Ausgabe 
27.9.1941
 
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27./2ft. September 1941

Giehener Anzeiger (Seneral-Anzelger für Gderhessen)

Nr. 230 Zweites Blatt

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statische Vertngsansta. lung M-roÄmeHkäs nach. Weit über eine Million

ben en aber6 be in weü n Beziehungen und Ichastende bodenständige Volksd-ustch-legen noch aroßgliedr§en Gestaltungen pl°n-n?D°- taten die- heute İngms oon dem germanisch-deutschen Volk-. Deutschen des Mittelalters. Was früher nur den tum ab. ________

stillen Gelehrten in seinem Kämmerlein erfüllte,

Aus dem Reich

Abgabe von Hüten an Verbraucher.

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setzfürsorge- und -Versorgungsgesetzes, wenn der xoo

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Seif über fünf Jahrzehnten gibt es Arzneimittel.

Das bedeutet mehr als 50jäh- rige Erfahrung und Bewährung. Diesen Erfolgen verdankt das »Boy«»«-Kreuz das große und

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BAYER] allgemeine Vertrauen.

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Der Reichsbeauftragte für Kleidung und ver­wandte Gebiete hat die Verkaufssperre für Hute aufgehoben und die Punktpflicht für Hute aus Spinnstoffen für Männer, Frauen, Knaben, Mädchen und Kleinkinder eingeführt. Danach kön­nen Hüte aus Spinnstoffen (z. B. Haarfilz-, Woll­filz., Velour- und Seidenhüte) jetzt wieder an Ver­braucher abgegeben werden, jedoch nur gegen Abtrennung von drei Bezugs ab schnit­ten (Punkten) der entsprechenden Reichskleider­karte je Hut. Für Hüte aus Spinnstoffen, die vor der Verkaufssperre an Verbraucher fest verkauft wur- | Iben, aber noch in Arbeit sind, ist eine Sonderrege­lung getroffen worden. Die Bestimmungen gelten auch für Trauerhüte. Hüte aus Stroh oder aus Kunststroh sind keine Hüte aus Spinnstoffen.

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Oie Raucherkarte.

Den Landwirtschaftsämtern ist die Ermächtigung gegeben worden, Einkaufskontrollkarten für Tabakwaren einzuführen, sofern die ört­lichen Verhältnisse es erfordern. Ueberall, wo eine Raucherkarte ausgegeben wird, dürfen Tabakwaren .an Verbraucher von allen Betrieben einschließlich lder Gaststätten und Kantinen nur noch gegen Kon- -trollkarte verkauft werden. Für Wehrmachtsurlauber ust eine besondere Regelung vorgesehen. Auswärtige Personen, die keine Kontrollkarten besitzen und sich vorübergehend in einem Bezirk mit Kontrollsystem aufhalten, beziehen Tabakwaren auf Grund ihrer Reichsfleischkarte. Mit der Einkaufskontrolle ist ferne Bindung an ein bestimmtes Geschäft verbunden. Die Abschnitte lauten auch nicht über.bestimmte Mengen. Die Kontrollkarten werden ausgehandigt durch den Facheinzelhandel sowie diejenigen Kolomalwaren- und Gemischtwarengeschäfte, die Tabakwaren fuhren, gegen Abtrennung eines bestimmten Abschnittes der zweiten Reichskleiderkarte, wahrscheinlich des Ab­schnitts VI, der sonst nicht gebraucht wird.

Steuerfreie Beträge bei Elternzulage.

des Soldaten die Folge einer Beschädigung bei be- onberem Einsatz ist. Hat der Verstorbene den Le­bensunterhalt der Eltern oder der anderen Ver­wandten der aufsteigenden Linie nicht überwiegend bestritten, so wird für die Dauer der Bedürftigkeit auf Antrag die Elternzulage für sich allein gewährt. Auch diese Elternzulage ist als Hinterbliebenenbezug zu betrachten. Das Finanzamt hat daher auf An­trag den steuerfreien Betrag auf der Lohnsteuerkarte des Empfängers der Elternzulage einzutragen. Die Elternzulage selbst ist in vollem Umfange steuerfrei.

Büchertisch.

Eltern und andere Verwandte der aufsteigenden Linie verstorbener Soldaten erhalten für die Dauer der Bedürftigkeit auf Antrag ein Eltern- qeld oder eine Elternrente, wenn der Tod die Folge iff imh her !Berftors

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was die Feldgrauen des Weltkrieges erahnend spür, ten, das ist heute im Lichte des weltgeschichtlichen Geschehens dabei, Allgemeingut aller zu werden. Ganzer weist nach, wie die Legende von dem an­geblich unpolitischen Deutschen eben nur eine Le- gende war, ein Propagandaschlagwort unserer Feinde, die besser wußten, was die Wahrheit war. Das deutsche Volk, so sagt Ganzer, ist das Urvolk Europas, das Reichsoolk Europas, das dem iLro- teil zum erstenmal die Form gab und in sich die echten Kennzeichen politischer Ordnung tragt, näm­lich Führung, ausgreifenden Lebenswillen und Dauer. Und weil der Deutsche die Kraft zur Ord- nung besaß, wuchs ihm auch die Aufgabe der Ord- nung zu. Ganzers Bekenntnis zur deutschen Macht als europäischer Verantwortung, zum Reich als der Wirklichkeit von Jahrtausenden ist das beste Zeichen der geschichtsnahen Lebendigkeit der jungen Wissen.

Arbeit nehme! . .., .

Ein Gymnasialprofessor m München, der über der Korrektur von Heften saß, sprang wütend aus, weil er seine Pensionäre, die schlafen sollten, statt dessen noch toben hörte, und lief über den Flur, um sie zur Ruhe zu ermahnen. . .

Ein Hauswirt in Zürich, der mit feinem im Erd­geschoß wohnenden Mieter wegen dessen unharmo- nischer,^)ie Nachbarn oft durch peinliche Austritte störend» Ehe schon manche Auseinandersetzung ge­habt hatte, klingelte, ttotzdem es so spät war, bei diesem Mieter und schalt ihn, daß er schon wieder die Frau schlage. Er werde ihm kündigen!

Diese vielen Ursachen, die von jedem anders, aber von jedem im Bereich seines kleinen Lebenskreises für das laute Schüttern des Hauses, des Bodens und der Wände in jener Nachtstunde angenommen wurden, vertraten im Geiste der Leute eine wirk­liche gemeinsame und gewaltige Ursache: das Erd­beben, das durch das südliche, südwestliche Deutsch­land, die Schweiz und die Nachbargebiete lief, war die Kuh, die sich losgerissen hatte, die schranke- rückende Köchin und der seine Frau prügelnde Ehe­mann! .

Wie oft mögen wir mit dem Gebanntsein m un­sere Enge beim Aufsuchen der Ursache eines Ereig­nisses so irren! Wie verschieben sich im Geschehen für unseren Geist die Perspektiven, nicht anders als vor unserem Auge die des Raums! Wie klein ist der Kreis ...

Lehm gebrannt. Seine Herdplatte ist eine ausge­diente Autoradfelge, das Ofenrohr eine sinnvolle Konstruktion aus gebogenem Blech und ineinander­geschachtelten Konservenbüchsen.

Das gute alte Landsknechtsleben mit seiner Lager- feuerromantik ist in den Zeltstädten im Osten wieder lebendig geworden. Man darf aber nicht denken, daß deshalb dieses rechte Soldatenleben eitel Wonne und reines Vergnügen wäre. Die Zelte haben auf die Dauer ihre Tücken. In den heißen Sommertagen glichen sie Backöfen, und nachts raubten blutgierige Gelsenschwärme dem Landser seine wohlverdiente Ruhe. In den naßkalten Herbstnächten bieten auch doppelte Decken nur notdürftigen Schutz vor der empfindlichen Kälte. Das ist d i e Kehrseite der bunten Lagerfeuerromantik. Aber die Zeltstädte im Osten sind die glücklichen Symbole des Bewegungs­krieges. Die Millionenarmee in Zelten zeugt davon, daß der Feldzug im Osten nicht in zermürbenden Stellungskrieg erstarrt.

Kriegsberichter Kurt Honolka.

Kuno Graf von Dürckheim: Mar­cus Atilius Regulus, Geschichte eines Römers aus dem Ersten Punischen Krieg. (Verlag I. L. Schräg in Nürnberg. Preis in Leinen geb. 9,50 RM.) Das dem Erneuerer des römischen Imperiums, Benito Mussolini, gewidmete Werk baut auf ungemein gründlichem Studium einer Epoche auf, die zumeist zu Gunsten der an großen Gestal­ten und dramatischen Abläufen reicheren beiden Entscheidungskriege zwischen Rom und Karthago m den Hintergrund zu treten pflegt. Und doch ist sie in mancher Hinsicht interessanter und bezeichnender, weil sie noch in die bäuerlichen Ursprünge des römi­schen Staates zurückreicht und die Entwicklung des öffentlichen Lebens im alten Rom aus dem enaen Kreis der Familie und Sippe noch ganz unverfälscht aufzeigt. Das lag dem Verfasser auch wohl beson­ders am Herzen. Er hat keinen historischen Roman landläufigen Charakters geschrieben, sondern schil­dert vielmehr mit wissenschaftlicher Akribie wenn auch in lockerer erzählender Form den Lebensweg eines römischen Feldherm und Staatsmannes der genannten Epoche. Seine Mitarbeiter und Gegen­spieler sehen wir in scharf umrissenen Profilen, sie verbinden sich zu einer fpannungsreichen, mit ge­schichtlicher Treue geschilderten Handlung, die in em sehr farbiges Bild der Kultur Alt-Roms und Ka^ thagos hineingestellt wurde. Trotz des gelegentlich etwas papierenen Dialogs bekommen wir doch einen sehr lebendigen Eindruck dieser Epoche alt­römischer Geschichte und bewundern immer wieder die Gewissenhaftigkeit und Liebe, mit der der Ver­fasser sich in seinen Stoff versenkt hat.

Dr. Fr. W. Lange.

Wie klein ist der Kreis...

Von Wilhelm von Scholz.

Hnhre 1006 ober 1907 kam ein Mann auf einen neuen Gedanken der Kaufwerbung, den er nach eifriger Vorbereitung °us breltester Grundlage ausführte Die Angelegenheit hat damals alle Ze hingen, bann bie Gerichte beschäftigt und >st heute völlig oergeffen. Das ist schade, denn sie hatte eine le^nieerr®=nter erwarb Verlagsrecht eines beliebigen Schundromans und ließ hohe Auflagen drucken Nun, damit stand er nicht allem aberr hatte das gläubige Vertrauen der anderen die Schundromane drucken lassen, , sondern nicht ohne weiteres auf niete Raufer, fonflern spannte, um sie zu fangen, em «raßes Netz aus° Er richtete ein Büro ein, m welchem eine Jteuje von Schreibern zwei, .drei Muster mi ^reiben unzählige Male vervielfältigten. bleichem Jn- täuschten Privatbriefe vor von mest 9 ? fon)OM

halt:In dem RomanDoppelte Moral sei^sowohl der Schreiber wie der (Empfänger bes lief; erkennbar gezeichnet auf unangenehm v ng,

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U®ank?hatte fein kleines Vermögen in dieser- fteUung und Frankierung Mcfej Adressenlisten tausend Briefe gesteckt die nun nach Adr-«enust auf bekannte und unbekannte Leut . . ti un& losgelassen wurden, in denen gute f (Zroßkauf- Geld vorhanden war: Beamte, OffSchrift­leute, Bankherren genannte Künstler u steiler. Ganter nahm an, daß die I & ger der geheimnisvollen ^'Nwe'se hlll

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Hüllungen fahnden wurden, em .. Aus-

In Ganters Berechnung war me Luck- » - lieferung des Buches konnte zumal^ore,e rsiche Unternehmer mit dem Duchha

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Dr. Franz Niedermayer: 3 b e r o - Amerika. Räumliche Grundlagen und geschicht­licher Werdegang, Gegenwartslage und Zukunsts­fragen. Mit 10 Karten. Kart. 2 RM. (Macht und Erde, Hefte zum Weltgeschehen, Heft 17.) Verlag B. G. Teubner in Leibzig. (54) Der Verfasser läßt in klar gegliederter Tatsachenfulle die natür­lichen sowie geistigen Voraussetzungen für das gegenwärtige Geschehen in Jbero-Amerika aus den Gegebenheiten des Raumes und den Leitlimen seiner Geschichte erstehen. Auf einer erdkundlich- geschichtlichen Grundlage schält sich eine m die Zu­kunft weisende umfassende Gegenwartskunde der südlichen Neuen Welt heraus, die in der Ausein­andersetzung zwischen dem demokrattschen und auto­ritären Staatsgedanken den Weg zur nationalen Idee findet, aus der neue Menschen geformt, Staa- ten umqebaut und Kulturen weiterentwickelt wer­den. Zum Schluß weist der Verfasser historisch den bedeutsamen Beitrag der Deutschen zur Entwick'

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auf andere Nationen bewiesen. Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und die Slowakei haben ihren Beitritt vollzogen. Im europäischen Raum ist aus dieser Jdeengemeinschaft die Waffenbrüderschaft vieler Staaten im Kampf gegen den Bolschewismus und alle Kräfte der Zerstörung geworden. Am Mittelmeer trägt Italien die Hauptlast des Kamp­es. Das Mittelmeer gehört zum europäischen Raum, und sein erster Platz gebührt der italienischen Nation. In Ostasien hat Japan seine Politik kraft­voll geführt. Unterstützt oon ben Achsenmächten ist es gelungen, die militärische Zusammenarbeit zwi­schen Frankreich und Jndochina sicherzustellen. Da­mit hat Frankreich, obwohl es dem Dreierpakt nicht angehört, den Führungsanspruch Japans im Osten anerkannt. Durch die Stabilisierung der chinesischen Nationalregierung in Nanking ist em starker Pfeiler für die Befriedung des Fernen Ostens geschaffen worden.

Vor einem Jahr sagte Reichsminister von Rib­bentrop:Der Pakt ist ein Militärbündnis zwischen drei der mächtigsten Staaten der Erde.... Jeder Staat aber, der bie Absicht haben sollte, sich in die Endphase der Lösung der Probleme in Europa ober in Ostasien einzumischen und einen Staat dieses Dreimächtepaktes anzugreifen, wird sich mit der gesamten zusammengeballten Kraft der brei Völker von über 250 Millionen auseinander­zusetzen haben." Damit ist eine sehr ernste War- nung gegen Friedens st örer und gegen die Politik der Kriegsausweitung aufgerichtet worden. Damit muß die Welt rechnen, daß der Dreierpakt ein unumstößlicher Faktor geworden ist, der schon jetzt das Gerüst und den Rahmen für bie Zukunft der Völker darstellt. b. R.

Eine W i lh e l rn- Di e hl - Fe stsch r i f t ist zum 70. Geburtstag des um die hessische Geschichts-, Heimat- und Volksforschuna hochverdienten Prä­laten D. Dr. Dr. Wilhelm Diehl als XII. Band der Beiträge zur hessischen Kirchengeschichte von Staats­archivdirektor Dr. Ludwig Clemm tm Selbstver­lag des Historischen Vereins für Hessen herausge­geben worden. Es ist ein Sammelwerk entstanden, das in seinem wissenschaftlichen Wert und seiner Vielseitigkeit dem Lebenswerk des Geburtstagers, den es zu feiern galt, sich würdig zur Seite stellt und dem Herausgeber unb seinen zahlreichen Mit­arbeitern zur Ehre gereicht. Der Raummangel ver­bietet es, die in dem umfangreichen, vorzüglich aus- gestatteten und mit zahlreichen Bildbeigaben ver­sehenen Bande vereinigten 25 Aufsätze einzeln zu nennen, geschweige denn zu besprechen. Sie umspan­nen das ganze Gebiet der hessischen Kirchengeschichte in weitestem Sinne vom frühen Mittelalter bis m die jüngste Vergangenheit. Baugeschichte Volks­kunde und Familienforschung sind unter Wahrung des kirchengeschichtlichen Grundcharakters des Wer­kes mit wesentlichen Beiträgen vertreten. Auch unser engeres Oberhessen, das dem Historiker so mel des Interessanten bietet, finden wir in einer Reihe von Abhandlungen namhafter Forscher gewürdigt Man­ner wie Theoder Mayer (Marburg), Widmann (Schotten), Vogt (Biedenkopf), E. E. Becker (Barm- stadt), Kornmann (Darmstadt), Walbe (Darmstadt), Hepding (Gießen), Frölich (Gießen), Heymann (Langsdorf) u. a. sind durch Leben oder Werk mit Oberhessen eng verbunden unb zumeist ben Lesern unsererHeimat im Bild" wohl vertraut. Sie wer­den auch in diesem schönen Bande, mit dem die hes­sische Kirchengeschichtsforschung einem ihrer bedeu-

PK .. Soldaten wohnen keineswegs auf Ka- iwnen, wie es einst ein Kaffeehauslyriker zwischen Mokka und Zigarre erklügette. Soldaten wohnen sehr vielfältig: In der Heimat in den sauberen und vorbildlichen Kasernen, in Frankreich in mehr oder weniger verwahrlosten Chateaus, jedenfalls aber innerhalb sicherer Ziegelmauern, in Norwegen m Blockhäusern unb hölzernen Baracken. Und nun er­gibt sich im Osten eine der wenig beachteten Eigen­tümlichkeiten dieses Krieges: Millionen Soldaten leben seit Monaten schon im Zelt, vom General bis zum Schützen und Flieger. Da und dort haben wohl die Baukompanien Baracken gezimmert, da und dort konnten, sofern nicht Ungeziefer und Schmutz sich stärker erwiesen, Sowjetkafernen bezo­gen werden. Im allgemeinen aber ist das Zelt die typische Wohnung des Frontsoldaten im Osten. Es märe gewiß beguemer und wetterficherer gewesen, sich in die leerstehenden Häuser der gefluchteten oder verschleppten Bauern einzuquartieren. Aber man muß einmal die Nase in so eine Behausung gesteckt haben, um jeden Gedanken an Quartierma­chen schleunigst aufzugeben. Das kgnn man keinem deutschen Soldaten zumuten. So blieb allem das Zelt, unb man ahnt nicht, was die Landser aus dem Zelt gemacht haben.

Unser Zelt z. B. liegt am Rande eines Feldflug­platzes im Kiefernwald, an der Hauptstraße der Zeltstadt, in der die ganze Kampfstaffel wohnt Ein Zelt ist die Behausung des Kapitäns und feiner Offiziere, ein Zelt ist die Küche, in Zelten sind all die vielfältigen Geräte untergebracht, die der Ein­satz von zehn Ju 88 benötigt. Unser Zelt hat ein Gerippe aus selbstgezimmerlen Kiefernbalken, man kann aufrecht darin stehen und, wenn man sehr rücksichtsvoll ist und nicht allzu wohlbeleibt, an einem schmalen Tisch sitzen. Auch haben wir elektri­sches Licht, und abends ist es sehr trauhd). Unser Stolz aber sind die Veranda und der Garten. Die Veranda ist ein überdachter Vorbau aus Kiefern­geäst mit grüngestrichenem runden Tisch und dazu­gehöriger Bank, alles selbst gezimmert, und der Garten davor besteht aus Erika und Kiefernbaum- chen. Unser Ofen steht im wahrsten Sinne des Wortes festgemauert in der Erden aus Ziegeln und

Am 27. (September besteht der Dreimächtepakt zwischen Deut chland, Italien unb Japan ein Jahr. *|n dieser Frist hat sich eine solche Fülle politischer Ereignisse vollzogen, daß man glauben möchte, ein ganzes Jahrzehnt seit vergangen, seitdem in der Reichskanzlei in Berlin die Vertreter der drei Mächte ihre Namen unter dieses Dokument setzten.

Ganz oon selbst wird sich die Frage erheben, in welchem Umfang die Erwartungen des Paktes in dieser kurzen Zeit in Erfüllung gehen konnten. Da- Lei wird man an die Grundlagen erinnert, die die­sem Bündnis zu eigen sind. Es wollte solche Völker zusammenschließen, deren Ideale unb Zielsetzungen nniteinanber verwandt sind. Es war als der K r i - fstallisationspunkt einer neuen Ord­nung gedacht. Mit voller Genugtuung kann heute »gesagt werden, daß sich diese Erwartungen inwei - jtem Maße erfüllt haben. In Deutschland ist »es die Reichsidee, die den Inhalt unb das Panier ier nationalsozialistischen Weltanschauung bildet, ibas faschistische Italien hat das Imperium, Japan -bie historische Kaiseridee zum politischen Glaubens- Ibekenntnis erkoren. Diesen geistigen Kräften, diesem 'Erneuerungswillen einer neuen Zeit vermag bie mite Welt gar nichts entgegenzustellen.

In der praktischen Politik hat der Dreierpakt keinen aggressiven Charakter bekundet. An keiner 'Stelle überschreitet er bie Grundlagen des morali­schen Rechtes. Er grenzt die Interessen Europas von denen anderer Erdteile ab und verbindet doch wie­der Völker miteinander, die hier in Europa und im Fernen Osten den Anspruch erheben können, Ordnungsmächte zu sein. Sie stehen zur gegenseitigen Unterstützung bereit. Der Dreierpakt :hat, weil er seinen Appell an die Ehrlichkeit und Vernunft der Völker richtet, seine Anziehungskraft

^Jch bekam diesen Brief auch, fand als blicksiche­rer Mann des Fachs beim Durchgehen meiner Her- ganqenheit bis in die Kinderschuhe nichts was auch nur annähernd die kleinste Nebenhandlimg eines Romans hätte speisen können, bewahrte Ruhe und vertraute daraus, daß mir em guter Freund, roenn s wahr wäre, das Buch schon schmunzelnd zuschrcken würde. Statt zum Buchhändler zu laufen, studierte ich die mir zunächst nicht entzifferbare Uuterschnft und wußte nach gar nicht langer Zelt den ent- lernten Bekannten, der es fern müsse, der etwa diese Hand schrieb, von dem ich kernen Dergleichs- brief da hatte und der vielleicht im Geheimen em wenigstens halbdunkler Ehrenmann fern konnte. Es dauerte nicht lange, da traf ich einen anderen Be­kannten, der einen ebensolchen Brief erhalten hatte, und auch er wußte, von wem! Selbstverständ­lich batte er einen anderen, mir ganz unbekannten, Absender herausgefunden. Nach der öffentlichen 2lufdeckung des Schwindels stellte ich noch mehr­mals mit Vergnügen fest, daß Empfänger des bösen Schreibens stets in ihrem Kreise ben Verfasser des Briefes vermutungsweise herausbekommen hatten.

Das ist das höchst Lehrreiche an dieser Sache: I mag ein Ereignis noch fo fern und groß ftm

unb dieser Briefschwindel, der sich über ganz Deutschland erstreckte, war für alle die einzelnen Adressaten einer kleinen Stadt zum mindesten etwas außerhalb ihres Kreises Liegendes - wir bauen es mit seiner vermuteten Ursache und fernem ganzen Zusammenhang m uns-ren engsten Kreis em. Ge- mikr' das ist hier natürlich, da der Schreiber ja unstr Bekannter zu sein behauptete. Aber das Be-

Karl Richard Ganzer: Das Reich als europäische Ordnunasrnacht. (Schrif­ten des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands.) Kartoniert 2,80 RM. Hamburg. Han­seatische Derlagsanstalt AG. - (66) Geschichtlich . - 7 # r i ?..... . rXawPaw >T<nliTi 1 m

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war, nicht entfernt so rasch erfolgen, wie zum Ge­lingen des Kniffs nötig gewesen wäre. Ehe mehr als ein sehr kleiner Bruchteil der Auflage verkauft war, hatten ein paar helle Köpfe schon den betrug entdeckt, die Sache der Presse mitgeteilt, und die meisten Briefempfänger lasen gleichzeitig mtt dem erschreckenden Warnungsschreiben erleichtert die Zeitungsnachricht, daß, das ®any ein 'M wahren Sinne des Wortes aufgelegter Schwindel fei. Gan­ter verlor fein Geld und wurde obendrein emge-

Oaö neue llfa-programm.

Im neuen Programm der Ufa wirb Professor Carl Froelich mit dem Film ,,P otsbam" die Zitadelle preußischen Sotbatengeiftes in einer dra, matischen Handlung zeigen. Ein zwetter Film Prof. Froelichs istH o ch z e i t a u f Barenhos , nach einer Sudermann-Novelle. Prof. Karl Rit­ter wird bas verbrecherische Treiben derGPU. enthüllen. Veit Harlan unb Gerharb Menzel schaffen einen FilmNarvi k". Harlan roirb auch ben FilmDie golbene Stab t" insze­nieren; Kristina Söberbaum, Eugen Klöpfer und Paul Klinger spielen die Haupttollen. Hans Albers ist Hauptdarsteller der FilmeStörte- b e k e r" undDer u n st e r b l i ch e Lump". Gerhard Menzel schrieb für Rudolf Forster das Drehbuch zu der FilmsatireDas große Aden- teuer"; der zweite Forster-Film heißtWien 1910". Zarah Leander spielt inträume- r e i" undDie große Liebe"/ Willy Bir­gel soll die Titelrolle des FilmsDiese l" spielen; ein zweiter Film,D i e goldene Brü ck e", zeigt Birgel neben Ilse Werner und Mathias Wieman.

Werner Krauß begegnen wir in dem Film Zwischen Himmel und Erde" nach Moti­ven Otto Ludwigs. Luise Ullrich und Karl Lud­wig Diehl spielen in dem FilmVia m al a (nach John Knittels Roman) die Hauptrollen. Diehl werden wir überdies in dem FilmDer 5.1uni begegnen. Rene Seligen soll in dem Film , Theater" spielen, der das Leben Josef Kainz zum Vorwurf hat. Der LiebesfilmDie Nacht ohne Abschied" wird von Erich Waschneck be­treut werben. Heinrich George hat in dem Wien- FilmSchicksa l" eine große Rolle. Rolf Han­sen gestaltet in einem Film ch liebe Dich" das Lebensschicksal des norwegischen Komponisten Ed- vard Grieg. Luis Trenker wird in dem Film Kampf um Germanin" eine tragende Rolle übernehmen. Annelies Reinhold spielt die Titel- rolle in dem FilmViolant a". Paul Rich­ter unb Fritz Kämpers finb für den Achsen« krieg" verpflichtet worden.

- beutsame bleibt: wir finben ihn, der gar nicht vor­handen ist, auch heraus und glauben bestimmt zu wissen, wer es ist.

Eine noch viel eindringlichere Lehre dieser Tat­sache gab ein paar Jahre später bie elfte Abend­stunde des 16. November 1911. In dieser Stunde geschahen die folgenden Dinge:

Ein Bauer im Odenwald fuhr aus dem ersten Schlaf auf und ging in den Stall. Er hatte gehört, daß sich offenbar die Kuh losgerissen hatte, wollte sie wieder anbinden und beruhigen.

Ich selbst, damals auch im Odenwald, rief der Köchin im Untergeschoß zu, weshalb sie jetzt nachts noch Schränke rücke und keine Rücksicht auf meine

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