Ausgabe 
28.6.1941
 
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Aus -er Stadt Gießen

zu

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Seifere Verbesserungen im Familienunterhalt

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Zulagen des Arbeitgebers des Ginbti lfenen, die aus Anlaß -er Verheiratung des Ein,

Haltung von Lebens. Einberufener der Familien-

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16. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

'IX'

Arterienverkalkung

Aber was kann Wenn Lietzendorf technische Problem versagt er. Es ist

ten werden.

Zur Aufrechter

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wenigstens wüßte, wie sie das lösen wollen. Aber gerade da schon ein Jammer!

rechtigt werden) können als familienuntsrhaltsde, rechtigt anerkannt werden, wenn der Einberufen» ihr Ernährer war und ihr Einkommen niedrige? ist als der örtliche Unterhaltssatz zuzüglich vek Miete.

Verdunkelungszeit

28. Juni von 21.49 bis 5.01 Uhr.

29. Juni von 21.49 bis 5.01 Uhr.

Die Dominiks.

Roman von Hellmuth M. Böttcher.

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weniger, als Lind wissen möchte. Das einzige Wichtige ist, daß die Dominiks wieder U-Boote bauen wollen und daß sie an einer Einheitsan- triebsmaschine herumschnüffeln man schon damit anfangen?

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nisation der DAF sammeln die DRK.-Führersch« und die Helfer und Helferinnen in Stadt- in

Die Höhe, in der die Aufrechterhaltung erfolgt, rüfy tet sich nach der Zahl der Kinder, ebenso die Höhe des Sicherungsbeitrages.

Das Nähere ist aus dem Erlaß zu ersehen, der in Nr. 26 des Ministerialblattes des Neichsministerr des Innern abgedruckt ist. Der Erlaß tritt am 1. Juli d. I. in Kraft.

rufenen,__________ ___ ______ ____ , _

berufenen oder der Geburt eines Kindes in dem üblichen Umfange laufend gegeben werden, dürft» künftig über die Einkommenhöchstgrenze hinaus an, rechnungefrei gewährt werden. Ferner darf bei tariflichen Lohn- oder Gehaltserhöhungen, die bet Einberufene z. B. mit Rücksicht auf die Erreichung einer bestimmten Altersstufe oder einer Beforbk« rung ohne die Einberufung erhalten haben würde, die Einkommenhöchstgrenze um den Unterschieds« betrag zwischen 86 v. H. der bisherigen tatsächlichen Bezüge und 85 v. H. der neuen Bezüge überschritt

war und unverheiratete mknderjährige Kinder hat. "N begün ...... * * " ** V-li höeninbujtrie Hohe M unb die Tochenans 'bis 381 get . ÄÄereeh M von 200

harte Nüsse zu knacken. Aber die Kleinsten in Spa« nien hoben runde Backen ...

Außerhalb der spanischen Hauptstadt sieht man noch heute Bunker und Unterstände, die seit dem Ende des Bürgerkrieges ebenfalls zu menschlichen Behausungen hergerichtet wurden. Während der Wagen über das breite W-ellenband der Straße MadridAranjuez dahingleitet, zeigen sich weitere Krieoswunden, an deren Heilung stellenweise mit Nachdruck gearbeitet wird. Das Gesamtbild erhält durch die Herbheit der Landschaft einen ernsten Cha­rakter. Zu beiden Seiten der Straße schuf die Na­tur wie zum Trost leuchtende blaurote Teppiche von vielen Millionen Korn- und Mohnblumen. Auf den weiten Brachflächen weiden Merino-Schafe in klei­nen, dichten Herden; ein Zeichen der noch immer weitverbreiteten extensiven Bewirtschaftung des spa­nischen Bodens. In einem Lande, dessen Bevölke­rung vielerorts Not leidet, wird dies erst im Zusam­menhang mit dem schweren Aderlaß des Bürger­krieges verständlich, dem daraus resultierenden Man­gel an Arbeitskräften und Maschinen in der Land­wirtschaft und dem hoffnungslosen Mangel an Initiative, der das Land in allen seinen Schichten lähmt, und die stille Verzweiflung jedes

Landkreis Gießen. Wer eine Heckenrose erworben und sein Opfer gebracht hat, wird sich gewiß die Gelegenheit nicht entgehen lassen, persönlich einen Einblick in die verantwortungsvolle und fegen», reiche Tätigkeit des Deutschen Roten Kreuzes

Klaren Kopf

durch Klosterfrau-Schnuvfvulver, aus Heilpflanze«^ hergestellt und seit über hundert Jahren vewäbm Kopfschmerz schwindet oft bald nach mehreren Bris« und der Kom wird freier. Klosterfrau-Schnupfvulv« wird hergestellt von der gleichen Firma, die bett bekannt guten Klosterfrau-Melissengeist erzeugt.

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fei

Mütter.

Es ist Sommer geworden, richtiger Sommer mit dunkelroten Rosen und weißen Jasminbüschen. Es duftet herrlich! In keinem Monat des Jahres riecht es jo schon wie im Juni. Der warme Wind bringt Wolken von Heu- und Blütenduft. In den Gärten prangen noch die weißen Pfinastrosen, üppig stehen Akelei und Stiefmütterchen. Ich will aber von rich­tigen Müttern erzählen!

Was krabbelt denn dort am Wege? Es ist ein kleines Vogelkind, das wohl zum ersten Mal einen Ausflug ins Grüne gewagt hat. Nun versucht es, in die Höhe zu kommen und den nächsten Ast zu erreichen. Doch die kleinen, ungeschickten Flügel tragen es nicht. Hilflos flatschert es herum, von Zeit zu Zeit ängstlich piepsend. Da höre ich die Mutter locken, immer wieder und immer wieder ruft sie. Nun kommt sie herbei, selber klein und schmal von der vielen Arbeit mit den Kindern. Und jetzt ruft sie unaufhörlich und fliegt aufmun­ternd vor ihrem Sorößling her, von Ast zu Ast, wieder herunter, wieder hinauf, unermüdlich lockt sie:Komm doch! Komm doch!" Das Junge ver­sucht es noch einmal und es gelingt. Der nied­rigste Ast ist erreicht. Triumphierend klingt nun der Ruf der Mutter:Siehst du, es geht! Siehst du, es geht!"

Befriedigt setze ich meinen Wea fort. Da kommt eine junge Mutter, die ihren Kinderwagen vor sich herschiebt. Mit Lächeln und Nicken und komischen Tönen unterhält sie sich mit ihrem Kind, das die Aermchen verlangend ausstreckt und mit einem strahlenden Lächeln antwortet.

Und wieder kommt eine Mutter, sie ist mit zwei schweren Taschen beladen. Ihr Kind, ein dicker, kleiner Junge, trabt mißmutig und schwitzend ein ganzes Stück hinterher. Jetzt bleibt er stehen und erhebt ein Jammergeheul. Auch die Mutter bleibt stehen und ruft und lockt:Günter, so komm doch! Komm, gib mir dem Händchen, ich führ dich!" Günter brüllt weiter. Die Mutter ruft wieder un­schließlich geht sie zurück, nimmt ihre Taschen in eine Hand und den Jungen auf den andern Arm. Getröstet schluchz^ Günter noch mal, dann lacht er.

Als ich dann zv Hause bin, kommen zwei kleine, barfüßige, sonnenbraune Kinder an. Der Bruder ist vier und die Schwester sechs Jahre alt. Sie wollen einen geliehenen Gegenstand mit Dank von der Mutter zurückbricktzen. Zögernd bleiben die Zwei dann stehen:Ursula", sagt das Bübchen,frag doch mal, ob wir nichts kriegen!?" Ich muß lachen, natürlich haben sie Anspruch auf Zurückbringelohn. Die Schwester aber mit fixer Hand gibt dem Bru- der einen Klaps und sagt streng, ganz im Tone einer Mutter:Wir dürfen nicht betteln!" E. L. St.

Dornötizen.

Tageskalender für Samskag.

Gloria-Pakast, Selterswea:Dreimal Hochzeit". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Erste Liebe".

Tageskalender für Sonntag.

Stadttheater: 19 bis 22 UhrDas Land des Lächelns". Gloria-Palast, Seltersweg:Dreimal Hochzeit". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Erste Liebe".

Vom Stadttheater.

Am Sonntag, 29. Juni, verabschieden sich in der letzten Operettenaufführung dieser Spielzeit Gerti Vogt, Heinz Müller und Christoph Reu« land. Reuland, der zwei Jahre tn Gießen wirkte, sang als 1. Operettentenor fast alle Partien dieses Faches, z. B. aus derFledermaus", dem Zigeunerbaron",Gasparone",Vogelhändler", die Titelgestalt desPaganini" in Suppös gleich­namiger Operette. Auch in der Oper Jang er als Tenorbuffo wesentliche Partien, so in Mozarts Entführung", inLustige Weiber",Cavalleria rufticana",Bajazzo",Schwarzer Peter",Bar­bier von Sevilla" undMadame Butterfly". Am Sonntag singt er zum letzten Male den Prinzen Sou-Chong inLand des Lächelns". Für die neue Spielzeit wurde Reuland an die Städtischen Büh- nen Nürnberg verpflichtet. Gerti Vogt sang als Operettensoubrette u. a. inPaganini",Vogel- Händler",Tanz ins Glück" undBoccaccio". Wir hören sie zum letzten Male alsMi"; sie wurde an das Staatstheater Krakau verpflichtet. Heinz Müller war als 1. Operettenkomiker verpflichtet; er spielt u. a. inBoccaccio", imDogelhändler" und imTanz ins Glück", im Schauspiel u. a. in

Leutnant 23an)" und in HauptmannsDer Biber­pelz". Er wurde ebenfalls für die nächste Spielzeit an datz Staatstheater Krakau verpflichtet.

Am Dienstag, 1. Juli, gibt die Kammerschau­spielerin Hilde W a g e n e r vom Wiener Burg- tyeater mit Ensemble ein einmaliges Gastspiel im Stadttheater; zur Aufführung kommt die vieraktige KomödieCharlotte Ackermann" von Juliane Kay. Hilde Wagener ist dem Gießener Publikum durch ihr vorjähriges Gastspiel in der KomödieDer Blaufuchs" in bester Erinnerung, wie sie den Freunden des, Films durch ihre zahlreichen Film- rollen z. B. inDie ganz großen Torheiten" be- kannt ist.

Oos Rote Kreuz stellt aus.

Heute und morgen, Samstag und Sonntag, sam. melt das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsfront für das 2. Kriegshilfswerk. Zum Verkauf werden diesmal Heckenrosen in vier verschiedenen Ausführungen angeboten werden. Die DRK.-Bereitschaft (m), Gießen 1, baut zu dieser Sammlung neben der Rettungsstelle am Kanzlei- berg, Ecke Sonnenstraße, ein Derbandszelt auf, das vom Publikum besichtigt werden kann. Außerdem werden dort die beiden neuen großen Kranken­transportkraftwagen zur Besichtigung aufgestellt und in der Rettungsstelle selbst Hilfe-Einrichtungen und Krankenstuben, wie sie bei größeren Unglücksfällen und Katastrophen eingerichtet werden, gezeigt. Dem Publikum ist Zutritt zur Besichtigung gegeben, und zwar von Samstag morgen bis zum Sonntag abend während der Sammlung zum 2. Kriegshilfs- werk für das Deutsche Rote Kreuz. Neben der Orga-

Der Familienunterhalt der Angehö- rigen der Einberufenen hat durch einen Runderlaß des Reichsministers des Innern und des Reichsministers der Finanzen vom 20. 6.1941 neuer« dings eine Reihe bedeutender Verbesserungen erfahren. Die wichtigsten sind folgende:

Bisher wurde den Eltern Familienunterhalt ver­sagt, wenn der Einberufene zwar zu ihrem Unter­halt' beigetragen hatte, der Unterhaltsbetrag aber so geringfügig war, daß der Einberufene nicht als Ernährer seiner Eltern anerkannt werden konnte. Künftig dürfen Beihilfen auch gewährt werden, wenn der Einberufene nicht der Ernährer war, das verbleibende Einkommen der Eltern aber niedriger ist als der örtliche Unter- h a l t s s a tz zuzüglich der Miete. Die Beihilfe darf nicht höher sein, als der von dem Einberufenen vor der Einberufung nachweislich geleistete, nach der Einberufung aber weggefallene Unterhaltsbeitrag. Sind mehrere Söhne gleichzeitig ein­berufen und als gemeinsame Ernährer der Eltern anerkannt, und scheidet einer der Söhne nachträglich aus, z. B. durch Entlassung aus dem Wehrdienst oder llebergang zur Kriegsbesoldung, so bleibt die Familienunterhaltsberechtigung der Eltern während der Einberufung der übrigen Söhne in jedem Falle b e ft e f) e n. Der Familienunterhalt wird aber um den Betrag gekürzt, den die aus­scheidenden Söhne zum Unterhalt der Eltern bei­tragen können. Werden die Eltern ober ein Eltern­teil nach der Einberufung erwerbsunfähig, fo wird unter bestimmten Voraussetzungen Familien­unterhalt gewährt, auch wenn der Einberufene nicht der Ernährer gewesen ist. Die sog. Beihilfe bei besonderen Verhältnissen, die im Rahmen der Einkommenhöchstgrenze zur Sicherung der Fort­führung des Haushaltes und zur Erhaltung des Besitzstandes gewährt werden kann, darf künftig nicht nur der Ehefrau und den Kindern, sondern auch anderen Familienunterhaltsberechtigten, ins­besondere den E l t e r n, gewährt werden.

Der Ausschluß -er Schwiegereltern vom Familienunterhalt hat bei besonders niedrigem Ein­kommen vielfach zu Härten geführt. Daher kann künftig auch Schwiegereltern Familienunterhalt ge­währt werden, wenn der Einberufene der Ernäh- rer war was hauptsächlich in der Landwirtschaft vorkommt die Hauptkraft im Betriebe der Schwiegereltern gewesen ist und deren Einkommen niedriger ist als der örtliche Unterhaltssatz zuzüglich der Miete. Auch G e s ch w i st e r des Einberufenen (soweit sie nicht bisher schon farnilienunterhaltsbe-

gewinnen. ,

Rasse und Soldatentum.

Ein Bortrag vom GauamtHleiter Professor Dr. Kranz.

NSG. Der Kommandant von Frankfurt a. M., Generalmajor Petter, hatte für Donnerstagabend die Offiziere und Beamten des Standortes Franfurt zu einem Vortragsabend im Frankfurter Palmen» garten eingelaben. Der Einlabung wurde zahlreich Folge geleistet. Unter den Gästen befanden sich vor allem aych die Vertreter von Partei und Staat. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Dor. trag von Gauamtsleiter Professor Dr. med. H. N. Kranz, Leiter des Rassenpolitischen Amtes der! NSDAP, und Rektors der Universität Gießen. Im Rahmen seines ThemasRaffe und Soldatentum' machte Professor Dr. Kranz eingehende, gründ, legende Ausführungen über das rassische Auslese» Prinzip des Nationalsozialismus, das wie aui allen Lebensgebieten insbesondere im deutschen Soldaten» tum seinen tiefen Niederschlag findet.

Gießener Wochen Marktpreise.

Nachstehende Preise sind Händlerpreise unb oerstehez \ sich für A-ffiare. Für B-Ware oder abfallende War« sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger« !

* Gießen, 28. Juni. Aus dem heutigen Wochen» markt kosteten: Markenbutter, % kg 1.80 RM« Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln,

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Ich bin wahrscheinlich schon besser orientiert als Sie. Auf jeden Fall bin ich gesetzlich legitimiert unb..." er macht eine kleine Kunstpauseund Dritten gegenüber zur gleichen Schweigepflicht ver­bunden. Noch eme Zigarette, Herr Lietzendorf? Oder..Herr Lind setzt ein joviales Lächeln auf, ober versuchen wir's jetzt doch lieber mit einer Zigarre?"

Lietzenborf nickt dankbar.

Ja, wenn ich bitten darf.. *

Und bann erzählt er den Vorgang des Streites und feineif Anlaß noch einmal. Es ist leider viel

,Zch bin Betriebsmann. Ich tue meine Pflicht. Ich bin meinem guten Professor Erik nur weg- gelaufen, weil ich glaubte, in der Praxis mehr leisten zu können! Ich bin kein Gauner!"

Aber wer zweifelt daran?" wirft Lind ein.

Die Dominiks. Beide. Der Vater wie der Sohn. Ich vertrage dieses Mißtrauen nicht!"

Lietzendorf macht in der Ueberlegungspause ein paar hastige Züge an der Zigarette.Ich kann mir nicht mehr helfen. Das schlimmste ist, baß ich mich mit niemandem aussprechen darf."

Der Gastgeber hebt überrascht den Kopf.

Wieso dürfen Sie nicht?"

Weil ich fürchten muß, dabei Betriebsgeheimnisse zu verraten."

Ach so."

Mattheus Lind nimmt einen langen Zug aus dem Glase und gießt bann Lietzendorf unb sich sel­ber wieber ein.

Selbstverständlich?" meint er bann.Wenn es sich um Betriebsgeheimnisse handelt, bann muß auch ich Sie davor warnen, anderen Menschen gegen­über Ihr Herz auszuschütten. Denn in einem solchen Falle könnte selbst ich nichts mehr für Sie tun. Schließlich geht meine Pflicht als Aufsichtsrat der Dominikwerft allen meinen Sympathien vor, die ich für Sie hege. Aber ..." er macht eine kleine Pause und schiebt dem Ingenieur die Zigaretten- dose hin.Bitte bedienen Sie sich doch."

Er greift selber nach der Kiste mit den schweren Importen. Sein Gast reicht ihm Feuer. Lind macht ein paar Züge, klopft die Zigarre und blickt bann dem weißen Rauch nach.

Dabei kommt er mit sich ins reine.

Er wird ein bißchen Komödie spielen unb daburch Lietzenborf die Würmer schön einzeln aus der Nase holen. Kein Mensch kann ihm einen Vorwurf machen, wenn er dabei ein bißchen flunkert. Spielen die Dominiks dem eigenen Aufsichtsrat gegenüber Versteck, bann müssen sie es sich gefallen lassen,

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unb hoher Blutdruck mit Herzunruhe, (Schwinbslgestlhl, Utervostkäl, Ohrew saufen, Krkulaüonsstörunqen werben durch Antiekleroiin wirksam be kämpft. Enthält u. a. Llutsalze unb Kreiolaufhormone. Greift bi» Beschwer­den von verschiedenen Richtungen her an. Packung 60 Xabi. M 1.85 in Apotheken. Hochinteressant« Aufklärungsschrift liegt jeder Packung beil

Spaniers ist. Es bleibt alles mehr ober weniger sich selber überlassen ber Bauer pflügt wie vor Jahrhunderten mit Maultieren unb primitivem Ge­rät das Feld, und die großen zweiräderigen Karren ziehen mit zwei, drei ober vier im Gänsemarsch daoorgespannten Zugtieren gemächlich bes Weges.

Araniuez hatte in den ersten Monaten stark unter Überschwemmungen zu leiden, die in den herrlichen Parks und Gartenhäusern ihre Spuren hinterließen. Aber auch hier vollzieht sich das ewige Naturwunder des neuen Gedeihens. Aus dem von den ablaufenben Fluten hart und rissig hinterlassenen Boden sprießen wieder Die Rosenstöcke und ziehen aus ber gleichen harten, graugelben Erde die zartesten oder leuchtend­sten Farben für ein wahres Eldorado edler Blüten. Ein großer Dichter sagte:Misse nie eine Gelegen­heit, etwas Schönes zu sehen. Schönheit ist die Handschrift ber Allmacht. Grüße sie in jedem offe­nen, strahlenden Gesichh jedem blauen Himmel, jeder schönen Blume ...",

In dem idyllischen Hotelgarten am Fluß sitzen elegante Gäste aus Madrid beim Mittagsmahl, lieber den Tischen liegt ein Hauch süßlichen Par­füms, die Gesichter der spanischen Damen sind wahre Farbsymphonien. Unter einem Baum stehen zwei 8- bis 10jährige barfüßige Buben, ungewaschen und sehr ärmlich gekleidet. Der eine spielt erstaun­lich flott auf einer Kinder-Violine, der andere be­gleitet ihn auf einer verwahrlosten Gitarre in klas­sischer Haltung mit einem vorgestellten Fuß. Mögen die Melodiendort in dem großen Rancho" und an­dere auch fröhlich klingen die Gesichter der Buben bleiben traurig mit ältlichen, matten Zügen. Zwei Waisenkinder von aber Tausenden; eines der Vermächtnisse des dreijährigen Bürgerkrieges, eines der vielen Probleme, die der Lösung harren. Wird man sie selbst lösen können?

Der Durchschnittsspanier ist ungewöhnlich intelli­gent, er ist ein hervorragender Improvisator. Er kennt viele Ideale unb er ist gewiß guten Willens, aber ihm fehlt jenes Organisationstalent und jegliche beharrliche Tatkraft, die er am deutschen Volk so sehr bewundert. So kommt es, daß viele Spanier auf ein direktes Mitwirken deutscher Kräfte nach dem Kriege hoffen, welche die nationalen Kräfte er­gänzen, um gemeinsam und zielbewußt den Wieder­aufbau anzupacken. Spanien seinerseits wird zwei­fellos einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau einer gerechteren und besseren Welt liefern und ist sich vor allem seiner Mission als kultureller Mitt­ler z wisch en Europa undJbero-Ame- r 11 a voll bewußt. Es weiß aber auch, daß'die Vor­bedingung zu einer besseren Welt der Sieg der Achse ist und so schlagen die Herzen der Spanier vor allem mit den kühnen Soldaten des Reiches.

wenn der versucht, auf leis gekrümmten Wegen zu den Kenntnissen zu kommen, auf die er nach Gesetz sowieso Anspruch hat. Himmeldonnerwetter, man steckt doch nicht eine gute halbe Million Mark in eine Sache, ahne mitreden zu dürfen! lieber die Zeit, wo andere für einen dachten, ist man doch nun wirklich mit Gottes Hilfe und bei grauen Haaren hinaus.

Mattheus Lind streift die Asche seiner Zigarre ab und macht ein unbefangenes Gesicht. Aber dieser vertrauensselige Chefingenieur guckt nicht einmal hin, so daß die Mühe, die man sich seinetwegen gibt, überflüssig ist.

Ja, was ich sagen wollte ..." beginnt er dann wieder.Strengste Vertraulichkeit ist selbstverständ­liches Erfordernis. Selbst wir Herren vom Aufsichts­rat haben uns versprochen, über die Pläne Ihres Chefs nichts nach draußen verlauten zu lassen. Sie sehen Daraus, wie wichtig auch wir diese Sache nehmen."

Lietzendorf blickt überrascht auf.

Dann sind Sie also im Bilde, Herr Lind?"

Sein Gastgeber will eben trinken. Nun setzt er das Glas vom Munde ab und lacht dröhnend auf.

Sie haben, wie mir scheint, eine putzige Auf­fassung von den Pflichten eines Aufsichtsrates!"

Er steht auf und geht zu der hinter feinem Schreibtisch stehenden Bibliothek. Nach kurzem Wählen hat er Das Richtige gefunden. Bedeutsam kommt er wieder an den Tisch zurück.

Hören Sie zu", sagt er, was H 246 des Handels­gesetzbuches bestimmt:Der Aufsichtsrat hat die Ge­schäftsführung der Gesellschaft in allen Zweigen der Verwaltung zu überwachen und sich zu diesem Zwecke von dem Gange ber Angelegenheit Der Ge­sellschaft zu unterrichten. Er kann jederzeit über diese Angelegenheiten Berichterstattung von dem Vorstand verlangen und die Bücher und Schriften der Gesellschaft einsehen. Und so weiter." Lind schlägt das Buch mit einem hörbaren Klapps zu. Ich glaube, ich habe Sie überzeugt. Ober drückt's noch irgendwo?"

Lietzendorf atmet auf.

Wenn das so ist", meint er erleichtert.

Es ist so." Lind trägt das Buch wieder in seine Bibliothek zurück.Wenn Sie also keinen persön­lichen Argwohn gegen mich haben, dann können Sie sich mir gegenüber ganz unbesorgt aussprechen.

marineamt, der ihn. empfangen hat, ist in tedy Nischen Fragen nicht durchaus kompetent. Trotzdem finden sie sich durch die sehr schwierige Materie hindurch. Es handelt sich ja zunächst nur unt eine Fühlungnahme. Ganz unverbindlich für beide Teile.

Die Norddeutsche Werst hat Da gewisse Pläne.

Es wird etwas ganz Neues sein. Ein Fortschritt der Technik. Nicht bloß einen Schritt einen Sprung voran soll es führen.

Wir Dachten an Unterseekreuzer, an einen füi* nen Serienvau", deutet Lind an.Natürlich sollen nicht alle zu gleicher Zeit aufgelegt werden. So»' dem einer wird auf den andern folgen und |iDH wird sich auf die Erfahrungen des Borangegang«' nen aufbauen. Vor allem müssen wir zunächst beit, ersten Kreuzer ausprobieren. Sind wir zufrieden, könnten die weiteren schnell nachgeliefert werden/

Der Offizier versteht das vollkommen. Lind fäfirt fort :

Wir arbeiten da an einem ganz neuen Prinzp; An einem Typ mit außerordentlich großer lauifr fähigkeit. Meine Ingenieure schwören auf Atgj Meter in vier Minuten. Außerdem soll unser W mit einer Einheitsantriebsmaschine ausgerüstet sein. Wir sparen dadurch die doppelten Apparature6»i können Die schweren Akkumulatoren für die Sp»>' cherung elektrischer Energie und ebenso Die tUl* Irischen Motoren entbehren und aeminnen dadurch Tragfähigkeit und Raum für Die Nutzöllast.

Der Kapitän zur See ist interessiert, aber ftip* tisch.

Natürlich bedeutet die EinheitsantriebsmaschiE« eine Steigerung der Nutzlast. Natürlich."

Er reicht Lind seine Zigarettentasche und zünde! sich selbst eine Zigarette an. Bläst nachdenklich bfi Rauch in die Luft. Hört plößlich auf zu spreche

Lind kennt diese Taktik, mit der man den ®<r handlungsaegner auf Kohlen setzt. Man macht nn« versehens Die Tore des eigenen Jchs zu und läßt Den anderen warten. Verdammt peinliches Gefüh-

Also stille sitzen und ebenfalls den Mund halte». Nervenprobe.

Auch er raucht. Scheinbar mit Genuß. Blast be* haglich Die Ringe zvr Stuckdecke. Schließlich handelt man auch mcht zum ersten Male im Leber.

Jetzt um Gottes willen nicht reden. Dor alle« nichts sagen, das wie eine Anpreisung aussieht.

(Fortsetzung folgt)

Lind ist ein Mann der Verbindungen. Sein Grundsatz ist: Was man nicht persönlich machen kann. Davon soll man lieber die Hände weglassen. Es wird doch nichts daraus. Wenn es um wichtige Dinge geht, soll man lieber gleich das Briefporto paren und sich auf die Eisenbahn oder ins Auto etzen. Adan kommt so schneller zum Ziel und er- part sich Verdruß unb Enttäuschung.

Auch in der Sache wegen ber Unterseekreuzer macht er es so. %

Am Morgen nach der Nacht, in Der ihm Lietzen­dorf sein Herz ausschüttete, hat er eine kurze Un­terredung mit seinem Chefingenieur und läßt sich von ihm ein paar technische Informationen geben. Nur ebensoviel wie nötig sind, daß er, wenn er tn Berlin vorspricht, nicht als ganz blutiger Laie er­scheint und sein Angebot an Den Mann bringen kann. Alles andere mögen nachher Die Fachleute besorgen Er ist Kaufmann, unb der Zweck ber Reise ist der, den Dominiks den zeitlichen Vor­sprung abzuringen und selber mit dem Sachbe­arbeiter warm zu werden.

Ein paar Stunden später verhandelt er bereits in Berlin. Wegen Schiffslieferungen. Wegen des Baues von Unterseekreuzern.

Mattheus Lind ist nicht Techniker. Er ist Kauf­mann. Auch der Kapitän zur See beim Reichs-

verficherunaen _

unterhaltsberechttgter wird nach Den disheriaen Vorschriften ein Sicherunasbeitrag aus Mitteln oez Familienunterhalts gewährt, wenn Die Lebensver«, sicherung vor Dem 1. September 1939 beantragt [ worden ist. Nunmehr werden auch solche Lebensver­sicherungen des Einberufenen, die nach Dem 31.8. 1939, jedoch mindestens vor Dem Cinstel' [ u n g s t a g e beantragt worden sind, unb für Ni M"'' die Versicherungsbeiträge bis zum Einstellungstage MMckt" von dem Einberufenen gezahlt worden sind, gegen 1

Zahlung eines Sicherungsbeitrages bann aufrecht« erhalten, wenn der Einberufene verheiratet ist ober