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Nr.lttl Zweites Blati

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen)

Montag, Z.Mai (937

Der große Staatsakt im Lustgarten

Scherl-Bilderdienst-M.

Aur die Leistung enWeidet

Mut bekriegte. D i e S P r a ch e? Jawohl! Aber sie hat nicht verhindern können, daß sich Menschen die eine Sprache sprachen, sich oft jahrhundertelang

ei

Dazu werden wir unser Volk über Eigensinn oder Dummheit hinweggehen: Biegen oder eines von beiden! (Stürmischer

des einzelnen Brechen Beifall.) Wir Autorität, die

Und es ist kein leichtes, es i schweres

Schicksal! Denn unsere Lebensprobleme sind schwerer als die anderer Völker. Vielleicht gibt es Völker, die sich den Luxus erlauben können, sich im Innern zu bekriegen, zu hadern, sich die Köpfe em- zuschlagen. Dort, wo die Natur den Menschen alles im Ueberfluß gibt, werden sie vielleicht die notwen­dige Einheit des Handelns und damit des Willens nicht so hoch einschätzen. Wir Deutsche aber sind von der Natur auf dieser Erde mehr als stiefmütter­lich bedacht worden. Ein großes Volk, ein unendlich fähiges Volk, ein fleißiges Volk, ein Volk, das leben will und an das Leben Ansprüche stellen darf, lebt in einem Raum, der viel zu eng und zu begrenzt ist, um selbst bei größtem Fleiß ihm aus Eigenem all das zu geben, was not­wendig ist.

gendeiner anderen Stelle angegriffen wird.

Das gilt auch für alle Kirchen (Stür­mische Zustimmung.) Soweit sie stch um ihre reite

So ist der Vierjahresplan geboren wor­den. Aber wo würden wir mit einem solchen Plan hinkommen, wenn nicht hinter ihm eine TNillionenmasse fest zusammenge­fügter Menschen stände? Dieses gewaltige Werk, das nun vier Jahre lang unser Volk bis in das Innerste erfassen wird, kann nur erfolg­reich gelingen durch den geschloffenen Einsatz des ganzen deutschen Volkes, höchste Anstren­gungen sind notwendig und höchste Leistungen, um diese Aufgaben durchzuführen. Denn an der Spitze unserer nationalsozialistischen Wirtschafts­führung steht nicht das WortTheorie, nicht das WortGeld" oderKapital", sondern das wortProduktion-.

muß ich verlangen: Auch Du mußt ge­horchen können, sonst bist Du niemals würdig oder wert zu befehlen! Das ist die Vor­aussetzung? (Langanhaltende Beifallsstürme.) " erziehen, und

Wenn wir an diesem Tage das Fest der deut­schen Volksgemeinschaft feiern, dann erhebt sich die Frage, was diesem Volk gemeinsam ist. Das Blut? Jawohl! Aber es hat nicht verhindert, daß sich di.s°s.L°tt Sooft gegenleitig Mn-mb-st-n

können nicht dulden, daß diese

die Autorität des deutschen Volkes ist, von ir-

Denrs wir manchmal ausländische Politiker hören:Zu was brauchen Sie andere, erwei­terte Lebensmöglichkeiten?", dann können wir die Frage an sie zurückstellen:Warum legen denn dann Sie so großen Wert darauf? Ge­rade weil dieser Lebenskampf bei uns viel schwerer ist als irgendwo anders, haben wir besondere Konsequenzen aus dieser Tatsache zu ziehen, die unser Schicksal ist. Wir können nicht von Phrasen, von Redensarten und Theorien existieren, sondern nur von dem Ergeb­nis unserer Arbeit, unserer Fähig­keit und unserer Intelligenz.

Dieser schwere Lebenskampf aber wird nicht da­durch leichter geführt, daß jeder seines Weges geht, daß jeder sagt: ich tue, was ich will und was mir gut dünkt. Nein! Wir müssen miteinander leben! Es kann sich keiner von dieser Gemein­schaft ausschließen, weil sich keiner diesem gemein­samen Schicksal entziehen kann Und aus dieser harten und nüchternen Erkenntnis erhebt sich das zwingende Gebot für unsere deutsche Volksgemein­schaft. Sie ist die Voraussetzung zur prakti­schen Durchführung unseres Lebenskampfes. Ich brauche nur auf einen kleinen Ausschnitt dieses Lebenskampfes hinzuweisen: Wir Deutsche haben weniger Rohstoffe als die anderen. Es ist nun unsere Aufgabe, uns unter Einsatz aller Mög­lichkeiten die für die Gütererzeugung fehlenden Roh­stoffe zu sichern. Soweit wir das im Austauschver- kehr mit anderen Völkern tun können» ist es gut Soweit dies nicht möglich ist, können wir nicht sagen: es geht nicht! Sondern nun müssen mensch­licher Geist und menschlicher Wille sich aufraffen, um aus Eigenem Abhilfe zu schaffen.

Wir sind konsequent vorgegangen. Wir haben ge­wissen Schichten auch die Animosität vor der Hand­arbeit weggenommen und den Arbeitsdienst einge- führt. Wenn man sich vorstellt, daß jetzt das Bürger­söhnchen von einst den Spaten schultert und im Moor und Bruch mitarbeitet wie jeder andere, dann ist das ein Erziehungswerk, meine Volks­genossen, das wir für alle tun. (Stürmische Zu­stimmungskundgebung.) Aber wir erziehen auch zum Respektvordergei st igenLei st un g. Wie wir den einen dazu bringen, den Spaten zu respektieren, so den anderen, auch den Zirkel oder die Feder zu achten!

Es gibt nur mehr deutsche Volksgenossen und sie werden nur gewertet nach ihrer Leistung. Wenn einer ein Genie ist, dann werde ich ihn sicher nicht Zeit seines Lebens zum Kartoffelgraben ver« wenden, sondern ihn an eine andere Stelle setzen. Das ist ja letzten Endes die Aufgabe unserer Volks­gemeinschaft. Was heißt denn Sozialismus und Demokratie? Kann es etwas Schöneres geben als eine Organisation, hieraus einem Volk d i e f ä h i g- sten Köpfe herausholt und an die führen­den Stellungen bringt! Ist es nicht wunder­bar für jedes Mütterchen in unserem Volk und für jeden Vater zu wissen, daß vielleicht sein Junge weiß Gott was werden kann, wenn er nur das Talent dazu hat! Das ist der höchste Sozialis- mus, den es gibt, weil er der vernünftigste und der klügste ist. Er kommt uns allen zugute!

Wir haben uns bemüht, die großen Schranken m Stadt und Land umzulegen. Manchem paßt das nicht. Manche ärgern sich noch heute darüber und versuchen, sich mit lächerlichen kleinen Mitteln da­gegen zu wenden. Es war für sie so schön in einer Zeit, in der es nicht eine Fahne gab, sondern wo jeder sein eigenes Fähnchen hatte. Es ist natürlich leichter in einem Verein mit zwanzig Mann eine Rolle zu spielen als in einer großen Volksgemein­schaft. Das sehen wir ein.

Aber die Leute folllen lernen, sich unker- zuordnen, denn alle Menschen müssen sich unterordnen. Wir haben uns auch untergeord­net. Fast sechs Jahre lang bin ich Soldat ge­wesen und habe nie widersprochen, habe stets nur gehorcht, heute hat mich das Schicksal zum Befehlen gebracht. Und von jedem Deutschen

Glauben Sie mir, meine Volksgenossen: es kostet mehr Gedankenarbeit, mehr Anstrengung und Kon­zentration, einen Vierjahresplan aufzustellen und durchzuführen, um unserem Volk die notwendigen Lebensgüter in der Zukunft zu sichern, als etwa die Rotationsmaschinen anlaufen zu lassen, um mehr Papiergeld zu drucken.

Es ist sehr einfach, heute vor ein Volk hinzutre­ten und sagen:Wir erhöhen die Gehälter, die Bezüge und die Löhne" und dann erhöhen wir morgen die Preise. Und es ist sehr einfach zu sagen:Wir vermindern die Arbeitszeit, das heißt die Arbeitsleistung und steigern dafür den Lohn." Das ist vielleicht im Augenblick populär. Aber der Zusammenbruch muß kommen, denn der einzelne lebt ja nicht von einem papier- nen Lohn, sondern von der G e s a m ts u m m e d e r Produktion seiner Volksgenossen. Das ist der primärste Grundsatz nationalsozialistischer Wirt­schaftspolitik. Erst die Mehrung dieser Produktions­güter bedeutet Steigerung der Kaufkraft und damit Verbesserung des Lebens.

Das umgekehrte Prinzip, das wir heute in der anderen Welt sehen: Preissteigerung, Lohnerhöhung, wieder Preissteigerung, wieder Lohnerhöhung, dann dreifache Preissteigerung und wieder doppelte Lohn­erhöhung und dann Geldentwertung und infolge der Geldentwertung neue Lohnerhöhungen und dann erst recht Preissteigerung das könnten wir auch machen. Glauben Sie: es ist zwar schwerer, un­ser Prinzip durchzuführen, über es ist sicherer, und es ist auch a n st ä n d i g e r I (Stürmischer Bei­fall.)

Diese Steigerung unserer Produktion zugunsten unseres Volkes, die Notwendigkeit dieser Steige­rung ergeben sich schon aus einer einfachen Tat­sache: Sechs Millionen Erwerbslose in die Pro­duktion eingliedern, was heißt das anders als für diese nun Verdienenden mehr Güter schaf­fen, so daß auch sie als Konsumenten an der erhöhten Produktion An­teil nehmen können? Aber wir haben nicht nur erwerbslose Arbeiter in Lohn gebracht, son­dern auch die Produktion aller anderen erhöht, um ihrem Lohn damit eine reale Unterlage zu geben. Das ist das ganze Geheimnis der deut­schen Wirtschaftsführung und der deutschen Wirtschaftserfolge! Das ist bisher gelungen, und es wird weiter gelingen.

Ich bin darüber hinaus der Ueberzeugung, daß unser Volk selbst immer mehr gesunden wird bei

Lebensmöglichkeit zu bieten.

Man sage nicht, daß diese Aufgaben gelöst wären und nun nichts mehr zu tun übrig bliebe. Das Leben verpflichtet jedeGenera- fion 3 um eigenen Kampf für dieses Leben. Was aber Jahrhunderte an Vorurteilen und an Unvernunft aufgerichtet haben, das kann man nicht in vier Jahren restlos be­seitigen. Das geht nicht auf einmal! (Stürmische Zustimmung.) Aber den Willen, damit fertig zu werden, den haben wir und niemals werden wir mit diesem Willen kapitulieren! (Brausende Beifallsstürme.) Und wir fassen unsere Auf­gabe auch gründlich an, das werden Sie mir zugeben. Wir haben in diesen vier Jahren Ordnung geschaffen, wir haben dafür gesorgt, daß nicht der Unanständige letzten Endes den Lohn einheimst, sondern daß die Millionen der braven und arbei­tenden Massen in Stabt und Land zu ihrem Erfolg kommen konnten. (Stürmische

Zustimmungskundgebungen.)

Wir haben in Deutschland wirklich gebrochen mit einer Welt von Vorurteilen. Ich sehe von mir ab. Ich bin ja auch ein Kind dieses Volkes und stamme nicht aus irgendeinem Schloß heraus, sondern komme vom Arbeitsplatz. Ich war auch nicht General, sondern ich war Soldat wie Millionen andere (Jubelnde Kund­gebungen der Massen.) Es ist etwas Wunderbares, daß bei uns ein Unbekannter aus der Mil­lionenarmee deutscher Menschen, deutscher Arbeiter und Soldaten, an die Spitze des Reiches und der Nation treten konnte! Neben mir stehen deutsche Menschen aus allen Lebensschichten, die heute zur Führung der Nation gehören: ehe­malige Landarbeiter als Reichsstatthalter; ehemalige Metallarbeiter sind heute Gauleiter usw. Allerdings nehmen auch ehemalige Bürgerliche und ehemalige Aristokraten in dieser Bewegung ihre Stellung ein.

Ls ist uns ganz gleich, woher sie kommen, wenn sie nur zum Ruhen unseres Volkes arbeiten können. Das ist bas Ent- scheibenbe. (Anhaltender Beifallssturm.) Denn wir haben nicht Klassen eingerissen, um neue aufzurichten, sondern wir haben Klassen be­seitigt, um bas beutsche Volk in feiner Ge­samtheit an ihre Stelle zu sehen.

dieser nüchternen, klaren und anständigen, politi- chen und wirtschaftlichen Führung.

Ich sage: politischen Führung, denn diese Erfolge sind primär nicht der Wirtschaft zuzu- chreioen, sondern der politischen Führung. Gescheite Wirtschaftler gibt es ja vermutlich auch woanders, und ich glaube nicht, daß die deutschen Wirtschaftler erst seit dem 30. Januar 1933 gescheit geworden ind. Wenn es früher trotzdem nicht ging, dann nur, weil die politische Führung und Gestaltung unseres Volkes gefehlt hat. (Stürmische Zustimmung.) Das ist das Werk der Nationalsozialisti- chen Partei! Und das konnte nur eine Be­wegung durchführen, die nicht dem einen und nicht dem anderen verpflichtet ist, die nicht da ist für den Unternehmer und nicht für den Arbeitnehmer, nicht für den Städter und auch nicht für den Bauern, nicht für den Mittelständler und nicht für den Handel, sondern für das deutsche Volk, für diese seine Schicksalsgemeinschaft. (Stürmischer Bei­fall.) Sie ist keinem untertan, sie dient keinem und gehört keinem einzelnen in diesem Volk. Sie gehört und dient allen! Ihr Ziel ist es, eine starke Ge­meinschaft aufzurichten, in der Vernunft und Klug­heit regieren, um allen Volksgenossen damit die

Der Berliner Lustgarten war an diesem strahlen­den ersten Maitag ein Platz der Freude und der Lust, erfüllt mit einer unbeschreiblichen Stimmung, die getragen war von dem stärksten Daseinswillen und von der höchsten Daseinsfreude, die das ganze Volk im nationalsozialistischen Deutschland an die­sem schönsten seiner Feiertage erfüllte. Schon um 10 Uhr standen auf dem weiten Platz Kops an Kopf Tausende schaffender deutscher Menschen viele in ihrer typischen Berufskleidung, andere mit den Mützen der Deutschen Arbeitsfront, Arbeiter der Hände und des Kopfes, Männer und Frauen, Jungarbeiter und alte Meister, Betriebssichrer und Gefolgschaft Arm in Arm e i n S i n n b i l d d e r neuen Einheit und Einigke11, zu denen Adolf Hitler in diesen ersten vier Jahren seiner Re­gierung das Volk geführt hat.

Die 'Fronten von Schlüters Schloßbau und die weite Museumshalle umfassen im Norden und Su- den den mächtigen Raum. Zwischen ihnen ziehen sich an den Längsseiten die mächtigen leuchtenden 'Fahnenwände hin, die die Tribünen zur Dom- und zur Wasserseite hin abschließen. Das Alte Museum mit seinen herrlichen, von der Patina überzogenen Plastiken an der Freitreppe zeigt seine schöne Säu­lenhalle ohne besonderen Schmuck. Inmitten der Freitreppe ist weit vorgebaut das mit dem Frei­heitszeichen der Bewegung an der Stirnseite ge­schmückte Rednerpodium. Die ersten Blocks der Tri­büne auf der Wafserseite find von den Mitgliedern der Reichsregierung und vom Diplomatischen Korps besetzt, auf der Domseite von den Arbeiterabord­nungen aus allen Gauen des Deutschen Reiches, den Siegern des Reichsberufswettkampfes und der Presse.

Blickpunkt dieses herrlichen Aufmarschfeldes, das mit der ganzen Spalierstraße durch Lautsprecheran­lage verbunden ist, ist der 40 Meter hohe Maibaum, von dessen Spitze, von Maien um­rahmt und von Hakenkreuzfahnen umkräntt, ein goldenes Hakenkreuz mit ßorbeerreifem geschmückt funkelt. Lustig flattern die bunten Bänder des Maienkranzes im fünften Winde, der bei der fast sommerlichen Wärme erfrischt. Rechts von der Frei­treppe des Alten Museums sind Musik- und Trom­peterkorps des Heeres und der Luftwaffe aufmar­schiert. An der Schloßbrücke sieht man die Ehren­kompanien der Wachtruppe Berlin, des Wachbatail­lons der Luftwaffe, der Leibstandarde Adolf Hitler. Einen herzlichen Empfang bereiten die im Lust­garten aufmarschierten Abordnungen der zehn Kreise der Deutschen Arbeitsfront den italienischen Balilla-Offizieren, die in ihren schmucken Uniformen mit blauer Schärpe an der Wasserseite Platz genommen haben. Geführt von der Standarte fiorft Wessel, der sich alle Berliner Standarten und Sturmfahnen der Kampfformationen und die Fah­nen aller Gliederungen der Bewegung anschließen, nehmen die Standarten unmittelbar um das Po­dium auf der Freitreppe, die Fahnen aber zwischen den schlanken Säulen und auch auf der inneren Freitreppe des Alten Museums Aufstellung. Fest­lich durchglüht ihr Rot baf Grau des wuchtigen Baues.

Von der Ferne her rauschen die Klänge des Präsentiermarsches. Bewegung kommt in die Massen. Alle erheben sich von ihren Plätzen: Der Führer kommt. An einem Fahnenmast, der an der Seite des Rednerpodiums errichtet ist, steigt die Führer­standarte empor. Die Lieder der Nation klingen auf. Fast übertönt werden sie aber von den brausen­den Heilrufen, mit denen der Führer, der zunächst die Front der Ehrenkompanien abschreitet, an der Kundgebungsstätte empfangen wird. Der Jubel wiederholt sich, als der Führer auf der Freitreppe sichtbar wird. Mit Heilrufen empfangen, eröffnet dann der Berliner Gauleiter Dr. G o e b b e l s die Kundgebung. Das Sieg-Heil auf den Führer, mit dem Dr. Goebbels feine kurze Ansprache beschließt, findet ein brausendes und donnerndes Echo, weit über den Lustgarten hinaus pflanzt es sich durch die Reihen der vielen Hunderttausende fort. Reichs­organisationsleiter Dr. Ley gibt nun in mitreißen­den Worten dem Ausdruck, was die Millionen deut­scher Menschen in allen Teilen des Reiches an die­sem Tage und in dieser Stunde empfinden, und dann spricht der Führer zum schaffenden deut­schen Volk:

Der Führer spricht.

Meine deutschen Volksgenossen und -Genossinnen!

Deutschland feiert heute wieder den 1. Mai. Mir erinnern uns noch einer Zeit, da an diesem Tage die einen marschierten, die anderen nicht, die einen jubelten und die anderen schimpften, die einen schrien und die anderen Angst hatten, einer Zeit, da dieser Tag nicht den Charakter eines Festes, son­dern den einer Demonstration unserer alten politischen Zerrissenheit trug. Daher ging man auch in früheren Jahren diesem 1. Mai mit gemischten Fühlen entgegen, je nach Einstellung und Auffassung. So, glaube ich, ist es bei den anderen Völkern auch jetzt noch. Wir Deutsche find heute in der glücklichen Lage, vor diesem Fest eigentlich nur vor einem einzigen Angst zu haben: nämlich, daß es regnen ober viel­leicht sogar schneien könnte (Große Heiterkeit.) Im übrigen gehen wir diesem Fest entgegen mit der Aufgeschlossenheit eines Volkes, das weiß, warum es diesen Tag feiert.

Einst war dieser 1. Mai bas große Früh­lings fest unseres Volkes gewesen. Jahrhun­derte lang! Später wurde dieser Tag zum Symbol des Kampfes unseres Vol­kes untereinander, heute ist dieser Tag $f aaf sf eierta g, weil wir an ihm die rotebererrungene ober besser, bie zum erstenmal errungene beulscheVolksgemeinschast feiern. Denn es ist etwas Gewaltigeres, ein Volk zu formen, als nur einen Staat aufzii- richten. Staaten kommen unb Staaten vergehen. Völker aber finb für Ewigkeiten geschaffen. Un­terer Zeit blieb es vorbehalten, bie Staatsbil- bung bes Deutschen Reiches zu bekrönen burch bie V o l k s ro e r b u n g bet beutschen Ration.

nicht verstehen konnten. Sind es unsere gemein­samen wirtschaftlichen Interessen? Auch die Wirtschaft hat nicht verhindern können, daß ge­rade in ihr sich die heftigsten Kämpfe austobten. Oder ist es unsere Geschichte? Wir kennen sie! Eine traurige Mär von ewigen Kriegen und Bruderzwisten. Ist es die gemeinsame Religion? Nein, auch in ihr haben wir miteinander gekämpft und gestritten; 30 Jahre lang ist ihreswegen Blut über Blut in unserem Volk geflossen. Es ist auch nicht etwa die gemeinsame Sitte, das gemeinsame Brauchtum. Nein, es ist etwas anderes, was uns zu dieser Gemeinschaft nicht nur führt, sondern zwingt: Es ist, meine deutschen Volksgenossen, u n - f e r gemeinsames Schicksal, dieses zwangs­läufige gemeinsame Schicksal, dem sich keiner ent­ziehen kann, unser Lebensschicksal auf dieser Welt!