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chiv von schätzungsweise 5000 Dokumenten aller Art gruppiert sich um zwei Grundstöcke: eine Sammlung von Akten und Urkunden der heute ausgestorbenen Familie Echter von Mespelbrunn und des Hauses der Herren von Ingelheim.

LS0-Zahrfeier der Naturforscher-Akademie in Halle.

Die 1652 in Schweinfurth als eine private wissen­schaftliche Gesellschaft gegründete Deutsche Aka­demie der Naturforscher, feierte in Halle die 250. Wiederkehr des Tages ihrer Erhebung zur Sacri Romani Imperii Academia Caesareo-Leo- poldina Naturae Curiosorum" durch Leopold I. Mit dieser deutschen Gesellschaft sind die Namen von Forschern verbunden, die sich auf den Gebieten der Naturwissenschaft und der Medizin hervorragende Verdienste erworben haben. Durch die Verleihung der Cothenius-Medaille und die Forelmedaille und durck ihre Veröffentlichung leistete die Akademie der deutschen Wissenschaft wesentliche Dienste. Die Ju­biläumsfeier begann mit einem Festakt, zu dem sich zahlreiche in- und ausländische Mitglieder und Ver­tretungen von Universitäten und Gelehrtengesell­schaften eingefunden hatten. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten Geheimrat Abderhalden kam eine lange Reihe von Gratulanten zu Wort. U. a. sprachen für die Royal Society, London, Prof. Dr. George Borger, für die Reale Academia delle Soienze, Bologna, Prof. Dr. Eugenio Cen- t a n n i und für die Academia Reale di Lincei, Rom, Prof. Dr. Dante de Blafi. Dem Präsiden­ten Prof. Dr. Abderhalden wurde die Würde eines Ehrendoktors der veterinärmedizinischen Fa­kultät von Zürich verliehen. Mit großem Beifall wurde die Bekanntgabe einer Spende von 44 000 Mark zur Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten entgegengenommen. Nach einem Rückblick des Prä­sidenten auf die Geschichte der Akademie sprach Prof. Dr. S p e m a n n, Freiburg über seine experi­mentellen Forschungen auf dem Gebiete der tieri­schen Entwicklung. Die Cothenius-Medaille wurde verliehen an: Prof. Dr. Dante de Blasi, Rom, Geheimrat Prof. Dr. Ostertag, Tübingen,

Prof. Dr. Franz Volhard, Frankfurt a. M, Prof. Dr. George Borger, Edingburgh, Prof. Dr. Le Blanc, Leipzig, Prof. Dr. Armin Tschermak-Seysenegg, Prag, und Prof. Eugen Fischer- Berlin.

Deutsche Kirchenkunst auf der pariser Weltausstellung.

Im Vatikan-Pavillon auf der Internationalen Ausstellung in Paris sind die größten Nationen der Welt mit je einer vollständigen Ausschmückung einer Kapelle vertreten, Deutschland mit einem St. Michael-Altar. Es ist ein in Putzmosaik aus­geführtes Bildwerk des heiligen Michael und dar­unter ein Altar, der aus Eifel-Basaltlava herge­stellt ist. Das Mosaikbild sowie ein großes Glas­fenster wurden von Professor Anton Wendling- Aachen entworfen, während die architektonische Ge­staltung und der Altarentwurf von Hans Schwip- p e rt-Aachen stammen. Die beiden deutschen Künstler haben eine außerordentlich gute und schnelle Arbeit geleistet, die zum festgesetzten Termin fertig­gestellt wurde. Die Altarnische wurde jetzt offiziell dem Kommissar des Vatikan-Pavillons übergeben.

Das Fest der deutschen Volksmusik in Karlsruhe.

Die Fachschaft Volksmusik in der Reichsmusik­kammer veranstaltet vom 5. bis 7. Juni in Karls­ruhe das Fest der deutschen Volksmusik, an dem 500 Laien-Kapellen aus ganz Deutschland teilnehmen werden. Das Fest beginnt mit einem Wertungsspielen, dem sich das Eröffnungskonzert mit einer Ansprache des Generalmusikdirektors Professor Dr. Peter Raabe anschließen wird. Der Hauptfesttag bietet ebenfalls Wertungs- und alte und neue Blasmusik. Der große Festzug vereinigt alle teilnehmenden Kapellen. Anschließen wird sich eine KundgebungMusik und Volk." Es folgen mehrere Sonderkundgebungen, in denen die einzel­nen Fachgruppen hervortreten werden. Am Schluß­tage erfolgt im Rahmen einer musikalischen Mor­genfeier die Verteilung der Urkunden. Die am Fest teilnehmenden französischen Kapellen veranstalten ein Sonderkonzert. Das Fest der deutschen Volks­musik endet mit den großen VorführungenVolks­musik Werk" undMusik der Jugend .

praktische Hofberatung.

Anschauungsunterricht auf der Reichsnährstandsausstellung.

Von unserem Sonderberichterstatter Frithjos Melzer.

Im Zusammenhang mit den von Generaloberst Göring verkündeten Maßnahmen zur Beschleuni­gung des Tempos der Erzeugungsschlacht hat der Reichsnährstand gegen Ende des Winters für sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe im Reich H o f k a r t e n eingeführt; gleichzeitig ist die Wir t- schaftsberatung derart durchorganisiert wor­den, daß sie mit Hunderttausenden von freiwilligen Helfern alle Betriebe im Reich erfaßt. Die 4. R e i ch s n ä h r st a n d s a u s st e l l u n g, die jetzt in München eröffnet worden ist, zeigt in ganz gro­ßem Maßstabe, welche praktische Bedeu­tung die Hofkarte hat und wie die Hofberatung zum Erfolg geführt werden kann. Die Ausstellung ist eigentlich eine einzige große Hofbera­tung, bei der jeder Betriebsinhaber das findet und lernt, was für seinen Betrieb noch fehlt. Eine Hofberatung, die in einer Ausstellung auf einer Fläche von 40 Hektar vorgeführt wird, zeigt bereits, um welche Vielzahl von Einzelmaßnahmen und Einzelmöglichkeiten es sich bei der Verschieden­artigkeit der Betriebe und bei der Vielseitigkeit der landwirtschaftlichen Erzeugung zu handeln hat, wenn in der kurzen Spanne von vier Jahren der Erfolg der Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes erzielt werden soll. Es ist nicht möglich, daß der einzelne Bauer oder Landwirt jede der gegebenen Möglich­keiten beherrscht. Auch die Wirtschaftsberater selbst werden sich immer wieder neu schulen müssen, um mit dem stürmischen Fortschritt auf dem Gebiete der Agrartechnik Schritt halten zu können.

Bei dieser praktischen Hofberatung auf der Aus­stellung steht der Erbhof, der mit allen Ge­bäuden, mit Aeckern, Wiesen und Gärten gezeigt wird, im Vordergrund. An erster Stelle steht für den Reichsnährstand der Mensch. Er soll gedie­gen und gesund wohnen. Auch der Landarbeiter soll in einer eigenen Wohnstatt mit Stall und Garten heimisch werden. Dann kommt das Vieh. Die schlechten Ställe die heute noch in Millionenzahl vorhanden sind, kosten uns allein mit der Rinder­tuberkulose jährlich 800 Millionen Mark. Der ge­sunde Stall erspart uns nicht nur diese Verluste, sondern ermöglicht es, im Zusammenhang mit einer geregelten Koppelwirtschaft und Mäh- weidenutzung den täglichen Milchertrag der Kühe mindestens um ein Liter zu steigern, also für das ganze Reich um drei Milliarden Liter jährlich. Der nächste Schritt ist die D ü n g e r o e r w e r- tung, die Anlage von Dungstätten und Jauche- gruben, die keine Nährstoffe mehr verloren gehen lassen. Daneben stehen die Silo s, die jeden Futteroerlust in der Wirtschaft vermeiden lassen. Neu hinzu kommt die künstliche Grünfutter­trocknung, die handelsfähiges Kraftfutter liefert und genossenschaftlich oder in Lohnunternehmungen einem neuen Mittelstand auf dem Lande die Grund­lage gibt, zugleich ein Ansatzpunkt für die dringend erforderliche ländliche Arbeitsteilung ist, die erst einen vollen Erfolg des technischen Einsatzes er­möglicht.

Der vervielfältigte Einsatz der Landtechnik erscheint überhaupt als vordringliches Problem. Für die erhöhte Arbeitsleistung zur landwirtschaftlichen Ertragssteigerung stehen nur in beschränktem Um­fange mehr menschliche Arbeitskräfte zur Verfü­gung. Nur die zweckmäßige Verwendung von Maschinen und Geräten kann die Lücke schließen. Ein kleines Beispiel aus dem Hof ist die Wasserversorgung. Die täglicki meh­rere Stunden erforderliche Heranholung des Wassers aus Pumpen kann mit einem Schlage mit verhält­nismäßig billigen Elektromaschinen überflüssig ge­macht werden. Ueberhaupt kann die Elektrizi- t ä t noch ungeahnte Arbeitserleichterungen auf dem Hof bringen.'Nicht anders ist es sonst mit dem tech­nischen Einsatz. Der gummibereifte Wagen erspart die Hälfte der Zugkraft und die Hälfte der menschlichen Arbeit. Erst die Gummibereifung macht den Schlepper für jeden Bauernbetrieb verwendbar. Die volle Durchführung der S a a t g u t r e i n i- gung würde eine Erntesteigerung bringen, die dem gesamten Getreideertrag von Sachsen entspricht. Der B i n d e m ä h e r spart 80 v. H. der Handarbeit und vermindert den Kornoerlust um 4 v. H. Saubere Dresch körbe können 5 v. H. Körnerverluste er­sparen. Jedes Prozent bedeutet aber im Reich 2)4 Millionen Doppelzentner Getreide oder 40 Millio­nen Reichsmark.

So kann man hier auf der Ausstellung eines nach dem anderen durchgehen. Man kommt überall zu

ähnlichen Ergebnissen, ob es sich nun um die Tech­nik, um die Pflanzenzucht oder die Tierzucht, um die Ackerbearbeitung, die Grünlandpflege, den Zwi­schenfruchtbau oder die Futterfrage handelt. Wir wollen dabei auch nicht die Betreuung der Menschen vergessen, weil es auf die Gesinnung und die Gesittung, auf die Gesundheit und die Zu­friedenheit des Landvolkes ankommt, ob aus dem ersten Impuls des neuen Lebens eine dauernde Gesundung der bäuerlichen Urkräfte des Volkes und auch eine dauernde Sicherung der Nahrungsfreiheit für ein wachsendes Volk entspringen soll. Der Kern der Ausstellung, der Erbhof mit feinen Nebenanla­gen, bleibt auch nach der Ausstellung noch ein Jahr stehen. Aehnliche Musterbeispiele sind zur Bauern- schulung in allen Landesbauernschaften errichtet. Es wird dafür gesorgt, daß in planmäßigen Führungen jeder einzelne Betriebsführer zur Besichtigung kommt, so daß es nach einem Jahr niemand im Landvolk mehr gibt, der nicht diese deutlichste Hof­beratung genossen hat.

Welche Erfolge damit zu erzielen find, zeigt das Beispiel des Rheinlandes, wo seit 1933 bereits ähn­lich gearbeitet wird. Der Nachdruck liegt dabei auf den baulichen Fragen des Hofes selbst und auf der Schulung der Architekten, während der Be­triebsinhaber sich darüber klar werden kann, wel­chen Nutzen er aus zweckmäßigen Umbauten ziehen kann. Im Rheinland hat diese Bauberatung des Reichsnährstandes bereits 15 000 Umbauten unmittelbar durchführen können. Das ist ein beschei­denes Beispiel für die außerordentlichen Möglich­keiten der Belehrung und des schnell sichtbaren volkswirtschaftlichen Erfolges durch eine zweck­mäßige Ausgestaltung des Ausstellungswesens. Diese Hofberatung, wie sie auf der Reichsnähr- standsschau durchgeführt wird, muß eine unmittel­bare Wirkung haben, weil nicht nur jede praktische Möglichkeit eindringlich gezeigt wird, sondern weil auch der Ehrgeiz jedes Landmannes angespornt wird und damit der freiwillige Einsatz als Motor des landwirtschaftlichen Fortschritts einen ungeahnten Auftrieb erhält.

Aus aller Welt.

Die Reichsnährstandsausstellung in München stark besucht.

Das Interesse an der Reichsnährstands- ausstellung in München ist außerordentlich rege. An den ersten beiden Tagen der Ausstellung wurden 145 000 Personen gezählt. Der Gesamtbe­such der Münchener Schau dürfte jedenfalls den der vorjährigen in Frankfurt weit übertreffen. Im Vordergrund des Interesses standen die Vorführun­gen der preisgekrönten Tiere. Die Vorführungen der SS.-StandarteDeutschland" führte den Be­suchern den hohen Stand ihrer körperlichen und reiterlichen Ausbildung vor Augen. Anschließend traten 400 bäuerliche Jungen und Mädel an, um den Gästen zu zeigen, daß auch auf dem Lande sportliche Betätigung und das gesundheitsfördernde Gebiet der Leibesübungen auf Hoher Stufe steht.

Einweihung des Emmy-Göring-Stiftes in Weimar.

In Weimar fand die Einweihung des Emmy- Göring-Stiftes durch den Ministerpräsiden­ten Generaloberst Hermann Göring und Frau Göring statt. An der schlichten Feier nahmen u. a. teil Reichsstatthalter und Gauleiter S a u ck e l, Mi­nisterpräsident M a r s ch l e r, Reichsamtsleiter H i l- genfeld. Generalintendant Tietjen, Eugen Klöpfer. Der Einweihung des Stiftes ging eine schlichte Begrüßung im Maria-Seebach-Stift vor­aus, das durch eine kürzlich erfolgte Stiftung von Ministerpräsident Göring eine neue Verwaltungs­und Betriebsgrundlage erhalten hat. Ministerpräsi­dent Göring und Frau besichtigten eingehend das neue Heim und äußerten sich über die behaglich eingerichteten Räumlichkeiten sehr anerkennend. Oberbürgermeister Dr. Müller verlas zwei Ur­kunden, denen zufolge Hermann Göring und Frau das Ehrenbürgerrecht der Stadt Weimar ver­liehen wurde. Der Ministerpräsident dankte der Stadt Weimar, dem Gauleiter Sauckel und dem Kurator Holtz für die Mitarbeit bei der Errich­tung des Stiftes und gab feiner Genugtuung Aus­druck, daß es ihm gelungen fei, eine Unternehmung ins Leben zu rufen, die an der Lösung der Alters­versorgung der deutschen Bühnenkünstler maß­gebend mitwirken meri>e.

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