m. 25 4 Zweiter Blatt
25,/26. Oktober W41
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Dr. Hermann Hering.
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Aus der Stadt Gießen.
Nach fier herbstlichen Feldarbeit.
Dankbar und froh beging der Bauer und mit chm Iras ganze deutsche Volk das Erntedankfest. Es war rin schöner Abschluß der arbeitsreichen Wochen. Die Hauptarbeit war nun getan.
Aber Ruhe hat der Bauer nicht. Roch sind Rüben Md Gemüse draußen. Viele Aecker müssen noch ge- iflügt werden. Das Wintergetreide wird gesät. Da, ®o noch vor kurzem das»Laub der Kartoffelsträucher )en Boden bedeckte und nach eingebrachter Ernte ter Acker verlassen und kahl lag, hält dör Bauer mit dem Pflug. Run glänzen die dunklen Schollen im Herbstlicht. Die Sämaschine rattert darüber und legt die neue Saat. Voll Hoffnung und Zuversicht chreitet der Bauer hinterdrein. Er tut die Arbeit, mb Gott läßt wachsen und gedeihen.
Es gibt kein schöneres Bild als einen Sämann zur Herbstzeit auf dem braunen Acker. Leise und fast mbemertt fallen im Wald die Blätter zur Erde.
** Arbeitsjubiläum Herr Heinrich F ö r - pe r, Gießen, Kaiserallee 28, begeht am 26. Oktober 1? n 50jähriges Arbeitsjubiläum als Optiker bei der ßirma Ernst Leitz GmbH, in Wetzlar. Herzlichen ' Äückwun sch! __
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Derdunkelungszett
25. Oktober von 18.05 bis 8.02 Uhr.
26. Oktober von 18.03 bis 8.04 Uhr.
Ein anderes Entwicklunasbild aus einer uns nähe» ren Zeit: „Mit der Vervollkommnung der Techniken von ^Bronzeguß und Bronzehärtung entwickelt sich des Mannes vornebmst" T^ffe vom Dolch über das Kurzichwert zum langen Hiebschwert der Bronze- zeit Dollgriffdolch und Dollqri''fschwen sind Zeugnisse für die Waffenlreud'gkeit d"r Germanen der mittleren Bronzezeit (1600 bis 1400 o. Ehr.)." Man sieht hier originalgetreue Nachbildungen, auch Funde, z. B. einen Dolch vom Trieb in Gießen und Griffzungenschwerter" von Langsdorf, Kreis Gießen und Windhausen, Kreis Alsfeld. — Ein Schau- kallen erläutert anschaulich den lapidaren Satz „Der Mann der hessischen Bronzezeit besaß ausschließlich Waffen für den Nahkampf: Streitbeil, Dolch und Schwert. Sein Schmuck bestand in einem Armring, für das Gewand brauchte er eine Nadel." Weibliche Besucher werden von den hier ausgestellten Proben gut erhaltenen Schmuckes aus Frauengräbern in un> fcrer Gegend entzückt sein Radnadeln und Arm- ringe Knöchelband, Halskette und Schmuckspirale
Wenn mir von hier aus auf dem Wege, den der Besucher. der Zrittolge entsvr''chend, normalerweise einscblägt, ein Stück zuriickgehen — mit wenigen Schritten aewalt'ge Z°ttrii"me der Menschb-itsge- schickste leichthin überbrückend —, feffelt uns ein anderes B'ld- Ausgrabungen von Rrof. Richter entdeckten 1925. wie großformatige L'chtb-ilder »eigen, altsteinzeitlich" Wohnhöhlen im Ouarrit des Tot-n- h-rae-^ von Trris an d"r ßu-mb-v darüber findet llch die sehr lebendige und dramatisch hem^nfe Darstellung emer steinzei^ich"n Jagd: wie die M'n^ch°n jener K'ndHeifs"n^ch» mit ihren nrimitin-n Waffen -in"M ri-'ftaen Höhlenbär-m xu Leih- aehen N"ben dem Umstande, daß sie schon des Feuers mächtig waren, wird der Betrachter auch das Größenver- hältn's zwifch-n M-nfch und Tier, das sich im Lause der Fahrtanf-nde einigermaßen verschoben Hat, be- m^k-mswert finden
O'hr lehrreich sind die Schaukästm. welche über bi? Kultirrvflanien Auskunft a-b-n. die den Bauern- völk-rn d»r iünnerfln St-inzeit bereits »ur Verhü- mma standen- Einkorn ^w-rgw-rien K->fbenhirfe. sech^zeilige Gerste und Flachs: feit der Bronzezeit wurden außerdem angebaut Dinkel oder Svelz. seit der Eisenzeit Saatweizen. Roggen, 5>acer und Buchweizen. Hierzu paßt die Nachbildung eines steinzeitlichen Pstuges und auch die der sehr sinnreichen Erfindung des Bohr"rs. der es dem vorzeitlichen Handwerker ermöglichte, Steinbeile zu durchbohren.
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Es ist bekannt, daß der Philosoph Friedrich Nietzsche zu den rückhaltlosesten Bewunderern der Musik von B i z e t s „Carmen" gehörte. Nachdem er diese Oper bereits zum 20. Male gehört hatte, erschien ihm die Musik immer wieder „vollkommen". Sie kommt leicht, biegsam mit Höflichkeit daher. Sie ist liebenswürdig. Das Gute ist leicht, alles Göttliche läuft auf zarten Füßen: erster Satz meiner Aesthe- tik. Diese Musik ist böse, raffiniert, fatalistisch: sie bleibt dabei populär. — Sie hat das Raffinement einer Rasse, nicht eines Einzelnen". Mit der letzten Wendung erkennt Nietzsche das innere Wesen von Bizets Musik als den echten Ausdruck des Rassischen an.
Bizets Bildungsgang steht vornehmlich unter dem Einfluß der romanischen Musik. Das bezeugen seine drei Jahre Rom-Studium als „Laureat" ebenso wie der Kreis der Umwelt, in der Bizet seine Erfahrun« gen reifen lassen konnte. Zudem war Bizet durchaus ein Tatsachenmensch, der sich z. B. nach gelegentlichen philosophischen Studien als „Verächter der Systeme" bekennt. „Prüfe die bekannten Tatsachen, erkläre die wissenschaftlichen Forschungen und ignoriere völlig das, was sich nicht als exakt bewährt hat." Deshalb war es ihm gegeben, in nie versagender Schlagfertigkeit und Treffsicherheit den Angelpunkt der dramatischen Situation zu kennzeichnen und in unmittelbarer Ursprünglichkeit das Milieu einzufangen.
Die Fähigkeit, die Eigenart des Stoffes zu erfassen, hoste Bizet schon in oorausgegangenen Werken, „Die Perlenfischer" und „Djamileh", gezeigt.
„Carmen" beweist er sich auf der Höhe feinens Könnens (nach seinen eigenen Aeußerunnen) und trifft mit sicherem Griff das gegebene Ausdrucksmittel in der dramatisch gespannten, melodischen Linie, in dem zuckenden, temperamentdurchglühten Rhythmus, in neuartigen harmonischen Wendungen, die nie der Natürlichkeit entbehren, in einer tarbfräftigen charakteristischen Instrum"ntierung, immer in enger Bindung an das nationale Lokalkolorit.
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Theater -er Universitätsstadt Gießen
Georges B'zet: „Carmen".
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Mar Schwarze legte als Snielleiter ganz besonderes Gewicht auf die Durchbildung der Massenszenen im einzelnen wie auf die Gesamtwirkung an nhentftarfem A"«druck. Man konnte hier geneigt sein, bei dieser Art von einem Nolksdrama „Carmen" zu sprechen. wob"i die einzelnen V"rfonen sich al-; Erponenten ihrer Gruvven herausbeben. Hnbes M'lieu wurde in d-n ihm eigenen Triebkräften betont und zu äußerster Entfaltung herausgesteigert mit nackender dramatischer Zuspitzung. Jede einzelne Nersänlichkeit wurd- mit d-r ihr zustehenden Eigentümli''hkeit in den Gesamtrahmen eingealiedert als oraan?frher K-mzentratmnsnunkt. B-i alledem legte der Snielle'ter aber ’n der Entfettung einzelner Enifoden besonderen Wert auf ihr Ausschwin- aen in st^mmungsg"himden"r Breite Der musikg- l'fche ^mnvfs der Masse strahlte sich in schönster Brgzision wie auch in ausgeglichenster Klonglichkeit in den Choren aus (Oswald EnterleinX diese fn zu wirklichen bram^tifchen Faktoren erheb-md. Dabei fei weder die Tanzgruppe veraesien (Andreas Bolpert). die in der Schankizene des Zweiten Aktes nvt höchster Temn-rnmentsenffnltung diese bis zu bacchantischer Entfesselung auflöste und im letzten Akt dos Auge bannte, nn* die Pantomime d"r Straßenhuben in ihrer Straffheit. Dem hatte Karl Löffler mit feinen Bühnenbildern non außerordentlicher nlostischer Tiefe und malerischer (Schonzeit ein treffliches Ausw'rkungsfeld negeben, das sich im -'rein mit her vielfältigen Fgrb-nfreu- hiafpif der G"wänder (Ruth 8i ufert) zu starker Wirkung einte. Den Kontakt zwischen Orch"ster und Bühne wahrte Otto S ö l l n e r , der den mannigfaltigen Differenzierungen des Musikalischen ebenso Ausdruck gab und in ihrer spezifischen Eigenart betonte, wie den dramatischen Höhepunkt machtvoll kräftig unterstrich. Die Einzelkräfte des Orchesters führte er zu williger Einsatzbereitschaft; das Vorspiel zum dritten Auszug mit der Harfe und den Solobläsern sei besonders hervorgehoben.
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Aus diesem äußerst charakteristisch geprägten Milieu wuchs die Carmen Gertrud M e i n e l s her
Aus der Vorgeschichte unserer Heimat
Lebendiger Anschauungsunterricht im Oberhessischen Museum.
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Was wir hier, zwanglos und unsysternattsch aus- gewählt zu beschreiben versucht haben, soll zu häufigem Besuche unserer schönen Sammlungen gerade in der kommenden Jahreszeit einladen, wenn der Sonntagvormittag nicht mehr zum Spazierengehen lockt. Wie die Schätze des Oberhessischen Museums als Anschauungsmaterial des Schulunterrichtes fruchtbar gemacht werden können, zeigte eine Führung, die Dr. Krüger für die Quintanerinnen einer Mittelschule in der neugeordneten vorgeschichtlichen Abteilung veranstaltete. Hier werden Vorstellungen, Sachkenntnisse, Geschichts- und Kulturbegriffe aus der unmittelbar-lebendigen Anschauung zum geisti- gen Besitz. Hier werden so lapidare Fragen beantwortet wie die nach dem Atter des Menschen schlecht- hin: 360 000 Jahre. Eine unheimliche, fast astronomische Ziffer; sie wird dem Verständnis angenähert durch die Ueberlegung, welchen winzigen Bruchteil dieser Zahl, 2000 Jahre feit Christus, die historische Entwicklung umspannt.
Was ist ein Faustkeil, den man etwa in der Röd- gener Sandgrube gefunden hat? Was haben die
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Stadttheater: 19 Uhr „Liebe in der ßerchengasie". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Komödianten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Weiße Sklaven". — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 12 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters.
Tageskalender für Sonntag.
NSG. „Kraft durch Freude": Stadttheater 15 Uhr „Zigeunerliebe". — Stadttheater: 19 Uhr „Liebe in der Lerchengasse". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Komödianten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Weiße Sklaven". — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 12 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. — Schüler-Konzert mit Mozart-Feier 16 30 Uhr bei Cläre Schlesier-Altmann.
Der Dichter Hermann Vurte spricht in Gießen.
Die im Gießener Dortragsring zusammengeschlossenen Kulturverbände Goethe-Bund, Kulturelle Vereinigung und Volksbildungsstätte Gießen veranstalten aus Anlaß der Kriegsbuchwoche 1941 mr
Steinzeitmenschen schon gewußt, gekonnt und gehabt? Wie waren sie angezogen, und was hatten sie zu essen? Dr. Krüger erzählt sehr fesselnd, wie die moderne Forschung aus winzigen Bodenfunden eine ganze vorgeschichtliche Speisenkarte zu rekonstruieren vermag (wie überhaupt eine unscheinbare Tonscherbe für die Wissenschaft von der gleichen aufschlußreichen Wichtigkeit sein kann wie das ganze, anschaulicher wirkende, unversehrte Gefäß); er schildert die Entwicklung vom Faustkeil zur Axt, die Erfindung des „langen Armes". Es ist wahr, daß die Germanen „Bier" getrunken Haden, man kann es nachweisen, — aber woher wissen wir daß sie blond und blauäugig waren? Wir lernen nicht nur in Pflug und Einbaum ehrwürdige Zeugen ältester menschlicher Kultur kennen, wir bedenken auch, welchen Fortschritt es beispielsweise bedeutete, dem kugeligen Kump einen standfesten Boden oder Fuß zu verleihen. Man sieht ferner etwa, wie die Frage der vorgeschichtlichen Totenbestattung zugleich eine Frage des Glaubens war (Grabbeigaben), und man erfährt, warum die Bandkeramiker sich Wohngruben bauten in die Erde hinein. — Auch dies sind mir ein paar Beispiele; man wird daraus erkennen, wie viel an gerade uns heute wieder wichtiaem Wissen eine Stunde Anschauungsunterricht im Museum zu vermitteln vermag. Das haben die kleinen Mädchen aus der Quinta erlebt, und mancher von uns Großen sollte es sich auch gesagt fein lassen: es ist f
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aus, mehr das Weib an sich In ihrem Liebeserleben zeigend, als sich, wie man es oft hört, auf ein besonderes Moment charakterlich zuspitzend. Ihr Alt, der mehr dem Mezzofach mit seiner breit sich entfaltenden Höhe zustrebt, war ein gefügiges Ausdrucksmittel, die verschiedenen seelischen Stadien zu künden. In der schicksalhaften Betontheit der letzten Akte stieg sie zu besonderer Höhe empor. Ihr gegenüber war Josef Sattler als Don Josä innerlich stark belebt und groß im Ausdruck seines Kampfes zwischen soldatischer Pflicht, Weibesliebe und Kindesliebe. Sein heldisch strahlendes Organ war ihm an den dramatischen Höhepunkten ein williges Werkzeug zur Kündung seines inneren Zustandes und Erlebens. Das bestätigte sich in der „Blumenarie", ganz besonders aber in den Schlußakzenten der letzten Auftritte.
Gewinnend in ihrer schlichten Natürlichkeit, innigen Hingabe und Treue zu Don Josö gestaltete Gabriele P o s s i n k e die Micaela mit Gesanglich- feit und feinem musikalischen Empfinden bei weicher Entwicklung des Tones, zumal in der Höhe. Der Escamillo von Hans Lott war innerlich schwungvoll und temperamentsgebunden bei einem sehr füllig strömenden, dunkel timbrierten Stimmklang, dem auch lyrische Töne zu eigen waren. Bernhard Schmitz gab einen Zuniga von militärischer Straffheit; auf die Szene des Morales verstand Ludwig D r u s ch e l das Augenmerk zu richten. Llesel Schröter-Beckers und Cilly Mauer als Mercedes und Frasquita, dazu Heins Roux und Kurt Bosny als Dancairo und Remend'-'do einten sich mit der Titelpartie zum charakteristischen Schmugglerquintett; die beiden Damen waren in der Kartenszene besonders bemerkenswert. —
Der Beifall war besonders freudig und gab den einzelnen Verdiensten ehrende und dankbare An-
Sie haben ihre Arbeit vollendet. Auf dem Felde iber schreitet der Bauer über den Acker und sorgt Mr die neue Saat. Dort im Walde das langsame Jergehen, hier der Anfang eines neuen Lebens.
Mögen auch falte Stürme blasen und der Winter frohen Wohlgeborgen werden die Hälmchen des gingen Getreides unter der winterlichen Decke stehen. Und es fommt ein Frühlingstag, an dem überall :eues Leben hervorsprießen wird.
I Die Tage werden merflich fürzer. Schnell bricht er Abend herein. Aber wie lebendig ist es bann och im Dorf auf der Straße! Da kommen die chten Wagen mit den Rüben und dem Gemüse, -ämaschinen fahren vorbei, und dort hält mitten uf der Straße die Dreschmaschine. Nirgends ist tuhe, überall gibt es noch zu richten und zu ordnen, schwere Wagen, hoch beladen mit gefüllten Kar- Dffelfäcfen, fahren zu den Bahnhöfen. Polternd Illen die dicken Knollen die Eisenbahnwagen.
tSlber sobald der Winter einsetzt, atmet der Bauer leichtert auf. Dann ist die Arbeit fast restlos er» bigt. Dankbar für die gute Ernte und hoffnunas- :oll auf die kommenden Tage sieht er in die Zukunft. Er hat getan, was in seinen Kräften stand, tm die Pläne unserer Feinde, die uns aushungern nolften, zunichte zu machen.
Wir haben Brot genug und auch Feldfrüchte in Menge. —h.
©eine Liebl'naslbuck^r iur Tro*^!
Draußen an der Front steht der Soldat im Osten nd Westen, im Norden und Süden auf der Wacht ir Deutschland. In den dienstfreien Stunden freut r sich über jede Verbindung mit der Heimat. Die efte Verbindung ist das gute deutsche Buch.
Diele Millionen Bücher wurden schon bisher urch tue Büchersammlung der NSDAP, für die eutsche Wehrmacht an die Front und in die Sonette geschickt. Das Ergebnis der letzten Bücher- immlung im Kreise Wetterau war e'n sehr gutes, 5 war, gemessen an dem Gaudurchschnitt, mit seien LI fertigen Truppenbüchereien sogar ausge- üchnet. Jedem Spender sei hier öffentlich gedankt, nd jeder darf davon überzeugt fein, daß viel ireube bereitet wurde.
Die sofort einsetzende 4. Büchersammlung liegt i den Händen der Frauenschaft und wird durch e Ortsgruppen und Gliederungen unterstützt. Alle iüchersammlungen werden auf der Kreisdienststelle er NS.-Frauenschaft, Gießen, Frankfurter Str. 1, ^geliefert.
Welche Bücher sollt ihr schenken? Nur die testen. Die Büchersammlung für die Wehrmacht ist keine Altpapiersammlung. Fast die Hälfte aller Bücher, die im Kreise 83eterau in der letzten Sammelperiode gesammelt ciirben, war unbrauchbar.
Schlecht gebunbene ober überhaupt nicht gebundene Bücher, Zeitschriften, Jungmädchenbücher, i Gartenlaube, Alpenvereinsnachrichten usw. gehören | nicht in eine Truppenbücherei! Der Soldat braucht Rite, moderne Romane aus guten Verlagen, Novellen und Erzählungen unserer guten deutschen lichter, Reisebeschreibungen (auch Karl May!), Gerichte, Kunstbände, gute Fachbücher neuesten Dahm« usw. Es ist völlig unnütz, Bücher, die man Mcht selber lesen mag, zu schenken. Sie werden bki der Durchsicht, die von Fachkräften vorgenom- luen wird, ausnahmslos ausgeschieden An die front darf nur das Beste! Und wer zu r.iufe keine Bücher hat, die er schenken kann, frage Ihnen Buchhändler um Rat. Es gibt noch genug J'-ite Bücher Niemand darf bei der 4. Bücherfamm- lung zurückftehen, denn: Bücher find die l'bendigsten Grüße vom Herzen des Volkes an dasHerz desFrontsoldaten!
Wir wandern durch die Räume, welche die vorgeschichtlichen Sammlungen des Oberhessischen Museums beherbergen. Hier wird nach Jahrtausenden gerechnet. Ueberbleibfd, Bodenfunde, Kulturdokumente aus der dämmernden Frühzeit des Menschengeschlechtes. Was hier, für manchen gewiß in überraschender Fülle, zusammengetragen ist, wurde neuerdings vom Museumsdirektor Dr. Krüger sehr übersichtlich angeordnet und beschriftet, so daß sich der Besucher ohne Schwierigkeiten und auch ohne sachkundige Führung selbst zurechtfinden kann.
Wir haben hier das sog. Hannoversche Prinzip der Selbstführung. Mr lesen da beispielsweise: „4000 bis 3000 o. Chr. Die „Bandkeramiker" bringen von ber mittleren Donau auf naturgegebenen Wanberwegen nach Deutschland vor. In den löß- bedeckten Sieblungsräurnen werben sie seßhaft unb führen, wohl erstmalig, Ackerbau und Viehzucht ern. — Kennzeichnende Gefäßform: der kugelige Kump mit Spixalband- und Winkelbandverzierung " Das wäre das Allgemeine und Grundsätzliche; das Besondere und zugleich Anschauliche ergibt sich, wenn man unter der Siedlungskarte mit dem erwähnten Text die Beziehung unserer engeren Heimat zur Bandkeramik sinnfällig dargestellt findet in einem Brandgrab mit Schmuckkette, einer Sondererscheinung ber bandkeramischen Kultur der Wetterau, aus Windecken, Kreis Hancm, 4000 bis 3000 v. Chr. „Die Schmuckkette aus flachen durchbohrten Kieseln mit dreieckigem Anhänger wurde dem bzw. der Toten ins Jenseits mitgegeben." Das geschah also, großzügig gerechnet, vor nunmehr fünf ober sechs Jahr. tausenben. Ein kleiner Schauer kann einem bei bie- fern Anblick über ben Rücken laufen: minbeftens wirb der Besucher, dem es boch gemeinhin schon sehr schwer fällt, sich einen Zeitraum von „nur" wenigen Jahrhunderten einigermaßen faßbar oorzustellen ober ihn anschaulich zu überbrücken, sehr nachbenk- lief) werben.
Gleich b an eben finbet er, aus noch unmittelbarerer Nähe, ein erstaunlich vollstänbiq erhaltenes Ske- lettgrab ber Banbkeramik aus Leihgestern, gegen Ende ber jüngeren Steinzeit, etwa 3000 v Chr.; darüber den ßageplan eines bandkeramischen Dorfes bei Griedel. Kreis Friedberg, etwa 3. Jahrtausend, heute bei Kilometer 45,4 von ber Reichsautabahn überschnitten. Man kann wohl sagen, baß sich hier über Jahrtausende hinweg zwei Kulturen auf höchst kennzeichnende und sinnfällige Weise berühren. — Eine weitere Heb ersieht faßt dem Besucher knavp und beauem die Ergebnisse langwieriger und mühsamer Forschungsarbeit zusammen, indem sie ihn ‘■^-tw-.rtm^Hg über das gesicherte Wissen von den Bandkeramikern unterrichtet: Alter, Herkunft, Verbreitung; Gefäß, unb Gerätformen; Wohnweife; Siedlungsdichte: Wirtschaftsform: Grabrifus, Valks- unb Rasfenzu-gehöriakeit. — Hierzu gehört eine Karte Verbreitung ber Bandkergm'ker in Oberhessen": der Besucher wirb über bie Fülle der Siedlungsfunde und ber Funde von S^eingeräten staunen.
mit nuch dies nicht theoretsch-unanschaulich bleibe, betrachtet man gleich nebenan bie schönen sehr roohf-’rhaftenen Fund" aus ber Si"dfung Griedel bei Friedbera (Autabahngrabung 1936. Dr. Stnrns) und hie verseh'"d"nförmigen meist recht stattlichen Gefäße aus anderen oberhessischen Fundorten.
Nur das «-Kreuz auf einer Heilmiffelpackung kennzeichnet unverwechselbar alle • 53afMtt«-Arzneimitfel. Es ist ein Sinnbild wissenschaftlicher Verantwortung. •flayet«. Arzneimittel haben sich millionenfach in der ganzen Welt bewährt. f A \ überall gilt das - Kreuz
BAYER! als Zeichen des Vertrauens


