonntag treten sämtliche Gefolgschaftsführer, Scharführer, Kameradschaftsführer, die gesamte Führerschaft der Sondereinyeiten, die Sportwarte und Gefolg- chaftsmitarbeiter um 8 Uhr an der Dolkshalle an. Vorschriftsmäßige Hitler-Jugend-Sportuniform ist mitzubringen. Während des Sporrs werden Trainingsanzüge getragen.
BOM.- u. ZM.-Untergau 116, Gießen.
Dienstbefehl!
Betr.: V u ch s p e n d e für A u s l a n d s d e u t f ch e.
Wie in den vergangenen Jahren, werden auch jetzt wieder Bücher für Ausländsdeutsche gesammelt. Erwünscht sind Bücher grundsätzlicher Art über unsere Bewegung, gute Romane und Anleitungen zur Wertarbeit. Die Mädel- und Jungmädelgruppen schicken bis zum 8. 12. die Bücher an den Untergau ein.
Bett.: Mädelführerinnenschulung am 5. Dezember.
Antreten in allen Schulungsorten um 8 Uhr vor dem Heim, in Gießen an der Dienststelle des Untergaues. Zu den auswärtigen Schulungen ist unbedingt Turnzeug mitzubringen! Die an den Gießener Schulungen teilnehmen, brauchen kein Turnzeug, dafür aber 0,25 Mark.
Bett.: Volkstanzgruppe.
Am Freitag, 3. 12., findet in der Turnhalle der Oeffentlichen Handelslehranstalt, Gießen, Werner- wall, pünktlich um 20 Uhr, ein Uebungsabend der BDM.-Volkstanzgruppe statt. Turnschuhe sind unbedingt mitzubringen, andernfalls darf niemand in die Halle.
Die Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes Deutscher Offiziere und der Gesellschaftsverem (Klub) hatten zu einem Vortragsabend am gestrigen Donnerstag im großen Saal des Gesellschaftsvereins eingeladen, der um des Themas und um des Redners willen außerordentlichem Interesse begegnete. Es sprach nämlich vor einer Zuhörerschaft, die den großen Saal fast bis zum letzten Plätzchen füllte, der frühere kaiserlich-russische General A. A. Nos- ko ff über das Thema „Tannenberg von der russischen Seite g e s e h e n". Im Kreise der Zuhörerschaft weilten auch viele Offiziere unseres Standorts mit Generalleutnant Oßwald an der Spitze, ferner zahlreiche Militärs aus benachbarten Garnisonen.
Nach einleitenden Begrüßungsworten des Vorsitzenden des Gesellschaftsvereins, Bankdirektor Bley er, sprach General N o s k o f f. Er machte zunächst einige Mitteilungen über sich selbst, um dadurch seine Berechtigung, über das Thema des Abends sprechen zu können, darzutun. Er hat als Generalstabshauptmann den russisch-japanischen Krieg mitgemacht und kennt viele höhere russische Führer. Als Generalstabsoberst hatte er im Jahre 1915 die Möglichkeit, das geheime Tannenbergarchio des Zaren durchzufoeschen, ferner empfing er diesbezügliche Mitteilungen von einem maßgebenden Kameraden in hoher militärischer Stellung. Als die schlimmste Wirkung der Schlacht von Tannenberg, die er als eine Katastrophe für die russische Armee bezeichnete, hob er vor allem die Tatsache hervor, daß durch diese furchtbare Niederlage die russischen Soldaten das Gefühl der Minderwertigkeit gegenüber den deutschen Soldaten erhalten hatten, und diese schlimme moralische Wirkung sich nicht wieder verloren habe.
An Hand von Lichtbildern machte er sodann mit den höchsten militärischen Führern der russischen Armee in der Zeit von Tannenberg bekannt; vor allem mit dem Höchstkommandierenden Großfürst Nikolai Nikolajewitsch, den er als einen weichen und durchaus nicht kämpferischen Menschen schilderte, als einen Mann, der keinen starken Willen gehabt und auch keine militärische Qualifikation für seinen hohen Posten besessen habe, der in der Stellung des höchsten Armeeführerz sogar vollkommen neu gewesen sei, den er (Redner) aber auch gegen den Vorwurf, ein Deutschenhasser und Kriegshetzer gewesen zu sein, verteidigte und ihn nach dieser Richtung hin als einen nahezu harmlosen Menschen hinzustellen versuchte. Weiter machte er mit dem russischen Generalstabschef Januschkewitsch bekannt, der noch unerfahrener als der Großfürst in der hohen Stelle der Armeeführung gewesen sei und der, nach der Schilderung des Vortragenden, ebenfalls nicht d i e Fähigkeiten gehabt habe, die für die Stellung des Generalstabschefs erforderlich sind. Im ganzen' Stab des Großfürsten sei eigentlich nur ein Mann der richtige und befähigte gewesen, nämlich der Generalquartiermeister Danilow, der aber leider stark bürokrattsch eingestellt gewesen sei. Die Front der Russen gegen Ostpreußen habe im Nordwestctbschnitt der General S h i l i n s k i geführt, ein überaus verschlossener und schweigsamer Mensch, den die russischen Generalstäbler als „den lebenden Leichnam" bezeichneten, die Südwestgruppe der russischen Ostpreußenfront kommandierte der General Iwanow, der nach der Schilderung des Vortta- genden wohl auch nicht auf dem rechten Posten stand.
Der Redner skizzierte sodann in großen Strichen die Lage an der Front des Generals Rennenkampff vor der 8. deutschen Armee. Er berichtete dabei u. a., daß er den aus strategischen Gründen durchgeführten Rückzug der Deutschen seinem Oberkommando als. „großen Sieg" und als „Flucht der Deutschen" meldete, die er „siegreich verfolge", während er in Wirklichkeit kaum nachmarschierte und von einer „Flucht" der deutschen Truppen überhaupt keine Rede sein konnte. Diese falsche Meldung
Aus der Stadt Gießen.
»Bitte, nach den Feiertagen!"
Ich hörte den Satz gestern zum erstenmal: „Ach, das wollen wir doch lieber nach den Feiertagen erledigen!" Ich erschrak, ofsengestcmden. So weit find wir schon? So nahe die Weihnacht?
So nahe. Wir fassen es schwer. Der Sommer war so wunderschön lang, das Laub färbte sich so spät, wochenlang wehten uns rot, gelb und braun die Blätter um die Ohren, zögernd fielen sie, nie, schien es uns, hatten sie sich schwerer ge- trennt vom Baum und Sttauch. Es blieb mild. Lange, lange. Jetzt aber ist bald Weihnachten. Wir sehen glitzernde Bänder aus silbernem Glimmer. Tannenbäume stehen bald an Häuserfronten, Kinder drücken bereits die Nasen platt an den hundert Herrlichkeiten, wir selber denken an Geschenke und an das alte Wort, daß es besser sei, zu geben, als zu nehmen.
Aber das Wort von „Nach den Feiertagen sollten wir jetzt doch noch nicht in den Mund nehmen. Es ist eine Bequemlichkeit. Es ist so unverbindlich zu sagen: „Das könnten wir doch aufschieben bis nach dem Fest, wie?" Aber nach den Feiertagen ärgern wir uns, daß wir soviel, allzu viel aufgeschoben haben.
Die Feiertage sollten uns zu gut fern, um uns von Arbeiten und Verpflichtungen zu drücken, indem wir uns selber betrügen. Es ist tausendmal schöner, am Nachmittag des heiligen Abends zu sagen: „Fest, nun komme, ich bin bereit." Die Ruhe ist verdient, das Feiern ist verdient, die schönen und guten Tage stehen als ein leuchtender Lohn.
Es ist nichts, glaubt es mir, wenn hinter den Feiertagen die Berge der Erledigungen warten. Aufgeschobene geschäftliche Dinge, private Angelegenheiten, Rechnungen, Steuern, Beiträge. Ich meine, man sollte reinen Tisch machen, ehe man die weiße Decke des Festes ausbreitet und den
NS.-Rechtswahrerbund Kreisgruppe Gießen: 20 Uhr .Hotel Hindenburg" Vortrag Prof. Dr. Bley. — Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Der Wildschutz . — Gloria-Palast (Seltersweg): „Mädchen für alles". — Spätvorführung 23 Uhr „Lockspitzel Asew". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Warschauer Zitadelle". — Gießener Hochschulgesellschaft: 20 Uhr im großen Hörsal der Universität, Dorttag „Deutschlands Fetttersorgung", Professor Dr. Kaufmann (Münster). — Leistungsschau der Volksschulen des Kreises Gießen in der Turnhalle der Neuen Pestalozzi-Schule. — Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Kreisgruppe Gießen: 20 Uhr Hotel
Heute abend Wiederholung der komischen Oper „Der Wildschütz" von Albert Lortzing. Musikalische Leitung Kapellmeister Heinz Markwardt, Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Die Aufführung findet als 11. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Beginn 20/Uhr, Ende 22.45 Uhr.
Orgelkonzert in der Stadtkirche.
In der hiesigen Stadtkirche findet am Donnerstag, 9. Dezember, 20.15 Uhr, ein Orgelkonzert von Karl Heinz E dert (Berlin) statt. Zur Aufführung gelangen Werke von Buxtehude, Bach, Reger, Mi- cheelsen und freie Improvisationen.
WHW., Ortsgruppe Gießen-Nord.
Bett.: Kohlenabrechnung.
Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie C) bis spätestens Samstag, 4. Dezember, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Kohlengutscheine können nicht mehr angenommen werden. Die Gutscheine müssen auf der Rückseite mit dem Stempel oder Unterschrift der Kohlenhändler und der Unterschrift, Straße und Hausnummer des Hilfsbedürftigen versehen sein.
WSW. Ortsgruppe Gießen-Mitte.
Bett.: Kohlenabrechnung am 3. Dezember.
Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serie B diesmal am Freitag, 3. D e- 3 e m b e r, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser, Eingang Löwengasse) einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Sttaße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 3. Dezember eingereichte Scheine sind wertlos.
WHW. Ortsgruppe Gießen-Süd.
Kohlenabrechnung.
Die Kahlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie „C" am Freitag, 3. Dezember, um 19.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle Crednersttaße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen.
Es war eine Feierstunde besonderer Art, die der zahlreich erschienenen Gemeinde gestern abend in Der Stadtkirche durch das Leipziger Solo-Quartett (Sopran: Gertrud Kubel, Alt: Maria Schmidt, Tenor: Harald Hansen, Baß: Arnulf Peters) bereitet wurde. In drei Gruppen: „Auf der Weihnachtswarte", „Unterm Weihnachtsstern", „An der Weihnachtskrippe" führten die Lieder vom advent- lichen Warten und Hoffen auf das Weihnacht-licht hin zum Wunder der Heiligen Nacht, da von der Krippe „des Lichtes milder Strahl", „der Sonnen Sonne" hinausleuchtet in alle Welt. Dunkelheit wird licht, banges Harren wandelt sich in unbegreifliche Wirklichkeit, Freude füllt die Herzen und läßt Menschen und Engel fingen von dem Kindlein, dem „Herrn Christ, der unser Heiland ist."
Jedes einzelne dieser alten Weihnachtslieder hatte seine besondere Note, unif doch bringen sie alle die gleiche Botschaft. Man weiß nicht, welches einem mehr das Herz ansprach und erstaunen ließ über diese köstlichen Schätze. Wie schmiegte sich das zarte Tongewebe Eccards den Worten Paul Gerhardts an, in „Ich lag in tiefer Todesnacht", so daß in diesem Liede alles in Licht und Lieblichkeit aufleuchtete, kindliche Freude mit tiefsten GedanEen vereint. Da war das königliche „Wie schön leuchtet der Morgenstern", einst von Philipp Nicolai in der Zeit großen Sterbens in Unna (Pest 1598) gedichtet. Ein Menschenherz, beseligt in der Not von der Erfahrung der Liebe Jesu und doch voll Ehrfurcht vor der göttlichen Majestät des „Königs der Ehren", jubelte fein Siegeslied vom ewigen Leben. Zart und innig erklang das alte Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen" in dem entzückenden vierstimmigen Satz von Michael Praetorius. Tief verwurzelt in unserem deutschen Volk — der evangelischen und katholischen Kirche in gleicher Weise zu eigen —, scheint nun ' dieses Lied in hellen Strahlen ohne Unterlaß durch die weihnachtliche Winternacht. Und so könnte man nun von jedem einzelnen Lied noch ein Besonderes sagen. Diese drei Lieder mögen mit für die übrigen zeugen. In Rußland hat man im Kampf gegen Christentum und allen Gottesglauben versucht, der großen christlichen Vokalmusik andere, „gottlose" Texte unterzulegen, man möchte die Kunst, aber nicht die Botschaft, die hier in Wort und Weise untrennbar vereint ist. Es war wohl für manchen Besucher des gestrigen Abends, der ja kein Konzert, sondern eine gottesdienstliche Stunde brachte' das tiefe Erlebnis, wie gerade bei unseren echten deutschen Weihnachtsliedern Text und Musik aus der gleichen Quelle strömen, aus der Freude des Herzens, das seines Gottes Barmherzigkeit in dem „Kindelein" erfahren hat als großes Gnadengeschenk. Das kam wohl am stärksten uns zum Bewußtsein in der Schlußkantate „Laßt uns jauchzen, laßt uns freuen" von Johann Sebastian Bach, die mit hinreißendem Jubel in die Gemeinde hineingesungen wurde. (Ergriffen lauschte die große Gemeinde in steigerndem Maße dem wundervollen Zusammenklang der vorzüglich ausgebildeten Stimmen, der auch rein künstlerisch eine große Freude war. Den begnadeten Sängerinnen und Sängern, die ihr Werk taten nicht als „Geschäft", sondern die eine wirkliche Botschaft ausrichteten, gebührt der Gemeinde herzlicher Dank für diese frohe Weihnachtsstunde in vorweihnachtlicher Zeit.
Iägerabend des^Iagdkreises Gießen.
Der sehr gute Besuch des ersten, von dem Kreisjägermeister des Jagdkreises Gießen ins Leben gerufenen Jägerabends zeigte, wie sehr die Jägerschaft an einer derartigen Einrichtung interessiert ist. Das Reichsjagdgesetz hat so viel gegen früher völlig Neues im Gefolge gehabt, daß es vielen Jägern nicht leicht fällt, sich mit all diesen Dingen so verttaut zu machen, wie dies unbedingt notwendig ist. In dieser Erkenntnis wurde als Hauptthema des Abends durch den Kreisjägermeister selbst das Gebiet der „Wildfolge" behandelt. Hingewiesen wurde ferner auf die öffentlichen Vorlesungen über „Wildkrankheiten", die im neuen Jahr im Veterinär-Pathologischen Institut stattfin- Den werden, auf die Verpflichtung, die Wildabschußmeldungen innerhalb von drei Tagen nach erfolgtem Abschuß zu erstatten- und den Abschuß an Schalenwild zu erfüllen. Die Einrichtung besonderer Wildzählbezirke für die Durchführung der kommenden Wildzählung wurde angekündigt, an : die Verpflichtung zur Winterfütterung erinnert. Dr» ! qanisatorische Maßnahmen zur Förderung der : Zucht und Prüfung des deutschen Gebrauchshundes stehen bevor. Betont wurde ferner, daß Hunde, die bis jetzt nicht als „brauchbar" durch den Kreis- : jägermeister anerkannt sind, also nicht zur Prüfung - vorgeführt wurden, nicht in die Haftpflichtversiche- : rung der Deutschen Jägerschaft eingeschlossen sind. - Ihre Besitzer setzen sich damit der Gefahr einer i unter Umständen erheblichen finanziellen Schädigung aus. Eine rege Aussprache zeigte das Inter
NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". ,
Theatervorstellungen.
Samstag, 4. 12., 20 Uhr, „Große KdF.-Miete' Gruppe I:
„Der Wildschütz", Oper.


