ziehen. Die Millionen unseres Volkes, die Angehörige fremder Staaten sind und sich mit völkischem Selbsterhaltungswillen zum deutschen Gesamtoolk bekennen, warten auf unsere Hilfe!
Bedenke, Reichsdeutscher, daß du in den sicheren Grenzen des Reiches verpflichtet bist, dich in opferbereiter Kameradschaft zu deinen Volksgenossen draußen zu bekennen! Deine Mitgliedschaft im Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) beweist deine volksdeutsche Kameradschaft!
Das BOA.-^ahrbuch 1937.
Zum drittenmal erschien zu Pfingsten im Verlag Grenze und Ausland das Jahrbuch des VDA. Der erste Band trug den Namen „Andreas Hofer", der zweite den Namen „Prinz Eugen" und in diesem Jahr trägt der Band den Namen „Hermann B l u m e n a u". Die großen Verdienste dieses Führers der deutschen Auswandererbewegung würdigen die ersten Aufsätze, die klar den Lebensweg und die Taten Blumenaus zeigen. Ein Tatmensch ist Blu- menau gewesen, der sich nicht begnügte, seine Erkenntnisse in Reden und Aufsätzen bekanntzugeben, sondern sie auch in die Wirklichkeit umsetzte. Diese Wirklichkeit war die Gründung der Mustersiedlung Blumenau im südbrasilianischen Staate St. Catharina. Daß seine Arbeit schon zu seinen Lebzeiten anerkannt war, zeigt die Auszeichnung Blumenaus auf der Pariser Weltausstellung in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Für seine vorbildliche Arbeit bekam Blumenau die goldene Medaille. Auch sonst gibt das Jahrbuch wieder Berichte aus den verschiedenen deutschen Volkstumsgebieten. Die Chronik des Jahres zeigt in knappen Sätzen einen Ueberblick über die wichtigsten Ereignisse in den deutschen Volksgruppen. Aus diesen Berichten ersehen wir, wie die deutschen Volksgruppen überall große Widerstände zu überwinden haben, manchmal auch ungeheure Not ertragen müssen, nur weil sie Deutsche sind und an ihrem Volkstum festhalten, anderseits aber auch gerade durch diese Not immer fester sich zu einer Einheit zusammenschließen. So legt auch das VDA.-Jahrbuch 1937 wieder Zeugnis ab über die Leistungen der Deutschen in der Welt, mit denen wir durch die unlösbaren Bande des Blutes für immer verbunden sind. L. Blunck.
Balkanreise
des Reichsaußenministers.
Besuch in Belgrad, Sofia und Budapest.
Berlin, 2. Juni. (DNB.) Der Beichsminisier des Aeußeren, Freiherr von Neurath, wird Jugoslawiens, Bulgariens und Ungarns einen Besuch abstatten.
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Die Ankündigung wird nicht verfehlen, gewisse Kaffeehaus-Politiker in eine um so lebhaftere Bewegung zu versetzen, als sie bisher von diesem Besuche nichts gehört haben. Mit Schmunzeln denken wir an die Fülle der Kombinationen, mit der diese Zeitgenossen die Reisen des Ministerpräsidenten Göring und des Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht nach dem Balkan behängt haben. Die Wahrheit ist viel einfacher. Insbesondere Belgrad befindet sich nach geschäftlich sehr mühevollen Jahren in einem starken wirtschaftlichen Auftrieb, der sich dem ganzen Lande mitteilt, wo noch zu allererst die Parole gilt: „Hat der Bauer Geld, so hat's das ganze Land". Der rege deutschsüdslawische Warenaustausch hat den südslawischen Bauern bereits große Möglichkeiten eröffnet, die aber noch lange nicht ausaeschöpft sind. Insbesondere kann die südslawische Landwirtschaft von wenigen Hauptkulturen, die der Weltkonjunktur und der Witterung gleicherweise unterworfen sind, hernnterkommen zugunsten einer Vierzahl von Kulturen, welche Wetter wie Konjunkturrisiko besser verteilen. Die Förderung moderner landwirtschaftlicher Methoden geht damit Hand in Hand. Zum Ausgleich hat Deutschland große An- laaelieferungen erhalten, so daß die südslawischen Eisenwerke früher als geplant vollendet sein werden, wovon sich der Ministerpräsident Dr. Sto- j a d i n o w i t s ch neulich bei einem Besuche über- zeugeti konnte. Seine Regierung nutzt die Gunst der Stunde nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich, und gerade zur Zeit schweben Versuche, eine Art Zollunion mit Bulgarien zustande zu bringen. Aehnlich sind unsere Beziehungen zu Bulgarien selbst, die noch durch gemeinsamen Kriegserinnerungen gefestigt werden. In Budapest wird der deutsche Außenminister seine südslawisch-bulgarischen Eindrücke auf die Verhältnisse im mitteleuropäischen Raume (im engeren Sinne) abstimmen können.
Das belgische Amnestiegesetz angenommen.
Die Amnestierung der flämischen Aktivisten
Brüssel, 2.Juni. (DNB.) Die Kammer hat am Mittwoch nach einer stürmischen Aussprache den Gesetzentwurf über die politische Amnestie verabschiedet. Bei der Schlußabstimmung wurden 96 Stimmen für die Vorlage und 75 dagegen abgegeben. 16 Abgeordnete haben sich der Stimme enthalten. Um eine Mehrheit für den Entwurf zu gewinnen, hatte die Regierung einen Zusatzantrag gestellt, wodurch die politische Amnestie insofern eingeschränkt wird, als von der Wiedergewährung des passiv en Wahlrechts diejenigen ausgeschlossen sein sollen, die von einem belgischen Gericht nach dem Kriege zum Tode verurteilt worden waren. Diese Einschränkung bildete den Hauptgegenstand der Aussprache.
Ministerpräsident van Z e e l a n d betonte, daß ein Amnestiegesetz notwendig sei, weil es von einer großen Mehrheit des flämischen Volkes gefordert werde, aber man müsse auch auf die Stimmung des anderen Teiles der Bevölkerung, der sich gegen die Amnestie ausgesprochen hat, Rücksicht nehmen. Er sei überzeugt, daß mit der von der Regierung vorgeschlagenen Amnestie die erhoffte und notwendige Beruhigung eintreten werde. Das flämische Volk wolle, daß man Vorgänge, die vor 20 Jahren unter dem Namen „Aktivismus" bekannt geworden sind, vergesse. Der Ministerpräsident wurde während seiner Rede wiederholt von den flämischen Nationalisten unterbrochen, die ihm in Zwischenrufen entgegenhielten, daß er im letzten Wahlkampf in Brüssel eine uneingeschränkte Amnestie den Flamen versprochen habe. Der Sprecher der nationalflämischen Gruppe, Solennere, erklärte, daß die flämischen Nationalisten nicht anders handeln würden als die Aktivisten, die wegen ihres Eintretens für die Sache des flämischen Volkes von den Gerichten verurteilt worden seien.
Bei der Abstimmung über die Einschränkung der Amnestie, bei der die Regierung vorher die Ver
trauensfrage gestellt hatte, wurden 94 Stimmen dafür und 65 Stimmen dagegen abgegeben. 26 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Mit der Verabschiedung der Amnestievorlage ist die Gefahr einer Regierungskrisis vorläufig beseitigt. Staatsminister van Cauvelaerts, der Führer des flämischen Flügels in der Katholischen Partei, erklärte, daß die Regierung mit der von ihr vorgeschlagenen Einschränkung der Amnestie einen politischen Fehler begangen habe, denn jetzt würden diejenigen, denen
die Vorteile der Amnestie nicht in vollem U m- fange zuerkannt würden, in den Augen des flämischen Volkes erneut zu Märtyrern gemacht werden. Trotzdem wolle seine Gruppe für die Vorlage stimmen, weil sie eine Regierungskrise vermeiden wolle. Dieser Gesichtspunkt war entscheidend dafür, daß das Amnesttegesetz nach unendlich schwierigen Verhandlungen nun mit einer allerdings schwachen Mehrheit vorn Parlament verabschiedet werden konnte.
Auf der Suche nach hinreichenden Sicherheiten. Zuversichtliche Stimmung in der englischen presse.
London, 3.Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Blätter heben hervor, daß „Fortschritte gemacht worden seien auf der Suche nach den von Deutschland und Italien geforderten Sicherheiten für die Ueberwachungsschiffe. „Daily Telegraph" meint, man habe sich englischerseits bereits vor dem Ueberfall auf die „Deutschland" mit der Frage stärkerer Sicherheiten befaßt. — Die „MorningPost" berichtet, daß Sowjetrußland bereits seinen ganzen Einfluß aufbiete, um zu o e r- hindern, daß nur di e vier West möchte mit der Nichteinmischung und den damit zusammenhängenden Fragen beauftragt würden. — „Daily Herold", der glaubt, daß noch 8 bis 10 Tage vergehen würden, bis die Frage der Sicherheiten für bte Kontrollschiffe endgültig geklärt fei, hält die Bildung eines Ausschusses aus Vertretern der vier Admiralitäten für das beste, der nach Untersuchung jedes etwaigen „Zwischenfalles" die cmzu- wendende Strafmaßnahme zu beschließen hätte.
Em weiteres Todesopfer der „Deutschland".
Gute Versorgung der Verwundeten in Gibraltar.
London, 2. Juni. (DNB.) Am Dienstagabend erlag im Hospital von Gibraltar der 19jährige Oberheizer Albert Eckart seinen Verletzungen, die er bei dem verbrecherischen bolschewistischen Ueberfall auf die „Deutschland" erlitten hatte. Damit erhöht sich die Zahl der Toten der „Deutschland" auf 25. In Meldungen aus Gibraltar heißt es, daß das Panzerschiff „Deutschland" voraussichtlich bald Gibraltar an- laufen werde, um die verwundeten M a - trosen aufzunehmen, deren Genesung gute Fortschritte mache.
Zahlreiche Anfragen von Angehörigen der Besatzung des Panzerschiffes „Deutschland" veranlassen das Oberkommando der Kriegsmarine zu folgender Bekanntgabe: Die Veröffentlichung der Namen der bei dem heimtückischen Ueberfall auf das Panzerschiff „Deutschland" gefallenen ober verletzten Besatzungsangehörigen ist amtlicherseits inzwischen abgeschlossen. Die Angehörigen sind burch bas Oberkom- manbo ber Kriegsmarine entsprechen!) benachrichtigt. Soweit keine Benachrichtigungen er
folgt sinb, befinben sich die übrigen Besatzungmitglieder wohlauf.
Die vier Schwestern, die von England aus in Sonderflugzeugen nach Gibraltar geschickt worden sind, um die auf der „Deutschland" verwundeten deutschen Matrosen pflegen zu helfen, sind am Mittwochnachmittag an ihrem Bestimmungsort eingetroffen. Sie haben sich sofort ins Krankenhaus begeben, um dort die Krankenschwestern, die Tag und Nacht gearbeitet haben und dringend der Ruhe bedürfen, abzulösen. Auch sonst kümmert man sich in Gibraltar in hervorragendem Maße um die deutschen Patienten. Der Leiter des Sant- tätswesens hat über den Rundfunk die Bevölkerung gebeten, deutsche Bücher und Zeitschriften zur 23er» süaung zu stellen.
Anläßlich der Verluste, die die deutsche Kriegsmarine durch den Bombenabwurf auf das Panzerschiff „Deutschland" erlitten hat, haben das Beileid ihrer Regierungen dem Auswärtigen Amt zahlreiche fremde Missionschefs übermittelt.
Dank und Anerkennung für die „Deutschland".
Berlin, 2. Juni. (DNB.) Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Rae - der, hat dem Kommandanten und der Besatzung des Panzerschiffes „Deutschland" folgende Anerkennung ausgesprochen:
„Das Panzerschiff .Deutschland* hat auf der Reede von Ibiza am 29. Mai bei dem heimtückischen Ueberfall roter spanischer Flugzeuge eine große An zahl braver Kameraden verloren. Ein Mehrfaches der Zahl der Toten ist mehr ober minder schwer verletzt worden. Trotz dieses unerwarteten Heb erfülle inmitten friedlicher Tätigkeit hat die Besatzung sowohl gegenüber den Bombentreffern als auch bei der Beseitigung ihrer Folgen eine Haltung gezeigt, die ich hoch anerkenne. Die vom Befehlshaber der Panzerschiffe mir vorgetragene Bitte des Kommandanten und der Besatzung des Panzerschiffes .Deutschlands das Schiff nicht vorzeitig zur Reparatur in die Heimat zurückzuholen, zeigt mir den vortrefflichen Geist, der die ganze Besatzung beherrscht. In besonderer Anerkennung ihrer Haltung und ihres Geistes gebe ich ihrer Bitte statt."
Dienstag sind die Unterseeboote „11.28", „11.33", „II. 34" und „U. 35" nach den spanischen Gewässern ausgelaufen.
Das neue japanische Kabinett des Fürsten Kvnve gebildet. Die beiden großen Parteien des Reichstages in der Regierung vertreten.
Tokio, 3. Juni. (DNB. Funkspruch.) Fürst Konoe konnte ohne besondere Schwierigkeiten fein Kabinett bilden. Der bisherige Kriegsminister S u g i y a m a und der bisherige Marineminister V o n a i stellten sich Fürst Konoe rückhaltlos zur Verfügung, was besonders bemerkenswert ist, weil der Fürst die Einbeziehung zweier Parteivertreter ins Kabinett für notwendig hielt. Dies entspricht ber Rolle, die die Seijukei- und Minseito-Partei beim Sturz Haya- shis spielten. Je ein Vertreter dieser Parteien wurde ausdrücklich in seiner Eigenschaft als Parteimitglied in das neue Kabinett aufgenommen. Die Seijukei entsandte Nakajima, einen bekannten Industriellen und Pionier der japanischen Flugzeugindustrie, der zum Eisenbahnminister ernannt wurde. Die Minseito schickte ihren Vorsitzenden N a g a i selbst ins Kabinett, der den Posten des Derkehrsministers erhielt. Aus dem Hayashi-Kabinett wurde außer dem Kriegsund Marineminister auch der Justizminister Shiono übernommen. Das Verbleiben des Fi- nanzministers P u k i, das in Wirtschaftskreisen gewünscht wurde, scheiterte aber an der Unzufriedenheit der Wehrmacht. An feine Stelle tritt der bisherige Vizefinanzminister Kaya. Das Innenministerium übertrug Fürst Konoe Dr. E. Baba, dem ehemaligen Finanzminister unter Hirota, als seinem persönlichen Berater.
Der neue Ministerpräsident Fürst Fumimaro Konoe ist im Oktober 1891 in Tokio geboren als Sohn des damaligen Präsidenten des japanischen Herrenhauses. Er studierte Jurisprudenz auf der kaiserlichen Universität Kyoto und trat 1918 in das Innenministerium ein. Unter Führung des Fürsten Saionji war Konoe Mitglied der japanischen Abordnung in Versailles. 1933 wurde er Präsident des, Herrenhauses. Ein Jahr später ging er im amtlichen Auftrag nach den Vereinigten Staaten, 1936 wurde er nach dem Offiziersputsch vom Kaiser mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt, lehnte aber den Auftrag wegen schlechter Gesundheit ab. Der Bruder des Fürsten ist als Leiter des symphonischen Orchesters in Tokio durch mehrfache Konzerte auch in Deutschland bekannt geworden.
„Asahi Shimbun" glaubt, daß Prinz Konoe als Ministerpräsident stark genug sein werde, d i e Gegensätze zwischen dem Militär und den Parteien ausgleichen zu können. Das Blatt erwartet jedoch, daß den Parteien im Rahmen der Verfassung das Recht zu verantwortlicher Mitarbeit zugestanden werde. „Kukomin Shimbun" hebt hervor, das neue Kabinett stehe vor der schweren Aufgabe, das Vertrauen des Volkes zur Regierung zurückzugewinnen, ohne daß eine erfolgreiche Arbeit des Kabinetts in Frage gestellt sei.
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General Hayashi hat knapp vier Monate als Ministerpräsident die Geschicke Japans geleitet, um nunmehr einem Nachfolger zu weichen, der zwar nicht der Vertrauensmann einer Reichstagsmehrheit ist, wohl aber bereit scheint, nicht unbedingt gegen das Parlament zu regieren. Was in Japan
oorgeht, erschöpft sich nicht darin, daß die wahlberechtigten Japaner sich noch nicht von den alten Parteien getrennt haben, daß sie also noch immer an die „Segnungen" der westlichen Demokratie glauben. Denn so viel Einrichtungen Japan von Europa und Nordamerika übernommen hat, um seine politische Gestalt zu formen, Geist und Wesen Japans selbst sind dadurch nicht umgeformt oder gar erneuert worden. Wir können uns nicht gut oorfteUen, welche Macht und welchen Einfluß auf das japanische Volk die Tatsache ausübt, daß das Herrschergeschlecht feit 2500 Jahren mit der Geschichte Japans verbunden ist. Seitdem Japan in die Geschichte der Gegenwart eingetreten ist, hat es politische Parteien und parlamentarische Formen herausgebildet, aber die parteibildenden Kräfte find in der Hauptsache sozialer und wirtschaftlicher Natur. Immerhin, das japanische Volk hat sich bei den Wahlen abermals zu diesen Parteien bekannt, so daß es für die Regierung des Generals Hayashi schwer war, gegen die Reichstagsmehrheit zu regieren. General Hayashi kam zur Regierung, als die innerpolitische Spannung zur Entladung drängte, als das Heer sowie jene Kreise, die zu einer nationalen Erneuerung drängen, die demokratisch-parlamentarischen Formen zu zerbrechen suchten. Japans Krise ist nicht eine Staatskrise in dem Sinne, ob überalterte Parteien die Macht behalten sollen oder nicht, es ist vielmehr eine Krise, in der die nativ- nale ßrneueru'ng zum Ausdruck kommt. Das alles ist noch im Fluß, was auch daraus hervor- geht, daß der Kaiser es vorgezogen hat, einen Staatsmann, den Fürsten Konoe, mit der Bildung der Regierung zu beauftragen, von dem fest- steht, daß er den an sich unvermeidlichen lieber» gang nicht durch innerpolitische Kämpfe, sondern durch Abwarten und Ausgleichen oorbereiten will. So vollzieht sich auch in Japan eine Wandlung, die der Tatsache gerecht zu werden sucht, daß ein Volk von dieser Wachstumskraft und Wachstumsschnelle Aufgaben zu lösen hat, die nicht nur seine Politik bestimmen, sondern auch die Entwicklung des Fernen Ostens. Die Regierung des Generals Hayashi war zu kurzlebig, um erkennen zu lassen, mit welchen Mitteln die (Erneuerung Japans gestaltet werden soll. Konoe hat in dieser Hinsicht den Weg frei sowohl in der inneren als auch in der äußeren Politik. Ev.
Australiens Vorschlag eines Pazifikpatts.
Kühle Aufnahme in Amerika und Japan
London, 3. Juni. (DNB. Funkspruch.) „Morning Post" berichtet^daß auf der Reichskonferenz der australische Premierminister Lyons ausführ- lick über den von ihm befürworteten Pazifik- plan berichtet habe. Don diesem Plan sollen Australien, Neuseeland, die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Sowjetrußland, Japan, China, Großbritannien, Frankreich und Holland erfaßt werden. Lyon schlug vor, daß die britische Regierung die Initiative für die Vorverhand
lungen übernehme. Sollten die Stellungnahmen der genannten Staaten zu dem Plan genügend aussichtsreich ausfallen, so solle zum Abschluß des Vertrages eine Konferenz einberufen werden, die möglicherweife in Tokio stattfinden werde.
In London sollen die Vorschläge des australischen Premierministers nicht gerade mitBe» geifterung ausgenommen worden fein. Die britische Regierung habe weniger Interesse an dem Abschluß derartiger Verträge als die Dominien, sie sei daher skepttsch. Man verweise auf den Kellogg-Pakt und erkläre, daß ein neuer Pakt kaum weitere Sicherheiten bieten könne. Außerdem hänge alles von Japan ab, es fei kaum denkbar, daß eine neue Konferenz ein Problem lösen würde, an dem sich bisher alle diplomatischen Bemühungen zerschlagen hätten. Auch in den Vereinigten Staaten und selbstverständlich in Japan habe der Plan recht kühle Aufnahme gefunden.
Feldmarschall Mannerheim.
Finnlands Feldmarschall Carl Gustaf Mannerheim feiert am 4. Juni feinen 7 0. G e - b u r t s t a g. Nach der Niederlage des Ruffenreichs rief im Dezember 1917 der finnische Landtag die Unabhängigkeit des Landes aus, mußte diese aber gegen die bolschewistischen Horden blutig verteidigen. Der Führer der finnischen Armee wurde Ge-
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neral Mannerheim, der in kaiserlich russischen Diensten gestanden hatte. Nach.dem Abschluß eines Freundschaftsoertrages mit Deutschland eilten deutsche Truppen zu Hilfe, die von General v. d. G o 1 tz geführt wurden. Drei Bataillone und drei Kanal- lerie-Schützenregimenter bildeten eine Ostseedivision. Von Tammersfors in der Richtung auf Wiborg traten die Truppen Mannerheims an, während deutsche Truppen unter Mitwirkung der Flotte Hel- fingfors (heute Helsinski) besetzten und sich den Weg ins Innere bahnten. Bei Lahtt-Tavastehns siegten die vereinigten Streitkräfte über den roten Feind, so daß Finnland im April 1918 als befreit gelten konnte. Mannerheim wurde finnischer Feldmarschall und Reichsoerweser, bis 1919 eine endgültige Regierung hergestellt wurde. Seitdem ist er Ehrenchef des finnischen Schutzkorps und wird von seinem Volke als einer seiner verdienstvollsten Männer verehrt. In Deutschland, wo die (Erinnerung an gemeinsame Waffentaten stets lebendig gehalten wurde, wird man des 70. Geburtstages des Befreiers von Finnland freundlich gedenken.
Der Leistungswettbewerb des deutschen Landvolkes.
Berlin, 3. Juni. (DNB. Funkspruch.) Reichs- bauernfuhrer Darr6 hat eine Anweisung für die Durchführung des Leistungswettbewerbs des deutschen Landvolks erlassen. Zweck dieses Leistungs- Wettbewerbes ist es, die Bauern und Landwirte z u noch stärkerem Einsatz im Kampf um o i c Nahrungsfreiheit anzuspornen. Die O r t s b a u e r n f ü h r e r haben im Einvernehmen mit dem zuständigen Wirtschaftsberater aus ihrer Ortsbauernschaft den Betriebauszuwählen, der am vorbildlichsten den Forderungen der Erzen- gungsschlacht entsprochen hat. Sie sind der Kreisbauernschaft zu melden. Kommt der Hof des Orts- bauernführers selbst für die Auszeichnung in Frage, so schlagt ihn der zuständige Wirtschaftsberater dem Krelshauernführer vor, der den Vorschlag zusammen mit den anderen Vorschlägen an die Landesbauernschaft weiterleitet.
Bei der Auswahl der Betriebe sind folgende Gesichtspunkte besonders zu beachten. Guter Kultur- zu stand von Acker und Grünland, Stand und Leistung der Viehhaltung auf wirtschafts- eigener Futtergrundlage, W i r t s ch a f s f ü h r u n g im Sinne der Erzeugungsschlacht unter besonderer Berücksichtigung der von Ministerpräsident Göring verkündeten Maßnahmen, Pflichterfüllung gegenüber Volk und Staat. Bei der Auswahl der Betriebe ist entscheidend der verstärkte Leistungskampf in der Erzeugungsschlacht und die Führung des Be- triebes im Sinne der nationalsozialistischen Agrarpolitik. Die in den Ortsbauernschaften ausgewählten Betriebe erhalten am Erntedanktag eine Anerkennungsurkunde. Als Vertreter der im ganzen Reich ermittelten Siegerbetriebe wirb ferner am Erntedanktag dem Führer eine Abordnung vorgestellt werden. Die Betriebe dieser Bauern und Landwirte werden durch eine Kommission besichtigt werden.
Oer Führer auf der Führertagung der Partei.
Berlin, 2 Juni. (DNB.) Am Mittwochvormit- tag fand in Berlin eine Tagung öes gesamten höheren Führerkorp s^d e r Partei statt. Zu Beginn der Tagung gedachte der Stellvertreter des Führers der toten und verwundeten Kameraden, die in Spanien Opfer eines internationalen Verbrechertums wurden. Der Reichsführer SS. Heinrich Himmler beleuchtete aus feiner Praxis als Chef der Deutschen Polizei die sittlichen Gefahren, die das Volkstum und feine Zukunft bedrohen, wenn sie nicht mit der Energie bekämpft werden, die der Nationalsozialismus gerade auf diesem Gebiet für erforderlich hält. Alle polizeilichen Maßnahmen, so notwendig und wichtig sie auch seien, vermöchten diese Gefahren nicht zu beseitigen, wenn nicht das ganze deutsche Volk an der positiven Lösung der bevölkerungspolitisch entscheidenden Aufgaben mithelfe und die weltanschauliche Erziehung der deutschen Menschen den liebeln an die Wurzeln gehe.
Die Tagung fand am Nachmittag ihren Höhepunkt und Abschluß mit einer mehr als zweistündigen großen Rede des Führers, in der er die außenpolitische Lage, die wirtschaftlichen Probleme


