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Heeresverfassung cinzubauen, die sowohl den ver­änderten strategischen Anschauungen entsprach, wie auch sich dem im Zeitalter Humboldts'und Steins, Fichtes und Schleiermachers neu begründeten sitt­lichen Verhältnis von Volk und Staat anpaßte. Boyen wies dem preußischen Offizier den Weg vom Zuchtmeister zum Lehrmeister, er entwickelte neben der alten Lineartaktik die Tirailleurschulung in den Füsilierbataillonen, wenn auch nicht früh und ent­schieden genug, um die Armee Friedrichs des Gro­ßen zu einem gleichwertigen Gegner der Heere der französischen Revolution unter der genialen Führung eines Bonaparte zu machen. Erst die Erfahrungen des Unglücksjahres 1806 machten Boyen zum Vorkämpfer einer durchgreifenden Heeresreform, wie sie dann unter Führung Scharnhorsts und un­ter Mitarbeit Gneisenaus, Grolmans und Boyens in der berühmtenMilitärreorganisationskommis­sion" in* Angriff genommen wurde. Boyen ist recht eigentlich der Vater der preußischen Landwehr ge­worden und hat sich auch in späteren Jahrzehnten stets für ihre Erhaltung eingesetzt, da er durch ihre Existenz die Kluft zwischen Königtum und Volk verhindern wollte, die die Revolution von 1848 er­möglicht hat. Die Boyensche Landwehr hat trotzdem den Geist des Volksheeres der Befreiungskriege hinüber gerettet in eine Zeit, die nach Jahren des Mißoerstehens in den deutschen Einigungskriegen Volk und Heer wieder eng zueinander führte. Hier liegt das Verdienst Boyens, durch seine Schöpfung der Landwehr zur Erhaltung des Wehrgedankens im Volk einen wesentlichen Beitrag geleistet zu haben. Friedrich W. Lange.

Fritz Otto Busch: Flug nach > Eng - l a n d. Ein Beitrag zum gegenseitigen Verstehen, mit 43 Abbildungen. Preis kart. 2,60 Mark. Verlag I. F.-Lehmann, München. (60) Der Ver­fasser, ehemaliger Marineoffizier, ist durch zahl­reiche Schriften über den Seekrieg bekannt gewor­den. Er kennt England, Englands Lebensart und Lebensauffassung von vielen Besuchen her. Mit sei- ven englischen Freunden hat er in manch vertrau­lichem Gespräch das deutsch-englische Verhältnis er­örtert, von dessen Gestaltung so unendlich viel ab­hängt für den Frieden der Welt. Er weiß viele Ursachen des gegenseitigen Mißverstehens und sucht uns aus dem britischen Volkscharakter, aus der ge­schichtlichen Entwicklung des britischen Empire und seinen politischen Bedingtheiten zu erläutern, warum der Engländer nicht so ist, wie wir ihn gerne sehen möchten und warum er so viele uns selbstverständ­liche politische Grundauffassungen nicht begreifen will, weil sie seiner Natur widersprechen oder ihm für seine politische Linie unbequem und störend zu sein scheinen. Das alles wird nicht etwa lehrhaft vorgetragen, sondern frisch und lebhaft aus All­tagsgesprächen mit englischen Bekannten entwickelt, wobei noch manches bezeichnende Licht fällt auf englisches Leben, das ohne die innige Verbunden­heit mit der englischen Landschaft nicht zu denken ist. Die vielen interessanten Bilder ergänzen diesen Blick in den englischen Alltag, der vielleicht mehr zum gegenseitigen Verständnis beider Völker beizu­tragen vermag, als politische Darlegungen.

Friedrich W. Lange.

SOIahre in der Gummibranche.

Ein Jubiläum besonde­rer Art kann am 4. April 1937 Herr Wilhelm Ley, Oberwerkmeister in der Firma Poppe & Co., Gie­ßen, Fabrik technischer Gummiwaren, begehen. 50 Jahre ununterbroche­ner Tätigkeit in der Gummibranche schließen eine Fülle von Arbeit, aber auch den Entwick­lungsgang eines so jun­gen Geschäftszweiges, wie es die Fabrikation tech­nischer Gummiwaren dar­stellt, in sich.

Am 4. April 1887 trat der Jubilar in die dama­lige Vereinigte Berlin- Franfkurter Gummi­warenfabrik Gelnhausen ein. Von 1894 bis 1895 war er in den Rheinischen Gummi- und Zelluloid­werken in Mannheim tä­tig und ging dann wieder

in die V. B F. G., Werk Gelnhausen. Nach dem großen Brande der Gelnhäuser Firma im Oktober 1899 mußte er bis zum Wiederaufbau einige Mo­nate in die Zweigfirma nach Crottau in Böhmen (heute Tschechoslowakei).

Seit Oktober 1911 ist Herr Ley in der Firma Poppe & Co., Gießen, tätig, und er konnte vor wenigen Monaten mit einigen anderen Arbeits­kameraden sein Jubiläum der 25jährigen Tätigkeit

in dieser Firmg feiern. Den Entwicklungsgang der Einkochringe hat er von den kleinsten Anfängen bis zur heutigen Millionenherstellung miterlebt.

Der Jubilar erfreut sich allgemeiner Beliebtheit bei dem Betriebsführer, seinen Vorgesetzten und der gesamten Belegschaft. Mit seiner Rüstigkeit und seinem guten Humor kann er noch viele Jähre seinen Dienst versehen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

. Samstag, den 3. April.

Gießen. Zohanneskirche. 14 Uhr: Beichte für die Konfirmanden der Johannes- und Militärgemeinde und Angehörige. Kapelle des Alten Friedhofs. 17: Beichte für die Konfirmandinnen der Luther­gemeinde und Angehörige.

Sonntag, den 4. April.

Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Trapp; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Trapp; 18: siehe Johanneskirche. Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; Konfirmation der Kinder aus der Johannes- und Militärgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Pfarrassistent Banaert. Bibel­besprechstunde fällt aus. Kapelle des Alten Fried­hofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; Konfirmation der Konfirmandinnen der Luthergemeinde; Feier des hl. Abendmahls. Pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarrassistent Bangert; 10.45: Kindergottes­dienst für die Petrusgemeinde. Wieseck. 9.30:

Beichte; 10: Gottesdienst, anschl. Feier des hl. Abendmahls, Kollekte; 15: Bibelstunde. Albach. 9: Gottesdienst mit Abendmahl I, anschl. Schul­anfängerandacht, Kollekte. Steinbach. 11: Got­tesdienst und Schulanfängerandacht, Kollekte. Rödgen. 13.15: Gottesdienst, Kreistagung der Frauenhllfe. Annerod. 20: Gottesdienst. Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und Abendmahl für die 40- bis 50jährigen; 13: erste Christenlehre; 14: Abc - Schützen - Gottesdienst. Kirchberg. 10: Gottesdienst; 14: Schulanfänger­gottesdienst. Klein-Linden. 9: Gottesdienst, Chri­stenlehre für die weibliche Jugend, Kollekte; 10.15: Kindergottesdienst; 13: Schulanfängergottesdienst. Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst mit Einführung der Erstlingsschulkinder. Garben­teich. 10: Schulanfängergottesdienst. Hausen. 13: Schulanfängergottesdienst. Lich. 9.30: Gottes­dienst. Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst; 19.30: musikal. Passions- und Osterfeier. Bettenhausen. 8.45: Jugendgottes-

dlenst; 9.36: Hallptaottesdlenst. Münzenberg. 10.30: Gottesdienst, Kollekte. Trais-Wünzenberg. 8.30: Gottesdienst, Kollekte. Mufchenheim. 13.30: Gottesdienst. Hungen. 10: Gottesdienst und Er­öffnung der Christenlehre; 13.30: Schulanfänger­gottesdienst. Harbach. 9.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls f. d. Verheirateten, Kol­lekte. Beltershain. 12.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Alten, Kollekte. Göbelnrod. 14.30: Gottesdienst, Kollekte.

Donnerstag, den 8. April.

Fohannesfaal. 20 Uhr: Lichtbildervortrag über» Blindenmission im Orient.

Evangelische Stadtmission (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonn­tag, den 4. April. 8.30 Uhr: Morgenaichacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunde (nur für Mitglieder); 16: Soldaten-Bibelstunde; 20.15: Evan- gelisationsvortrag. Mittwoch, den 7. April. 20.30: Bibelstunde.

Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch­liche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 4. April. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. Mitt­woch, den 7. April. 20.30: Bibelstunde. Donners­tag, den 8. April. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde.

Neuaposlolifche Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 4. April. 9.30 Uhr: Gottes­dienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, den 7. April. 20.30 Uhr: Gottesdienst.

Katholische Gemeinden.

Samstag, 3. April.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Lich. 6 und 8 Uhr: Beichte.

Sonntag, 4. April, Weißer Sonntag.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre­digt. Feier der ersten hl. Kommunion der Kinder; 11.15: Messe; 15: Weihe der Erstkommumkanten an die Gottesmutter; Andacht mit Segen. hun- gen. 8: Hochamt mit Predigt. Lich. 7: Austeilung der hl. Kommunion; 9: Hochamt, Erstkommunion und Schulentlassungsfeier; 14: Taufgelübde, Weihe und Andacht. Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt.

Montag, 5. April

Gießen. 8 Uhr: Dankamt. Lich. 8: Dankamt.

Oeffentlicher Sonntagsdienst.

Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« . Notfällen Telefon 01.

Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tele­fon 02.

Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.

Stadtpostamt: Für Schließfachabholer - bis 13 Uhr.

Sanitätskolonne: Telefon 2500.

Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Frau Dr. Marx.

Z ach n a r z t: Dr. Geyer.

Apotheke: Neue Apotheke.

Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen.

Gertrud Dippel

Wilhelm Best

geben ihre Verlobung bekannt

Gießen, den 4. April 1937

Äahnhofstraße 12 Steinstraße 52

________________________________________________________________________01676

Zur gefälligen Beachtung!

Die Unterzeichnete gibt hierdurch bekannt, daß sie das von ihrem Manne lange Jahre hindurch Bahn­hofstr. 53 betriebene Geschäft mit Unterstützung ihres Schwiegervaters unverändert weiterführen wird und bittet, das dem Verstorbenen entgegen­gebrachte Vertrauen auch ihr bewahren zu wollen.

Marie Noll, geb. Fuhr

in FirmaKreuz-Drogerie August Noll

2274 D

Schnittlauch

Schock

Schnittlauch, Zwiebelgewächs, ausdauernde Gewürzpflanze, die auf feuchtem humosen Boden, der Kalk enthält, am besten gedeiht. Durch Teilung im Herbst ver­pflanzen; das reiche Zurückschnei­den der Vlattröhren erfordert Dunggaben. Durch Rußbeimi­schung wird dunkelgrüne Fär­bung erzielt. In Töpfe gepflanzt an warmem Standort erzielt man Wintervorrat.

Schnittmuster sind fertig käuf­liche Muster zum Selbstschnei­dern, man bekommt sie in allen Größen. Man beachte aber alle Hinweise, da sonst das anzuferti­gende Stück nicht sitzen kann. Will man von einem großen Schnitt­musterbogen, der heute fast allen Frauenzeitschriften beiliegt, ein Muster kopieren, so geschieht das mit einem Kopierrädchen auf ein Stück Papier, das man unterlegt und nachher in der punktierten Linie ausschneidet. Bei allen Schnittmustern müssen die Säume zugegeben werden.

Schnittwaren, Bänder, Spitzen usw., die beim Kauf mit der Schere vom Meter abgeschnitten werden.

Schnittwunden sind glattrandige durch Verletzungen mit einem scharfkantigen Instrument oder mit Glas entstandene Wunden Größere und tiefergehende Wun­den müssen unbedingt vom Arzt behandelt, unter Umständen ge­näht werden. Bei Schnittwunden an den Fingern können leicht Sehnen verletzt werden, die aber durch Zusammennähen gut heilen können. Man wasche die Wunden

nicht aus, betupfe sie höchstens mit Jodtinktur und lege einen Notverband an. Keine blutstil­lende Watte verwenden, da dann der Arzt nur Mühe hat, die zu- iammengeklebte Watte wieder zu entfernen. Bei kleinen Schnitt­wunden genügt Betupfen mit Jodtinktur und ein Verband mit sterilem Verbandmull.

Schnitzel bestehen aus Kalb- oder Schweinefleischscheiben, die ent­weder unpaniert oder paniert, d. h. in Ei und geriebenen Sem­meln gewälzL gebraten werden. Man unterscheidet die verschie­densten Arten von Schnitzeln, Paprikaschn. wird mit Paprika zubereitet, Schnitzel a la Hol­stein mit Gemüsen und Obst, das allbekannte Wienerschn. ist pa­niert, wird aber trocken, d. h. ohne Sauce oder gebräunter Butter, nur mit Salat gereicht, man gibt dazu eine Scheibe Zi­trone.

Schnupfen ist eine Schleimhaut­entzündung oer Nase infolge von Erkältungen oder Einatmung reizender Stoffe. Das Allgemein­befinden ist bei Schnupfen gestört. Manche Infektions-Krankheiten beginnen mit Schnupfen, z. V. Masern, Keuchhusten, Grippe, epidemische Kinderlähmung.

Schnur, altes deutsches Wort für Schwiegertochter. In manchen Gegenden auch Bezeichnung für einen stärkeren Bindfaden.

Schock, alte Maßeinheit für 60 Stück, bei Eiern, heute noch viel­fach gebräuchlich.

Schock, eine plötzliche Hemmung oder Lähmung auf körperlichem

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