der FamMe genommen und der Gemeinschaft selbst anoertraut werden muß.
Die nationalsozialistische Revolution hat dieser Gemeinschaftserziehung bestimmte Aufgaben gestellt und sie vor allem unabhängig gemacht von Lebens- •Itern, das heißt die Belehrung des einzelnen Menschen kann niemals ein Ende finden! Es ist daher die Aufgabe der Volksgemeinschaft, dafür zu sorgen, daß diese Belehrung und Weiterbildung stets im Sinne ihrer Interessen, d. h. der Erhaltung des Volkes liegt. Wir können deshalb auch nicht zugeben, daß irgendein taugliches Mittel für diese Volksausbildung und Erziehung von dieser Gemeinschaftsoerpflichtung ausgenommen werden könnte. Jugenderziehung, Hitler-Jugepd, Arbeitsdienst, Partei, Wehrmacht, sie sind alle Einrichtungen dieser Erziehung und Bildung unseres Volkes. Das Buch, die Zeitung, der Vortrag, die Kunst, das Theater, der Film, sie sind alle Mittel dieser Volkserziehung.
was die nationalsozialistische Revolution auf diesen Gebieten geleistet hat, ist gewaltig. Bedenken. Sie allein folgendes: Unser ganzes deutsches Erziehungswesen einschließlich der Presse, des Theaters, des Films, der Literatur, wird heute ausschließlich von deutschen Volksgenossen geleitet und gestaltet, wie oft konnten wir früher nicht hören, daß die Entfernung des Judentums aus diesen Institutionen zum Zusammenbruch oder ihrer Verödung führen mühtet Und was ist nun eingetreten? Auf all diesen Gebieten erleben wir ein ungeheures Aufblühen des kulturellen und künstterischen Lebens. Unsere Filme sind besser als je zuvor, unsere Theateraufführungen stehen heute in unseren Spihen- bühnen auf einer einsamen Welthöhe; unsere Presse ist ein gewaltiges Instrument im Dienste der Selbstbehauptung unseres Volkes geworden und hilft mit, die Ration zu stärken; die deutsche Wissenschaft ist erfolgreich tätig, und gewaltige Dokumente unseres schöpferischen Bauwillens werden einst von dieser neuen Epoche zeugen!
Es ist eine unerhörte Immunisierung des deutschen Volkes erreicht worden gegenüber all den zersetzenden Tendenzen, unter denen eine andere Welt zu leiden hat. Manche unserer Einrichtungen, die noch vor wenigen Jahren nicht verstanden worden sind, kommen uns heute schon als selbstverständlich vor. Jungvolk, Hitlerjugend, BDM., Frauenschaft, Arbeitsdienst, SA., SS., NSKK. und vor allem die Arbeitsfront in ihrer gewaltigen Gliederung sind Steine des stolzen Baues unseres Dritten Reiches.
Dieser Sicherung des inneren Lebens unseres deutschen Volkes mußte zur Seite treten die Sicherung nach außen. Und hier, meine Abgeordneten und Männer des Deutschen Reichstages, glaube ich, hat die nationalsozialistische Erhebung das größte Wunder ihrer Leistungen vollbracht!
Als ich vor vier Jahren mit der Kanzlerschaft und damit mit der Führung der Nation betraut wurde, übernahm ich die bittere Pflicht, ein Volk wieder zur Ehre zurückzuführen, das 15 Jahre lang das Leben eines Aussätzigen unter den anderen Nationen zu führen gezwungen worden war. Die innere Ordnung des deutschen Volkes schuf mit die Voraussetzung zum Wiederaufbau des deutschen Heeres, und aus beiden zugleich erwuchs die Möglichkeit, jene Fesseln abzu- streisen, die wir als tiefstes Schandmal empfanden, das jemals einem Volk aufgebrannt worden war. Ich habe, am heutigen Tage diesen Prozeß abschließend, nur wenige Erklärungen zu geben.
Erstens: Die Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung war ein ausschließlich Deutschland selb st berührender und es betreffender Vorgang, wir haben keinem Volk dadurch etwas genommen und keinem Volk damit ein Leid zugefügt!
Zweitens: Ich verkünde Ihnen, daß ich im Sinne der Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung die Deutsche Reichsbahn und die Deutsche Reichsbank ihres bisherigen Lharakkers entkleiden und restlos unter die Hoheit der Regierung des Reiches stellen werde.
Drittens: Ich erkläre hiermit, daß damit jener Teil des Versailler Vertrages feine natürliche Erledigung gefunden hat, der unserem Volke die Gleichberechtigung nahm und es zu einem minderwertigen Volke degratierte.
Viertens: Ich ziehe damit vor allem aber die deutsche Unterschrift feierlichst zurück unter jener damals einer schwachen Regierung wider deren besseres wissen abge- prehten Erklärung, daß Deutschland d i e Schuld am Kriege besitze!
Meine Abgeordneten, Männer des Deutschen Reichstags! Diese Wiederherstellung der Ehre unseres Volkes, die ihren äußerlich sichtbarsten Ausdruck fand in der Einführung der Wehrpflicht, Schaffung einer neuen Luftwaffe, dem Wiederaufbau einer deutschen Kriegsmarine, der Wiederbesetzung des Rheinlandes durch unsere Truppen, war d i e schwer st e und wagemutigste Aufgabe und Arbeit meines Lebens. Ich muß an diesem Tage demutsvoll der Vorsehung danken, deren Gnade es mir, dem einstigen Soldaten des Weltkrieges, gelingen ließ, unserem Volke damit wieder seine Ehre und Rechtschaffenheit zurückzuerkämpfen!
Alle die hierzu notwendigen Maßnahmen waren leider nicht auf dem Wege von Verhandlungen zu erreichen. Aber abgesehen davon: Die Ehre eines Volkes kann überhaupt nicht ausgehandelt, sondern sie kann nur genommen werden; so wenig man sie ihm weghandeln, sondern auch nur nehmen kann! Daß ich die notwendigen Handlungen tat, ohne unsere früheren Gegner im einzelnen zu befragen oder auch nur zu verständigen, hatte aber auch seinen Grund in der Erkenntnis, das so oder so notwendige Hinnehmen unserer Entscheidung der anderen Seite dadurch nur erleichtert zu haben. Im Übrigen will ich diesen Erklärungen nun aber noch eine weitere anschließen, nämlich, daß damit d i e Zeit der sogenannten Ueberraschun- gen abgeschlossen ist. Als gleichberechtigter Staat wird Deutschland, seiner europäischen Aufgabe bewußt, in loyaler Weise Mitarbeiten an der Behebung der Probleme, die uns und die anderen Nationen bewegen!
Wenn ich nun zu diesen allgemeinen Fragen der Gegenwart Stellung nehme, dann geschieht es vielleicht am zweckmäßigsten in Anlehnung an jene
Aeußerungen, die vor kurzem im englischen Unter-1 haus durch Mister Eden gemacht worden sind. Denn in ihnen ist auch im wesentlichen enthalten,1 was zum Verhältnis Deutschlands zu Frankreich zu sagen ist. Ich möchte an dieser Stelle meinen wirklichen Dank aussprechen für die Möglichkeit einer Antwort, die mir geboten wurde durch die so freimütigen wie bemerkenswerten Ausführungen des Herrn englischen Außenministers. Ich habe diese Ausführungen, wie ich glaube, genau und richtig gelesen. Ich will mich natürlich nicht in Details verlieren, sondern ich möchte versuchen, die großen Gesichtspunkte der Rede Mister Edens herauszugreifen, um meinerseits sie entweder zu klären oder zu beantworten.
Ich will dabei zuerst versuchen, einen, wie es mir scheint, sehr bedauerlichen Irrtum richtig zu stellen, nämlich den Irrtum, daß Deutschland irgendeine Absicht habe, sich zu isolieren, an den Geschehnissen der übrigen Welt teilnahmslos vorbeizugehen oder daß es etwa keine Rücksicht auf allgemeine Notwendigkeiten nehmen wolle. Worin soll die Auffassung, Deutschland treibe eine Jsolierungspolitik, ihre Begründung finden? Soll diese Annahme der Isolierung Deutschlands gefolgert werden aus vermeintlichen deutschen Absichten, dann möchte ich dazu folgendes bemerken:
Ich glaube überhaupt nicht, daß jemals ein Staat die Absicht haben konnte, sich bewußt an den Vorgängen der übrigen Welt als politisch desinteressiert zu erklären. Besonders dann nicht, wenn diese Welt so klein ist, wie das heutige Europa. Ich glaube, daß, wenn wirklich ein Staat zu einer solchen Haltung Zuflucht nehmen muß, er es bann höchstens
unter demZwang eines i h m selbst aufoktroyierten fremden Willens tun wird. Ich möchte Herrn Minister Eden hier zunächst versichern, daß wir Deutsche nicht im gering ft en isoliertseinwollen und uns auch garnicht als isoliert fühlen. Deutschland hat in den letzten Jahren eine ganze Anzahl politischer Beziehungen aufgenommen, wieder angeknüpft, verbessert und mit einer Reihe von Staaten ein — ich darf wohl sagen — enges freundschaftliches Verhältnis hergestellt. Unsere Beziehungen in Europa sind von uns aus gesehen z u den meisten Staaten normale, zu einer ganzen Anzahl von Staaten sehr freundschaftliche. Ich stelle hier an die Spitze die ausgezeichneten Beziehungen, die uns vor allem mit jenen Staaten verbinden, die aus ähnlichen Leiden wie wir zu ähnlichen Folgerungen gekommen sind. Durch eine Reihe von Abkommen haben wir frühere Spannungen beseitigt und damit wesentlich zu einer Verbesserung der europäischen Verhältnisse beigetragen. Ich erinnere nur an unsere Abmachung mitPolen, die beiden Staaten zum Vorteil gereicht, an unsere Abmachungen mit Oesterreich, an unsere ausgezeichnete und enge Beziehung zuItalien, an unsere freundschaftlichen Beziehungen zu U n - g a r n , Jugoslawien, zu Bulgarien, zu Griechenland, zu Portugal, zu Spanien usw., und endlich aber auch an die nicht minder herzlichen Beziehungen zu einer ganzen Reihe von Staaten außerhalb Europas. Die Abmachung, die Deutschland mit Japan zur Bekämpfung der Kominternbewegung getroffen hat, ist ein lebendiger Beweis dafür, wie wenig die deutsche Regierung daran denkt, sich zu isolieren, und wie wenig sie sich daher auch selbst als isoliert fühlt.
keinerlei etreitounfte iwt Frankreich.
3m übrigen habe ich öfter als einmal den Wunsch und die Hoffnung ausgesprochen, mit allen unfern Nachbarn zu einem ähnlich guten und herzlichen Verhältnis zu kommen. Deutschland hat, und ich wiederhole dies hier feierlich, immer wieder versichert, daß es z. V. zwischen ihm und Frankreich überhaupt keinerlei menschlich denkbare Streitpunkte geben kann. Die deutsche Regierung hat weiter Belgien und Holland versichert, daß sie bereit ist, diese Staaten jederzeit als unantastbare Gebiete anzuerkennen und zu garantieren. 3ch sehe angesichts all der von uns früher gegebenen Erklärungen und des tatsächlichen Zustandes nicht recht ein, wieso also Deutschland sich isoliert fühlen soll oder gar eine Isolierungspolitik betriebe.
Allein auch wirtschaftlich gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, zu behaupten, daß Deutschland sich der internationalen Zusammenarbeit etwa entzöge. Es ist ja doch wohl umgekehrt. Wenn ich so die Rede mancher Staatsmänner in den letzten Monaten übersehe, dann kann nur zu leicht aus ihnen der Eindruck entstehen, als ob etwa eine ganze Welt darauf warte, Deutschland mit wirtschaftlichen Gefälligkeiten zu überschwemmen und nur wir verstockte Jsolierungspolitiker an diesen Genüssen nicht teilnehmen wollten. Ich möchte zur Richtigstellung dessen ein paar ganz nüchterne Tatsachen anführen:
1. Seit Jahr und Tag müht sich bas beutsche Volk ab, mit seinen Nachbarn bessere Han-
Am Vierjchresplan
Ich befürchte allerbings, den Worten MisterEdens entnehmen zu müssen, baß er als ein Element der Ablehnung internationaler Beziehungen von feiten Deutschlands die Durchführung des deutschen Vierjahresplanes ansieht. Ich möchte daher darüber keinen Zweifel aufkommen lassen, daß der Entschluß, diesen Plan durchzuführen, keine Aenderung zuläßt. Die Gründe, die uns zu diesem Entschluß veranlaßten, waren zwingende. Und ich habe in der letzten Zeit nichts entdecken können, was uns irgendwie von der Durchführung dieses Entschlusses hätte abzubringen vermögen. Ich nehme nur ein praktisches Beispiel: Die Durchführung des Vierjahresplanes wird durch die synthetische Erzeugung von Benzin und Gummi allein eine jährliche M e h r f ö r b e r u n g von 20 bis 30 Millionen Tonnen Kohle in unserem Lande sicherstellen! Das heißt aber, die Beschäftigung von vielen Zehntausenden von Kohlenbergarbeitern für die ganze Zukunft ihres Lebens. Ich muß mir wirklich die Frage erlauben, welcher Staatsmann würde in der Lage fein, mir im Falle der Nichtdurchführung des deutschen Vierjahresplanes die Abnahme von 20 bis 30 Millionen Tonnen Kohle durch irgendeinen anderen Wirtfchaftsfaktor außerhalb des Reiches zu garantieren? Und darum handelt es sich.
3d) will Arbeit und Brot für mein Volk, und zwar nicht vorübergehend durch die Gewährung meinetwegen von Krediten, sondern durch einen foliden, dauernden Produktionsprozeß, den ich entweder in Austausch bringen kann mit Gütern der anderen Welt oder in Austausch bringen muh mit eigenen Gütern im Kreislauf unserer eigenen Wirtschaft. Wenn Deutschland heute durch irgend eine Manipulation diese 20 oder 30 Millionen Tonnen Kohle in der Zukunft auf den Weltmarkt werfen wollte, fo würde dies doch nur dazu führen, daß andere Länder ihre bisherige Kohlenausfuhr vermutlich senken mühten. 3d) weih nicht, ob ein englischer Staatsmann z. V. ernstlich eine solche Möglichkeit für fein Volk ins Auge fassen könnte. Dies aber ist das Entscheidende. Denn Deutschland hat eine ungeheure Zahl von Menschen, die nicht nur arbeiten, sondern auch essen wollen. Auch der übrige Lebensstandard ist ein hoher. 3ch kann die Zukunft der deutschen Ration nicht aufbauen auf den Versicherungen eines ausländischen Staatsmannes über irgend eine internationale Hilfe, sondern ich kann sie nur aufbauen auf realen Grundlagen einer laufenden Produktion, die ich entweder im 3nncren oder nach außen abfehen muh!
Und hier unterscheide ich mich vielleicht in meinem Mißtrauen von den optimistischen Ausführungen des englischen Außenministers. Wenn Europa nämlich nicht aus dem Taumel seiner bolschewistischen Infektionen erwacht, bann fürchte ich, wirb ber internationale Handel trotz allem guten Willen einzelner Staatsmänner nicht
delsverträge und damit einen regeren Güteraustausch zu erreichen. Und diese Bemühungen waren auch nicht vergeblich, denn tatsächlich ist der deutsche Außenhandel seit dem Jahre 1932 sowohl dem Volumen als auch dem Werte nach nicht kleiner, sondern größer geworden. Dies widerlegt am schärfsten die Meinung, daß Deutschland eine wirtschaftliche Jsolierungspolitik betriebe.
2. Ich glaube aber nicht, daß es eine wirtschaftliche Zusammenarbeit ber Völker auf einer anberen Ebene, unb zwar von Dauer geben kann als auf der eines gegenseitigen Waren- unb Güteraustausches. Kreditmanipulationen können vielleicht für den Augenblick ihre Wirkung aus» üben, auf die Dauer aber werden die wirtschaftlichen internationalen Beziehungen immer bedingt sein durch den Umfang des gegenseitigen Warenaustausches. Unb hier ist es ja nun nicht so, baß die andere Welt etwa mit ungeheuren Aufträgen oder Perspektiven einer Steigerung des wirtschaftlichen Austauschverkehrs aufzuwarten in der Lage wäre dann, wenn ich weiß nicht was für Voraussetzungen erfüllt sein würden. Man soll die Dinge wirklich nicht mehr komplizieren, als sie es an sich sind. Die Weltwirtschaft krankt nicht daran, daß Deutschland sich etwa an ihr nicht beteiligen will, sondern sie krankt daran, daß in die einzelnen Produktionen der Völker sowohl als auch in deren Beziehungen zueinander eine Unordnung gekommen ist. Beides hat nicht Deutschland verschuldet. Am wenigsten das heutige nationalsozialistische Deutschland. Denn als wir zur Macht kamen, war die Weltwirtschaftskrise noch schlimmer als heute.
wird nicht gerüttelt.
zu- sondern eher abnehmen. Denn dieser Handel baut sich nicht nur auf der ungestörten und damit gesicherten Produktion eines einzelnen Volkes auf, sondern auf der Produktion aller Völker. Zunächst aber steht nur das eine fest, daß jede bolschewistische Erschütterung zwangsläufig zu einer mehr oder weniger lange andauernden Vernichtung einer geordneten Produktion führt. Unb ich kann baher bie wirtschaftliche Zukunft Europas leider nicht so optimistisch beurteilen, wie dies ersichtlich Minister Eden tun zu können glaubt. Ich bin der verantwortliche Leiter des deutschen Volkes unb habe nach bestem Wissen und Gewissen seine Interessen auf dieser Welt wahrzunehmen. Ich bin daher auch verpflichtet, die Dinge so einzuschätzen, wie ich sie eben mit meinen Augen glaube sehen zu können. Ich könnte niemals einen Freispruch vor der Geschichte meines Volkes erhalten, wenn ich — ganz gleich aus welchen Gründen etwas versäumen würde, was zur Forterhaltung dieses Volkes notwendig ist. Ich bin glücklich, und wir alle sind es, über jede Steigerung unseres Außenhandels. Allein ich werde angesichts der ungeklärten politischen Lage nichts versäumen, was dem deutschen Volk die Lebensexistenz auch bann noch garantieren wird, wenn andere Staaten vielleicht das Opfer der bolschewistischen Infektion geworden sein werden.
Ich muß es auch ablehnen, daß diese Auffassung einfach als eine Ausgeburt einer blassen Phantasie abgetan wird. Denn zunächst steht doch folgendes fest: Der Herr englische Außenminister eröffnet uns theoretische Lebensperspektiven, während z. B. in der Praxis sich ganz andere Vorgänge abspielen. Z. B. die Revolutionierung Spaniens hat 15 000 Deutsche aus diesem Lande vertrieben und unserem Handel einen schweren Schaden zugefügt. Sollte diese Revolutionierung Spaniens auf andere europäische Staaten übergreifen, bann würde dieser Schaden nicht vermindert, fondern vergrößert werden. Ich muß aber nun einmal als verantwortlicher Staatsmann auch mit solchen Möglichkeiten rechnen. Es ist daher mein unabänderlicher Entschluß, bie deutsche Arbeitskraft so ober so nützlich für bie Erhaltung meines Volkes anzusetzen. Wir werden jede Möglichkeit wahrnehmen, dessen kann Herr Mmister Eden versichert sein, unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu den anderen Völkern zu stärken, aber ebenso auch jede Möglichkeit, den inneren Kreislauf unserer Wirtschaft zu verbessern unb zu vertiefen! .
Sollte aber — ich muß auch dies untersuchen — die Ursache für die Meinung, Deutschland treibe eine Jsolierungspolitik, unser Austritt aus dem Völkerbund sein, dann möchte ich doch darauf Hinweisen, daß die Genfer Liga niemals ein wirklicher Bund aller Völker war, daß eine Anzahl großer Nationen ihr entweder überhaupt nicht angehörte oder schon vor uns den Austritt vollzogen hatte, ohne baß beshalb jemand behaupten wird, diese trieben eine Jjolierungspolitik. Ich glaube also, baß Mister Eben in biessm Punkte bie beutschen Absichten und unsere Auffassungen sicherlich verkennt. Denn nichts liegt uns ferner als, (ei es politisch oder wirtschaftlich,' die Beziehungen
zur anderen Welt abzubrechen ober auck nur zu vermindern. Im Gegenteil, das umgekehrte ist richtiger.
3d) fjabe so oft versucht, zu einer V e r st ä n b i- g u n g in Europa einen Beitrag zu leisten unb habe besonders oft bem englischen Volke unb feiner Regierung versichert, wie sehr wir eine aufrichtige unb herzliche Zusammenarbeit mit ihnen wünschen, unb zwar wir alle, bas ganze beutsche Volk, unb nicht zuletzt ich selbst! Ich gebe aber zu. bah in einem Punkt eine tatsächliche unb wir mir scheint, unüberbrückbare Verschiebenheit zwischen den Auffassungen des englischen Außenministers unb unseren besteht. Mr. Eben betont, baß bie britische Regierung unter keinen Umständen wünsche. Europa in zwei hä 1 f - ten zerrissen zu sehen. Ich glaube, diesen Wunsch hatte wenigstens früher anscheinend in Europa niemand, heute ist dieser Wunsch nur eine Illusion. Denn tatsächlich ist die Zerreißung in zwei Hälften nicht nur Europas, sondern der Welt eine vollzogene Tatsache.
Es ist bedauerlich, daß die britische Regierung nicht schon früher ihre heutige Auffassung vertreten hat, daß eine Zerreißung Europas unter allen Umständen vermieden werden müise, denn dann wäre es nie zum Versailler Vertrag gekommen. Dieser Vertrag hat tatsächlich die e r ft e Zerreißung Europas eingeleitet: nämlich die Aufteilung der Nationen in Sieger und Besiegte und damit Rechtlose. Niemand hat mehr unter dieser Zerreißung Europas zu leiden gehabt, als das deutjche Volk. Daß wenigstens dieser Riß, soweit Deutschland in Frage kommt, wieder beseitigt wurde, ist im wesentlichen das Verdienst der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland und damit irgendwie wohl auch mein eigenes!
Die zweite Zerreißung erfolgte durch die Proklamation der bolschewistischen Lehre, deren integrierender Bestandteil es ist, sich nicht auf ein Volk zu beschränken, sondern allen Völkern aufgezwungen zu werden. Es handelt sich hier nicht um eine besondere Form des arteigenen Lebens etwa des russischen Volkes, sondern es handelt sich um den bolschewistischen Welt- revolutionsanspruch. Wenn Herr Minister Eden den Bolschewismus nicht so sehen will wie wir ihn sehen, dann mag dies vielleicht mt der Lage Großbritanniens in Zusammenhang stehen, vielleicht auch mit sonstigen Erfahrungen, die uns unbekannt sind auf diesem Gebiete. Allein ich glaube, man kann uns, die wir über diese Dinge nicht als Theoretiker sprechen, auch nicht die Aufrichtigkeit der Ueberzeugung bestreiten. Für Herrn Eden ist der Bolschewismus vielleicht ein Ding, das in Moskau sitzt, für uns ist dieser Bolschewismus aber eine Pest, gegen die wir uns in Deutschland selbst blutig zur Wehr setzen mußten. Eine Pest, die es versucht hat, aus unserem Lande dieselbe Wüste w machen, wie es in Spanien der Fall ist. die dieselben Geiselerschießungen anfing, wie wir es in Spanien erleben! Nicht der Nationalsozialismus hat seine Berührung mit dem Bolschewismus in Rußland gesucht, sondern der jüdisch-imer- nationale Moskauer Bolschewismus versuchte, nach Deutschland einzudringen! Und diesem Versuch gegenüber haben wir in schwerem Kampf nicht nur die Kultur unfers Volkes, sondern vielleicht auch die von ganz Europa m^tbe» Haupte! und verteidigt. Wenn *n den Januar- und Februartagen des Jahres 1933 in der letzten Entscheidungsschlacht Deutschland gegenüber dieser Barbarei unterlegen wäre, und das bolschewistische Trümmer- und Leichenfeld sich über Mitteleuropa ausgebreitet haben würde, hätte man viel- leicht auch an derThemse andere Austassun- gen über das Wesen dieser furchtbarsten Menschheitsgefahr erhalten. Denn nachdem England ohnehin am Rheine verteidigt werden muß, würde es sich jetzt wohl schon in engster Berührung mit jener harmlosen demokratischen Moskauer Welt befinden, deren Ungefährlichkeit uns immer so warm emzu- reden versucht wird.
3d) möchte daher hier noch einmal in aller Form folgendes erklären: Der Bolschewismus ist eine Lehre der Weltrevolution, d. h. der D e l t z e r st o r u n g. Diese Lehre als einen gleichberechtigten Lebensfaktor in Europa aufnehmen, heißt ihm Europa ausliefern. 3n- ioweit andere Völker sich der Berührung mit dieser Gefahr auszufetzen belieben, unterliegt keiner deutschen Stellungnahme. 3nsoweit aber Deutschland selbst in Frage kommt, möchte ich keinen Zweifel darüber lassen, daß wir erstens im Bolschewismus eine unerträgliche Deltgefahr erblicken und Zweitens. daß wir diese Gefahr von unserem Volke mit allen Mitteln fernzuhalten versuchen und drittens, daß wir uns bemühen, das deutsche Volk gegen diese 3nfektion so gut wie möglich immun zu machen. Dazu gehört es auch, daß wir jede engere Beziehung mit den Trägern dieser Giftbazillen vermeiden und daß wir insonderheit nicht gewillt sind, dem deutschen Volke das Auge für diese Gefahr dadurch zu trüben, daß wir selbst über die notwendigen staatlichen Beziehungen hinaus engere Verbindungen damit aufnehmen.
Ich halte die bolschewistische Lehre für das größte Gift, das einem Volk gegeben werden kann. Ich wünsche daher, daß mein eigenes Volk mit dieser Lehre in keine Berührung kommt. Ich will aber dann als Bürger dieses Volkes auch selbst nichts tun, was ich bei meinen Mitbürgern verurteilen muß. Ich verlange vom deutschen Arbeiter, daß er keinen Verkehr und Umgang mit diesen internationalen Schädlingen betreibt, und er soll aber auch mich niemals mit ihnen pofulieren oder zechen sehen. Jrn übrigen würde jede weitere deuÜche vertragliche Verbindung mit dem derzeitigen bolschewistischen Rußland für uns gä nzlich wertlos sein. Weder wäre es denkbar, daß nationalsozialistische Deutsche jemals zum Schutz des Bolschewismus eine Hilfspflicht erfüllten, noch wollten wir selbst von einem bolschewistischen Staat eine Hilfe entgegennehmen. Denn ich fürchte, daß jedes Volk, dem eine solche Hilfe zuteil wird, daran seinen Untergang findet.
Ich möchte weiter hier aber auch gegen die Auffassung Stellung nehmen, als könnte der Völkerbund als solcher im Falle der Not, ja durch seine Hilfe rettend den einzelnen Mitgliedsstaaten unter die Arme greifen. Nein, daran glaube ich nicht. Herr Minister Eden erklärte in feinen letzten Ausführungen, daß das Entscheidende die Taten und nicht die Reden seien. Ich darf aber


