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darauf Hinweisen, daß das entscheidende Merkmal des Völkerbundes bisher weniger Taten als viel­mehr gerade die Reden gewesen sind. Ausgenom­men den einzigen Fall, da es vielleicht besser ge­wesen wäre, es beim Reden bewenden zu lassen. Und dieses einzige Mal ist darüber hinaus wie vorauszusehen der Tat der Erfolg ver­sagt geblieben. So wie ich daher wirtschaftlich gezwungen bin, die eigene Kraft und eigenen Mög­lichkeiten zur Erhaltung meines Volkes in erster Linie in Rechnung zu stellen, so bin ich dies auch politisch. Und gerade daran tragen wir wahrhaftig keine Schuld.

Ich habe dreimal sehr konkrete An­ge b o t e zu einer Rüstungsbeschrän­kung oder zumindest Rüstungsbegrenzung ge­macht. Diese Angebote verfielen der Ablehnung. Ich darf darauf Hinweisen, daß das größte Angebot damals der Vorschlag war, Deutsch­land und Frankreich möchten ihre Armeen gemeinsam auf einen Stand von 300 000 Mann bringen; Deutschland, England und Frankreich möchten gemeinsam ihre Luftwaffe auf einen gleichen Stand bringen und Deutschland und England möchten ein Abkommen treffen für das Verhältnis der Kriegsflotten. Davon wurde nur der letzte Teil angenommen und damit auch als einziger Beitrag eine wirk­liche Rüstungsbegrenzung in der Welt verwirk­licht. Die anderen Vorschläge Deutschlands fan- den ihre Beantwortung teils durch eine glatte Ablehnung, teils aber auch durch den Abschluß jener Bündnisse, durch die die Riesenmacht Sowjetrußlands auf das mitteleuropäische Spielfeld der Kräfte geworfen wurde. Mr. Eden spricht von deutschen Rüstungen und erwartet eine Begrenzung dieser Rüstungen. Diese Be­grenzung haben wir selb st ein st vorge­schlagen. Sie scheiterte daran, daß man lieber die größte Militärmacht der Welt ver­traglich und tatsächlich nach Mitteleuropa her- einzuschleusen versuchte, als auf unseren Vor­schlag einzugehen. Es würde richtig sein, wenn man von Rüstungen redet, in erster Linie die Rüstung jener Macht zu erwähnen, die den Maßstab abgibt für das Rüsten all der anderen.

Mr. Eden glaubt, daß in Zukunft alle Staaten nur die Rüstung besitzen sollten, die für Verteidi­gung notwendig sei. Ich weiß nicht, ob und wie weit über die Realisierung dieses schönen Gedan­kens mit Moskau bereits Fühlung genommen wurde, und wie weit von dort aus schon Zusiche­rungen ergangen sind. Ich glaube aber, eines aus­sprechen zu müssen: Es ist ganz klar, daß das Aus­maß der Rüstung für eine Verteidigung bestimmt wird von dem Ausmaß der Gefahren, die ein Land bedrohen. Darüber zu urteilen, ist jedes Volk s e l b st z u st ä n d i g , und zwar allein zuständig. Wenn also Großbritannien heute das Ausmaß seiner Rüstung festlegt, so wird dies in Deutschland jedermann verstehen, denn wir können es uns nicht anders denken, als daß für die Be­messung des Schutzes des britischen Weltreiches aus­schließlich London selbst zuständig ist. Ebenso möchte ich aber betonen, daß auch die Bemessung des Schutzes und damit der Verteidigungswaffe für unser Volk unserer Zuständigkeit unterliegt und damit ausschließlich in Berlin entschieden wird.

Ich glaube, daß eine allgemeine Anerkennung dieser Grundsätze nicht zu einer Erschwerung, son­dern nur zu einer Entspannung beitragen kann. Deutschland jedenfalls ist glücklich, in Ita­lien und in Japan Freunde gefunden zu haben, die gleicher Ansicht sind wie wir, und es würde noch glücklicher sein, wenn sich diese Ueberzeugung in Europa ausbreiten könnte. Daher hat auch niemand wärmer als wir die sichtbare Entspannung im Mittelländischen Meere durch das italienisch-englische Abkommen begrüßt. Wir glauben, daß dadurch auch noch am ehesten eine Verständigung erreicht werden wird über die Behebung oder zumindest Begrenzung der Katastrophe, die das arme Spanien betroffen hat. Deutschland hat dort keine Interessen außer der Pflege jener wirtschaftlichen Beziehungen, die Minister Eden selbst als so wichtig und nützlich erklärt.

Es ist versucht worden, die deutsche Sympathie für das nationale Spanien mit irgendwelchen kolonialen Wünschen in Verbindung zu bringen. Deutschland hat an Länder, die ihm keine Kolonien genommen haben, auch keine kolonialen Ansprüche. Deutschland hat weiter unter der bolschewistischen Rot selbst so stark gelitten, daß es nicht diese Rot mißbrauchen wird, um einem unglücklichen Volk in der Stunde seiner Schwäche etwas zu nehmen oder für die Zukunft abzupressen.

Unsere Sympathien für General Franco und seine Regierung liegen erstens im allgemeinen Mit­gefühl und zweitens in der Hoffnung, daß durch eine Konsolidierung eines wirklich nationalen Spa­niens eine Stärkung der europäischen wirtschaftlichen Möglichkeiten entstehen wird, umgekehrt aber von dort eine noch größere Katastrophe ihren Ausgang nehmen könnte. Wir sind daher bereit, alles zu tun, was irgendwie zu einer Wiederherstellung geordneter Verhältnisse in Spanien beitragen kann.

Ich glaube aber folgende Ausführungen nicht unterlassen zu dürfen: In Europa sind in' den letz­ten 100 Jahren eine Anzahl neuer Ratio- n e n geboren worden, die früher in ihrer Zerrissen­heit und Ohnmacht nur geringe wirtschaftliche und fast gar keine politische Beachtung erhielten. Durch das Entstehen dieser neuen Staaten sind natürlich Spannungen entstanden. Allein eine wahre Staatskunst wird Realitäten nicht übersehen, son­dern berücksichtigen. Das italienische Volk, der neue italienische Staat, sie sind eine Realität. Das deut­sche Volk und das Deutsche Reich, sie sind desglei­chen eine Realität. Und für meine eigenen Mit­bürger möchte ich es aussprechen, das polnische Volk und der polnische Staat sind ebenso eine Realität geworden. Auch auf dem Balkan sind Nationen er­wacht und haben sich ihre eigenen Staaten geschaf­fen. Die Völker dieser Staaten wollen leben und sie werden leben. Mit einer geistlosen Auftei­lung der Welt in Besitzende und Habenichtse wird dieses Problem aber genau so wenig gelöst oder gar abgetan, als man auch die inneren sozia­len Probleme der Völker nicht einfach durch mehr öder weniger witzige Phrasen zu erledigen vermag! Im Laufe der Jahrtausende erfolgte die von ihnen ausgehende Gewalt. Wenn nun heute an Stelle dieser Gewalt eine andere regelnde In­stitution treten soll, dann muß diese von der Be­rücksichtigung der natürlichen Lebenserfordernisse

ausgehend ihre Entscheidungen treffen. Wenn es die Aufgabe des Völkerbundes zum Beispiel nur sein soll, den bestehenden Weltzu­stand zu garantieren und in alle Ewigkeit sicher­zustellen, dann kann man ihm genau so auch noch die Aufgabe zuweisen, Ebbe und Flut zu bewachen oder in Zukunft den Fluß des Golfstromes fest­zuhalten. Er wird aber weder dies noch das andere können. Sein Bestand hängt auf die Dauer ab von der Größe der Einsicht, notwendige Re­formen, die die Beziehungen der Völker berüh­ren, zu überlegen und zu verwirklichen.

Das deutsche Volk hak sich einst ein Kolo­nialreich aufgebaut, ohne irgendjemand zu berauben und ohne irgendeinen Vertrag zu verletzen. And es tat dies ohne einen Krieg. Dieses Kolonialreich wurde uns genommen. Die Begründungen, mit denen heute versucht wird, diese Wegnahme zu entschuldigen, sind nicht stichhaltig.

1.Die Eingeborenen wollten nicht bei Deutschland sein." Wer hak sie gefragt, ob sie bei jemand anderem sein wollen und wann sind überhaupt die kolonialen Völker befragt worden, ob sie bei den früheren Kolo­nialmächten zu sein Lust und Liebe besäßen.

2.Die deutschen Kolonien sind von den Deutschen gar nicht richtig verwaltet worden." Deutschland hat diese Kolonien erst wenige

Ich möchte aber anschließend nun zu diesen Erklä­rungen noch in wenigen Punkten eine Auffassung äußern Über die möglichen Wege, die zu einer wirklichen Befriedung nicht nur Europas, sondern darüber hinaus zu führen ver­mögen.

1. Es liegt im Interesse aller Nationen, daß die einzelnen Staaten im Inneren stabile und g e - ordnete politische und wirtschaftliche Verhältnisse besitzen. Sie sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Anbahnung dauerhafter und solider wirtschaftlicher und politischer Bezie­hungen der Völker untereinander.

2. Es ist notwendig, daß die Lebenserfordernisse der einzelnen Völker offen gesehen und auch freimütig zugegeben werden. Nur der gegenseitige Respekt vor diesen Lebensbedingungen kann Wege finden lassen zur Befriedigung der Lebensbedürfnisse aller.

3. Der Völkerbund wird, wenn er seiner Mission gerecht werden will, sich zu einem Organ evolutionärer Vernunft und nicht reaktio­närer Trägheit umgestalten müssen.

4. Die Beziehungen der Volker untereinander kön­nen nur dann eine glückliche Regelung und Lösung finden, wenn sie auf der Grundlage der gegenseitigen Acktung und damit abso­luter Gleichberechtigung geordnet werden.

5. Es ist unmöglich, für Rüstungssteige- rung oder Rüstungsbegrenzung nach Be­lieben bald die eine oder die andere Nation haftbar zu machen, sondern es ist notwendig, auch diese Pro­bleme in jenem gesamten Rahmen zu sehen, der ihre Voraussetzungen schafft und sie damit auch wirklich bestimmt.

6. Es ist unmöglich, zu einer wirklichen Be­friedung der Völker zu kommen, solange der fortgesetzten Verhetzung durch eine internationale unverantwortliche Clique von Brunnenvergiftern und Weinungsfäkschern nicht Einhalt gebo­ten wird. Vor wenigen Wochen erst mußten wir erleben, wie es dieser organisierten Kriegs- hehergilde fast gelungen ist, zwischen zwei Völ­kern durch eine Flut von Lügen ein Mißtrauen zu erzeugen, das leicht auch zu schlimmeren Fol­gen hätte führen können. Ich habe sehr bedauert, daß der englische Außenminister nicht in einer kategorischen Weise festgestellt hat, daß an den Marokko betreffenden Verleumdungen und Lügen dieser internationalen Kriegshetzer auch nicht ein wahres Wort war. Es ist in diesem ek­latanten Fall gelungen, dank der Loyalikäk eines auswärtigen Diplomaten und seiner Re­gierung die sofortige Aufklärung zu schaffen. Wäre es nicht denkbar, daß aus einem anderen Anlaß es einmal auch mißlingen könnte, der Wahrheit so schnell zum Erfolg zu verhelfen, und was dann?

7. Es hat sich erwiesen, daß die Regelung der europäischen Fragen zweckmäßig immer in dem

Jahrzehnte vorher erhalten. Sie wurden mit großen Opfern ausgebaut und waren in der Entwicklung begriffen, die heute zu ganz anderen Resultaten geführt haben würde, wie etwa im Iahre 1914. Aber immerhin waren die Kolonien durch uns doch so entwickelt, daß man sie für wert genug hielt, um uns in blutigen Kämpfen entrissen zu werden.

3.Diese Kolonien besäßen gar keinen wirk­lichen Wert." Wenn dies der Fall ist, dann wird diese Wertlosigkeit ja auch für die anderen Staaten zutresfen, und es ist nicht einzusehen, weshalb sie uns dann trotz­dem vorenthalken werden. Im übrigen: Deutsch­land hat niemals Kolonien gefordert zu mili­tärischen Zwecken, sondern ausschließlich z u wirtschaftlichen. Es ist klar, daß in Zei­ten einer allgemeinen Prosperität der Wert eines bestimmten Gebietes sinken mag, es ist aber auch ebenso klar, daß in Zeilen der Rok eine solche Bewertung eine sofortige Aenderung erfährt. Und Deutschland lebt heute in Zeiten eines schweren Kampfes um Lebensmittel und Rohstoffe. Ein genügender Einkauf wäre nur denkbar bei einer fortgesetzten und dauernden Steigerung unserer Ausfuhr. Also wird die For­derung nach Kolonien in unserem so dicht be­siedelten Land als eine selbstverständliche sich immer wieder erheben.

Rahmen und in dem Umfang vollzogen wird, die möglich sind. Deutschland ist glücklich, heute mit Italien ein enges und freundschaftliches Ver­hältnis hergeftellt zu haben. Möge es doch gelin­gen, diese Beziehungen auch auf ähnlichem Wege mit anderen europäischen N a - Honen anzubahnen! Das Deutsche Reich wird mit seiner starken Armee über seine Sicherheit und seine Ehre wachen. Allein es wird auch, erfüllt von der Ueberzeugung, daß es für Europa kein höheres Gut als den Frieden geben kann, stets ein verant­wortungsvoller und verantwortungsbewußter Träger dieses europäischen Friedensgedankens sein.

8. Es wird dem europäischen Frieden insgesamt nützen, wenn in der Behandlung der Na­tionalitäten, die als Minorität in frem­den Völkern zu leben gezwungen find, eine gegen­seitige Rücksicht auf die berechtigte Empfindung des nationalen Stolzes und Bewußtseins der Völker ge­nommen wird. Dies würde zu einer tiefgreifenden Entspannung zwischen den Staaten führen, die durch das Schicksal gezwungen sind, nebeneinander zu exi­stieren und deren staatliche Grenzen sich nicht mit den Volksgrenzen decken.

Ich möchte nun am Schluß dieser Ausführungen noch zu einem Dokument Stellung nehmen, das Üie britische Regierung anläßlich der Be s e tz u n g des Rheinlandes an die deutsche Regierung gerichtet hat. Ich möchte vorweg erklären, daß wir glauben und überzeugt sind, daß die englische Re­gierung damals alles getan hat, um eine Verschär­fung der europäischen Krise zu vermeiden unb daß das in Frage stehende Dokument auch nur dem Wunsche die Entstehung verdankt, einen Beitrag zu leisten für die Entwirrung der damaligen Sage. Trotzdem war es der deutschen Regierung nicht möglich, aus Gründen, die sicherlich auch die Re­gierung Großbritanniens würdigen wird, eine Ant­wort auf diese Frage zu geben. Wir haben es vor­gezogen, durch praktische Ausgestaltung unserer Beziehungen zu unseren Nachbar st aaten einen Teil dieser Fragen auf die natürlichste Weise zu erledigen.

Ich möchte heute nun nach der Wiederher­stellung der vollen deutschen Souveränität und Gleichberechtigung nur abschließend erklären, daß Deutschland niemals mehr einen Vertrag unterzeichnen wird, der mit seiner Ehre, mit der Ehre der Ration und der es vertretenden Regierung irgendwie unvereinbar ist, oder der sonst sich mit den deutschen Lebens- interessen nicht verträgt und daher auf die Dauer nicht gehalten werden könnte. Ich glaube, diese Erklärung wird des Verständnisses aller sicher sein. Im übrigen hoffe ich zutiefst, daß es der Einsicht und dem guten Willen der ver­antwortungsbewußten europäischen Regierun­gen trotz aller Widersacher gelingen wird, Europa dennoch den Frieden zu bewahren. Er ist unser allerhöchstes Gut. Was Deutschland im einzelnen dazu an Beiträgen leisten kann, wird es leisten.

Wege w einem wahren Frieden

Die neuen Aufgaben.

Wenn ich nun diesen Teil meiner Ausführungen beschließe, möchte ich den Blick noch ganz kurz wer­fen auf d i e Aufgaben der Zukunft. An der Spitze steht die Durchführung des Vier­jahresplanes. Er wird gewaltige Anstren­gungen erfordern, allein unserem Volke ein ft auch von großem Segen sein. Er umfaßt eine Stärkung unserer nationalen Wirtschaft auf allen Gebieten. Seine Durchführung ist sichergestellt. Die großen Arbeiten, die außer ihm begonnen worden find, werden weitergeführt. Ihr Ziel wird sein, das deut­sche Volk gesünder und sein Leben a n g e n e h - m e r zu machen.

Als äußeres Zeichen für diese große Epoche der Wiederauferstehung unseres Volkes aber soll nun­mehr der planmäßige Ausbau einiger großer Städte des Reiches treten. Und an der Spitze b i e Ausgestaltung Berlins zu einer wirklichen und wahren Hauptstadt des Deut­schen Reiches. Ich habe daher an diesem Tage ähnlich wie für den Bau unserer Straßen, für Berlin einen Generalbauinspektor er­nannt, der für die bauliche Ausgestaltung der Reichshauptstadt verantwortlich ist und dafür Sorge tragen wird, in das Chaos der Berliner Bauentwicklung jene große Linie zu bringen, die dem Geist der nationalsozialistischen Bewegung und dem Wesen der deutschen Reichshauptstadt gerecht wird. Für die Durchführung dieses Planes ist eine Zeit von zwanzig Jahren vorge­sehen. Möge der allmächtige Gott uns den Frieden schenken, um das gewaltige Werk in ihm vollen­den zu können. Parallel damit wird eine groß­zügige Ausgestaltung der Hauptstadt der Bewe­gung, der Stadt der Reichspcnfteitage und der Stadt Hamburg ftattfinben. Dies soll aber nur die Vor­bilder geben für eine allgemeine Kulturentwicklung, die wir dem deutschen Volke als Bekrönung seiner inneren und äußeren Freiheit wünschen.

Und endlich wirb es die Aufgabe der Zukunft fein, bas wirkliche Leben unseres Volkes, wie es sich nun staatlich ausgebilbet hat, burch eine Verfassung für immer unb ewig zu besiegeln unb bannt zum unvergänglichen Grunbgeseh aller Deutschen zu erheben.

Wenn ich auf bas große Werk ber hinter uns liegenden vier Jahre zurückblicke, dann werden Sie verstehen, daß meine erste Empfindung nur die des Dankes sein kann gegenüber unserem Allmäch­tigen, ber uns dieses Werk gelingen ließ. Er hat unsere Arbeit gesegnet und unser Volk durch all die Fährnisse glücklich hindurchschreiten lassen, die diesen Weg umdrohten. Ich habe in meinem Leben drei ungewöhnliche Freunde gehabt. In meiner Jugend war es die Not, die mich durch viele Jahre begleitete. Als ber große Krieg zu Ende ging, da war es das tiefe Leid über den Zu­sammenbruch unseres Volkes, das mich nun erfaßte unb meinen Weg vorschrieb. Seit diesem 30. Januar vor vier Jahren habe ich als dritten Freund b i e Sorge für das meiner Führung anvertraute Volk und Reich. Sie hat mich feitdem nicht mehr verlassen und wird mich wohl nun begleiten bis an mein Ende. Wie könnte aber ein Mann diese Sorge zu tragen vermögen, wenn er nicht i n gläubigem Vertrauen auf feine Mis­sion mit ber Zustimmung dessen rechnen würde, der über uns allen steht.

Es ist das Schicksal, das Menschen mit besonderen Ausgaben so oft zwingt, einsam unb verlassen zu sein. Ich will auch hier der Vorsehung danken, daß sie mich eine Schar treue ft er Mi t k ä m p - fer finden ließ, die ihr Leben an meines ange­schlossen haben und die nun seitdem an meiner Seite für die Auferstehung unseres Volkse kämpfen. Ich bin so glücklich, daß ich nicht als Einsamer durch das deutsche Volk zu schreiten brauche, sondern

daß neben mir sich ehre Garde von Männern Be­findet, deren Name in ber deutschen Geschichte ein bleibender fein wird. Ich möchte an dieser Stelle danken meinen alten Kampfgefährten, die durch die langen, langen Jahre unentwegt an meiner Seite standen unb die mir nun, sei es als Minister, fei es als Reichsstatthalter oder Gauleiter oder an anderen Stellen ber Partei und des Staates, ihre Hilfe schenkten. Es spielt sich in diesen Tagen in Moskau ein Schicksal ab, bas uns erst zeigt, wie hoch die Treue zu werten ist, die führende Männer miteinander Derbtnbet Ich möchte auch jenen meinen aufrichtigen Dank aussprechen, die, nicht aus den Reihen der Partei kommend, in der Führung ber Reichs- regierun g mir in diesen Jahren treue Helfer und Gefährten geworden sind. Sie gehören heute alle zu uns, auch wenn ihnen in diesem Augenblick äußerlich noch bas Zeichen unserer Gemeinschaft fehlt. Ich möchte den Män­nern und Frauen danken, die unsere Organi­sation der Partei aufbauten unb so erfolg­reich führten. Ich muß aber hier vor allem danken den Führern unserer Wehrmacht. Sie haben es ermöglicht, dem nationalsozialistischen Staat ohne jede Erschütterung die nationalsozia­listische Waffe zu geben. So sind heute Partei und Wehrmacht die beiden für ewig verschworenen Garanten der Behauptung des Lebens unseres Volkes.

Wir wissen aber auch, daß unser aller Tun ver­geblich geblieben wäre, wenn nicht Hunderttausende von politischen Führern, unzählige Beamte des Reiches und zahllose Offiziere im Sinne unserer Erhebung in Treue zu uns gestanden wären. Unb noch mehr, wenn nicht hinter uns gestanden wäre die breite Frontdes ganzen deutschen Volkes. An diesem geschichtlichen Tage muß ich wieder jener Millionen unbekannten deutschen Men­schen gedenken, die in allen Lebensschichten, die in allen Berufen unb Betrieben unb in allen Ge­höften für das neue Reich ihr Herz unb ihre Liebe, uns ihre Opfer gegeben haben. Und mir alle, Männer und Abgeordnete des Reichstages, wollen gemeinsam danken vor allem ber deutschen Fr au, den Millionen unserer Mütter, die dem Dritten Reich ihre Kinder schenkten. Denn wel­chen Sinn hätte alle unsere Arbeit, welchen Sinn die Erhebung der deutschen Nation ohne unsere deutsche Jugend. Jede Mutter, die in diesen vier Jahren unserem Volk ein Kind gegeben hat, trägt durch ihren Schmerz und ihr Glück bei zum Glück der ganzen Nation. Wenn ich dieser gesunden Jugend unseres Volkes gedenke, dann wird mein Glaube an unsere Zukunft zu einer freudigen Sicherheit. Und ich empfinde in tiefer Inbrunst die Bedeutung des einfachen Wortes, das Ulrich von Hutten schrieb, als er zum letztenmal die Feder ergriff: -Deutschland!

DerReichslag huldigt demFuhrer

Die Schlutzansprache des Reichstagspräsidenten Göring.

Nachdem die Minuten lang andauernden Beifalls­kundgebungen verklungen waren, hielt Reichstags­präsident Hermann Göring die Schlußansprache, in der er u. a. ausführte:

Meine Abgeordneten!

Soeben haben wir eine Stunde eines gewaltigen inneren Erlebens empfunden. Der Führer hat uns einen Blick tun taffen in das Weltgeschehen um uns herum. Keiner von uns hätte in feinen kühnsten Träumen wagen können, vor vier Jahren voraus­zusagen, daß nach einer so kurzen Spanne Zeit e i n von Grund auf neues Deutschland ent­standen sein würde. Wer hätte vor vier Jahren ge­wagt, vvrauszusehen, daß Deutschland beute wieder als eine mächtige Großmacht unter den Völkern ber Welt steht? Ein Weg, umbranbet unb umtost auch von Verleumdungen und Anfeindun­gen. Man wollte es nicht wahrhaben, man wollte nicht sehen, baß biefes Deutschland, in seiner Zer­rissenheit unb Ohnmacht so bequem für alle, nun unter ber eisernen Führung unb Entschlossenheit bes Führers zu bieser Kraft emporstieg. Diese Kränkun­gen fallen jebesmal auf bie zurück, von denen sie kommen. Wenn wir sehen, baß man versucht, Deutsch­land vor der Welt zu kränken, indem man einem Landesverräter, einem mit Zuchthaus be­straften Individuum einen Preis des Frie­dens zuerkennt, bann ist bas nicht für Deutschland beschämend, sondern es ist lächerlich für die, die sol­ches getan haben. Weil aber Deutschland auch in Zu­kunft sich diese beschämenden Dinge weder gefallen lassen will, noch überhaupt darüber zu disputieren wünscht, hat ber Führer mit bem heutigen Tage bie Stiftung des Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft bestimmt. Mein Führer! Unlösbar gehören wir Ihnen, unlösbar sind wir mit Ihnen verbunden, unser Leben, unsere Arbeit, unser Tun hat keinen Sinn ohne Sie, ist nur begründet in Ihnen. Ihnen gehört dieses Le­ben, zu Ihnen sehen wir auf als dem Mann, ber uns bas Größte, unsere Ehre wiebergeschenkt hat, und so ist es wahr geworden, was wiederholt gesagt wurde, daß Deutschland unb Hitler ein und derselbe Begriff ist. Nun gehen wir in die zweiten vier Jahre, in den zweiten Dierjahresplan, unbeirrbar unter Ihrer Führung bem Ziel entgegen. Das biefes Ziel bas Glück des Volkes und die Größe ber Nation ist, haben Sie uns bewiesen. Vor der ganzen Welt aber und vor unserem Volke wissen wir: Der Garant dieses Zieles heißt Adolf Hit­ler. Unser Führer unb Kanzler! Sieg-Heil!

Die Abgeordneten erhoben sich von ihren Plätzen, stimmten begeistert in den Heilruf auf den Führer ein und fangen bie Lieder ber Nation, mit denen diese historische Sitzung des Deutschen Reichstages beendet wurde. Als der Führer mit Generaloberst Göring den Sitzungssaal verließ, grüßten ihn er­neut stürmisch Heilrufe, die auf ber Straße von ber Menge braufenb ausgenommen würben.

Der Dank des Führers.

Berlin, 31. 3an. (DRB.) Dem Führer unb Reichskanzler find zum gestrigen vierten Jah­restage ber Machtübernahme Treuegelöb­nisse, Glückwunsch- unb Dankesbezei­gungen aus allen Volkskreisen bes Reiches unb von vielen Deutschen im Aus - l a n b e telegraphisch unb brieflich in so großer Zahl zugegangen, baß es ihm nicht möglich ist, biese kunbgebungen im einzelnen zu beantworten. Der Führer unb Reichskanzler spricht baher auf biesem Dege alten Volksgenossen, bie am 30. Ja­nuar seiner Arbeit für bas beutsche Volk gebucht unb ihm auch weiterhin treue Gefolgschaft versichert haben, seinen herzlichen Dank aus.