Ur. 126 Erstes Blatt
18 7. Jahrgang
Donnerstag, 3. Juni 1937
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Polen und die Jagellonische Idee.
Von unfeiem Dr. K.-Berichterstatter.
(Nachdruck verboten.)
Warschau, Ende Mai 1937.
3n jedem phantasiebegabten polnischen Politiker — und welcher Pole verfügte nicht über ein gerüttelt Maß politischer Phantasie? — steckt die 500 Lahre alte Vorstellung eines Reiches von der Ostsee zum Schwarzen Meere, wie es jener Litauerherzog I a g i e l l o zu verwirklichen vermochte, als er 1386 die Polenkömgin Hedwig geheiratet und damit Polens Krone gewonnen hatte. Was seit Jahrhunderten nicht mehr Wirklichkeit ist, blieb dennoch lebendiger Wunschtraum von Generalen und Dichtern, von Ministern und Gelehrten. Wieoiele polnische Heeressäulen sind zur Erfüllung dieses Gedankens den Dnjefter, den Bug und den Dnjeper abwärts Marschiert! Auch das wiedererstandene PolSn schickte sofort seinen Blick in diese Richtung, und das Kiew- Abenteuer wäre ihm fast teuer zu stehen gekommen, hätte nicht das Feldherrntalent des Marschalls Pilfudski den Gegenstoß der Roten Armee an den Toren Warschaus aufgehalten. Der nationale Expansionsdrang in dieser Richtung hat seitdem nachgelassen, das Idol einer Machtverbindung von Meer zu Meer ist aber geblieben. Als vor noch nicht einem Monat der polnische Außenminister Beck seine Reise nach Bukarest antrat, hatte er, der so realpolitisch zu denken und zu handeln vermag, etwas von der alten Iagellonischen Romantik in Bereitschaft, nur daß sie unter seinen Händen gleich beachtliche Nützlichkeitswerte erhielt, und wenn jetzt von dem Staatsbesuch des polnischen Staatspräsidenten M o s c i ck i nach Bukarest die Rede ist, bann wird ihm das Werben um die rumänische Freundschaft ein Stückchen Wirklichkeit im Reich des Traumes fein.
Freundschaft ist in diesem Falle etwas anderes als Vertrag, es ist Beseitigung einer letzten Scheu Rumäniens, sich auf eine mit Polen gleichgerichtete politische Linie zu stellen und so die Kette, die Polen an die Ostsee bindet, zum Schwarzen Meer hin zu verlängern. Ist hier der Faden angeknüpft, dann werden auch die baltischen Staaten eher geneigt sein, sich der großen polnischen Idee einer Sperrmauer zwischen Oft und W e ft anzuschließen. Soweit ist es heute noch nicht. Käme es allein auf Verträge an, dann wäre der Kreis bereits geschloffen. Seit dem 3. März 1921 befindet sich Polen mit Rumänien in einem Bündnisverhält- nis. Der Vertrag ist mehrfach verlängert und gilt noch bis zum Jahre 1941. Er richtet sich eindeutig und einseitig gegen d i e Sowjetunion und vereinbart die gegenseitige Hilfeleistung der Vertragschließenden im Falle eines nichtprovozierten Angriffes auf die Ostgrenze eines von ihnen.
Aber Polen hat v i e l e r l e i Verträge, die, wenn sie etwa alle gleichzeitig in Wirksamkeit treten und von Polen aktiv betätigt werden sollten, Polen in die widerspruchvollste außenpolitische Lage bringen und geradezu Sprengwirkung ausüben müßten. Da ist das alte Militärbündnis mit Frankreich, ein Instrument, das Oberst Beck bis in die letzte Zeit hinein so meisterhaft zu spielen vermochte, daß es ihm eine Rüstungsanleihe von Frankreich einbrachte, ohne daß er sich bereit gefunden hatte, die von Paris gewünschte Aussöhnung mit Prag herbeizuführen. Da ist der Nichtangrif f s pa ft mit Moskau, der nicht aufgegeben wird, obwohl Polen im eigenen Lande jede kornmunistiiche Regung mit Stumpf und Stiel vernichtet. Und da ist der Freundfchaftsvertrag mit Deutschland. Also wie man sieht, ein ganzes Arsenal von Pakten, deren Fülle nur dann nicht widersinnig erscheint, wenn man den ihnen von Polen zugedachten Zweck als den erkennt^ der er ist, nämlich als das Aufwerf en v o n n ch utz - wällen im Osten und im Westen, um dazwischen die Verbindung zwischen Gdingen und Constanza ungestört auszubauen, eine Verbindung, die zugleich eine Handelsader und eme strate- aische Sehne darstellt. Hier offenbart sich .ine Politik der Selbständigkeit, die gleichzeitig mit dem Streben nach Gleichgewicht auf der nord-südlichen Cime verbunden ist, indem es sich von jeder Abhängigkeit von irgendeiner Großmacht löst, möchte durch Angliederung weiterer mittlerer und kleiner Staaten ?u einem Machtzuwachs gelangen, der es ihm gestattet sich den anerkannten Großmächten als gleichwertiger Partner gegenüberzustellen. Daß Polen heute schon sich so offen der roten Drohung von Osten her zu stellen wagt, kennzeichne die Kühnheit des ganzen diplomatischen Unter» "^Noch^befindet es sich im Anfangsstadium, noch ist die Stellung der angegangenen Partner niO frört unh es fragt sich, ob diese überhaupt schon wünschen daß es sich Höre, daß die Bedungen ge* 3 S
*: Ä".Ä?Ä ffÄS» ft r a a e liegt wie ein Alpdruck über
WA StoÄ toer.M" nichk°Lch.°N°n den polnischen Pionen
Oer Reichskriegsminister in Rom.
Rom, 2. Juni. (DNB.) Reichskriegsminister,Ge- neralfeldmarfchall v. Blomberg ist am Mittwoch kurz nach 13 Uhr auf dem römischen Flughafen Littorio eingetroffen, wo ihn Mussolini als Minister der italienischen Wehrmacht begrüßte, zusammen mit Außenminister Graf C i a n o , den Unterftaatsfefretären General Pariani, Admiral Cavagnari und General Valle, Marschall B a d o g l i o und Marschall de Bono, Parteisekretär S t a r a c e, General Russo, Chef der Miliz, und General S i c i l a n i. Außerdem hatten sich Botschafter v. Hassel mit den drei Wehrmachtsattaches, Landesgruppenleiter Ettel sowie HI. und BDM. von Rom eingefunden. Nach der Vorstellung schritt der Reichskriegsminister in Begleitung Mussolinis unter den Klängen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes die Front der Ehrenkompanie ab. Unter lebhaftem Beifall der faschistischen Verbände geleitete Mussolini den Generalfeldmarschall zum Kraftwagen. Die Begleitung zum Hotel übernahm Graf Ciano. Auf der Fahrt kam es zu herzlichen Kundgebungen. Generalfeldmarschall v. Blomberg hat am Nachmittag an den beiden Königsgräbern im Patheon, ferner am Grabe des Unbekannten Soldaten sowie am Ehrenmal der für die Revolution gefallenen Faschisten mit dem Hakenkreuz geschmückte Lorbeerkränze niedergelegt. Der König und Kaiser hat um 17 Uhr Generalfeldmarschall v. Blomberg in Privataudienz empfangen. Anschließend begab sich der Generalfeldmarschall in den Palazzo Venezia, wo er mit Mussolini im Beisein des Außenministers Graf Ciano eine ein» stündige, herzlich gehaltene Unterredung hatte. Abends gab die deutsche Botschaft zu Ehren des Generalfeldmarschalls einen großen Empfang, zu dem 300 Gäste geladen waren.
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Giornale d'Jtalia würdigt den deutschen Gast als den Träger der großen militärischen Tradition Deutschlands und betont zugleich, daß der Generalfeldmarschall als Soldat nach Italien gekommen sei, und daß seine Besprechungen vor allem militärischen Charakter haben würden. Der Aufenthalt Blombergs diene der folgerichtigen unmittelbaren Fühlungnahme zwischen der Wehrmacht der beiden befreundeten und in der Achse Ro m—B e r - l i n vereinigten Großmächte. Im Hinblick auf die vielen gemeinsamen Aufgaben der beiden Nationen und auf die bewegte Situation der europäischen Politik, in der sich diese Aufgaben abspielten, sei eine Erweiterung und Vertiefung der Fühlungnahme beider Nattonen notwendig. Diese Begegnung solle trotzdem keine kriege-
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Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg wurde auf dem römischen Flughafen Littorio von dem Duce herzlich begrüßt. Unser Bildtelegramm zeigt Reichskriegs- minifter vonBlomberg beim Abschreiten der Ehrenabordnung der italienischen Luftwaffe. Links: Musfolini, ganz rechts der deutsche Botschafter in Rom von Hassell, neben diesem Außenminister Graf Ciano. — (Associated-Preh-M.)
rische Kundgebung sein, trotz des von Italien und Deutschland gepflegten Geistes der Kriegstüchtigkeit wollten die beiden Länder keineswegs den Militarismus zur einzigen Synthese ihres auf Arbeit und Leistung eingestellten Daseins machen. Die Achse Rom^Berlin richte sich, wie schon mehrfach betont, gegen niemanden. Sie wolle eine Sammlungslinie für andere Nationen fein. So sei auch diese Zusammenkunft in feiner Weise eine beunruhigende Begegnung, sondern die folgerichtige Entwicklung der ruhigen, aber festen Politik der deutsch-italienischen Zusammenarbeit. Die Grundlinien dieser Politik, die auf dem Gefühl für nationale Ehre und für ehrliches Ne- beneinanderleben der europäischen Kulturvölker beruhten, seien auch nach dem Angriff der spanischen Bolschewisten nicht verlassen worden. Italien und Deutschland genössen, weil sie die Ehre Europas hochhielten, den harten Vorzug, das erste Ziel der
bolschewistischen Umttiebe zu sein. So entschlossen sie seien, diese Umtriebe zurückzuweisen, so bestimmt würden sie sich von diesen Herausforderungen nicht hinreißen lassen.
Das Echo in Paris.
Paris, 3. Juni. (DNB.Funkspruch.) Die Pariser Presse stellt die Italien-Reise des Reichskriegsministers Generalfeldmarschall von Blomberg in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Dabei wird das hohe Ansehen, das der Generalfeldmarschall in Deutschland genießt, unterstrichen. Von dieser Feststellung ausgehend, erklärt der „Jour", Blombergs Besuch sei für die Dauerhaftigkeit der Achse Berlin — Rom kennzeichnend. Zugleich stelle er aber eine glückliche Kundgebung für das gute Einvernehmen zwischen Italien und Deutschland in einem äußerst heiklen Augenblick dar.
mit der gleichen Kühnheit des politischen Gedankenfluges zu folgen. Noch zu tief stecken die Sünden der Titulescuschen Desperadopolitik im rumänischen Blut, und w»nn auch König Carol persönlich bemüht ist, die schlimmsten Schäden auszugleicken, so kann das zunächst auch nur eine stärkere Betonung des rumänischen Selbständigkeitsbedürfnisses in der politischen Zielgebung zur Folge haben. Die Gefahren zu starker Bindungen an fremde Konzeptionen haben sich zu kraß im Falle der Tschechoslowakei gezeigt, als daß ein ähnliches Experiment mit anderem Nenner sofort wieder locken sollte.
Natürlich sieht man auch in Warschau diese Zusammenhänge recht genau, allerdings ohne sich dadurch entmutigen zu lassen. Vielleicht kennt man sich auch noch zu wenig, so daß die Staatsbesuche gerade zur rechten Zeit kommen. Manche Frage bleibt auch noch offen. Soll zum Beispiel für Rumänien eine stärkere Anlehnung an Polen die gleich ablehnende Haltung gegenüber der Tschechoslowakei nach sich ziehen? Das würde in Bukarest wegen der wirtschaftlichen Bindungen nicht gern gesehen werden, auch wenn man die Prager Freundschaft mit Moskau als höchst bedrückend empfindet. So hat Rumänien jetzt eine Taktik gewählt, die nicht abstoßend ist, aber elastisch, wie ein Gummiball, der einem fremden Druck nachgibt, aber sich wieder zu runden trachtet, wenn dieser Druck nachläßt. Das hindert das rumänische Volk nicht, Vorbereitungen für einen geradezu königlichen Empfang des ersten Repräsentanten des polnischen Staates'zu treffen. Die alten Jogellomschen Plane, die Präsident Moscicki in seinem Gepäck mitfuhrt, werden mit der gleichen Freundlichkeit und Sympathie betrachtet werden, die man dem hohen Gast entgegenbringt. Uni) das wäre dann auch schon ein beachtlicher Erfolg für die polnische Politik.
politische Gewerbepolizei in Lodz.
Am 10. Mai sprach auf der Vollsitzung der Akademie für Deutsches Recht der polnische Justizmim- fter W Grabowski, wobei er an das Wort Pilsudskis erinnerte: „Ich bin in einem Lande (dem zaristischen Rußland) aufgewachsen, in welchem die Rechtlosigkeit Recht war, in welchem jeder Mensch, wenn er nicht im Trüben fischen wollte sich nach einem Recht sehnen mußte, das über dem Willen, der Willkür und der Laune der Menschen steht." Grabowski führte nun in Berlin aus daß erst das moralische Rückgrat, will sagen: eine innere Wahrheit das Gesetz zum Recht gemacht hätte: „Ein Gesetz, dem es an diesem Rückgrat mangelt, kann sehr wohl eine Sammlung von Vorschriften sein, Recht in der tiefsten Bedeutung des Wortes ist es nie und nimmer. Jegliche doktrinäre Verlogenheit, jegliche unmora
lische Fiktion, mit der die Rechtsverdreher, die im Trüben fischen, nur ihr Unwesen treiben, muß aus dem Gesetz entfernt, ja, mit glühendem Eisen ausgebrannt werden." Ausgezeichnete Leitsätze! Aber am 13. Mai, also wenige Tage, nachdem der polnische Justizminister diese Rede gehalten hatte, wurde die Druckerei der deutschen Zeitungen Mittelpolens in Lodz versiegelt, und zwar ohne schriftliche Angabe von Gründen. Es wurde nur der Anschein erweckt, als seien die Druckereiräume in einem Zustand, der die Gesundheit des Personals bedrohe. Nun waren die Räume eben er ft erneuert worden. Gewerbepolizeiliche Bedenken der Polizei werden gewöhnlich in der Form ausgesprochen, daß dem Besitzer eine Frist zur Behebung der Mängel gesetzt wird. Hier sind aber nicht einmal die Mängel tatsachenmäßig mitgeteilt worden. Unter diesen Umständen fällt es schwer, die Handhabung der Gewerbepolizei in Lodz durch die polnische Polizei mit den hervorragenden Leitsätzen des polnischen Justizministers W. Grabowski in harmonischen Einklang zu bringen.
Gegen das deutsche Schulwesen in Polen.
Bromberg, 2. Juni. (DNB.) Auf Grund der auch für das Deutsche Gymnasium in Bromberg geltenden Bestimmungen besucht der polnische Schüler, der einen akademischen Beruf zu ergreifen gedenkt, nach Ablauf der sechsklassigen Grundschule das vierklassige Gymnasium und dann das zweiklassige Lyzeum. Der lieber» gang aus dem Gymnasium in das Lyzeum erfolgte bisher auf dem Wege der üblichen K l a f f e n v ersetz u n g e n. Ganz plötzlich, kurz vor Schluß des Schuljahres, erging die Anordnung, daß die Gymnasiasten vor dem Uebergang in das Lyzeum eine Abschlußprüfung abzulegen hätten. Diese Neuerung macht einen um so merkwürdigeren Eindruck, als die kurze Zeit bis zur Prüfung selbstverständlich eine Umstellung nicht mehr g e - st a 11 e t e. Da das Bromberger Gymnasium noch immer nicht im Besitz des Oeffentlichkeitsrechtes ist, bedeutete diese Verzögerung, daß die Gymnasiasten ganz unerwartet und ohne entsprechende Vorbereitung vor einer fremden polnischen Prüfungskommission gemeinsam mit fremden polnischen Schülern in einem fremden polnischen Gymnasium geprüft wurden. Hinzu kam, daß die den deutschen Schülern gestellten mathematischen Prüfungsaufgaben erheblich schwieriger waren als die der polnischen Prüflinge.
Die den deutschen Prüflingen zuteil gewordene Behandlung, die diese als bitteres Unrecht empfinden mußten, rief natürlich unter den Eltern
der Schüler größte Empörung und Erbitterung hervor. In einer Elternversammlung beschloß die Elternschaft, dem Kultusministerium eine Beschwerde zukommen zu lassen. Allgemein besteht die Auffassung, daß durch den schlechten Ausfall der Prüfung die Weiterführung der Gymnasialover stufe in der jetzt einzig zulässigen Form des Lyzeums „wegen unzureichender Schülerzahl" verhindert werden soll. Erst kürzlich ist unter einem nichtigen Vorwand die Fortführung der Bauarbeiten am Deutschen Gymnasium in Bromberg verboten worden. Wenn das Bauverbot nicht sofort rückgängig gemacht wird, so ist die Eröffnung des neuen Gymnasiums zum Beginn des neuen Schuljahres (am 1. September) nicht mehr möglich, während gleich- zeittg die Weiterbenutzung des alten Gymnafial- gebäubes verboten ist. Diese Takttk steht in bedauerlicher Uebereinftimmung mit allen Sonder- maßnahmen, die in letzter Zeit gegen die deutsche Volksgruppe in Polen getroffen worden sind, und läßt zusammen mit den Maffenenteignun- g e n oder dem Verhalten des Oeneralfuperinten» deuten Bursche bei den Wahlen der evangelischen Kirche eine Planmäßigkeit im polnischen Vorgehen erkennen.
Volksdeutsche Kameradschaft.
Die Bundesleitung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland tritt mit folgendem beherzigenswerten Aufruf an die Oef- fentlichkeit:
An dreißig Millionen deutscher Volksgenossen leben in fremden Staaten Nachrichten und Berichte geben ein Bild deutscher Not in Böhmen und Rumänien. Aehnliche und oft noch härtere Schicksale tragen anderswo Millionen deutscher Volksgenossen als Angehörige fremder Staaten. Hunger und Arbeitslosigkeit sind die Waffen des völkischen Gegners in diesem großen Seblstbehauptungskampf. Im Kampf um die Schule soll das deutsche Kind der Muttersprache entfremdet werden.
Jeder Schlag, der gegen das Deutschtum draußen geführt wird, ist auch ein Schlag gegen jeden Volksgenossen im Reich. Jede Ehre der deutschen Selbstbehauptung ist deutsche Ehre. Deshalb bekennen wir uns in volksdeutscher Kameradschaft zu denen, die in vorderster Front für unser Volk stehen. Jeder dritte Deutsche lebt im Ausland. Ihnen die Gewißheit zu geben, daß das ganze deutsche Volk zu ihnen steht, ist unsere Aufgabe im Deutschen Reich. Wer von der völkischen Not, der sozialen Bedrängnis, dem Hunger und dem Elend, aber auch von der Opferkraft und Volkstreue unserer Volksgenossen in den fremden Staaten weiß, kann sich der Mithilfe nicht ent»


