Abschied von derpariser Wettausstellung
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daß dem vor der Ferienzeit reisenden Publikum nichts hatte geboten werden können. Bezeichnend hierfür ist, daß die Hotelaktien, die zunächst leicht angestiegen waren, mit dem Schluß der Ausstellung ungefähr wieder den tiefsten Kursstand erreichten, und daß wohl die Einnahmen keines Hotels ausreichen, um die Verluste der vorangegangenen Jahre abzudecken. Die Hotels haben allerdings, obgleich sie fast immer voll besetzt waren, besonders schlecht abgeschnitten, was viele Hoteliers darauf zuruck- führen, daß bei den meisten Fremden die Nachfrage nach weiblicher Schönheit größer gewesen sei als die nach den Genüssen der Küche und Weinkeller.
So fehlt die rechte Stimmung für eine Wiederholung der Ausstellung. Viele wünschen zwar, daß die Gebäude bleiben und die Pracht 1938 noch einmal gezeigt werden kann — dann hoffentlich dank einem neuen Reiseabkommen auch wieder vielen Tausenden Deutschen, denn der Besuch der Deutschen war für beide Seiten ein großer Gewinn — aber der entscheidende Impuls fehlt. Zu sehr wird befürchtet, daß eine Wiederholung auch bei dem geplanten Ausbau vieler Dinge zu fade wirken wurde, und daß die Enttäuschungen noch größer seien, zumal manches wohl würde fortfallen müssen, wie z. B. die Ausstellung der Meisterwerke französischer Kunst.
auf. In einer regen Aussprache wurde u. a. auch auf die Schäden durch die Vögel hingewiesen. Der Vereiirsführer konnte die erfreuliche Mitteilung machen, daß durch das Entgegenkommen von Dr. Gail' der Pachtvertrag für die Schrebergärten auf jeweils 6 Jahre verlängert wurde. \
Der Bezirksführer für die Obst- und Gartenbau- vereine im Bezirk Gießen, Bopp (Bellersheim), überbrachte dem Jubelverein die Glückwünsche zu seinem Festtage. Er bestätigte als Nachfolger von Dr. Tempel Herrn Junker als Deremsfuhrer. Diese Bestätigung wurde mit großem Beifall auf- genommen.
In einem längeren Ueberblick über die Entwicklung des deutschen Obst- und Gartenbaues würdigte der Bezirksführer die segensreiche Tätigkeit des Vereins. Den Ausblick in die Zukunft, den der Redner bot, verband er mit den besten Wünschen für ein weiteres Blühen und Gedeihen des Vereins. t Im Anschluß an den geschäftlichen Teil wurde eine Grätisverlosung von 40 Zwetschenbäumen vorgenommen. Dem Winterhilfswerk wurden aus Anlaß des Jubiläums 20 Mark überwiesen. Ein kameradschaftliches Beisammensein beschloß die Festversammlung.
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Anläßlich seines 25jährigen Bestehens hielt der Obst- und Gartenbauverein Gießen und Umgebung im „Burghof" eine sehr gut besuchte Festversammlung ab. Blumenschmuck und Tannengrün gaben der Veranstaltung ein sinngemäßes Gepräge. Mit herzlichen Begrüßungsworten eröffnete Pereinsführer Ehr. Junker die Feier. Eingangs gedachte er zweier verdienstvoller Mitglieder, des Stadtverordneten Simon und des Lehrers Becker, die gestorben sind, deren Andenken aber im Verein fortleben werde. Dann erinnerte er an die am 30. November 1912 in dem jetzigen „Burghof" erfolgte Gründung vor 25 Jahren und schilderte das Aufblühen des Vereins, der in kurzer Zeit 172 Mitglieder zählte. Im Jahre 1915 stellte der um das Wohl der Stadt Gießen sehr verdiente Kommerzienrat Gail dem Verein ein größeres Gelände an der Lahn zur Errichtung von Schrebergärten zur Verfügung, das noch jetzt in Pacht des Pereins ist. Durch Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverein konnte der zunächst als „Oberhessischer Gartenbau- Verein" geführte Jubelverein wesentlich zur Ausschmückung des Gießener Stadtbildes durch Anregungen zur Pflege der Hausgärten und zur Bereicherung des Blumenschmuckes der Häuser und Balkons beitragen. Durch manche Ausstellungen und größere Obst- und Blumenschauen wurde anregend und vorbildlich zum Wohle der Allgemeinheit gearbeitet. Für diese verdienstvolle Tätigkeit sagte der Vereinsführer allen seinen Vorgängern im Amte und all den Mitgliedern, die sich selbstlos und gern der Vereinsarbeit zur Perfügung gestellt hatten, Dank und Anerkennung. Auch für die Zukunft rief er alle Mitglieder zu dieser Mitarbeit
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zeigt zu werden brauche. Das deutsche Haus ist ähnlich wie das englische von der Ueberzeugung getragen, daß Deutschland dank seinen Leitungen auf eine besondere Werbung verzichten kann, es legt aber im Gegensatz zum englischen besonderen Wert darauf zu unterstreichen, daß Deutschland ein Land der Aktivität und der Zukunft ist. In den Abendstunden folgten wir freudig der Einladung der Reichsfilmkammer, um im Kreise der deutschen Kolonie uns am Film „Der Mustergatte zu erfreuen und so zugleich mit den hier tätigen Deutschen die letzten Stunden im Deutschen Haus zu verleben. Der Heimweg führte uns noch einmal durch den wunderbaren Teil der Provinzen, wo wir im Haus der Champagne ein Glas Sekt zum Abschied tranken, und durch den auf einer Insel untergebrachten Teil der Kolonien, der uns in besonders eindringlicher Form die für den Winter den Gebäuden drohenden Hochwassergefahren veranschaulichte.
Aber werden diese Gebäude überwintern, und wird im nächsten Jahre die Ausstellung noch einmal eröffnet? Keiner weiß es. Wie zu Anfang des Jahres immer wieder diskutiert wurde, wann die Ausstellung fertig würde, so fragt heute jeder den andern: Brachte der 25. November die endgültige Schließung oder werden wir die Ausstellung im nächsten Jahre noch einmal erleben? Der Ausschuß, der die Einhaltung der Bestimmungen über internationale Ausstellungen zu überwachen hat, ist großzügig gewesen und hat eine Verlängerung ausnahmsweise zugelassen. Die französische Regierung hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen, aber offen ist die Frage, wie die notwendigen Gelder aufgebracht werden. Die Leitung der Ausstellung rechnet mit Sonderkosten von 500 Millionen Franken, also gut40MNIlo- nen Reichsmark. Das ist kein hoher Betrag, aber viele befürchten eine Erhöhung auf 700 und 800 Millionen Franken, und außerdem war die Ausstellung in finanzieller Hinsicht eine große Enttäuschung. Die Ausgaben des Staates werden mit anderthalb Milliarden angegeben und die der Stadt Paris mit einer halben Milliarde. Durch Einnahmen gedeckt werden bestenfalls 200 Millionen, und 400 Millionen können als solche für bleibende Anlagen, wie z. B. das neue Museum verrechnet werden. Somit beträgt der Unterschuß 1,4 Milliarden, während bei mancher anderen Ausstellung die Ausgaben durch die Einnahmen hatten gedeckt werden können, wie z. B. 1900 und 1931. Der Verlust wiegt nun vor allem deswegen sehr schwer, weil die erhoffte Belebung der Pariser Wirtschaft ausgeblieben ist. Es sind zwar viele Fremde nach Paris gekommen, allein 800 000 Ausländer, darunter erfreulicherweise 80 000 Deutsche, aber überall in der Welt ist das Geld knapp, so daß die Ausländer im Vergleich zu früher wenig ausgegeben haben. Auch hat es sich sehr nachteilig ausgewirkt, daß die Ausstellung erst im August als fertig angesehen werden konnte, also nur gut vier Monate dauerte, und
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, Ende November 1937. (Durch Luftpost.)
Bei denkbar schönstem Herbstwetter und lachendem Sonnenschein konnten die Pariser am Donnerstag, 25. November, von ihrer Internationalen Ausstellung der Künste und Technik Abschied nehmen. Unser Abschiedsbesuch galt zunächst den Meisterwerken der französischen Kunst in dem neuen Museum, also dem Besten des von Frankreich selbst Gebotenen. Aus allen Teilen der Welt, auch aus vielen deutschen Museen, wie von den Franzosen dankbar anerkannt wird, waren die großen Werke der französischen Malerei, insbesondere die des 18. und 19. Jahrhunderts, zusammengetragen und so war etwas hervorgezaubert worden, was alle so entzückte, daß eine Verlängerung dieses Teiles über den Winter als etwas Selbstverständliches aalt, aber leider wurde nur eine solche von drei Tagen zugestanden.
Ein Gang durch die großen und sehr vorteilhaft beleuchteten Räumen veranschaulichte uns noch einmal, was das 19. Jahrhundert in künstlerischer und in geistiger Hinsicht für Frankreich, und was dieses Frankreich damals und auch heute noch für die Welt besagt. Wenn auch vielleicht Watteau der größte Könner unter den französischen Malern war und wenn auch seine Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts oder die Maler des 17. Jahrhunderts viele erstklassige Werke hinterlassen haben, gefesselt wird man insbesondere durch die Leistungen des 19. Jahrhunderts, als Frankreichs Malerei wie auch Frankreichs Literatur, insbesondere der französische Roman, einen einmaligen Höhepunkt erreichten. Bilder von Corot, Manet, Renoir und D a u m i e r zeugen vor allem von dieser Zeit. Zugleich wird einem aber auch klar, welch ein großer Abstand zwischen den damaligen und den heutigen Leistungen gegeben ist. .
Beim Eintritt in die Ausstellung wählten mir für den letzten Tag noch einmal den durch das neue Trocadero, denn von hier hat man einen unvergeßlichen und phantastischen Blick auf die prächtigen Wasserspiele, die großen internationalen Pavillons, insbesondere die sich gegenüberstehenden deutschen und sowjetrussischen, und auf den Eiffelturm, der nun seit 1889 Sinnbild von Paris ist und wie bei so mancher Ausstellung auch bei dieser, insbesondere bei den abendlichen Feuerwerken, zum Mittelpunkt wurde. Noch einmal gehen mir kurz durch die Häuser Englands, Sowjetrußlands und Deutschlands, weil dieser Besuch einen interessanten Vergleich vermittelt. Aus dem Pavillon der Sowjets spricht das Gefühl, daß nicht viel geboten werden kann und deswegen mit allen Mitteln der Reklame das wenige hervorgehoben werden muß: aus dem Englands die Ueberzeugung, daß die Grundlagen dieses Weltreiches durch nichts erschüttert werden können und auch auf einer solchen Ausstellung wie der Pariser nichts besonderes ge-
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Aussichten für Donnerstag: Nach anfänglichen Regenfällen zeitweise ausheiteryd, abef nicht ganz beständig, Tagestemperaturen zwischen 5 und 10 Grad, Winde aus Südwest bis West.
Aussichten für Freitag: Erneutes Aufkommen unbeständiger Witterung.
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Nauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blum- schein Ver-ntweirtlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lanx,e; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blurnichein Anzeigenleiter Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A X 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlfche Un'versitätsdruckerei R Lange. K-G sämtlich in Gießen Monatsbezugs. preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Jllustriierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der
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