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Ein froher Abend bei Spiel und Sport
Die Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer bereitete am Samstag ihren zahlreichen Gästen im „Cafe Leib" einen frohen Abend bei Spiel, Sport und Tanz, dessen Einnahmen dem Wmterhilfswerk zugesührt werden. Von der Kapelle Daubertshäuser mit beschwingten Weisen und zahlreichen Solodarbietungen unterstützt, wurden vielseitige und ausgezeichnete turnerische Hebungen dargeboten.
Studienreferendar Dr. I ü n g st setzte als Sprecher der beteiligten Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer die Absichten dieser eVranstaltung auseinander, durch die die nicht mehr unbekannte Gießener Ortsgruppe des Reichsverbandes sich wie in früheren Jahren wieder für das Winterhilfswerk einzusetzen beabsichtigte. Die Aufgabe an diesem Abend konnte nur darin bestehen, aus den Arbeiten auf den verschiedensten Gebieten der Leibesübungen einen Ausschnitt zu bieten und auf diese Weise darauf hinzuweisen, wie notwendig jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau ihren Platz in der Volksgemeinschaft auszufüllen habe. Auch die Gymnastik- und Sportleherer haben diese Verpflichtung erkannt und wollen auf ihre Art mithelfen. Mit diesem Querschnitt durch ihre Arbeit wollen sie nicht nur dem WHW. dienen, sondern auch den Weg zeigen, auf dem jeder Volksgenosse sich zur Erfüllung seiner Pflichten ertüchtigen kann. Sie wollen damit auch den Dank an den Führer abstatten, der den Gedanken der Leibesübungen in weite Kreise getragen hat.
Frau Dominik-Schumann eröffnete mit ihren Schülerinnen den Reigen der Darbietungen. Die Kleinen zeigten mit ihrer Rückengymnastik die spielerische Hinlenkung des Kindes zu bewußter Körperertüchtigung. Die ganze Hingabe der Kleinen an die nicht immer leichte Ausführung der Aufgaben bewies eine sinnvolle Anleitung zu froher Körperbetätigung. Die Gymnastikübungen der Frauen waren in ihrer rhythmischen Beschwingtheit auf Schönheit abgestellt. — (Eine Riege der Jungen aus der Höheren Privatschule unter Leitung von Studienassessor Dr. Pfeffer führte schwierige Boden- und Springübungen vor, die die Freude an entschlossenem Handeln und beherrschtem Körpereinsatz erkennen ließen.
Zwischendurch zeigte Frl. Hertha Hudel vom Eisverein ihre großen Fertigkeiten im Rollschuhlauf. Eine Unsumme von Arbeit und strengem Training bewiese» die ganz ausgezeichneten Zoppoter Bodenübungen der Frauenriege des VfB.- Reichsbahn unter der Leitung von Turnlehrer Fischer. An jeder einzelnen Turnerin erfreute das Maß der Energie und bewußter Körperbeherrschung, wie es sich namentlich bei den Gruppenübungen erkennen ließ. Es wäre wünschenswert, daß diese Turnerriege ihre Hebungen vor einem größeren Kreis von Frauen wiederholen würde, um zu beweisen, zu welchen Leistungen die Frau befähigt ist.
Den Abschluß der Vorführungen boten Schüler und Studenten unter der Leitung von Studienreferendar Dr. Jüngst mit den vorbereitenden Körperübungen zum Boxsport und einigen Boxkämpfen.
Oie Teutonen Meister ihrer Klaffe.
Teutonia Watzenborn-Steinberg I gegen Ruppertsburg I 7:1 (3:1).
Zum vorletzten Verbandsspiel trat am vergangenen Sonntag auf eigenem Platze die erste Mannschaft der Teutonen gegen die erste Mannschaft des Sportvereins Ruppertsburg an. Die Gäste, die zu Beginn der Verbandsspiele mit zu den Meisterschaftsfavoriten zählten, offenbarten sich im Verlaufe der Spiele jedoch nur als Heimmannschaft. Am vergangenen Sonntag zoa die Gästemannschaft viele Zuschauer an und diese waren auch nicht enttäuscht. Die Gäste, mit ihrer stärksten Vertretung, wallten sofort mit Beginn des Spieles eine entscheidende Führung herausarbeiten und setzten sich mit ungeheurer Zähigkeit ein. Es gelang ihnen auch durch einen schönen Schuß den Schlußmann der Teutonen zu schlagen. Im Gegenangriff kam Lang gut durch, brafyte den Ball zum Linksaußen Fett und durch dessen wuchtigen Schuß wurde der Ausgleich hergestellt.. Derselbe Spieler brachte die Teutonen auch bald in Führung und kurz vor Halbzeit vergrößerte Mittelstürmer Karl Haas durch einen dritten Treffer die Tordifferenz. Die zweite Halbzeit sah die Teutonen ständig in Angriff, ihre Ausdauer und unstreitig bessere Technik brachte ihnen Vorteile und durch Fett, Lang und Karl Haas fielen noch weitere vier Tore. Schiedsrichter Kreiling (Gießen) war dem Spiel ein aufmerksamer Leiter.
Deutsche Gkimeisterschasten letzter Teil.
Der Abfahrkslauf.
Der letzte Teil der deutschen Skimeisterschaften 1937, die Titelkämpfe in der alpinen Kombination Abfahrts-Torlauf, wurde am Samstag in Rottach-Egern mit dem Abfahrtslauf gestartet. Die größte Heberrafchung lieferte Christel Cranz, unsere sieggewohnte Weltmeisterin, die im oberen Drittel einen Sturz tat und dadurch neben der kostbaren Zeit auch ihre Sicherheit verlor und hinter Lisa Resch und Käthe Grasegger, die beide sturzfrei über die Strecke gekommen waren, nur den dritten Platz belegen konnte. Glücklicher und erfolgreicher war ihr Bruder Rudi Cranz, der wieder eine ausgezeichnete Leistung vollbrachte. Im „schnellen" Pulverschnee am Anfang der Strecke gewann er soviel Zeit, daß er sich im Glasschlag einen Sturz mit anschließendem Rutscher von 30 Meter erlauben konnte und immer noch sicher gewann. Die beiden Pflichttore bereiteten weder ihm noch dem an zweiter Stelle eingekommenen Roman W ö r n d l e, der die Strecke sturzfrei überstand, Schwierigkeiten. Ein dritter
„Cranz", Harro, belegte in der Klasse 2 in guter Gesellschaft den vierten Platz.
Der Torlauf.
Mit dem T o r l a u f fiel am Sonntag in Rottach- Egern die Entscheidung in der Deutschen Skirn e i st e r s ch a f t im zusammengesetzten Lauf Abfahrts - und Torlauf. Zum ersten Male siegten zwei Geschwister, Christel und Rudi Cranz. Bei Rudi Cranz war der Endsieg und damit die Meisterschaft so gut wie sicher gewesen. Er übertraf alle Erwartungen und schaffte in beiden Torlauf-Durchgängen Bestzeiten. Nachdem er schon den Abfahrtslaus gewonnen hatte, sicherte er sich den Titel ganz überlegen vor Roman Wörndle, Hans Pfnür, Geri Lantschner und Josef Bierpriegl.
Nicht ganz so sicher war Christel Cranz ihrer Sache. Wie schon bei den olympischen Winterspielen hatte sie im Abfahrtslauf Pech gehabt. Die bange Frage aller war, ob es der dreifachen Weltmeisterin gelingen würde, den Nachteil auszugleichen. Christel verlor die Ruhe nicht; sicher und beherrscht stand sie beide Läuse durch. Ihre Bestzeit von 65,0 Sek. wurde nur von einem einzigen Be
werber bei den Männern, dem Sieger Rudi Cranz, unterboten. 16 Sekunden machte die Freiburgerin im Torlauf gut, und damit mae ihr der Titel nicht mehr zu nehmen. Zum vierten Male trug sie bei den Deutschen Meisterschaften den Siea davon und verwies Küche Grasegger, Lisa Resch, Liesl Schwarz und Mutz von Bahrdorfs auf die nächsten Plätze.
Reichssportlehrer I. Waitzer scheidet aus den Diensten des Fachamtes Leichtathletik aus, da er eine ehrenvolle Berufung nach München erhalten hat. Waitzer hat über drei Jahrzehnte unermüdlich für die deutsche Leichtathletik gearbeitet.
Gponann „Kraft durch tfreuöe"
Heute folgende Kurse:
Allgemeine Körperschule, Schillerschule, Schillerstraße, nur für Angehörige der SS., 20.15 bis 21.45 Hhr.
Fröhliche GYmnastik, Lyzeum, Dammstraße 26, 20 bis 21 und 21 bis 22 Hhr.
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Gießener Ringer in großer Form.
Sauausscheidungskämpfe für die deutsche Meisterschast.
Arn vergangenen Sonntag sanden in Alsfeld im „Deutschen Haus" vor stattlichem Publikum die Gauausscheidungskämpfe (Gau Hessen) für die deutschen Meisterschaften statt. Die Ringer des 1. Kräft- und Sportklubs präsentierten sich in großer Form und belegten in drei Klassen die ersten Plätze, und zwar Alois Funk im Federgewicht, Unteroffizier Detter im Weltergewicht und Oberschütze Hansen im Halbschwergewicht. Vetter wird nun zum kommenden Wochenende bei den deutschen Meisterschaften seiner Klasse in Köln am Start sein. Hansen wird eine Woche später in Ludwigshafen beweisen, daß er erste Klasse darstellt. Leider kann der ausgezeichnete Federgewichtler Funk aus beruflichen Gründen in Dortmund nicht antreten. Funk hat zugunsten von Schott I. (Alsfeld) verzichtet.
Der Verlaus der Kämpfe.
Im Bantamgewicht war erwartungsgemäß dem Alsfelder Schuchmann der Sieg nicht zu nehmen. Er wurde erster Sieger vor dem Hersfelder Henning.
Federgewicht: Funk zeigte große Form und besiegte die Gebrüder Schott (Alsfeld) in schönen Kämpfen entscheidend. Diese Beiden gaben wiederum den übrigen Konkurrenten aus Hersfeld usw. das Nachsehen.
Leichtgewicht: Hier siegte Bauer (Kassel 91) vor Kister! (Alsfeld), trotzdem er vorher eine Punktniederlage von Kister einstecken mußte. Dritter wurde Steinbach (Alsfeld).
Weltergewicht: In dieser Klasse war die stärkste Konkurrenz am Start. Unteroffigier Detter hatte schwer zu kämpfen. Becker (Gießen) besiegte zunächst den Alsfelder Maus ganz überzeugend
durch Ausheber. Sodann fertigt Detter in imponierender Weise den Alsfelder Schott III ab.
Klotz (Gießen) hatte den Hersfelder Berger (früher München 1860) zum Gegner. Klotz brachte Berger durch doppelten Hamerlok in Gefahr. In der Bodenlage drehte aber Berger Klotz in die Brücke, die dann eingedrückt wurde. In der zweiten Runde unterlag Becker (Gießen) überraschend gegen Schott (Alsfeld). Klotz (Gießen) besiegte Maus (Alsfeld) durch Ausheber, während Vetter nach hartem Kampf dem Hersfelder Berger nach Punkten unterlag. In der dritten Runde besiegte Klotz den Alsfelder Schott entscheidend. Dann kam die Heber» raschung des Tages, denn der jugendstarke Becker besiegte den Hersfelder Berger durch einen feinen Schleudergriff. Klotz verzichtete nun zu Gunsten des jüngeren Vetter und schied aus. Im Endkampf besiegte Detter seinen Vereinskameraden Becker durch Untergriff. 1. Vetter (Gießen), 2. Berger (Hersfeld), 3. Becker (Gießen).
Im Mittelgewicht siegte Kister II (Alsfeld) vor seinem Klubkameraden Fischer.
Das Halbschwergewicht sah den jungen Soldaten Hansen (Gießen) in großer Form. Er wurde erster Sieger vor Emmerich (Gießen), der auch schöne Leistungen bot.
Zum Schluß gab es noch einen Herausforderungskampf zwischen dem Sieger im Mittelgewicht, Kister (Alsfeld), und Hansen (Gießen). Hansen zeigte einen prächtigen Kampf und besiegte Kister durch Ueberstürzer." Die Gießener Mannschaft erscheint augenblicklich sehr kampfstark, was sie in Kürze bei mehreren in Aussicht genommenen Veranstaltungen unter Beweis stellen wird.
Gießen, Kleine Mühlgasse 51, den 2 März 1937
Die Beisetzung fand in aller Stille statt
1403D
Samstag, den 27. Februar, wurde mein lieber Mann, mein guter treu- sorgender Vater, Schwiegervater und Großvater
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Lina Lang, geb. Künkel
Leni Meyer, geb. Lang
Emil Meyer und 3 Enkelkinder
Heinrich Lang
im 71. Lebensjahre nach einem arbeitsreichen Leben durch einen sanften Tod erlöst
Von der Reise zurück
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