Ausgabe 
1.12.1937
 
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großen soldatischen Begabung ist, aber damals das britische Große Hauptquartier begreiflicherweise ver­blüfft haben mag.

Der 8. 21 u g u ft machte Fullers Plan überflüssig. Lord Haig, bisher nach Fullers Meinung der Todfeind der Tankwaffe, wurde nun die stärkste Triebfeder der neuen Offensive, und der Tank gab ihm nach den Worten Fullers den Endsieg.Es ist in der Tat seltsam", so schreibt Fuller,daß dieser Mann, dessen Eigensinn in der Offensive uns bei­nahe in der Schlacht bei P p e r n ruiniert hätte und dessen Eigensinn in der Defensive uns beinahe in der Schlacht an der Svchme ruiniert hätte, vom August an der treibende Faktor der alliierten Armeen werden sollte... niemand kann leugnen, daß er sich in den letzten hundert Tagen des Krie­ges den Ereignissen anzupassen verstand wie eine Hand dem Handschuh. Doch diese Ereignisse wurden nicht von ihm oder von seinen Ideen herbei­geführt, sondern durch den Tank und in nicht ge­ringem Maße durch meine Ideen. Das Fahr- zeug, das er nicht begreifen konnte, welches er instinktiv haßte und das er mit Freuden abgeschafft hätte, machte ihn zu einer der hervorragendsten Ge­stalten des Krieges." Fuller schließt, daß er Haig immer für einen der phantasielosesten und kurz­sichtigsten Generale gehalten habe, der niemals eine britische Armee befehligt habe, und gegen dessen Steinzeitideen er stets mit aller Macht angekämpft habe.

Wir wissen aus der Biographie Duff Coo­pers, wie umstritten die militärischen Fähigkeiten des britischen Oberbefehlshabers in der öffentlichen Meinung Englands sind, und wir kennen Fullers Einseitigkeit, der als leidenschaftlicher Propagandist einer neuen Idee überall auf Verständnislosigkeit und sture Ablehnung zu stoßen meinte, wo viel­leicht manchmal auch ihm unbekannte Schwierig­keiten mitsprachen, die in dem Verhältnis von Sol- 1 daten und Staatsmännern Englands und in der Art des Bundesgenossenkrieges begründet sein moch­ten, Duft Coopers Buch gibt davon ja sehr ein­dringliche Zeugnisse. Jedoch FullersErinnerungen eines freimütigen Soldaten" erschöpfen sich nicht in negativer Kritik, dazu ist sein Verfasser viel zu sehr ein phantasiebeaabter, mit Energien geladener Tatmensch, zwar voller Haß gegen Bürokratie und Schlamperei, wie sie ihm im Londoner Kriegsmini­sterium entgegentraten, aber auch voller neuer Ideen und fruchtbarer Anregungen, die keine Heeresleitung unbeachtet lassen kann. So ist das verblüffend unkonventionell und eigenwillig ge­schriebene Buch, Mag es auch ganz auf britische Verhältnisse zugeschnitten sein, doch auch für uns ungemein fesselnd und auftchlußreil^.

84152 Betriebe imWettkampf

NSG. Im ganzen Reich werden zur Zeit die im Leistungskampf der deutschen Be­triebe" stehenden Betriebe überprüft. Die Gau­obmänner der Deutschen Arbeitsfront, die für die Durchführung des Leistungskampfes in den Gauen verantwortlich sind, prüfen zusammen mit den poli­tischen Hoheitsträgern, den Treuhändern der Arbeit und den Bezirkswirtschaftskammern. Die ersten Auszeichnungen desLeistungskampfes der deut­schen Betriebe", die Leistungsabzeichen für vorbild-

Tag der nationalen Solidarität

Winterhilfe

heißt nicht Almosen verteilen heißt nicht nur Hunger und Kälte ausmerzen, sondern heißt im neuen Deutschlands Glaube, Hoffnung und Freude, heißt: Einer für den anderen!

liche Förderung von ,Kraft durch Freude", sind be­reits aus Anlaß der vierten Iahrestagung der NS.- GemeinschaftKraft durch Freude" an 49 auf die­sem Gebiet vorbildliche Betriebe verliehen worden.

Der Beauftragte für die Gesamtdurchführung des Leistungskampfes der deutschen Betriebe", Reichs­amtsleiter Dr. Hup sauer, gibt jetzt in einer Aufstellung die Aufteilung der im Leistungskampf stehenden Betriebe nach den einzelnenWirt- schaftszweigrn bzw. Re-ichsbetriebsgemein- schaften der Deutschen Arbeitsfront bekannt. Insge­samt stehen in den einzelnen Gauen 84157 Be­triebe im freiwilligen Wettkampf. Es sind alle Betriebsarten und Betriebsgrößen vertreten. Kleinbetriebe des Handwerks und des Handels haben sich ebenso wie große Industriekon­zerne und Bergwerke zumLeistuggskampf der deutschen Betriebe" gemeldet. Auch die Landwirt­schaft, Behörden, Verwaltungen, Postämter und Verkehrsbetriebe stehen im Wettbewerb um die 2luszeichnungen des Leistungskampfes der deut­schen Betriebe.

Die 84157 im Leistungskampf stehenden Betriebe verteilen sich auf folgende Wirtschaftszweige bzw. Reichsbetriebsgemeinschaften: Nahrung und Genuß 5270, Textil 2978, Bekleidung und Leder 2563, Bau 7836, Holz 3127, Eisen und Metall 5922, Chemie 1281, Druck und Papier 3064, Verkehr und öffent­liche Betriebe 2034, Bergbau 326, Banken und Ver­sicherungen 2015, Freie Berufe 785, Landwirtschaft 4023, Stein und Erde 3061, Handel 15 877, das Deutsche Handwerk 23 996.

SteigendesMrlschastsbawmeter Bom April bis Oktober 1,4 Milliarden Mk. mehr Steuern aufgekommen als im gleichen Borjahrsabschnitt.

Berlin, 30. Noo. (DNB.) Nach Mitteilung des Reichsfinanzministeriuüis betrugen die E i n n a h - mendesReichesan Steuern, Zöllen und ande­ren Abgaben im Oktober 1 9 3 7 insgesamt 1143,5 Millionen RM. gegen 973 Millionen RM. im gleichen Dorjahrsmonat; davon erbrachten die Besitz- und Verkehrssteuern 710,3 (596,2), die Zölle und Verbrauchssteuern 433,2 (376,8) Mill. RM. In der Zeit vom 1. April bis 31. Oktober d. I. gingen insgesamt 7933,5 (im Vorjahr 6494,4) Mill. Reichsmark ein, und zwar an Besitz- und Derkehrs- steuern 5544,3 (4377,8) und an Zollen und Ver­brauchssteuern 2389,2 (2116,6) Mill. RM. Im Oktober 1937 sind gegenüber Oktober 1936 an Be­sitz« und Derkehrssteuern 114,1 Mill. RM. und an Zöllen und Verbrauchssteuern 56,4 Mill. RM., ins» gesamt also 170,5 Mill. RM. mehr aufge - kommen. In den ersten sieben Monaten des Rechnungsjahres 1937 sind gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr aufgekommen: An

Oie billigste Art -er Tfchechifierung.

Mit Polizei und Gendarmerie gegen die Eudetendeutfchen.

Prag, 30. Nov. (DNB.) Im Abgeordnetenhause erklärte zum Staatsvoranschlag für 1938 der Ab­geordnete der Sudetendeutschen Partei Dr. Rosche: Trotz der großen, auf gesetzmäßigem Wege errunge­nen Erfolge der Sudetendeutschen Partei sei man bemüht, die Sudetendeutschen als Jrredenti- t e n hinzustellen, weil sonst ihr Gebiet nicht m i t Staatspolizei und Gendarmerie durch- e tz t werden könnte. Dieser Zustand sei die b i l - ligste Art der T s ch e ch i s i e r u n g. Im alten Oesterreich hätten die Tschechen auch in den schwer­en Zeiten keine so unhumane und brutale Be­handlung erfahren, wie sie heute die Sudetendeut- chen erdulden müßten. Dennoch forderten sie nur ihr Lebensrecht innerhalb der Grenzen der Tschechoslowakei auf dem Boden der Verfassung. Das Sudetendeutschtum habe sich zu allen Zeiten ohne Rücksicht auf das im Deutschen Reich herr- chende System mit dem deutschen Volke verbunden gefühlt. Auch Masaryk und Benesch hätten das als eine Selbstverständlichkeit aufgefaßt. Andererseits sei die Tatsache, daß ein Volk an dem Schicksal seiner Volksgruppen jenseits der Grenzen teilnehme, ebenso selbstverständlich. Diese Verbun­denheit sei um so natürlicher, weil die Sudeten­deutschen an dem unbedingten Friedenswillen des deutschen Reichskanzlers und des deutschen Volkes glaubten.

Diphtherie wütet unter sudeterdeutschen Kindern.

Tschechische Behörden bleiben untätig.

Prag, 30. Nov. (DNB.) Vor kurzem fand i n Aussig (Tschechoslowakei) eine Tagung der s u d e- tendeutschen Aerzteschaft statt, die sich mit der Diphtheriebekämpfung beschäftigte. Die Vor­

tragenden wiesen darauf hin, daß die mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfenden sudeten­deutschen Gemeinden nicht in der Lage sind, die Bekämpfung der seit Jahren mit zuneh­mender Heftigkeit auftretenden Diphtherie­seuche aus eigenen Mitteln vorzunehmen. Insbe­sondere wurde über die geradezu trostlosen Zu stände in den Krankenhäusern der sudetendeutschen Bezirke Klage geführt. Da die tschechoslowakischen Regierungsbehörden auf dieser Tagung trotz wiederholter Einladung nicht vertreten waren, beschloß die Aerzteschäft ein­stimmig von der Prager Regierung die Berett- stellung der erforderlichen Mittel für die Seuchen­bekämpfung zu fordern.

Oie Entdeutschung der evangelischen Kirche in Oivberschlesien.

Katkow itz, 30. Nov. (DNB.) Am Montag er­hielt der langjährige Leiter der evangelischen Kirchengemeinde in Kattowitz Kirchenrat S o w a d e, der seit über 20 Jahren in Ostober- schlesien tätig ist, den Ausweisungsbe­fehl, der auch seine Frau einschließt. Die Aus­weisung dieses deuftchen Reichsangehörigen war ur­sprünglich auf 24 Stunden befristet, wurde aber auf Einspruch des Geistlichen hin hinausge­schoben. Pastor Sowade muß jedoch noch im Laufe dieser Woche das polnische Staatsge­biet verlassen. Die zweite Ausweisung betrifft den österreichischen Staatsangehörigen Pastor Koch, der seit zw ö l f I a h r e n die Geschicke der evan­gelischen Kirchengemeinde in Lublinitz leitete. Bei diesem Geistlichen verweigerten die Behörden die Abänderung des gleichfalls auf 24 Stun­den lautenden Ausweisungstermins, so daß Pastor Koch am Dienstag Oberschlesien verlassen mußte.

Vergeßt es nicht, das Volksdeutsche Weihnachtslicht!

Deutsche Muttersprache, deutsche Kulturgüter, deutsches Volksbewußtsein, deutsche Einigkeit und deutsche Treue, das sind nicht nur Ideale, das sind die Grundpfeiler allen Auslandsdeutschtums. Große Feste und schöne Reden allein sind keine Garanten ewigen deutschen Volkstums; sie sind lediglich die äußerlichen Gewänder der vielen Häuslein deutscher Menschen, die überall in der Welt entweder als in ich geschlossene Niederlassungen oder zerstreut unter üner Ueberzahl Anderssprechender und Anders- uhlender lebend, entschlossen sind, ihre deutschen Erbgüter und Eigenarten zu erhalten. In der Charakterfestigkeit des einzelnen allein, der über die Sorgen und Freuden, die Arbeit und die Zer- treuung des Alltags hinaus sich und seiner Familie den deutschen Glauben bewahrt, liegt letzten Endes das Weiterbestehen allen Auslandsdeutschtums ver­ankert.

Das Leben außerhalb des Mutterlandes ist wohl der härteste aller Daseinskämpfe. Die heißesten Tränen bitteren Heimwehs und des Gefühls trost­losester Verlassenheit wurden wohl immer von traurigen Auswanderern geweint. Wederder reiche Onkel aus Amerika", noch der glückliche Diamanten­finder aus Afrika sind die wahren Beispiele aus­landsdeutschen Lebenskampfes. Sie sind Ausnahmen unter den Millionen deutscher Menschen, die jenseits der Grenzen des Heimatlandes als Bahnbrecher fortschreitender Zivilisation in den Steppen Asiens, den Sümpfen Afrikas, den Urwäldern Amerikas, im kalten Norden und unter der Glut der Tropen­sonne ihre Schaffenskraft und ihr Leben einsetzen und hingeben.

Doch für all diese Menschen, gleich wie wenig sie aus Veranlagung oder unter den Mühen des Lebenskampfes die Heimat in der Erinnerung be­halten, kommt ein Tag im Jahr, an dem jeder von ihnen in Liebe und Wehmut der Heimat, des Elternhauses gedenkt Weihnachten! Der urdeutsche Brauch des Weihnachtsfestes wird nicht nur von deutschen Menschen begangen, sondern er hat sich durch die deutschen Auswanderer auf sämt­liche Kulturvölker übertragen. Weihnachten ist und bleibt das schönste deutsche Familienfest.

Als Symbol der deutschen Weihnachtssttmmung enfttand die blaue Weihnachtskerze mit ihrem holzgeschnitzten Halter, hergestellt von deut­schen Heimarbeitern inner- und außerhalb Deutsch­lands Grenzen. Das volksdeutsche Weihnachtslicht ist die blaue Kerze, die in jeder Familie von volks­deutscher Gesinnung kündet und selbst an dem fern­sten Punkt, wo Deutsche leben, vom Willen zur Volksgemeinschaft zeugen soll, die eine Gemein­schaft von hundert Millionen ist. Blau ist die Farbe

der Treue und der Sehnsucht. Das Licht der blauen Kerze hat mehr zu sagen als die übrigen Weih­nachtslichter: bedeutungsvoll wird es bezeugen, daß immer noch und gerade in der Notzeit der helle Glanz der helfenden Liebe, der werktätigen Volks­verbundenheit, fein leuchtendes Bekenntnis ablegt.

daß wahres Volksbewußtsein in Stunden persön­lichen Glückes auch des letzten und vielleicht ärmsten unbekannten Volksgenossen gedenkt.

Die blaue Weihnachtskerze hat auch in diesem Jahr einen künstlerisch schönen und wertvollen Be­gleiter bekommen: einen holzg^eschnitzten Kerzen­halter in verschiedener Ausführung, Handarbeit aus deutschem Grenzland der es ermöglicht, das blaue Licht schon in der Adventszeit auf­zustellen und als Sinnbild volksdeutscher Treue, als Sinnbild der Opferbereitschaft und Opferver­pflichtung schon vor Weihnachten zur Geltung zu bringen.

Besitz- und Verkehrssteuern 1166,5 Mill. RM., an Zöllen und Verbrauchssteuern 272,6 Mill. RM., zu­sammen 1439,1 Mill. RM.

Verkehrserziehung.

Berlin, 30.Nov. (DNB.) Aus Anlaß des In­krafttretens der neuen Straßenverkehrsordnung am 1. Januar 1938 sprach Korpsführer Hühnlein im Deutschlandsender zu den zum Gemeinschafts­empfang versammelten NSKK.-Männern. Er be­tonte, daß der Verkehrserziehungsdienst desNSKK. keine Polizei sein wolle. Die neue Straßenverkehrs­ordnung stellt in ihrer grundlegenden Vorschrift schon jedes Verhalten unter Strafe, durch das der Verkehr gefährdet werden könnte, im Gegen­satz zur alten, die ein strafendes Eingreifen der Polizei nur dann vorgesehen habe, wenn durch Uebertretung ein anderer geschädigt, behindert oder belästigt wurde. Wer die Verkehrsvorschriften über­trete, gefährde den Verkehr und werde bestraft. Es komme also jetzt noch mehr als bisher darauf an, rechtzeitig warnend einzugreif e n. Der Verkehrsunterricht für alle, die die Vor­schriften nicht beachtet haben, werde sich sicher außerordentlich erzieherisch ausroirten. Die neue Straßenverkehrsordnung bringe keine den Verkehr nur hemmende Beschränkung der Fahrgeschwindig­keit. Es solle flott gefahren werden, aber an­dererseits auch außerordentlich diszipliniert. Künftig müsse jeder Kraftfahrer seine Kenntnis der Derkehrsvorschriften nachweisen. Daß es gelun­gen fei, die kleinen Maschinen auch weiterhin von dem Zwang der Fahrschule und der Fahrprüfung zu befreien, sei zu begrüßen.

Verstärkter Einsatz

des Veichsarbeitsdienstes im Sommer.

Berlin, 30. Noo. (DNB.) Nach einem Erlaß des Führers, und Reichskanzlers ist die Stärke des Reichsarbeitsdienstes ab 1. Oktober 1938 für die Winterquote auf zwei Fünftel, für die Sommerquote auf drei Fünftel der jähr­lich einberufenden Dienstpflichtigen zu bemessen. Bisher wurde ein Jahrgang zur Hälfte für den Sommer und zur Hälfte für den Winter ein­berufen. Nun wird der größere Teil im Sommer zum restlosen Einsatz an den Baustellen und bei der Ernte zur Verfügung stehen. Dementsprechend wird der organisatorische Rahmen des Reichsarbeits­dienstes auf ein Fassungsvermögen von drei Fünf­tel der Jahrgangsstärke zu erweitern sein. Die Stärke des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend ist bis zum 1. April 1939 auf 30 000 Arbeitsmaiden (einschließlich Stammpersonal) zu er­höhen. Der weibliche Arbeitsdienst hatte am 20. Oktober dieses Jahres 17 354 Arbeitsmaiden mit Stammpersonal umfaßt.

Oer Veichsjuqendführer in Damaskus

D a m a s f u s, 30. Nov. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches startete von Athen aus in einem Sonderflugzeug nach Damaskus. Die vor­gesehene Zwischenlandung in Rhodos, wo ihn der Gouverneur d e V e c ch i, der Baldur von Schi­rach im Vorjahr als Unterrichtsminister in Rom be- grüßt hatte, empfangen wollte, wurde durch lieber» schwemmung des Flugplatzes unmöglich gemacht. So fand lediglich ein herzlicher Telegrammwechsel statt.

Bei herrlichem Wetter landete der Reichsjugend, führer dann in Damaskus, wo er von dem franzö- fischen Kommandanten des Flughafens sowie von dem deutschen Generalkonsul begrüßt wurde.

DerDonf des Prinzen Ludwig

Prinz Ludwig von Hessen- und bei Rhein ver» öftentticht in der Darmstädter Presse eine Dank­sagungan die Freunde im Hessenland", in der es heißt: Der unfaßbare Schicksalsschlag, der mich so unerwartet und grausam der liebsten und nächsten Menschen beraubte, hat in der ganzen Welt, vor allem aber in allen Teilen des Hessen­landes eine gewaltige Teilnahme ausgelöst, von der mir täglich ergreifende Beweise zugehen. Meine Frau und ich empfinden diese Anteilnahme beson­ders tief und wohltätig und danken allen, denen wir nicht brieflich oder mit einem Hände­druck danken konnten, auf diese Weise. Besonders rege ist auch die Anteilnahme an dem Schicksal meiner Nichte, der Prinzeß Johanna. Alle die vielen Anfragen mitfühlender Mutterherzen kann ich nur dahin beantworten, daß für sie mit aller Liebe auf das Beste gesorgt wird. Zunächst wird sie mit ihrer Pflegerin zur Schwester der Erb- großherzogin, der Frau Markgräfin von Baden nach Salem am Bodensee übersiedeln.^ Dort findet sie in deren Kindern Gespielen und die" Freunde ihrer kleinen Brüder, die im vergangenen Sommer längere Zeit in Salem zubrachten.

Die Londoner Besprechung.

Die französischen Minister , nach Paris zurückgekehrt.

London, 30. Nov. (DNB.) Die französisch-eng­lischen Besprechungen fanden ihren Abschluß. Mit­tags begaben sich die französischen Minister zum Buckingham-Palast. An dem Bankett nah­men auch der französische Botschafter (Sorbin sowie Chamberlain, Eden und Cranbome teil. Chautemps und Delbos verließen London um 16.30 Uhr (MEZ ). Am Bahnhof hatten sich Ministerpräsident Cham­berlain, Außenminister Eden, sowie der französische Botschafter (Sorbin eingefunden.

Premierminister Neville Chamberlain gab im Unterhaus die vereinbarte Verlaut­barung bekannt. Darin heißt es zunächst, die französischen Minister hätten von Lord Halifax persönlich eine Erklärung über seine kürzlichen Besprechungen in Deutschland gehört. Sie seien erfreut, festzustellen, daß der Besuch, ob­wohl er privat und inoffiziell gewesen sei und man von ihm keine sofortigen Ergebnisse erwartet habe, dazu beigetragen habe, Ursachen internationalen Mißverstehens zu beseitigen und die Atmo­sphäre zu verbessern. In den Londoner Besprechungen seien alle Probleme Europas und die zukünftigen Aussichten einer Befriedung und Abrüstung durchgesprochen und die K o - lonialfrage in allen ihren Aspekten einer vor­läufigen Prüfung unterzogen worden. Es werde anerkannt, daß diese Frage nicht isoliert wer­den könne, und daß sie eine Anzahl von anderen Ländern berühren würde. Man fei übereingekom­men, daß die Angelegenheit eine sehr vielein­gehendere Prüfung erfordere. Die französi- scheu Minister hätten ihrerseits über den kommen­den Besuch Delbos' in gewissen Ländern M i t- tel- und Osteuropas gesprochen. Die franzö­sischen und britischen Minister hätten weiter die Lage im Fernen Osten, deren Ernst sie voll anerkennten, eingehend erörtert. Im Geist gegen­seitigen Vertrauens seien schließlich auch andere Seiten der internationalen Angelegenheiten von ge­meinsamem Interesse beraten worden. Diese Be­ratungen hatten den Wunsch der beiden Regierun­gen bestätigt, mit allen Ländern bei der gemeinsamen Aufgabe der Förderung der inter­nationalen Befriedung durch die Methoden freier und friedlicher Verhandlungen zusammenzuarbeiten.

Das Programm des neuen belgischen Kabinetts Ausgleich zwischen Flamen und Wallonen.

Brüssel, 30. Nov. (DNB.) Die Regierung Janson hat sich der Kammer und dem Senat vorgestellt. Die Regierung hat sich die Aufgabe ge­stellt, das Programm der Regierung van Z e e land fortzusetzen. Insbesondere auf dem Gebiete der Sozialreform, in der Wirtschaftspolitik, in der Verwaltungs- und Verfassungsreform. Belgien werde eine Politik der Unabhängigkeit gemäß seiner europäischen Mission betreiben, jedoch auch entsprechend den im Völkerbundspakt enthalte­nen Grundsätzen bereit bleiben, an allen konstruk­tiven Friedenswerken mitzuarbeiten. Das Militär­programm werde vollständig durchgeführt werden.

Die Regierung sei entschlossen, die Einheit des Landes aufrechtzuerhalten und den nationalen Geist zu stärken, durch die Eintracht zwischen den beiden sprachlichen Gemeinschaften. Sie werde darüber wachen, daß in der Verwal­tung, namentlich in den Zentralbehörden, zwischen den Beamten der beiden Sprachgruppen eine g e - rechte Verteilung eintrete. Im Ministerium für Volksbildung sollen zwei Kulturräte geschaffen werden, um die Unterrichts- und Kulturprobleme der beiden verschiedenen Äolksteile zu prüfen. Eine Reform des Akademiewesens soll es den Gelehrten, die den beiden großen nationalen Kul­turen angehören, ermöglichen, ihre Tätigkeit im autonomen Rahmen zu entfalten. Es soll ferner die Ausbildung des Soldaten künftig aus­schließlich in seiner Muttersprache erfol­gen. Zu diesem Zweck sollen die Soldaten in ein- sprachige Einheiten zusammengefaßt werden, die in bestimmten Fällen Divisionen sein können. Der Offizier muß eine wirkliche Kenntnis der Sprache derjenigen Einheit, für die er bestimmt ist, besitzen.

Kleine politische Nachrichten.

lieber das Befinden General Luden­dorffs ist am Dienstag um 19.30 Uhr folgender Bericht ausgegeben worden: Das Befinden hat sich in den letzten 24 Stunden etwas gebessert. Die Nacht war ruhig, wenn auch noch gewisse Kreislaufstörun­gen die Lage als ernst erscheinen lassen. Der Ernst der Lage wird sehr rasch nicht schwinden können.

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Der Zustand des Prinzen Bernhard der Niederlande, der einen schweren Autounfall erlitten hatte, ist befriedigend. Der Prinz befindet sich auf dem Wege der Besserung.

Die AusstellungEntartete Kunst/ in München, die die peinlichen Machwerke eines über­lebten Klüngels geiftreichelnder Sensationshascher