Ausgabe 
3.6.1937
 
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mittags 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Re­gierungsgebäudes Gießen, Landgraf-Philipp- Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Bezirksoerwal- tungsgerichts Gießen statt mit folgender Tagesord­nung: 1. Klage des Siegmund Lindenbaum in Gie­ßen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 30. Dezember 1936 wegen Versagung des Wander­gewerbescheins für das Kj. 1937; 2. Klage des Isi­dor Gutsmuth in Wieseck gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 3. März 1937 wegen Ver­sagung der Legittmationskarte für das Kj. 1937; 3. Dienststrafverfahren gegen den Heinrich Weisel in Butzbach.

** Sterbefälle in Gießen. Es verstarb en vom 16. bis 31. Mai in Gießen: 16. Mai: Emil Kallenbach, Oberzugführer i. R., 66 Jahre alt, Lie- bigstraße 75; 17.: Heinrich Schmidt, Optiker, 83 I. alt, Bahnhofsttaße 39; 20.: Joh. Hch. Wellstein, Oberingenieur, 50 I. alt, Sonnenstraße 20; 21.: Ludwig Pieh, Schlosser, 56 I. alt, Teufelslustgärt­chen 22; 22.: Johannes Becker, Reichsbahn-Ober­schaffner, 63 I. alt, Anneröder Weg 28; 24.: Lina Dörr, geb. Rühl, Ww., 72 I. alt, Seltersweg 75; 26:. Ludwig Weiß, Postamtmann i. R., Rechnungs­rat, 67 I. alt, Wernerwall 46; 27.: Marie Borschel, geb. Gerhard, 68 I. alt, Lindenplatz 1; Katharina Rupp, geb. Peter, Wwe., 66 I. alt, Rodheimer Straße 49; 28.: Margarete Böhmer, Ordensschwe­ster, 31 I. alt, Liebigstraße 24; 29.: August Roll II., Kaufmann, 80 I. alt, Bahnhofstraße 53; 30.: Jakob Johann Eckhardt, Unteroffizier, 24 I. alt.

** Das Juni-Monatsheft der NSG. Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, mit einer Reihe von interessanten Fahrtankündigun­gen, liegt jetzt vor. Es ist eine Freude, in diesem Hefte sehen zu können, welch' reichhaltige Reise­folgeKdF." auch hier wieder den Arbeitskame­raden bietet.

** Sonderzug-Wochenendfahrt der d F." nach Düsseldorf. Man schreibt uns: Auf viele Anfragen wird mitgeteilt, daß die NSG. »Kraft durch Freude" zu der AusstellungSchaf­fendes Volk" in Düsseldorf einen Sonderzug fährt. Diese Fahrt wird als Wochenendfahrt, voraussicht­lich am 26. und 27. Juni, durchgeführt. Die Ab­fahrt ist Samstagsmittags, so daß die Teilnehmer Gelegenheit haben, Samstags abends die Stadt Düsseldorf und den Vergnügungsbetrieb in der Aus­stellung zu besuchen, während der ganze Sonntag für die Besichtigung der Ausstellung zur Verfügung steht. Die Quartiere werden ebenfalls vonKdF. besorgt. Nähere Einzelheiten werden in Kürze be­kannt gegeben.

** Einbrecher am Werk. In der Nacht zum Mittwoch drang ein Einbrecher, nachdem er eine Fensterscheibe eingeschlagen und das Fenster von innen aufgeriegelt hatte, in das städtische Hoch- und Tiefbauamt ein. In den Büroräumen erbrach der Täter eine Anzahl Schreibtische, jedoch mußte er ohne Beute abziehen, da er in den erbrochenen Be­hältern nichts vorfand. Weiter wurde in der Nacht zum Mittwoch in dem Büro der Rechtsanwälte Engisch in der Bahnhofstraße eingebrochen, wobei der Täter von außen eine Leiter anstellte und von da aus durch ein geöffnetes Oberlichtfenster den Hauptflügel des Fensters öffnete und in die Räume eindrang. In den Büroräumen brach der Täter alle Behältnisse auf, jedoch fand er nicht das von ihm vermutete Bargeld vor, so daß er sich mit Postwert­zeichen im Betrage von 6 bis 8 Mark zufrieden geben mußte. Eine Reiseschreibmaschine hatte er sich offenbar bereitgestellt, er mußte sie aber zurück- lassen, da er anscheinend infolge Störung beschleu­nigt abrücken mutzte.

* * Abschlußprüfung der Fachgruppe der Blumenbinderei. In diesen Tagen er­schienen vor dem Prüfungsausschuß des Prüfungs­bezirkes II Gießen der Fachgruppe der Blumen­binderei die Prüflinge aus Wetzlar. Prüfungsob­mann G. W i 11 m a n n jun. begrüßte die Prüflinge im Namen des Ausschusses und überreichte ihnen sofort die schriftlichen Arbeiten. Ausschußmitglied R. Schneider nahm die mündliche Prüfung und der Vertreter der Deutschen Arbeitsfront die Prü­fung im Weltanschaulichen vor. Als Prüsundsbin- oeri'n amtierte Fräulein Nelly Sieger. Nach der Ablegung der Prüfung konnte festgestellt werden, daß durchweg recht gute und geschmackvolle Arbeit geleistet worden war und Prüfungsobmann Witt- mann konnte erfreulicherweise mitteilen, daß die Prüflinge durchweg bestanden haben. Jrn Laufe des Monats September dieses Jahres wird in Wies­baden die erste Meisterprüfung des Bezirks 9 (Hessen) der Fachgruppe Dlumenbinderei stattfin­den, an der sich aus Gießen sechs und aus Wetzlar drei Berufskameraden beteiligen werden.

* * Unfälle. Der 22 Jahre alte Hermann K ö - ft er von hier wurde in der Licher Straße über­fahren und erlitt erhebliche Brustquetschungen. Auf seiner Arbeitsstätte stürzte der Weißbinder Karl V o l k m a n n aus Hartenrod (Kreis Biedenkopf) so unglücklich ab, daß er einen Schädelbruch davon- txug. In der Bahnhofstraße wurde der etwa 60 Jahre alte Ludwig Kühne, Rodheimer Straße 50 wohnhaft, mit einer schweren Schädelverletzung auf­gefunden. Bei einer Rauferei mit einem Kameraden trug der 23 Jahre alte Jakob Kaufmann, Li­cher Straße, einen Bruch des Unterkiefers davon. Ein 17jähriges Mädchen aus der Buddestraße erlitt bei einem Sturz mit dem Fahrrad eine Gehirn­erschütterung. Bei einem Unfall zog sich der Karl Schmidt aus Allendorf einen Unterschenkelbruch und Fleischwunden am linken Bein zu. Sämtliche Verunglückten mußten der Chirurgischen Klinik zu­geführt werden.

gfs. Lehrgang für Säuglingspflege. In der Aliceschule kam der Lehrgang in Säug­lingspflege vom Reichsmütterdienst zum Abschluß. 26 Seminaristinnen erhielten ihre Bescheinigung. Schwester Elisabeth M ü 11 e r ^beginnt demnächst mit einem neuen Kurs, an dem'sich 24 Haushalts- fchülerinnen beteiligen werden.

* * Freie Lehrer stellen. Erledigt sind: Eine Schulstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Nieder-Ofleiden, Kreis Alsfeld; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Schotten. Die Dienstwohnung ist frei.

Oie Jagd im Juni.

Kaum ein Tag im Jagdjahr wird so sehr er­wartet wie der l.Juni. Zwar gibt es mancherlei Wildarten in Deutschland, deren Besagen für den Jäger einen hohen Reiz besitzt und auf deren Jagd er sich schon längst freut, ehe sie freigegeben ist. Aber der l.Juni als Tag des Aufganges der Jagd auf den roten Bock nimmt doch eine ganz be­sondere Stellung ein, zumal in Gebieten, in denen in Ermangelung von Hochwild das Rehwild das Hochwild des Weidmannes darstellt.

Die Gautrophäenschau, die im April in Gießen stattfand, dürfte auch dem jagdlichen Laien klar ge­macht haben, daß einmal zahlenmäßig die Bestände an Rehwild in Oberhesfen gut sind, daß zum an­deren wertmäßig recht hohe Anteile minderwertigen, unerwünschten Wildes an dem getätigten Abschuß beteiligt waren, und daß schließlich die Überwiegende Zahl der Weidmänner sich ernstlich bemüht hat, die Artverderber auszumerzen und zuchtmäßig Wert­volleres dafür leben zu taffen.

Das sind aber auch die Ergebnisse, vor die sowohl die Jägerschaft, wie auch ganz besonders die Jagd­behörden gestellt sind. Denn ihnen schreibt das Reichsjagdgesetz vor, daß sie einen gesunden und mit den Erfordernissen der Forst- und Landwirt­schaft vereinbaren Wildstand erhalten sollen. In einer Zeit, in der beide genannten Zweige der Lan­deskultur aber ihre Leistungen immer wieder stei­gern sollen, muß die Jagdbehörde besonders auf­merksam fein. Die Grundlage für ihre Maßnahmen bilden die W i ld z ä h l u n g e n. Es ist bekannt, daß den diesjährigen Wildzählungen besondere Auf­merksamkeit geschenkt worden ist, und daß neben den zur Zählung verpflichteten Jagdausübungsberech­tigten auch das Forstpersonal eingesetzt wurde. Die dabei gewonnenen Ergebnisse mußten Die Grundlage für die Abschußentschlüsse der Jagdbehörden geben. Dabei interessierte, den oberhessischen Jagdverhält­nissen entsprechend, vor allem das Rehwild. Die Schäden dieses Wildes fallen im Felde so gut wie nicht ins Gewicht; anders steht es im Waide, wo ein zu starker Rehbestand durch Verbiß und Fegen unter Umstünden beträchtlichen Schaden tun oder erhöhte Unkosten für Eingatterungen usw. bedingen. kann. Es erschien nun auf Grund der Wildstandser- mittlungen angebracht, in manchen Revieren eine nicht unerhebliche Verminderung vorzusehen, wäh­rend in anderen eine derartige Maßnahme nicht ober kaum nötig war. Auf sorgfältiger Prüfung der Verhältnisse in den einzelnen Revieren gründen sich die von den Jagdbehörden auf gestellten Abschuß- pläne, die vielleicht bei manchem Jäger bei Erhalt einen kleinen Schreck hervorgerufen haben, beson­ders dann, wenn er bei der Wildzählung vielleicht etwas großzügig verfahren ist, um einen entspre­chenden Abschuß zu bekommen. Nun hat er feine Erwartung vielleicht in einer Weise erfüllt gesehen, die seine Hoffnungen zu feinem Leidwesen bei weitem übertrifft. Möge er sich damit abzufin­den suchen. Die Mahnung zu richtiger Zählung ist oft genug ergangen. Was jetzt angesetzt wurde, muß geschossen werden!

Während normalerweise von einem zahlenmäßig richtigen Rehstand nur der jährliche Zuwachs abge- schossen wird, also dieZinsen" genutzt werden, kommt überall da, wo eine gewisse Bestandsver­minderung durchgeführt werden soll, ein Eingriff in den zur Zeit der Wildzählung vorhandenen Be­stand hinzu, d. h. es wird in das .Kapital" ein­gegriffen.

In anderen Jahren, in denen der Abschußplan sich nur auf dem Zuwachs aufbaute, wurde dem Wild, das neben dem Abschuß noch durch Krank­heit ober aus anderen Ursachen fiel, keine Beach­tung geschenkt. Das war unberechneter Abgang aus dem Kapital. Anders in diesem Jahre, wo eine Kapitalsverminderung durch Abschuß schon einge­

setzt wurde. Würde auch jetzt das Fallwild, das zum Teil feit der Wildzählung noch überreichlich aufge­treten ist, unbeachtet bleiben, so würde in Wirklich­keit eine Verminderung eintreten, die viel höher ist als beabsichtigt, und die weder die Jagdbehörde ver­treten, noch der Jäger wünschen kann. Es ist daher das Fallwild bereits im Abschußplan ab gesetzt wor­den, und es muß ferner alles im Laufe des Jahres eingegangene Wild in die Abschußliste aufgenom­men, b. h. als geschossen gerechnet werden.

Zu dieser Abschußfestsetzung auf neuer Grund­lage ist aber noch etwas Neues hinzuaekommen. Während seither in den beiden hessischen Jagdgauen das Ziel, das Wild zu verbessern, unter Einhaltung etwas verschiedener Abschußrichttimen zu erreichen versucht wurde, sind in diesem Jahre durch den Landesjäaermeister neue für das ganze Land gültige Abschußrichtlinien für Rehwild erlassen worden, die jedem einzelnen Jäger zuge- gangen sind. Es wird notwendig sein, baß sich jeher hessische Jäger, sei er Jagbherr ober Jagbgast, mit ihnen vertraut macht unb sie durchdenkt. Die Richt­linien bringen bewußt eine gewisse Lockerung, bie bei einem erhöhten Abschuß nötig ist, sie bringen aber auch in der Praxis die Schonung einer ge­wissen Gruppe von Böcken, die als vollkommen normale Böcke mittleren Alters alsjagdbare" Böcke galten, die heute aber als der wünschens­werte Normaltyp möglichst lange leben bleiben sollen. Dafür soll der erheblich über ihrem Durchschnitt stehende Bock, der Bock, den der Jäger mindestens mitsehr gut", wenn nicht mitkapital" bezeichnen würde, in gewissem Grade auch wenn er noch jung ist dem Jäger als willkommene Trophäe frei gegeben sein. Diele Böcke dieser Art weisen unsere Reviere. leider nicht auf; so daß es sich im wesentlichen, wie in den Vorjahren, darum wird handeln müssen, in allererster Linie und nach Möglichkeit vor der Blattzeit all das Kroppzeug zu strecken, das unsere Reviere noch bevölkert. De- jortbere Vorsicht scheint bei ber Auswahl in diesem Jahre noch geboten, weil die Bocke allgemein in­folge des ungünstigen Winters schlecht aufgesetzt haben.

Alle diese Probleme beschäftigen verständlicher­weise einen Jäger, ber es mit ber Behanblung seines Revieres ernst nimmt, sehr. Darüber darf er nicht vergessen, daß er nicht nur zum Böckeschießen im Revier ist. Das Alttier, das fein Kalb führt, die Ricke mit ihren Kitzen bedürfen seines besonderen Schutzes gegen Mensch und Tier. Hunde und Katzen zehnten seine Niederjagd, Hasen, Hühner und Fasanen. Manches Gelege wird vermäht und kann vielleicht noch gerettet werden. Alle diese Dinge aber zu überwachen, zu Helsen, wo es möglich und nötig ist, das ist Jägerpflicht und Hegerstolz.

In den gegenwärtigen Wochen kann der Fuchs unter Umständen schwer zu Schaden gehen. Wenn die Fähe, auf die in Malepartus fünf und mehr hungrige Mägen warten, einmal gelernt hat, wie einfach es ist, Haushühner zu fangen, die sorglos von ihren Besitzern frei um Einzelhöfe u. ä. laufen gelassen werden, dann o weh! Eine gewisse Kurz- Haltung des Fuchses ist daher im Interesse der Niederjagd und der Geflügelhaltung vom Herrn Reichsjägermeister dem Jäger zur Pflicht gemacht worden. Graben der Jungfüchse ober Abschuß am Bau wird sich daher in baureichen Revieren nicht vermeiden lassen. Der Abschuß der Fähe selbst ist zu Monatsbeginn bekanntlich noch verboten, jedoch vom 16. Juni an gestattet. Grundsätzlich sollte jeder Fuchs geschossen werden, ber räubig ist, wann und wo er kommt. Die wirtschaftlichen Verluste durch die Fuchsräude waren so hoch, daß mit allen Mitteln versucht werden muß, diesem liebel ent­gegenzuarbeiten. Hubertus.

Bewerber und Bewerberinnen müssen feit minde­stens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zu­rückgelegt haben. Außerdem müssen sie befähigt fein, Turnunterricht zu erteilen.

Große Strafkammer Gießen.

Die Angeklagten G. K. und A. K. von Ober-Ohmen, bie durch Urteil des Schöffengerichts Gießen vom 25. November 1936 wegen verschiedener Vergehen gegen das Branntwein-Monopolgesetz zu 6 Monaten 2 Wochen bzw. 7 Monaten Gefängnis verurteilt worden waren, hatten gegen dieses Urteil Berufung eingelegt unb ftanben nun vor ber Großen Straf­kammer unter Anklage.

Beibe hatten bem inzwischen ins Auslanb ge­flüchteten Läufer in fortgesetzter Begangenschaft mit Rat unb Tat gegen bie Ablieferungspflicht an bie Reichsmonopolverwaltung wissentlich, ihres Vor­teils wegen, Beihilfe geleistet.

In ber Berufungsverhandlung gaben sie an, von bem gefetzwibrigen Treiben des Läufer nichts ge­wußt zu haben.

Die umfangreiche Beweisaufnahme konnte am Dienstag nicht zu Enbe geführt werben, deshalb sich die Kammer veranlaßt sah, den Termin auf Frei­tag, 4. Juni, zu vertagen.

Amtsgericht Gießen.

Der W. St. aus Lang-Gons erhielt im März von [einem Arbeitgeber den Betrag von 20 Mark, um in Lang-Gons Arzneimittel zu holen. Er benutzte das von einem landwirtschaftlichen Lehrling ge­liehene Fahrrad, mit dem er flüchtig ging. Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wurde ber An­geklagte in eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten genommen. In ber Hauptverhanblung, auf feinen Einspruch hin, stellte sich heraus, baß ber Angeklagte ben Schaben voll ersetzt hat unb wieder bei seinem früheren Arbeitgeber in Arbeit steht. Das Gericht ermäßigte die Gefängnisstrafe auf 1 M o - not, da ber Angeklagte geständig war.

Der H. S. aus Bernsfeld war angeklagt, durch mehrere selbständige Handlungen 1. ohne im Be­sitze des Gewerbescheins zu sein, das Hausiergewerbe ausgeübt zu haben; 2. fortgesetzt gebettelt und sich der Landstreicherei schuldig gemacht zu haben; 3. falsche Personalien bezüglich einer mitgeführten Frauensperson angegeben zu haben; 4. einen Betrug begangen zu haben, indem er in Lich an­läßlich des Musizierens eines körperlich behinderten Mannes Gelder einkassierte und diese für sich ver­wandte. Das Gericht sprach den Angeklagten wegen Bettelns frei. Im übrigen erkannte es wegen lieber» tretung der Gewerbeordnung und falscher Namens­angabe auf eine Haftstraße von 20 Tagen. Wegen Urkundenfälschung wurde der Angeklagte zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der in vollem Umfange geständig war, nahm die Strafe an.

Erntekindergärten zur Betreuung der Oorfjugend.

NSG. In rund 235 Dauer- unb Erntekindergärten herrscht nun fröhliche. Treiben und Leben. Im Rahmen des Vierjahresplanes sind bis jetzt schon mehr als 150 Erntekindergärten eröffnet worden. Im Laufe des Sommers erstrebt die NSV. noch mehr Kindertagestätten in Dörfern unseres Gauge­bietes zu errichten.

In Bauernhäusern wurden zweckentsprechende Unterkünfte für die Erntekindergärten geschaffen. Obwohl die Einrichtungen in diesen Kindergärten oft recht einfach sind, bieten sie doch sehr beliebte Aufenthalte für 2)4- bis 6jährige Dorfbewohner. Zu den meisten Kindergärten gehört ein großer, schattiger Spielplatz, wo sich die Buben und Mäd­chen bei schönem Wetter nach Herzenslust, ohne in Gefahr zu geraten, tummeln können. Die Kleinen sollen jedoch nicht nur bewahrt und behütet werden, während die Eltern auf den Feldern ihrer Arbeit nachgehen, sondern auch in jeder Hinsicht gefördert werden.

Frühmorgens geht es in den Kindergarten, um mit den Gespielen unter der Leitung der Kinder­gärtnerin einen Tag der Freude und Gemeinschaft

zu verleben. Spiele werden gelernt, Lieder gesuw gen. Tänzchen und Reigen geübt, 'Sagen unb Mär« chen erzäylt.

Neben diesen Unterhaltungen unb Belustigungen kommen bann auch all bie Beschäftigungen nicht zu kurz, bei benen sich bie Kinder frei unb selbständig entfalten können. Feste unb Feiern im Kinbergarten führen Eltern unb Verwanbte zu einer fröhlichen, börslichen Gemeinschaft zusammen.

Aus der engeren Heimat.

Arbeiterlager bei Holzheim.

t Holzheim, 2. Juni. Zur Zeit werden auf unserem großen Sportplatz, der an der Dorf. Giller Straße ganz nahe an der Reichsautobahn liegt, drei große Hallen errichtet. Es sollen hier 2 0 0 bis 2 5 0 Arbeiter der Autobahn untergebracht werden, da die (Einquartierung dieser Leute während der Sommermonate bei unseren Bauern in den umliegenden Dörfern auf Schwierig- feiten stößt.

Landkreis Gießen.

8 Alten-Buseck, 2.Juni. Am kommenden Sonntag wird das Jungvolk des Fähnleins 25 Lützow" auf dem Sportplatz in Alten-Buseck seine diesjährigen Wettkämpfe austragen. Nach einer Feierstunde beginnt der Wettkampf. Anschließend zeigen die Jungen andere turnerische Darbietun­gen. Der Tag findet seinen Ausklang mit ber Ehrung der Sieger.

<£ Beuern, 2. Juni. In unserer Gemeinde feierten die vor 50 Jahren in ber hiesigen Kirche eingesegneten Konfirmanden das Ju­biläum ihrer Konfirmation. Unter Orgelspiel und unter Führung des Ortsgeistlichen zogen sie in die Kirche ein und nahmen auf der ersten Bankreihe, so wie sie vor 50 Jahren gesessen hatten, vor dem geschmückten Altar Platz. Acht Männer unb fünf Frauen nahmen teil; ad)t Kameraden bzw. Kame­radinnen waren im Laufe ber Jahre in bie ewige Heimat abberufen worben. Der Kirchenchor ver­schonte bie Feier mit zwei Liebern. Nach bem Got­tesdienst nahmen bie Jubilare gemeinsam bas hei­lige Abendmahl. Die Gräber der Verstorbenen wur­den mit Blumen geschmückt. Der Nachmittag sah bie Konfirmanden im Saale So-mmerlab bei einer ge- meinsamen Kaffeetafel, bei der manche Jugenberm- nerung ausgetauscht wurde.

# Staufenberg, 2. Juni. Am kommenden Sonntag treffen sich die Frauen der Evangeli­schen Frauenhilfe des Bezirks, etwa 1000, zum Bezirkstreffen auf der hiesigen Burg. In ber Nacht zum Sonntag brach ein Fuchs in ben Hühner st all des Wilhelm Braun I. von hier ein, tötete fünf Hühner und verletzte vier.

* ©rüningen, 2.Juni. Der hiesige Landwirt unb Maurer Johann Bender III. zog sich bei fei­ner Arbeit durch einen Sturz erhebliche innere Der- letzungest, mutmaßlich einen Beckenbruch, zu, so baß der bebauernsmerte Mann in bie Chirurgische Kli­nik nach Gießen überführt werben mußte.

ch Dorf-Gill, 2. Juni. In einer der letzten Nächte gewahrten einige Arbeiter, die an ben Ma­schinen beim Reichsautobahnbau beschäftigt waren, in unserem Walde einen Brand. Eine Baubude ber Reichsautobahn staub in hellen Flammen. So­fort alarmierten sie eine Anzahl Männer, bie bas Feuer energisch bekämpften. Wertvolle Instrumente sind leider mitverbrannt. Nach ben polizeilichen Feststellungen liegt Brand st iftung vor. Nächsten Samstag und Sonntag finben auf unsrem Sportplätze bie Reichssportkämpfe ber Hitler-Jugenb statt.

Kreis Iriedberg.

= Münzenberg, 2. Juni. Der Zimmermann Wilhelm Maurer, ber in einer hiesigen Käserei mit Arbeiten an ber Saalbecke beschäftigt war, stürzte infolge eines Fehltrittes ab unb brach bad ei ben rechten Fuß. Der bebauernsmerte Mann mußte in bas Johanniter-Krankenhaus nach Nieder-Weifel gebracht werden.

Kreis Schotten.

G Groß-Eichen, 31. Mai. Der Lanbwirt Wilhelm Wolf hatte aus ben Gräflichen Waldun­gen einen schweren Wagen Reiser geholt. Bevor er bas Fuhrwerk ben Berg hinan zu seiner Wohnung fuhr, wollte bie Ehefrau vom Wagen hinunter- fteigen. Als sie auf ber Mitte ber Leiter stand, zo­gen bie Pferde plötzlich an. Die Frau fiel mit ber Leiter um unb stürzte auf ben Kopf. Der Arzt stellte eine Gehirnerschütterung fest.

* Rainrod, 2. Juni. Der Turnverein Rain rod hat in ber hiesigen Gemarkung ein Schwimmbad errichtet. Zur Füllung des Schwimmbeckens und zur Versorgung mit dauernd frischem Wasser wurde in den Mühlgraben eine Stauschleuse eingebaut, bie ben Wasserspiegel etwa 90 Zentimeter anstaut. Das Wasser wird von dem Staubecken aus wieder in ben Mühlbach abgeleitet.

Kreis Wehlar.

* Dutenhofen, 2. Juni. Der 18 Jahre alle Bergmann Willi Weber von hier erlitt einen schweren Unfall. Er geriet mit bem Fahrrad gegen ein ihm entgegenkommendes Auto und er­litt dabei einen Schädel- unb Kieferbruch, außerbem eine erhebliche Verletzung am rechten Unterarm. Der bebauernsmerte junge Mann mußte in bie Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht roerben.

* Waldgirmes, 2. Juni. Der hiesige 62 Jahre alte Canbmirt Jdam Feiling zog sich beim Holz- fpalten durch einen Axthieb eine schmere Ver­letzung ber linken Hanb zu, bie feine Ueberführung in bie Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machte.

* Groß-Alten st übten, 2. Juni. Auf dem Wege zum Futterholen st ü r z t e ber 62 Jahre alte Lanbwirt Georg Bieck von hier von feinem Wagen herab so unglücklich auf bie Straße, baß er einen Schüdelbruch erlitt und zur ärzt­lichen Behandlung nach Gießen in bie Chirurgische Klinik gebracht warben mußte.

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