großen soldatischen Begabung ist, aber damals das britische Große Hauptquartier begreiflicherweise verblüfft haben mag.
Der 8. 21 u g u ft machte Fullers Plan überflüssig. Lord Haig, bisher nach Fullers Meinung der Todfeind der Tankwaffe, wurde nun die stärkste Triebfeder der neuen Offensive, und der Tank gab ihm nach den Worten Fullers den Endsieg. „Es ist in der Tat seltsam", so schreibt Fuller, „daß dieser Mann, dessen Eigensinn in der Offensive uns beinahe in der Schlacht bei P p e r n ruiniert hätte und dessen Eigensinn in der Defensive uns beinahe in der Schlacht an der Svchme ruiniert hätte, vom August an der treibende Faktor der alliierten Armeen werden sollte... niemand kann leugnen, daß er sich in den letzten hundert Tagen des Krieges den Ereignissen anzupassen verstand wie eine Hand dem Handschuh. Doch diese Ereignisse wurden nicht von ihm oder von seinen Ideen herbeigeführt, sondern durch den Tank und in nicht geringem Maße durch meine Ideen. Das Fahr- zeug, das er nicht begreifen konnte, welches er instinktiv haßte und das er mit Freuden abgeschafft hätte, machte ihn zu einer der hervorragendsten Gestalten des Krieges." Fuller schließt, daß er Haig immer für einen der phantasielosesten und kurzsichtigsten Generale gehalten habe, der niemals eine britische Armee befehligt habe, und gegen dessen Steinzeitideen er stets mit aller Macht angekämpft habe.
Wir wissen aus der Biographie Duff Coopers, wie umstritten die militärischen Fähigkeiten des britischen Oberbefehlshabers in der öffentlichen Meinung Englands sind, und wir kennen Fullers Einseitigkeit, der als leidenschaftlicher Propagandist einer neuen Idee überall auf Verständnislosigkeit und sture Ablehnung zu stoßen meinte, wo vielleicht manchmal auch ihm unbekannte Schwierigkeiten mitsprachen, die in dem Verhältnis von Sol- 1 daten und Staatsmännern Englands und in der Art des Bundesgenossenkrieges begründet sein mochten, Duft Coopers Buch gibt davon ja sehr eindringliche Zeugnisse. Jedoch Fullers „Erinnerungen eines freimütigen Soldaten" erschöpfen sich nicht in negativer Kritik, dazu ist sein Verfasser viel zu sehr ein phantasiebeaabter, mit Energien geladener Tatmensch, zwar voller Haß gegen Bürokratie und Schlamperei, wie sie ihm im Londoner Kriegsministerium entgegentraten, aber auch voller neuer Ideen und fruchtbarer Anregungen, die keine Heeresleitung unbeachtet lassen kann. So ist das verblüffend unkonventionell und eigenwillig geschriebene Buch, Mag es auch ganz auf britische Verhältnisse zugeschnitten sein, doch auch für uns ungemein fesselnd und auftchlußreil^.
84152 Betriebe imWettkampf
NSG. Im ganzen Reich werden zur Zeit die im „Leistungskampf der deutschen Betriebe" stehenden Betriebe überprüft. Die Gauobmänner der Deutschen Arbeitsfront, die für die Durchführung des Leistungskampfes in den Gauen verantwortlich sind, prüfen zusammen mit den politischen Hoheitsträgern, den Treuhändern der Arbeit und den Bezirkswirtschaftskammern. Die ersten Auszeichnungen des „Leistungskampfes der deutschen Betriebe", die Leistungsabzeichen für vorbild-
Tag der nationalen Solidarität
Winterhilfe
heißt nicht Almosen verteilen — heißt nicht nur Hunger und Kälte ausmerzen, sondern heißt im neuen Deutschlands Glaube, Hoffnung und Freude, heißt: Einer für den anderen!
liche Förderung von ,Kraft durch Freude", sind bereits aus Anlaß der vierten Iahrestagung der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" an 49 auf diesem Gebiet vorbildliche Betriebe verliehen worden.
Der Beauftragte für die Gesamtdurchführung des „Leistungskampfes der deutschen Betriebe", Reichsamtsleiter Dr. Hup sauer, gibt jetzt in einer Aufstellung die Aufteilung der im Leistungskampf stehenden Betriebe nach den einzelnenWirt- schaftszweigrn bzw. Re-ichsbetriebsgemein- schaften der Deutschen Arbeitsfront bekannt. Insgesamt stehen in den einzelnen Gauen 84157 Betriebe im freiwilligen Wettkampf. Es sind alle Betriebsarten und Betriebsgrößen vertreten. Kleinbetriebe des Handwerks und des Handels haben sich ebenso wie große Industriekonzerne und Bergwerke zum „Leistuggskampf der deutschen Betriebe" gemeldet. Auch die Landwirtschaft, Behörden, Verwaltungen, Postämter und Verkehrsbetriebe stehen im Wettbewerb um die 2luszeichnungen des Leistungskampfes der deutschen Betriebe.
Die 84157 im Leistungskampf stehenden Betriebe verteilen sich auf folgende Wirtschaftszweige bzw. Reichsbetriebsgemeinschaften: Nahrung und Genuß 5270, Textil 2978, Bekleidung und Leder 2563, Bau 7836, Holz 3127, Eisen und Metall 5922, Chemie 1281, Druck und Papier 3064, Verkehr und öffentliche Betriebe 2034, Bergbau 326, Banken und Versicherungen 2015, Freie Berufe 785, Landwirtschaft 4023, Stein und Erde 3061, Handel 15 877, das Deutsche Handwerk 23 996.
SteigendesMrlschastsbawmeter Bom April bis Oktober 1,4 Milliarden Mk. mehr Steuern aufgekommen als im gleichen Borjahrsabschnitt.
Berlin, 30. Noo. (DNB.) Nach Mitteilung des Reichsfinanzministeriuüis betrugen die E i n n a h - mendesReichesan Steuern, Zöllen und anderen Abgaben im Oktober 1 9 3 7 insgesamt 1143,5 Millionen RM. gegen 973 Millionen RM. im gleichen Dorjahrsmonat; davon erbrachten die Besitz- und Verkehrssteuern 710,3 (596,2), die Zölle und Verbrauchssteuern 433,2 (376,8) Mill. RM. In der Zeit vom 1. April bis 31. Oktober d. I. gingen insgesamt 7933,5 (im Vorjahr 6494,4) Mill. Reichsmark ein, und zwar an Besitz- und Derkehrs- steuern 5544,3 (4377,8) und an Zollen und Verbrauchssteuern 2389,2 (2116,6) Mill. RM. Im Oktober 1937 sind gegenüber Oktober 1936 an Besitz« und Derkehrssteuern 114,1 Mill. RM. und an Zöllen und Verbrauchssteuern 56,4 Mill. RM., ins» gesamt also 170,5 Mill. RM. mehr aufge - kommen. In den ersten sieben Monaten des Rechnungsjahres 1937 sind gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr aufgekommen: An
Oie billigste Art -er Tfchechifierung.
Mit Polizei und Gendarmerie gegen die Eudetendeutfchen.
Prag, 30. Nov. (DNB.) Im Abgeordnetenhause erklärte zum Staatsvoranschlag für 1938 der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei Dr. Rosche: Trotz der großen, auf gesetzmäßigem Wege errungenen Erfolge der Sudetendeutschen Partei sei man bemüht, die Sudetendeutschen als Jrredenti- t e n hinzustellen, weil sonst ihr Gebiet nicht m i t Staatspolizei und Gendarmerie durch- e tz t werden könnte. Dieser Zustand sei die b i l - ligste Art der T s ch e ch i s i e r u n g. Im alten Oesterreich hätten die Tschechen auch in den schweren Zeiten keine so unhumane und brutale Behandlung erfahren, wie sie heute die Sudetendeut- chen erdulden müßten. Dennoch forderten sie nur ihr Lebensrecht innerhalb der Grenzen der Tschechoslowakei auf dem Boden der Verfassung. Das Sudetendeutschtum habe sich zu allen Zeiten ohne Rücksicht auf das im Deutschen Reich herr- chende System mit dem deutschen Volke verbunden gefühlt. Auch Masaryk und Benesch hätten das als eine Selbstverständlichkeit aufgefaßt. Andererseits sei die Tatsache, daß ein Volk an dem Schicksal seiner Volksgruppen jenseits der Grenzen teilnehme, ebenso selbstverständlich. Diese Verbundenheit sei um so natürlicher, weil die Sudetendeutschen an dem unbedingten Friedenswillen des deutschen Reichskanzlers und des deutschen Volkes glaubten.
Diphtherie wütet unter sudeterdeutschen Kindern.
Tschechische Behörden bleiben untätig.
Prag, 30. Nov. (DNB.) Vor kurzem fand i n Aussig (Tschechoslowakei) eine Tagung der s u d e- tendeutschen Aerzteschaft statt, die sich mit der Diphtheriebekämpfung beschäftigte. Die Vor
tragenden wiesen darauf hin, daß die mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfenden sudetendeutschen Gemeinden nicht in der Lage sind, die Bekämpfung der seit Jahren mit zunehmender Heftigkeit auftretenden Diphtherieseuche aus eigenen Mitteln vorzunehmen. Insbesondere wurde über die geradezu trostlosen Zu stände in den Krankenhäusern der sudetendeutschen Bezirke Klage geführt. Da die tschechoslowakischen Regierungsbehörden auf dieser Tagung trotz wiederholter Einladung nicht vertreten waren, beschloß die Aerzteschäft einstimmig von der Prager Regierung die Berett- stellung der erforderlichen Mittel für die Seuchenbekämpfung zu fordern.
Oie Entdeutschung der evangelischen Kirche in Oivberschlesien.
Katkow itz, 30. Nov. (DNB.) Am Montag erhielt der langjährige Leiter der evangelischen Kirchengemeinde in Kattowitz Kirchenrat S o w a d e, der seit über 20 Jahren in Ostober- schlesien tätig ist, den Ausweisungsbefehl, der auch seine Frau einschließt. Die Ausweisung dieses deuftchen Reichsangehörigen war ursprünglich auf 24 Stunden befristet, wurde aber auf Einspruch des Geistlichen hin hinausgeschoben. Pastor Sowade muß jedoch noch im Laufe dieser Woche das polnische Staatsgebiet verlassen. Die zweite Ausweisung betrifft den österreichischen Staatsangehörigen Pastor Koch, der seit zw ö l f I a h r e n die Geschicke der evangelischen Kirchengemeinde in Lublinitz leitete. Bei diesem Geistlichen verweigerten die Behörden die Abänderung des gleichfalls auf 24 Stunden lautenden Ausweisungstermins, so daß Pastor Koch am Dienstag Oberschlesien verlassen mußte.
Vergeßt es nicht, das Volksdeutsche Weihnachtslicht!
Deutsche Muttersprache, deutsche Kulturgüter, deutsches Volksbewußtsein, deutsche Einigkeit und deutsche Treue, das sind nicht nur Ideale, das sind die Grundpfeiler allen Auslandsdeutschtums. Große Feste und schöne Reden allein sind keine Garanten ewigen deutschen Volkstums; sie sind lediglich die äußerlichen Gewänder der vielen Häuslein deutscher Menschen, die überall in der Welt entweder als in ich geschlossene Niederlassungen oder zerstreut unter üner Ueberzahl Anderssprechender und Anders- uhlender lebend, entschlossen sind, ihre deutschen Erbgüter und Eigenarten zu erhalten. In der Charakterfestigkeit des einzelnen allein, der über die Sorgen und Freuden, die Arbeit und die Zer- treuung des Alltags hinaus sich und seiner Familie den deutschen Glauben bewahrt, liegt letzten Endes das Weiterbestehen allen Auslandsdeutschtums verankert.
Das Leben außerhalb des Mutterlandes ist wohl der härteste aller Daseinskämpfe. Die heißesten Tränen bitteren Heimwehs und des Gefühls trostlosester Verlassenheit wurden wohl immer von traurigen Auswanderern geweint. Weder „der reiche Onkel aus Amerika", noch der glückliche Diamantenfinder aus Afrika sind die wahren Beispiele auslandsdeutschen Lebenskampfes. Sie sind Ausnahmen unter den Millionen deutscher Menschen, die jenseits der Grenzen des Heimatlandes als Bahnbrecher fortschreitender Zivilisation in den Steppen Asiens, den Sümpfen Afrikas, den Urwäldern Amerikas, im kalten Norden und unter der Glut der Tropensonne ihre Schaffenskraft und ihr Leben einsetzen und hingeben.
Doch für all diese Menschen, gleich wie wenig sie aus Veranlagung oder unter den Mühen des Lebenskampfes die Heimat in der Erinnerung behalten, kommt ein Tag im Jahr, an dem jeder von ihnen in Liebe und Wehmut der Heimat, des Elternhauses gedenkt — Weihnachten! — Der urdeutsche Brauch des Weihnachtsfestes wird nicht nur von deutschen Menschen begangen, sondern er hat sich durch die deutschen Auswanderer auf sämtliche Kulturvölker übertragen. Weihnachten ist und bleibt das schönste deutsche Familienfest.
Als Symbol der deutschen Weihnachtssttmmung enfttand die blaue Weihnachtskerze mit ihrem holzgeschnitzten Halter, hergestellt von deutschen Heimarbeitern inner- und außerhalb Deutschlands Grenzen. Das volksdeutsche Weihnachtslicht ist die blaue Kerze, die in jeder Familie von volksdeutscher Gesinnung kündet und selbst an dem fernsten Punkt, wo Deutsche leben, vom Willen zur Volksgemeinschaft zeugen soll, die eine Gemeinschaft von hundert Millionen ist. Blau ist die Farbe
der Treue und der Sehnsucht. Das Licht der blauen Kerze hat mehr zu sagen als die übrigen Weihnachtslichter: bedeutungsvoll wird es bezeugen, daß immer noch und gerade in der Notzeit der helle Glanz der helfenden Liebe, der werktätigen Volksverbundenheit, fein leuchtendes Bekenntnis ablegt.
daß wahres Volksbewußtsein in Stunden persönlichen Glückes auch des letzten und vielleicht ärmsten unbekannten Volksgenossen gedenkt.
Die blaue Weihnachtskerze hat auch in diesem Jahr einen künstlerisch schönen und wertvollen Begleiter bekommen: einen holzg^eschnitzten Kerzenhalter in verschiedener Ausführung, Handarbeit aus deutschem Grenzland — der es ermöglicht, das blaue Licht schon in der Adventszeit aufzustellen und als Sinnbild volksdeutscher Treue, als Sinnbild der Opferbereitschaft und Opferverpflichtung schon vor Weihnachten zur Geltung zu bringen.
Besitz- und Verkehrssteuern 1166,5 Mill. RM., an Zöllen und Verbrauchssteuern 272,6 Mill. RM., zusammen 1439,1 Mill. RM.
Verkehrserziehung.
Berlin, 30.Nov. (DNB.) Aus Anlaß des Inkrafttretens der neuen Straßenverkehrsordnung am 1. Januar 1938 sprach Korpsführer Hühnlein im Deutschlandsender zu den zum Gemeinschaftsempfang versammelten NSKK.-Männern. Er betonte, daß der Verkehrserziehungsdienst desNSKK. keine Polizei sein wolle. Die neue Straßenverkehrsordnung stellt in ihrer grundlegenden Vorschrift schon jedes Verhalten unter Strafe, durch das der Verkehr gefährdet werden könnte, im Gegensatz zur alten, die ein strafendes Eingreifen der Polizei nur dann vorgesehen habe, wenn durch Uebertretung ein anderer geschädigt, behindert oder belästigt wurde. Wer die Verkehrsvorschriften übertrete, gefährde den Verkehr und werde bestraft. Es komme also jetzt noch mehr als bisher darauf an, rechtzeitig warnend einzugreif e n. Der Verkehrsunterricht für alle, die die Vorschriften nicht beachtet haben, werde sich sicher außerordentlich erzieherisch ausroirten. Die neue Straßenverkehrsordnung bringe keine den Verkehr nur hemmende Beschränkung der Fahrgeschwindigkeit. Es solle flott gefahren werden, aber andererseits auch außerordentlich diszipliniert. Künftig müsse jeder Kraftfahrer seine Kenntnis der Derkehrsvorschriften nachweisen. Daß es gelungen fei, die kleinen Maschinen auch weiterhin von dem Zwang der Fahrschule und der Fahrprüfung zu befreien, sei zu begrüßen.
Verstärkter Einsatz
des Veichsarbeitsdienstes im Sommer.
Berlin, 30. Noo. (DNB.) Nach einem Erlaß des Führers, und Reichskanzlers ist die Stärke des Reichsarbeitsdienstes ab 1. Oktober 1938 für die Winterquote auf zwei Fünftel, für die Sommerquote auf drei Fünftel der jährlich einberufenden Dienstpflichtigen zu bemessen. Bisher wurde ein Jahrgang zur Hälfte für den Sommer und zur Hälfte für den Winter einberufen. Nun wird der größere Teil im Sommer zum restlosen Einsatz an den Baustellen und bei der Ernte zur Verfügung stehen. Dementsprechend wird der organisatorische Rahmen des Reichsarbeitsdienstes auf ein Fassungsvermögen von drei Fünftel der Jahrgangsstärke zu erweitern sein. Die Stärke des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend ist bis zum 1. April 1939 auf 30 000 Arbeitsmaiden (einschließlich Stammpersonal) zu erhöhen. Der weibliche Arbeitsdienst hatte am 20. Oktober dieses Jahres 17 354 Arbeitsmaiden mit Stammpersonal umfaßt.
Oer Veichsjuqendführer in Damaskus
D a m a s f u s, 30. Nov. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches startete von Athen aus in einem Sonderflugzeug nach Damaskus. Die vorgesehene Zwischenlandung in Rhodos, wo ihn der Gouverneur d e V e c ch i, der Baldur von Schirach im Vorjahr als Unterrichtsminister in Rom be- grüßt hatte, empfangen wollte, wurde durch lieber» schwemmung des Flugplatzes unmöglich gemacht. So fand lediglich ein herzlicher Telegrammwechsel statt.
Bei herrlichem Wetter landete der Reichsjugend, führer dann in Damaskus, wo er von dem franzö- fischen Kommandanten des Flughafens sowie von dem deutschen Generalkonsul begrüßt wurde.
DerDonf des Prinzen Ludwig
Prinz Ludwig von Hessen- und bei Rhein ver» öftentticht in der Darmstädter Presse eine Danksagung „an die Freunde im Hessenland", in der es heißt: Der unfaßbare Schicksalsschlag, der mich so unerwartet und grausam der liebsten und nächsten Menschen beraubte, hat in der ganzen Welt, vor allem aber in allen Teilen des Hessenlandes eine gewaltige Teilnahme ausgelöst, von der mir täglich ergreifende Beweise zugehen. Meine Frau und ich empfinden diese Anteilnahme besonders tief und wohltätig und danken allen, denen wir nicht brieflich oder mit einem Händedruck danken konnten, auf diese Weise. Besonders rege ist auch die Anteilnahme an dem Schicksal meiner Nichte, der Prinzeß Johanna. Alle die vielen Anfragen mitfühlender Mutterherzen kann ich nur dahin beantworten, daß für sie mit aller Liebe auf das Beste gesorgt wird. Zunächst wird sie mit ihrer Pflegerin zur Schwester der Erb- großherzogin, der Frau Markgräfin von Baden nach Salem am Bodensee übersiedeln.^ Dort findet sie in deren Kindern Gespielen und die" Freunde ihrer kleinen Brüder, die im vergangenen Sommer längere Zeit in Salem zubrachten.
Die Londoner Besprechung.
Die französischen Minister , nach Paris zurückgekehrt.
London, 30. Nov. (DNB.) Die französisch-englischen Besprechungen fanden ihren Abschluß. Mittags begaben sich die französischen Minister zum Buckingham-Palast. An dem Bankett nahmen auch der französische Botschafter (Sorbin sowie Chamberlain, Eden und Cranbome teil. Chautemps und Delbos verließen London um 16.30 Uhr (MEZ ). Am Bahnhof hatten sich Ministerpräsident Chamberlain, Außenminister Eden, sowie der französische Botschafter (Sorbin eingefunden.
Premierminister Neville Chamberlain gab im Unterhaus die vereinbarte Verlautbarung bekannt. Darin heißt es zunächst, die französischen Minister hätten von Lord Halifax persönlich eine Erklärung über seine kürzlichen Besprechungen in Deutschland gehört. Sie seien erfreut, festzustellen, daß der Besuch, obwohl er privat und inoffiziell gewesen sei und man von ihm keine sofortigen Ergebnisse erwartet habe, dazu beigetragen habe, Ursachen internationalen Mißverstehens zu beseitigen und die Atmosphäre zu verbessern. In den Londoner Besprechungen seien alle Probleme Europas und die zukünftigen Aussichten einer Befriedung und Abrüstung durchgesprochen und die K o - lonialfrage in allen ihren Aspekten einer vorläufigen Prüfung unterzogen worden. Es werde anerkannt, daß diese Frage nicht isoliert werden könne, und daß sie eine Anzahl von anderen Ländern berühren würde. Man fei übereingekommen, daß die Angelegenheit eine sehr vieleingehendere Prüfung erfordere. Die französi- scheu Minister hätten ihrerseits über den kommenden Besuch Delbos' in gewissen Ländern M i t- tel- und Osteuropas gesprochen. Die französischen und britischen Minister hätten weiter die Lage im Fernen Osten, deren Ernst sie voll anerkennten, eingehend erörtert. Im Geist gegenseitigen Vertrauens seien schließlich auch andere Seiten der internationalen Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse beraten worden. Diese Beratungen hatten den Wunsch der beiden Regierungen bestätigt, mit allen Ländern bei der gemeinsamen Aufgabe der Förderung der internationalen Befriedung durch die Methoden freier und friedlicher Verhandlungen zusammenzuarbeiten.
Das Programm des neuen belgischen Kabinetts Ausgleich zwischen Flamen und Wallonen.
Brüssel, 30. Nov. (DNB.) Die Regierung Janson hat sich der Kammer und dem Senat vorgestellt. Die Regierung hat sich die Aufgabe gestellt, das Programm der Regierung van Z e e • land fortzusetzen. Insbesondere auf dem Gebiete der Sozialreform, in der Wirtschaftspolitik, in der Verwaltungs- und Verfassungsreform. Belgien werde eine Politik der Unabhängigkeit gemäß seiner europäischen Mission betreiben, jedoch auch entsprechend den im Völkerbundspakt enthaltenen Grundsätzen bereit bleiben, an allen konstruktiven Friedenswerken mitzuarbeiten. Das Militärprogramm werde vollständig durchgeführt werden.
Die Regierung sei entschlossen, die Einheit des Landes aufrechtzuerhalten und den nationalen Geist zu stärken, durch die Eintracht zwischen den beiden sprachlichen Gemeinschaften. Sie werde darüber wachen, daß in der Verwaltung, namentlich in den Zentralbehörden, zwischen den Beamten der beiden Sprachgruppen eine g e - rechte Verteilung eintrete. Im Ministerium für Volksbildung sollen zwei Kulturräte geschaffen werden, um die Unterrichts- und Kulturprobleme der beiden verschiedenen Äolksteile zu prüfen. Eine Reform des Akademiewesens soll es den Gelehrten, die den beiden großen nationalen Kulturen angehören, ermöglichen, ihre Tätigkeit im autonomen Rahmen zu entfalten. Es soll ferner die Ausbildung des Soldaten künftig ausschließlich in seiner Muttersprache erfolgen. Zu diesem Zweck sollen die Soldaten in ein- sprachige Einheiten zusammengefaßt werden, die in bestimmten Fällen Divisionen sein können. Der Offizier muß eine wirkliche Kenntnis der Sprache derjenigen Einheit, für die er bestimmt ist, besitzen.
Kleine politische Nachrichten.
lieber das Befinden General Ludendorffs ist am Dienstag um 19.30 Uhr folgender Bericht ausgegeben worden: Das Befinden hat sich in den letzten 24 Stunden etwas gebessert. Die Nacht war ruhig, wenn auch noch gewisse Kreislaufstörungen die Lage als ernst erscheinen lassen. Der Ernst der Lage wird sehr rasch nicht schwinden können.
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Der Zustand des Prinzen Bernhard der Niederlande, der einen schweren Autounfall erlitten hatte, ist befriedigend. Der Prinz befindet sich auf dem Wege der Besserung.
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Die Ausstellung „Entartete Kunst/ in München, die die peinlichen Machwerke eines überlebten Klüngels geiftreichelnder Sensationshascher


