Fortschritte der Chromosomentheorie der Vererbung.
Die Naturwissenschaftliche Abteilung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hielt zusammen mit der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Biologenverbandes im Zoologischen Institut der Universität eine gemeinsame Sitzung ab, in der Prof. Dr. A n k e l berichtete über „Fortschritte der Chromosomentheorie der Vererbung".
Die Lehre von der Vererbung stellt heute ein einheitliches Gebäude dar, erwachsen aus der innigen Synthese zwischen der Kreuzungsforschung einerseits und der Zellforschung andererseits. Die auf Grund von Kreuzungsoersuchen gewonnene Anschauung, daß bestimmten Teilen des Eigenschasten- bildes eines Organismus bestimmte, in sich geschlossene Einheiten der Erbmasse zuzuordnen seien, wurde durch die Chromosomenforschung bestätigt und unterbaut. Sie zeigte, daß das Verhalten der Chromosomen bei der Geschlechtszellendildung und Befruchtung die Grundlage darstellt für die zuerst von Mendel erkannten Gesetzmäßigkeiten. Die Einheiten der Erbmasse, Gene genannt, sind nicht den Chromosomen gleichzusetzen, wenn auch zu erwarten ist, daß ein Gen ein materielles Teilchen von bestimmten Eigenschaften darstellt; vielmehr enthält ein Chromosom eine ganze Reihe von Genen. Es ist gleichsam die „Verpackung" für eine bestimmte Anzahl von Genen. Große Chromosomen enchalten meist viele, kleine dagegen nur wenige Gene.
Durch planvolle Zusammenarbeit ist es möglich gewesen, die Lage eines bestimmten Genes, dessen Wirkungen aus dem Kreuzungsversuch bekannt waren, innerhalb eines bestimmten Chromosoms festzulegen, so daß sein Platz im Chromosom genau angegeben werden kann. Die „Verpackung^ der Gene ist anscheinend nicht immer dauerhaft, denn es ließ sich öfters ein Austausch von Genen beobachten, der durch Aenderungen im Erscheinungsbild des Organismus zum Ausdruck kam. Dieser
Austausch aber ist nur denkbar, wenn die Gene im Chromosom „linear", d. h. einreihig in der Längsrichtung des Chromosoms, angeoronet sind. Bei diesem Austausch zu bemerkende Gesetzmäßigkeiten führten zu der Anschauung, daß jedes Gen innerhalb dieser Reihe seinen ganz bestimmten Platz hat, der sich rechnerisch festlegen läßt.
Allerdings fehlte zunächst der Beweis für die Realität einer linearen Genanordnung, da die Kleinheit der Chromosomen experimentelles Zerbrechen und Vertauschen der Bruchstücke unmöglich machte. Dagegen lieferte das mühevolle Studium natürlicher Brüche eine elegante Rechtfertigung und Bestätiming der Annahme. Seit man weiß, daß sich solche Brüche durch Röntgenbestrahlung der Versuchstiere (Taufliegen) künstlich Hervorrufen lassen, ist die Anschauung von der Genanordnung durch zahllose Beweise gesichert.
Schwierigkeiten bot bei diesen Untersuchungen die Kleinheit der Chromosomen. Nun enthalten, wie neuerdings erkannt wurde, die Speicheldrüsenzellen gewisser Mückenlarven sehr große Kerne mit riesigen Chromosomen, 100- bis 200mal größer als die Chromosomen der sonstigen Zellen. An diesem Material lassen sich die mühevoll erworbenen Anschauungen nachprüfen und erweitern, denn die aus den Kreuzungsversuchen zu erschließenden Verhältnisse in der Anordnung und Lage der Gene können mikroskopisch bestätigt werden.
Am Schlüsse des klaren und eindrucksvollen Vortrages, der durch zahlreiche Lichtbilder veranschaulicht wurde, gab der Redner einen Ausblick, in welcher Richtung die Forschung den Angriff weiter vorzutragen hat: Nähere Kenntnis von der stofflichen Natur der Gene und Einblick in ihre Wirkungsweise sind das Ziel, das in planvoller Zusammenarbeit erreichbar ist.
Eine angeregte Aussprache, in der Prof. Schmidt hochinteressante Aufschlüsse über den submikroskopischen Bau der Chromosome gab, sowie eine Demonstration von mikroskopischen Präparaten beschlossen die Sitzung. t. K.
Wirtschaft.
* Auskunftspflicht in der Landwirtschaft. Um die Durchführung der dem Reichsnährstand im Rahmen der Erzeugungsschlacht gestellten Aufgaben sicherzustellen, hat der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft gemäß § 1 der Verordnung über Auskunftspflicht vom 13. Juli 1923 den Reichsbauernführer und die Landesbauernführer als Stellen bestimmt, die berechtigt sind, innerhalb des landwirtschaftlichen Aufgabengebiets jederzeit Auskunft über wirtschaftliche Verhältnisse, insbesondere über Preise und Vorräte, sowie Leistungen und Leistungsfähigkeit von Unternehmungen oder Betrieben zu verlangen.
Rhein-Mainische Börse.
Mittagsbörse fest.
Frankfurt a. M., 2. Juni. Auf Grund des etwas größeren Auftragseinganges setzten sich am Aktienmarkt die Kurserholungen fort. Bei teilweise lebhaften Umsätzen lagen die Durchschnittserhöhungen bei 1 v. H. In den Vordergrund rückten Montanpapiere, wo Rheinstahl auf 158,13 (155,50), Hoesch auf 127,25 (125,25), Klöckner auf 137,25 bis 137,75 (136,50), Verein. Stahl auf 121,65 bis 121,90 (121) und Mannesmann auf 125,25 (124,50) anzogen. Unter kleinen Schwankungen lebhaft waren ferner Deutsche Erdöl mit 160,75 bis 160,40 (160), IG. Fahrben bei größeren Umsätzen 166 bis 167 (165,50), Rütgerswerke 157 (155,50). Der Elektromarkt brachte bei kleineren Umsätzen durchweg Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H., etwas lebhafter RWE. mit 128,65 bis 129 (128,13). Sehr fest lagen erneut Kunstseide Bemberg mit 130,25 (128,50), guch Zellstoffaktien, Reichsbank und AG. für Verkehrswesen verbuchten Gewinne bis zu 1,50 v. H. Maschinenaktien von dem günstigen Lagebericht beeindruckt und überwiegend 0,50 bis 1 v. 5). fester, nur Moenus mit 120 (120,50) und Daimler mit 140,65 (141) nicht ganz behauptet. Nach den ersten Notierungen ließ oas Geschäft nach und die Kurse unterlagen kleinen Schwankungen, wobei einzelne Werte zu den höchsten Kursen leicht angeboten wurden.
Der Rentenmarkt war ebenfalls recht fest, das Geschäft erreichte jedoch keinen größeren Umfang. Altbesitzanleihe 127,50 (127), Kommunal-Um- schuldung 94,20 (94,10), Reichsbahn-Vorzugsaktien unv. 125, ebenso Rheinische Städte-Altbesitz mit 130 und Süddeutsche mit 131. Aufwertungs-Genußrechte waren gefragt und etwas höher.
Mit Beginn der zweiten Börsenstunde wurde das Geschäft am Aktienmarkt wieder lebhafter und
die feste Haltung verstärkte sich. Unter mäßigen Schwankungen zeigten die Kurse am Aktienmarkt vorwiegend um 0,50 bis 1,50 v. H. nach oben. Von den später notierten Werten erhöhten sich Scheideanstalt, BMW. und MAN. um je 1,50 v.H.
Der variable Rentenmarkt blieb im Verlaufe ruhig. Die Ziehungschance für Reichsaltbesitz wurde mit 1 o. H. bewertet. Von zertif. Dollar- Bonds 6 d. <n. Preußen 0,25 v. H. schwächer mit 59,75. Der Psandbriefmarkt zeigte bei ruhigem Geschäft vorwiegend unveränderte Kurse. Stadtanleihen bei einiger Nachfrage überwiegend etwas fester, 4.50 v. H. Darmstadt von 1926 97,50 (97), von 1928 98,25 (98), 4,50 (6) v. H., Frankfurter von 1926 98,25 (97,90), 4^ v.H. Heidelberger 96,90 (96,65). Von Industrie-Obligationen 5 v. H. Eisenbahn-Bank 92 (92,25).
Abendbörse weiter fest.
An der Abendbörse setzten sich auf nahezu allen Marktgebieten bei lebhaftem Geschäft weitere Befestigungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. gegen den Berliner Schluß durch. Bevorzugt wurden wieder IG. Farben mit 167,50 bis 168, außerdem fanden Montanwerte lebhaftes Interesse, Hoesch 129, Buderus 129,25, Mannesmann 126, Rheinstahl 159, Verein. Stahl 122,50. Vor Maschinenaktien stiegen Moenus auf 120,75 bis 121 (120), Muag auf 148 (147,50) und Eßlinger auf 119,25 (119). Äm Elektromarkt notierten RWE. mit 129,50, Licht & Kraft mit 155, Geffürel mit 159,50, Schlickert mit 176. Von Einzelwerten stiegen Holzmann auf 151,75 (151), AG. für Verkehrswesen auf 127 (126,50), Westdeutsche Kaufhof auf 62,75 (62,25). Auf Gewinnmitnahmen etwas schwächer lagen Kunstseide Bemberg mit 129,75 (130,50). Auch der Einheitsmarkt verkehrte in fester Haltung und brachte für eine Reihe von Jndustriewerten Erhöhung bis 1 v. H., darüber hinaus Rhenser Mineral 92 (90) und weiter rationiert.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 3. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 864 Rinder (134 Ochsen, 134 Bullen, 449 Kühe, 147 Färsen), 381 Kälber, 13 Hämmel, 13 Schafe, 146 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 48 bis 56, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schafe wurden zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 2. >juni. Es notierten in Mark (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm): Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R12 174, R15 177, R18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,90, W 16 30,00, W19 30,00, W 20 30,35; Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 19' 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Müh len- station. Sojafchrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu 5,50, do. drahtgepreßt 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreht —, gebündelt —. Tendenz: ruhig.
Rundfunkproqramm.
Freitag, 4. Juni.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.45: Deutsche Scholle. Hörberichte von der 4. Reichsnährstandsschau in München. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15.15: Deine Haut, ein Spiegel der Gesundheit, lieber die Bedeutung der
Hautpflege. 15.30: Volk und Wirtschaft. Salz und Erdöl — Nachbarn im norddeutschen Boden. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Theater im Freien. Süd- westdeutsche Freilichtbühnen. 17.45: Heitere Balladen. 18: Musik aus Dresden. 19: Gorch Fock — ein Bericht vom Schulschiff und vom Dienst an Bord. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Der gutgelaunte Zufall. Heitere Begebenheiten von Paul Schaaf. 21: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Samstag, 5. Juni.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wenn der Sommer vor der Tür steht ... Klingende Wochenend-Prospekte. 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: Fort mit den Grillen — fort mit den Sorgen! Lustige Verse und Lieder. 16: Bunte Melodien. 18: Sport rings um Deutschland: Finnland. 18.15: Sportschau. 18.30: Blasmusik. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau mit Berichten vom Reichstreffen des Reichsbundes der Kinderreichen. 20: Nachrichten. 20.10: Junizeit — Rosenzeit. Ein duftiger, bunter Abend im Frühsommer. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Ausschnitte aus der Weihestunde Ewiges Volk. 23: Musik zum späten Abend. 24 bis 2: Nachtmusik.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß- kurs
Schlußk. Abendbörse
Schluß- fürs
Schlußk Mittag börse
Saturn
1.6.
2-6.
16.
2.6.
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
101,75
101.9
101,9
101,75
4% Deutsche Reichsanl. von 1934
99,4
99,5
99,4
99,5
6%% Doung-Anleihe von 1930 ..
105,5
105
104,5
104,9
4y2% Hessische Volksstaat von 1929 4Yz% Deutsche Reichspostschatz von
99,75
99,75
—
—
1934 I......................
4y2% Deutsche Reichsbahnschatz
100,6
100,6
100,7
101
von 1936 I..................
99,13
99,13
99,13
99,13
Reichsanleihe-Wtbesitz..........
Oberhessen Provinz-Anlethe mit
127
127,4
127,75
127,5
Auslos.-Rechten..............
4y2% Hess. Landesbk. Darmstadt
—
—
—
—
Goldpse. R. 12..............
&y2% Hess. Landes-Hyp.-Bank
99,25
99,25
—
—
Liqu. Goldpse...............
4y2% Preuß. Landespsdbr.-Ansi.
101
101
—
—
Goldpse. R. 19..............
99
99
99
99
4x/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20
4y2% Darmstädter Komm.-Lan-
98
—
98
98
desbank R. 6................
Deutsche Komm.-Saminel-Anleihe
97,9
97,9
—
—
Auslos.-Rechte I..............
131,9
132,4
132,13
132,25
4yz% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm.
99,5
99,5
99,5
99,25
Obl. 2 3....................
5y2% Franks. Hyp. Liquidation
98,25
98,25
—
—
Goldpse.....................
5y2% Rheinische Hyp. Liquidation
100,75
100,75
—
—
Goldpse.....................
100,9
100,9
100,75
100,9
Steuergütschein- Verrechnungskurs
110,8
110,8
110,9
—
5% Goldmexikaner von 1899 ....
—
—
—
—
4% Oesterreichische Goldrente....
—
—
—
—
4,2% Oesterreichische Stlberrente.
—
—
—
—
4y2 Ungarn Staats von 1913 ....
—
—
—
——
4% Ungarische Goldrente.......
—
——
——
—
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
—
—
—
—
5% Rumänen von 1903.........
—
—
—
—
4’/2% Rumänen Gold von 1913..
—
——
—
——
4% Einheits-Rumänen.........
——
—
—
—
4% Türken Bagdad I...........
—
—-
—
—
4% Türken Bagdad 11..........
——
——
—
—
2 y4% I. Anatolier..............
—
—
—
—
A.G. für Verkehrswesen ...... 6
125,25
127
125,25
126,65
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
—
—
46
46
Hamburg-Amerika Paket......0
18,4
18,5
18,4
18,25
Norddeutscher Lloyd......... 0
18,65
18,75
18,75
18,75
Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7
125
125
125
125,13
Reichsbanl................. 12
213,75
215,5
214
216,25
Berliner Handelsgesellschaft ... 6
—
—
130
130,75
Commerz- und Privat-Bank... 4
113
113,13
113
113,13
Deutsche Diskonto............4
118
118,5
118
118,25
Dresdner Bank..............4
105
105
105
105
Frankfurt a. M.
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abendbörse
Schlub- kurs
Schlußk. Mittag» börse
Datum
1.6.
26.
1.6.
2.6.
Accumulatoren-Fabrik......
12
233
233
233,5
233
AKU=Sunftfeibe...........
.. 0
——
—
—
Aschaffenburg Zellstoff......
.. 3
140,5
142,5
141
143,75
Bemberg.................
.. 0
128,5
129,75
127,25
130,4
Bekula...................
.. 8
165,5
165,25
165,5
165,5
Buderus Eisen.............
.. 4
127.5
129,25
127,4
129,25
Cement Heidelberg.........
.. 7
159
158,5
—
—
Cement Karlstadt ..........
.. 6
171
170
—
—
——
—
——
—
Conti Gummi.............
11
187,5
188
187,25
189,5
Daimler Motoren..........
.. 5
141
140,75
140,65
140,25
Dessauer Gas.............
.. 4
——
——
117,5
117,5
Deutsche Erdöl............
.. 5
160
160,25
160,5
160,25
Deutsche Gold- und Silber ..
.. 9
261,5
264
——
—
Deutsche Linoleum.........
10
177,75
170,5
177,75
170,75
Elektrische Lieferungen......
.. 6
135,9
135,5
135,75
135,25
Elektrische Licht und Kraft...
.. 7
154,5
155
154.5
155,25
I. K. Farben-Jndustrie.....
.. 7
165,5
168
165,75
167,65
Felten & Guilleaume.......
.. 6
136,75
157,75
137
137,25
137,75
Gesfürel..................
.. 6
159,5
157,9
159
Th. Goldschmidt...........
.. 5
137,75
138,5
138,25
138
Gritzner Maschinen.........
.. 0
47,9
—
48,25
51
Harpener.................
2'/,
—
167,75
166,25
167,75
Hoesch Eisen...............
3-/7
125,25
129
125,65
128,5
Philipp Holzmann.........
.. 6
150,25
151,75
150,5
151,75
Ilse Bergbau..............
.. 6
—
175
175
——
Ilse Genüsse..............
.. 6
143
143,25
143,25
143,25
Kall Aschersleben..........
.. 5
117,5
118,13
118
118
Klöcknerwerke.............
4'/2
136,5
139
136,5
139
Kokswerke und Chemische Fabrik 6
—
—
156,4
157,25
Lahmeyer................
.. 6
—
125,5
——
125,5
Matnkraft.................
.. 4
98
98,25
—
Mannesmann.............
.. 3
124,5
126
124,4
125,25
Mansfelder Bergbau.......
ey.
158
158,50
Metallgefellschaft...........
.. 5
153,5
155
152,5
154,501
Orenstein & Koppel........
.. 0
—
——
106,5
108.75
Rheinische Braunkohle......
12
—
232,25
233,75
232,5
Rheinische Elektro..........
. 6
_
—
Rheinstahlwerke............
. 6
155,5
159
155,5
158,75
Rbeinisch-Westfälische Elektro
. 6
128,13
129,5
128
129,25
Rütgerswerke.............
. 6
155,5
157
155,5
157,5
Salzdetfurth Kali..........
?y2
153
153
153,5
155.9
Schükkert & (So.............
. 6
176
176
175,65
176
Schultheis Patzenhofer......
. 4
—
97
97
Siemens & Halske.........
. 8
220
220
220,5
220,25
Süddeutsche Zucker.........
10
200
200
201
202,75
Vereinigte Stahlwerke......
3 yf
121
122,5
121
122,25
Westdeutsche Kaufhof.......
.. O
61,75
62,75
61,9
62,75
Westeregeln Alkali..........
.. 5
116,5
118
118,5
118
Zellstoff Waldhof..........
.. 6
162
165,5
161,5
166,25
Otavi Minen..............
0,6
31,13
31,50
31
31,5
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL
Buenos Aires Brüssel...................
Rio de Janeiro Polen....................
Kopenhagen Danzig...................
London HelsingforS Paris....................
Holland ....
Italien
1. Juni
2. Juni
1. Juni
2-Juni
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
örter
Geld
Bnes
Geld
Brie,
Geld
®rie|
0,762
0,766
0,762
0,766
Japan....................
0,716
0,718
0,716
0,718
42,06
42,14
42,09
42,17
Jugoslawien..............
5,694
5,706
5,694
5,706
0,162
0,164
0,163
0,165
Oslo....................
61,79
61,91
61,84
61,96
47,10
54,90
47,20
55,00
47,10
47,20
Wien.....................
48,95
49,05
48,95
49,05
54,95
55,05
Lissabon..................
11,165
11,185
11,175
11,195
47,10
47,20
47,10
47,20
Stockholm................
63,39
63,51
63,44
63,56
12,295
12,325
12,305
12,335
Schweiz..................
56,88
57,00
56,99
57,11
5,44
5,45
5,44
5,45
Spanien..................
16,98
17,02
16,98
17,02
11,115
11,135
11,125
11,145
Prag.....................
8,666
8,684
8,676
8,694
137,11
137,39
137,22
137,50
Budapest.................
—
—
13,09
13,11
13,09
13.11
Neuyork..................
2,495
2,499
2,495
2,499
Klanggewordene Backsteingotik.
Zum 300. Geburtstage Dietrich Buxtehudes.
Vom 4. bis zum 6. Juni veranstaltet die Reichsmusikkammer mit der Stadt Lübeck ein Erinnerungsfest anläßlich des 300. Geburtstages von Dietrich Buxtehude.
Lübeck und Kopenhagen bereiten größere Musik- feste vor, um des Jahres 1637 zu gedenken, in dem — man weiß nicht, an welchem Tag und in welchem Monat — ein Tonmeister das Licht der Welt erblickt hat, den man den größten des germanischen Kulturbereichs zwischen Schütz und Bach nennen darf: Dietrich Buxtehude. Wie der Familienname besagt, stammt der bedeutende Musiker, Abkömmling eines Organistengeschlechts, offenbar aus dem aleichnamigen Städtchen des Niederelbegebietes. Geboren wurde er in Helsingborg, das zwar an der Südwestküste Schwedens liegt, damals aber politisch wie kulturell zu Dänemark gehörte — Dänemark sah auch allein die Frühentwicklung des Künstlers. Dann aber, einunddreißig- jährig, ehelichte der junge Meister die Tochter des angesehenen und liebenswerten Tonsetzers in Lübeck Franz T und er und erbte nach damaligem Zunftgebrauch dessen Amt als führender Musiker an der dortigen Marienkirche. Mit siebzig Jahren sank Meister Dietrich in die Gruft, und fein Name als fast alleiniger Bewahrer und Mehrer ehrwürdiger Kunstüberlieferungen war so groß, daß noch anderthalb Jahrzehnte später der hundertjährige berühmte Hamburger Organist Johann Reinken sich neben Buxtehude begraben ließ, um in so würdiger Nachbarschaft den jüngsten Tag zu erwarten. Wesentlich zwei Schüler haben Buxtehudes Ansehen noch erhöht: einmal in Husum der genialisch veranlagte Nikolaus Bruhns, dessen feurige Tonwerke in diesen Tagen eine Erstausgabe erleben, laut deren er gewiß nur durch den frühen Tod verhindert worden ist, sich zu einem der Führendenden im weiten Musikbarock zu entfalten; der andere aber ist wirklich das größte Genie dieser und wohl aller Zeiten deutscher Musik geworden: Johann Sebastian Bach. Wenn auch der nachmalige Leipziger Thomaskantor geistig bei vielen Meistern
der Generation vor ihm in die Schule gegangen ist, bei Pachelbel und Böhm, bei Frober - ger und Reinken, so ist doch Buxtehude unter ihnen der einzige gewesen, der persönlich — wohl vor allem als genialer Drgelftegreiffpieler — den jungen Riesen aufs stärkste gefesselt hat. Anders wäre es nicht zu erklären, daß der damalige Arnstadter Organist Sebastian seinen Reifeurlaub nach Lübeck um Monate überschritten und sich so beinahe um sein erstes Amt gebracht hat.
In der Tat ist das reich in Handschriften erhaltene und erstmals durch den Bachbiographen Ph. Spitta veröffentlichte Orgelschaffen Buxtehudes höchst erstaunlich zu nennen. Nordisch-mystische Phantastik ist ihr stärkstes Merkmal, eine kühne Freiheit des Ausdrucks und der Gestaltung, ein oft schier fesselloser „Sturm und Drang" schon mehr denn hundert Jahre vor der eigentlichen Romantik; die Drachenornamentik des alten Nordens, die Zierfreude des Osebergschiffs scheint hier ebenso wiedergeboren zu sein wie die erhabene Strenge der Riesenwände an den Backsteinkirchen zu Lübeck, Wismar und Rostock, aber auch das heimelige Helldunkel barocker Kirchgestühle und Ratsstüblein in den gleichen Gotteshäusern. Eine süße Herbigkeit, ein kühnes Vordringen auf bislang unerprobte Klanggebiete, die übermütige Freude an eigener Spielvirtuosität erfüllen diese Abschnittsfugen mit ihren rauschenden Präludien, welche problematische Artistik und doch auch vollendete Volksnähe in höchst eigenartiger Weise zu verbinden wissen — die großen „Präludien und Fugen" Bachs sowohl in der Weimarer wie in der Leipziger Epoche bedeuten letzte Steigerung und Erfüllung des von Buxtehude prophetisch Erschauten und Ersehnten.
Doch Buxtehude hat sich nicht auf Orgelwerke beschränkt, wobei auch herrliche Toccaten und Choralbearbeitungen, Passacaglien und Phantasien zu rühmen wären, hat nicht nur feine Kammertrios für Geige, Gambe und Cembalo daneben gestellt, die heute wieder von Verehrern alter Musik in Klang umgesetzt werden, sondern ist vor allem auch ein Meister des kirchlichen Chorsatzes mit Orchester gewesen. In der Geschichte der evangelischen Kantate steht er groß um 1700 da als eindringlicher Tonprediger des „Worts". Gewiß nicht so lodernd und rüttelnd wie sein großes Vorbild Heinrich
Schütz, und auch nicht so ins Jenseitige hinüber- aewachsen wie sein vergeistigter Nachfahre Bach, sondern erdnäher, volkstümlicher, zeitgebundener als beide — aber doch auch hier mit jener gelegentlichen Tiefenschau begabt, seherhaft in die Weiten nordischer Gottesbewußtheit entrückt, wie es plötzlich mystische Adagiostellen in seinen Kantaten vielfach erleben lassen.
Man nennt Buxtehudes Kantaten gern „Abendmusiken" — das Wort bedeutet aber eigentlich ein Dreifaches. Erstlich die Veranstaltung musikalischer Vespern irgendwelcher Art an der Lübecker Marienkirche, wo der auch als Orgelkomponist ausgezeichnete Tunder und dann sein Schwiegersohn die großen Handelsherren auf dem Weg von oder zur Börse auf ein halbes Stündchen der Andacht und künstlerischen Erbauung festzuhalten vermocht harten. Zweitens ist „Abendmusik" eben die — wotz nicht wie anderswo im Hauptgottesdienst, sondern in der Abendandacht aufgeführte — Kirchenkantate; so hat Max S e i f f e r t in den „Denkmälern deutscher Tonkunst" und in seiner Sammlung „Organum" eine ganze Reihe derartiger Einzelwerke über das Sonntagsevangelium oder über Bibelsprüche neugedruckt, die Buxtehude auf dem Weg von Schützens „geistlichem Konzert" zu dem Typ der durch Bach, Telemann, Graupner, Friedrich Fasch berühmt gewordenen „Kantate" des geistlichen Dichters Erdmann Neumeister zeigen. Drittens und vor allem aber bedeutet „Abendmusik" einen Zyklus von fünf oder sechs Kantaten über das gemeinsame allegorische Grundthema einer ganzen kirchlichen Jahreszeit hinweg — dieser Buxtehudische von dramatischem Geist getragene Gedanke hat u. a. in seiner (verschollenen) „Hochzeit des Lamms" oder einer (vor wenigen Jahren in Upsala neu entdeckten) oratorienhaften Gestaltung des jüngsten Gerichts" seinen Niederschlag gefunden und zu Buxtehudes Zeit lebhafte Bewunderung geweckt — wieder aber ist ein Bachsches Werk zum vollendeten Wahrzeichen solchen Buxte- hudischen Wollens geworden: das „Weihnachtsoratorium", das eine Kantatenkette für die sechs Festtage vor Weihnachten bis Epiphanias darstellt. Von diesem herrlichen Kunstwerk zurückschauend, erkennt man am ehesten die Bedeutsamkeit des Lübecker Gedankens einer zyklischen Abendmusik und
gedenkt voll verehrenden Dankes des Meisters Buxtehude, der ihn erstmals ausgesormt und verwirklicht hat.
Heute sind — durch Neuausgaben auch des Bä» renreiteroerlages und der Ugrinogefellschaft — rund ein halbes hundert Buxtehudischer Solo- und Chorkantaten wieder zugänglich und erweisen ihre starke Kraft an den kirchlichen wie künstlerischen Gemeinden. Luthersche Rechtgläubigkeit und Gefühlsinbrunst des jungen Pietismus treffen sich hier mit regem Mufikantentum und einer wahrhaft tondichterischen Gabe des vertiefenden Neugestaltens, die Buxtehude — obendrein einen Könner von beherrschender Kunsttechnik — zur stärksten Potenz seiner so reichtalentierten Zeitgenossenschaft machen; seine Musik bedeutet einen Gipfel hansischer Kunst, sie ist klanggewordene nordische Marienkirche, tönende Backsteingotik schlechthin.
Zeitschriften.
— „Die Kun ft", Monatshefte für M a - lerei, Plastik und Wohnkultur (Verlag Bruckmann, München) machen uns in ihrem Junt- Heft mit charakteristischen Arbeiten des Staatspreisträgers 1936/37 Josef Pieper bekannt. Griebitzsch würdigt Pieper als Vertreter der vorwärtsweisen- den Richtung, der durch Fleiß und künstlerische Eigenart diese Anerkennung des Reiches verdient hat. Die Arbeiten von Peter Otto Heim behandelt Georg von der Dring an Hand von Abbildungen einiger Werke des Künstlers. Nemitz betont in feinem Aufsatz „Bildhauer-Nachwuchs", daß in der Bewertung der jungen Künstler von Begabung und handwerklichem Können ausgegangen werden muh. Ulrich Christoffel beschließt seine Arbeit „Jüngere Münchener Maler" mit gut ausgewählten Meistern. Im zweiten Teil des Heftes bringt Dr.-Ing. Gut neue Land- und Stadtkirchen. Landhäuser und Beiträge über Innenarchitektur zeigen uns die schlechthin ideale Erfassung der Wvhnbedürfnisse. Fritz Junghans gibt mit seinem Aufsatz „Unser Eßgerät — und wie es wurde" einen ausgezeichneten Beitrag zu diesem vielseitigen Heft. Im Nachrichtenteil wird über die Frühjahrsausstellung der Preußischen Akademie der bildenden Künste referiert


