Donnerstag, I.Zuli 1957
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Kr.150 Drittes Blatt
ausgewirkt. Zur allgemeinen Befriedigung konnte der Redner mitteilen, daß sich die der Kreislauf-1
Aus der Stadt Gießen
NS.-
Hausfrauenarbeit in den Sommermonaten.
Das Wirken des NS.-Frauenwerks.
Gutgemeintes für den llrlaubsantritt.
Wenn es mit der Sommerreise Ernst wird, dann vergiß nicht, daß du wohl jetzt Ferien machst, die Welt für dich einige Tage oder Wochen lang ein neues Gesicht bekommt, alles andere aber seinen gewohnten Weg weitergeht.
Sorge dafür, daß in der Küche und in der Speisekammer keine Reste Zurückbleiben. Wenn du aus dem Urlaub zurückkommst, sind sie längst schlecht geworden und verpesten die Gegend.
Bestelle Milch und Brötchen ab, sie häufen sich sonst zu Beginn vor deiner Wohnungstür. Rach deiner Rückkehr mußt du sie bezahlen, wenn sie auch längst verdorben und ungenießbar geworden sind!
Vergiß nicht, der Post rechtzeitig deine Ferien- anschrift mitzuteilen. Wichtige Briefe oder gar unerwartete Geldsendungen erreichen dich sonst nicht und gehen an den Absender zurück!
Sieh vor deiner Abreise noch einmal den Terminkalender durch. Sonst hast du vielleicht für die Tage des Urlaubs eine wichtige geschäftliche Besprechung angesetzt.
Sind in der Zeit deiner Abwesenheit Zahlungen fällig, dann sorge für rechtzeitige Erledigung. Mahngebühren und Vollstreckungsmahnahmen sind kein erfreulicher Ferienabschluß.
Hast du Fernsprechanschluß, dann unterrichte den Kundendienst, wie du in wichtigen Fällen zu erreichen bist!
Den Hund, die Blumen und den Kanarienvogel gib für die Urlaubszeit in Pflege.
Ehe du die Wohnung verläßt, drehe den Gashahn und das Wasser ab!
Schließe alle Fenster und die Wohnungstür! Du lädst dir sonst nur zu leicht Langfinger zu Besuch!
Die Rolläden brauchst du nicht herunterzulassen, denn das ist nur ein freundlicher Hinweis für die Klingelfahrer, daß du für längere Zeit verreist bist.
R.
Verfügung gestellt.
KeineKündigung zu Zwecken der Mietesteigerung statthast!
Die Industrie- und Handelskammer Gießen übermittelt uns einen Runderlaß des Beauftragten für den Dierjahresplan und Reichskommissars für Preisbildung, Ministerpräsident Generaloberst Göring, den wir nachstehend im Wortlaut veröffentlichen:
„In einem Urteil vom 8. Mai 1937 (Juristische Wochenschrift, Seite 1545) hat das Kammergericht entschieden, daß Kündigungen zum Zwecke von Mietsteigerungen gegen die Preisstopverordnung verstoßen und deshalb nach § 134 BGB. nichtig sind. Die Kündigung wird auch nicht dadurch wirksam, daß der Vermieter gleichzeitig oder später um die Genehmigung der Preisbildungsstelle zu der von ihm beabsichtigten Mieterhöhung nachsucht. Diese Genehmigung muß vielmehr vorliegen, ehe die Kündigung erfolgt ist. Kündigungen, die nach diesem Urteil des Kammergerichts nichtig sind, stellen gleichzeitig eine nach § 4 der Preisstopverordnung strafbare Handlung dar und sind als solche zu bestrafen. , v . -
Selbstverständlich muß verhindert werden, daß
Mit dem 1. Juli beginnt zwar auch in der Frauenschaft und dem Deutschen Frauenwerk die Ferienzeit, denn während der Schulferien sollen unsere Mütter ganz frei sein für ihre Kinder, da sollen sie auch einmal Ferien machen können. Keine Ferien aber kann es für die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk geben. Gerade in den Sommermonaten muß sich der „Helfer" der Hausfrau besonders rühren und bereit sein, überall aufzuklären und einzuspringen. Im vergangenen Monat wurde der größte Nachdruck gelegt auf die Aufklärungsarbeit über Verwendung der Mehllypen 502 und 1050. In 73 Vorträgen mit praktischen Vorführungen konnte sich die Hausfrau unseres Gaues überzeugen, daß das dunklere Mehl ebenso gut verwendbar ist und ebenso gut schmeckt wie weißes Mehl.
Im kommenden Monat steht die Aufklärungsarbeit über Verwendung von Obst und Gemüse im Mittelpunkt. Die Hausfrauen unseres Gaues sollen zum Schluß des Sommers mit Stolz sagen können: wir haben uns alle gemeinsam eingesetzt, so daß kein Obst und kein Gemüse umgekommen ist. Was wir nicht selbst verwerten konnten, das wurde gesammelt, gemeinsam verwertet und dann der NSV. für den nächsten Winter zur
forschung dienende Wissenschaft mehr und mehr in Bad-Nauheim konzentriere. Zum Schluß seiner Darlegungen dankte der Redner allen Mitarbeitern des Instituts und versprach eifrige zielbewußte Weiterarbeit.
Im weiteren Verlauf der festlichen Vorlesung fesselte ein Vortrag von
Prof. Dr. Gerthsen, Gießen
über das Thema „Die Bedeutung des Neutrons für die moderne Naturforschung". (Ueber den Vortrag berichten wir noch.)
Nachdem Prof. Dr. Eger den Dank der Versammlung an den Redner zum Ausdruck gebracht hatte, nachdem er mitgeteilt hatte, daß Prof. Dr. E. S ch l i e p h a k e (Gießen) und Dr. Erich Opitz (Göttingen) zu Mitgliedern der Kerckhoff-Stiftung ernannt seien, fand die festliche und bedeutsame Vorlesung mit einer musikalischen Darbietung und einem würdigen Gedenken des Führers und Reichskanzlers ihren Abschluß.
des Seeweges nach Indien durch die Portugiesen Lissabon zu und schlossen 1504 mit König Manuel dem Glücklichen von Portugal einen Vertrag der sie berechtigte, mit der portugiesischen Flotte selbst drei Schiffe nach Indien zu senden und dort durch eigene Leute Gewürze einzuhandeln. Ueber diese Fahrt hat ein Teilnehmer, Balthasar Sprenger, der als Beauftragter der an der Handelsfahrt beteiligten deutschen Häuser mitging, später einen Bericht „Merfart" veröffentlicht, der als kulturgeschichtliches Dokument eine hervorragende Bedeutung hat.
Am 25. März 1505 gingen die drei deutschen Schiffe im Verband einer stattlichen Flotte zu der großen Fahrt unter Segel, wie es in dem Bericht heißt, „ dar uff den (eiben tag der verkun- dung Marie in den Osterfeyertagen haben wir uss denselben tag in gottes namen angesegelt gegen Jndiam, do hin wir bey Feyertausant meylen zu fahren hetten". Nach mehrmonatlicher Seereise erreichte die Expeditton am 12. September ine indische Küste, und am 2. November begannen die deutschen Schiffe ihre Gewürzfrucht zu laden Wah- rend die Besatzung der Schiffe nicht an Land gehen durfte, war das Sprenger als Handelsbeauftragten erlaubt, so daß er zu den wenigen gehörte, Die Land und Leute, indische Sitten und Gebräuche unmittelbar und aus eigener Anschauung fennen lernten. Seine Beobachtungen, auch über die anderen berührten Länder und ihre Völker — so Guinea, das er Gennea nennt und Ostafrika, roo ine beiden feindlichen Städte Kiloa und Mombassa erobert und geplündert wurden, hatten für jene Zeit, in der es an sachlichen Kenntnissen und nüchternen Vorstellungen über die ferne Welt fehlte, großen Wert
Im Januar 1506 traten Die Schiffe in zwei Oe- schwadern die Heimreise an. Die erste Flotte mit 3tDei deutschen Schiffen erreichte schon im Mai Lissabon. Sprengers Schiff war erst bei der zweiten Flotte, trennte sich dann aber von Den übrigen Seglern und hatte auf der Rückfahrt bis zur Ost- küste Afrikas Wochen entsetzlichen Leidens zu überstehen, kam auch auf der weiteren Reise noch in mancherlei Sturmnöte, so daß es erst am 15. November 1506 im Hafen von Lissabon einlief Sprenger hat seine Beobachtungen aus dieser Fahrt und seine Kenntnisse fremder Länder und Volker Afn- kas und Indiens dem Meister der Holzschnitzkunst Hans Burgkmaier in Augsburg als Material übermittelt, das dieser zu einer Reihe von Holz- schnitten verarbeitete-, für diese Holzschrnttreche hat Sprenger einen Text verfaßt, der zu den Bildern aufschlußreiches ethnographisches Matenal als Er- l läuterung gibt
wie bestrahl vom ewigen Lichte steht, nun flüstern i sie vernehmlicher, „nun reden lauter alle springen- . den Brunnen ..
Die üppige Fontana di Trevi und die wunderbar vornehmen Fontänen des Peterplatzes und die reichen Springbrunnen der Piazza Navonna und die hundertstrahlige Aqua Pia und die schone Barcaccia und wie sie alle heißen, die zahllosen. Und die lieblichste von allen, die holde Fontäne vor der Villa Medici. v
Zu ihr wandere ich Abend für Abend, sitze zwischen schwatzenden Müttern, schlaftrunkenen Kindern und scherzenden Pärchen auf der Mauer unter den Steineiechen, hoch über den Dächern von Rom und lausche dem silbernen Fall des Wassers in das vornehm-schlichte, runde Becken.
Seit Jahrhunderten spiell und flüstert sie so die kleine Fontäne, im roten Widerschein der abendlichen Campagna und im Glanz der römischen Sternenmächte. Aber sie erzählt keine gewaltigen Dinge wie die Fontänen unten in der Stadt, sie will nichts von Den großen Worten Der Geschichte wissen. Sie plaudert nur von zarten und zärtlichen Dingen. Don den adligen Festen der Medici und dem Rauschen seidener Schleppen auf marmornen Stufen. Vom samtenen Künstlerbarett der Bermm und dem Liebeswort Goethes, der an ihrem Rande lehnte, sein Mädchen im Arm. Von dem Lallen träumender Kinder und dem verliebten Schweigen junger Mütter. Don lachendem Volk und heimlichen Mandolinenklängen unter den Steineichen. Und vom herzerweichenden Gesang der Katzen aus Den nächtlichen Dächern von Rom.
Dies alles erzählt sie mir und viel anderes noch, während der silberne Mond über der Campagna steht. Sie hat mich ganz verzaubert, ine kleine, geschwätzige Fontäne!
Die erste deutsche Zndienfahrt.
An der Erschließung Indiens im Zeitalter der Entdeckungen haben auch Deutsche teilgenommen, indem schon im Beginn des 16. Jahrhunder s em waaemutiges Handelsunternehmen der deutschen Kaufmannsgeschlechter der Welser Fugger und anderer Erzeugnisse des reichen Landes heranbrachte Von dieser ersten deutschen Jndienfah^ erzählt Johannes Lichtem Der Zeitschrift des Vottsbun- des für das Deutschtum im Auslande „Deutsche Arbeit" Die Handelshauser, die die Markte des : mittelalterlichen Deutschland mit indschen Waren i versorgten, hatten bis dahin ihre Einkäufe in^®ene- : dig gemacht, wandten sich aber feit der Entdeckung
KerckhOSlistimg im Dienste der Menschast
Zweite öffentliche Vorlesung. — Rechenschaftsberichte.
* Bad-Nauheim, 30. Juni. Im Hörsaal des 1 Kerckhoss-Jnstituts fand gestern die zweite öffentliche Kerckhoff-Vorlesung statt, die über den Rahmen einer Vorlesung hinaus den Charakter einer ernsten Feier trug. Getragene Musik eröffnete die Feierstunde. Der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums Der William G. Kerckhoff-Stiftung,
Prof. Dr. Eger, Gießen,
zeichnete zunächst in feiner Weise ein Bild des Stifters, dessen Büste, von frischem Grün bekränzt, den Blickpunkt des Hörsaals zierte. Prof. Dr. Eger schilderte den verstorbenen Stifter William G Kerckhoff als einen Deutschamerikaner, der seine deutsche Heimat nie vergaß; er umriß seine überragende Pionierarbeit, die er in Kalifornien durch die Schaffung von Kraftwerken, von Ueber- landleitungen, von Ferngasleitungen, durch seine Tätigkeit um die Erschließung von Naturschätzen, durch seine Förderung des Städtebaues und des Siedlungswesens leistete und dabei stets weiten Blick bewies. In allem Schaffensdrang habe er das Vaterland nicht vergessen. Das Reich ehrte ihn nach dem Weltkrieg mit der Ehrenmedaille des Roten Kreuzes. Seinen Gedanken, einen Beitrag zur Förderung der deutschen Wissenschaft zu leisten, habe seine Frau — nachdem er selbst durch eine akute Krankheit hinw'eggerafst worden war — in der Schaffung des großartigen Instituts und in der Errichtung der Stiftung zur Förderung talentierter Wissenschaftler schönste Verwirklichung zuteil werden lassen.
Nach diesen Worten eines dankbaren Gedenkens des edlen Stifters und feiner hochherzigen Gattin hieß Prof. Dr. Eger die zahlreichen Teilnehmer der Feier herzlich willkommen. Sein Gruß galt insbesondere Ministerialrat Ringshausen. Der Redner bat den Vertreter des Gauleiters, diesem herzlichsten Dank zu übermitteln für die stete Förderung des Instituts und seiner Arbeit. Er dankte ferner der Partei, dem Staat und der Kurdirektion für bisher bewiesene Unterstützung. Herzliche Worte der Begrüßung galten dann den Vertretern der Wehrmacht aus Gießen, den Rektoren (bzw. ihren Vertretern) der Universitäten Gießen, Frankfurt und Marburg, sowie der Technischen Hochschule zu Darmstadt, schließlich aber auch den Dekanen der Fakultäten und den Führern der Dozenten- und Studentenschaften. Besonderer Gruß galt außerdem Den amerikanischen Gästen bei dieser Feier.
nun etwa Hausbesitzer versuchen, die geltenden Bestimmungen dadurch zu umgehen, daß sie ohne Angabe von Gründen oder unter Dorschiebung unzutreffender Gründe kündigen. Zur Verminderung derartiger Umgehungsversuche weise ich die Preis- bildungsstellen an, Ausnahmegenehmigungen auf Grund von § 3 der Preisstopverordnung grundsätzlich abzulehnen, wenn der Vermieter das Mietverhältnis vorher gekündigt hat^
Schwere Gefängnisstrafen für eigenmächtige Eintragungen in das Arbeitsbuch.
hing in der mit Hilfe der Unterdruckkammer Fliegeruntersuchungen durchgeführt und außerdem sportärztliche Untersuchungen gemacht werden. Bei einem Ueberblick über die Arbeit der Abteilung für experimentelle Physiko-Therapie hörte man von den Bemühungen um die Feststellung der Wirkungen der Quellwässer auf den Blutkreislauf. Ferner fand die Zusammenarbeit des Balneologischen Instituts mit der Bioklimatischen Abteilung würdigende Erwähnung. Zum Schluß berichtete Prof. Dr. Koch noch über die Tätigkeit der Abteilung für experimentelle Physiologie und über durchgeführte und beabsichtigte pharmakologische Untersuchungen. In insgesamt 46 Vorträgen und 73 Veröffentlichungen habe das Herzforschungs-Jnstitut in weiteren Kreis hin-
andere. , .... ...
Man steht auf dem Petersplatz, diesem königlichsten Platz der Erde, und sieht hinter dem sprühenden Wasserschleier der Fontänen, m dem göttlichen Halbrund der Barberinischen Kolonnaden, einen Priester wandeln, lesend im Brevier, als ernsten Schatten unter den schweren Mauern des Vatikans.
Aber dieses Rom der Päpste löst sich 'N einem Lachen an Der Spanischen Treppe. Da gestikuliert das bunte Volk der Modelle und die Herren Maler mit Schlapphut und fliegender Halsschleise, stehn begutachtend vor den bunten Busentüchern Der Campagna und Den harten, prachtvollen Köpfen aus dem Appenin. Und das lacht und schwätzt und zeich-
Ewige Stadt.
Von Sofie von Uhde.
Da sitzt man nun wahrhaftig auf der Spanischen Treppe in Rom! Traum meines Lebens, lange nicht erfüllt und nun auf einmal vom Himmel gefallen! Da nimmt man jeden Pinienwipfel und jede Säule als Geschenk, und also mit Dem Herzen gesehen wird die herrliche Stadt inniger noch denn sonst zu einem Klange der Ewigkeit.
Welch zeitlose Heiterkeit liegt über diesen Sieben Hügeln! Sie ergreift einem im selben Augenblick in dem man sich vom Schwarm der Fremden geloft hat und eigene Wege geht. Denn zunächst besteigt man ja doch trüben, aber gefaßten Sinnes, das Rundfahrtauto und wird wie ein Stuck Herdenvieh, durch die unvergängliche Schönheit der Appar- tamento Borgia und der Stanzen Raffaels getne= den. Gut genug zur ersten Orientierung und schließlich auch noch für den Petersdorn, der von außen so herzerschütternd schön ist und dessen gewaltiges Inneres eine so kalte Bewunderung auslost infeiner hellen, museurnshatten Pracht und feinem Mangel an Mystik. Aber in der Sixtinischen Kapelle, diesem Gesang Gottes, vom gewaltigen Baß des Michelangelo begleitet, revoltiere ich und verlasse Die baedekerschwingende Herde. Und nun gehört mir Rom, das große Rom der Kaiser und der Papste, überschattet von dem titanenhaften Genie Buona- rottis, durchblutet von der sinnenfrohen Schönheit der Antike, heiter bekränzt von der ewigen Sehn
sucht all derer, die, der Künste und des Lebens froh, hierher gepilgert find in der Tat und im Gedanken.
Seltsame, hinreißende Stadt! Stadt der Obelisken, der Treppen und der Brunnen, über Deren vornehm- weitläufige Plätze Der Geist von zweieinhalb Jahrtausenden schreitet. Sie zwingt dazu, sich ununterbrochen umzustellen, denn sie ist selbst dauernd eine
und der Macht
Aber in dem angsterfüllten Dunkel der K-Üa. komben nebenan wohnen Entsagung unb Dpf . Hnh wer hörte nicht oben auf dem heiligen Kapitol, wo im Angesichte Marc Aurels und der Dios- kuren die armen gefangenen Adler sitzen und dl Wölfe ruhelos hinter den Gittern irren hörte da nicht das gewaltige Raunen der Geschichte?
Doch in den schmalen Gassen und ^uf den bunten Märkten und an den Ufern öes „blonDen Ti ber" lebt und atmet das werktätige Volk, das nur nnm freute weiß Den Rücken an einen Tempel der Venus oder an eine Therme des Diokletian gelehnt feilschen sie um ein Stückchen Stoff oder um Fische für das Abendbrot. So ewig wechselnd ist Rom, dies Kaleidoskop der Well.
Doch nun kommt der Abend nun erwacht Roms ttoFinnprfh» Seele nun erwachen seine tausend •Ksssässt sessa &
* Gießen, 1. Juli. Auf dem heuttgen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, V- kg 1,57 Mark feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse b 11, Klasse A IOV2, Klasse B 10, Klasse C 9% Klasse D 9, ungezeichnete 8, Wirsing, grün, kg 20 bis 22, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 22 bis 25, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 12, rote Ruben 10 bis 12, Spinat, V2 kg 20 bis 25, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün 20 bis 40, gelb 40 bis 45, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 35 bis 55, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 12, Pfifferlinge 50, Kartoffeln, alte 5, 5 kg 46 Pf., der Zentner 3,85 bis 3,95 Mark, neue, V2 kg 11 bis 14 Pf., Pfirsiche 40 bis 55, Himbeeren 30 bis 40, Kirschen 35 bis 45, Heidel- beeren 28 bis 35, Stachelbeeren 15 bis 35, Johannisbeeren 18 bis 22, Erdbeeren 35 bis 50, junge Hähne 1,00 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 80 bis
flembanöuhc, Spiegel unb Nivea?
Eine seltsame Ausrüstung, die Lott eben da ins Strandbad mitnimmt!
Sie hat sich vorgenommen, sehr schnell braun zu werden. Uhr und Spiegel sollen bestätigen, was Sonne und Nivea in kurzer Zeit schaffen können!
Im Anschluß gab Prof. Dr. Eger einen Ueberblick über die Stipendienverteilung aus der W. G. Kerckhoff-Stiftung, soweit sie an auswärtige Wissenschaftler zur Förderung ihrer Arbeiten gegeben wurden Er verlas dabei die Namen der Stipendiaten unb die Titel ihrer Arbeiten und gab damit einen Ueberblick über die durch die Stiftung geförderten Wissensgebiete. Im Jahre 1934/35 konnten, so teilte der Rektor mit, 17 Stipendiaten mit insgesamt 20 793 Mark bedacht werden. Im Jahre 1935/36 wurden 8 Stipendiaten mit insgesamt 8020 Mark in ihrer Arbeit unterstützt. Für das laufende Jahr können, dank einer weiteren großen Spende der Gattin des Stifters 71000 Mark zur Verteilung gelangen. Zur Veröffentlichung gelangten bisher 13 Arbeiten. Weitere Arbeiten feien für die Drucklegung in Vorbereitung. Sodann berichtete
Prof. Dr. Koch, Bad-Tiauheim
.über die Arbeiten der Stipendiaten, die sich als Assistenten am Kerckhoff-Jnstitut in den Dienst der laufenden Forschungen stellen. Der Redner berichtete hierbei zunächst über den Stand der statistischen Erhebungen zur Erforschung der Verbreitung der Kreislauferkrankungen und des Umfayges der Kreislaufsterblichkeit, Erhebungen, die sich über die ganze Erde erstrecken. Sodann gab der Referent einen Ueberblick über Die Arbeiten Der Untersuchungsabtei-
Ein Hilfsschlosser hatte, um Den Facharbeiterlohn zu erlangen, auf Seite 3 seines Arbeitsbuches im Feld 8 Angaben über eine abgeschlossene Lehre eigenmächtig eingetragen, ohne daß er eine solche Lehre aufzuweisen hatte. @r murDe wegen schwerer Urkundenfälschung Durch Schoffen- gerichtsurteil zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt.
Ein anderer Arbeiter hatte in feinem Arbeitsbuch das Datum feiner Entlassung aus landwirtschaftlicher Arbeit abgeändert, so daß die Dauer Der Arbeit kürzer erschien. Er hatte ferner sich ein zweites Arbeitsbuch ausstellen lassen und in diesem Arbeitsbuch zu Täuschungszwecken das Ausstellungsdatum abgeändert. Auf Grund dieser Handlungen (Urkundenfälschungen, Vergehen gegen die Erste Durchführungsverordnung zum Arbeitsbuchgesetz) erhielt er eine Gesamtstrafe von 2 Monaten Gefängnis.
Bestrafung wegen Aichtavführung einbehaltener Sozialversicherungsbeiträge.
Das Schöffengericht in Kassel hat einen Handwerksmeister wegen Nichtabführung einbehallener Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von je 150 R M., Hilfsweise für je 10 RM. einen Tag Gefängnis, und Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. p m t , ....
Es kommt immer wieder vor, daß Betriebssichrer die Sozialversicherungsbeiträge, die sie den Gefolgschaftsmitgliedern vom Lohn einbehalten, nicht an die Träger der Sozialversicherung abführen. Diese Vergehen werden, wie die Entscheidung des Schöffengerichts in Kassel zeigt, empfindlich bestraft. Den Betriebsführern wird daher wiederholt nahegelegt, die Sozialversicherungsbeiträge ordnungsgemäß und pünktlich abzuführen.
Gießener wochenmarktpreise.
Dornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Fall Brenken".
Hitler-Jugend llnterbann 1/116.
Am Freitag, 2. Juli, 20.30 Uhr, treten alle Einheitsführer und Gef.-Mitarbeiter sowie alle Fahrtteilnehmer der Hessen-Nassau-Fahrt des Unterbannes 1/116 auf dem Brandplatz zur Besichtigung an.
Dienstanzug: Sommerdienstanzug (heller Lederknoten, vorschriftsmäßige HJ.-Knöpse) ohne Gepäck.
net mit dem Daumen Formen in die Luft und lagert auf der schön sich teilenden Truppe, zwischen den leuchtenden Blumen und den schwellenden Trauben der Händler und der heiteren Sonne des Südens — ach, immer möchte man hier fitzen, inmitten dieser schaffenfrohen Fröhlichkeit, die stets die gleiche bleibt, die Raffael schon sah und Goethe und die so ewig ist, wie eben Die Sonne und Die Kunst ewig sind.
Aber Daneben pulst das moderne Rom, mit eleganten Autos und großen Geschäften mit der strafferen Ordnung und dem guten Selbstbewußt- ein der mussolinischen Aera. Und wahrend man es durchwandert, in Bewunderung für diesen Mann, der es doch wahrhaftig fertiggebracht Hatz alles was einem Italien so verleiden konnte, die Bettelei, den Schmutz, die Unordnung und zumTeil sogar die Tierguälerei aus der Welt zu schaffen und n diesem allzu sorglosen Volke die Haltung.und.den Stolz des römischen Kaiserreiches wieder zu wecken, ist man auch schon am Kolosseum und am gigantischen Ruinenfeld des Forum Romanum.
Das herrliche, heidnische Rom der Kaiser steigt aus Schutt und Schatten der Jahrtausende und reißt einen aus Den Problemen der neuen ^ett zurück in Die strahlende Welt der ©otter und der Helden. Erschüttert und entzückt steht man vor diesen göttlichen Säulen und Tempelresten, diesen wunderbaren Kapitellen und Archttraven und Reliefs, aus denen die sinnenfrohe Pracht und H - terkeit der Antike steigt wie ein Lied der Schönheit


