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Wirtschaft.

Oie deutsche Eierwirtschast im Zahre 1937.

Fwd. Durch Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschafs, die am 15. März 1937 in Kraft getreten ist, ist nunmehr die Bewirtschaf­tung der deutschen Eier- und Schlachtgeflügeler­zeugung für das Jahr 1937 festgelegt worden. Im allgemeinen bleibt die bisherige Marktregelung be­stehen. Danach ist der direkte Berkaus aus erzeugen­den Betrieben an Verbraucher nach wie vor frei. Jedoch haben die Eierwirtschaftsverbände die Mög­lichkeit, den unmittelbaren Verkehr zwischen Erzeu­ger und Verbraucher zu verbieten. Alle Eier, die über den Handel in den Verkehr kommen, müssen gekennzeichnet sein. Zum Ankauf von Eiern ist nur berechtigt, wer einen vom Eierwirtschaftsverband ausgestellten Sammlerausweis besitzt, Handelsbe­triebe, die nicht direkt vom Erzeuger kaufen, die sich hierzu Sammler bedienen, müssen einen Ueber- nahmeschein besitzen. Soweit sie nicht selbst im Be­sitz einer Kennzeichnungsberechtigung sind, müssen sie ihre gesamte Erfassung einer Kennzeichnungs­stelle zur Abstempelung zuführen.

Neu ist in der Regelung die Bestimmung, wo­nach zur Erfassung des Eieranfalles Einzugsgebiete festgelegt werden. Unverändert blieben schließlich auch die erlassenen Preisvorschriften bzw. Höchst­preise für Verbraucher und die Großhandelspreise und Erzeugerhöchstpreise. Nach wie vor ist ein Auf­kauf nach Stückzahl verboten.

Neueinteilung der Frankfurter Schlachtviehmarkttage.

Künftig je ein Hauptmarkt für Großvieh und Schweine.

Fwd. Mit Wirkung vom 1. April 1937 tritt am Frankfurter Schlachtviehmarkt eine Neueinteilung der Notierungen für die verschiedenen Tierarten ein. Während bisher jeweils am Montag ein Haupt­markt für Großvieh und Schweine und gleichzeitig der Nebenmarkt für Kälber und Schafe und jeweils am Donnerstag der Hauptmarkt für Kälber und Schafe und ein Nebenmarkt für Großvieh und Schweine abgehalten worden war, ist ab sofort künftig jeweils am Dienstag der Hauptmarkt für Schweine und der Nebenmarkt für Kälber und Schafe und jeweils am Donnerstag der Haupt­markt für Großvieh, Kälber und Schafe und der Nebenmarkt für Schweine. Mit dieser Neueinteilung wurden die jahrelangen Bestrebungen zur Abschaf­fung des Montagsmarktes erfüllt.

Rhein-Mainische Börse.

Mllagsbörse: Aktien uneinheitlich. Renten fest.

Frankfurt a. M., 1. April. Die Börse zeigte am Aktienmarkt zwar keine einheitliche Kurs­entwicklung, doch war die Grundtendenz etwas freundlicher, da kleine Kaufaufträge in einigen Spe- zialpapieren Vorlagen, die den Gesamtmarkt ebenso anregten rare die anhaltende Nachfrage und Festig­keit am deutschen Rentenmarkt. Infolge des Feh­lens neuer Limite zum Monatsbeginn kamen die Aktienwerte nur zögernd zur Notiz. Im Vorder­grund standen am Elektromarkt einige Versorgungs­werte, Gesfürel bei lebhafteren Umsätzen 146 bis

147 (145,50), RWE. 129,25 (128,25), dagegen Lah- meyer 123,13 (123,75). Von chemischen Papieren notierten IG. Farben 165,50 bis 166 (165,50), Scheideanstalt unv. 257. Am Montanmarkt lagen die ersten Kurse uneinheitlich, während im Verlaufe vorwiegend kleine Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. eintraten, womit die Anfangsrückgänge voll ausgeglichen wurden. Maschinenwerte tendierten unregelmäßig, Daimler 126,25 (127,25), Muag 141,75 (142), Rheinmetall unv. 148,50, andererseits Moenus 109,50 (108,50), Dt. Eisenhandel 153 bis 153,50 (152,75). Von Einzelwerten lagen Reichs­bank 0,75 v. H., Hanfwerke Füssen 0,50 v. H. und Holzmann auf nur kleines Zufallsangebot 1,40 d. H. schwächer. Cement Heidelberg und Schiffahrts­papiere blieben voll behauptet.

Am Rentenmarkt hatten Reichsaltbesitz mit 121 (120,50) und Kommunal-Umschuldung mit 91,95 bis 92,05 (91,80) lebhaftes Geschäft, ferner waren Städte-Altbesitzanleihen mit 124,50 bis 125 (124,40) und späte Schuldbuchforderungen mit 98,75 (98,50) gesucht. Die unnotierten Industrie-Anleihen lagen ruhig, aber unverändert. Lebhaft waren noch Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 125,90 bis 126 (125,75).

An den Aktienmärkten wurde das Geschäft im Verlaufe nicht größer, auch die Kursentwicklung blieb ungleichmäßig, wobei aber mäßige Besserun­gen überwogen, ebenso bei den erst später notierten Papieren. Lebhaft blieben Gesfürel mit unv. 147. Schwächer lagen Saldzdefurth Kali mit 168 (169). AG. für Verkehr mit 130 (131), dagegen Metall­gesellschaft gut erholt mit 153,50 (152,25). Am Ein­heitsmarkt Dürrwerke Ratingen weiter fest mit 104 (101,50).

Der Rente nmakkt stand auch im Verlaufe im Vordergrund, Kommunal-Umschuldung stiegen

NSG. Verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit geben Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß auch der Handel mit Nutz- und Zuchtvieh, gleich­gültig, ob er von Genossenschaften oder von Viey- verteilern betrieben wird, der Genehmigung des Viehwirtschaftsoerbandes unterliegt.

Es wurde beobachtet, daß insbesondere die Ge­nossenschaften dazu übergehen, durch Errichtung von Zweigstellen und Beauftragung von Vermittlern außer dem bisher ausgeüdten Schlachtviehhandel auch den Handel mit Nutz - und Zuchtvieh zu betreiben. Soweit ein derartiger Handel nach dem Inkrafttreten der Verordnung über den Handel mit Vieh, d. h. also seit dem 27. Januar 1937, neu angefangen wird, ist hierzu die Genehmigung des Viehwirtschaftsoerbandes erforder­lich. Diese Genehmigung gilt auch für die Errich­tung von Zweigniederlassungen.

Als z u g e l a s s e n für den Handel mit Nutz-, Zuckt- und Schlachtvieh gelten lediglich diejenigen DieyVerteiler, die am 27. Januar 1937 den Vieh­handelsbetrieb nicht dauernd eingestellt hatten.

auf 92,20 nach 92.05, Altbesitz auf 121,25 nach 121, Wiederaufbauzuschläge auf 79 nach 79,75. Reichs- bahnoorzugsaktien unv. 126. Am Pfandbriefmarkt bestand lebhafte Nachfrage, für Gold- und Liqui­dationspfandbriefe unb' Kommunal-Obligationen traten überwiegend Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. ein. Auch Stadtanleihen waren teilweise wei­ter um 0,25 bis 0,50 v. H. erhöht, darüber hinaus stiegen 4,50 v. H. Baden auf 96,40 (95,75). Von Industrie-Obligationen 5 v. H. Eisenbahn-Bank er­holt auf 87 (86,50), 1951er Verein. Stahl 97,25 bis 97,40 (97,13).

Im Freiverkehr galten VDM. excl. 5,4 v. H. Dividende 163 bis 165 (168 bis 170), schwächer lagen Ufa Film mit 70,25 (71,50). Tagesgeld wurde auf 3 (3,50) v. H. zurückgenommen.

Abendbörfe still.

Die Abendbörse nahm einen stillen Verlaus. Für Aktien blieb die Kursbildung bei kleinsten Um­sätzen uneinheitlich, wobei gegen den Frankfurter Schluß kleine Ermäßigungen überwogen, während das Berliner Schlußniveau zumeist behauptet wurde. Etwas höher lagen Scheideanstalt mit 258 (257), Westdeutsche Kaufhof mit 60 (59,50), Ges­fürel bei weiterer Nachfrage mit 147,25 bis 147,50 (146,90), dagegen verblieben Conti Gummi mit 194,50 (Berlin 196) und Bekula mit 165 (165,75) auf dem Frankfurter Stand. Am Rentenmarkt war weiteres Kaufinteresse vorhanden, Kommunal- Umschuldung 92,30 (92,20), Altbesitzanleihe unver­ändert 121,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 126,25 (126), größere Umsätze kamen aber mangels An- gebots nicht zustande. -11. a. notierten: Altbesitz 121,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 126,25, 6 v. H. IG. Farben 134,25, 4,50 v. H. Mainz von 1926 und 1928 97, Pfälz. Hyp. Bank 101,25, Buderus 123,75, Mannesmann 118, Rheinstahl 157, Verein. Stahl E 115,40, Bemberg 113,50, Daimler 126,75, Dt. Erdöl 144, Scheideanstalt 258, Dt. Eisenhandel 154,75, IG. Farben 166, Gesfürel 147,25 bis 147,50,

Wurde bis zu diesem Zeitpunkt lediglich Schlacht­viehhandel ausgeübt, so erstreckt sich die Zulassung lediglich auch auf die weitere Ausübung des Schlachtviehhandels. Soll nunmehr auch mit Nutz- unb Zuchtvieh gehanbelt werben, so ist hierzu die Genehmigung des Viehwirtschaftsverbandes vor Be­ginn der Ausübung dieser Zweige des Handels ein­zuholen.

Es ist dabei gleichgültig, ob z. B. Genossenschaf­ten bereits früher auf Grund ihrer Satzung an sich auch für die Ausübung des Nutz- und Zuchtvieh­handels errichtet worden sind. Wenn tatsächlich der­artige Genossenschaften sich nur mit dem Absatz von Schlachtvieh befaßt haben und neuerdings zum Nutz und Zuchtviehhandel übergehen, so bedürfen auch diese Genossenschaften für die Ausübung des Nutz- und Zuchtviehhandels der Genehmigung des Viehwirtschaftsoerbandes. Ebensowenig kann eine nachträgliche Aenderung der Satzung, öurd) die der Nutz- und Zuchtoiehhandel als Gegenstand des Ge­schäftsbetriebes bezeichnet wird, die Genehmigung des Viehwirtschaftsverbandes ersetzen.

Holzmann 146, Muag 142, Moenus 109,50, West­deutsche Kaufhof 60, Hapag 16,13.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 1. April. Auftrieb: Kälber 1092 (gegen 920 am 24. März), Hämmel und Schafe 81 (112), Schweine 5409 (am 30. März 6153). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendge­wicht in Mark: Kälber a) 60 bis 65 (am 24. März 60 bis 65), b) 45 bis 55 (48 bis 55), c) 40 (40), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 50

(48 bis 52), c) 40 bis 47 (40 bis 45), c) 31 bis 36

(35 bis 38). Schafe a) 40 bis 46 (34 bis 38), b) 30

bis 36 (27 bis 32). Schweine a) 52,50 (52,50),

bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50), e) 45 bis 47 (). Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) 50,50 (50,50). Marktverlauf: Käl­ber und Schweine wurden zuaeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Ueberstand 5 Schafe.

Todessturz vom Dach.

LPD. Offenbach, 1. April. Mittwoch nach­mittag ereignete sich bei Dachdeckerarbeiten auf dem Haufe Sedanstrahe 4 ein schwerer Unfall, dem der 16jährige Dachdeckerlehrling Heinrich Zischer zum Opfer fiel. Vermutlich hielt sich der Lehrling bei seiner Arbeit an einem Schornstein fest. Auf bisher noch unaufgeklärte Weise lockerte sich ein B a ck st e i n des Schornsteins, so daß der Junge keinen Halt mehr hatte und von dem Dach des 4 stückigen Hauses ab stürzte. Von der Rettungswache wurde er in schwerver­letztem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, wo er noch am Abend gestorben ist.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die vom Atlantik ausgehende lebhafte Störungs­tätigkeit gewinnt ostwärts Raum. Dabei wird auch das europäische Festland vom Süden und Süd- roeften her mit milder Meeresluft überflutet, die uns der Jahreszeit entsprechende Temperaturen, aber auch leichte Unbeständigkeit bringt.

Aussichten für Samstag: Veränderlich mit wiederholter Aufheiterung, aber auch einzelnen Regenfällen, bei lebhaften Winden aus meist süd­lichen Richtungen mild.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer der leicht unbeständigen, aber milden Witterung.

Lufttemperaturen am 1. April: mittags 7,8 Grad Celsius, abends 6,9 Grad; am 2. April: morgens 3,4 Grad. Maximum 8,2 Grad, Minimum, heute nacht 1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 1. April: abends 5,9 Grad; am 2. April: morgens 3,8 Grad Celsius.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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