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Lind wohin mit dem Geld?

Der Verteidiger der Feste Doyen.

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Vom 1. April 1 9 3 7 ab dürfen Sieget in., uem früheren Reichsadler oder einem Landeswappen auch in Begleitung oder Verbindung mit anderen Zeichen und Sinnbildern nicht mehr geführt werden. Unser Bild zeigt das große Reichssiegel, das bei feierlichen Beurkundungen verwendet wird. (Scherl-Bilderdienft-M.)

V. A. In dem AufsatzKleiner Aktionär, 1 was nun?" zeigten wir, daß und warum die kleinen und mittleren Sparer in Zukunft vom Aktienerwerb ferngehalten werden. Die Frage ist nun, was diese Sparerkreise, die ja zah­lenmäßig das stärkste Kontingent der deutschen Sparer bilden, mit ihrem Gelde anfan- g e n, und wo sie es anlegen sollen. Wohin mit dem Geld, wenn man nicht in den Aktienmarkt steigen kann? Wenn wir im folgenden über die Anlage von Ersparnissen sprechen, so geschieht es nicht, um für eine bestimmte Geldanlage Spezialpropaganda zu machen, sondern wir wollen nur die verschiede­nen Möglichkeiten der Geldanlage aufzeigen, die der kleine Sparer vielfach in ihrer Gesamtheit nicht übersieht oder an die er nicht denkt. Welche der ver­schiedenen Möglichkeiten er wählt, ist seine Sache. Der Sparer darf und soll an sich denken und die­jenige Geldanlage wählen, die seinen Bedürfnissen und Wünschen am meisten entspricht. Dies zu ent­scheiden ist im Einzelfall allerdings nicht immer leicht. Zwar ist der Sparer heute durch die rück­sichtslose Säuberungsaktion des nationalsozialisti­schen Staates jeder'Sorge um die Sicherheit seines Geldes enthoben: wo er es also anlegt, ist in Hinsicht auf die Sicherheit ganz gleich, da aber wohl jeder Sparer nicht nur das Ziel hat, einen bestimmten Betrag allein um des Betrages willen auf diehohe Kante" zu legen, sondern bei dem Sparen auch schon den späteren Verwen­dungszweck im Auge hat, so wird er meist von vornherein die Geldanlage auswählen, die diesen Zweck möglichst mitberücksichtigt.

Der überwiegende Teil des Volkes spart ja fürs Alter und für unvorhergesehene Krankheitsfälle: er spart für die Aussteuer der Kinder, die Kosten der Lehre usw. Diesem Sparerkreis wird in der Regel weniger daran liegen, die letzten erreichbaren 0,25 v. H. an Zinsen aus ihrer Sparanlage herauszu­wirtschaften, ihm liegt vielmehr an einer mühelosen Verwaltung, an einer bequemen Einzahlungsmög­lichkeit und der sofortigen oder kurzfristigen Greif­barkeit des Geldes. Dieser Kreis von Sparern wird in den überwiegenden Fällen mit seinem Gelde zur Sparkasse gehen, sei es zu den Kassen der Städte und Landkreise, sei es zu den Banken, die zum Sparkassenbetrieb zugelassen sind. Wie stark diese Form der Geldanlage in An­spruch genommen wird, sehen wir am besten dar­an, daß wir Ende 1936 bei den deutschen Spar­kassen aus rund 34 Millionen Sparkassenkonten einen Gesamteinlagebestand von fast 17 Milliarden Reichsmark hatten, wovon im Verlaufe des Jah­res 1936 allein 1,1 Milliarde RM. hinzugekommen waren. Daß mit der Geldanlageform auch der große volkswirtschaftliche Zweck erreicht wird, nämlich die langfristige Finanzierung unserer Arbeitsbeschaf- fungsmaßnähmen und der Wehrhaftmachung unse­res Volkes, sehen wir allein daran, daß die Spar­kassen Ende 1936 rund 4,25 Milliarden RM. an Wertpapieren besaßen, zu überwiegendem Teile Reichsanleihen.

Was hier auf dem Umweg über die Sparkasse vom Sparer erreicht wird, nämlich die Beteiligung an dieser großen volkswirtschaftlichen Finanzie- rungsaufgabe, kann er auch auf direktem Wege durch den unmittelbaren Erwerb von Reich s- und Staatsanleihen fördern. Daß viele Sparer im Laufe des letzten Jahres dazu über­gegangen sind, haben wir an dem großen Publi­kumserfolg 8er Reichsanleihen gesehen. Rund zwei Milliarden RM. öffentliche Anleihen (1,5 Milliar­den RM. vom Reich und 0,5 Milliarden RM. von der Reichsbahn) sind im letzten Jahre dem Publi­kum angeboten und restlos ausgenommen worden. Eine erstaunliche Leistung, auch wenn sich unter den Zeichnern eine erhebliche Zahl reicher Leute befunden haben mag.

Die Reichs- und Länderanleihen kennt ja heute wohl jeder Volksgenosse. Etwas schwieriger ist nun aber schon die nächste Form der Kapitalsanlage. Das sind die von den Bodenkreditanstalten ausge­gebenen Wertpapiere, also die Hypotheken­pfandbriefe (zur Beschaffung von Hypotheken­geldern) und die Kommunalobligationen.

Als vor 99 Jahren die Brüder Eugen und Adolf Schneider aus ihrer saarländischen Heimat nach Frankreich übersiedelten, um im burgundischen Dorfe C r e u s o t eine alte Kanonengießerei aus der Zeit des Sonnenkönigs zu kaufen, hatten sie keine Ahnung, daß sie damit den Grundstein zu einer Weltwaffenschmiede legten. Eugens Enkel Euaen Schneider-Creusot ist heute Chef eines Hauses, dessen fabelhafter Machtbereich weit größer ist als jener, den in der Mitte des vorigen Jahrhunderts das Bankhaus Rothschild besaß. Der Sechzigjährige leitet einen Konzern, der in Frankreich 320 Be­triebe und im Ausland 182 Tochtergesellschaften umfaßt.

Der Aufschwung der Firma Schneider begann zwanzig Jahre nach der Gründung im Krimkriege. Doch erst nach dem Sturz des dritten Napoleon er­hielt die Wasfenfabrik Schneider & Co. ein Staats­monopol für alle Waffen- und Munitionslreserung an die französische Armee. Die Ausbreitung zum Weltkonzern kam mit dem russisch-japanischen Kriege zu Beginn unseres Jahrhunderts. Da besaß die Firma Schneider-Creusot bereits in Bindung mit den russischen Puttlow-Werken eine eigene Schiffs­werft in Reval, nachdem sie zur Erzeugung von Schiffsgeschützen übergegangen war. Alle Balkan­staaten und viele Ueberseeoölker wurden ihre stän­digen Kunden.

Den Höhepunkt brachten der Weltkrieg und die Nachkriegszeit. Schneider-Creusot trat an die Spitze des größten französischen Jndustriekonzerns, des Comite des Forges, des wirtschaftspolitischen Zweck­verbands aller französischen Hüttenbesitzer. Im Aus­land wurde als wichtigste Tochtergesellschaft in der neugegründeten tschechoslowakischen Republik das Pilsener Skoda-Werk angegliedert, das in der versunkenen Donaumonarchie die führende Ka­nonenfabrik gewesen war. Im dritten Weltkriegs­jahr entstand in Neuyork die American In­dustrial Developement Corporation, eine Finan- zierungs- und Verwaltungsgesellschaft im Dienste der europäischen und überseeischen Belange der Firma Schneider-Creusot. Zwei Jahre nach dem Weltkriege gründete sie die Europäische Jndustrie- und Finanz-Union und brachte darunter verfehle-

Die Waffenschmiede der

Von Arthur von ORifta.

beit, und jeder wird den Eindruck haben, daß l ier eine Fülle von Kräften am Werke ist und die rech' ten Männer am rechten Ort eingesetzt werden. Das gleiche gilt nun für die anderen Bereiche, von denen wir die Krebsbekämpfung erwähnen wollen. Hier hat man es für zweckmäßig gehalten, die mehr wissenschaftliche Tätigkeit im Reichsausschuß f ü r Krebsbekämpfung zu sammeln unter der Leitung des Münchener Professors Borst, während die Reichsarbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung unter der Leitung oes Ministerialdirektors Frey vom Reichsinnen­ministerium die organisatorischen Maßnahmen in der Hand hat. Beide arbeiten natürlich auis engste zusammen. Es ist auf dem Gebiete des Krebses, w'.e neulich in aller Öffentlichkeit ausgesprochen wurde, so, daß die Wissenschaft rastlos nach neuen Ent­deckungen sucht, daß aber, ehe solche wieder zum Segen der Menschheit kommen, durch organisato­rische Maßnahmen unendlich viel getan werden kann, da sich alle Forscher darüber einig sind, daß der frühzeitig erkannte Krebs fast immer heilbar ist. Durch Reihenuntersuchun­gen und ähnliche behördliche Maßnahmen kann man so manches Menschenleben für die Familie und die Volksgemeinschaft retten.

Nicht anders ist es mit der Tub e r f ulose. Der Kongreß der Amts- und Tuberkuloseärzte, der vor einigen Monaten in Warnemünde stattfand, hat ge­zeigt, daß man auch hier nicht rastet, noch ruht. Die neuesten und wirksamsten Desinfektionsmittel, die Betreuung der einmal als tuberkulös Erkannten, die Erfassung der noch nicht als solche Erkannten sind die großen Aufgaben, die man unermüdlich verfolgt. Die Reihenuntersuchungen, wie sie beim Militär, bei der DAF. und sonst mehr und mehr durchgeführt werden, sind da eine gute Me­thode; denn man findet nicht nur die Behandlungs­bedürftigen heraus, sondern man beruhigt auch die Gesunden, die vielleicht an ihrer Gesundheit gezwei­felt hatten. Die große und schöne Aufgabe, die die Lebensoersicherungsgesellschaften durch die Reihenuntersuchungen aller ihrer Versicherten in ge­wissen Zeitabstänöen im Dienste der Volksgemein­schaft (und nicht nur in ihrem eigenen Interesse) miterfüllen, sind da zu erwähnen.

Hat es sich bei der bisherigen Betrachtung um die Erfassung der kranken und verseuchten Volks­schichten und ihre Gesundung gehandelt, so darf nun noch die Rede sein von der vorbeugend­erziehlichen Arbeit der Behörden im Dienst der Volksgesundheit. Das geschieht vor allem durch das Reichsgesundheitsamt, das mensch­liche wie tierische Krankheiten gleicherweise unter­sucht. Es ist nicht nur für den Arzt, sondern für jeden bedeutsam zu wissen, welche Krankheiten als so volksverderblich angesehen werden, daß sie meldepflichtig sind, weil man sie unbedingt statistisch erfassen muß und daraus dann wissen­schaftliche und volkshygienische Schlüsse ziehen kann. Es sind: Fleckfieber, Aussatz, Pocken, Rück­fallfieber, Diphtherie, Scharlach, übertragbare Ge­nickstarre, übertragbare Kinderlähmung, Unterleibs­typhus, Paratyphus, Fleisch-, Fisch- und Wurstver­giftung, übertragbare Ruhr, Bißverletzung durch tolle oder tollwutverdächtige Tiere, Tollwut, Milz­brand, Trichinose, Kindbettfieber, fieberhafte Fehl­geburt und Körnerkrankheit (ägyptische Augenkrank­heit), Tuberkulose der Atemorgane, epidemische Ge­hirnentzündung. Diese Krankheiten also sehen die Behörden als besonders gefährlich für die Volks­gesundheit an wobei sie selbstverständlich auch den anderen Seuchen (wie Grippe, Masern u. a.) ständig ihr Augenmerk widmen.

Ein anderes Beispiel vorsichtiger behördlicher Ar­beit mir greifen wiederum aus Hunderten ein einziges heraus ist die Feststellung der zum Färben von Lebensrnitteln zugelasienen Farbstoffe (auf der ganzen Erde 14 organische und 61 Teerfarbstoffe), deren Kenntnis für die Fabri­ken nötig ist. DieseBilder" aus der gesundheit­lichen Arbeit der Behörden mögen Anlaß für uns fein, sie sorgsam und mit innerer Anteilnahme zu verfolgen.

Wir haben Gegenden in Deutschland ror ' 8olks genossen mit diesen Wertpapieren allgemein Be­scheid wissen, weil dort von den Psandbriefinstitu- ten und den Stadtschaften eine ausreichende Auf­klärungsarbeit in der Presse, durch Anzeigen usw. betrieben worden ist. Das ist Sachsen und das sind große Teile Süddeutschlands. Hier könnte man auch an die allgemeine Einführung des Kleinpfandbrie­fes denken, der in Stücke bis zu 50 RM. aufge­teilt ist und eine besonders angenehme Form des Sparens in Wertpapieren darftellt. Was man für Aktien heute ablehnt, die kleine Rückzahlung, das hat hier beim Pfandbrief seinen Sinn.

Und nun zu den mehr zweckgebundeneren Geld­anlagen. Hier sind in erster Linie die Genos­senschaftskassen zu erwähnen, die dem Ge­werbe und der Landwirtschaft direkt dienen und auf dem kürzesten Wege die Spareinlagen als Kre­dit wieder zur Verfügung stellen sollen und können. Es ist selbstverständlich, daß bei dem beschränkten Kreis der zur Genossenschaft gehörigen Mitglieder und bei dem besonderen Vertrauensverhältnis, das zwischen ihnen besteht, eine ganz eigene Art des Sparens und der Kreditgewährung entwickelt wer­den konnte, die sich sehr segensreich für Landwirt­schaft und Gewerbe ausgewirkt hat.

Eine andere Form der zweckgebundenen Geld­anlage ist das Sparen für ein Eigenheim. Diese Aufgabe sollten ja die Bausparkassen erfül­len. Leider haben wir traurige Erfahrungen mit dieser Form des Sparens machen müssen, es ist be­kannt, wieviel Bausparkassen nach 1932 stillgelegt werden mußten Wir wollen nun aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, denn wir haben auch große Bausparkassen behalten, die absolut ge­sund sind und die Tausenden von Sparern auf ver­hältnismäßig bequeme Weise zu einem Eigenheim verhalfen haben. Da aber die von diesen Kassen ge­leistete Arbeit nur einen verhältnismäßig kleinen Umfang hat, die Wohnungsnot und das Bedürfnis, ein Eigenheim ober eine Kleinsiedlung zu bekom­men, aber sehr erheblich ist, so mußte nach 1933 unter Führung des Reiches doch schneller und inten­siver geholfen werden, als es eine Bausparkasse tun kann. Hier haben nun in den vergangenen Jahren dieDeutschen H e i m ft ä 11 e n", also die Or­gane der staatlichen Wohnungs- und Siedlungs­politik eingegriffen und von 1933 bis 1936 über lOOOOO Kleinsiedlungen, Volkswohnungen, Land­arbeiterwohnungen usw. gebaut, bei denen der Sied­ler mit verhältnismäßig kleinem Eigenkapital für den Anfang beteiligt und der Rest von den Heim­stätten als privates Hypothekenkapital, als Staats­zuschüsse, Jndustriegelder, Sparkassengelder usw. be­sorgt wurde. Demjenigen also, der für eine Klein­siedlung sparen will, wäre zu empfehlen, sich nach der- Hohe des notwendigen Eigenheimkapitals zu erkundigen und diesen Betrag dann im Laufe der Jahre in einer der oben genannten Sparformen anzusammeln, denn die Heimstätte ist für die An­sammlung des notwendigen eigenen Anfangskapi­tals selbst keine Sparkasse, sie unterscheidet sich also darin von der Bausparkasse.

Zum Schluß wir bitten, dieseszum Schluß" nicht etwa als den Ausdruck einer Rangfolge auf­zufassen, also eines Werturteils darüber, ob es sich um eine wichtige ober weniger wichtige Form des Sparens hanbelt möchten wir bie Lebens­versicherungen nennen. Um einen wie wich­tigen unb von vielen Volksgenossen bevozugten Zweig ber Sparkapitalbildung es sich hier handelt, sehen'wir schon daran, daß die jährlichen Prämien­einnahmen der Lebensversicherungen 1936 die enorme Summe von 940 Millionen Reichsmark er­reicht haben.Enorme Summe" sagen wir, aber die kommenden Jahre werden beweisen, daß noch viel höhere Bettäge in Lebensversicherungen angelegt werden, da Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern (den Betrag auf die Summe der einzelnen Lebensversicherungen umgerechnet) erst in einem ge­wissen Anfangsstadium steht, das mit der Zunahme des Volkseinkommens und des nationalen Reich­tums bald anderen Völkern folgen dürfte. Nun, kleiner Sparer, gehe hin und laß dich beraten!

Am 3. April begeht in voller Rüstigkeit General­major a. D. B u f f e im Kreise seiner Familie sei­nen 80. Geburtstag. Es wird ihm an diesem Tage an zahlreichen Glückwünschen aus ber Reihe der Kampfkameraden des alten Heeres und der neuen deutschen Wehrmacht nicht fehlen. Sein heldenhaftes Standhalten im August 1914 vor den heranfluten­den Russenheeren sichert ihm ein dauerndes Geden­ken in der Geschichte des Weltkrieges. Die kleine Feste Boy en bei Lötzen in Ostpreußen trägt ihren Namen nach dem preußischen General und Kriegsminister Hermann von Doyen, der sich um die Neubildung des preußischen Heeres nach den Befreiungskriegen verdient gemacht hat. Sie war seinerzeit zur Verteidigung der masuri­schen Seensperre errichtet worden. Als die Armeen des Zaren in den ersten Wochen des Welt­krieges in Ostpreußen einrückten, stießen sie zunächst nur auf schwache deutsche Truppenteile, die sich kämpfend vor der gewaltigen Uebermacht zurück­zogen und an den masurischen Seen eine erste Ab­wehrlinie bildeten. Der Kommandant des einzigen befestigten Platzes in diesem Seengebiet, der Feste Doyen, Oberstleutnant Busse, erhielt von dem Oberbefehlshaber der ostpreußischen Streitkräfte den Befehl, die Feste unbedingt sechs bis acht Wochen zu verteidigen, dann werde man sie wieder befreien können. Es gelang Busse vorzüglich, die Russen über seine geringe Truppenzahl er verfügte nur über rund 4000 Mann die ganze Zeit der Be­lagerung hindurch zu täuschen.

Nachdem die Russen die Einschließung der Feste durchgeführt hatten, forderten sie den Kommandan­ten schriftlich auf, sich zu ergeben. Dieser erklärte, bie Feste werbe nur als Trümmerhaufen übergeben werben. Die kleine beutsche Besatzungs­macht begnügt sich nicht nur mit ber Verteibigung, sonbern unternahm zahlreiche Ausfälle, bie burch das Gelänbe begünstigt würben unb bie Russen da­von abhielten, ihrerseits zu einem energischen An­griff gegen die verhältnismäßig schwachen Festungs­werke vorzugehen. Es gelang so dem Kommandan­ten, starke Kräfte der Russen festzuhalten, ein wei­teres Vordringen zu verhindern, bis inzwischen war Hindenburg zum Oberbefehlshaber ber deut­schen Truppen im Osten ernannt worden der vernichtende Schlag bei Tannenberg erfolgte.

bene Stahlwerke, Zechen, Werften, Banken und Zeitungen unter ihr Dach. Das stellt in Frankreich unb auswärts große Kapitalkräfte unb einflußreiche Pressestimmen in ben Hilfsbienst von Schneider- Creusot, besonders da sich darunter die Pariser Unionbank befindet, durch bie alle Finanztrans­aktionen ber französischen Regierung gehen. Damit schlug Schneiber-Creusot enbgüüig nach langem unb hartem Wettkampf bie beiben anberen französischen Rüstungskonzerne aus bem Felde, bie D e - W e n b e l - Gruppe unb bie Hütten- und Stahlkompanie. Beide sind nun in ihren Marschrouten stark an die Richtung gebunden, die ihnen der große Kanonenkönig in Creusot erteilt...

Die modernsten Artilleriewaffen werden in den schwedischen B o f o r s - W e r k e n hergestellt. Ihr Besitzer war einst bis an das Ende des ver­gangenen Jahrhunderts Alfred Nobel, ber bas Dynamit erfand und eine Friedenpreisstiftung hin­terließ. Die Bofors-Werke liegen im naturschönsten Teile Schwedens, im Län Oerebro der westlichen Provinz Värmland. Dort bergen sie sich halb ver­steckt zwischen den mächtigen Wäldern gewaltiger Hochlandsflächen in einem Moor- und Vinnenfee­gebiet in Bofors am Möckelnfee.

Man kennt dieses romantische Stück Erde aus den Schilderungen feiner Heimatdichterin Selma Sager» löf. In den Werkstätten und Laboratorien wird gründlich jede artilleristische Erfahrung zu Land, zu Wasser unb in ber Lust vermerkt, ergrünbet unb nachgeprüft. Ein Stab erprobter Fachleute mit Kriegs- und Friedenserfahrung arbeitet ftänbig an ber Verbesserung aller Mobelle und Konstruktionen. Jebes neuerbachte Muster, jebe neue Erkenntnis fin­det hier ihren praktischen Niederschlag. Die moberne Artilleriewissenschaft verlangt Höchstleistungen in ber Lebensbauer ber Rohre, in ber Genauigkeit ber Ziel­vorrichtungen, im möglichst kleinsten Gewicht bes ganzen Geschützes, in ber größten Minutenschußzahl unb in ber geringsten Bebienungsmannschaft. Aus diese Grundsätze ist Bofors eingestellt. Seine- rine- unb Manövrier-Artillerie verbinbet größte Lei­stungsfähigkeit mit bem geringsten Materialver­brauch. Aus bem Zurüstungswerk jebes Geschützes wirb sorgfältig alles weggearbeitet, was nur das

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Gewicht belastet, ohne für bie Widerstandskraft bes Baustoffs notwenbig zu sein. Für bie Luftabwehr baut Bofors Batterien, bereu Beobachtungsoffizier von ber Erbe aus ober aus einem Flugzeug elek­trisch beliebig viele Abwehrkanonen in großer Raumverteilung leiten kann, bereu Schrapuellseuer auf ben fliegenden Gegner gesammelt wird. In der U-Boot-Bestuckuug hält Bofors mit bem rostfreien Stahl schwebischer Herkunft jeden Rekord gegen Schneider-Creusot. Eine Sonderabteilung der Bo­fors-Werke ist friedlichen Zwecken gewidmet. Sie er­zeugt Harpuuierkauoueu für die Wal- und Robben­jagd.

In Großbritannien führt in der Rüstungs­industrie die Vickers-Arm st rong - Limited. Ihr Ursprung lag in einem kleinen Eisenwerk, das Vickers in der britischen Stahlgegend Sheffield vor mehr als 100 Jahren begründete. Durch zuneh­mende Kriegslieferungen und Neugründungen in Kanada, Italien, Spanien und Japan erreichte die Firma Vickers gegen die letzte Jahrhundertwende ein machtvolles Ansehen, das im Weltkrieg auf einen schwindelnd hohen Gipfel stieg. Sechs Jahre nach dem Weltkrieg erfolgte der Zusammenschluß mit den Armstrong-Werken, der nächststarken bri­tischen Konkurrenz. Der Gründer der Armstrong- Withworth-Werke bei Newcastle in Tyne war Sir William Armstrong, der als Ingenieur in der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch seine bahnbrechen­den Geschützkonstrukttonen namentlich im Schisfs- artillerieweseu eine Berühmtheit war.

In Belgien steht an der Spitze der Rüstungs­industrie die alte Firma John C o ck e r i 11, die sich unter den staatlichen Bergwerken in Seraiug sur Meuse bei Lüttich deckt. Vor 130 Jahren er­richtete dort der Engländer William Eockerill eine Maschinenfabrik, zu der er und seine Nachso'qer Bergwerke in Belgien, Frankreich und Deutschland erwarben. Williams Sohn John Cockerill erzeugte Roheisen und Rohstahl selbst, um es in Wa'zw-o- dukte zu verwandeln, bis er schließlich auf die Sn struktion von Artillerie-Gerät überging. Damil ent­stand die Weltfirma John Cockerill. Sie besitzt beire ein Kapital von 200 Millionen Franken, ausge­dehnte Kohlen- und Erzgruben in Belgien. Frank­reich und Luxemburg, zahlreiche Hochöfen, St^l- werke, Gießereien, Walzwerke. Maschinenbau- unb Artilleriewerkstätten sowie eine eigene Schiftswe ft in Hoboken bei Antwerpen. Ihre Lieferungen er­strecken sich hauptsächlich auf Belgien, Frankreich, Spanien und Polen. Belgien hat noch einen zwei­ten großen Rüstungskonzern an seiner national ten Kriegswaffenfabrik in Herstal bei Lüttich. Vor etwa 50 Jahren errichtet, erlangte sie Weltbedeutung, als sie durch Erwerbung der Pa­tente des Amerikaners Browning gegen Ende des vorigen Jahrhunderts die ersten Selbftladepi- stolen erzeugte. Durch Schweizer Kapitalzuschuß wurde die Fabrikation auf Selbstladegewehre ver­schiedener Systeme ausgedehnt. Das Werk umfaßt gegenwärtig Zweigbetriebe in allen Teilen Belgiens.

In den Vereinigten Staaten von Nord­amerika regieren in der Rüstungsindustrie die Her­ren Baruch und Morgenthau. Sie kontrol­lieren mit einem runden Halbtausend Betrieben die größte Rüstungsindustrie der Welt. Hand in Hand mit ihnen arbeiten die Betlehern-Stahlge- sellschast von Charles Schwab, der Mor» gan-Trust und all die Betriebe, die aus der Erbschaft nach dem schottisch-amerikanischen Stahl­könig Carnegie entstanden sind. Hier vereinigt sich eine unermeßliche politische Macht in den Hän­den weniger Männer, was den Detroiter Autokönig Henry Ford zu dem Ausrufe veranlaßte, daß auf der ganzen Welt eigentlich kaum hundert Menschen wirklich kriegslustig sind, nämlich die Chefs der Rüstungsindustrien.

Sinfl 25, freute 4,3 M.6ifrafe.

ZdR. Jede vorwärtsstrebende Generation ver­sucht, weiter zu kommen als frühere. Auf manchen Gebieten wird uns heute das Erreichen dieses Zie­les aber sehr schwer gemacht, nämlich wo es gilt. Zerstörtes wieder aufzubauen. Was Jahrzehnte systematisch zugrunde gehen ließen, läßt sich nicht in wenigen Jahren wieder aufbauen oder in seiner früheren Leistungsfähigkeit sogar noch übertreffen. Heute können wir es uns kaum noch vorstellen, daß wir Anfang der 70er Jahre des vorigen * Jahrhunderts 25 Millionen Schafe befaßen und , 1870 40 000 Tonnen Rohwolle selbst e r- zeugen konnten. 1913, also etwa 40 Jahre : später, war der Schafbestand auf rund 5 Mil- i Honen gesunken und die Wollerzeugung dement- . sprechend auf 8800 Tonnen. Bis 1933 war der - Schafbestand schließlich auf 3,3 Millionen Tiere zu- ! sammengeschrumpft. Inzwischen haben wir ihn we- : nigftens um 1 Million Tiere wieder vergrößern - können. Mit anderen Ländern können wir uns > allerdings heute noch nicht wieder messen. Frank- [ reich besitzt 9,6 Millionen Schafe, G r o ß b r i - f t a n n i e n 24,9 Millionen, auch Italien, I u» - goslawien, Griechenland, Bulgarien usw. ver- - fügen über einen größeren Schafbestand als Deutsch- - land. Eine ausgedehnte Schafhaltung ist für uns als > einen der größten Wollverbraucher der Welt unbe- , dingt erforderlich und auch erreichbar.

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Segen graue Maare