sich gleichzeitig im Kampf mit einem neuesten Schlachtschiff Der Klasse ,Iina Georg V." befand und ihn schwer beschädigte. Auf diesem Schlachtschiff war Lord Halifax als Botschafter und Hetzapostel nach den USA. entsandt worden. Di« Briten hatten durch diese tapfere Tat der „Bismarck" einen ungeheuren Prestigeverlust erlitten. Nun ist die „Bismarck". nachdem sie schon mehrer« Lufttorpedotresfer erhalten hatte und manövrierunfähig geworden mar, nach hartem Kamps mit den sich allmählich verstärkenden feindlichen Seestreitkräften, der bis zum Vormittag des 27. Mai dauerte, schließlich ein Opfer der Uebermacht geworden. Wir trauern um diesen Verlust, unsere Herzen sind schwer, aber das Wort des Flottenchefs in seiner Meldung an das Oberkommando der Kriegsmarine vom 26. Mai steht wie eine Verheißung über den kommenden Auseinandersetzungen mit England: „Wir kämpfen bis zur letzten Granate. Es lebe der Führer!" E. S.
Churchill macht nur Teilgeständnisse.
Stockholm, 27. Mai. (DNB.) Churchill beginnt, das englische Volk mit den schweren Der- Iirften des Mittelmeergeschwaders vor Kreta vertraut zu machen. Nach einer Reuter-Meldung wird in London zugegeben, daß die Kreuzer „Glvü- cester" und „Fiji" sowie die Zerstörer „Juno", „Greyhound", „Kelly" und „Kashmir" versenkt wurden. Zwei Schlachtschiffe und mehrere Kreuzer seien beschädigt worden.
Auch dieses Eingeständnis der britischen Admiralität bedeutet nach hergebrachter Methode nur eine kleine Abschlagszahlung. Wie der OKW.-Bericht am Montag feststellte, fini» bei den Kämpfen vor Kreta durch die deutschen und italienischen Luft- und Seestreitkräfte 11 britische Kreuzer und 8 Zerstörer, da- zu ein Unterseeboot und fünf Schnellboote vernichtet worden. Mit der Bekanntgabe einiger Namen glaubt Churchill, die Wahrheit vertuschen und die Fragen beschwichtigen zu können. Er erweist sich auch in diesem Fall als der alte Lügner.
Der Kreuzer „Gloucester" war 9300 Tonnen groß und hatte ein« Geschwindigkeit von 33 Knoten. Er war 1937 vom Stapel gelaufen und hatte 700 Mann Besatzung. „Fiji" gehörte zu den neuesten britischen Kreuzern. Das Schiff hatte 8000 Tonnen Wasserverdrängung und war 1939 vom Stapel gelaufen. Während „Gloucester" mit 10,2-cm-Geschützen armiert war, besaß „Fiji" 15,2-cm-Geschütze.
Die Zerstörer „Juno", ,K«lly" und „Kashmir" zählten zur gleichen Klasse. Sie waren 1690 Tonnen groß, waren 1939 vom Stapel gelaufen und erreichten 36 Knoten. Die Besatzung bestand aus 183 Mann. „Greyhound" hatte 1345 Tonnen und war 1935 vom Stapel gelaufen.
länder im Verschweigen von Schiffsverlusten sind, kann man aus dieser Melduna schließen, daß jetzt, nach der britischen Schlappe bei Kreta, noch weit mehr britische Kriegsschiffe den roudjtigen Schlagen unserer Wehrmacht zum Opfer gefallen sind und demnächst, soweit sie noch schwimmfähig sind, auf Umwegen in die USA.-Docks zur Reparatur gebracht werden.
Amerika kann nicht helfen.
Was ein amerikanischer Fachmann sagt.
Rom, 28. Mai. (Europapreß.) Kapitän Wik- kery, der Chef der Organisation für das Schiffsbauwesen der USA., hat nach Kenntnisnahme der letzten englischen Schiffsverlufte erklärt, Englands Verluste an Schiffen im laufenden Jahr feien so groß, daß man vorausfehen könne, es
werde nicht m ö g l i ch sein, sie zu ersetzen, selbst wenn die USA. das Bautempo für Schiffe noch steigern würden.
Dor einem Lahr.
Am 28. Mai 1940 bittet der König der Belgier um Waffenstillstand. Die belgische Armee legt die Waffen nieder. Das Schicksal der französischen Armee im Artois ist besiegelt. Die englische Armee geht ihrer Vernichtung entgegen. Brügge durchschritten, Ostende genommen, Dixmuiden errreicht, über Langemarck weht die Reichskriegsflagge. Lille und Armentieres genommen. Schnellboote vernichteten vor der belgischen Küste einen britischen Zerstörer und ein feindliches Unterseeboot. In der Nacht zum 28. Mai gelang es einem Schnellboot, auch noch einen schwer beladenen feindlichen Transporter von 3000 BRT. zu versenken.
Kreta als Luftwaffenstühpunkt im östlichen Mittelmeer.
Unsere Karte veranschaulicht die Entfernungen von Kreta zu den jetzt noch britischen Stützpunkten in Afrika, Aegypten und Palästina. (Scherl-Bilderdienst-'M.)
Haifa
Tobruk
Bardia
Günter Prien zum Gedächtnis.
Von einem Kameraden.
Schwer beschädigt in Gibraltar eingelaufen.
Berlin, 27. Mai. (DNB.) Im Hafen von G i ° braltar liefen drei britische Kreuzer, zwei Zerstörer und zwei Unterseeboote in schwer beschädigtem Zustand ein. Die britischen Schiffe hatten am Kampf im Seegebiet von Kreta teilgenommen und wurden von deutschen Kampfflugzeugen durch Bombentreffer außer Gefecht gesetzt. Neben dem großen Materialschaden sind starke Verlust« an Besatzungen zu verzeichnen. Die Ausschiffung zahlreicher schwer und leicht verletzter Offiziere und Mannschaften begann sofort nach dem Einlaufen der britischen Schiffe.
Aus La Linea wird gemeldet, daß am 24.5. der britische Flugzeugträger „Argus" mit schweren Beschädigungen durch deutsche Bombentreffer auf dem Deck im Hafen von Gibraltar eingelaufen ist. Auch der Flugzeugträger „Argus" kam aus dem östlichen Mittelmeer.
Mindestens ein Dutzend englischer Kriegsschiffe in USA.-Docks
N e u y o r k, 27. Mai. (DNB.) Die nicht gerade deutschfreundliche Abendzeitung „P. M." muß unter dem Druck der Tatsachen der USA.-Oeffentlichkeit mitteilen, daß zur Zeit mindestens ein Dutzend englischer Kriegsschiffe einschließlich eines Flugzeugträgers und eines Schlachtschiffes inden USA.- Werften repariert werden. Alle zur Zeit in Amerika in Reparatur befindlichen britischen Schiffe seien im Mittelmeergefecht vor der Schlacht um Kreta bereits beschädigt worden. Nach Amerika würden nur solche Kriegsschiffe geschickt, an denen größere Reparaturen notwendig sind.
Da allgemein bekannt ist, wie großzügig die Eng-
Atlantikküste, im Mai 1941. (DNB.) Mit jubelnder Liebe hat das ganze deutsche Volk den jungen Kapitänleutnant in sein innerstes Herz geschlossen, als es an jenem 14. Oktober 1939 erfuhr, daß er mit seinem U-Boot mitten in dem für gänzlich unangreifbar gehaltenen Schlupfwinkel der Grand Fleet, in der unseligen Bucht von S c a p a Flow, das Schlachtschiff „Royal Oak" vernichtet und ein zweites, die „Repulse", schwer beschädigt habe.
Scapa Flow — welcher Deutsche dachte bei diesem Namen nicht mit bitterem Zorn an di« schmählich erzwungene Auslieferung und mit von Trauer überschatteten Stolz an die tapfere Selbstversenkung der ersten deutschen Hochseeflotte! Mit einem Schlage löschte Priens einmalige Tat diese so tief demütigende Tat aus und setzte an ihre Stelle einen großen heiligen Stolz und eine unbändige Zuversicht. Ein junger deittfcher Offizier, „irgendein Kapitänleutnant", bewies damit feinem Volte und der ganzen Welt, daß die kleine deutsche Kriegsmarine in ihrer zahlenmäßig hoffnungslosen Unterlegenheit in keiner Weise die Entschuldigung für eine defensive Haltung suchte, sondern im Gegenteil vom ersten Laa« an den aufgezwungenen Existenzkampf be- sonoers mit der jüngsten Waffe, den U-Booten, als Angriffskrieg führte und dabei nicht davor zurückschreckte, die junge Reichskriegsflagge mitten in die Höhle des britischen Löwen hineinzutragen und ihm gerade dort, wo er sich am unangreifbarsten glaubte, vernichtende Schläge beizubringen.
Von einem Wend auf den anderen Morgen war der junge, namenlose Kapitänleutnant zum Wed- digen des neuen Krieges geworden. Wer war dieser Mann? Die bald in allen Zeitungen und Wochenschauen erscheinenden Bilder zeigten einen, wie es schien, unerhört jungen, gänzlich frischen, gänzlich
unbeschwerten, fröhlichen, ja fast jugendhaften Seeoffizier. Aber wer näher hinsah, erkannte am Bau des runden Schädels, an den triftigen energisch geschnittenen Zügen, an der straffen gesammelten Haltung und dem wachen Auge, daß da mehr war, als ein Mann, den „nur eine Welle des Glückes empor» getragen" hatte.
Prien war nichts geschenkt worden! Wie unzählige seiner Jahrgangskameraden hatte er die ganze Härte des Existenzkampfes im demokratischen Deutschland auf das bitterste am eigenen Leibe erfahren. Immer wieder mußte er ganz von vorn beginnen, der arbeitslos gewordene Schiffsoffizier als einfacher Freiwilliger im Arbeitsdienst, der junge Arbeitsdienstsührer wiederum als Mattose in der Kriegsmarine, lieber den normalen Ausbildungsgang wurde er zum zweiten Male, was er schon einmal gewesen: Offizier —, diesmal Offizier der Kriegsmarine. Aber die Härte feines Werdeganges, die die Härte einer ganzen Generation geworden ist, hatte ihn nicht nur nicht verbraucht, sondern zur höchsten Elastizität und Lebendigkeit hinauftrainiert. Sie hat auch nicht verhindern können, daß er der unsterbliche Typ des jungen, unbezwingbar lebensfrohen Leutnants wurde, des wachen, lebendigen, energischen, frischen, jungen Man netz, der, endlich im freien Fahrwasser, mit unstillbarem Lebenshunger und unbezwinglicher Vitalität Dienst, Freizeit, kurz sein ganzes Dasein als ein fortlaufendes Fest empfand.
Zur U-Boottvaffe kommandiert, kam ihm feine große seemännische Erfahrung vom ersten Tage an in hervorragender Weise zustatten, und mochte es auch auf einem Schulboot sein, auf dem er „nur" als Gast fuhr, immer stand er in kürzester Zeit im Mittelpunkt des Lebens, wußte um ^lles, kannte jeden Mann und jeden Niet an Bord und wurde
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gerade eine Sekund, Leutnant — und schor
Zeit, sich so zu freuen wie ein
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nicht jeder zum Oraan wird, wenn nicht jeder bt* greift, daß wir Zusammenwirken müssen wie eil
nahe kennen zu lernen, wie dies allein unter den Bedingungen möglich ist, die das U-Bootleben mit sich bringt, schrieb er manche Stunde hinter den
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Hirn, die Zentrale blitzschneller und doch — wie uh mit bewunderndem Erstaunen erlebte — genau durch- und vorbedachter Entschlüsse und Befehle.
Dann fielen die Schüsse, rauschten die Todes Jaulen der Treffer mittschiffs der ^Otro-ffenen Damp fer auf, krachten die tödlichen Detonationen herüber
nichts schenkte. Wie manchesmal auch haben M gesessen und von den wenigen Dingen gesprochen um die es einem echten Mann zu leben lohnt uni wie war es, als wir nach langem Suchen endlich einen Geleitzug erwischten und zum Angriff tarnen. Da stand oben auf dem schmalen Turm der Kam»! manbant, er allein Herr über das kompliziert Kunstwerk, das solch ein U-Boot ist. Er allein dal
und Prien, — Prien hatte gerade eine Sekunde 1
2 ' i Leutnant — und schot W in
kam wieder der eiskalte Befehl an Gefechtsrüden !Ten' ganger und Torpedowaffe, schon war er wieder da i nii,erP
Ofl U der § I |en fei | duftet [Um Bc M italii I rbanb 6i W »e Dm dersta
orgelte uni> immer wieder Schutt um Schutt dal überkommende Wasser durch das Turmluk in bi! Zentrale herabgeschossen kam.
Derselbe Prien war aber auch ein unerbittliche «ge^oi Vorgesetzter, er konnte es sein, da er sich selbst
big vom allgemeinen Bootsbetrieb absondern, ai seinen Dankesbriefen, während jenseits der dünnen pih jegt \ Stahlwände der novemberliche Atlantik tobte unj Inen un
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ganger und Torpedowaffe, schon war er wieder bfli r ni{erP kühl rechnende Hirn, das die Chancen sah, del »Aue Gefahren auswich, die Ausgucks ermahnte, bie Schußwerte im Kopf errechnete und das Boot w J*1,0 er^° merklich, buchstäblich unmerklich, so selbstverstände in die beste Angriffsstellung brachte, daß man bic'e Ä Kunst erst begriff, wenn der Schuß schon gefallen war und ein nächstes Opfer angefteuert wurde.
'„Sin Boot ist ein Lebewesen", jagte er, als c-i 1 Stotff) nach dem Angriff wieder unten saßen, „wenn bl
— mochte die Nacht noch so kurz, der Tag noch so lang gewesen fein — nicht mühe, bei Aus- unb Heimfahrt die ganze Brückenwache mit feiner außer» ordentlichen Erzählergabe in Atem zu halten und in endlose Heiterkeit zu versetzen.
In der harten Schule der Ausbildung der jungen U-Bootwaffe im Frieden bewährte er sich aufs beste. Wie kaum ein anderer Mann war er bei allen Angriffsübungen und Manövern mit Herz und Seele dabei. Ihm ging der U-Bootdienst über alles. Dem Befehlshaber ist fein Ausspruch noch in bester Erinnerung: „Eine prima Geleitzugsübung weit draußen ist mir mehr wert, als der beste Un laub." So dachte und handelte er. Als Wachtosti- zier eines U-Bootes nahm Prien an den spanischen Ereignissen teil und vollendete seine Ausbildung als U-Boot-Offizier. Dann kam "lias eigene Boot, die wachsende Verantwortung, der Krieg, der — Ruhm. Allen vieren war er gewachsen. Boot, Ben antroortung, Krieg waren seine Pflicht, und sorg- fältigste Ausbildung erlaubte ihm, sie vorbildlich zu erfüllen. Sie kehrte aber auch die Außerordentlichkeit feiner Begabung für dieses Fach — die U-Bootwaffe — hervor. Der Ruhm war eine zusätzliche, wahrscheinlich die schwerste, die menschlichste Aufgabe. Er meisterte sie in einmaliger Weise. Wie wenige ertragen den Ruhm und wie ertrug ihn Prien. Da gab es keine Starallüren, i weiß Gott, er freute sich aus vollem Herzen der Liebe, die ihm von allen Seiten entgegengetragen wurde, er erlebte mit allen Fasern die Begegnungen mit feinem Führer, die ihm die höchsten Auszeichnungen eintrugen. Er berichtete begeistert von ihnen, wie von den Einladungen des Reichsmarschalls und den vielfältigen Geschenken und Ehrungen, die an ihn und seine Besatzung ergingen, aber er wurde nie — nicht einmal im Scherz — hochmütig durch sie.
Gerade und klar, Offizier mit Leib und Seele, faßte er den unerwarteten Ruhm nicht anders auf, denn als Verpflichtung zu immer weiterer Leistung. Ganze Säcke voll Poft, Zeichen der Liebe eines ganzen großen Volkes, erreichten ihn nach jeder Unternehmung, und so unerbittlich er die zahllosen Autogrammjäger-Schreiben dem Papierkorb überantwortete — „Ich bin Offizier und nicht Filmstar" — so herzlich und. eingehend beantwortete er manches rührend unbeholfene Schreiben eines Jun- gen und Mädels, aus dem ihm in kindlicher Sprache oft genug kaum lesbar geschrieben, die deutsche Liebe entgegenleuchtete.
Im vergangenen Herbst, als ich das Glück Haiti,
an einer langen Unternehmung seines Bootes teil-MMlug zunehmen und diesen wahrhaft seltenen Mann fo
gleichmäßig hin- und herschwingenden dicken grüneij «lagen v
Vorhängen, die das Kommandantenschapp nottiürf«- Ir:e Sri
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DjeIglMlniM.
Nomon von Elisabeth Holt.
29. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Die Heldin auf der Leinwand stieß einen spitzen Schrei aus. „Christus, ich bin verloren!" Der Wind pfiff durch die zersplitterten Fenster und ließ die Kerzen auf der zerstörten Tafel aufflackern.
Jemand rückte an Leiermanns Stuhl heran. „Sohr realistisch — nicht?" flüsterte Dr. Lutter, der Regisseur der „Crema", der den Film gedreht hatte, ,chören Sie den Sturm draußen? Vorhin bin ich eine Zettlang an der Fensterwand gestanden, man hat förmlich die Stöße im Rücken gespurt. Irgendwo im oberen Stock muß der Wind ein Fenster aufgerissen haben, und das schlägt jetzt immer an die Wand---hören Sie?" Leier
mann hatte nichts gehört.
Ms der Film dann mit einem gewaltigen Finale abschloß, gab es großen und ehrlichen Beifall. Acht- ug Prozent der Anwesenden verstanden etwas vom Film, vom Filmgeschäst und vom Publikum. Der Film war ein bißchen altmodisch und ein bißchen anmaßend wie die meisten Filme mit großen Kostümen, aber er hatte, ohne literarischen Ehrgeiz merken zu lassen, Niveau. Er schien durch die kostspielige Ausstattung, durch den Glanz der Stars zum Spitzenfilm bestimmt. Man beglückwünschte den Regisseur, man gratulierte dem Produzenten und den Leuten, die das Geld hergegeben hatten
„Wo ist Polo?" fragte jemand — Rosa und der Kellner servierten in geräumigen Gläsern Champagner, Schutz rannte mit Zigaretten umher. Dann hielt Dr. Lutter noch eine kleine Ansprache.
Gerda sah Birinsky an den Rändern des zusam- mengebrängten Menschenknäuels suchend herumirren und hielt Rosa auf.
„Geben Sie das Tablett mit den Gläsern an Milli". Tagte sie schnell. „Milli soll servieren. Ich glaube, die Frau Kammersängerin ist oben."
Sie sah Rosa an, und Rosa verstand augenblirf« lich. Das volle Tablett gelangte ohne Verzögerung in Millis unvorsichtige Hände, und die Zofe lief
mit einem bestürzten Blick nach dem Baron aus der Tür.
Das war drei Minuten vor zwölf, und gerade als die Hallenuhr zum Schlag ausholte, begann Rosa diesen haltlos kreischenden Schrei, diesen Schrei, der nicht abriß, während sie den Korridor der ersten Stage entlangstolperte, hinschlug, wieder aufstand und die Treppe hinunterrannte, um dort dem Manager Leiermann in die Arme zu fallen wie ein leerer Sack. Leiermann glaubte im ersten Schreck, Rosa sei schwer betrunken.
„Umgebracht — umgebracht, tot" heulte Rosa — sie zeigte mit beiden flatternden Händen auf ihren mageren Hals, — ,/umgebracht, tot, tot ist sie!"
14. Kapitel.
Der Chauffeur Schütz rannte in der ersten Panik kopflos aus dem Haus, um einen Wachmann zu holen. Geschlagene zehn Minuten rannt« er kreuz und quer durch die Schneeböen in der leeren mitternächtigen Villenstraße, bevor er endlich auf einen verfroren umherstapfenden Posten stieß. Als die beiden dann keuchend und atemlos zurückkamen, stand schon das Usberfallkommando vor dem Tor, im Garten leuchteten Uniformierte den Schnee nach Fußspuren ab, und brinnen bemühte sich ein junger Beamter, etwa vorhandene Fährten nicht zu zerstören. Oben lag die Kammersängerin Luckner in ihrem Schlafzimmer tat — erdrosselt. In einem wunderbar glitzernden Kleid lag sie auf dem Fußboden, den halbnackten Oberkörper, das Gesicht bedeckt mtt einem Zobelmantel. Der junge Kommissar Snjinger stellte einen Wachtposten am Fuß der Treppe auf, der niemand passieren lassen durste, dann ging er hin und läutete die Kriminalpolizei an.
Polizeirat Mühsam war in knapp zehn Mi- nuten zur Stelle. Er kam mit seinem ganzen Stab. Der Wagen heulte die Signale in die Nacht und fegte durch die verschneiten Sttaßen. Enzinger atmete auf, als er Mühsam sah.
„Niemand hat das Haus verlassen, seit ich hier bin", beantwortete er des Polizeirats unausgesprochene Frage. Wie es schien, war auch vorher niemand weggegangen, zu einer genauen Befragung hatte die Zeit natürlich noch nicht ausqereicht' Er lief neben Mühsam die Stiege hinauf und berichtete. Die Luckner ist zweifellos ermordet worden.
ermordet und beraubt, ihr gesamter Schmuck ist weg. Möglicherweise ist der Täter durch das Fenster geflüchtet, oder aber er hat di« Juwelen draußen lauernden Komplicen zugeworfen und befindet sich noch im Haus.
Am Fuß der Treppe wurde eine schreiende Stimme hörbar, und die Polizisten drehten sich um. „Was ist denn?" fragte der Kommissar Schweiger ärgerlich.
Es war Dr. Brenner, Polas Hausarzt, der auch eingeladen gewesen war. Dr. Brenner stritt mit dem wachehaltenden Polizeimann und berief sich auf fein ärztliches Amt. Er wollte bloß ins Schlafzimmer hinauf, um aus den dort stehenden Medizinkästchen alle erreichbaren Arzneien zu holen, die Gräfin Steinmark liegt mit einem Weinkrampf im kleinen Salon, nebenan flößt man Birinsky ohne Erfolg schwarzen Kaffee und Kognak ein, er hat eine Herzattacke.
„Gut, gut, kommen Sie nur, Herr Doktor", sagte Mühsam versöhnlich. Er war froh, einen Arzt bei der Hand zu haben. Das erste, was ihnen bann beim Deffnen der Tür auffiel, war ein offenes Fenster, vom Sturm hin» und hergeworfen, schlug es rhythmisch auf und zu, Ströme eisiger Luft ins Zimmer pumpend. Quer vor dem Bett, halb verhüllt von einem dunklen Pelz, lag etwas--ein Stück
metallbordierter Schleppe, ein nackter Arm, die starr ausgestreckten Spitzen zweier Silberschuh« — —.
„Das Fenster hat nachweisbar schon vor einer Stunde offengestanden", berichtete Kommissar Sn* Zinger pflichteifrig. „Einer von den Gästen" — er schaute schnell in fein Notizbuch — „Dr. Friedrich Lutter, Filmregisieur bei her Crema-Produktion, hat das taktmäßige Anschlägen des Fensterflügels gehört und hat sich gedacht--."
Mühsam bückte sich und warf den schweren Pelz zur Seite. Das arme, rote, entstellte Ding darunter sah ziemlich grauenhaft aus. Das war also die Luckner! Eine ganze Minute lang stand er da und starrte die hilflos verkrampften Hände an. Das war also die Luckner!--
„Sie ist stranguliert worden", sagte der Arzt sachlich, „ich habe mir die Leiche schon vorhin angeschaut, da war die Körpertemperatur noch ziemlich hoch, ich schätze etwa fünfundzwanzig Grad. Einer hat ihr von hinten einen Strick über den Kopf geworfen unb sie damit LxdroW. Der fiWter hat
dabei weniger Kraft gebraucht als Geschicklichkeit Sehen Sie, damit ist es geschehen." Enzinger hob mit zwei behutsamen Fingern eine meterlange, bül gedrehte Schnur aus Seide in bie Höhe, am Ende war eine halb abgerissene Metallquaste. „Dai stammt", sagte er, auf den Pelz beutend, „von bcd Mantel da, die Schnur hat den Verschluß gebildet.*
Inspektor Spohr mischte sich ein: „Also mügt* bracht hat der Täter bas Werkzeug nicht. Dal würbe darauf hindeuten, daß ihn bie Luckner viel« leicht überrascht hat —."
„Ich glaube nicht", sagte der Polizeirat. „Dt! Schmuck ist weg?"
„Weg bis zum letzten Ring", antwortete ßr« Zinger. „Sie soll heute ihre wertvollsten Stücke gt* tragen haben." Wieder nahm er bas abgeniißfti schwarze Notizbuch und las vor: „Ein Stirnbandes aus Brillanten, eine Perlenhalskette, fünf 2trir bänder und sechs Rinqe."
„Machen Sie bas Fenster zu, Spohr", verlangt der Polizeirat. „Hat man auf dem Fensterbrett obc' draußen im Schnee Fußspuren gefunben?"
Natürlich hatte man nichts gefunden, gar ntdh Es wäre ja auch unmöglich bei diesem Sturm, b«' ben losen Schnee wie mit Besen zusammenscharrtt« Mühsam schaute sich um. Mit Ausnahme eines unr* geworfenen Stuhles und einer Anzahl von oster' stehenben Schubladen sah das Zimmer burchoU orbentlich aus. Was hat ber Täter da gesucht' Geld —- Schlüssel — Briefe? Aber diese 6d)uD* laden wirkten, als hätten sie jedem offen gestanden Toilettensachen darin, Nähzeug, Taschentücher - was hat der Täter da gesucht? Die Polizisten gir« gen im Zimmer umher und schnupperten mißttor' isch, unwillkürlich begegneten sie diesen offenen Fächern voll wertlosem Kram mit Argwohn. Ist dcd überhaupt echt? Und ist das offene Fenster ed* Sie leuchteten die Holzverschalung ab, aber da wck kein tieferer Kratzer, da war nichts, was auf Einriß eines Wurfhakens hindeutete. Es ist ni® wahrscheinlich, daß sich einer durch das Fenster von gemacht haben wird, wenn ihm ber weitab bequemere Weg durch das Haustor offengeftanb^1 । hat. Und wenn Kommissar Enzinger recht hat, weitt 1 tatsächlich bie Beute einem braußen Wartenden geworfen wurde, roqrum hat der Täter bann tö* Fenster nicht geschlossen? Die Zeit hätte, weiß gereichte MrHetzMig jPW
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