Ausgabe 
1.12.1937
 
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Fernsprechteilnehmer!

Wissen Sie, daß Sie Ihren Fernsprecher nur zum Teil ausnutzen?

So erstaunlich es klingt eine Umfrage bei einer ganzen Anzahl von Fernsprechteilnehmern hat es tatsächlich festgestellt: Nur die allerwenigsten kannten auch nur einen Teil der vielen Möglichkeiten und Lebenserleichterungen, die der Fernsprecher neben dem all­täglichen und ursprünglichen Verwendungszweck zu bieten vermag. Eine kleine Auswahl solcher Möglichkeiten können wir hier nennen.

Ihr Fern

Aber auch mit dieser Aufzählung sind diese Möglichkeiten noch keinesfalls erschöpft Deshalb nehmen Sie einmal das Amtliche Fernsprechbuch zur Hand und lesen Sie die ersten Seiten durch. Es lohnt sich! Denn wohl jeder Fernsprechteilnehmer hat den Wunsch, alles in den Dienst seiner Entlastung und Bequemlichkeit zu stellen, was ihm seinFernsprecheralsunermüdlicherHelfer zu bieten vermag.

Sprecher kann mehr, als Sie vielleicht glauben!

Wer keinen Femspredumechluß besitzt, kann durch einen Boten achnellstens auf­gefordert werden, Sie anzzirufen. Die Post­karte gilt für ihn als Ausweis zur kosten­losen Führung des Geaprä dbes von der dar­auf vermerkten öffentlichen Fernsprech- atelle aus. XP-Gespräche im Ort und nach an­dern Orten sind beim Fernamt anzumelden.

Auftragsdienst

Nachricht en-Annahme u. - Weitergabe

Während Ihrer Abwesenheit vermerkt der Auftragsdienst auf Wunsch jeden Anruf, gibt Auskunft und nimmt Mitteilungen für Sie ent­gegen. Ferngespräche legt er auf einen anderen Anschluß im selben Ort um. Die eingegangenen Nachrichten können Sie jederzeit erfragen (unter einem Kennwort auch vom Münzfern­sprecher oder von einem anderen Teilnehmer­anschluß aus.) Eine Nachricht, die Sie an mehre­re andere Fernsprechteilnehmer übermitteln wollen, gibt der Auftragsdienst für Sie durch.

Verbilligte Ferngespräche

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In den Abend- und Nachtstunden (19 bis 8 Uhr) werden für Ferngespräche nur/b der Gebühren für gleich lange Ge­spräche am Tage erhoben. Wieviel läßt sich dadurch sparen wieviel läßt sich für wenig Geld persönlicher und besser ausdrücken, als es in Briefen möglich ist«

Zeitansage - Weckruf - Wetterdienst

Dir Fernsprecher sagt Ihnen auf Wunsch die genaue Zeit an. - Der Auftrags dienst weckt Sie gegen eine geringe Gebühr pünkt­lich und zuverlässig zu der von Ihnen ge­wünschten Stunde. Auch die amtliche Wettervorhersage gibt Ihnen der Auftrags- dienst bekannt.

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Der Fernsprecher ist der vollkommene Mittler unserer Zeit zum Nachrichten- und Gedankenaustausch von Mensch zu Mensch. So wird er auch zum viel- zeitigen Helfer und Freund für jeden, der seine Möglichkeiten zu nutzen weiß.

anprangert, ist seit ihrer (Eröffnung einschließlich den 28. November von 2 009 800 Personen besichtigt worden.

Der ungarische Reichsoerweser Admiral Hort Hy empfing den Ministerpräsidenten Daranyi zu einer Unterredung, bei der Daranyi -eiingehenden Be­richt über die von ihm und dem Außenminister von Kanya in Berlin geführten Besprechungen er­stattete.

Der nationalspanische Heeresbericht vom Dienstag lautet: Nichts Neues an den Fronten. In zwei Luftkämpfen wurden insgesamt sieben feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Englands Bevölkern« gspotttik

Die englische Regierung hat nur mit einer ver­hältnismäßig geringen Mehrheit einen Gesetzent­wurf durchgebracht, der eine statistische U e b e r = sicht über d i e Geburtenzahl geben soll, um an Hand der Ergebnisse Maßnahmen treffen zu können. Vielleicht hat die Tatsache mitgespielt, daß unter den 615 Abgeordneten des Unterhauses ein gutes Drittel hartgesottene Junggesellen sind. Den Vorwand nach außen hin aber mußte die Befürchtung ahgeben, daß die Beamten, denen die

Durchführung der Statistik obliegt, in Familien­geheimnisse einbringen würden, was dem Persön­lichkeitsgedanken des Engländers zuwiderlaufe. So sah sich 8ie Regierung genötigt, Berücksichtigung einiger Einwendungen zur Sicherung der Wah­rung privater Interessen zu versprechen.

Die bisherigen Zahlen der englischen Bevölke­rungsstatistik wirken überaus kraß. Nach der Volks­zählung von 1931 haben Groß-Britannien und Nordirland 46,2 Millionen Einwohner. Bleibt e s bei dem jetzigen Geburten- und Sterbesatz, so wird England 1970 nur 37 Millionen Menschen zählen. Im Jahre 2000 werden es 28 und 2035 gar nur 20 Millionen sein. Wenn aber die Fruchtbar­keit weiter im bisherigen Maße ab­nimmt, so wird die Bevölkerung Englands bis 2035 auf 4 bis 5 Millionen finken! Rückwirkungen: Vergreifung der Nation, was bedeutet, daß i m - mer weniger arbeitsfähige Menschen für die Renten und Einkommen der noch nicht bzw. der nicht mehr arbeitsfähigen Bevölkerung zu sor­gen haben; Schwächung Der Rekrutierungsziffern und schließlich Versagen der englischen Auswande­rung, die heute schon stille steht, ja sogar zu einer Rückwanderung geworden ist, während die Gebur­tenziffern in den großen und überwiegend über­haupt noch nicht erschlossenen Kolonialgebieten ebenfalls schnell sinken.

Berlins neue Hochschulstad^.

Em Architettenwettbewerv des Seneralbauinspektors der Ileichshaupistadt.

Berlin, 30. Noo. (DNB.) Der Generalbau­inspektor für die Reichshauptstadt, Architekt Pros. Speer, hat einen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für den Neubau einer Hoch- sch ulstadt in Berlin ausgeschrieben, Die Hoch­schulen Berlins, die ihrem Umfange und ihrer wissenschaftlichen Bedeutung nach zu den größten des Reiches gehören, liegen heute verstreut in der Stadt. Die jetzigen Gebäude, vor allem der Uni­versität, sind zu klein geworden,, und da sie in dichtbesiedelter Altstadt liegen, ist die immer not­wendiger werdende Erweiterung fa-um möglich. Es wird daher im Rahmen der Neuplanung der ge­samten Reichshauptstadt eine neue Hochschul ° stadt errichtet werden. In dieser sind folgende Hauptgruppen vorgesehen: der lzoisteswissenschast- liche und der naturwissenschaftlick)«- Teil der Uni­versität, die Kliniken, die Technische Hochschule und die Militärärztliche Akademie.

Das Gelände für die Neubauten liegt am Westende der fast 12 Kilometer langen Ost-West- Straße. Etwa an der Stelle b<?r Havel, wo die Hauptstraße nach West-Nord-M.est abknickt, wird der Mittelpunkt der Neubauten liegen, bie zu­sammen eine ganze Stadt für s i ch bilden Werden. Die Heerstraße, die später hier eine Breite von 70 bis 100 Meter haben wird, soll die Hauptachse des neuen Hvchschulgebietes sein. Die unmittelbare Nähe des Meichssportseldes, des «Grunewaldes und der Havelgemässer gibt den Stu­denten eine ideale Gelegenheit zu körperlicher Er­holung, zu sportlicher Betätigung und damit zu notwendiger geiftiger Entspannung. Der Verkehr mit der Reichshauptstadt wird durch die verbreiterte Ost-West-Achse bewälttgt werden, ferner durch eine neue Ring st raße, die die in Dahlem liegen­den Institute anschließt. Eine neue O - Bahn - Ei nie wird hn Zuge der Hsersstraße neu erbaut und ein Omnibusverkehr in verstärktem Maße durchgeführt werden. Do später die neue

Heerstraße an den Berlin umgebenden Auto­bahnring angeschlossen wird, bilden die Hoch­schulen das westliche Einfahrtstor der Reichshaupt­stadt.

Um eine beste Lösung der architektonischen Aus­gaben der Gesamtplanung der neuen Hochschulstadt sowie der einzelnen Gebäudegruppen zu erhalten, hat der Generalbauinspektor einen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich alle Deutschen beteiligen können. Es sollen damit unter dem

Opferwille und Opferfreude sind der Ausdruck unseres Dankes an den Führer (Ministerpräsident Göring zum WHW.)

Nachwuchs der Architekten und unter denen, die bisher keine Gelegenheit hatten, an größeren Ar­beiten ihr Können zu zeigen, neue Kräfte g e - fanden werden. Nach Abschluß dieses öffentlichen Wettbewerbs werden 15 der besten Entwürfe aus­gesucht und die Verfasser dieser Arbeiten zu einem engeren Wettbewerb eingeladen. Zu diesem weiteren engeren Wettbewerb der 15 ausgewählten Architekten werden vom Generalinspektor noch eine Reihe von freien Architekten eingeladen. Für den engen Wettbewerb stehen an Preisen zur Ver­fügung: 1. Preis von 50 000 Mark, 2. Preis von 20 000 Mark, drei 3. Preise von je 10 000 Mark. Die Entscheidung über die Wettbewerbs­arbeiten wird der Führer und Reichs­kanzler treffen. Ihm steht der Generalbau­inspektor für die Reichshauptstadt zur Beratung zur Seite. Die Einzelbauten, Plätze und Straßen sind in Form und Werkstoff so zu errichten, daß sie späteren Jahrhunderten als Bauwerke Zeugen einer großen Vergangenheit sind. Die Unterlagen

des allgemeinen Wettbewerbs sind gegen Einzahlung von 1 Mark vom Wettbewerbsbüro des General­bauinspektors (Berlin NW 7, Reichstagsgebäude) zu beziehen.

Ausschließung von Fahrpreis­ermäßigungen zu Weihnachten.

Für Wehrmacht, Arbeitsdienst, SA., ff, NSKK., und NSFK.

Lpd. Von zuständiger Stelle wird dem LPD. mit­geteilt: Im Hinblick auf den zu erwartenden starken Weihnachtsoerkehr treten in der Beförderung von Angehörigen der Wehrmacht, des Reichsarbeitsdien­stes, von SA., ff, NSKK. und NSFK. bei der Reichsbahn auch in diesem Jahre gewisse Einschrän­kungen ein, die das Reichs- und Preußische Ver­kehrsministerium soeben in einer zusammenfassen­den Verfügung bekanntgegeben hat. Es handelt sich um folgende Bestimmungen:

Angehörige der Wehrmacht dürfen D= und Eilzüge bei Urlaubsreisen mit Militärfahr­karte auf (Entfernungen bis 300 Kilometer in der Zeit vom 21. bis 22. und 27. bis 30. Dezember, so­wie am 3. und 4. Januar, jeweils vom erstgenann­ten Tage, 0 Uhr, bis zum letztgenannten, 24 Uhr, nicht benutzen. Für den Ostpreußenoerkehr durch nichtdeutsches Gebiet gilt die gleiche Sperre in bei­den Richtungen vom 22. bis 24. und 27. bis 30. Dezember, sowie vom 2. bis 4. Januar, wieder­um jeweils von 0 bis 24 Uhr. Ausnahmen sind nur gegen Bescheinigung auf dem Urlaubsschein bei Reisen wegen schwerer Erkrankung oder Todesfalles in der Familie zulässig oder wenn dringende dienst­liche Gründe bei unvorhergesehenen Anlässen eine andere Urlaubseinteilung einzelner notwendig ma­chen. Für Urlaubsreisen von Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes gelten dieselben Be­schränkungen und Ausnahmen.

Die Fahrpreisermäßigung von SA., ff, NSKK. und NSFK. (SA.-Tarif) wird ausgeschlossen vom 23. bzw. 31 Dezember 0 Uhr bis 26. Dezember bzw. 2. Januar 24 Uhr. Dienstreisen dürfen aus­geführt werden. Das gleiche gilt für die bestehende besondere Fahrpreisermäßigung für die ff - Ver - fügungstruppe und di-' ff - Totenkopf­oerbände; für sie find "ußer Dienstreisen Ur- laubsreisen wegen Krankheit oder Tod in der Fa­milie und Urlaubsreifen bis zu 100 Kilometer Ge­samtreiseentfernung in Personenzügen ausgenom­men. Die Benutzung von D- und' Eilzügen kann auch mit Zuschlag nicht gestattet werden.

Für Schul- und Jugendpflegefahrten treten keine Beschränkungen ein.

Aus aller Wett.

Deutsche Gesellschaft für innere Medizin.

NSG. Die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin hält vom 28. bis 31. März unter Leitung von Professor Dr. Abmann (Königsberg) in Wiesbaden, das feit 1909 ihr stän­diger Tagungsort ist, ihre 50. Jubiläumstagung ab. An den beiden ersten Sitzungstagen nimmt auch die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde teil. Am ersten Sitzungstag hört die Tagung Vor­träge von Straub (Göttingen), Hochrein (Leipzig) und St ölte (Breslau) über die Herz­funktionsprüfung; am zweiten Tag sprechen Rein < Göttingen), von Bergmann (Berlin) und Baumann (Basel) über die Funktion und Er­krankung der Nebenniere. Die Tagesordnung des dritten Sitzungstages füllen Vorträge von Abder­halden (Halle), Schröder (München), Kuhn

(Heidelberg) und K ü h n a u (Wiesbaden) über das Vitamin B. Die Jubiläumstagung schließt mit der (Erörterung der akut erzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems, Berichterstatter hierüber ist P e 11 e (Hamburg).

Ehrenpreis des Führers für das Internationale Reitturnier.

Der Führer und Reichskanzler hat für den im Rahmen des Internationalen Reitturniers im Ja­nuar 1938 in Berlin zum Austrag gelangenden Preis der Nationen" einen Ehrenpreis pe- ftiftet, dessen Herstellung dem Berliner Goldschmied Professor Lettre übertragen worden ist. Ferner stiftete der Führer und Reichskanzler für den im Sommer 1938 in Aachen stattfindenden internatio­nalenPreis der Nationen" einen Wanderpreis, mit dessen Anfertigung der Kölner Goldschmied Professor Berthold betraut wurde.

Um die Schachweltmeislerschaft.

Die 23. Partie des Schachweltmeisterschaftkampfes Euwe Aljechin wurde nach 40 Zügen abge­brochen. Aljechin mit den schwarzen Figuren stand etwas günstiger.

Schwere Unwetter in Anatolien und am Schwarzen Meer.

Die starken Regenfälle der letzten Tage haben große Ueberschwemmungen im Gebiete von Mittel-Anatolien hervorgerufen. Die beiden, Flüsse in der Ebene von Konia sind aus ihren Ufern ge­treten und haben die Stadt teilweise unter Wasser gesetzt. Etwa 40 Häuser sind eingestürzt. Der Sach­schaden u. a. wurden große Schafherden von den Fluten fortgerissen ist noch nicht abzuschätzen. Da man bis jetzt zur Unglücksstelle noch nicht Vor­dringen kann, ist auch der Verlust an Menschen­leben noch nicht festzustellen. Rund 300 Familien sind obdachlos geworden. Am Schwarzen Meer wüten seit Tagen furchtbare Stürme, die ein Auslaufen der Schiffe aus den Häfen unmöglich machen. Ein mit Kohlen beladener Segler, der aus Bulgarien nach Istanbul-fuhr, ist im Unwetter g e fünfen. Die Mannschaft konnte gerettet werden. In der Nähe von Bandirman wurde ein kleiner Dampfer geaen die Felsen geschleudert und zer­trümmert. Mehrere größere Motorschiffe, die in den Häfen des Schwarzen Meeres Zuflucht gesucht haben, wurden vom Sturm losgerissen und auf das Meer getrieben. Teilweise fehlt bisher noch jede Spur.

Der Tod in der Kiesgrube.

In Weißenthurm (Landkreis Koblenz) kam das neunjährige Söhnchen des Brauereiarbeiters H. Rudolf zu Tode. Das Kind spielte mit einem Ka- meraöen in einer im Abbau begriffenen Kiesgrube in der Nähe der elterlichen Wohnung. Plötzlich kam eine größere Kiesmasse ins Rutschen. Der eine Junge konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit drin­nen, sein Spielkamerad aber wurde von den ab« stürzenden Sandmassen verschüttet. Der verunglückte Junge wurde mit schweren Verletzungen geborgen und in eine Klinik gebracht, wo er aber trotz einer sofort Dorgenommenen Operation gestorben ist.

Italienische Barkasse im Sturm gesunken.

Bei einem heftigen mehrtägigen Orkan, der auch über bas Wochenende im südlichen Adriatischen Meer anhielt, sind verschiedene Fischkutter und Mo- torbarkassen in Seenot geraten. Die von Bari aus­gelaufene MotorbarkasseOlga" ist mit der gesam­ten siebenköpfigen Besatzung untergegangen. Man befürchtet noch weitere Verluste. Dagegen konnte die Besatzung von zwei gestrandeten Bar­kassen gerettet werden. . _________