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Hoheit
Oie Gedenksitzung des Reichskabinetts.
Oer Führer verleiht seinen engsten Mitarbeitern das Goldene Parteiabzeichen und kündigt die bevorstehende Aufhebung der Mitgliedersperre an.
Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hatte für heute nachmittag die Mitglieder der Reichsregierung in den Kabinetts- faal der Reichskanzlei zu einer Ministerbesprechung einberufen, die sich zu einem überaus eindrucksvollen F e st a k t anläßlich der vierten Wiederkehr des Tages der Berufung des Kabinetts Hitler durch den Reichspräsidenten von Hindenburg gestaltete. In herzlichen, bewegten Worten gedachte der Führer der politischen Entwicklung in den verflossenen Jahren, die sich zu einer geschichtlichen Größe gestaltet habe, wie sie vor vier Jahren niemand oorausahnen konnte. Der Führer sprach den Mitgliedern des Reichskabinetts seinen aufrichtigen Dank aus für ihre Leistungen und für ihre treue Mitarbeit, indem er die großen Erfolge der einzelnen Minister in ihrem Arbeitsgebiet besonders würdigte.
Mit Rücksicht darauf, daß demnächst die Mitgliedersperre für die Partei aufgehoben werden soll, vollzog der Führer als erste Maßnahme in dieser Hinsicht persönlich den Eintritt der k a b i n e k» s Mitglieder in die Partei, die ihr bisher noch nicht angehören und überreichte ihnen gleichzeitig das Goldene Parteiabzeichen, das höchste Ehrenzeichen der Partei. Ferner verlieh der Führer das Goldene Parteiabzeichen dem Generaloberst Freiherrn v. Fritsch, dem Generaladmiral Dr. b. c. R a e- der, dem preußischen Finanzminister Prof. Popih und dem Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner. Ebenfalls zeichnete der Führer mit dem Goldenen Parteiabzeichen die Parteigenossen Staatssekretär Dr. Lammers, Staatssekretär Funk, Staatssekretär Körner und Staatssekretär General der Flieger Milch aus.
Im Namen des gesamten Reichskabinetts brachte hierauf Ministerpräsident Generaloberst G ö ring dem Führer in tiefbewegten Worten den Dank der Kabinettsmitglieder für all das Große und Schöne zum Ausdruck, daß diese unter der Führung Adolf Hitlers in den verflossenen vier Jahren erleben und mitschaffen konnten. Der Führer könne überzeugt sein, daß er im Reichskabinett seine treuesten Mitarbeiter habe und daß feder mit Freude und Begeisterung alles daran setze, um dem Führer bei der Durchführung seiner großen, einzigartigen Pläne nach Kräften zu helfen. Generaloberst Göring schloß seine Ansprache mit den
trieben hat, so nimmt doch Deutschland durch die Loslösung von diesen internationalen Bindungen auch auf diesem Gebiet die gesetzgeberische wieder in die eigene Hand zurück.
besten Wünschen für des Führers persönliches Wohlergehen, für sein Leben und für sein Werk.
Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall v. Blomberg dankte dem Führer im Namen der Wehrmacht für das unvergleichliche Erlebnis, das jeder deutsche Soldat in den verflossenen vier Jahren gehabt habe. Der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath dankte im Namen der Kabinettsmitglieder, die bisher der Partei noch nicht angehört haben.
Oie Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft.
Berlin, 30. Jan. (DRV.) 21m für alle Zukunft beschämenden Vorgängen vorzubeugen, verfüge ich mit dem heutigen Tage die Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft. Dieser Nationalpreis wird jährlich an drei verdiente Deutsche in der Höhe von je 1 0 0 0 0 0 Wart zur Verteilung gelangen. Die Annahme des Nobel-Preises wird damit für alle Zukunft Deutschen untersagt. Die Ausführungsbeslimmungen wird der Reichsminisler für Volksaufklärung und Propaganda erlassen.
Adolf Hiller.
Oie Reichshoheit über die Reichsbank.
Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat verkündet, daß er die Reichs- b a n k wieder restlos unter d i e Hoheit der Regierung des Reiches stellt. Diese Erklärung bedeutet den Wegfall der letzten internationalen Bindung en für das Bankgesetz. Solche Bindungen bestanden nach Informationen des DHD. bisher insofern für die Reichsbank, als gewisse Vorschriften des Bankgesetzes nicht ohne ein internationales Verfahren abgeändert werden konnten, und als ferner der Reichsbankpräsident gesetzlich verpflichtet war, Mitglied der Bank für internationalen Zahlungsausgleich zu sein. Wenn auch praktisch diese Bindungen niemals irgend eine Bedeutung für die Führung der Wäh- rungs- und Kreditpolitik der Reichsbank gehabt hatten, da die Reichsbank ihre Politik immer nur nach den Bedürfnissen der deutschen Volkswirtschaft be-
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der Bauten zum Tage der nationalen Arbeit 1933, für den Nürnberger Parteitag und für den Fest- platz in Bückeberg zum Erntedankfest übertragen. Prof. Speer leitete ferner die künstlerische Ausgestaltung der Funkausstellung 1933 und die Umgestaltung der Reichskanzlei 1934. Nach Speers Berufung zum Leiter des Amtes für „Schönheit der Arbeit" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" liegt ihm die Umgestaltung und Kontrolle sämtlicher gewerblichen Betriebe in Deutschland nach gesundheitlichen und schönheitlichen Grundsätzen ob, sowie die Prüfung aller Entwürfe für die „Häuser der Arbeit" im Reich. Als Unterabteilunasleiter der Reichspropagandaleitung sind ihm die künstlerische und technische Ausgestaltung aller Großkundgebun- aen übertragen. — Speer gehört dem Reichskultursenat an.
Der Generalbauinspektor stellt einen neuen Gesamtbauplan für d i e Reichshaupt- stadt Berlin auf. Er hat dafür zu sorgen, daß alle das Stadtbild beeinflussenden Platzanlagen, Straßenzüge und Bauten nach einheitlichen Gesichtspunkten würdig durchgeführt werden. Zur Durchführung seiner Aufgaben stehen dem Generalbauinspektor die Behörden des Reiches, des Landes Preußen und der Reichshauptstadt zur Verfügung. Der Generalbauinspektor sorgt dafür, daß alle seinen Aufgabenbereich berührenden Entscheidungen künftig unter einheitlichen G e - sichtspunkten ergehen. Er kann sich von allen Dienststellen des Reiches, des Landes Preußen und der Reichshauptstadt und von den Dienststellen der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Verbände die erforderlichen Auskünfte über Bauvorhaben geben lassen. Alle von Staatsoder Parteistellen beabsichtigten Maßnahmen, die das Aufgabengebiet des Generalbauinspektors berühren, smd ihm vor ihrer Ausführung $ur Kenntnis zu bringen und bedürfen feiner Zustimmung.
Als die letzten Formationen der SS., die SS.- Lotenkopf-Standarte „Deutschland" und die 66.« Lerfügungstruppe vorüber sind, werden die Ab- werrketten durchbrochen. Nun gibt es angesichts >er Masse der von allen Seiten anstürmenden begeiferten Menschen kein Halten mehr. Tosende Heil- ase brausen über den Platz. Ein beängstigendes Gedränge entsteht unterhalb des Balkons. Tausend mb Abertausend Arme recken sich dem Führer entlegen, der immer wieder überallhin dankt und zrüßt. Einigemale schon ist der Führer zurückge- jongen, aber immer wieder rufen ihn diese einzigartigen Kundgebungen der Liebe und Treue auf len Balkon. Nun erlöschen die Scheinwerfer, ein unvergeßlicher Tag ist vorüber. Nur langsam leert ijch der Platz, der wieder Zeuge eines erhebenden und denkwürdigen Tages gewesen ist.
Professor Speer Generalbau- WeklorfürbleReichshauptstadl
Der Führer und Reichskanzler hat folgende !Anordnung erlassen: Auf Grund meines Erlasses ipom 30. Januar 1937 (RGBl. I S. 103) ernenne ürf) den Architekten Diplomingenieur Professor Albert Speer zum Generalbauinspektor st ü r die R e i ch s h a u p t st a d t.
Albert Speer wurde am 19. März 1905 in Mannheim geboren und ist einer der bekanntesten, auch einer der jüngsten Architekten Deutschlands. Er iift insbesondere bekannt geworden als der Schöpfer der Reichsparteitagsbauten in Nürnberg. Schon 1932 wurde ihm der Umbau und die Einrichtung des Adolf-Hitler-Hauses in Berlin übertragen; im folgenden Jahre leitete er den Umbau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Auch wurde ihm die Gestaltung
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Was lehrt die „Grüne Woche"?
Berlin, 30. Januar 1937.
Bei der Eröffnung der Grünen Woche ist von Generaloberst Göring und Reichsbauernführer Darr6 eindringlich zum Ausdruck gebracht worben, welchen Sinn und welche Bedeutung diese ^ohresschau der Bauernarbeit in der Reichshaupt- !>adt hat. Damit ist zugleich der Inhalt des neuen ^lrbeitsabschnittes für das deutsche Landvolk um- rissen. Die Grüne Woche hat als Lehrschau für Bauern und Landwirte die wichtige Aufgabe, grundsätzlich und an einzelnen Beispielen die Wege Zu weisen, wie es möglich gemacht werden mutz, ®aB dem Boden von der gleichen Fläche, die bisher eine Ernte trug, im Jahr zwei Ernten abgerun- gen werden. Das bezieht sich unmittelbar auf den Swi sch e n fr u ch tb a u, der bei sachgemäßer Durchführung die zweifache Nutzung des Bodens ermöglicht und zur verstärkten Futterge- ®1 n n u n g , zur Schließung der Futterlücke und damit auch zur Schließung der Fettlücke beizutra- 9en. Darüber hinaus kommt es darauf an, a11 - 9 e mein die Erträge aller Zweige des landwirt- l^astlichen Betriebes zu heben, die Qualität der Erzeugnisse zu steigern und jede Möglichkeit der Intensivierung und' der Nebennutzung zu ergrei- stn, um im vollen Umfange die deutsche Nahrungs- stelheit für das heutige Reichsvolk und für ein in Zukunft wachsendes Volk sicherzustellen. In diesem weiteren Sinne gilt es, zwei Ernten im Jahr zu wachen, wie umgekehrt der Verteilungsapparat und die Derbraucherschaft dafür zu sorgen hat, daß Nichts verloren geht und daß mit einer den deutschen Produktionsverhältnissen angepaßten Ernährungsweise die Arbeit des Landvolkes ihren Lohn findet.
Aufgaben des Bauern.
Danach richtet sich denn auch die Aufgabenstellung für die praktische Arbeit des Bauern.
Als Beispiele sind zunächst Fett, Fleisch und Eier herausgegriffen. Allen gemeinsam ist die Notwendigkeit der vermehrten Futtergewinnung und der sorgfältigeren Futterwerbung und Futterverwertung. Im Mittelpunkt steht dabei die allgemeine Einführung des Zwischenfruchtfutterbaues und die Futtertrocknung bzw. Einsäuerung. Im Stall kommt dazu die Ausmerzung minderwertigen Viehes, die ausschließliche Verwendung von anerkanntem Zuchtvieh und die Fütterung nach Leistung. Der Eier- a n f a l l wird wesentlich gesteigert werden können, wenn künftig statt des wilden Rassenwirrwarrs vom Bauern nur noch die anerkannten Reichsrassen gehalten werden: Weißes Leghorn, Reichshuhn, Wyandottes, rote Rhodeländer und rebhuhnfarbige Italiener. Auch dabei ist zu bedenken, daß die Hühner ihre volle Leistung nur im ersten Legefahr hergeben; es ist also eine recht schnelle E r - gänzung durch Zuchtküken erforderlich, womit gleichzeitig der Fleischanfall mit der Geflügelschlachtung steigt. Der Hinweis auf gesunde, luftige und helle Stallhaltung ist nicht vergessen.
Auch die Erhaltungsschlacht, die sich mit der Parole „K a m pf dem Verderb" an die Verbraucher wendet, hat ihre gewaltige Bedeutung für das Land selbst. Von den 1,5 Atilliarden RM., die uns jährlich von unseren Nahrungsgütern durch unsachgemäße Behandlung verloren gehen, ist ein recht erheblicher Teil immer noch auf die Vorratshaltung und unsachgemäße Verwertung auf dem Lande zu rechnen. Die Marktordnung, die Erfassung der Erzeugung und die Verbrauchslenkung sorgen dafür, daß wenigstens der unzweckmäßigen Verwertung einigermaßen vorgebeugt wird. Aber auch in der notwendigen Vorratshaltung ist noch viel zu bessern. Dabei kommt es ebenso auf die richtige Behandlung der Erzeugnisse, auf die Pflege bei der Lagerung wie auch auf die Beschaffung der notwendigen Einrichtungen an.
Seltsames Land der Schotten.
Von Dr.Zrih Wölcken.
Edinburgh, im Januar.
Nein, die Schotten sind nicht geizig! Spricht man irgendwo von Schottland, so fällt natürlich gleich die Frage nach den Schottenwitzen und nach dem Geiz. Aber die meisten Schottenwitze werden von den Schotten selbst zur Hebung des Fremdenverkehrs verfertigt, und das mit dem Geiz trifft nicht zu. Aber das Land hoch oben im Norden, mit kargem Boden und hartem Klima, war immer arm, immer ging es in dem Kampf zwischen Mensch und Etde um das nackte Dasein und in solcher Schule lernt man das ©einige zusammen zu halten. Als die Industrie im neunzehnten Jahrhundert Geld ins Land brachte, da zeigte sich gleich, daß der sprichwörtliche Geiz nur Armut gewesen war, denn es wurde reichlich gespendet. Wie in dem reicheren England sind Krankenhäuser und Altersheime, Volksbibliotheken und Spielplätze nicht staatliche oder städtische Einrichtungen, sondern Stiftungen, die ganz von freiwillen Spenden getragen werden. Es gibt mehr Stipendien als gescheite Studenten, und die akademische Bildung auch der untersten Volksschichten setzt eine alte Tradition fort, denn der arme Student aus kleinsten Verhältnissen, der sich zur Kanzel durchhungert, der Bauer, der zum Pfluge zurück muß, aber sein Latein nicht einrosten läßt, seinen Homer liest ober mit gelehrten Herren über dogmatische oder Altertumsfragen disputiert, sie alle gehören seit Jahrhunderten zum Wesen des Landes, das mit Stolz von feinem „einfachen Leben und hohen Denken" spricht. Noch heute gibt die Universität Edinburgh mitten in der Arbeit ihren Studenten einen Montag frei, damit sie in ihre ferne Dorfheimat zurückwandern können und sich einen neuen Sack Hafermehl auf den Rücken laden, der dann für den Rest des Trimesters reichen muß.
Aber wenn sie auch lachen, das mit dem Geiz ärgert die Schotten doch, denn niemand ist gern arm. Schon weil es das einzige ist, was die Welt von ihnen zu wissen scheint und weil man sie sonst immer mit den Engländern zusammenwirft. Wenn man einen Schotten Engländer nennt, so tut man ihm damit absolut keinen Gefallen. Brite ist er gern, aber nicht Engländer, und gern erinnert er daran, daß die „englischen" Dominions der Bevölkerung nach eigentlich schottisch sind, denn in Kanada und Australien überwiegen die Macs ganz bedeutend, und in der ganzen Welt sind Schotten verstreut, die in der engen und kargen Heimat kein Feld für ihre Arbeitskraft fanden.
Der Schotte läßt sich nicht gern mit dem Engländer zusammenwerfen, aber er hat auch nichts gegen ihn. Und doch ist seit der Vereinigung der beiben Länder Schottland in gewissem Sinne von dem reicheren und stärkeren Nachbarn an die Wand gedrückt worden und das gibt dem Schotten ein gewisses Gefühl von Unterlegenheit, das er gern leugnet. Schottlands völkische Eigenart und staatliches Dasein war so sehr vergessen worden, daß sogar die staatlichen Insignien, Krone und Schwert in einem dunklen Winkel unbeachtet lagen und erst durch archivalische Forschung ans Licht gebracht
wurden. Noch schlimmer wurde es, als das neunzehnte Jahrhundert eine Schicht farblosen Bürgertums nach englischem Muster auf das Land aufschwemmte und jetzt, da eine Welle völkischer Selbstbesinnung durch Europa geht, wird es auch in Schottland klar, daß der Einbruch des kapitalistischen Industrialismus, der die großen Städte und ben „schwarzen Gürtel" des Jnbustriereviers schuf, etwas dem schottischen Bauern- und Kriegertum sehr Wesensfremdes ist. Kapitalismus und rücksichtsloser Industrialismus haben in Schottland wohl schlimmer gehaust als irgendwo sonst in der Welt, und die Zerrbilder von Städten und ihren Bewohnern, die sie hinterließen, sind eine schwere Erbschaft.
Von der alten Sippenordnung sind nur die Sippennamen übrig geblieben, die übrigens alle letzten Endes auf einen nordischen König zurückgehen, So merke d von den Inseln, denn Schottland war ein Teil des großen nordischen Wikingerreichs. Die alten Webmuster sind heute nach dem Vorbild der schottlandbegeisterten Königin Viktoria zur Sonntagstracht des „besseren" Bürgers geworden oder werden wie Matrosenblusen von Kindern und Mädchen getragen und vom Mann, der ursprünglich allein das Recht auf den „kitt", den Schottenrock hatte, schamhaft abgelegt. Diese Webmuster sind, als Sippenzeichen, genau vorgeschrieben, und es erscheint dem Schotten als Unfug, wenn ihm der Ausländer mit einem phantasievollen „Schottenmuster" kommt. Wer nicht zu einer schottischen Sippe gehört und damit ein Anrecht auf den „fortan", bas Sippenmuster, hat, darf vielleicht noch — als Untertan des Königs — das Sippenmuster der Stuart tragen oder eines der neutralen Regimentsmuster, aber ein neues Muster erfinden — das hat nur Königin Viktoria getan.
Heute aber sind die Täler, die einst den Sippen gehörten, leer, die Bauern und Krieger sind vertrieben und nach Kanada verschifft worden, Schafe weiden auf den öden und baumlosen Bergen und Moor- hühner und Hirsche sind die Bewohner der gewaltigen, düster-erhabenen Moore, streifen durch die leuchtenden Täler und trinken an den Wasserfällen und Seen. Die reichsten Leute kommen nach Schottland und pachten sich ganze Inseln und Provinzen, die sie Jagdgebiet nennen, aber nicht darum geht es, sondern um Einsamkeit und Ruhe.
Aber das Land ist ewig. Ueberall weht die Meerluft, der Wind geht stark und unablässig und jagt die Wolken über bie hohen Kuppen, und wie die Formen des Landes bald verschwinden, bald geheimnisvoll hervortauchen, sich im Winter kaum mehr aus einem gespenstischen Dunkel hervorheben, dann im Sommer durch Nacht und Tag silbern leuchten und schimmern, so zeigt sich das wahre Wesen und Gesetz des Landes zwischen Wolken und Wasser. Zwischen Wolken und Wasser verschwimmen die Grenzen zwischen menschlichem und außermenschlichem Dasein, Sicht geht über in „zweites Gesicht", nichts gilt das eigene, nur menschliche Leben, selbst die Sippe ist nur ein Baum im großen Wald, keine Form ist endgültig, alles ist offen.
Mit billigen Mitteln werden sich feuchte Keller abdichten lassen, um die Fäulnis zu verhindern. Für die Vermeidung von Licht und Wärme wie umgekehrt von Frost lassen sich überall Vorkehrungen treffen. Daß Unsauberkeit, Schmutz und Staub die Keimzellen jeglichen Verderbs sind, und peinliche Sauberkeit in Haus und Hof ebenso wie auf dem Land die erste Voraussetzung wirksamer Schädlingsbekämpfung sind, müßte heute eigentlich Allgemeingut des deutschen Volkes sein. Ebenso ist es mit dem Schutz gegen Feuer, das meist auf die kleine Ursache irgendeiner Unachtsamkeit zurückzu- führen ist und doch immer noch jahraus jahrein unerhörte Werte vernichtet. Was dann der sparsamen Hausfrau zur zweckmäßigen Gestattung der Ernährung und zur Handhabung der Hauswirtschaft gezeigt wird, richtet sich natürlich auch an die Landfrau.
Landtechnik bietet sich an.
Ein besonderer Beitrag zum Vierjahresplan und zur tatsächlichen Erzielung von zwei Ernten im Jahr wird von der Landtechnik geliefert. Die unerläßliche Mehrarbeit ist ohne den Einsatz der technischen Hilfsmittel überhaupt nicht zu leisten. Die Verwendung neuzeitlicher Maschinen und Geräte ist ebenso ein Gebot der Selbsterhal- tung wie der Pflichterfüllung. Wieder werden einige Beispiele gezeigt und dabei wird nachgerechnet, wieviel Millionen Menschen zusätzlich ernährt werden könnten, wenn das gesamte deutsche S a a t= g u t vorschriftsmäßig gereinigt und gebeizt wird, wenn die D r i 11 m a f cf) i ft e allgemein zur Anwendung kommt und durch Erntefnaschinen der Aehrenausfall verringert wird. Der allseitige Einsatz von Dämpfkolonnen kann die deutsche Futterwirtschaft vor Verlusten bewahren, die ausreichend sind, um 2 Millionen Schweine zu mästen. Eine Sonderschau erläutert eingehend die Bedeutung und die Möglichkeit der Feldberegnung, die in großen Strichen des deutschen Vaterlandes die Voraussetzung für eine Sicherung der Erträge ist.
Gesunde Ställe-gesundes Vieh.
Was oben über bas Geflügel gesagt wurde, gilt in besonderem Maße für das Großvieh' Beispiel- t a 11 u n g e n in Holz und Eisen geben Anhaltspunkte dafür, wie jeder in seinem Betrieb und nach einen besonderen Bedürfnissen für die Gesundheit des Viehs durch gesunde Stallanlage ohne viel Kosten sorgen kann. Daß die kalte Steinpracht ge- undheitsschädlich ist, weiß man inzwischen wohl allgemein. So werden die Mittel gezeigt, wie man mit einfacher Holzverschalung dem Beschlagen der Wände steuern kann, wie ein bis knapp über den Erdboden geführter Entlüftungsschacht die Stickluft und die Abgase herausbringt, während die noch viel- ach üblichen Luftlöcher in den Wänden lediglich chädliche Zugluft verursachen und deshalb meistens doch verstopft werden. Der saubere Kurz- oder Mittellangstand läßt sich auch mit Klötzen aus imprägniertem Holz Herrichten. Ebenso werden die Kälbertränken und Schweinebuchten zweckmäßig mit Holz hergestellt. Eine billige Hilfe gegen Futtervergeudung ist ein verstellbares Freßgitter aus Holz.
So gibt es eine Fülle von Beispielen, wie der Erzeugungsschlacht in der Viehhaltung gedient werden kann. Dazu gehört auch der Tierschutz, weil orgfältig gepflegte Tiere besonders arbeitslib ig, eistungsfähig, frohwüchsig und gesund sind. Tier- chutz und Tiernutz gehen Hand in Hand. In enger Verbindung damit steht die Bekämpfung der Häute- und Lederschäden. Gerade durch
Tierquälerei gehen noch ungezählte Häute verloren, die für unsere Lederwirtschaft so wichtig sind. Auch die Schädlingsbekämpfung, vor allem die Ausrottung der Dasselfliege, gehört hierzu.
Helfer des Bauern.
Den breitesten Raum der gewaltigen Ausstellung nehmen die Helfer des Bauern ein, die mit der Lieferung der Produktionsmittel zur Hand sind und in der täglichen Arbeit im Dorf. Mit dem Bauerntum hatte auch das Handwerk schlimme Zeiten durchmachen müssen. Heute befinden sich beide im gemeinsamen Aufstieg. Mag der Bauer auch nach Möglichkeit die kleinen Arbeiten selbst erledigen, er braucht doch die ständige Hilfe des Handwerks. Da hämmern die Schmiede und zeigen den Hufbeschlag und den Wagenbeschlag; ebenso ist die Instandsetzungswerkstatt für Landmaschinen und Geräte unentbehrlich. Von den Holzhandwerken zeigen die Stellmacher, die Böttcher, Küfer und Korbmacher ihre Kunst und ihre Unentbehrlichkeit für einen modernen Landbetrieb.
Aus der großen Jndustrieschau können nur einige wenige landtechnische Neuerungen angedeutet werden. Arbeitsmäßig zur Zeit vielleicht am wichtigsten sind die K l e i n s ch l e p p e r, die bei Luftbereifung eine vielfache Leistung in der Bodenbearbeitung erlauben. Ihnen angepaßt sind neue Pflugkörper und Vielfachgeräte, die auch in der Arbeitsweise eine Verbesserung der Bodenbearbeitung bringen. Da sind Geräte, die in immer besserer Form ausgesprochen für den Bauernbetrieb gestaltet sind und sich schnell einführen werden. Neben anderen Drillmaschinen fällt eine Schubrad-Sämaschine auf, die für Kleinbetriebe und Gärtnereien bestimmt ist. Bei den Düngerstreuern ist ein Modell entwickelt, das auch bei der Arbeit am Hang gleichmäßige Leistung zeigt. Eine Kalkstreumaschine ' hat eine Staubfanghaube erhalten, die jede Staubentwicklung verhindern soll. Bei den Erntemaschinen ist auf der einen Seite der Bewältigung auch der schwierigsten Lagerfrucht Aufmerksamkeit geschenkt. Daneben arbeitet eine neue gewaltige Maschine für eine stündliche Förderleistung bis 45 Zentner. Dann haben wir eine Maisdreschmaschine, die allerdings noch nicht voll zu Ende entwickelt zu sein scheint. Für die Pflege der Erzeugnisse dient u. a. ein „2111 eswäsche r" für Kartoffeln, Rüben, Blättergemüse u. dgl. Sehr nützlich kann ein fliegender Sa atgutlüfter werden, der das lästige Um- schaufeln des Saatgutes erspart und auch bei Stapelgütern anderer Art verwendbar ist. Dazu kommen neue Dämpfkolonnen und kleine Schnelldämpfer, kleine Hauswasserwerke, Alleshäcksler und viele andere Hilfsgeräte. — Es ist schon verständlich, mit welcher Aufmerksamkeit und Freude die Zehntausende von Bauern, die täglich in Sonder- Zügen nach Berlin kommen, durch die Ausstellung gehen. Jeder wird eine Fülle von Anregungen rnit- nehmen, um dem Ziel näherzukommen: Zwei Ernten im Jahr! Frithjof Melzer.
Wie die Gangster in Chicago, so treiben in Ihrem Mund unzählige Batterien ihr gefährliches Unwesen. Die amerikanische Regierung Hal ein Heer von hervorragenden Detektiven, die E-Mcn, gegen die Gangster mobilisiert. Und was tun Sie gegen die Feinde Ihrer Gesundheit? Sie haben es bequem und billig: morgens und abends EHIorodont — dann bleiben Sie Sieger über die Batterienfeinde, und schöne weiße Zähne erhallen Sie nebenbei.


