Ausgabe 
2.6.1937
 
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Die Trauung des Herzogs von Mndfor mit Vlrs. Simpson.

Am 3. Juni findet die standesamtliche Trau­ung des Herzogs von Windsor mit Mrs. Simpson im einem Renaissance-Schüoß im Herzen Frankreichs statt. Der frühere englische König Eduard VIII. wird von dem Bürgermeister des Dörfchens Lande getraut. Nur wenige Freunde des Herzogs und die einzige noch lebende nähere Ver­wandte der Braut werden zugegen fein. Die Braut führt jetzt wieder ihren Mädchennamen Wallis- War f i e l d. Sie war erst mit einem amerikani­schen Fliegeroffizier und später mit dem Mitin­haber einer großen Londoner Schiffsmaklerei ver­heiratet.

Vulkanausbrüche in Neu-Pommern.

Die Vulkanausbrüche auf der zum Bis­marck-Archipel gehörenden Insel Neu-Pommern haben noch kein Ende gefunden. In der schwer heimgesuchten Hauptstadt Rabaul wurden neue starke Erdstöße verspürt. Die Einwohnerschaft, etwa 5000 Menschen, hat die Stadt verlassen und ist in einem Nachbardorf untergebracht worden, lieber Rabaul wurde der Ausnahmezustand erklärt. Allen Personen, mit Ausnahme der Sicherheitsbeamten, wurde das Betreten der zum Teil zerstörten Stadt verboten. Der Hafen von Rabaul ist durch eine gewaltige Schlammwelle vom Meer völlig abgeschlossen worden. Während des Wiederaufbaues

der Stadt soll ein Teil der Bevölkerung in Austra­lien untergebracht werden.

Nur deutsche Siege im internationalen Segelflugwettbewerb in Salzburg.

Beim internationalen Segelflugwettbewerb in Salzburg haben die vom NS.-Fliegerkorps gemel­deten Segelflieger sämtliche ersten Preise geholt, und zwar im alpinen, Strecken-, Höhen- und Zielstreckensegelflug. Besonders bemerkenswert waren die bereits gemeldeten ersten alpinen Ueber- querungen durch sechs deutsche Segelflieger, dar­unter eine doppelsitziae Maschine. Der Berliner Ernst Günther Hase hat den ersten Preis im Ziel­streckenflug und den zweiten Preis im Gesamt­streckenflug errungen.

Schwere Verbrennungen durch explodierenden Spirituskocher.

In Zweibrücken ereignete sich ein Unfall, bei dem die Ehefrau des Gefängnisbeamten Z e i t h e r schwer verbrannt wurde und in das Krankenhaus ge­bracht werden mußte. Trotz der vielen Warnungen, die in den Zeitungen immer wieder erhoben werden, versuchte die Frau in einen heißen ausgebrannten Kocher Spiritus nachzugießen. Dabei entzündete sich die Flüssigkeit und der Kocher explodierte. Die Frau stand im Nu in Hellen Flammen. Anwohner, die die Hilfeschreie hörten, eilten sofort in die Woh­nung und konnten die Flammen ersticken. Die Frau hatte aber bereits schwere Verbrennungen erlitten.

an und veranlaßte mich, von den Büchergestellen unseres Hauses ein Buch überTiermechanismen" von Professor Marey herabzunehmen, das ich be­reits wiederholt gelesen hatte. Seit dieser Zeit fand ich mich gedrängt, mehr moderne Werke zu lesen, und als meinen Bruder Oroille ein ähnliches In­teresse ergriff, gingen wir bald von Lesen zum Denken und schließlich zum Handeln über. Es schien uns, daß der Hauptgrund, weshalb das Pro­blem so lange ungelöst blieb, darin gelegen sei, daß nicht einer imstande war, zureichend praktische Er­fahrungen zu sammeln."

Das Sammeln von praktischen Erfahrungen als der einzigen Grundlage, von der aus man weiter­kommen könnte, wurde nun die nächsten Jahre zum Lebensinhalt der Brüder. Auf den Sandhügeln von Kitty Hawk an der Küste von Nord-Karolina führ­ten sie von 1900 bis 1903 ungezählte Gleitflüge aus und bauten als Ergebnis der dabei gemachten Erfahrungen immer neue Apparate.Die Experi­mente von 1901 waren durchaus nicht ermutigend", schreibt Wilbur.Aber die Erfolge waren besser als die unserer Vorgänger, und wir erkannten, daß die Kalkulationen, auf denen bisher alle Flugmaschinen basierten, unzuverlässig waren und daß alles noch im Dunkel lag. Mit unbedingtem Glauben an die vorliegenden wissenschaftlichen Daten hatten wir be­gonnen, waren zu Zweifeln getrieben worden, bis wir nach zweijährigen Versuchen so weit waren, alle übernommenen Dinge beiseite zu werfen. Wir beschlossen, uns fortan auf unsere eigenen Unter­suchungen allein zu stützen." Es begannen langwie­rige Experimente, um den Luftdruck neu zu mes­sen und feine verschiedenen Wirkungen auf ver­schiedene Flächenformen festzustellen.Die Luft­schiffahrt war uns fast nur ein Sport gewesen. Wi­derstrebend wandten wir uns nun ihrer wissenschaft­lichen Seite zu. Aber bald sollte die Arbeit uns so faszinieren, daß wir tiefer und tiefer in sie hinein­gezogen wurden."

Im Jahre 1903 schritten die Brüder zum Bau einer Maschine mit einem Motor von acht Pferde st ärken. Damit aber tauchten neue, an- fangs völlig unlösbar scheinende Probleme auf. Sie hatten die Theorie des Schraubenpropellers von den Schiffstechnikern übernommen und mit ihren Luftdrucktabellen zu komplizierten Berechnungen verbunden.Aber so viel wir sahen, besaßen die Schiffstechniker nur empirische Formen, und die genaue Aktion des Schraubenpropellers war, nach hundertjährigem Gebrauch, noch immer sehr im Dunkel." Nach Monaten theoretischer Kalkulationen gelang endlich der Bau eines Propellers, der 66. v. H. der ausgegebenen Kraft verwerten ließ. Im Dezember 1903 begannen die praktischen Ver­suche mit der neuen Maschine, und beim vierten Flug blieb die Maschine 59 Sekunden in der Luft und legte gegen einen Wind von 32 Stun­denkilometer 2 55 Meter zurück.

Von nun ging es Schritt um Schritt stetig vor-

Bahnbrecher -es Motorfluges.

Zum 25. Todestage von Wilbur Wright.

Als in den Jahren 1904/1905 die ersten Berichte über die von den Brüdern Wilbur und Oroille Wright bei Dayton (USA.) ausgeführten Motor­flüge zu uns kamen, gab es nur wenige Einsichtige, die die Bedeutung der Sache ganz erfaßten und ihr von Anfang an die genü­gende Beachtung schenkten. Den meisten klang die Behauptung, daß zwei Menschen sich mit einer Maschine, dieschwerer als Luft" sei, eine halbe Stunde in der Luft gehalten, dabei weite Strecken zurückgelegt hätten und schließlich zu ihrem Ausgangspunkt zurückgekehrt wären, so unglaub­lich, daß sie geneigt waren, das ganze fürBluff" zu halten. Es bedurfte erst des unwiderleglichen Augenscheins, um die Menge davon zu überzeugen, daß hier einer der ältesten und beharrlichsten Menschheitsträume tatsächlich in Erfüllung gegan­gen war.

Das entscheidend Neue an der Tat der Brüder Wright war, daß sie vom G l e i t f l u g zum Motorflug übergingen und damit eine wirk­liche Beherrschung der Luft ermöglichten. Im Gleit­flug hatten sie Lehrer und Vorläufer gehabt, als

den hervorragendsten den Deutschen Otto Lilien- thal, dem sie Worte rückhaltloser Bewunderung widmeten:Otto Lilienthal scheint der erste Mensch gewesen zu sein, der es wirklich erfaßte, daß die Stabilisierung das erste und nicht das letzte von den schwierigen Problemen wäre, die in Zusam­menhang mit dem menschlichen Flug stehen. Er be­gann, wo andere aufhörten. Andere Menschen haben zweifellos lange zuvor daran gedacht, solche Gleit­flüge auszuführen. Lilienthal hat aber nicht bloß daran gedacht, sondern dies auch ausgeführt, und indem er dies tat, wahrscheinlich den größten Bei­trag zur Lösung des Flugproblems geliefert, den je ein Mensch vollbracht hat. Er zeigte die Möglich­keit der wirklichen Praxis in der Luft, ohne welche ein Erfolg ausgeschlossen ist."

Es ist auch interessant, daß eine sachliche Zei­tungsnotiz über den Tod Lilienthals für die Wrights zum Schicksalsruf wurde, der sie auf ihre Bahn trieb. So erzählte Wilbur Wright in einer autobiographischen Betrachtung:Die kurze Notiz seines Todes im Jahre 1896 fachte mein passives Interesse, das seit meiner Kindheit vorhanden war,

wärts, und im Jahre 1905 konnten die Brüder in halbstündigen und noch längeren Flügen Entfer­nungen von 30 bis 40 Kilometer zurück­legen und zwar mit einer Geschwindigkeit van 60 Kilometer in der Stunde. Als im August und Sep­tember des Jahres 1909 Orville Wright über dem Tempelhofer Feld bei Berlin feine kühnen Flüge aus­führte, bemächtigte sich der Menge unbeschreibliche Begeisterung. Oroille war in diesen langen schweren und entsagungsvollen Erfinderjahren der beste Ge­fährte und der aufopferungsvolle Helfer seines älte­ren Bruders gewesen, die entscheidenden Ideen aber gingen von Wilbur aus. Wilbur war es auch, der die unbezwingliche Zähigkeit besaß, ohne die die Erreichung eines so hohen Zieles keinem gelingt. Er gehörte zu den seltenen Menschen, die zu einem bestimmten Ziel geboren erscheinen und die wie unter einem inneren Zwang ihren Weg verfolgen, bis sie es erreicht haben. Um so tragischer, daß er in der Blüte seiner Jahre von einem tückischen Typhus hinweggerafft wurde, ohne daß er den un­vergleichlichen Siegeszug feiner Idee in ihrer gan­zen Fülle mit erleben konnte. C. K.

Am 29. Mai entschlief sanft unser lieber, treusorgender Vater,

Frau Emmy Horz, geb. Wagner

Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Vetter und Onkel

Herr August Noll II

nach kurzer Krankheit im fast vollendeten 81. Lebensjahre.

Grünberg i. FL, Darmstadt, Wirbelau, Gräveneck, Hahn i.T., 1. Juni 1937.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Hans Noll.

Gießen (Bahnhofstr. 53), den 2. Juni 1937.

3848 D

3852 D|

Gießen (Lindenplatz 1). den 1. Juni 1937.

Die Trauerfeier fand auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt

3844 D

02784

sucht.

02787

Gießen, den 1. Juni 1937.

Geschäfts-Drucksachen

bei Brühl, Schulstraße 7

5

Meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter. Schwiegermutter, Großmutter u. Urgroßmutter

Lollar, Eschwege, Drö­schede, den 2. Juni 1937

In tiefer Trauer:

Johannes Körner Familie Karl Körner Familie Fri'z Ströter Familie Reinh. Parlow Herta Espich, geb Rein Alex Bartheld Enkel und Urenkel

ist heute aus ihrem herben Leid ihrem unvergeßlichen Manne im Tode gefolgt.

Für die trauernden Angehörigen:

Greta Steuernagel, geb. Wagner.

Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, mitzuteilen, daß am 30. Mai 1937 unser lieber Kamerad

Die Beerdigung findet Donnerstag, 3. Juni, um 2 Uhr statt Wir bitten von Kranzspenden und Beileidsbesuchen abzusehen.

Am 1. Juni 1937 ist meine liebe Frau, liebe Mutter, Tochter und Schwester Frau Käthe Marscheck, geb. Oestreich im Alter von 28 Jahren nach längerem schweren Leiden für immer von uns gegangen.

Statt Karten!

Meine einzige gute Schwester, unsere liebe Schwägerin und Tante

Kinzenbach, den 2. Juni 1937.

Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 3. Juni, nachmittags um 2Z4 Uhr, vom Trauerhause aus statt.

Die Beisetzung fand auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille statt

Frau Marie Körner,geb.Schmidt

ist am Dienstag, dem 1. Juni, von uns gegangen

In tiefer Trauer: Christian Marscheck und Kind Katharine Oestreich Witwe Ewald Oestreich, Frieda Oestreich Willi Oestreich.

Die Beerdigung findet Donnerstagnachmittag4 Uhr statt

02783

Frau Marie Borschel, geb. Gerhard

sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank.

In tiefer Trauer:

Heinrich Borschel und Familie

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers bei dem uns schwer betrotfenen Verlust unserer lieben Entschlafenen

Zuverläff. saub. Mädchen für Haus- und etwas Garten­arbeit für sofort oder 15.Juni ge-

Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarter

Unteroffizier

Jakob Eckhardt

unverhofft mitten aus seinem rastlosen Wirken verschieden ist. In dem Verstorbenen haben wir ein Vorbild rastloser Pflichterfüllung und großen Könnens verloren. Wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.

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Wetterbericht

des Nelchswetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt.

lieber Westeuropa hat sich ein Hochdruckgebiet auf­gebaut. Wir verbleiben an feiner Ostseite im Be­reiche einer kühleren West- und Nordwestströmung, die vornehmlich nach Norden und Osten hin das Auf­treten einzelner Schauer begünstigt.

Aussichten fürDonnerstag: Aufheiternd, noch Neigung zu einzelnen Schauern bei westlich bis nordwestlichen Winden, tagsüber nur mäßig warm, nachts frisch.

Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus West bis Nordwest häufig aufheiternd, aber leicht unbeständig, meist warmes Wetter.

Lufttemperaturen am 1. Juni: mittags 19,5 Grad Celsius, abends 13,8 Grad; am 2. Juni: morgens 12,4 Grad. Maximum 20,2 Grad, Minimum heute nacht 9,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Juni: abends 21,3 Grad; am 2. Juni: morgens 17,2 Grad. Sonnenscheindauer 5,9 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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