Ausgabe 
3.6.1937
 
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Fortschritte der Chromosomentheorie der Vererbung.

Die Naturwissenschaftliche Abteilung der Ober­hessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hielt zusammen mit der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Biologenverbandes im Zoologischen In­stitut der Universität eine gemeinsame Sitzung ab, in der Prof. Dr. A n k e l berichtete überFort­schritte der Chromosomentheorie der Vererbung".

Die Lehre von der Vererbung stellt heute ein einheitliches Gebäude dar, erwachsen aus der inni­gen Synthese zwischen der Kreuzungsforschung einerseits und der Zellforschung andererseits. Die auf Grund von Kreuzungsoersuchen gewonnene An­schauung, daß bestimmten Teilen des Eigenschasten- bildes eines Organismus bestimmte, in sich ge­schlossene Einheiten der Erbmasse zuzuordnen seien, wurde durch die Chromosomenforschung bestätigt und unterbaut. Sie zeigte, daß das Verhalten der Chromosomen bei der Geschlechtszellendildung und Befruchtung die Grundlage darstellt für die zuerst von Mendel erkannten Gesetzmäßigkeiten. Die Ein­heiten der Erbmasse, Gene genannt, sind nicht den Chromosomen gleichzusetzen, wenn auch zu erwarten ist, daß ein Gen ein materielles Teilchen von be­stimmten Eigenschaften darstellt; vielmehr enthält ein Chromosom eine ganze Reihe von Genen. Es ist gleichsam dieVerpackung" für eine bestimmte Anzahl von Genen. Große Chromosomen enchalten meist viele, kleine dagegen nur wenige Gene.

Durch planvolle Zusammenarbeit ist es möglich gewesen, die Lage eines bestimmten Genes, dessen Wirkungen aus dem Kreuzungsversuch bekannt waren, innerhalb eines bestimmten Chromosoms festzulegen, so daß sein Platz im Chromosom genau angegeben werden kann. DieVerpackung^ der Gene ist anscheinend nicht immer dauerhaft, denn es ließ sich öfters ein Austausch von Genen beo­bachten, der durch Aenderungen im Erscheinungs­bild des Organismus zum Ausdruck kam. Dieser

Austausch aber ist nur denkbar, wenn die Gene im Chromosomlinear", d. h. einreihig in der Längs­richtung des Chromosoms, angeoronet sind. Bei diesem Austausch zu bemerkende Gesetzmäßigkeiten führten zu der Anschauung, daß jedes Gen inner­halb dieser Reihe seinen ganz bestimmten Platz hat, der sich rechnerisch festlegen läßt.

Allerdings fehlte zunächst der Beweis für die Realität einer linearen Genanordnung, da die Kleinheit der Chromosomen experimentelles Zer­brechen und Vertauschen der Bruchstücke unmöglich machte. Dagegen lieferte das mühevolle Studium natürlicher Brüche eine elegante Rechtfertigung und Bestätiming der Annahme. Seit man weiß, daß sich solche Brüche durch Röntgenbestrahlung der Ver­suchstiere (Taufliegen) künstlich Hervorrufen lassen, ist die Anschauung von der Genanordnung durch zahllose Beweise gesichert.

Schwierigkeiten bot bei diesen Untersuchungen die Kleinheit der Chromosomen. Nun enthalten, wie neuerdings erkannt wurde, die Speicheldrüsenzellen gewisser Mückenlarven sehr große Kerne mit riesigen Chromosomen, 100- bis 200mal größer als die Chromosomen der sonstigen Zellen. An diesem Material lassen sich die mühevoll erworbenen An­schauungen nachprüfen und erweitern, denn die aus den Kreuzungsversuchen zu erschließenden Ver­hältnisse in der Anordnung und Lage der Gene können mikroskopisch bestätigt werden.

Am Schlüsse des klaren und eindrucksvollen Vor­trages, der durch zahlreiche Lichtbilder veranschau­licht wurde, gab der Redner einen Ausblick, in welcher Richtung die Forschung den Angriff weiter vorzutragen hat: Nähere Kenntnis von der stoff­lichen Natur der Gene und Einblick in ihre Wir­kungsweise sind das Ziel, das in planvoller Zu­sammenarbeit erreichbar ist.

Eine angeregte Aussprache, in der Prof. Schmidt hochinteressante Aufschlüsse über den submikroskopi­schen Bau der Chromosome gab, sowie eine Demon­stration von mikroskopischen Präparaten beschlossen die Sitzung. t. K.

Wirtschaft.

* Auskunftspflicht in der Landwirt­schaft. Um die Durchführung der dem Reichsnähr­stand im Rahmen der Erzeugungsschlacht gestellten Aufgaben sicherzustellen, hat der Reichs- und Preu­ßische Minister für Ernährung und Landwirtschaft gemäß § 1 der Verordnung über Auskunftspflicht vom 13. Juli 1923 den Reichsbauernführer und die Landesbauernführer als Stellen bestimmt, die be­rechtigt sind, innerhalb des landwirtschaftlichen Auf­gabengebiets jederzeit Auskunft über wirtschaftliche Verhältnisse, insbesondere über Preise und Vorräte, sowie Leistungen und Leistungsfähigkeit von Unter­nehmungen oder Betrieben zu verlangen.

Rhein-Mainische Börse.

Mittagsbörse fest.

Frankfurt a. M., 2. Juni. Auf Grund des etwas größeren Auftragseinganges setzten sich am Aktienmarkt die Kurserholungen fort. Bei teilweise lebhaften Umsätzen lagen die Durchschnitts­erhöhungen bei 1 v. H. In den Vordergrund rückten Montanpapiere, wo Rheinstahl auf 158,13 (155,50), Hoesch auf 127,25 (125,25), Klöckner auf 137,25 bis 137,75 (136,50), Verein. Stahl auf 121,65 bis 121,90 (121) und Mannesmann auf 125,25 (124,50) anzogen. Unter kleinen Schwankungen lebhaft wa­ren ferner Deutsche Erdöl mit 160,75 bis 160,40 (160), IG. Fahrben bei größeren Umsätzen 166 bis 167 (165,50), Rütgerswerke 157 (155,50). Der Elek­tromarkt brachte bei kleineren Umsätzen durchweg Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H., etwas lebhaf­ter RWE. mit 128,65 bis 129 (128,13). Sehr fest lagen erneut Kunstseide Bemberg mit 130,25 (128,50), guch Zellstoffaktien, Reichsbank und AG. für Verkehrswesen verbuchten Gewinne bis zu 1,50 v. H. Maschinenaktien von dem günstigen Lagebe­richt beeindruckt und überwiegend 0,50 bis 1 v. 5). fester, nur Moenus mit 120 (120,50) und Daimler mit 140,65 (141) nicht ganz behauptet. Nach den ersten Notierungen ließ oas Geschäft nach und die Kurse unterlagen kleinen Schwankungen, wobei ein­zelne Werte zu den höchsten Kursen leicht ange­boten wurden.

Der Rentenmarkt war ebenfalls recht fest, das Geschäft erreichte jedoch keinen größeren Um­fang. Altbesitzanleihe 127,50 (127), Kommunal-Um- schuldung 94,20 (94,10), Reichsbahn-Vorzugsaktien unv. 125, ebenso Rheinische Städte-Altbesitz mit 130 und Süddeutsche mit 131. Aufwertungs-Genußrechte waren gefragt und etwas höher.

Mit Beginn der zweiten Börsenstunde wurde das Geschäft am Aktienmarkt wieder lebhafter und

die feste Haltung verstärkte sich. Unter mäßigen Schwankungen zeigten die Kurse am Aktienmarkt vorwiegend um 0,50 bis 1,50 v. H. nach oben. Von den später notierten Werten erhöhten sich Scheide­anstalt, BMW. und MAN. um je 1,50 v.H.

Der variable Rentenmarkt blieb im Ver­laufe ruhig. Die Ziehungschance für Reichsaltbesitz wurde mit 1 o. H. bewertet. Von zertif. Dollar- Bonds 6 d. <n. Preußen 0,25 v. H. schwächer mit 59,75. Der Psandbriefmarkt zeigte bei ruhigem Ge­schäft vorwiegend unveränderte Kurse. Stadtanlei­hen bei einiger Nachfrage überwiegend etwas fester, 4.50 v. H. Darmstadt von 1926 97,50 (97), von 1928 98,25 (98), 4,50 (6) v. H., Frankfurter von 1926 98,25 (97,90), 4^ v.H. Heidelberger 96,90 (96,65). Von Industrie-Obligationen 5 v. H. Eisenbahn-Bank 92 (92,25).

Abendbörse weiter fest.

An der Abendbörse setzten sich auf nahezu allen Marktgebieten bei lebhaftem Geschäft weitere Be­festigungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. gegen den Berliner Schluß durch. Bevorzugt wurden wieder IG. Farben mit 167,50 bis 168, außerdem fanden Montanwerte lebhaftes Interesse, Hoesch 129, Bu­derus 129,25, Mannesmann 126, Rheinstahl 159, Verein. Stahl 122,50. Vor Maschinenaktien stiegen Moenus auf 120,75 bis 121 (120), Muag auf 148 (147,50) und Eßlinger auf 119,25 (119). Äm Elek­tromarkt notierten RWE. mit 129,50, Licht & Kraft mit 155, Geffürel mit 159,50, Schlickert mit 176. Von Einzelwerten stiegen Holzmann auf 151,75 (151), AG. für Verkehrswesen auf 127 (126,50), Westdeutsche Kaufhof auf 62,75 (62,25). Auf Ge­winnmitnahmen etwas schwächer lagen Kunstseide Bemberg mit 129,75 (130,50). Auch der Einheits­markt verkehrte in fester Haltung und brachte für eine Reihe von Jndustriewerten Erhöhung bis 1 v. H., darüber hinaus Rhenser Mineral 92 (90) und weiter rationiert.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 3. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 864 Rinder (134 Ochsen, 134 Bullen, 449 Kühe, 147 Färsen), 381 Kälber, 13 Hämmel, 13 Schafe, 146 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 48 bis 56, Schweine 50 bis 54 Mark. Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schafe wurden zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 2. >juni. Es notierten in Mark (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo­gramm): Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R12 174, R15 177, R18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der ge­nannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer . Weizenmehl Type 812 W 13 29,90, W 16 30,00, W19 30,00, W 20 30,35; Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 19' 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Müh len- station. Sojafchrot, Palmkuchen, Erdnuß­kuchen, Treber 14,00, Höchstpreis ab Erzeuger­station, Trockenschnitzel, Heu 5,50, do. drahtge­preßt 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreht , gebündelt. Tendenz: ruhig.

Rundfunkproqramm.

Freitag, 4. Juni.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.45: Deutsche Scholle. Hörberichte von der 4. Reichsnährstandsschau in München. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15.15: Deine Haut, ein Spiegel der Gesundheit, lieber die Bedeutung der

Hautpflege. 15.30: Volk und Wirtschaft. Salz und Erdöl Nachbarn im norddeutschen Boden. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Theater im Freien. Süd- westdeutsche Freilichtbühnen. 17.45: Heitere Balladen. 18: Musik aus Dresden. 19: Gorch Fock ein Be­richt vom Schulschiff und vom Dienst an Bord. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Der gutgelaunte Zufall. Heitere Begebenheiten von Paul Schaaf. 21: Orchesterkon­zert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Samstag, 5. Juni.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrich­ten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wenn der Sommer vor der Tür steht ... Klingende Wochenend-Pro­spekte. 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuig­keiten. 15.30: Fort mit den Grillen fort mit den Sorgen! Lustige Verse und Lieder. 16: Bunte Me­lodien. 18: Sport rings um Deutschland: Finnland. 18.15: Sportschau. 18.30: Blasmusik. 19.30: Der Zeit­funk bringt die Wochenschau mit Berichten vom Reichstreffen des Reichsbundes der Kinderreichen. 20: Nachrichten. 20.10: Junizeit Rosenzeit. Ein duftiger, bunter Abend im Frühsommer. 22: Nach­richten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Aus­schnitte aus der Weihestunde Ewiges Volk. 23: Musik zum späten Abend. 24 bis 2: Nachtmusik.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß- kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß- fürs

Schlußk Mittag börse

Saturn

1.6.

2-6.

16.

2.6.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

101,75

101.9

101,9

101,75

4% Deutsche Reichsanl. von 1934

99,4

99,5

99,4

99,5

6%% Doung-Anleihe von 1930 ..

105,5

105

104,5

104,9

4y2% Hessische Volksstaat von 1929 4Yz% Deutsche Reichspostschatz von

99,75

99,75

1934 I......................

4y2% Deutsche Reichsbahnschatz

100,6

100,6

100,7

101

von 1936 I..................

99,13

99,13

99,13

99,13

Reichsanleihe-Wtbesitz..........

Oberhessen Provinz-Anlethe mit

127

127,4

127,75

127,5

Auslos.-Rechten..............

4y2% Hess. Landesbk. Darmstadt

Goldpse. R. 12..............

&y2% Hess. Landes-Hyp.-Bank

99,25

99,25

Liqu. Goldpse...............

4y2% Preuß. Landespsdbr.-Ansi.

101

101

Goldpse. R. 19..............

99

99

99

99

4x/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20

4y2% Darmstädter Komm.-Lan-

98

98

98

desbank R. 6................

Deutsche Komm.-Saminel-Anleihe

97,9

97,9

Auslos.-Rechte I..............

131,9

132,4

132,13

132,25

4yz% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm.

99,5

99,5

99,5

99,25

Obl. 2 3....................

5y2% Franks. Hyp. Liquidation

98,25

98,25

Goldpse.....................

5y2% Rheinische Hyp. Liquidation

100,75

100,75

Goldpse.....................

100,9

100,9

100,75

100,9

Steuergütschein- Verrechnungskurs

110,8

110,8

110,9

5% Goldmexikaner von 1899 ....

4% Oesterreichische Goldrente....

4,2% Oesterreichische Stlberrente.

4y2 Ungarn Staats von 1913 ....

4% Ungarische Goldrente.......

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

5% Rumänen von 1903.........

4/2% Rumänen Gold von 1913..

4% Einheits-Rumänen.........

4% Türken Bagdad I...........

-

4% Türken Bagdad 11..........

2 y4% I. Anatolier..............

A.G. für Verkehrswesen ...... 6

125,25

127

125,25

126,65

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0

46

46

Hamburg-Amerika Paket......0

18,4

18,5

18,4

18,25

Norddeutscher Lloyd......... 0

18,65

18,75

18,75

18,75

Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7

125

125

125

125,13

Reichsbanl................. 12

213,75

215,5

214

216,25

Berliner Handelsgesellschaft ... 6

130

130,75

Commerz- und Privat-Bank... 4

113

113,13

113

113,13

Deutsche Diskonto............4

118

118,5

118

118,25

Dresdner Bank..............4

105

105

105

105

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schlub- kurs

Schlußk. Mittag» börse

Datum

1.6.

26.

1.6.

2.6.

Accumulatoren-Fabrik......

12

233

233

233,5

233

AKU=Sunftfeibe...........

.. 0

Aschaffenburg Zellstoff......

.. 3

140,5

142,5

141

143,75

Bemberg.................

.. 0

128,5

129,75

127,25

130,4

Bekula...................

.. 8

165,5

165,25

165,5

165,5

Buderus Eisen.............

.. 4

127.5

129,25

127,4

129,25

Cement Heidelberg.........

.. 7

159

158,5

Cement Karlstadt ..........

.. 6

171

170

Conti Gummi.............

11

187,5

188

187,25

189,5

Daimler Motoren..........

.. 5

141

140,75

140,65

140,25

Dessauer Gas.............

.. 4

117,5

117,5

Deutsche Erdöl............

.. 5

160

160,25

160,5

160,25

Deutsche Gold- und Silber ..

.. 9

261,5

264

Deutsche Linoleum.........

10

177,75

170,5

177,75

170,75

Elektrische Lieferungen......

.. 6

135,9

135,5

135,75

135,25

Elektrische Licht und Kraft...

.. 7

154,5

155

154.5

155,25

I. K. Farben-Jndustrie.....

.. 7

165,5

168

165,75

167,65

Felten & Guilleaume.......

.. 6

136,75

157,75

137

137,25

137,75

Gesfürel..................

.. 6

159,5

157,9

159

Th. Goldschmidt...........

.. 5

137,75

138,5

138,25

138

Gritzner Maschinen.........

.. 0

47,9

48,25

51

Harpener.................

2'/,

167,75

166,25

167,75

Hoesch Eisen...............

3-/7

125,25

129

125,65

128,5

Philipp Holzmann.........

.. 6

150,25

151,75

150,5

151,75

Ilse Bergbau..............

.. 6

175

175

Ilse Genüsse..............

.. 6

143

143,25

143,25

143,25

Kall Aschersleben..........

.. 5

117,5

118,13

118

118

Klöcknerwerke.............

4'/2

136,5

139

136,5

139

Kokswerke und Chemische Fabrik 6

156,4

157,25

Lahmeyer................

.. 6

125,5

125,5

Matnkraft.................

.. 4

98

98,25

Mannesmann.............

.. 3

124,5

126

124,4

125,25

Mansfelder Bergbau.......

ey.

158

158,50

Metallgefellschaft...........

.. 5

153,5

155

152,5

154,501

Orenstein & Koppel........

.. 0

106,5

108.75

Rheinische Braunkohle......

12

232,25

233,75

232,5

Rheinische Elektro..........

. 6

_

Rheinstahlwerke............

. 6

155,5

159

155,5

158,75

Rbeinisch-Westfälische Elektro

. 6

128,13

129,5

128

129,25

Rütgerswerke.............

. 6

155,5

157

155,5

157,5

Salzdetfurth Kali..........

?y2

153

153

153,5

155.9

Schükkert & (So.............

. 6

176

176

175,65

176

Schultheis Patzenhofer......

. 4

97

97

Siemens & Halske.........

. 8

220

220

220,5

220,25

Süddeutsche Zucker.........

10

200

200

201

202,75

Vereinigte Stahlwerke......

3 yf

121

122,5

121

122,25

Westdeutsche Kaufhof.......

.. O

61,75

62,75

61,9

62,75

Westeregeln Alkali..........

.. 5

116,5

118

118,5

118

Zellstoff Waldhof..........

.. 6

162

165,5

161,5

166,25

Otavi Minen..............

0,6

31,13

31,50

31

31,5

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. ZIL

Buenos Aires Brüssel...................

Rio de Janeiro Polen....................

Kopenhagen Danzig...................

London HelsingforS Paris....................

Holland ....

Italien

1. Juni

2. Juni

1. Juni

2-Juni

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

örter

Geld

Bnes

Geld

Brie,

Geld

®rie|

0,762

0,766

0,762

0,766

Japan....................

0,716

0,718

0,716

0,718

42,06

42,14

42,09

42,17

Jugoslawien..............

5,694

5,706

5,694

5,706

0,162

0,164

0,163

0,165

Oslo....................

61,79

61,91

61,84

61,96

47,10

54,90

47,20

55,00

47,10

47,20

Wien.....................

48,95

49,05

48,95

49,05

54,95

55,05

Lissabon..................

11,165

11,185

11,175

11,195

47,10

47,20

47,10

47,20

Stockholm................

63,39

63,51

63,44

63,56

12,295

12,325

12,305

12,335

Schweiz..................

56,88

57,00

56,99

57,11

5,44

5,45

5,44

5,45

Spanien..................

16,98

17,02

16,98

17,02

11,115

11,135

11,125

11,145

Prag.....................

8,666

8,684

8,676

8,694

137,11

137,39

137,22

137,50

Budapest.................

13,09

13,11

13,09

13.11

Neuyork..................

2,495

2,499

2,495

2,499

Klanggewordene Backsteingotik.

Zum 300. Geburtstage Dietrich Buxtehudes.

Vom 4. bis zum 6. Juni veranstaltet die Reichsmusikkammer mit der Stadt Lübeck ein Erinnerungsfest anläßlich des 300. Geburts­tages von Dietrich Buxtehude.

Lübeck und Kopenhagen bereiten größere Musik- feste vor, um des Jahres 1637 zu gedenken, in dem man weiß nicht, an welchem Tag und in wel­chem Monat ein Tonmeister das Licht der Welt erblickt hat, den man den größten des germanischen Kulturbereichs zwischen Schütz und Bach nennen darf: Dietrich Buxtehude. Wie der Fami­lienname besagt, stammt der bedeutende Musiker, Abkömmling eines Organistengeschlechts, offenbar aus dem aleichnamigen Städtchen des Niederelbe­gebietes. Geboren wurde er in Helsingborg, das zwar an der Südwestküste Schwedens liegt, da­mals aber politisch wie kulturell zu Dänemark ge­hörte Dänemark sah auch allein die Frühent­wicklung des Künstlers. Dann aber, einunddreißig- jährig, ehelichte der junge Meister die Tochter des angesehenen und liebenswerten Tonsetzers in Lübeck Franz T und er und erbte nach damaligem Zunft­gebrauch dessen Amt als führender Musiker an der dortigen Marienkirche. Mit siebzig Jahren sank Meister Dietrich in die Gruft, und fein Name als fast alleiniger Bewahrer und Mehrer ehrwürdiger Kunstüberlieferungen war so groß, daß noch an­derthalb Jahrzehnte später der hundertjährige be­rühmte Hamburger Organist Johann Reinken sich neben Buxtehude begraben ließ, um in so wür­diger Nachbarschaft den jüngsten Tag zu erwarten. Wesentlich zwei Schüler haben Buxtehudes Ansehen noch erhöht: einmal in Husum der genialisch ver­anlagte Nikolaus Bruhns, dessen feurige Ton­werke in diesen Tagen eine Erstausgabe erleben, laut deren er gewiß nur durch den frühen Tod verhindert worden ist, sich zu einem der Führen­denden im weiten Musikbarock zu entfalten; der an­dere aber ist wirklich das größte Genie dieser und wohl aller Zeiten deutscher Musik geworden: Jo­hann Sebastian Bach. Wenn auch der nachmalige Leipziger Thomaskantor geistig bei vielen Meistern

der Generation vor ihm in die Schule gegangen ist, bei Pachelbel und Böhm, bei Frober - ger und Reinken, so ist doch Buxtehude unter ihnen der einzige gewesen, der persönlich wohl vor allem als genialer Drgelftegreiffpieler den jungen Riesen aufs stärkste gefesselt hat. An­ders wäre es nicht zu erklären, daß der damalige Arnstadter Organist Sebastian seinen Reifeurlaub nach Lübeck um Monate überschritten und sich so beinahe um sein erstes Amt gebracht hat.

In der Tat ist das reich in Handschriften erhal­tene und erstmals durch den Bachbiographen Ph. Spitta veröffentlichte Orgelschaffen Buxtehudes höchst erstaunlich zu nennen. Nordisch-mystische Phantastik ist ihr stärkstes Merkmal, eine kühne Freiheit des Ausdrucks und der Gestaltung, ein oft schier fesselloserSturm und Drang" schon mehr denn hundert Jahre vor der eigentlichen Romantik; die Drachenornamentik des alten Nordens, die Zierfreude des Osebergschiffs scheint hier ebenso wiedergeboren zu sein wie die erhabene Strenge der Riesenwände an den Backsteinkirchen zu Lübeck, Wismar und Rostock, aber auch das heimelige Hell­dunkel barocker Kirchgestühle und Ratsstüblein in den gleichen Gotteshäusern. Eine süße Herbigkeit, ein kühnes Vordringen auf bislang unerprobte Klanggebiete, die übermütige Freude an eigener Spielvirtuosität erfüllen diese Abschnittsfugen mit ihren rauschenden Präludien, welche problematische Artistik und doch auch vollendete Volksnähe in höchst eigenartiger Weise zu verbinden wissen die großenPräludien und Fugen" Bachs sowohl in der Weimarer wie in der Leipziger Epoche be­deuten letzte Steigerung und Erfüllung des von Buxtehude prophetisch Erschauten und Ersehnten.

Doch Buxtehude hat sich nicht auf Orgelwerke beschränkt, wobei auch herrliche Toccaten und Cho­ralbearbeitungen, Passacaglien und Phantasien zu rühmen wären, hat nicht nur feine Kammertrios für Geige, Gambe und Cembalo daneben gestellt, die heute wieder von Verehrern alter Musik in Klang umgesetzt werden, sondern ist vor allem auch ein Meister des kirchlichen Chorsatzes mit Orchester gewesen. In der Geschichte der evangelischen Kan­tate steht er groß um 1700 da als eindringlicher Tonprediger desWorts". Gewiß nicht so lodernd und rüttelnd wie sein großes Vorbild Heinrich

Schütz, und auch nicht so ins Jenseitige hinüber- aewachsen wie sein vergeistigter Nachfahre Bach, sondern erdnäher, volkstümlicher, zeitgebundener als beide aber doch auch hier mit jener gelegent­lichen Tiefenschau begabt, seherhaft in die Weiten nordischer Gottesbewußtheit entrückt, wie es plötzlich mystische Adagiostellen in seinen Kantaten vielfach erleben lassen.

Man nennt Buxtehudes Kantaten gernAbend­musiken" das Wort bedeutet aber eigentlich ein Dreifaches. Erstlich die Veranstaltung musikalischer Vespern irgendwelcher Art an der Lübecker Marien­kirche, wo der auch als Orgelkomponist ausgezeich­nete Tunder und dann sein Schwiegersohn die großen Handelsherren auf dem Weg von oder zur Börse auf ein halbes Stündchen der Andacht und künstlerischen Erbauung festzuhalten vermocht har­ten. Zweitens istAbendmusik" eben die wotz nicht wie anderswo im Hauptgottesdienst, sondern in der Abendandacht aufgeführte Kirchenkantate; so hat Max S e i f f e r t in denDenkmälern deut­scher Tonkunst" und in seiner SammlungOrga­num" eine ganze Reihe derartiger Einzelwerke über das Sonntagsevangelium oder über Bibelsprüche neugedruckt, die Buxtehude auf dem Weg von Schützensgeistlichem Konzert" zu dem Typ der durch Bach, Telemann, Graupner, Fried­rich Fasch berühmt gewordenenKantate" des geistlichen Dichters Erdmann Neumeister zei­gen. Drittens und vor allem aber bedeutetAbend­musik" einen Zyklus von fünf oder sechs Kanta­ten über das gemeinsame allegorische Grundthema einer ganzen kirchlichen Jahreszeit hinweg dieser Buxtehudische von dramatischem Geist getragene Gedanke hat u. a. in seiner (verschollenen)Hoch­zeit des Lamms" oder einer (vor wenigen Jahren in Upsala neu entdeckten) oratorienhaften Gestal­tung des jüngsten Gerichts" seinen Niederschlag gefunden und zu Buxtehudes Zeit lebhafte Bewun­derung geweckt wieder aber ist ein Bachsches Werk zum vollendeten Wahrzeichen solchen Buxte- hudischen Wollens geworden: dasWeihnachts­oratorium", das eine Kantatenkette für die sechs Festtage vor Weihnachten bis Epiphanias darstellt. Von diesem herrlichen Kunstwerk zurückschauend, er­kennt man am ehesten die Bedeutsamkeit des Lü­becker Gedankens einer zyklischen Abendmusik und

gedenkt voll verehrenden Dankes des Meisters Buxtehude, der ihn erstmals ausgesormt und ver­wirklicht hat.

Heute sind durch Neuausgaben auch des» renreiteroerlages und der Ugrinogefellschaft rund ein halbes hundert Buxtehudischer Solo- und Chor­kantaten wieder zugänglich und erweisen ihre starke Kraft an den kirchlichen wie künstlerischen Gemein­den. Luthersche Rechtgläubigkeit und Gefühls­inbrunst des jungen Pietismus treffen sich hier mit regem Mufikantentum und einer wahrhaft tondich­terischen Gabe des vertiefenden Neugestaltens, die Buxtehude obendrein einen Könner von beherr­schender Kunsttechnik zur stärksten Potenz seiner so reichtalentierten Zeitgenossenschaft machen; seine Musik bedeutet einen Gipfel hansischer Kunst, sie ist klanggewordene nordische Marienkirche, tönende Backsteingotik schlechthin.

Zeitschriften.

Die Kun ft", Monatshefte für M a - lerei, Plastik und Wohnkultur (Verlag Bruckmann, München) machen uns in ihrem Junt- Heft mit charakteristischen Arbeiten des Staatspreis­trägers 1936/37 Josef Pieper bekannt. Griebitzsch würdigt Pieper als Vertreter der vorwärtsweisen- den Richtung, der durch Fleiß und künstlerische Eigenart diese Anerkennung des Reiches verdient hat. Die Arbeiten von Peter Otto Heim behandelt Georg von der Dring an Hand von Abbildungen einiger Werke des Künstlers. Nemitz betont in feinem AufsatzBildhauer-Nachwuchs", daß in der Bewertung der jungen Künstler von Begabung und handwerklichem Können ausgegangen werden muh. Ulrich Christoffel beschließt seine ArbeitJüngere Münchener Maler" mit gut ausgewählten Mei­stern. Im zweiten Teil des Heftes bringt Dr.-Ing. Gut neue Land- und Stadtkirchen. Landhäuser und Beiträge über Innenarchitektur zeigen uns die schlechthin ideale Erfassung der Wvhnbedürfnisse. Fritz Junghans gibt mit seinem AufsatzUnser Eß­gerät und wie es wurde" einen ausgezeichneten Beitrag zu diesem vielseitigen Heft. Im Nachrich­tenteil wird über die Frühjahrsausstellung der Preußischen Akademie der bildenden Künste refe­riert