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Nr.15tt Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Donnerstag, l.Zuli IQ57

über den von Völ-

angel- und Sa- und dem

Genugtuung, mit der früher die italienische Sta­tistik auf die überlegene Geburtenzahl Italiens hinwies, hat ebenfalls einem gedämpften Ton Platz gemacht, und der Appell, den kürzlich Mussolini an die Mütter seines Volkes gerichtet hat, läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die kritische

Weißen, wozu noch bemerkt werden muß, daß auch die Mestizen sich mehr und mehr indianisieren.

grundbesitzer sind depossediert, 6 Millionen Hektar sind unter indianische Bauern aufgeteilt.

Todesgefahr für die weiße Rasse heißt nicht, daß Europa und Nordamerika von Aussterben bedroht sind, sondern es heißt nach Burgdörfer und Boverat, daß die leeren und die uliterbevölkerten Räume der Erde zunehmend durch das Wachstum der Farbigen ausgefüllt zu werden drohen. Was die natürliche Vermehrungskraft von Menschen weißer Rasse, wenn der Wille vorhanden ist, leisten kann, dafür seien nur drei Beispiele genannt. Als Kanada 1763 von Frankreich an England abgetreten wurde, lebten dort 65 000 französische Bauern; heute gibt es 3 Millionen Franko-Kanadier. Aus etwa 60 000 deutschen Einwanderern in Südbrasilien sind im Laufe eines Jahrhunderts 700 000 Seelen ge­worden und aus 127 000 eingewanderten deutschen Kolonisten in Südrußland wurden von 1804 bis 1914 nahezu VA Millionen deutsche Bauern im Schwarzmeergebiet.

Nicht eindringlich genug kann daher auf die Not­wendigkeit der'besseren Ausführung gerade dieser Räumlichkeiten hingewiesen werden. Der heutige Stand der Technik ermöglicht es fast durchweg, z. B. auch bei schwierigstem Gelände, das Wasser aus den Kellern und das Grundwasser durch ein­wandfreie Isolierung von dem aufgehenden Mauer­werk fern^uhalten. Wir verfügen über gute, schnell­bindende Zemente, über gute Jsoliermaterialien, die bei richtiger Anwendung in Verbindung mit den Hauptbaustoffen und unter verhältnismäßig gerin­gem Mehraufwand an Mitteln den Bau trockener und wasserdichter Keller ermöglichen. Trotz allem sind jedoch die Klagen, insbesondere über undichte Keller, so groß, daß eine umfassende Aufklärungs­und Abhilfeaktion durchaus gerechtfertigt, ja not­wendig ist. Gerade beim Bau von Kellern ist häu­fig die Einsparung einiger Sack Zement oder weni­ger Kubikmeter 'Mauerwerk oder einiger Hand­werkerstunden in Wahrheit Verschwendung; Ver­schwendung insofern, als alljährlich wiederkehrende Verluste durch Fäulnis oder Frostschäden die unan­gebrachteEinsparung" in Verlust umkehren. Dringt z. B. infolge mangelhafter Ausführung Wasser in einen gefüllten Kartoffel- oder Rübenkeller und steht dieses auch nur wenige Zentimeter hoch und selbst nur für kurze Zeit auf der Kellersohle, so kann ein einziger Schadensfall größeren Verlust bringen, als die Mehrkosten für die bessere Aus­führung des Kellers ausmachten. Die Gefahr ist dann besonders groß, wenn das Vorhandensein von Wasser im Keller erst spät bemerkt wird. Der Fäulnisprozeß verschlechtert die Luft derart, daß auch die anderen im Keller aufbewahrten Vorräte, selbst bei trockener Lagerung, in Mitleidenschaft gezogen werden.

Sinngemäß treffen diese Ausführungen auch für die Speisekammern zu, die sehr oft starkem Frost ausgesetzt sind. Die Mehrkosten für eine bes­sere Ausführung sind auch hier weit geringer, als die entsprechenden Verluste in einem oder in weni­gen Jahren. Wir haben heute gute Jsolierplatten, die wenig Geld kosten und dabei doch den not­wendigen Wärmeschutz für Vorratsräume und Speisekammern bieten. Sehr groß sind auch all­jährlich die Aufwendungen, die der Bauer für Re­paraturen leisten muß, die sich durch einwandfreie Ausführung des Bauwerks von vornherein ver­meiden ließen. Bei Altbauten kann in vielen Fällen durch eine einmalige gründliche Reparatur, bei­spielsweise durch Isolierung, viel gebessert werden. Die hauptsächlichsten Bauschäden haben ihre Ur­sache in der Einwirkung des Wassers, das aus dem Untergrund in den Mauern aufsteigt, den Putz oder auch das Mauerwerk allmählich zerstört.

Durch mangelhafte und unsachgemäße Bauaus- : führung wird vielfach auch das Eindringen von Regen- und Oberflächenwasser gefördert. Daher ist es notwendig, daß alle Gebäude den notwendigen

10 Jahre Beamienheimstäitenwerk.

Berlin, 30. Juni. (DNB.) Aus Anlatz des zehn­jährigen Bestehens des Beamtenheimstättengesetzes hatte das Beamtenheimstättenwerk des Reichsbundes der Deutschen Beamten, die mit der Durch­führung des Gesetzes betraute Selbsthilfeeinrichtung der Beamtenschaft. zu einem Empfang geladen, der einen Rückblick auf die bisher für die Beamtensied­lung geleistete Arbeit gab und gleichzeitig eine Vor­schau auf den weiteren Einsatz der Beamtenschaft im Dienste der Volksheimstättenbewequng ermöglichte. Der Schöpfer und Leiter des Heimstättenwerkes, Johannes Lubahn, legte dar, daß die Heimstät­tenbestrebungen der Beamtenschaft in der Volks- heimstättenbewegung wurzelten und daß die Sonderstellung der Beamten bei der Durch­führung des Heimstättenwerkes nicht in Absonde­rungsbestrebungen, sondern lediglich in der Tatsache der festen G e h a l t s b e z ü g e der Beamten be­gründet liege. Der Selbsthilfeeinrichtung der Beam­tenschaft verdankten bis heute insgesamt 10 00 0 Beamtenheim st ätten ihr Dasein.

Insgesamt werden auf der Erde schätzungsweise 61 Millionen Kinder im Jahr geboren, davon ent­fallen 17 Millionen Kinder auf die weißen, 44 Mil­lionen auf die farbigen Völker. Unter den weißen sind nur noch die osteuropäischen und einige süd­europäische in sicherer, natürlicher Zunahme be­griffen. Es handelt sich darum, ob diejenigen Erd­räume, die man noch als stark unterbevölkert be­trachten kann, wie Südamerika, Afrika, Australien und große Teile Asiens, ausschließliche Zukunfts­gebiete der farbigen Raffe werden, oder ob ihre klimatisch begünstigten Teile auch Wohnräume der weißen Rasse bleiben oder dazu werden sollen. Ein ganz akutes Beispiel hierfür ist der Gegensatz zwi­schen dem enormen Bevölkerungsüberdruck i n I a - p a n und dem gewaltigen leeren Raum in Austra- I i e n, wo kaum 7 Millionen Weiße deg Kontinent als ein Reservat für sich fordern, zugleich aber bei einer so hochgradigen Geburtenbeschränkung ange­langt sind, daß sogar schon Einwanderer aus Deutschland zu Hilfe gerufen werden. Mir erzählte einmal ein Japaner, die Hälfte seines Volkes be­stände aus Kindern und jungen Leuten unter zwan­zig Jahren. Als ich das bezweifelte, bewies er es mir aus dem offiziellen statistischen Jahrbuch für Japan. Tatsächlich beträgt der japanische Zuwachs mehr als eine Million Seelen im Jahr. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den Eingeborenen auf Java. Man versteht es, wenn die Blicke des so rei­ßend wachsenden japanischen Volkes immer inten­siver von dem leeren Australien angezogen werden, und wenn sich Erbitterung darüber erhebt, daß eine im Vergleich zur Größe des Raums verschwindend kleine Zahl von Weißen einen Zaun um das Land zieht und keine farbigen Einwanderer binemfäfot

Entscheidend ist, daß die weiße Zuwachsrate im Sinken und die farbige im Steigen ist. In den V e r- einigten Staaten nehmen die Neger schneller zu als die Weißen, in Mittel- und Süd­amerika die Indianer viel schneller als die

Statistischen Reichsamt Dr. Friedrich Burgdör­fer aufgeworfen hat:Sterben die weißen Völ­ker?" durchaus nicht mehr akademisch genannt wer­den kann. Die Vereinigten Staaten von Amerika z B. hatten nach der Zählung von 1930 gegen 130 Millionen Einwohner, davon 12 Millionen Neger. In dem Jahrzehnt von 1920 bis 1930 hatten sie um 17 Millionen Seelen zugenommen, also um 1,7 Millionen jährlich. Gegenwärtig wird der laufende Jahreszuwachs nur noch auf 0,8 Millionen geschätzt. Selbst mit Einrechnung der geburtenfreudigen Ro­manen und Slawen sinkt die aufs Tausend berech­nete jährliche Geburtenziffer rapide. 1920 betrug sie noch 23,7; 1930 war sie auf 18,9 und 1933 auf 16,4 gefallen. Bei dieser Progression würde sie heute kaum noch bei 15 liegen und das in dem Land der berühmten unbegrenzten Möglichkeiten!

Dieser Geburtenrückgang ist, soweit die Völker der weißen Rasse in Frage kommen, international Auch Deutschland macht davon keine Ausnahme. Die Höchstzahl der Geburten wurde im Deutschen Reich tm Jahre 1901 erlebt. Damals wurden, bei 57 Mill. Einwohnern, etwas über 2 Millionen Kinder ge­boren, 1932 dagegen waren es bei 65 Mill. Ein­wohnern, weniger als die Hälfte, nämlich nur noch 978 000. Seit dem Dritten Reich ist bei uns eine Besserung eingetreten: 1934 waren es 1,2 Millionen, 1935: 1,26 und 1936: 1,28 Millionen. Ein Teil die­ses Zuwachses entfällt auf die Rückgliederung des Saargebietes, aber auch mit Einschluß der Saar ist der Zuwachs merklich. Allerdings reicht, nach Vurgdörfer, auch die gegenwärtige Geburtenzahl noch nicht hin, um auch in Zukunft, sobald das jetzige anormale Uebermiegen der kräftigsten Alters­klassen verschwunden sein wird, die alsdann zu er­wartende jährliche Tvdesrate auszugleichen.

England, Deutschland, Frankreich und Schweden marschieren gegenwärtig an der Spitze der Gebur­teneinschränkung, und ein Franzose, F. Boverat, erhebt mit seiner Schrift:La race blanche en danger de mort" denselben Warnruf, wie Burg­dörfer. Wie wir sehen, reihen die neuesten ame­rikanischen Ziffern auch das Volk der Vereinigten Staaten bereits in diese Spitzengruppe ein. Die

Richtig bauen schützt vor Verderb.

ZdR. Zweifellos wird der Kampf gegen den Ver­derb, zu dem der Reichsnährstand aufgerufen hat, das gesamte Volk zum Nachdenken aufrütteln und zur pflichtbewußten Mithilfe anregen. In mancher Hinsicht, insbesondere auf dem Lande, kann jedoch bie Bauernwirtschaft den Kampf nur unvollkom­men führen, wenn z. B. Dorratsräume, Speicher und Keller nicht so gebaut sind, daß die Früchte des Ackers und die Erzeugnisse der Viehhaltung gut aufbewahrt werden können. Leider find die Aufbe­wahrungsräume vielfach so unvollkommen, daß sorgfältigste Pflege und Ueberwachung allein nicht ausreichen, um Fäulnis, Verlust und Verderb zu verhindern. Sehr groß sind ,z. B. die jährlichen Verluste, hervorgerufen durch Frost- und Feuchtig­keitsschäden. Kartoffeln, Rüben, Obst und Einge­machtes werden regelmäßig in jedem Frühjahr in kleineren und größeren Mengen auf den Dünger­haufen oder in die Abfallgrube geworfen, anstatt der menschlichen Ernährung direkt ober indirekt nutzbar gemacht zu werben. Feuchte. Keller, nicht- frostsichere Dorratsräume unb Speisekammern mit mangekiber Frischluftzufuhr finb in sehr großem Umfange bie Ursache für biefe Art bes Verberbs.

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Grenze liegt ungefähr bei ber Zahl 16 aufs Tau-1 M e xiko , noch vor dreißig ene Fein% ®°5

send' was darunter bleibt, ist auf die Dauer be= mäne der weißen Nachkommenschaft der spanischen sorgniserregend. 1 Eroberer, ist heute Jndianerland; die weißen Groß-

Die Berliner Industrie- und Handelskammer gab in den Räumen der Börse für bie Mitglieder des Kongresses ber Internationalen Hanbelskammer einen Empfang. Reichsbankprasident Dr. Schacht im Gespräch mit bem Ehrenpräsibenten der Internationalen Handelskammer, Dr. Fentener van Vlissingen, und Staatsrat Reinhart. (Scherl-Bilderdienst-M.)

sächsischen Blutes zwischen Hudson cramento zwischen dem Atlantischen Stillen D^ean zu finden fein."

Das ist zunächst noch eine Betrachtung Unterschied der Fruchtbarkeit fern, die gemeinsam zur weißen Rasse

zwischen den angelsächsischen und den nicht angel­sächsischen Ehen in den Vereinigten Staaten so, wie es heute ist, dann wird nach Stoddardin hundert J-ahren kaum noch ein Tropfen

Todesgefahr für die weiße Raffe?

Von Dr. Paul Rohrbach.

Der Amerikaner Stoddard hat in seinem Buch über den Umsturz der Kultur bie Berechnung aufgestellt, daß auf Grund der gegenwärtigen Ver­mehrungsziffer in den sogenannten Neu-England- Staaten von Nordamerika tausend erfolgreiche Be­sucher der berühmten Harvard-Universität von heute ab nach 200 Jahren nur noch fünfzig Nach­kommen haben werden, dagegen tausend heute in Boston lebende Rumänen 100 000 Abkömm­linge! Bleibt das Verhältnis der Fruchtbarkeit

w ,, gehören.

Wenn man sich aber näher umsieht, so zeigt sich, daß gerade bei den bisher führenden Völkern dieser Rasse die Häufigkeit der Geburten so stark abge­nommen hat, daß die Frage, die der Direktor im

7"-z,''

...

0er Traum im Traume.

Von Hans Iranke-Heilbronn.

In diesem Traume sitze ich mit zwei Freunden in dem kleinen Vorgarten eines Berghotels. Der Tisch ist sauber gedeckt, wir haben eben das Mit­tagessen beendet und schlürfen gemütlich den Kaffee, den ein sehr beweglicher und umgänglicher Oberkell­ner uns serviert hat. Die Szenerie ist die sehr hoher Lagen des Hochgebirges, denn der Blick ruht auf schrundig zerklüftetem Gestein, und es. will mir scheinen, als kennte ich diese Gegend; ja, in der Tat, ich erkenne sie jetzt: es ist jener plötzliche letzte Steil­abfall, dem man sich gegenübersieht, wenn man von der Hohen Geige, dem erhabenen Massiv zwischen Oetztal und Pitztal, zur Chemnitzer Hütte hist ab- steigt. Diese Bergkulisse also ist um unseren freund­lichen Kaffeetisch aufgebaut; es scheint, als ob zwei Landschaften sich hier begegneten: ringsum eine großartige Felslandschaft, in der nun unser kleiner Garten wie ein zauberische Insel des Flachlandes thront, denn rings um die Tische find blühende Sträucher gestellt, ich unterscheide Jasmin und strotzenden Ribes, es riecht nach Garten und frischer

Ich muß hinzufügen, daß einer meiner Freunde, Hans Sch., im Kriege, da ich als Freiwilliger an die Front kam, mein Kompanieführer gewesen ist. Wir plaudern von alltäglichen Dingen, kommen auf Fragen des Schrifttums zu reden (denn wir alle Drei, auch Otto L., der dritte im Kreise, sind in ihm tätig) und gehen daran, unser Essen zu bezahlen. Vorher aber reicht Hans Sch. noch Zi­garren herum. Ich lehne dankend ab. Denn ich weiß genau, daß oben in meinem Zimmer auf einem Aschbecher noch eine der Zigarren liegt, die ich selbst mitgebracht habe. Ich rufe den Piccolo und bitte ihn,' mir diese Zigarre zu holen.

Während er rasch und freundlich lächelnd ver­schwindet. verfolge ich feinen Weg durch das Haus.

Ich kenne diesen Weg ganz genau ich könnte ihn, wie man zu sagen pflegtim Schlafe finden Er geht also: aus der Helle des kleinen Vorgart­leins, über das sich die Sonne stürzt, tritt man in den kühlen Schatten eines jener großen Hausflure, wie sie in den alten Berghotels üblich sind. Es ift sehr sauber dort, Fahrpläne und Plakate sind an den Wänden, ein paar Geweihe zudem; an der einen Wand steht ein Tisch, über dem ein Spiegel thront. Man muß nun eine Treppe auffteigen, an deren Ende sich der Gang nach rechts wendet; man steigt drei niedere Stufen empor, um ihn zu

gewinnen. Es ist wohl ein Anbau, in dem man sich jetzt befindet, denn eigentlich liegt dieser Gang außerhalb der Achse des Hauses. Man geht an den verschiedenen Zimmertüren entlang und muß dabei in der Mitte zwei Stufen hinabsteigen. Der Boden ist mit einem roten, nicht mehr neuen Läufer be­legt. Am Ende des Ganges ist mein Zimmer. In dem Zimmer steht das Bett linker Hand, vor einem jener tiefen Fensterschächte wie sie in alten Hau­sern vielfach vom Fenster aus nach innen gähnen. Rechts steht an der Wand ein kleines Sofa und der Tisch. Auf dem Tisch steht ein runder Aschen­becher und auf Ihm befindet sich die Zigarre.

Doch da ist der Piccolo schon mit ihr wieder im Garten, und ich zünde sie an. Inzwischen hat Hans Sch. begonnen zu zahlen, wobei sich herausstellt, daß ihm drei Pfennige fehlen. Ich greife in die äußere Tasche meines Rockes und finde hier 18 Pfennige, von denen ich drei dem Freunde zu- schiebe, während ich den Rest dem kleinen Piccolo in die Hand drücke. Ich selbst zahle nicht, weiß auch nicht zu sagen, ob es Otto L. tut.

Diese Szene verflüchtigt sich nun, unb ich stehe mit einem Male auf jenem Gange im Hause, der auf mein Zimmer führt. Hier war mir schon immer eine Tür ausgefallen, die im Gegensatz zu den übrigen weiß gestrichenen Türen schwarz ist. Ge­heimnisvoll hatte sie mich angezogen Ich erinnere mich nun, daß ich schon oftmals des Nach s aufge­standen war, dieser Türe zustrebend freilich ohne den Mut, die Klinke niederzudrucken Jetzt fasse ich mir ein Herz. Ich trete ein

Seltsamerweise erstaune ich gar nicht darüber, mich mit einem Male in jenem Züricher wiederzu- finden, das in meiner Jugend das Spielzimmer von uns Kindern gewesen ist Ich sch- bas alte Sofa wieder, das mir als Schiff benutzten: da steht auch der Schrank, auf den mir kletterten bart das Bü­cherregal unb die alten kleinen Tischchen und Stuhls die fo oft Zeugen unserer Spiele gewesen find. Ich gehe sofort auf den Bücherstander zu. Da liegen sie die Wunderbücher ber Kindheit: SJeberftrumpf Gulliver. Robinson Crusoe. Sigismund Rüstig. Kaill May Der schwarze Mustang, bie Goldgräber vom Klondike und wie sie heißen mögen. Ich nehme den Robinson, setze mich hin und beginne zu lesen

Unb nun beginnt ber Traum im Traumei Ich bin roieber ein'Sinh und träume mich in das Le­ben des unglücklich.glücklichen Robinson 0 hinein, daß ich wähne, selbst Robinson zu sein. Al es. was er erlebte, habe ich selber erlebt: ich zittere mit ihm vor den Geräuschen der Natur, ich erstarre vor den Fußspuren fremder Menschen und dränge

am ganzen Leibe bebend in meine Höhle zurück, die ich mir so mühsam zu einem wohnlichen Heime erweiterte.

In dieser Höhle finde ich mich zuletzt wieder. Hier ist Schutz, Heimat, hier kann mir die wilde Tropen­welt mit ihren Gefahren nichts anhaben; hier bin ich gesichert und mit mir allein. Das Gefühl, in dieser Höhle und in ihr sicher zu sein das ich in diesem zweiten Traum erlebe verdichtet sich zu einem Gefühl unglaublicher Seligkeit. Ich fühle an meiner Schulter die mütterliche Erde, ich rieche sie, alles ist Erde, ist Schoß und tiefe Geborgenheit.

Da werde ich hart an der Schulter gefaßt; ich schrecke auf, falle gleichsam aus diesem Traum in einen dritten hinein, denn weder das Zimmer jenes Berggasthauses, noch die Wirklichkeit ist um mich, vielmehr befinde ich mich im Felde, in den Gräben non Hooge, ich höre das Dröhnen der schweren Einschläge und vor mir steht Hans Sch., der Kom­panieführer. rüttelt mich und schreit durch den Lärm hindurch:

Alarm! Fertigmachen."

Ich ergreife mein Gewehr, die Patronen, die Handgranaten und stürze hinaus.

Dabei erwache ich Der Traum ist zu Ende.

Ma« ein Walfisch vermaa.

Die Walfänger haben mit einem Gegner zu tun, dessen Riesenkraft ihnen verderblich werden kann, und die Geschichte des Walfanges ist erfüllt von Berichten über schwere Erlebnisse. Davon erzählt der Engländer Stanley Rogers in einem fesseln­den Büche, das unter dem TitelKleinsegler des Weltmeeres" im Verlag Brockhaus in Leipzig er­schienen ist und das die abenteuerlichen Fahrten berühmter und unbekannterKleinsegler", aber auch den harten Alltag auf den kleinen Schiffen schildert, die ihre Arbeit auf der hohen See verrichten muf­fen.Unter den Walfängern", so erzählt Rogers, gilt der Fall der ,Ann Alexander' aus. New Bed­ford als das Schulbeispiel für die Zerstörungskraft, die dem Kopf eines Pottwals innewohnt. Im August 1858 wurde die .Ann Alexander' bei der Maljagd in der Südfee von einem Pottwal versenkt. Der Steuermann hatte das Tier harpuniert, als sich der Wal auf einmal in die Höhe schleuderte und das Boot zerschlug. Das in der Nähe befindliche Kapitänsboot nahm die mit den Wellen Ringenden auf und wollte mit ihnen zum Schiff; da kam em anderes Boot heraus, und die Leute wurden auf die beiden Boote verteilt, um die Jagd fortzufetzen. Die Wale greifen gewöhnlich blindlings an; doch

dieses Tier schien zu spüren, daß die Menschen seine Feinde darstellen, denn der Wal fiel wohl­überlegt ein zweites Boot an und zerstörte es. Das verbleibende Boot fischte die neun Mann aus der See auf und fuhr nun mit achtzehn Mann an Bord zum Schiff zurück. Sie gelangten auch glück­lich hin und hatten eben ihr Boot in den Davits geheißt, als der Wal. der mehrere Eifen in feinem breiten Rücken stecken hatte, geradewegs zu dem Schiff herangeschosfen kam. Er versetzte ihm einen Stoß, der mehrere Spanten unterhalb der Wasser­linie einschlug. Das Schiff begann so rasch vollzu­laufen, daß die Mannschaft kaum Zeit hatte, die Boote zu Wasser zu lassen und wegzurudern, ehe es sank. Sie hatten das ungewöhiliche Glück, zwei Tage daraus von dem New Bedforder Wal­fänger .Rebecca Sims' ausgenommen zu werden, dessen Kapitän berichtete, er habe gerade einen Wal zur Strecke gebracht, der Holz von der ,Ann Alexan­der' im Kopf gehabt habe, sowie zwei Eisen im Rücken Ein anderer zeitgenössischer Bericht gibt an, dieser Wal sei erst fünf Monate später erlegt wor­den; man hätte ihn am Schiffsholz in feinem Speck erkannt.

Ich sprach bereits von dem amerikanischen Wal­fänger »Essex', der im November 1819 in der Süd­see von einem Pottwal versenkt wurde. Während einige der Boote draußen waren, jedes an einem Wal ,fest', griff ein anderer Wal das Schiff an und rammte es wiederholt seitlich von den Fock­wanten. Durch den entstandenen breiten Spalt strömte die See ein wie ein Wasserfall. Irgend etwas Böses ahnend, kehrten die Walfänger zum Schiff zurück und trafen es in finkendem Zustand an. Die Masten wurden gekappt; doch erwies sich dieser Versuch, das Schiff über Wasser zu halten, als aussichtslos; daher wurden die Boote in aller Eile verproviantiert und losgeworfen. Es befanden sich zwanzig Mann in drei Booten; sie kamen überein, sie wollten das südamerikanische Festland zu erreichen suchen, tausend Seemeilen ostwärts. Nach dreißig furchtbaren Tagen landeten sie auf der Ducie-Jnsel wo drei von den Leuten es vorzogen zu bleiben, statt weitere Entbehrungen in dem Boot mitzumachen. Vierzehn Tage nach dem Verlassen der Insel wurden die Boote getrennt. Nach einer Reise von dreiundfünfzig Tagen nahm die britische Brigg ,Indian' das Steuermannsboot auf. Ein weiteres Boot las der Walfänger .Dauphin' auf. Vom dritten Boot bat man nie wieder gehört. Die drei Mann auf der Ducie-Jnfel rettete ein englisches Schiff, nachdem sie sich schon mit dem Gedanken vertraut hatten, dort den Tod zu erleiden."