Angelsächsischer Wirtschaftskrieg gegen Japan
die vom Staatsdepartement gegebene BegründuG wonach die Verlängerung der Dienstzeit wegen btf
Handstreich italienischer Sturmkampsboote aus die Flottenbasis von Malta.
Die Verteidigung Lndochinas
Das französisch-japanische Abkommen.
Dienstzeit wegei Vorhandenseins eines „nationalen Notstav' d e s" erforderlich sei, a b g e l e h n t und seinen Ent- schluß statt dessen damit begründet, daß das na*
tionale Interesse in Gefahr sei.
Deutsche Konsulatsbeamte aus USA. zurückgekehrt.
Lissabon, 27. Juli. (DNB.) Die deutschen Äof sulatsbeamten aus den Vereinigten Staaten, die von der U8A.-Regieruna unter haltlosen Derdäcy- tigungen und Anschuldigungen aus g e w ie se-r wurden, sind mit dem Hilfskreuzer „Westpoint" Lissabon eingetroffen. Zu ihrer Begrüßung hatten sich Botschafter Dieckhoff, der deutsche Gesandte in Lissabon von Hoyningen-Hüne, der LandesgruI- penleiter der NSDAP, und viele deutsche Volk';' genossen eingefunden. Die Konsulatsbeamten fW in Sonderzügen nach Deutschland weitergereist. M Hilfskreuzer „Westpoint" hat mit den aus Deutsch' land und Italien ausgewiesenen Konsulcitsbeamttv die Rückreise nach den Vereinigten Staaten onflP treten.
Rom, 26. Juli. (DNB.) Eine Sondermeldung des italienischen Hauptquartiers gibt bekannt: In der vergangenen Nacht ist die außerordentlich stark befestigte Flottenbasis von Malta mit unvergleichlicher Kühnheit von einer Gruppe Sturmkampfboote der Königlich Italienischen Marine angegriffen worden.
Die kleinen Einheiten, die sich bis auf geringe Entfernung an die Hafeneinfahrt heranbrachten, haben berichtet, daß die erzwungene Durchfahrt gelungen ist trotz des heftigen Kreuzfeuers der feindlichen Artillerie und Maschinengewehre, die durch eine flüchtige Entdeckung eines Scheinwerfers alarmiert worden waren. Die gleichen kleinen Einheiten wurden entdeckt und ohne Erfolg beschossen. Acht außerordentlich heftige Explosionen mit hohen Stichflammen im Hafen wurden beobachtet, wodurch der Beweis gegeben ist, daß das kühne Unternehmen des Einbruches von Erfolg gekrönt war.
„Giornale d'Jtalia" schreibt dazu: Mehr als drei Tage hindurch hätten italienische Luft- und See- streitkräfte dem unter außerordentlich starkem Schutz fahrenden achtzehn schwer beladene große Dampfer zählenden Geleitzug zugesetzt, der dem durch
die zahlreichen Luftangriffe stark mitgenommenen Mittelmeerstützpunkt Englands Munition, Brennstoff usw. zuführen sollte. Am Freitag habe man die Schiffe, denen es gelungen war, unter dem Schutz des diesigen Wetters die Straße von Sizilien zu passieren, noch ungelöscht im Hafen von Malta gewußt. Ein reiches und sicheres Ziel habe sich geboten. Blitzschnell sei der Entschluß zum Einsatz der Sturmkampfmittel der Marine beschlossen und ebenso schnell durchgeführt worden. Acht Explosionen, acht Flammensäulen, die hinter den Sperren, also inmitten des Hafens im Liegegebiet der feindlichen Schiffe aufstiegen, hakten den Erfolg bezeugt. Dem großen Erfolg dieser eines der wertvollen Geheimnisse der italienischen Wehrmacht bildenden Sperrbrecher seien lange Jahre der Vorbereitung und Entwicklung oorangegangen. In völligem Stillschweigen habe die italienische Kriegsmarine dieses „ebenso winzige wie leistungsfähige Kampfmittel" geschmiedet und körperlich und seelisch die zu ihrer Handhabung bestimmten Männer vorbereitet, die bei ihrem Einsatz mit Sicherheit wüßten, daß ihr Schicksal Tod oder Gefangenschaft sei.
Einfrierung japanischer Guthaben in LlGA. und England.
Washington, 26. Juli. (Europapreß.) Präsident Roosevelt verfügte am Freitagabend die Einfrierung aller japanischen und chinesischen Guthaben in den Vereinigten Staaten. Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Gleichzeitig hat auch die britische Regierung die Einfrierung sämtlicher japanischer Guthaben verfügt. Diese Maßnahme erstreckt sich auf das gesamte britische Empire. Politische Kreise Londons weisen auf die Erstmaligkeit einer solchen Maßnahme gegen ein Land hin, das „weder als Feindmacht noch als vom Feinde kontrolliertes oder besetztes Gebiet" erklärt worden ist. Gleichzeitig wird angedeutet, daß die jetzt eingefrorenen japanischen Vermögenswerte besonders in den britischen Fernoftkolonien und in Australien -beträchtlich seien. Weiter wird berichtet, daß die USA. und Kanada alle j a p a n i - Id) en Schiffe, die sich in amerikanischen Gewäs- ern befinden, mit Beschlag belegt hätten. Die vor er USA.-Westküste liegenden japanischen Schiffe haben die Funkverbindung mit den Nordamerika- niscben Küstenstationen eingestellt. Sämtliche javanischen Schiffe sollen auf eine Anweisung von Tokio abgedreht haben.
Japans Gegenmaßnahmen.
Tokio, 27. Juli. (Europavreß.) Die japanische Regierung erließ ein Gesetz üoer die Kontrolle aller Auslandskapitalien und -guthaben in Japan. Die gleichzeitig erlassenen Ausführungsbestimmungen verfügen die Einfrierung aller Guthaben von USA.« Staatsangehörigen und UZA.-Firmen sowie von Untertanen aller USA.-Besitzungen einschließlich der Philippinen. Auf Grund Der Bestimmungen des javanischen Finanzministeriums über die ausländischen Guthaben in Japan werden praktisch auch alle englischen Guthaben in Japan njit dem Augenblick einfrieren, da in Tokio offiziell die Einfrierung der japanischen Guthaben in England begannt wird. Im Auftrag der Churchill-Regierung unterrichtete der britische Botschafter Craigie den japanischen Außenminister Toyoda, daß die Briten alle mit Japan geschlossenen Handels- und Schiffahrtsverträge kündigen.
Finanzminister Ogura stellte fest, daß die Auswirkung der nordamerikanischen Maßnahmen verhältnismäßig gering sei. Erstens seien die japanischen Guthaben in den USA. nicht groß und zwei- tens sei der Handel zwischen beiden Ländern seit Monaten ständig zurückgegangen. Auch die Kündi- gung des Handelsabkommens zwischen England und Japan stelle für Japan keinerlei Grund für irgend» eine Beunruhigung dar. Man dürfe versichert sein, daß Japan darauf zu reagieren wisse. Ostasien mit Japan, Mandschukuo und China als Zentrum verfüge über große Rohstoffquellen, es sei daher die vordringlichste Aufgabe Japans, alles für die Schaffuna des unabhängigen asiatischen Wirtschaftsblocks emzusetzen. Außerdem werde man der Sicherstellung der Lebensbedürfnisse des Volkes größte Aufmerksamkeit schenken, da finanzielle und wirtschaftliche Probleme in engster Verbindung ständen mit diesen täglichen Lebensbedürfnissen des Volkes.
Die U S A. - G u t h a b e n i n I a p a n, die von der japanischen Gegenmaßnahme betroffen werden, schätzt „Tokio Nitschi Nitschi" auf insgesamt 215 Millionen Dollar. Roosevelt, so schreibt das Blatt, glaube vielleicht, daß sich Japan durch Druckmittel zu einem Kompromiß bewegen lasse. Aber auch der nordamerikanische Wirtschaftsdruck gegenüber Japan habe feine Grenzen. Beispielsweise werde eine Abschneidung der von den USA drin-
Vichy, 26. Juli. (Europavreß.) Zum Abschluß der Besprechungen zwischen Frankreich und Japan über Jndocyino ist folgende japanische Erklärung veröffentlicht worden: „Seit dem Abschluß des im Monat August 1940 von Außenminister Matsu- o k a und dem französischen Botschafter Arsöne Henry unterzeichneten Abkommens haben sich die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Französiscy-Jndochina ständig konsolidiert. Sie haben sich rasch weiter entwickelt durch die Abkommen, die im Anschluß hieran getätigt wurden. Im Anschluß an die freundschaftlichen Besprechungen ist eine vollständige Ueberein ft immun g zwischen den beiden Regierungen verwirklicht morgen. Die japanische Regierung ist fest entschlossen, die Pflicyten zu erfüllen und bie Verantwortung zu tragen, die ihr infolge der verschiedenen mit Frankreich bestehenden Abkommen zufallen, und besonders auf Grund ihrer übernommenen feierlichen Verpflichtung mit Bezug auf die Achtung der territorialen Integrität von Franz osisch-Jndochina und der Sou
veränität Frankreichs aus dieser Union. Die japanische Regierung, die weiter an der Festigung der französisch-japanischen Freundschaftsbande arbeitet, hofft zur gemeinsamen Prosperität der beiden Nationen beizutragen."
Vom französischen Außenministerium wird in Er- gänzuna dieser japanischen Erklärung folgendes hinzugefügt: „Seit einiger Zeit bildete die Frage der Verteidigung von Jndochina in Anbetracht der außerordentlichen Umstände den Gegenstand von Besprechungen zwischen der französischen und der japanischen Regierung. Im Geiste, der die Erklärungen vom 30. August 1940 und die diplomatischen Akte vom 6. Mai 1941 beseelt, haben diese Besprechungen zu einem Abschluß geführt. Abkommen, die gegenwärtig noch geprüft werden, werden die praktischen Modalitäten der französischjapanischen Kooperation im Hinblick auf die gemeinsame Verteidigung Jndochinas festlegen, im Rahmen ber Achtung der territorialen Integrität und der Souveränität Frankreichs über alle Teile dieser Gebiete der Union:
gend benötigten Rohmaterialien aus den Südsee- gebieten, vor allem Gummi und .Zinn, für Nordamerika mindestens dieselbe Wirkung haben, wie sie sich Roosevelt von seinen Maßnahmen gegen Japan verspreche. Die Haltung Roosevelts gegenüber den Mächten des Dreierpaktes sei mit der gestrigen Maßnahme zweifellos gegenüber Japan endgültig klar. Hier zeige sich die neue Form der sogenannten USA.-Dollar-Diplomatie. Japan werde in engster Zusammenarbeit mit Nanking und Hsingking geeignete Gegenmaßnahmen zu treffen wissen. England sei der USA.-Maßnahme gefolgt und habe außerdem die Handelsverträge mit Japan gekündigt. England glaube ebenso wie die USA., daß nunmehr die erfolgreiche Wirtschaftseinkreisung Japans vollzogen sei. Doch der Handel zwischen Japan und dem britischen Empire bzw. Indien und Burma sei durch den Krieg und durch britische Maßnahmen an und für sich schon fast bis zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Schon seit dem Frühjahr plane England derartige Maßnahmen. Sie bewiesen, daß England nicht in der Lage sei, wirkungsvolle Aktionen gegenüber Japan durchzuführen. Der Schutz, den man Japanern in britischen Gebieten auf Grund dieser Verträge zu- gesichert hatte, sei schon längst illusorisch durch Verhaftungen und andere japanfeindliche Maßnahmen. „Die Lage im Fernen Osten hat einen Zustand erreicht, wo Japan eine entscheidende Aktion zur Selbstverteidiguna ergreifen muß." Mit diesen Wor» ten antwortet „Kokumin Shimbun" auf die Drohungen des nordamerikanischen Präsidenten Roosevelt gegenüber Japan. „Dem nordamerikani-schen Volk sollte klar sein", so fährt das Blatt fort, „daß das japanische Volk nicht durch Drohungen beeinflußt werden kann. Welchen Druck die USA. auch aus üb en, Japan wird niemals zögern, alle zur Selbstverteidigung erforderlichen Maßnahmen durchzuführen. Die Einmischung der USA. im Fernen Osten steigt ständig. Japan aber ist bereit, jede Einmischung entschlossen zurückzuweisen und gegenüber allen Hindernissen entschlossen zu handeln."
LlGA.-Ornck aus Brasilien.
Rom, 27. Juli. (Europapreß.) Die Regierung der USA. maße sich nun auch schon die militärische Kontrolle Brasiliens an. Die Ankündigung des Generals Marshall, USA. habe nun auch Pernambuco als Stützpunkt für feine Wehrmacht gewühlt, bestätige diese Tatsache, so äußert man sich in Rom; der von den USA. auf die ibero-amerikanischen Republiken ausgeübte Druck richte sich vor allem gegen den größten und wehrfähigsten dieser Staaten, gegen Brasilien. Die an Brasilien gestellten Forderungen der Einrichtung eines ständigen, unter dem Vorsitz der USA. stehenden gemischten Militä raus sch us- s e s, dessen Aufgabe die Verwirklichung gemeinsamer Maßnahmen zur Verteidigung Brasiliens einleiten solle, bedeute in Wahrheit die Unterordnung der brasilianischen Militärhoheit unter jene der Vereinigten Staaten. Um Brasilien für die Forderungen der USA. zu gewinnen, gleichzeitig aber auch vor der Weltmeinung zu kompromittieren, flüstere man Brasilien ein, so rasch als möglich Holländisch-Guayana zu besetzen und diesen Willkürakt mit der von den Vereinigten Staaten erfundenen Formel zu begründen, es müsse verhindert werden, daß die Achsenmächte auf Guayana Fuß fassen könnten. Giornale d'Jtalia schreibt dazu, dieses Vorgehen der USA. sei ein neuer Beweis der von Washington betriebenen, heuchlerischen Gewaltpolitik, den neuesten Vorstoß der USA. gegen eine ibero-amerikanische Republik. Das klare Ziel dieser erpresserischen Gewaltpolitik sei auch die Verwicklung dieser Staaten in jenem Zusammenprall der Mächte, von dem sich die ibero- amerikanischen Republiken weise fernhalten wollten.
Oie fünfte Kampfwoche.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Am Samstag ging die 5. Kampfwoche gegen iitz Sowjets zu Ende. In ihr ist eine Material- Dernichtungsschlacht von ungeheuren Ausmaße durchgekämpft worden, die in ihrem Ablauf uch hinsichtlich des neuartigen Kampfes in Tiefen, zonen der großen Schlacht zwischen Kanal mfr] Maas vom 7. bis 14. Juni 1940 ähnelt. Di^ Schlacht schuf damals die Voraussetzung für dir endgültige Entscheidung des Krieges im Westen. Är unterscheidet sich jedoch in zwei wesentlichen Puch ten von der jetzigen Material- und Vernichtung, schlacht im Osten. Einmal umfaßte sie eine Front« ausbehnung von nur 400 Kilometer, während dir jetzige Schlacht im Osten eine s e ch s mal große Frontbreite aufweist. Der zweite Unhr« schied ist darin zu erkennen, daß uns 1940 in diesen Kämpfen im Westen nach dem Ausfall der del. aischen Armee und des englischen Expeditionskorps im wesentlichen nur noch Truppen gegenüberfton. den, deren Ergänzungsmöglichkeiten bereits schwächt waren. Im Osten hat es sich nun gezeigt, daß die Sowjets trotz der gewaltigen bisherigen Einbußen an Menschen und Material in der Log waren, immer neue Truppenverbände heranzubringen, deren Kampfkraft vielfach zwar nicht mehr vollwertig war, die aber doch erst jy zähen und blutigen Kämpfen nacheinander nieder, gerungen werden mußten. So stellt sich die gewtf. tige Material- und Vernichtungsschlacht ostwönr der „Stalin-Linie" als ein fast ins Ueberdimensv. nale potenziertes Ringen um die Entscheidung dar, in dessen Verlauf die sowjetische Verteidigungsstont in zusammenhanglose Gruppen zerrissen wird. Ditle von diesen Gruppen konnten bereits einzeln nieder, gerungen werden. Gleichzeitig mußten aber stark, Entlastungsangriffe neu herangeführter Sowjet, verbände abgewiesen und damit das weitere Dor« bringen nach Oste» erkämpft werben. Im Verlach bieses zähen Ringens finb nun bie vorbem noch etwas abhängenben Infanterie-Divisionen aufee. rückt, bie Panzerverbänbe haben ihnen bie SäM rung bes Kampfgelänbes unb das Aufräumen der mehrfachen Kessel erleichtert. Jetzt ist ber Zeitpunkt abzusehen, an dem alle biefe Kräfte nach bem Nie» berringen bes immer verzweifelter fämpfenben Oeg. ners zu neuem Eingreifen bereitstehen.
Bereits am 17. Juli wies der Wehrmachtbericht darauf hin, daß sich jetzt an der gesamten Ostfro^I rund neun Millionen Soldaten im Kampf gegen, überstehen, dessen Ausmaß alle geschichtlichen Tor. stellungen übertrifft. Es ist selbstverständlich, daß eine solche gigantische Massen- und Materialschlacht ihre Zeit braucht. Die großen Materialschlachlen des Weltkrieges haben mehrere Monate gebauert Nun übertrifft aber bie jetzige Schlacht sowohl in der räumlichen Ausdehnung als auch hinsichtlich des Einsatzes von Kämpfern und Material die großen Materialschlachten des Weltkrieges bei weitem. Außerdem haben sich im Weltkrieg die Geanerf in diesen Materialschlachten bis zur Erschöpfung gegeneinander abgerungen unb ge» schwächt. Heute haben bie deutschen Truppen den Sowjets gewaltigste Verluste beigebracht, ohne ———। । !!■■■ bie „Apostel des Friedens" zeigten sich somit bm ernt) als Heraufbesckwörer von Unordnung uin Konflikten und als Agenten einer angriffslustixeii Vorherrschaft, die den gegenwärtigen AugenlM nützen wolle, um ihre raubgierigen Hände auf bt ganzen westlichen Erdteil zu legen.
Carmona auf den Azoren.
Lissabon, 27. Juli. (Europapreß.) Der por tugiesische Staatspräsident, General C a r m o n a.l wurde nach seinem festlichen Einzug in Ponßaj D e l g a d a auf den Azoren im Regierungspalost begrüßt. Der Präsident der Stadtverwaltung unb ber Zivilgouverneur von Ponta Delgaba versiehe!- ten, daß die Bewohner von Konta Delgada auch weiterhin die gleichen Portugiesen sein werden nie immer. In seiner Antwort führte der portugiesisch Staatspräsident u. a. aus: ,;Jcb grüße alle Öl' wohner dieser herrlichen Insel uno fühle den berech tigten Stolz, in dieser Stunde feierlich zu erklären! Hier ist Portugal, das Portugal ber gleich« »en, ber gleichen Sprache, bes gleichen Glin- er gleichen Trabition, mit allen Bindungen, die die Einheit einer Nation stärken und befestig« > können. Leider ist die Freude dieser Kundgeburz i durch den Krieg getrübt, der augenblicklich bie 5ta« 1 Honen mit Trauer erfüllt. Als vor 500 Jahren u.n- fere Vorfahren hierher kamen, herrschte gleichfalls Krieg in Europa. Damals war Portugal in bei brennenben Welt eine Zone des Fri« ! bene, unb das wird es auch heute fein. Um dies« Frieden zu erhalten, haben wir keine Anstregnu.»'! gen und keine Arbeit gescheut, und wir werdens weiterhin bestimmt alles tun, was nöligI ist, in der ernsthaften Ueberzeugung, daß wir baitiO nur unsere Pflicht tun." Der Staatspräsident schkv mit einem begeisterten Ruf voller Vertrauen in die Stärke des portugiesischen Heeres und ber portugiesischen Marine, bie Portugal als wachsame Boi- posten feiner Rechte unb feiner nationalen Eh« auf bie Azoren verlegt habe.
LlSA.-SenatSausschuß
für die Oienstzeilverlängerung.
Washington, 27. Juli. (Europapreß.) M i> neun gegen eine Stimme hat der MilM' ausschuß des Senats bie Vorlage gebilligt, bie einu Verlängerung ber Dienstzeit für die Nationalgarben und bie Reserven ber Armee übet ein Jahr hinaus forbert. Der Ausschuß I
Gozo in den Norb» und Südkanal. Die kleine Insel Filfota ist unbewohnt. Die Bevölkerung Maltas beläuft sich ohne die britische Besatzung auf 265 000 Personen. Die wichtigsten Städte sind Valletta mit 23 000 Einwohnern, genannt «ach dem Ordens- großmeister Jean de la Valletta (1565) unb Nota» bile. Die Sübwestseite ber Insel hat Steilküste, während die Nordostseite allmählich zum Meer ausläuft. Ausgesprochener Flachstrand ist nur in den inneren Abschnitten einiger Buchten vorhanden.
Malta ist, ebenso wie Gibraltar, Kronkolonie. Ein Verwaltungsbeirat von 20 Mitgliedern besteht aus zehn, die vom Gouverneur ernannt werden und zehn, die die Bevölkerung wählt. Vorsitzender ist der Gouverneur, der Stimmrecht hat und infolgedessen auch Beschlüsse der zehn von der Bevölkerung gewählten Mitglieder einfach niederstimmen kann.
Seit vielen Jahrhunderten ist italienisch die Sprache der gebildeten Kreise, insbesondere der Geistlichkeit, der Juristen und der Universität. Seit 1881 werden in den höheren und mittleren Schulen Maltas die Hauptfächer ausschließlich in englischer Sprache gelehrt.
Der Schiffsverkehr ist bedeutend: 1937 liefen 2507 Schiffe mit 4,4 Millionen BRT., darunter unter britischer Flagge 2,5 Millionen BRT., Malta an. Malta ist Flottenstützpunkt erster Klasse und war im Frieden Hauptliegeplatz und Reparaturhafen für die britische Mittelmeerflotte. Welch hohen Wert England auf den sicheren Weg durch das Mittelmeer legt, geht daraus hervor, daß schon im Frieden die Mittelmeerflotte etwa ebenso stark war, wie die aktive Heimatflotte. Zur Zeit ist sie sogar stärker. Der Umfang und die Leistungsfähigkeit Der Malteser Werften und Docks übertrifft Die von Gibraltar ganz erheblich.
Die zentrale Lage der Inselgruppen an der Trennungslinie des westlichen' und östlichen Mittelmeerbeckens war vor Entwicklung der Luftwaffe von geradezu ausschlaggebender Bedeutung für die Kriegführung im Mittelmeer. Die Bedrohung aus ber Luft hat jedoch die Verwendungsmöglichkeiten des Stützpunktes eingeschränkt und bereits während der Abessinienkrise 1935/1936 zur Verlegung bes größten Teils der Mittelmeerflotte nach den Stützpunkten im östlichen Mittelmeer — Alexandria und im kleineren Umfange Haifa — geführt. Seine Bedeutung als Anlaufhafen für die Geleitzüge und als Reparaturbasis für kleinere Einheiten hat es aber auch heute noch behalten. Vor allem ist es als Zwischenstation für Flugzeuge, die nach dem Osten wollen, nach Wegfall der französischen Stützpunkte an der Nordküste Afrikas von erhöhtem Wert geworden. Die Anwesenheit starker britischer Luft- ftreitträfte auf den Fliegerhorsten der Insel, deren Zahl auf mindestens sechs geschätzt wird, bedeutet eine dauernde Bedrohung Siziliens unb Unteritaliens, sowie der etwa in der Straße von Sizilien operierenden feindlichen Seestreitkräfte. Die deutsche und italienische Luftwaffe haben allmählich die mit Befestigungs- unb Flugzeugabwehranlagen gerabezu gespickte Insel so zugebeckt, daß die Engländer wohl oder übel sogar den von den deutschen Stukas schwer mitgenommenen Flugzeugträger „Jllustrious" nach notdürftiger Reparatur in Malta zur Wiederherstellung der GefechtstäHgkeit nach Alexandria geschafft haben.
Die fortifikatorischen Anlagen zur Verteidigung der Stadt Valletta unb der Küstenlinien sind im Lause der Jahre so stark ausgebaut, daß eine Einnahme der Insel durch ausgeschiffte Landungskorps jedenfalls keine leichte Aufgabe sein dürfte. Die Hauptwiderstandslinien, die sogenannten „Victoria Lines" erstrecken sich in einer Gesamtlänge von etwa 13 Kilometer von Nordosten bis Nordwesten der Insel. Unter Benutzung der natürlichen Vorteile des Geländes sind sie auf den Nordabhängen eines Höhenzuges angelegt unb sollen wohl das Vordringen eines etwa gelandeten Gegners in das Innere abriegeln. Die in den Verteidigungswerken aufgestellten Geschütze gehen vom leichten 5,7 cm bis zum schweren 23,4 cm.
Die Luftabwehr ist auf der Insel, besonders in und um Valletta, sowie in Marso Scirocco im Südosten der Insel sehr stark ausgebaut. Eine große Anzayl schwerer unb leichter Flak, sowie Flak-MG. machen bei jedem Angriff den deutschen und italienischen Flugzeugen das Leben sauer. Gegen das Eindringen von Unterseebooten, Schnellbooten, Torpedoflugzeugen sind die Hafeneinfahrten durch , Unter- und Ueberwassersperren geschützt. Es handelt sich bei derartigen Sperren um Netz-Bojen-Sperren, sogenannte Torpedo- und U-Boot-Sperren, sowie um Kombinierte U-Boot- und Schnellboot-Sperren.
Malta ist auch die wichtigste Zwischenstation für den Kabelweg nach Indien. Die Staatswerft in Malta ist reine Reparaturwerft unb für sämtliche Ueberholungs- unb Jnstandsetzungsarbeit von Kriegsschiffen jeder Art und Größe ausgerüstet. Die Belegschaft belief sich 1939 auf 9400 Mann. Fünf Trockendocks und ein Schwimmdock (65 000 Tonnen) stehen zur Verfügung. Die gewaltige Ausdehnung der Befestigungs- und Werftanlagen auf Malta lassen es, auch für den Nichtfachmann, verständlich erschetnen, daß eine Nied^ kämpfung dieser Insel durch Luftbombardements <jeit braucht, im Interesse der Beherrschung ber Straße von Sizilien wäre die Lahmlegung von Malta wünschenswert/ Für die Engländer kommt noch hinzu, daß gerade in Malta in den teilweise unterirdischen Tankanlagen eine starke Reserve an Treiböl aufgespeichert werden kann, bie in die Hunberttausende von Tonnen geht.
Churchill sagte in einer seiner letzten Unterhausreden wörtlich: ber Verlust unserer Stellung im
Mittelmeer unb auf Malta wären bie schwersten Schläge, die wir überhaupt erleiden könnten. Wir sind daher entschlossen, um diese Stellungen mit dem gesamten Machtaufgebot des britischen Empire zu kämpfen." Aus diesen Worten ergibt sick) die hohe Bewertung, die Großbritannien auch heute noch Malta beilegt unb damit zugleich die Notwendigkeit des nahezu täglichen Bombardements der Insel durch die Luftwaffe.
102 britische Flugzeuge an drei Tagen.
Berlin, 26. Juli. (DNB.) Die britische Luftwaffe hat bei ihren Einflugoersuchen an der Kanalküste am 22. Juli 15, am 23. Juli 54 unb am 24. Juli 33 Flugzeuge im Luftkampf, burch beutsche Flak, Marineartillerie unb Vorpostenboote verloren. An drei Tagen hat somit die britische Luftwaffe ihre Versuche, über den Kanal nach dem Festlande einzufliegen, mit insgesamt 102 abgeschossenen Flua- zeugen bezahlen müssen. Diese Verluste sind um so schwerwiegender, als die britische Luftwaffe zahlreiche viermotorige Flugzeuge mit erfahrenen Besatzungen verloren hat. Der Ersatz wird für England äußerst schwierig. Die Unterlegenheit der britischen Luftwaffe spiegelt sich in den sehr niedrigen Verlusten an deutschen Flugzeugen wider, von denen im genannten Zeitraum nur sieben verlorengegangen sind.


