sten Stand im dritten Vierteljahr 1932 bis zum ersten Vierteljahr 1937 ist er der Menge nach um 36 v. H., dem Wert nach um 63 v. S). gestiegen. Die Hauptursachen des stärkeren Welthandelsanstiegs sind einmal der starke Be r b r a u ch an Rohstoffen während der an den internationalen Rohstoffmärkten von Mitte 1936 bis April 1937 herrschenden Hochflut und zum anderen die vielfältigen s p e k u - lativen Vorratskäufe. Allerdings geht der größte Teil der vermehrten Welthapdelsumsätze auf einen echten Mehrbedarf der einzelnen Volkswirtschaften an ausländischen Gütern zurück.
Dieser Mehrbedarf erklärt sich wiederum aus der Tatsache, daß sich seit dem Herbst 1936 auch in d e n Ländern ein Umschwung zum Besseren anbahnte, deren Außenhandel bis dahin noch immer nicht den Anschluß an den Welthandelsaufschwung gefunden hatte. Das waren einmal die Goldblocklän- d e r Frankreich, die Niederlande und die Schweiz, die durch die Ende September vorgenommene A b - wertung den Preissprung der übrigen Abwertungsländer auf dem Weltmarkt einholten, und zum anderen Italien, Tschechoslowakei und Lettland, die ebenfalls ihre Währungen im Herbst 1930 abwerteten. Seitdem stieg ebenfalls die Ausfuhr dieser Länder, so daß es ihnen wieder unmöglich war, ihre Einfuhr zu erleichtern. Für den Außenhandel Italiens spielte ferner die Aufhebung der Sanktionen des Völkerbundes Anfang Juli 1936 eine Rolle. Von nachhaltigerem Einfluß war jedoch, daß sich Mitte vorigen Jahres auch derAu^tauschvonFer- tigwaren zwischen den Industriestaaten schneller ausdehnte. Ferner hat der Welthandel in jüngster Zeit aus einer gewissen Lockerung mancher protektionistischen Schutzmaßnahmen (Zölle, Kontingente usw.), die in der Krise getroffen werden mußten, Nutzen ziehen können. In handelspolitischer Hinsicht brachten so z. B. die Verträge der Vereinigten Staaten mit einer Reihe anderer Länder über die gegenseitige Herabsetzung von Zöllen und Kontingenten einen gewissen Abbau von Handelshemmnissen. Dasselbe gilt für die Zollermäßigungen der GÄdblockländer, für die Beseitigung mancher Einfuhrbeschränkungen der Länder des sog. Oslo-Blocks (die skandinavischen Länder, Holland und Belgien, Luxembura). Auch die in vielen Ländern bestehende Devisenzwangswirtschaft hat in der letzten Zeit den Welthandel nicht mehr so stark beeinflußt wie bisher, da durch die vermehrte Ausfuhr der meisten Länder mehr Exportdevisen anfielen, so daß diese für Einfuhrzwecke vielfach reichlicher zugeteilt werden konnten. Es zeigt sich also hier, daß eine gewisse Regulierung des Welthandels aus der inneren Lage der Märkte selbst erfolgte.
Oie Iutematiouale Handelskammer als Gast der Neichsregierung.
Berlin, 1. Juli. (DNB.) Die Delegierten zum Kongreß der IHK. folgten einer Einladung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels zu einem Sommerfest der Reichsregierung auf der Pfaueninsel. An der Seite führender Persönlichkeiten aller Zweige des deutschen öffentlichen Lebens hatten die 1600 Wirtschaftsoertreter aus 40 Staaten der Erde Gelegenheit, in persönliche Fühlungnahme mit den deutschen Gastgebern zu kommen und in zwangloser Geselligkeit Stunden des Frohsinns und der Freude zu verleben. Gab die herrliche, längst unter Naturschutz stehende Insel mit ihren uralten Bäumen, ihren Wiesen und prächtigen Gartenanlagen dem Fest an sich schon einen Rahmen, wie er schöner nicht gedacht werden konnte, so hatte die Hand des Reichsbühnenbildners Prof. Benno von Ar ent noch ein übriges getan, um sie in ein schönes Kleid zu hüllen. Erlesene künstlerische Genüsse ließen den Teilnehmern die Zeit wie im Fluge vergehen. Die Kapellen Barnabas von Geczy, Oskar Johst und Jmanuel Rambour sorgten für die musikalische Unterhaltung. Das Ballett des Deutschen Opernhauses unter Leitung von Rudolf Kölling erfreute die Gäste mit tänzerischen Darbietungen. Ein Feuerwerk, das den begeisterten Beifall der Gäste fand, schloß sich an. Reichsminister Dr. Goebbels mühte sich, unterstützt von seiner Frau, um seine Gäste, mit denen er sich, von Tisch zu Tisch gehend, auf das angeregteste unterhielt. Wir wir hören, wiro nach einer Vereinbarung zwischen Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsleiter Dr. Ley der gesamte Aufbau und die gesamte Ausschmückung auch den Rahmen abgeben für die am Samstag beginnende große „Kd F." ° F e stw o ch e, die den Schaffenden Berlins, das zum Teil in geschlossenen Betrieben kommt, in reichem Maße Freude und Erholung bringen wird.
Die Kasseler Ausstellung „Volk oh der Arbeit".
Kassel, 1. Juli. (Lpd.) lieber die kurh essi- s ch e Leistungsschau „Volk an der Artz e i t", die vom Institut für deutsche Kultur und Wirtschaftspropaganda vom 24.9. bis 3.10. durchgeführt wird, hat Gauleiter und Staatsrat Wein- rich die Schirmherrschaft übernommen. Die große Leistungsschau, die in der Stadthalle zu Kassel durchgeführt wird, soll einen geschlossenen Rückblick geben über die gesamte kurhessische Wirtschaft und gleichzeitig die Gesichtspunkte Herausstellen, nach denen die Tätigkeit in der Wirtschaft gesichert und gefestigt werden kann. Neben einer durchgreifenden Wirts chaftswerbung für Handel, Handwerk und Industrie ist gleichzeitig an eine Verkaufslenkung gedacht. Diesem Zweck dienen vor allem die unter hervorragender Beteiligung des Reichsnährstandes angegliederten Lehrschauen. Schon heute liegen zahlreiche Meldungen aus allen Zweigen der Wirtschaft vor.
Die Istömerberg-Festspiele in Frankfurt eröffnet.
Die R ö m e r b e r g - F e st s p i e l e 1937 nahmen mit „Florian G e y e r", der Tragödie des Bauernkrieges von Gerhart Hauptmann, ihren Anfang. Nach einem Vorspruch, den Joachim Gottschalk vom Balkon des Römers aus hielt, eröffnete Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs mit einer Ansprache die diesjährigen Festspiele. Er begrüßte den Gauleiter und ' Reichsstatthalter Sprenger und die zahlreichen Ehrengäste aus dem In- und Auslande. Nach einer Würdigung der historischen Stätte des Römertzergs, dem m der deutschen Geschichte eine so hervorragende Rolle zukomme, und aus dem schon vor 600 Jahren die alten Mysterienspiele stattgefunden haben, dantte er allen Künstlern und besonders dem Generalintendanten Meißner, die durch ihr Schaffen in den vergangenen Jahren die Römerberg-Festspiele zum „Bayreuth der klassischen Kunst" erhoben hätten. Die Anerkennung dieser großen künstlerischen Leistungen habe ihn bewogen, den „Römerberg-
Das Oreimächie-Währungsabkommen bleibt in Kraft.
Neuyort, 1. Juli. (DNB.) Der amerikanische Finanzminister Morgenthau gab der Presse bekannt, daß das Dreimächte-Währungsabkommen trotz der Finanzkrise in Frankreich fortgesetzt werden würde. Er habe den französischen Finanzminister Bonnet von dieser Entscheidung in Kenntnis gesetzt und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß Frankreich die Schwierigkeiten, denen es gegenwärtig gegenüber stehe, bald überwinden möge. Auch Großbritannien sei von dem Entschluß, das Dreimächtewährungsabkommen aufrechtzuerhalten, unterrichtet worden. Es wäre wahrscheinlich zu ernsten Devifenstörungen gekommen, wenn das Währungsabkommen nicht bestanden hätte.
Im englischen Unterhaus erklärte Sir John S i - m o n, die französische Regierung habe ihm versichert, daß es auf währungspolitischem Gebiet eine möglichst enge Zusammenarbeit mit England und den Vereinigten Staaten fortzusetzen wünsche. Er habe darauf, in ähnlicher Weise wie der Finanzminister der Vereinigten Staaten, dem französischen Finanzminister mitgeteilt, daß Großbritannien auf eine Fortsetzung der engen Zusammenarbeit auf Grund des Dreimächte-Abkom- mens hoffe.
„Ein seltsames Verspiel."
Die französischen Abgeordneten beschließen Erhöhung ihrer Diäten.
Paris, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) In dem Augenblick, da sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Finanzkrise in Frankreich richtet und die Regierung keinen anderen Ausweg aus ihren Nöten weiß, als eine neue Frankenabwertung vorzunehmen, geben die französischen Abgeordneten ein äußerst schlechtes Beispiel nationaler Disziplin, die sie ja vom Rednerpult aus dem einfachen Bürger gegenüber nicht hoch genug zu rühmen wissen. Während für den Staatshaushalt größte
Sparsamkeit gefordert wird, um die Schuldenlast eindämmen zu können, sollen die Diäten der Abgeordneten erhöht werden. Man könnte fast annehmen, daß sich diese Volksvertreter in allererster Linie sich selbst einmal sichern wollen vor den Auswirkungen der Volksfrontpolittk, die schon in nächster Zukunft weitere Preisstei- gerungen herbeiführen wird. Bisher betragen die Diäten 5000 Franken im Monat; der Rech- nungsausschuß der Kammer hat beschlossen, sie um 600 Franken zu erhöhen. Der Senat allerdings hat sich geweigert, diesem „Beispiel" zu folgen und verweist darauf, daß alle neuen Ausgaben unvereinbar seien mit den Bemühungen zur Wieder- gesundung des Staatshaushaltes.
Weshalb dem französischen Bauer der Treibstoff fehlt.
Paris, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) In der Kammer schnitt der unabhängige Abgeordnete Barnot die Frage an, warum es dem Bauer heute fast unmöglich sei, sich mit dem für feine landwirtschaftlichen Maschinen notwendigen T r e i b ft o f f zu versorgen. Er habe sich sagen lassen, daß der Staat, der das Brennstoffmonopol in Händen habe, sehr wohl die Gründe kenne, die für die Verknappung der Treitzstoffvorräte zugunsten der Landesverteidigung maßgebend seien. Er glaube sogar hinzufügen zu können, daß ein Teil dieser Vorräte über bie spanische Grenze gegangen sei. Es sei anzunehmen, daß gewisse französische Minister Anweisungen erteilt hätten, Die es den Ausfuhrfirmen erlaubten, Brennstoff über die Grenze abzuschieben, ohneZollzuzah- l e n. Der Abgeordnete forderte eine Erklärung. Vincent Auriol beantwortete jedoch die Frage nicht, und der Kammerpräsident Herriot setzte die Aussprache über das Amnesttegefetz fort, ohne eine Beantwortung der Frage des Abgeordneten veranlaßt zu haben.
Italien fordert tatsächliche Neutralität.
Mailand, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der offiziöse Mailänder „Popolo d'Jtalia" erklärt, der französisch-englische Kontrollplan würde in seiner bisher vorliegenden Form ein einseitiges Angreifen in Spanien bedeuten. Spanien würde ein Anhängsel der Gruppe London—Paris mit moskowittfchem Einschlag werden, was in höherem europäischem Interesse unmöglich sei. Der Plan müsse in juristischer Beziehung als unsinnig und für die europäische Zusammenarbeit als hinter- hälttg bezeichnet werden. Die Polittk zugunsten der moskowitischen Freibeuter in Spanien werde das gleiche Schicksal haben, wie die Polittk, die seinerzeit halsstarrig zur Verteidigung der Sklavenhändler des Negus versucht worden sei. — Die Turiner „Gazetta del Popolo" erklärt, wenn Frankreich, Sowjetrußland und England von Anfang an die Nichteinmischung befolgt hätten, dann würde es jetzt weder ein Problem der Kontrolle, noch der Freiwilligen zu lösen geben. Das Schwergewicht lieae nicht bei der Ueberwachuna und der Frei- willigen^Frage, sondern in einer höheren Empfänglichkeit gegenüber der bolschewistischen Gefahr, die ihre vorwiegend finanziellen und wirtschaftlichen Experimente derzeit in Frankreich betreibe. Alle, auch England, müßten anfangen, eine tatsächliche Neutralitätspolitik zu betreiben, und zu allererst General Franco das Recht eines Kriegführenden einzuräumen.
3m Zeichen derAichteinmifchmlg
19 Millionen Franken
für die spanischen Bolschewisten!
Warschau, 1. Juli. (DNB.) Der berüchtigte französische Gewerkschaftsbonze I o u h a u x hat in einer vertraulichen Sitzung des zur Zeit in Warschau tagenden Generalrates dermarxiftischen Gewerkschaftsinternationale die be
merkenswerte Mitteilung gemacht, daß die Gewerk- fchaftsinternationale bis jetzt 19 Millionen französische Franken (!) den Valencia- Bolschewisten zur Verfügung gestellt habe. Davon seien 11 Millionen Franken allein von Frankreich aufgebracht worden. Die ftanzösische Sektion der Gewerkschastsinternationale habe auch nach der Nichteinmischungserklärung der frcmzösi- schen Regierung noch beträchtliche Munition- und Waffentransporte nach Valencia geschickt. Nach dem Bericht Jouhaux' stellte der französische Delegierte Citrine den Antrag, eine Aufforderung an die sowjetrussischen Gewerkschaften zu schicken, einen gemeinsamen Schritt der internationalen Gewerkschastsver- bände zugunsten der spanischen Bolschewisten vorzubereiten. — Obwohl die Vertreter der Schweiz, Polens und der baltischen Staaten gegen diesen Antrag Stellung nahmen, wurde er mit* einer Mehrheit von acht Stimmen angenommen.
Weitere vier Milliarden
für die Armee der Weltrevolution.
Moskau, 1. Juli. (DNB.) Amtlich wird ein Beschluß des Zentralvollzugsausschusses und des „Rates der Volkskommissare" bekanntgegeben, der die Auflegung Der neuen Rüstungsanleihe verfügt. Die Anleihe wird in einer Höhe von 4 Milliarden Rubel und zu 4 v. H. Zinsen ausgegeben. Die Anleihe ist — wie alle Sowjetanleihen — dem Buchstaben nach „freiwillig". In Wahrheit wird aber dem Sowjetarbeiter zwangsweise ein bestimmter Satz seines Lohnes von vornherein für die Aüleihe abgezogen, so daß sie also alle Merkmale einer Zwangsanleihe aufweist. Man nimmt an, daß sie für die Fortführung der Heeresmotorisierung und sodann insbesondere zur Stärkung der Luftwaffe verwendet werden soll.
Ring" zu stiften, den er jetzt — nach fünfiährigem Bestehen der Spiele — zum ersten Male Ellen D a u b und Robert Taube für ihre schauspielerischen Leistungen verleihe. Nach der Ehrung der beiden Künstler begann in der Dämmerung des Abends das Spiel, dem auch der Dichter Gerhart Hauptmann als Ehrengast beiwohnte.
Die Römerberg-Festspiele — vom 1. Juli bis 31. August — bringen außer „Florian Geyer" in abwechselnder Folge „Faust" (erster Teil) von Goethe, „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua" von Schiller und „König Heinrich IV." von Shakespeare.
1,6 Millionen Kreilichtspiel-Besucher.
NSG. Das Spiel unter freiem Himmel hat in unseren Tagen ein vielfältiges Gesicht erhalten. Auf Waldbühnen, Marktplätzen und Freitreppen, vor Stadttoren und Rathäusern, in Burghöfen und Parkanlagen werden vielerorts im Deutschen Reich Spiele aufgeführt, Der Einwand, daß das Spiel unter freiem Himmel in Deutschland an der klimatischen Ungunst unseres Landes scheitern müßte, widerlegt das deutsche Freilichtspiel dadurch, daß es trotz mancherlei Unbill unseres Klimas von Jahr zu Jahr an Ausdehnung, Bedeutung und Zuschauern gewinnt.
Die Ende des vorigen Jahrhunderts einsetzende Wiederbelebung des deutschen Freilichtspiels begann mit der Aufführung von Heimatspielen. Die weiter entstehenden Freilichtbühnen sahen ihren Sinn vornehmlich darin, das ernste und heitere Spiel aus der Enge des Bühnenhauses in die Natur hinauszutragen. Ihr Ehrgeiz und ihre Aufgaben waren es, sich einen ebenbürtigen Platz in der Reihe der Kunstinstitute zu erobern. Die Pionierarbeit dieser Bestrebungen darf nicht übersehen werden. Eine in die Breite des Volkes gehende Wirkung jedoch vermochten die vornehmlich aus ästhetischen Erwägungen spielenden Naturbühnen nicht zu erzielen.
Die nach dem Kriege mancherorts entstandenen Freilichttheater trugen das Gesicht ihrer Zeit. Weltanschaulich zerrissen, mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfend, erreichten sie im Jahre 1927 eine von ungefähr 60 mit annähernd 70 000 Besuchern. Bis 1932 sank die Anzahl der Bühnen auf etwa 40 mit annähernd 500 000 Besuchern. Daß einige von den damals spielenden Bühnen bedeutsame Vorposten zum neuen Reiche waren, verdient nachdrücklich, bemerkt
zu werden. Der Spielsommer 1933 erfaßte auf Anordnung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda alle Spiele unter freiem Himmel durch den „Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele". Eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen erfuhr staatliche Förderung. Alle wurden weltanschaulich aus- gerichtet, künstlerisch und propagandistisch betreut. Der Erfolg dieser Maßnahme ließ die Freilichtspielunternehmen 1935 und 1936 die Anzahl von 101 und 202 Veranstaltungen erreichen, mit einer Zuschauerzahl von 1,2 und 1,6 Millionen. Seit der Machtübernahme ist das Freilichtspiel eine lebendige Ausdrucksform neuen völkischen Daseins geworden. Die vorliegenden Ergebnisse beweisen, welch gewaltigen Auftrieb das Freilichtspiel im nationalsozialistischen Staate genommen hat. Es geht nicht darum, das Errungene zu erhalten, sondern weiter aufzubauen im Sinne praktischer nationalsozialistischer Kulturpolitik, die das Freilichtspiel als einen ihrer wesentlichsten Faktoren erkannt hat.
Auftakt zum Internat. Filmkongreß Paris 1937.
Bei einem Empfang, den der Präsident der Internationalen Filmkammer, Prof. Dr. L e h n i ch , in Paris gab, machte er einige Erklärungen über den Internationalen Filmkongreß, der in Varis vom 5. bis 10. Juli tagen wird. Erft feit dem Kongreß in Berlin 1935 werde eine umfassende Organisationsarbeit in dem internationalen Filmwesen durchgeführt. Präsident Lehnich hofft, auf diese Weise innerhalb der Filmkargmern der verschiedenen Länder zu einer Verständigung zwischen den nationalen Produktionen zu gelangen, die mit der Zeit durch eine weitere Ausdehnung und auch durch eine engere Fühlungnahme mit den Regierungskreisen der verschiedenen Länder zur Erhebung gewisser im Rahmen der internationalen Filmkammer gemeinsam gefaßter Beschlüsse zur Gesetzesform würden.
Zum Schluß wies Präsident Lehnich auf den Wert der Gratisfilmvorführungen in den Kinos des Deutschen Hauses auf der Pariser Ausstellung hin, der besonders für die ausländischen Besucher nicht nur in einer Freude an dem unentgeltlichen Kinobesuch, sondern vor allem in einer Orientierung über das Filmschaffen im neuen Deutsch-
l a nd bestehe, worin man in jeder Hinsicht ein günstiges Verständigungsmittel sehen könne. Der Prä- siedent gab bekannt, daß in Zukunft und für die S Dauer der Ausstellung in dem im Ausstel- gelänge gelegenen Großkino an jedem Freitagabend ein deutscher Film gezeigt werde. In dem kleinen Filmtheater werden Vorführungen deutscher Kulturfilme stattfinden. Die feierliche Eröffnung dieses Filmtheaters erfolgt mit einem Programm, das Die Vorführung einer deutschen Wochenschau, eine Ansprache von Reichskommissar R u p p e l, eine Begrüßungsrede von Präsident Lehnich und einen Werkfilm über den großen Olympiafilm vorsieht. Prof. Lehnich machte einige Angaben über den großen Olympiafilm, der Januar 1938 fertiggefteüt und in zwei abendfüllenden Abteilungen herausgebracht werden soll. Der Film wird eine Länge von rund 6000 Meter haben und nicht nur einen hervorragenden Einblick in sportliche Einzelleistungen während der Olympischen Spiele geben, sondern sich zu einer großen Ueberraschung für die Sportsleute und Sportliebhaber aller Welt gestalten.
Auch bekannte deutsche Filmkünstler werden auf dem Kongreß vertreten sein, dessen offizielle Eröffnung an Bord des französischen Riesendampfers „Normandie" in Le Havre vorgenommen wird.
Weihestunde in Quedlinburg.
Wiederbeisetzung der Gebeine Heinrichs I.
Quedlinburg, 1. Juli. (DNB.) In der Nacht vom 1. zum 2. Juli 1937 wurden in der Krypta des Domes, zu Quedlinburg die Gebe i n e H e i n r i ch s I., des ersten deutschen Königs feierlich wieder beigesetzt. Vor der Feier begab sich der Reichsführer SS. zu der alten Kapelle Heinrichs I., wo er einen Strauß aus Eichenzweigen niederlegte. Nach einem kurzen Gedenken begab sich der Reichsführer SS. zum Schloß- b e r g, an Deffe* .Ausgang mit den Sigrunen der SS. geschmückte schwarze Pylonen standen, deren brennende Feuer auf dem Schloßberg feierliche Stimmung verbreiteten. Bei Betreten des Domes erklang feierliches Orgelfpiel. Durch den Dom begab sich der Reichsführer SS. mit feinen Gästen in die durch Kerzen beleuchtete Heinrich-Gruft. Dort meldete SS.-Oberführer Dr. Höhne, daß die in wissenschaftlicher Forschung nachgewiesenen Gebeine Heinrichs I. zur Wiederbeisetzung in einen neuen zeitechten Sarkophag bereit ständen. Hierauf gedachte der Reichsführer SS. noch einmal in kurzen Worten der unsterblichen Verdienste des großen Sachsenherzogs, des ersten deutschen Königs, und gab dann den Befehl, die sterblichen Reste König Heinrichs zur letzten und endgültigen Ruhe beizu- letzen. Unter ergriffenem Schweigen der Anwesenden wurde in feierlicher Form die Einfargung vor- genommen und der Sarkophag geschlossen und versiegelt. Als Zeugen dieser geschichtlichen Stunde unterzeichneten alle Anwesenden die Wiederbeisetzungsurkunde. Als die Gruft geschlossen war, legte der Reichsführer SS. an der Ruhestätte König Heinrichs und feiner Gemahlin, der Königin Mathilde, Kränze nieder. Jubelnder Orgelklang beschloß die Feierstunde.
Dem Reichsführer SS. wurde im prächtig geschmückten Bürgersaal des Rathauses der Ehrcnbürgerbrief der Stadt Quedlinburg durch Oberbürgermeister Selig überreicht. Der Oberbürgermeister würdigte die Verdienste des Reichsführers SS. um die Neuwerdung der deutschen Geschichte und um die unermüdliche Wahrung unseres Ahnenerbes. Der Reichsführer SS. dankte mit herzlichen Worten. Er betonte, daß das Wirken und die Taten der großen Deutschen der Vergangenheit nunmehr vom nationalsozialistischen Deutschland wieder lebendig gemacht und der Vergangenheit entrissen würden, und sprach weiter von Der geplanten Errichtung einer König-Heinrich-Stiftung, deren Aufgabe es fein werde, das Grab und die Krypta in ihren Schutz zu nehmen. Weiter soll alljährlich am 1. Juli die Vergatterung der Schloßwache und die Parolenausgabe durch die SS.-Junkerfchule vollzogen werden. SS. wird Dann am 2. Juli in Der Gruft Heinrichs I. Wache stehen, Dessen AnDenken Durch Die Niederlegung von Kränzen an diesem Tage besonders geehrt werden soll. Nach einem Rundgang durch Quedlinburg nahm der Reichsführer SS. am Abend des 1. Juli die Vergatterung der Schloßwache und die Paroleausgabe vor. Die Parole lautete für diesen. Tag: König Heinrich-Deutschland!
Neichsparteitag 1937 vom 6. bis 13. September.
Berlin, 1. Juli. (DBB.) Die Bationnifojia- listische Parieikorrespondenz meldet: Der diesjährige Reichsparteitag findet in der Zeit vom Rlontag, dem 6. September, bis einschließlich Montag, dem 13. September, statt. 3m Hinblick auf die erstmalige Durchführung der RS. -Kampfspiele ist die Dauer des Reichsparleilages gegenüber den früheren Reichsparteitagen um einen Tag verlange r t worden. Die Organisationsleitung des Reichsparteitages 1937 hat die Vorarbeiten inzwischen in vollem Umfange ausgenommen.
Hochstapeleien eines katholischen Pfarrers.
Bier Jahre Zuchthaus.
Trier, 1. Juli. (DNB.) Der römisch-katholische Pfarrer Biehl, der als vollendeter Hochstapler entlarvt wurde und es verstanden hatte, Firmen, Banken und Privatpersonen in gemeinster Weise zu schädigen, wurde von der Großen Strafkammer in Trier z u vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Beweisaufnahme hat über drei Wochen Zeit beansprucht, nicht weniger als 100 Zeugen mußten vernommen werden. Der Angeklagte scheute sich nicht, das Vertrauen seiner Gerneinoe, die sich zum größten Teil aus kleinen Handwerkern und Kaufleuten zusammensetzte, schnöde auszubeu- ten. Als Kaplan schon begann er, sich eine feudale Achtzimmerwohnung und ein Auto zufammenzu- gaunern. Den Firmen, die bei den Jnstandsetzungs- arbeiten L Kirche beschäftigt waren, verweigerte er Die Bezahlung, um Das Geld für sich selbst zu verbrauchen. Die Rechnungen hatte er sogar umgefälscht, um höhere Beträge für sich herauszuholen. Mit schweren UrkunDenfälschungen erschlich er sich Bankkredite. Alleinstehenden Frauen und Mädchen nahm er Die letzten Ersparnisse ab.
Oberstaatsanwalt Dr. Hofmann führte aus, daß schon im Jahre 1925 in Priesterkreisen Die Verfehlungen Biehls bekannt waren. 1929 mürbe Der Bischof von Trier persönlich von Dem Kirchen- vorstanD in Otzenhausen über die Verbrechen des Pfarrers unterrichtet. Der Bischof versprach Maßnahmen gegen den Pfarrer. Aber Biehl sind von keiner kirchlichen Seite auch nur Vorhaltungen


