frauenschosten von Reiskirchen, Lindenstruth, Burk- havdsfelüen uni) Heuchelheim spendeten für die Lazarette eine große Anzahl guter Kuchen, die den verwundeten vortrefflich schmeckten.
Gietzen-Klein-Lin den.
~ Der Geflügelzuchteroerein Klein-Linden hielt am Samstagabend im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" eine gut besuchte Versammlung ab. Der stellv. Der- einssührer Georg Lutz widmete besonders den auf Urlaub weilenden Dereinskameraden herzliche Begrüßungsworte. Der Schriftführer verlas das letzte Rundschreiben der Reichsfachgruppe, das eingehend besprochen wurde. Die seither schon geforderten Förderungsmaßnahmen sollen eifrig weiter betrieben werden. Die örtliche Werbegeflügelschau wurde bei der zuständigen Kreis-, Landes- und Reichsfachgruppe für Mitte Januar 1942 angemeldet.
Gießener Dochenmarktpreife.
Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für -^-Ware. Für 8-Ware oder abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger.
* Gießen, 27. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Köse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 46, Wirsing, % kg 8 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 25 bis 30, Tomaten 25 bis 40, Rhabarber 15, Pflaumen 40, Salatgurken 25, Salat, das Stück 10, Endwien 15, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich 10, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf.
Amtsgericht Gießen.
Benzin „o^ne" gegen Butter, Eier und Käse „ohne" — das war die Grundlage der „geschäftlichen" Beziehungen, die die Tankwarte A. G. und H. 3-, beide in Gießen, zu einigen Geschäftsleuten und Autobesitzern in der Umgegend — dem K. W. in $)., dem F. M. in B., dem H. K. L. in L. und dem E. 8). in R. — unterhielten. Kam einer von diesen Autobesitzern bei den Tankwarten vorgefahren, um „Sprit" für seinen Wagen zu beziehen, und brachte er dabei aus den ttefsten „Nischen" seines Wagens Butter, Eier oder Käse zum Vorschein, so erhiett er seinen „Sprit" auch ohne Tankausweiskarte, selbstverständlich war es dabei aber, daß auch die schöne frische Butter, die herrlichen (Mer und der schmackhafte Käse „o h n e", d. h. unter völliger Verschonung der Fett- und Eierkarten geliefert wurden. Allen Beteiligten kann es nicht zweifelhaft gewesen sein, daß sie mit diesem Techtelmechtel von Benzin „ohne" gegen Fet- ttgkeiten und Eier „ohne" gegen die grundlegenden Vorschriften unserer Versorgungswirtschaft verstießen. So ging der „Tausch" vom Mai bis Fuli 1940 munter vor sich. Dann kam der Kladderadatsch, und nun hatten sie sich vor dem Amtsgericht Gießen wegen Vergehens gegen die Verbrauchsregelungsstrafoerordnung zu verantworten. Die für die „markenfreie" Butter, Eier und Käse begeisterten Tankwarte wollen sich jetzt nicht mehr erinnern können, wieviel Benzin sie eigentlich „ohne" als Gegenleistung an die für „kartenlosen" Sprit empfänglichen Autobesitzer geliefert haben. Kurzum, alle haben hinsichtlich der Menge plötzlich fein Erinnerungsvermögen mehr. Aber sie können doch nicht leugnen, daß sie allesamt nach dem Wort von der einen Hand, die von der andern gewaschen wird, gehandelt haben. Ungeklärt blieb vor Gericht lediglich das Ausmaß der Handwäscherei.
Das Gericht sah eine Anzahl Fälle, die nicht besonders schwerwiegend lagen, als Uebertretungen an. Es mußte daher, da Uebertretungen nach drei Monaten verjähren, insoweit das Verfahren einstellen. 3m übrigen kamen die Angeklagten milde davon. Die Tankwarte A. G. und H. 3. erhielten wegen vier Fällen dzw. wegen eines Falles Geldstrafen von 180 bzw. 40 RM., die Autobesitzer K. W. in H. wegen zwei Fällen 105 RM., K. H. L. in L. wegen eines Falles 120 RM. Geldstrafen das Verfahren gegen E. H. in R. wurde eingestellt und das Verfahren gegen F. M. in B. zwecks späterer Verhandlung ab- getrennt.
Der W. D. in Gießen hatte wegen fahrlässiger Brandstiftung einen Strafbefehl über 300 RM. an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten erhalten. Dagegen legte er Einspruch ein. Es handelte sich um den Brand in dem Hause Marktstraße 32, bei dem das Haus zerstört wurde. 3n der Hauptverhandlung konnte dem Angeklagten nach dem Gutachten des Sachverständigen
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Roman von -Sjorft Akrnalh
1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Luisa ... Sie war nicht mehr. Und in diesem Augenblick grub ein Steinmetz ihren Namen und die zwei Daten ihres Lebens in einen rötlichen Gvanit- block ein.
Konrad Hellwang starrte aus dem Wohnzimmer des Hauses in den Garten hinaus. Der Märzwind zupfte an den Zweigen der Weide. Noch verriet kein Schimmer in dem Astgeflecht das Nahen des Frühlings. Der Rasen war filzig und braun; sein lehmiger Untergrund hielt den Frost fest und ließ das Schmelzwasser nicht versickern. Der Boden quatschte unter den Gummistiefeln der Kinder.
Lydia und Söhnchen spielten um den Teich herum Fangamandl. Britta saß neben Hellwangs Mutter im Zimmer und lernte englische Vokabeln. Sie murmelte Quetschlaute vor sich hin und reichte der alten Dame schließlich das Buch zum Ueberhören hin. Konrad Hellwang verschloß sich gegen das Her und Hin von Frage und Antwort. Draußen stieß Söhnchen spitze, gellende Schreie aus, wenn es ihm gelang, Lydia zu greifen. Aus alter Gewohnheit verhielten die beiden dann für einen Augenblick und kehrten die hellen Gesichter zum Hause hin; aber es flog fein Fenster auf, und die Stimme Luisas, die sonst warnend und dämpfend dazwischengefahren war, blieb stumm.
Brigitte packte ihre Bücher Und Hefte in den Schulranzen: „3ch geh' noch ein wenig nach draußen, Omi, darf ich?"
„3a, geh nur, Kind, geh nur — aber zieh die Gummistiefel an, damit du feine nassen Füße bekommst."
Britta lief davon, und Hellwang stieß sich vom Fenster ab. Die alte Dame setzte in einen Wollstrumpf von Lydia eine neue Ferse ein. Bei der Bewegung ihres Sohnes ließ sie das Strickzeug finken und schaute über die Brillengläser hinweg zu ihm empor.
„3ch habe übrigens einen Brief von Vater, he-
eine Fahrlässigkeit nicht nachgewiesen werden, und es erfolgte daher seine Freisprechung.
Strafkammer Gießen.
Der E. L. in W. war angeflagt, in zwei Fällen mit Gewalt unzüchtige Handlungen an einer Frau vorgenommen zu haben. Das Gericht erblickte in der Tat des Angeklagten nur eine tätliche Beleidigung und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten.
Briefkasten -er Redaktion.
(Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
Einige Soldaten. Die Hauptstadt von Kroatien ist Banjaluka, Sitz der Regierung ist Agram. Die Hauptstadt der Niederlande ist Amsterdam, der Sitz der geflohenen holländischen Regierung war in Den .Haag. Die Residenz ist nicht überall gleichbedeutend mit der Hauptstadt.
Aus der engeren Heimat.
Einbrüche am laufenden Band.
* Alsfeld, 25. Aug. 3n einer einzigen Nacht wurden hier vier Einbrüche verübt. Aus einer Wohnung nahm der Dieb einen Geldbetrag, sämtliche Lebensmittelkarten und zwei wertvolle Ringe mit, in einem anderen Grundstück stahl er aus der Waschküche einen Damenmantel, am dritten Ort nahm er ein Fahrrad mit, wofür er ein altes zurückließ, und an der vierten Stelle mußte er ohne Beute abziehen. Die Ermittlungen nach dem Einbrecher find noch im Gange. Es wird vermutet, daß eine in der weiteren Umgebung ausgetretene Diebesbande auch für diese Einbrüche in Betracht kommt.
Landkreis Gießen.
ch Oppenrod, 25. Aug. Den großen Wert der NSV.-Kindergärten für unsere Landleute empfinden diese besonders in der arbeitsreichen Erntezeit. Nachdem diese Einrichtung nun schon zwei Fahre in unserem Dorfe besteht, möchte sie niemand mehr missen, wissen doch unsere Landleute, daß ihre Kinder dort gut aufgehoben sind. Der hiesige Kindergarten zählt in unserem kleinen Dorf nahezu 50 Kinder. Er wird von Frl. Becker von Großen-Bufeck geleitet. Zu ihrer Unterstützung wurde Frl. Erna Rühl von hier herangezogen.
26 000 Mark Gteuerstrafe.
Lpd. Frankfurt a. M., 25. Aug. Das Finanzamt Frankfurt hat gegen den Rentner und früheren Metzgermeister Christian G r e d in Frankfurt a. M. wegen fortgesetzter Einkommen- und Vermögens st euerchinterziehung Geldstrafen von insgesamt 2 6 000 RM. festgesetzt.
Warnung vor einem Schwindler.
Lpd. Darmftabt, 25. August. 3m Laufe des Monats trat bei hiesigen Geschäftsleuten ein Mann auf, der gutes Bohnerwachs (das Kilo zu 3 RM.) zum Kauf anbot. Er nannte sich, der Unterschrift auf dem Lieferzettel zufolge, Hans Rob aus Koblenz oder Hans Schweitzer aus Düsseldorf. Da die mitgeführte Probe aut war, erfolgten Bestellungen, doch hatte die Ware, die aus einer teilweise schokoladebraunen ober rotgefärbten Masse bestand, keinerlei Wert. Bei dem Verkäufer handelt es sich um einen etwa 25jährigen, 1,60 bis 1,70 Meter großen, schlanken Mann mit dunkelblondem Haar, der rheinischen bzw. pfälzischen Dialekt spricht. Weitere Geschädigte, oder Personen, die über den Täter Angaben machen können, sollen dies auf der nächsten Polizeistelle oder bei der Kriminalpolizei Darmstadt umgehend melden.
Sjl.-tfpOTt
Deutsche Fechtmeister.
Deutscher Florettmeister wurde in Bad Kreuznach der Frankfurter 3ulius E i-s e n e cf e r (FC. Hermannia) nach Stichkampf mit Kurt Wahl (To. 62'Zella-Mehlis), beide mit 10:1 Siegen, vor dem Titelverteidiger ^-Ostuf. Richard Liebscher (Berlin) mit acht Siegen. Von den Süddeutschen holten sich weiter 3. Bergan (Fechterring Nürnberg) den 6., H. Gyenis (To. Offenbach) den 7. und Fritz Rothfuß (Frankfurter SA.) den 8. Preis.
Deutscher Degenmeister wurde bei den Titelkämpfen der Fechter ^-Ostuf. Erwin Kroggel mit 9 Siegen 16 erh. Treffern vor Siegfried Serben (Hermannia Frankfurt) 8/20, 2t. Willi 3acobi (DFC. Hamburg) und dem Vorjahresmeister ff= Hpt.-Scharf. Kurt Knobel (ff Dresden).
Deutsche Meisterschaft auf Säbel: 1. Hans E s - ser (DFC. Düsseldorf) 10/23; 2. Ustuf. H. Hainke (ff Berlin) 8/31; 3. Ustuf. R. Liebscher (ff Berlin) 8/34; 4. 3ul. Eisenecker (Hermannia Ffm.) 8/36; 5. Gruppens. Heydrich (ff Berlin) 8/37,6; 6. Fr. Martin (SA. Ffm.) 6/44; 7. Hptscharf. K. Knäbel (ff. Dresden) 5/41; 8. Herrn. Fascher (ff Hann.) 5/42; 9. Heinr. Limpert (FC. Fürth) 4/49; 10. Karl Hanisch (Wiener SC.) 2/52; 11. K. Wahl (DV. 62 Mehlis) 2/52; 12. Haromir Bergan (Fechterring Nürnberg) 0/55.
Deutsche Florettmeisterin wurde zum sechsten Male die Offenbacherin Hedwig Haß (FCO.) mit 7 Siegen vor Leni Höser-Oslob (Leipzig) 6/27 erh. Tr., Gisela Kraußarill (To. Offenbach) 6/28 und der Titelverteidigerin Lilo Allgayer (Tv. Offenbach) mit 5/20.
Meisterschaften im Gewichtheben.
3n der Hermann-Göring-Halle in Stuttgart begannen am Wochenende die deutschen Meisterschaften im Gewichtheben. 3n Anwesenheit zahlreicher Zuschauer fielen am ersten Tage drei Entscheidungen. 3m Bantamgewicht konnte der Wiener Polizist Schöbinger den seit sieben 3ahren ungeschlagenen Meister Schuster entthronen, im Leichtgewicht gab es mit Karl 3 a n f e n (Essen) als Meister und S ch w i t a l l e (Breslau) auf «dem zweiten Platz nach einem heftigen Zweikampf das gleiche Ergebnis, wie schon in den letzten sechs 3ahren vorher, und tm Halbschwergewicht trug sich der vorjährige
Mittelgewichtsmeister Hans V a l l a (Wien) mit 355 kg in die neue Meisterliste ein. Schöbinger holte sich den Titel mit 285 kg, wobei er im beidarmigen Stoßen mit 112,5 kg über das Doppelte seines eignen Körpergewichts zur Hochstrecke brachte. Spannend war der Zweikampf zwischen 3ansen und Schwitalle. Erst die gute Leistung im Stoßen trug Fansen den Titel ein. Ergebnisse:
Bantamgewicht:!. Alois Schöbinger (Wien), 285 kg (Drücken 82,5, Reißen 90, Stoßen 112,5 kg); 2. 3os. Schuster (München), 280 kg; 4. Mahin (Rosenheim), 245 kg; 5. Antonie (Hörde), 235 kg. — Leichtgewicht: 1. Karl 3ansen (Essen), 337,5 kg (97,5, 102,5, 137,5 kg); 2. KarstLchwitalle (Breslau), 335 kg; 3. Ernst Hermann (Wien), 315 kg; ^Rettenbacher (Wien), 307,5 kg; 5. Schwemmsr (Nürnberg), 305 kg. — Halbschwergewicht: 1. Hans Valla (Wien), 335 kg (107,5, 110, 137,5 kg); 2 Hans Szabados (Wien), 342,5 kg, 3. Raimund Ortlieb (Augsburg), 320 kg; 4. Lorenz (Magdeburg), 315 kg; 5. Petri (Hörde), 312,5 kg.
Der zweite Tag der deutschen Gewichtheber-Meisterschaften brachte durchweg Favoriten-Siege. 3m Federgewicht hatte der Titelhalter Richter (Wien) keine Mühe, sich die Meisterschaft auf ein weiteres 3ahr mit 292,5 kg zu sichern. Weltmeister Adolf Wagner (Essen) erwies sich im Mittelgewicht trotz feiner längeren Kampspause mit 350 kg wieder als Bester, im Schwergewicht konnte Olympiasieger 3o- sef Manger seine Vorjahrsleistung von 400 kg sogar um 12,5 kg überbieten. Ergebnisse:
Federgewicht: 1. Toni Richter (Wien) 292,5 kg (80, 92,5, 120), 2. Dorawa (Hamborn) 272,5 kg, 3. Dörrbecker (Hörde) 267,5 kg, 4. M. (Brau (Tilsit) 260 kg, 5. Senftleber (Breslau) 260 kg. — Mittelgewicht: 1. Adolf Wagner (Essen) 350 kg (105, 107,5, 137,5), 2. Haller (Wien) 335 kg, 3. Clausen 332,5 kg, 4. Mast (Neuaubing) 320 kg, 5. Hip finger (Wien) 315 kg. — Schwergewicht: 1. 3osef Manger (Neuaubing) 412,5 kg (137,5, 120, 155), 2. Schattner (Augsburg) 390 kg, 3. Stropek (Wien) 375 kg, 4. Aaldering (Essen) 372,5 kg, 5. Wahl (Möhringen) 355 kg.
Die Liste der Meister 1941.
Bantamgewicht: Alois Schosbinger (Wien) 285 kg; Federgewicht: Toni Richter (Wien)
kommen", sagte sie mit einem kleinen Zögern in der Stimme, „den dritten Brief in dieser Woche ..."
„Wird er schon ungeduldig, daß du so lange fortbleibst?"
„Er schreibt es nicht direkt, aber ich spüre es aus jedem Wort, daß er mich zurückwünscht, und daß ihm die gewohnte Ordnung fehlt. Er klagt über Appetitlosigkeit — du weißt ja, wie verwöhnt er ist ..."
Hellwang nickte, er kämmte sich mit den Fingern die Schläfenhaare zurück: „3a, ja, Mutter, ich verstehe — du kannst natürlich nicht ewig hier bei uns bleiben ..."
Die alte Dame schob die Nadeln tiefer in die Maschen, sie legte die Brille ab und verwahrte sie mit dem Strickzeug zusammen im Handarbeitskasten.
„Und wie soll das hier bei euch weitergehen, mein 3unge, wenn ich fort bin?" fragte sie schließlich mit einem blanken Vorstoß in alle jene Fragen, die seit vier Wochen wie unerlöste Gestalten zwischen ihnen standen und nur auf das Stichwort warteten, um sie zu bedrängen und Antwort zr^ fordern.
„3rgenbroie wird es schon weitergehen", murmelte er.
„Hast du keine bestimmten Pläne?"
„Eigentlich nicht, oder wenn ich mir Gedanken gemacht habe, so habe ich höchstens daran gedacht, die Dinge wenigstens vorläufig laufen zu lassen. Geht es, bann ist es gut; geht es nicht, bann muß man sich halt um eine neue Lösung bekümmern."
„Du willst bie Kinber also hier behalten?"
„Was hast du denn gedacht?" fragte er fast bestürzt.
„An ein Landschulheim, natürlich nur für Britta und Lydia! An ein gutes Landschulheim, wo sie mit netten Kameraden von guten Lehrern erzogen werden. ..."
„Nein, nein", fiel er ein, „auf keinen Fall! 3ch trenne mich von den Kindern nicht."
„3ch dachte ja auch nur an eine Trennung auf ein halbes oder ein Jahr." Sie wollte fortfahren: „Bis sich hier eine neue Ordnung ergeben hat", aber sie unterdrückte den Satz, da er ihr zu viele Andeutungen zu enthalten schien, die Konrad mißverstehen und falsch deuten konnte.
Er ließ sie jedoch gar nicht zu Ende sprechen: „Kathi ist tüchtig und zuverlässig, ich glaube, sie
wird den Haushalt und die Kinder schon in Ordnung halten."
„Schließlich bin ich ja auch noch da!" rief er mit einer kleinen Verbeugung.
„Gewiß — aber die Kinder brauchen mehr als die paar Mahlzeiten und gestopfte Strümpfe. Erziehung ..."
Die alte Dame drehte den dünn gewetzten Goldreif an ihrem Ringfinger. Sie sah nicht sehr überzeugt aus.
„Du hast natürlich die besten Absichten, Konrad", sagte sie nach einer kleinen Weile, „daran zweifle ich nicht eine Sekunde. Aber nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich trotzdem mißtrauisch bin. — Kinder brachen eine gleichmäßige Leitung, nicht zu viel Sonnenschein und nicht zu viel Regen. Eine Frauenhand brauchen sie. Männer toben mit ihnen herum. Und wenn sie dann müde sind — und sie werden immer schneller müde als die Kinder —, dann reißen sie die Fenster ober Türen auf und brüllen um Ruhe. So war dein Vater, so bist du selber und. so sind alle."
Hellwang lächelte flüchtig: „Was soll ich also hm? Wozu rätst du mir, Mutter?" Er sah der alten Dame an, daß sie sich über diese Fragen schon feit langer Zeit Gedanken gemacht hatte.
„Ich würde mir an deiner Stelle einen Menschen ins Haus nehmen, der die Wirtschaft in Ordnung hält und die Kinder erzieht. Eine Hausdame ..."
Er prallte bei diesem Wort ein wenig zurück; es betonte das Haus zu stark und die Kinder zu wenig. Aber das waren wohl nebensächliche Erwägungen.
„Kennst du jemand, der für diese Aufgabe geeignet wäre?" fragte er schließlich.
Die alte Dame schüttelte nach kurzem Nachdenken den Kopf: „Nein, leider nicht; man müßte ein Zeitungsinserat aufgeben."
Konrad Hellwang verstrickte die Finger ineinander. „Würdest du mir dabei behilflich fein, Mutter?" bat er, „würdest du wenigstens noch so lange hier bleiben, bis wir jemand gefunden haben?"
„Selbstverständlich, lieber 3unge, so lange wird Vater wohl noch warten können. 3ch werde ihm von unseren Absichten schreiben, und er wird sich, wenn auch brummend, dareinfinden." Sie erhob W, um in ihr Zimmer zu gehen und den Bries
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toben, was wußten sie schon?
(Fortsetzung folgt)
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sofort aufzusetzen. Hellwang griff nach ihrer Hanii) und drückte einen Kuß auf die zerknitterte, kW Haut. „Vielen Dank, Mutter", murmelte er, jHi warst mir in diesen Tagen eine große Hilfe. 3Ä weiß gar nicht, was ich angefangen hätte ohnit dich ..."
„Wart nur", sagte sie munter „es wird sich
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292,5 kg; Leichtgewicht: Karl 3anfen (Essers ' 337,5 kg; Mittelgewicht: Adolf Wagner (E, i fen) 350 kg; Halbschwergewicht: Hans Bah (Wien) 355 kg; Schwergewicht: 3ofef Mang^ (Neuaubing) 412,5 kg.
Gpiewereiniguug 1926 Leihgestern.
Leihgestern 1. Jgd. — Aliendorf (Lahn) 1.3gb. 4:J Leihgestern 2. Jgd. — Grohen Buseck 2. Jgd. fr;
Allendorfs 1. Fügend war am Sonntag (Z^ in Leihgestern, um das fällige Rückspiel ausz», tragen. Nachdem Allendorf das Vorspiel bereis verloren hatte, mußte es auch in Leihgestern eim eindeutige Niederlage hinnehmen. Dem Spielvei. lauf nach ist das Resultat vollauf gerecht. das Resultat nicht höher ausfiel, ist nur auf ba Schußpech der Leihgesterner Stürmer zurückzi. führen, die die 'besten Vorlagen daneben schoss oder eine Beute des Tormanns wurden. Das Spij wurde fair und anständig ausgetragen. 2« | Schiedsrichter hatte daher ein leichtes Amt.
Die 2. Fügend war gezwungen, zu diesem Spij mit zehn Mann anzutreten. Trotzdem ließ sie nicht entmutigen und erkämpfte sich einen hoher Sieg. Leihgestern zeigte ein schönes Spiel und wann in dieser Höhe verdient. Das Ehrentor fyie* Großen-Buseck allerdings verdient gehabt.
Ringerturnier in Gießen.
Mit einem Lehrgang für Kampfrichter oertnii wurde am Sonntag in Gießen ein Ringerturn! im Bantam und Leichtgewicht durchgeführt. Sö liche teilnehmenden Kampfrichter bestanden ih Prüfung und können nun im Bezirk bzw. Bereich
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alles einrenken, und du wirst mich gar nicht pea- missen, wenn wir erst einen netten, anständigen Menschen gefunden haben. Sieh einmal, noch will dir die Geschichte nicht recht in den Kopf, aber b« wirst es nicht bereuen, im Gegenteil ... Denn bi; brauchst ja unbedingt jemand, der aufs Haus vm- auf die Kinder achtet, schon wegen deiner Arbeit. JcA poltern die Kinder über die Treppen und stören dich mit jedem Quark und lassen dir keine Ruhe Und du mußt arbeiten, es ist das einzige Heilmitm für dich, um wenigstens für ein paar Stunden om Tage Ablenkung zu finden und nicht mehr darM zu denken ..Sie vollendete den Satz nicht. Hel!' mang blieb allein und lauschte ihren entschwinde«" den leichten Schritten.
Nicht mehr daran zu denken, daß Luisa nie mck' im verströmenden Lichtkreis seiner SchrssibtW lampe im Sessel kauern und ihm zuhören würm wenn er ihr den neu entstandenen Abschnitt eines werdenden Buches vorlas ...
Nicht mehr daran zu denken, daß Luisas Pla>? neben seinem Steuersitz in dem kleinen Wagen sein würde, wenn die Kinder schliefen und bes Sommerregen aufs Dach plätscherte
Nie mehr die langen Spaziergänge zu durch die nahe Lohe dis nach Maria Eich hinM und nie mehr die süßen Umarmungen und die v»' glückenden Zärtlichkeiten.
Darußen prasselte aus tiefliegenden dunklen Wolken ein kurzer Hagelschauer hernieder. M Kinder rannten jauchzend in den Schutz des ubeT springenden Daches und warteten dort, mit den kleinen Absätzen gegen das Haus bumpernb, den Wetterschwall ab. Er unterschied ihre Stimmet Söhnchens krähendes Bubengeschrei, Lydias fpig^ Gelächter, und dann Brittas warnenden Zuruli „Seids stad! 3hrwißt doch ...!" Lydia verstümmle nur der kleine Mann federte luftig und unW? kümmert weiter. Mochten sie lärmen, mochten !>'
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gebiet eingesetzt werden.
Durch Ausfall der Kasseler und der Hana Ringer war das Turnier schwächer besetzt, ttotzde sah man schöne Kämpfe. Ergebnisfe: a
Bantam: 1. Thisen, VsB.-R. Gießen, 3 Feh!- punkte; 2. O. Rabow, VfB.-R. Gießen, 3 punkte; 3. Schuchmann, Alsfeld, 4 Fehlpunkß- ^ Schuchmann, Alsfeld, mehrmaliger Gaumeister, b* siegte Thisen nur ganz knapp nach Punkten und o sich selbst einen Fehlpunkt zu. Durch diesen Kavy! zu sehr verausgabt, mußte er in der 12. Min aufgeben gegen Rabow. Thisen besiegte dann bow in 3 Minuten entscheidend.
Leichtgewicht: 1. Sieger Braun, AlssiH 0 Fehlpunkte; 2. Sieger Müller, Gießen, 3 F punkte; 3. Sieger Schwalm, Alsfeld, 3 Fehlpunktt. Braun besiegte Müller entscheidend. Miller le Schwalm in der 1. Minute auf beide Schultern. Schwalm wurde hierbei verletzt, und so kam es M zur Entscheidung zwischen Schwalm und Bro 3m Gesamteindruck haben sich die Nachwu ringer und Thisen (VfB.-R.) vorzüglich gegen starken Ringer Alsfelds gehalten.
Kurze Oportnotiien.
Der Leichtathletik-Städtekampf Oi feen — Kassel, der für den 24. August geplod war, wird zusammen mit Einladungskämpfen ctr 14. September in Gießen nachgeholt.
110 M e i st er t u r ne r wurden zu den Deutsche'? Zwölfkampfmeisterschaften am 6. und 7. ©eptemte in Ulm zugelassen. Da Willi Stadel feinen Tilsi nicht verteidigt, müssen Krötzsch, Müller, Karl Str del, Beckert und die Brüder Theo und Erich Wiee! am höchsten eingeschätzt werden.
Einen Segelslug ungewöhnliche: Art vollbrachte der NSFK.-Führer Hohenleitm (3nnsbruck), der mit einem neuen Modell „Ady Ul' aus 900 Meter Seehöhe startend die 3nnsbrud>f Nordkette (rund 2500 Meter) überquerte.
Drei neue Weltrekorde verbesserte Däne- marfs Schwimmwunder Ragnhild Hveger in No penhagen, indem sie ihre, eigenen Weltbestzeitei - über 800 Hards auf 11:08,7 (bisher 11:16,1), üb?»: 1000 Meter auf 13:54,4 (14:09,2) und über IM Meter auf 20:57 (21:10,1) Min. drückte.


