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Nr. 26 Drittes Matt

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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Montag, l.Zebruar 1937

Der ÄV.Ianuar 1937 in Gießen.

Die Feier in der Universität

(Aufn.: Pfaff, Gießen.)

Die Schlußkundgebung auf Oswaldsgarten nach dem Fackelzug. Der Gruß an den Führer.

Wirklichkeit hat der Nationalsozialismus all das beseitigt und umzuformen begon- und nur dem den Kampf angesagt, was im Laufe der Zeit an Undeutschem und

3n nur nen sich

Ohne den 18. Januar 1871 hätte es keinen 30. Januar 1933 geben können, und ohne den 30. Januar 1933 hätte sich das, was 62 Jahre vorher begonnen wurde, nicht erfüllen können.

Der Kreisleiter schilderte dann kurz den Unter­schied in den Verhältnissen bei der Gründung des Reiches und hob hervor, daß die Gründung des Zweiten Reiches in einer Zeit erfolgte, die von unserer Zeit, in der der Frührer das Dritte Reich schuf, völlig verschieden war. Er erinnerte daran, daß Preußen unter Bismarck sich zur Großmacht­stellung emporgekämpft hatte und führende deut­sche Macht geworden war, die Bismarcksche Reichs­gründung daher den Schlußstein einer natürlichen Entwicklung darstellte.

Als der Führer und die Bewegung den Kampf um die Wacht antraten, hatte Deutschland den größten aller Kriege verloren, das Reich war am Zusammenbrechen, der Wahnsinn der In­flation bedrohte Willionen von Volksgenossen in ihrer Existenz, anderseits bereicherten sich Spe­kulanten und Schieber am Ausverkauf des deutschen Volksvermögens. Vaterland, Ehre und Freiheit waren Begriffe, die bei den meisten in Vergessenheit geraten waren, diejenigen, die sich zu ihnen bekannten, wurden verfolgt und geschmäht.

Eine Weltanschauung wie die des Nationalsozia­lismus, die in solchen Zeiten geboren wurde, muß hart und kompromißlos sein, wenn sie ihre Trä­ger zum Nutzen der Gesamtheit zum Erfolg führen soll. Das müssen auch alle diejenigen bedenken, die heute noch im stillen darüber jammern, daß der Nationalsozialismus sie in ihren alten, liebgewor­denen Gewohnheiten behindert und ihnen Einrich­tungen und Symbole genommen, sowie Anschau­ungen verleidet hat, an denen sie einstmals ge­hangen haben. Der Redner erinnerte in diesem Zu­sammenhang an das Beispiel einer belagerten F e st u n g, in der sich alle geschlossen z u- sammenfinden müssen und alle Kraft rest­los zur Abwendung der Gefahr eingesetzt werden muß.

Wir ringen heute nicht nur um die eigene Selbsterhaltung, sondern wir verteidigen heute auch Europa und die menschliche Kultur. Wer­den wir schwach und erliegen wir, dann wer­den deutsche Art und deutsches Volkstum für alle Zeiten zerstört und wir als Volk für ewig ausgelöscht werden. Erliegen wir dem jüdischen Bolschewismus, so ist der Untergang des Abend­landes besiegelt. Bei dieser Lage muß das Wohl

Reicher Flaggenschmuck von Haus zu Haus in den Straßen unserer Stadt bekundete am Sams­tag wiederum die enge und treue Verbundenheit der Gießener Bevölkerung mit dem Führer und seinem Werk, zugeilch brachte er sichtbar den Dank zum Ausdruck, den auch wir Gießener dem Führer darbringen in vollem Vertrauen für den Weiter- Harsch unter seiner Führung in die deutsche Zu­kunft. Die Feiern in den Schulen mit der Uebertragung der Rede des Reichsministers Dr. Goebbels am Samstaavormittag machte auf die Hörer einen starken Eindruck. Am frühen Nach­mittag, von 13 Uhr ab, unmittelbar nach Beginn der Reichstagssitzung, waren die Straßen

Fremdem bei uns eingeschlichlen hatte. Wenn er darüber hinaus in der Lebensgeslaltung unseres Volkes neue Wege geht, so ist dieses handeln der neuen Staatsführung getragen von dem gleichen Geist, der die Großen der deutschen Vergangenheit bei all dem leitete, was sie Gro­ßes und Erhebendes für Deutschland getan haben. Die Geisteshaltung, die aus dem Lebens­bild Scharnhorsts spricht, ist die gleiche, die die Wänner des nationalsozialistischen Deutschland beseelt.

Unser nationalsozialistisches Drittes Reich ist neben die anderen vergangenen Reiche der Deutschen als eine organische Neuformung unseres volklichen Lebens getreten. Wir haben daher allen Anlaß, am heutigen Tage auch der Vergangenheit und vor allem des Tages zu gedenken, an dem Bismarck vor 66 Jahren die mehrhundertjährige Sehnsucht des deutschen Volkes nach einem Wiederauferstehen eines einheitlichen großen Reiches aller Deutschen vorläufig erfüllte

nur noch von wenigen Nachzüglern belebt, die sich eilia auf dem Heimweg zu ihrem Radiogerät be­fanden. Etwa 13.30 Uhr ab waren wie wir von verschiedensten Seiten, z. B. von Straßenbahnern, hörten die Straßen wie völlig ausgestorben; die Straßenbahn fuhr in diesen Stunden nahezu voll­ständig leer; alles saß vor dem Radio und hörte die Rede des Führers. Nach Schluß der Reichs­tagssitzung setzte der übliche starke Samstagnach- mittags-Verkehr wieder ein. Am Abend lenkte der große Fackelzug der Gliederungen der Par­tei das starke Interesse der Bevölkerung auf sich. Der Verlauf des Tages war in feiner Gesamtheit so eindrucksvoll, daß man ihn allezeit im Gedächt­nis behalten wird.

wir in den lebten vier Jahren eine geistige Um­formung größten Ausmaßes in unserem Volke erlebt, wohl hat der Nationalsozialismus fast alles, was im Zwischenreich, in der Nooemberrepublik, von Bedeutung war, von Grund auf geändert und beseitigt und sich auch angeschickt, in großem Um­fang Gedanken, die noch aus der Vorkriegszeit in die Gegenwart hinüberreichten, einer Umformung zu unterziehen, so daß manchem die heutige Auf­fassung als etwas ganz Neues erscheint.

Die Reichsgründungsfeier der Ludwigs-Unioerfi- tfit am Samstagvormittaa wurde von Sr. Magni- ftzenz dem Rektor Prof. Dr. P f a h l e r mit Gruß- rvorten an die Vertreter der Partei, des Staates und der Wehrmacht, die Ehrendoktoren und Ehren- smatoren, sowie die übrigen Versammelten einge- Kitet. Der Rektor wies sodann auf den tiefen Sinn dieser Feier als einer Vorbereitung auf das große Erlebnis der Rede des Führers hin und füllte in diesen Zusammenhang die Bedeutung der Lbendkundgebung der Partei und ihrer Gliederun- i?n als ein Ereignis der N a ch b e s i n n u n g. So- mn lenkte er die Aufmerksamkeit der Festver- fcmmlung auf den Festvortrag und würdigte mit eindringlichen Worten die Tatsache, daß als be- nifener Vertreter der Partei der Kreisleiter zu der Versammlung sprechen werde

Anschließend hielt Prof. Dr. Stadelmann seinen am Samstag von uns im Auszug bereits berichteten Festoortrag über das ThemaS ch a r n - horst und die Revolution seiner Zeit." Vach einer musikalischen Darbietung des Orchesters strach dann

Kreisleiter Dr. Hildebrandt.

6r sagte u. a.: Der Monat Januar spielt in der «eueren deutschen Geschichte eine besondere Rolle. 2m 1. Januar 183 4 brachte der deutsche Zoll­verein erstmalig eine Einheit Deutschlands, wenn auch nur auf wirtschaftlichem Gebiete, zustande. 2m 18. Januar 1871 fand die Einheit der deutschen Stämme, die sich in den Leistungen der Truppen aller deutschen Kontingente auf den Schlachtfeldern Lothingens und Frankreichs offen­bart hatte, ihre vorläufige Erfüllung in der Grün­dung des Zweiten Reiches, des deutschen Kaiser- rcichs Bismarckscher Prägung. Der 3 0. Januar 19 3 3 ist der Tag, an dem Adolf Hitler das voll­endete, was Bismarck sechs Jahrzehnte vorher be- ?onnen hatte. Wenn wir heute den 18. Januar S71 und den 30. Januar 1933 gemeinsam feiern, isi die Frage angebracht, ob uns die Gründung des Zweiten Reiches heute noch etwas bedeutet oder ob nicht inzwischen so viel Geschichte darüber h nweggegangen ist, ob sich nicht unsere politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse inzwischen derartig geändert haben, daß es widersinnig wäre, beider Tage in einer gemeinsamen Feier zu ge­denken. Wir haben allen Anlaß die erste Frage durchaus zu bejahen.

Der Redner beschäftigte sich sodann mit der Stel- hinq des Nationalsozialismus zur Geschichte und betonte, eine politische Bewegung wie der Natio­nalsozialismus, deren weltanschauliche Grundlage so ausschlaggebend durch alle die Werte bestimmt wird, die von jeher für deutsches Wesen bestimmend waren, konnte niemals in den Fehler verfallen, unter Außerachtlassung der mehrtausendjährigen Geschichte unseres Volkes etwas absolut Neues, noch Niedagewesenes schaffen zu wollen. Wohl haben

des Volksganzen oberstes Gesetz sein und das Interesse des einzelnen oder kleiner Gruppen zurückstehen.

Unsere Hochschulen müssen den Besten und Tüch« tigsten der Nation eine solche Ausbildung vermit­teln, daß sie ihr Wissen und Können zumNutzen der Nation verwerten. Wir wissen, welche ge­waltigen Aufgaben der deutschen Wissenschaft bei der Durchführung des Vierjahresplanes harren. Eine solche Auffassung des Studiums bedingt auch eine andere Auffassung vom studentischen Leben.

Es soll anerkannt werden, daß die studenti­schen Verbindungen in der Vergangenheit eine gewisse Aufgabe erfüllt haben und daß sie in Zeiten tiefer vaterländischer Rot und allgemei­nen Niederganges Pflanzstätten vaterländi­scher Gesinnung und deutscher Ehrauffassung gewesen sind, wenn wir anderseits auch nicht verkennen wollen, daß teilweise ihr innerer Wert durch Aeußerlichkeiten erheblich beeinträch­tigt wurde Darüber müssen wir uns klar sein, daß im heutigen Reich nationalsozialistischer Volksgemeinschaft für solche Einrichtungen, bei denen jeder glaubte, mehr als der andere zu sein, kein Platz mehr ist. Ob wir Beamter, Offi­zier, Hochschulprofessor oder Führer in der na­tionalsozialistischen Bewegung sind, ob wir als Handarbeiter schaffen, oder den Pflug durch deutsche Erde führen, wir sind alle nur Diener der Nation und stehen nicht um unserer selbst willen an unserem Platze, sondern lediglich um unsere Pflicht für Deutschland zu erfüllen.

Manche glauben noch, ihr Grüppchen, ihren Stand, ober ihr Vereinchen besonders herausheben zu müssen, glauben für diese oder jene religiöse Front streiten zu müssen und vergessen dabei, daß es nur eine Front gibt, an der heute ganz Deutsch­land kämpft und daß unser aller Einzelschicksal unlöslich mit dem Geschick der Gesamtnation ver­knüpft ist.

Wenn mir auf die letzten vier Jahre zurückblicken, sehen wir den Erfolg unserer Arbeit. Während wir noch vor wenigen Jahren keine Großmacht mehr waren, sondern nur ein Objekt, auf dessen Kosten andere Völker ihre Rechnungen bezahlen wollten, stehen wir heute wenn auch nicht überall be­liebt doch wieder geachtet in der Welt.

Eine starke Wehr schützt unseren Lebensraum. Die Geißel der Arbeitslosigkeit und wirtschaft­lichen Not ist von uns genommen. Während sich ringsum die Völker im Bruderzwist und Par­teihader zerfleischen, ist Deutschland ein hort des Friedens, der Arbeit und selbstbewußter Stärke.

Wenn der Führer auch selbst stets betont, daß er es vornehmlich nur den Leistungen seiner Mitkämpfer und der Mitarbeit des ganzen Volkes zu verdanken habe, diese Leistungen für Deutschland vollbringen zu können, so wissen wir doch, daß alle Einzellei­stungen und Versuche bester Deutscher umsonst ge­wesen wären, wenn uns die Vorsehung nicht den Führer in schwerster Stunde gesandt und er uns nicht mit unbeirrbarem Instinkt, unerschütterlichem Glauben an die Kraft des deutschen Volkes und größter Zähigkeit geführt hätte.

Der heutige Tag soll ein Tag tiefer Dankbar­keit des ganzen deutschen Volkes an den Führer sein, dem wir in unerschütterlicher Treue alle­zeit folgen wollen, ganz gleich, was das Schick­sal auch von uns fordere.

In dasSieg-Heil!" auf den Führer als Gruß und Treuegelöbnis stimmte die Festoersammlung be­geistert ein. Mit dem Gesang der beiden ersten Verse der Nationalhymne und mit dem feierlichen Aus­marsch der Fahnen und des Lehrkörpers fand dis Feier ihren Abschluß.

Astronomische Vorschau auf 1937

Äon Dr. Erwin Kossinna.

Zu den wichtigsten Aufgaben der Astronomie ge­hört die Vorausberechnung des jeweiligen Ortes der Gestirne am Himmel für größere Zeiträume. Das Ergebnis dieser Rechnungen ist imBerliner Astronomischen Jahrbuch" niedergelegt in Form non Tafeln, die über den Lauf von Sonne und Mond, über die Stellung der Planeten, über Sonnen- und Mondfinsternisse, Sternbedeckungen durch den Mond und anderes mehr genaueste Aus­kunft geben. Auf den Laien wirken freilich die um­fangreichen Tabellen meist abschreckend. Doch hat es auch seinen Reiz, das zukünftige Geschehen am Himmel aus den Tafeln abzulesen Lassen wir also die Zahlen sprechen!

Sichtbarkeit der Planeten.

In den ersten Monaten des Jahres leuchtet Venus als Abendstern in wunderbarem Glanz am Südwesthimmel. Ihre Helligkeit, die die des birius um das zehn- bis zwölffache übertrifft, nimmt noch langsam zu und erreicht am 12. März ihren Höhepunkt. Im Fernrohr erscheint der Planet als Sichel, die immer schmäler wird, je näher Venus sich der Sonne nähert, ähnlich wie dies bei dem abnehmenden Mond der Fall ist. Am 18. April wandert Venus zwischen der Erde und der Sonne hindurch, um nach einigen Tagen auf der andern Seite der Sonne als Morgenstern wieder zu er­scheinen. In den Sommer- und Heichstmonaten bildet Venus das auffälligste Gestirn am Osthimmel vor Sonnenaufgang. Erst im November nimmt ihre Sichtbarkeit bedeutend ab und Ende des Jahres verschwindet sie in der Morgendämmerung.

Viel enger an die Nachbarschaft der Sonne ge­bunden ist der M e r k u r, der sich niemals aus dem Dämmerungsbereich entfernt und daher so schwierig zu beobachten ist, obwohl er an sich ein recht heller Stern ist. Die günstigsten Zeiten, den Merkur zu sehen, sind die Tage um den 10. April, wenn Mer­kur am Westhimmel links über der Venus steht, etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde nach Sonnen­untergang; ferner Ende September und Anfang Oktober, wo Merkur im Osten 1V< Stunde vor der Sonne aufgeht. Ein Fernglas leistet beim Auf­suchen des schnell wandernden, immer nur wenige Tage sichtbaren Planeten gute Dienste. Ein be­merkenswertes astronomisches Ereignis ist der Vor- iibergang des Merkur vor der Sonnenscheibe am 11. Mai, der aber nur auf der südlichen Halbkugel zu sehen ist.

Der rötliche Mars ist in den ersten Monaten

des Jahres Morgenstern, geht aber Ende März bereits vor Mitternacht auf und gelangt am 19. Mai in den Gegenschein (Opposition) zur Sonne. Der Planet ist dann während der ganzen Nacht im Sternbild des Skorpions sichtbar und durch seine bedeutende Helligkeit und rötliche Farbe leicht er­kennbar. Jupiter, der Riese unter den Planeten, bewegt sich langsam im Sternbild des Schützen. Er löst sich Ende Februar allmählich aus der Morgendämmerung, geht im April drei Stunden vor der Sonne auf und gelangt am 15. Juli in Opposition zur Sonne. Jupiter ist dann der hellste Stern am Südhimmel.

Saturn, im Sternbild der Fische, kann bis Ende Februar abends am Südwesthimmel beobachtet werden. Dann verschwindet der Ringplanet in der Dämmerung, um erst Ende Mai wieder am Morgen­himmel im Osten zu erscheinen. Die Planeten Uranus im Sternbild des Widders und Nep - tun im Löwen sind nur mit Hilfe eines Fernrohrs auffindbar.

Sonnen- und Mondfinsternisse

In jedem Jahre ereignen sich mindestens zwei und höchstens sieben Finsternisse. Das Jahr 1937 bringt nur zwei Sonnen- und eine Mondfinster­nis. Aber keine von ihnen ist in Mitteleuropa sichtbar. Die Sonnenfinsternis am 8. Juni 1937 ist total und insofern bemerkenswert, als der Mond sich am Morgen dieses Tages in Erdnähe befindet, feine Scheibe also erheblich größer erscheint als die der Sonne. Infolgedessen erreicht die totale Ver­finsterung nahezu die längste überhaupt mögliche Dauer, nämlich sieben Minuten und vier Sekunden. Der Kernschatten des Mondes hat die Form eines langen, schmalen Kegels, dessen Spitze die sich drehende Erdkugel in den Tropen streift. Leider kehrt die Erde während der Sonnenfinsternis dem Monde und der Sonne gerade ihre Wafferseite zu, so daß die Sichtbarkeitszone der totalen Verfinste­rung mitten durch den Stillen Ozean verläuft, und zwar von den Neuen Hebriden bei Australien in einem nordwärts geschwungenen Bogen nach Peru. Für die wissenschaftliche Beobachtung der Sonnen­finsternis ist es sehr nachteilig, daß in der Gegend, wo die vollständige Verfinsterung am längsten dauert, weit und breit auch nicht das kleinste In­selchen im Ozean vorhanden ist. Zur Aufstellung der empfindlichen Instrumente ist aber fester Boden als Unterlage unbedingt erforderlich.

Die zweite Sonnenfinsternis ist ringförmig, da der Mond in Erdferne, die Erde aber sich in Sonnenähe befindet, der Mond daher kleiner er­scheint als die Sonnenscheibe. Auch dieses Himmels­schauspiel ist nur im Gebiet des Stillen Ozeans

sichtbar. Die etwa 200 Kilometer breite Zone der ringförmigen Verfinsterung verläuft von den Bo- nin-Jnfeln südlich Japan über die Marschall-In­seln und die Fanning-Jnsel nach der Halbinsel Nie­derkalifornien, ohne jedoch dieses Land zu erreichen.

Bei der Mondfinsternis am 18. Novem­ber wird nur etwa ein Siebentel des Monddurch­messers vom Kernschatten der Erde verdunkelt In Deutschland ist der Vollmond um diese Zeit schon untergegangen, dagegen kann die Verfinsterung in England, im nördlichen Atlantischen Ozean, in Amerika und Nordasien beobachtet werden

Der Sonnenlauf.

Während der Wintermonate zieht die Sonne in geringer Hohe am Himmelsgewölbe ihre schein­bare tägliche Bahn. Nur 16 Grad erhebt sie sich im mittleren Deutschland um die Mittagszeit über den Horizont und beginnt erst im Februar stärker zu steigen Wenn am 21 März, zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche, die Sonne um 1.45 Uhr (Mittel- europ. Zeit) den Himmelsäquator überschreitet und astronomisch der Frühling beginnt, steigt unser Tagesgestirn bereits 38 Grad über den Horizont. Im April nehmen sowohl Mittagshöhe wie Tages­länge besonders rasch zu; im Mai schon nicht mehr so schnell, bis am 21 Juni, dem Tage der Som­mersonnenwende, die Sonne um 21.12 Uhr den nördlichsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn im Wendekreis des Krebses durchläuft und an diesem längsten Tage des Jahres bei uns eine Hohe von etwa 62 Grad erreicht Nachts sinkt die Sonne kaum 15 Grad unter den Horizont, so daß Abend- und Morgendämmerung zusammenfließen Es ist die Zeit der hellsten Nächte. Zunächst kaum merklich, bald aber rascher und rascher wendet sich die Sonne wieder dem Süden zu und überschreitet am 23. Sep­tember 12.13 Uhr den Himmelsäquator womit astronomisch der Herbst beginnt. Die Verkürzung der Tageslänqe macht sich besonders im Oktober geltend, wo sie mehr als zwei Stunden beträgt. Am 22 Dezember 7.22 Uhr erreicht unser Tages­gestirn den südlichsten Punkt seiner Bahn im Wendekreis des Steinbocks. Der kürzeste Tag des Jahres leitet astronomisch den Winter ein

Da sich die Erde im Winter in Sonnennähe, im Sommer in Sonnenferne befindet, wandert sie im Winter etwas schneller als im Sommer. Diesem Umstand haben wir es zu verdanken, daß unser Sommerhalbfjahr. gerechnet vom 21. März bis zum 23 September, um eine volle Woche länger ist als das Winterhalbjahr.

Kometen und Meteore.

Ob das Jahr 1937 nach langer Zeit endlich wie­der eine glänzende Kometenerscheinung bringen

wird, läßt sich leider nicht vorausberechnen. Dis kurzperiodischen Kometen sind meist so lichtschwach, daß sie nur im Fernrohr gesehen werden können. Die Hellen Kometen mit großartiger Schweifentwick­lung, wie deren eine ganze Anzahl im vorigen Jahrhundert erschienen sind, haben dagegen sehr lange Umlaufzeiten, so daß mit ihrer Wiederkehr erst in Jahrhunderten oder Jahrtausenden zu rech­nen ist. Sie bewegen sich in außerordentlich lang­gestreckten Ellipsen um die Sonne. Es müßte also schon ein neuer, bisher unbekannter Komet der Sonne zustreben, wenn uns eine glänzende Him­melserscheinung dieser Art beschert werden sollte.

Zu manchen Zeiten des Jahres häuft sich das Auftreten von Sternschnuppen und M e - teoren, wenn nämlich die Erde bei ihrem Um­lauf um die Sonne die Bahn eines großen Meteor­schwarmes kreuzt. Die Meteore eines solchen Schwar­mes besitzen gleiche Richtung und Geschwindigkeit und scheinen daher alle aus derselben Himmels­gegend zu kommen. Man benennt sie nach dem Sternbild, von welchem sie auszustrahlen scheinen. Die bedeutendsten Schwärme sind die Lyriden und Virginiden um Mitte April, die aus der Leier (Lyra) und Jungfrau (Virgo) ausstrahlen; die Aquariden in der zweiten Julihälfte; die Perseiden vom 10. bis 15. August, die Leoniden Mitte No­vember und die Geminiden Mitte Dezember. Von diesen Meteorschwärmen sind die Augustmeteore, die vom Perseus ausstrahlen, und die November­meteore, die aus der Gegend des Löwen kommen, am ergiebigsten und daher auch am bekanntesten. Das Aufleuchten dieser Meteore, deren Masse meist nur wenige Gramm oder Bruchteile eines Gramms beträgt, geschieht durchschnittlich in 130 Kilometer Höhe, ihr Verlöschen in 80 bis 90 Kilometer Höhe.

Entwaffnende Logik.

Als der Dichter Gaf P l a t e n in Erlangen stu­dierte, geriet er einmal wegen eines persischen Wörterbuches in Schulden.

Weißt was", tröstete ihn sein Freund Döder­lein,da trinkst halt alle Tag a Maß Bier we­niger."

Unwirsch entgegnete der allen derben Genüssen abholde Dichter:

Ich trinke ja kein Bier."

Darauf erwiderte Döderlein mit feiner entwaff­nenden Logik:

Hab ich dir net immer gesagt, Platen, du sollst Bier trinken?! Jetzt wann du Bier tränkst, könnst dein Wörterbuch zahlen."