Ausgabe 
2.7.1937
 
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einbarungen dar.

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dient gemacht hat.

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neuen Posten.

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Der Chef des polnischen Generalstabes Stachie- wocz begab sich in Begleitung seines Vertreters des Generals Malinowski und anderer hoher polnischer Generalstabsoffiziere nach Bukarest.

Bei einem geselligen Beisammensein nach der Eröffnung nahm Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs Gelegenheit, seiner Befriedigung über die hervorragende Ausgestaltung der Ausstellung Aus­druck zu geben. Besonders hob er hervor, daß die große französische Abteilung die Tatsache der gro­ßen Verbreitung des Freilichttheaters in Frankreich überzeugend erweise. Er sprach dem französischen Ausstellungskommissar RenLe Bruyez seinen herzlichen Dank aus und überreichte ihm zur blei­benden Erinnerung das BuchFrankfurt a. M., die Stadt Goethes". Bruyez dankte herzlich für die Auszeichnung.

run9, der Partei und der deutschen Wirtschaft teil­nahmen, vermittelte den ausländischen Gästen einen starken Eindruck froher deutscher Geselligkeit.

Bekenntnispfarrer wegen Kanzelhehe festgenommen.

Kleine politische Nachrichten.

Der F ü h r e r u n d Reichskanzler empfing den neuernannten Gesandten für Irland Dr. Eduard Hempel und den neuernannten Generalkonsul in Valparaiso Barandon zur Abmeldung auf ihre

Eröffnung der Frankfurter Ausstellung Das Theater im Freien".

Eine Hebe des Reichskulturwalters Moraller.

Llngarns Reichsverweser.

Einräumung der Macht des nationalen Königtums.

B u d a p e st, 1. Juli. (DRB.) Der Reichstag hat einstimmig bei Stimmenthaltung der Sozialdemokra­tischen Partei den vom Ministerpräsidenten Daranyi rorgelegten Gesetzentwurf über die Wahl und die Erweiterung der Machtbefugnisse des Reichsverwe­sers angenommen. Zu Beginn der Sitzung verließen die sozialdemokratischen Abgeordneten den Saal. Der Berichterstatter Angyan teilte dem Hause den Be­schluß aller Fraktionen mit, das Gesetz ohne Aussprache anzunehmen. Diese Stellungnahme des Parlaments bringe die nationale Ein- he i t und das gemeinsame Gefühl der Nation in den großen entscheidenden Fragen zum Ausdruck. Gerade jltzt müsse in erhöhtem Maße an der Idee des nationalen Königtumes festgehalten wer­den. Ministerpräsident Daranyi brachte den Dank ler Regierung für die geschlossene Stellungnahme !es Hauses zum Ausdruck. Die Vorlage sei von »er Regierung, nicht auf Wunsch des Reichs- lerwesers, eingereicht worden. Der verstorbene Mi­nisterpräsident G ö m b ö s habe noch im vorigen ^ahre das Reichsoerwesergesetz, die Reform des Oberhauses und die Einführung des geheimen Wahl- ?echtes vorgeschlagen. Die Oberhausreform werd-e im Herbst, und auch das geheime Wahlrecht werde noch in diesem Jahre in Angriff genommen werden. Zum Schluß gab der Ministerpräsident der tiefen Ver­ehrung des ganzen ungarischen Volkes für den Reichsverweser, Admiral von Horthy, Ausdruck. Sämtliche Abgeordneten erhoben sich von ihren Plätzen und bereiteten dem Reichsverweser eine be­geisterte Kundgebung. Durch das neue Reichsverwe- sir-Gesetz werden dem Reichsverweser staatsrechtlich lie Machtbefugnisse des nationalen ungarischen- nigstumes eingeräumt. Er kann auch seinen Nach­folger ernennen, besitzt aber nicht das Oberpatronats­recht des Königs über die Kirche und das Recht zur Verleihung von Adelstiteln.

Wenn die Llrlaubszüge rollen...

Erholung für uns, Mehrarbeit für die Eisenbahner. Organisaiionskunst am bildlichen Fahrplan.

Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg kehrte von seinem Besuch beim Reichsverweser Admiral Horthy von dessen Landsitz in Kenderes wieder nach Budapest zurück. Zu Ehren des Generalfeldmarschalls veran­staltete der deutsche Gesandte von Erdmanns­dorff einen Empfang.

Die deutsch-schweizerischen Verhand­lungen über die Regelung der Zahlungen im Waren-, Reise - und Kapitalverkehr ab 1. Juli 1937 haben zum Abschluß eines Abkommens geführt, das bis zum 30. Juni 1938 gilt. Das Ab­kommen stellt eine Anpassung an den gegenwärtigen Stand der wirtschaftlichen Beziehungen und eine Zusammenfassung der Bestimmungen des Verrech­nungsabkommens und der verschiedenen Zusatzver-

Reichsminister Franz S e l d t e sind zu seinem Geburtstage aus allen Teilen der Bevölke­rung so zahlreiche Glückwünsche zugegangen, daß es ihm unmöglich ist, jedem einzeln zu danken. Er bittet daher alle diejenigen, die seiner gedacht haben, auf diesem Wege seinen besten Dank entgegenzu­nehmen.

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Reichserziehungsminister R u st erschien überra­schend im Bischöflichen Gymnasium Josephinum in Hildesheim. Der Minister wohnte 3% Stun­den in verschiedenen Klassen dem Unterricht bei und griff selbst unterrichtend ein. Neben wichtigen ge­schichtlichen Problemen betrafen die von ihm ge­wünschten Unterrichtsstoffe u. a. Rasse, Vererbung und Sterilisation.

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Der Staatssekretär im Reichsjustizministerium Dr. Dr. Schlegelberger steht 40 Jahre im Dienste der deutschen Rechtspflege. Der Führer und Reichskanzler hat ihm als Zeichen seines Dankes und seiner Anerkennung sein Bild im Sil­berrahmen mit eigenhändiger Widmung überreichen

kaffen. Reichsjustizminister Dr. Gurin er sprach dem Staatssekretär die herzlichsten Glückwünsche der Reichsjustizverwaltung aus.

NSG. Im Hofe des früheren Karmeliterklosters in Frankfurt am Main wurde gestern die A u s - stellungTheater im Freien" durch Ober­bürgermeister Staatsrat Dr. Krebs eröffnet. Reichskulturwalter Moraller hielt eine grund­legende Rede über die deutschen Freilichtspiele.

Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs schil­derte die Entstehung und Entwicklung der Freilicht­spiele und konnte mit Stolz darauf Hinweisen, daß die Römerberg-Festspiele in Frankfurt, die mit dem gestrigen Tage eröffnet worden sind, neben den Reichsfestspielen in Heidelberg die her­vorragendste Stelle einnehmen. Reichskulturwalter und Präsident desReichsbundes der deutschen Frei- licht- und Volksschauspiele", Moraller, führte aus, daß Frankfurt sich um das Freilichtspiel be­deutende Verdienste erworben und dem Theater im Freien eine Heimstätte gewährt habe. Die Ausstel­lung zeige, welche ungeheure Entwicklung das Freilichtspiel im nationalsozialistischen Deutschland genommen hat. Die Pionierarbeit, die schon in früherer Zeit für das Freilichtspiel geleitet wurde, habe die Erfolge nicht gehabt, weil die Vor­aussetzungen fehlten. Es verdiene einmal eindeutig herausgestellt zu werden, daß das deutsche Freilicht­spiel niemals von dem jüdisch-liberalistischen Geist angeregt worden sei, sondern sich a us deutschem Wesen, aus echter deutscher Volkskunst entwickelt habe. In der freien Natur seien die ewigen Gesetze wirksam, und nur das Starke, Gewaltige und Echte habe dort Bestand. Es sei leichter, Kulissen zu ver­gewaltigen, als die Natur. Seinen stärksten Aus-

Der Führer und Reichskanzler hat dem amtierenden Präsidenten der Internationa­len Handelskammer, Dr. Hendryk Fente- ner van Vlissingen, sowie dem zu seinem Nachfolger gewählten Herrn Thomas John Wat­son das Verdienstkreuz des Ordens vom Deutschen Adler mit dem Stern verliehen. Die Auszeichnun­gen wurden den Genannten durch den Präsidenten des Reichsbankdirektoriums Dr. Schacht überreicht. Dem Generalsekretär der IHK., Herrn Pierre Vasseur, wurde als Geschenk der Reichsreaie- rung ein wertvoller Kunstgegenstand aus der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Berlin über­reicht, ein Reiterstandbild Friedrichs des Großen, das nach Arbeiten des zeitgenössischen französischen Bildhauers Bardou entworfen ist.

Ministerpräsident Generaloberst Göring und Frau Göring empfingen die Führer der Auslands­delegationen des IX. Kongresses der Inter n a - ti analen Handelskammer mit ihren Da­men im Charlottenburger Schloß. Der Empfang, an dem auch zahlreiche Mitglieder des Diplomatischen Korps, Vertreter der Reichsregie-

Wenn in diesen Wochen Millionen Deutsche nach einem Jahr voll Arbeit über blinkende Schienenwege dem ersehnten Sommeraufenthalt entgegenrollen, dann gibt es eine große Gruppe von Hunderttausen­den von Menschen, die selten oder nie Som­merurlaub bekommen, die fast nur im Winter einmal ausspannen können, ob sie das schätzen oder nicht: das sind unsere braven, zuverlässigen und pflichttreuen Eisenbahner. Sie stehen um eine Zeit, wo wir an Entspannung und Ferienglück den­ken dürfen, in doppelt schwerem und verantwor­tungsvollem Dienst. Manchen Sonntag, manche Feierstunde müssen sie opfern, um den gewaltigen Strom der Reiselustigen pünktlich und sicher an die tausend verschiedenen Ziele in allen Gegenden un­seres schönen Vaterlandes zu geleiten und um den verzehnfachten, oft verhundertfachten Verkehr zu be­wältigen. Wer glaubt, daß die Deutsche Reichsbahn für den Sommerreiseverkehr über einen wesentlich verstärkten Beamten- und Bediensteten-Apparat ge­böte, der wird ebenso erstaunt sein wie wir, als wir bei einem Gespräch mit einem Herrn in der Eisen- bahnabteilung des Reichsverkehrsministeriums hor­ten, daß der ganze S o m m e r r e i s e v e r k e h r im wesentlichen von dem gleichen Beamtenkörper bewältigt wird, der im übrigen Jahr für die Auf­gaben der Reichsbahn zur Verfügung steht.

Die Anspannung aller Kräfte beginnt eigentlich mit dem Augenblick, wo der- Sommerfahrplan, zu seinem international festliegenden Termin, am 15. Mai herauskommt. Von diesem Zeitpunkt an be­ginnen die Sonderbesprechungen über die Maßnah­men der Reichsbahn für die Ferienzeit. Denn die Feriensonderzüae sind nicht etwa schon fester Bestandteil des Sommerfahrplanes. Sie wer­den in Zusammenarbeit mit Vertretern des Ver­kehrs, der Wirtschaft, der Industrie und der Bader, nicht zuletzt natürlich der Schulen, verabredet. Aber nicht allein um Sonderzüge geht es dabei, auch Vor- und Nachzüge zu den fahrplanmäßigen D-Zügen werden festgelegt und dabei alles, was überhaupt vorgesehen werden kann, genau im ein­zelnen bestimmt.

Der Laie kann sich kaum eine Vorstellung davon machen, was für eine Summe von Ueberlegungen und Arbeit in einem Fahr plan beschlossen ist.

Berlin, 1. Juli. (DNB.) Heute wurde der Be­kenntnispfarrer Martin Niemöller aus Ber- I lin-Dahlem von der Geheimen Staatspolizei fest- genommen und dem Richter vorgeführt, der Haftbefehl gegen ihn erlassen Hut. Niemöller hat seit langer Zeit in Gottesdiensten und Vorträgen Hetzreden geführt, führende Persönlichkeiten des Staates und der Bewegung verunglimpft und un­wahre Behauptungen über staatliche Maßnahmen verbreitet, um die Bevölkerung zu beunruhigen. Desgleichen hat er zur Auflehnung gegen staatliche Gesetze und Verordnungen aufgefordert. Seine Ausführungen gehörten zum ständigen Inhalt der deutschfeindlichen Presse.

gesichert bekommt und gewöhnlich nicht umzusteigen braucht.

Was nützt aber der schönste Fahrplan, wenn, wie der Referent lächelnd meint, die wenigsten Leute überhaupt einen Fahrplan lesen können! Auch hier hat die Reichsbahn weitgehendes Verständnis, obgleich ihre Geduld oft auf die härteste Probe gestellt wird. Sie gibt nicht nur häufig besondere Handzettel heraus, die den Sonderzug-Reisenden bei der Abfahrt in die Hand gedrückt werden und auf denen sie alle Einzelheiten über Fahrt und Anschlüsse, Ankunft, Aufenthalt usw. nachlesen können, nein, sie schult auch ihren gesamten Beamtenapparat vor dem Sommerbetrieb noch ein­mal gründlich durch, so daß jeder Beamte gegen alle Frage und Ansinnen gerüstet ist. Jeder Zugführer ist mit Taschenfahrplan und Kursbuch ausgerüstet; trotzdem kommt es vor, daß Reffende noch schlauer sind. Davon zeugen die täglich zu Hunderten ein­laufenden Zuschriften mit freundlichen Ratschlägen, Anfragen und Vorhaltungen, aus denen die gedul­dige Reichsbahn alle Anregungen sorgfältig heraus­schält und sie wenn es wirklich zweckmäßige Vor­schläge sind auch berücksichtigt.

Aber gewöhnlich macht sich der Laie nicht die rich­tige Vorstellung von den Zusammenhängen und ur­teilt in den meisten Fällen subjektiv, also falsch! Er vertraue sich nur getrost der Reichsbahn an, sie sorgt selbst im dicksten Ferientrubel nach Menschenmöglich­keit dafür, daß er seine Anschlüsse nicht verpaßt und, so schnell wie es irgend geht, an das ersehnte Ziel kommt. Steigt er dann aus und atmet entzückt die herbe Luft der Berge oder den frischen Salzhauch der See, dann gedenke er ruhig auch mit stillem Dank der Männer, die hinter ihm Zurückbleiben in schwerer Pflicht und die dafür gesorgt haben, daß er aufatmend zu seiner Ehehälfte sagen kann:Gott­lob, es hat ja alles soweit ganz gut geklappt!"

Dr. B u r e s c h.

gemacht worden. Der Angeklagte hatte i m Beichtstuhl eine Frau anzuborgen ver­sucht. Aus Verärgerung darüber, daß die Frau diese Pumpmanöver zurückwies, überging der Pfarrer sie bei der Kommunion und begründete dieses Ver­halten dann zynisch damit, daß der Sohn dieser . Frau Nationalsozialist sei und sich Christen­tum und Nationalsozialismus nicht vertrügen.

Der als Zeuge vernommene Generalvikar mußte nach anfänglichem Bestreiten unter Eid zu­geben, daß er aus den Akten Biehls alle Schrift­stücke aussortiert habe, die den Pfarrer belasteten. In der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende darauf hin, daß viele Zeugen es nicht mit ihren religiösen Pflichten vereinbaren zu können glaub­ten, gegen einen Geistlichen auszusagen, auch wenn dieser ein noch so gemeiner Verbrecher sei. Wenn man weiter bedenke, daß die kirchlichen Behörden in geradezu unverantwortlicher Weise die Straftaten des Angeklagten vertuschen wollten und die Perso­nalakten des Angeklagten offensichtlich nicht voll­ständig seien, dann sei die Annahme des Gerichtes begründet, daß die Hauptoerhandlung nicht einmal alle Straftaten erfaßt habe, die der Angeklagte tat­sächlich beging. Anstatt die Wahrheit zu erforschen, seien die kirchlichen Behörden ängstlich bemüht ge­wesen, alles geheim zu halten, was den geistlichen Stand in Anbetracht der verbrecherischen Hand­lungsweise des Pfarrers Biehl hätte schaden können.

Wie ist es überhaupt möglich, nachträglich in einen fertigen Fahrplan von der Kompliziertheit und Reich­haltigkeit unseres gewöhnlichen Sommerfahrplanes noch immer neue Züge zu ganz verschiedenen Tages­zeiten einzuschieben? Das Wunder wird verständlich, wenn uns der Referent den bildlichen Fahr­plan vorlegt, ohne den kein Sonderzug verabredet und festgesetzt wird. Da sieht man zunächst ein wir­res Durcheinander von Linien, Quadraten, Ueber- schneidungen und Zeichen. Aber unter den erklären­den Worten des Fachmannes entsteht plötzlich ein deutliches Bild von Strecken und Fahrzeiten. Jeder Zug hat seine Linie; seine Haltezeiten und Ueber- holungspunkte sind genau eingezeichnet. Man sieht ganze Bündel von D-Zügen zu verkehrs­reichen Tageszeiten etwa morgens und abends losschießen, wie schwarze Blitze fahren sie als dicke Striche schräg durch den Bildplan. Ueber diese Pläne gebeugt, klügeln Beamte Tag und Nacht herum, ziehen Striche, kalkulieren, rechnen, pla­nen, bis die Sonderzüge, die Vorzüge und Nachzüge eingezeichnet sind. Für jeden Tag wird ein Extra- Fahrplan aufgestellt, und liegt er fest, dann be­kommt jeder Streckenbeamte Anweisung, ihn am Morgen des Tages, an dem er fährt, auf eine Tafel im Amtsraum seines Dienstgebäudes aufzuzeichnen, damit er immer daran erinnert wird und rechtzeitig daran denkt, die Strecke freizumachen, Zeichen zu geben usw.

Weshalb legt nun die Reichsbahn die Sonder- z ü g e ein, mit bepen man bekanntlich bedeutend billiger reisen kann als selbst mit Ferienrückfahr­karte, denn die Ferienkarte ist um 20 v. H. ermäßigt, während der Sonderzug die Reffe um 40 v. H.^ver­billigt, nach Ostpreußen sogar um 60 v. H. Die Son­derzuge dienen vorzüglich der Entlastung, sie müssen helfen, den ungeheuren Ansturm zu Ferienbeginn, der ohnehin alle Züge bis zum Brechen füllt, zu verteilen. Deshalb fahren sie auch niemals gleich am ersten oder zweiten Ferien­tag, sie fangen einen Teil des Stromes ab, und be­fördern ihn, wenn der erste Stoß vorüber ist. Trotz­dem ist das Interesse für die Sonderzüge immer groß, denn sie haben neben der Verbilligung für den Reisenden den Vorteil, daß er den Platz zu-

trieb konnte das Freilichtspiel erst erhalten nach der nationalsozialistischen Revolution, die die besten Grundlagen für die Erfüllung der Aufgaben ge­schaffen hat. Ganz besonders wandte sich der Reichs­kulturwalter an die Dichter, denen er zurief, sie sollten draußen den Raum mit ihrem Werk erfül­len. Die Arbeit sei zwar nicht leicht, aber es lohne sich, eine solche Ausgabe in Angriff zu nehmen und hier Pionierarbeit zu leisten. Wenn es gelänge, in den Freilichtspielen die Menschen seelisch so zu er­fassen und zu packen, daß sie auch einmal einen Wolkenbruch mit in Kauf nehmen, sei das letzte Ziel erreicht.

Ein Musikstück leitete über zu einer Führung durch Professor N i e ß e n von der Universität Köln, der sich um den Aufbau der Ausstellung sehr ver-

Aus aller Wett.

Umvetterschäden in Bayern.

Ueber viele Gegenden in Bayern sind schwere Gewitter niedergegangen, die durch Hagelschlag und zündende Blitze großen Schaden verursacht haben. So wurden in der Hallertau die Hopfen­gärten in verheerender Weise verhagelt. Von den 10 000 Stöcken wurden schätzungsweise über 90 v. H. vollständig vernichtet. In Unter- und Oberappers­dorf wurden die Hopfen- und die Getreideernte bis zu 50 v. H. verwüstet. Ein sehr schweres Gewitter ging im Gebiet des Vorderen Waldes und des un­teren Isa- und Rottales sowie im Donaugebiet um Straubing nieder. Bei Arnstorf dauerte das Unwet­ter fast drei Stunden und richtete an den Fluren großen Schaden an.

Die Rößlwirtin aus St. Wolfgang mit dem Aulo verunglückt.

Die Besitzerin des GasthofesZum Weißen R ö ß l" in St. Wolfgang am Wolfgang-See, Frau Petter, wurde das Opfer eines Kraftwagen­unfalls. Ihr Kraftwagen schlug, als er einer Gruppe von Radfahrern ausweichen wollte, um, und Frau Petter wurde schwer verletzt. Auch ihr Mann erlitt nicht unerhebliche Verletzungen. Zwei Todesopfer eines Unlounglücks in der Rhön.

An der Sinnbrücke in Wildflecken (Rhön) ereig­nete sich ein schweres Autounglück. Ein Kraft­wagen geriet beim Ausweichen vor einem Omnibus ins Schleudern, riß einige meterhohe Randsteine weg und kam dann an ber in der Kurve liegenden Brücke zum Sturz. Ein Insasse war sofort tot, ein weiterer sta r b auf dem Transport ins Kranken­haus. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert.

Großfeuer in einer Kasseler Iulespinnerei.

In der Jutespinnerei und Weberei Kassel im Stadtteil Rothenditmold wurde im großen Lager­schuppen, in dem 1600 Ballen Jute lagerten, Feuer entdeckt. Erst nach mehrstündiger Arbeit gelang es, eine Ausdehnung des Brandes zu ver­hindern. Es dürsten sämtliche 1600 Ballen Jute durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen sein. Bei den Löscharbeiten erlitten einige Personen Rauchvergiftungen; sie befinden sich jedoch außer Gefahr. Die Brandursache ist noch nicht festgestellt.

Wetterbericht

des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt.

Durch den Abbau eines Hochdruckwirbels über dem Festland und die Nordwärts-Derlagerung der Wirbeltätigkeit hat sich zur Zeit die schlechte Wit­terung fortgesetzt. Sie wird mit starker Wärmezu­nahme verbunden sein, so daß sich sehr bald wieder erneut und in verstärktem Maße der Einfluß von Tiesdruckstörungen einstellen wird.

Aussichten für Samstag: Zunächst viel­fach heiter sowie warm und schwül, dann von Süd- westen her Einsetzen der Störungstätigkeit gewitt­riger Natur, Winde meist um Süd.

Lufttemperaturen am 1. Juli: mittags 17,3 Grad, am 1. Juli: abends 16,6 Grad, am 2. Juli: morgens 14,1 Grad, Maximum 20,3 Grad, Minimum 12,4 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Juli: abends 18,2 Grad, am 2. Juli: mor­gens 16,4 Grad, Niederschläge 12,4 mm, Sonnen­scheindauer 0,7 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

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