Ausgabe 
25.9.1941
 
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Spitzbergen

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jener Gnade lehrt, deren man entweder teilhaftig

man besitzt, die man aber nie

27. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

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ist oder nicht, die erwirbt.

Sowjetunion es sich beispielsweise leisten konnte, die von einer holländischen Aktiengesellschaft betrie­benen Gruben Barentsburg und Grumant City zu erwerben, und durch Investierung großer Kapi­talien einen schwunghaften Bergbau aufzuziehen. Bereits 1936 überstieg die Steinkohlenförderung des russischen TrustesArctic Ugol" die Erzeugung Norwegens erheblich. Die Ausfuhrziffern der rus­sischen Kohlenproduktion sind seither weiter gestie­gen und liegen auf mindestens 500 000 Tonnen jährlich. (Die Gesamtvorkommen an hochwertiger Steinkohle auf Spitzbergen werden mit schätzungs­weise 9 Milliarden Tonnen angegeben.) Bezeich­nend für das außerordentliche Interesse der Russen für Spitzbergen darf der Umstand genannt werden, daß während 1933 noch nicht ein einziger Russe auf den Inseln zu finden war, im Jahre 1935 be­reits Dreiviertel der überwinternden Bevölkerung in diesem Teile Norwegens aus Grubenarbeitern bestand, die aus der Sowjetunion hergebracht waren.

Einen weiteren Anreiz mag das Gebiet für Ruß­land damit gewonnen haben, daß die zahlreichen geologischen Untersuchungen der neueren Zeit un­trügliche Anzeichen für das Vorkommen w i ch- tiger Metalle ergeben haben. In jedem Falle hat man rufsifcherseits auf der Bäreninsel, die gleichfalls zur Spitzbergenverwaltung gehört und auf halbem Wege von hier nach den russischen Eis-^ meerhäfen liegt, vorsorglicherweise eine große, sehr moderne meteorologische Station mit Radi.osender eingerichtet. Für Dänemark kommt die Einbeziehung Spitzbergens in das politische Spiel der neuen Verbündeten EnglandRußland auf Grund der vorliegenden Tatsachen wenig überraschend. Auch die kaltberechnende Verletzung der Gebietshoheit eines kleinen Staates wundert hier niemand mehr. Man begreift nur nicht ganz, rote Deutschland zu schä­digen ist, wenn man seine eigenen kostbaren Kohlen­minen auf Spitzbergen unbrauchbar macht.

Berlin, 24. Sept. (DNB.) Roosevelt bekannte am Mittwoch in der Pressekonferenz offen, daß das sogenannte Reutralilätsgefeh seinen Zielen im Wege steht. Der Präsident wurde über die Versenkung eines bewaffneten, unter britischem Ge­leit und unter der Flagge Panamas fah­renden Dampfers,pink Slot, befragt. Das Schiff stand in nordamerikanischem B e- f i h und war auf dem Wege nach Island. Roosevelt gab ohne weiteres zu, daß diepink Star" mit einem Geschütz bewaffnet war und unter kanadischem GeIeits,chuh fuhr. Die USA.-Regierung werde die Frage der Bewaffnung von nordamerikanifchen Handelsschiffen prüfen; es werde alles getan werden, um diese Schiffe z u schützen, erklärte Roosevelt. Das würde eine Abänderung des Reutrali- tätsgesehes bedingen. Bis zur nächsten Woche werde man eine Entscheidung fällen, wie weit man mit dem Widerruf des Gesetzes gehen wolle. Das Hauptziel fei die Verteidigung der Ration, sagte er weiter. Man sollte dieses Ziel nicht durchEinzel­heiten" verwirren, wie etwa welche Flagge ein Schiff führe oder ob es mit einem Geschütz be­waffnet fei. Derartige Einzelheiten feien unbe­deutend, wenn man einer Gruppe gegenüber­stehe, die versuche, die gesamte Welt zu beherrschen. Es fei zweifellos, daß Handelsschiffe auf Grund internationalen Rechts bewaffnet werden dürften behauptete der Rechtsverdreher, das einzige, das dem im Wege stehe, fei -bas Reutralitätsgeseh.

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In immer neuen Wendungen und Windungen versucht Roosevelt, seine eigenen, von ihm selbst unterschriebenen Gesetze zu umgehen und sein Volk in den Krieg hineinzuhetzen. Die Opposition meint, eine Kriegserklärung sei Angelegenheit des Kon­gresses und droht demgemäß, den ganzen Komplex der Fragen dem Kongreß vorzulegen. Inzwischen aber hat Roosevelt seine Lautsprecher auf das ame­rikanische Volk losgelassen, zunächst, wie berichtet, seinen Außenminister Cordell hüll, der für die

Roosevelt sucht den Konflikt

Das Aeutralitätsgeseh ist ihm im Wege.

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Äoman von Horst Nernakh

Fräulein Zögling warf den Kopf zurück. Die nassen haare und die verklebten Strähnen flogen scharf nach hinten. Einen Moment sah es so aus, als treffe sie noch Vorbereitungen für eine Schluß­ansprache hellwang duckte sich bereits, dann aber schob sie die Oberlippe empor, daß die blin­kende Zahnreihe sichtbar wurde, sie preßte die Zungenspitze gegen die oberen Schneidezähne und gab einen Laut von sich, der wie der Ansatz zu einem verächtlichen Gelächter klang. Es war ein Zischlaut mit einem kurz knallenden T davor. In der nächsten Sekunde fegte sie mit starr geradeaus gerichtetem Blick an hellwang und an Kathi vor­über, an die sich noch immer die Kinder wie die Kücken an die Henne drängten. Später flog oben die Tür ihres Zimmers zu.

hellwang hob das Gesicht und stieß einen langen Seufzer aus.Eine schöne Geschichte^ die Sie da angerichtet haben, Kathi", sagte er matt und hüllte sich enger in feinen Bademantel. Es schien ihn zu frösteln.

Kathi grinste flüchtig, es war ein geschmeicheltes Grinsen, daß er ihr die Urheberschaft dieser Ge­schichte zutraute; aber ehrlich, wie sie war, wollte sie sich nicht mit fremden Federn schmücken, und sie wehrte mit einer handberoegung ab, die hell- roang an die höfliche Gebärde eines umjubelten Dirigenten erinnerte, der einen Teil des Applauses seinem Orchester zukommen ließ.

Kinder ... Kinder ...!" murmelte er kopfschüt­telnd; er sah Britta und Lydia nacheinander mit langen, düsteren Blicken an und schloß den Mund. Das waren nun seine Töchter, die Luisa ihm geboren hatte; mein Gott, was für eine heil­lose Rasselbrut. Vollerthun würde sich kranklachen, wenn er ihm die Geschichte erzählte; Vollerthun

Die umfassendste Verdunkelung, die Australien bisher erlebte, wurde Sonntag nacht in Sydney durchgeführt. Heber eine Stunde war die Riesen­stadt in tiefstes Dunkel getaucht. Es ist zu ver­schiedenen Unfällen gekommen.

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Der britische TankerBeaverdale" (9937 BRT.) ist von einem Unterseeboot 300 Meilen von der Küste Irlands entfernt versenkt worden. Die Mannschaft soll gerettet fein. Der Tanker gehörte der Canadian Pacific-Reederei. Das in britischen Diensten fahrende MotorschiffSegund o" (4414 BRT.) ist im Nordatlantik versenkt worden. Der Frachter befand sich auf dem Wege von den USA. nach England und yatte Kriegsmaterial an Bord.

*

In den Vereinigten Staaten sind zwei bekannte italienische Sänger, der Baß Baccaloni und der Tenor Pandi, verhaftet und nach Ellis Island über­geführt worden.. Die Sänger waren soeben erst von einer Konzertreise in Argentinien zurückgekehrt und von der Metropolitan Opera in Neuyovk erneut ver­pflichtet worden.

prüfte die Bestände im Vorratsschrank.Dann muß eins vom Stangl Puderzucker holen und das an­dere Schnee schlagen, damit wir fertig werden. Ich hol' derweil 's Kompott aus dem Keller. Mögt ihr Erdbeeren oder Mirabellen dazu?"

Weißt Kathi", schnurrte Lydia,wo ich zwei Omelettes auf alle Fälle essen tu, moan i schon, du holst beides 'rauf."

Kathi zag die linke Schulter hoch:Ich weiß nicht, ob ich das tun berf", kicherte sie und in ihren Augen glitzerte es boshaft,da werdet ihr schon das Fräulein fragen müssen ..." Sie kannte sich diesen kleinen Triumph nicht verkneifen. Aber fo war sie nun einmal geschaffen, wen sie haßte, den haßte sie sozusagen übers Grab hinaus.

Fräulein Zögling übrigens verließ das Haus, ohne daß Hellwang, Kathi oder die Mädel etwas bemerkten. Söhnchen war der einzige Zeuge ihres Auszuges. Er stand bei den Johannisbeeren und Zupfte, da er schon entsetztlich satt war, nur noch die reifsten und süßesten herunter. Seit geraumer Zeit bedrückte ihn schon ein Bedürfnis, zu dessen Erledigung jedoch ein Entschluß notwendig war, den er nicht recht aufbringen konnte. Beim Anblick von Fräulein Zögling, die so oft die Helferin in feinen kleinen Nöten gewesen war, begann er plötz­lich lebhaft auf der Stelle zu treten und erwartete eine aufmunternde Frage; denn wie die meisten seiner Altersgenossen hatte auch Söhnchen die Eigenschaft, verbotene Dinge sehr selbständig, er­wünschte aber nie freiwillig zu erledigen. Sah das Fräulein ihn nicht? Bemerkte sie denn nicht feine Not? Er rief sie vorwurfsvoll und kläglich an. Aber das Fräulein hörte nicht auf ihn. Das Fräulein rauschte vorüber. Sie schaute nicht nach rechts und nicht nach links, sie ging so schnell, sie rannte fast, als brenne das Haus hinter ihr. Söhnchen blickte ihr betroffen nach. In feinem kleinen Herzen quoll eine heftige Bitterkeit auf. Kein Mensch kümmerte sich um ihn. Passierte aber etwas, dann hieß es nachher, er solle sich schämen. Er setzte sich langsam in Trab. Hoffentlich war nur die Haustür nicht zu- gefperrt. Allzuviel Zeit hatte er nicht zu verlieren. Die Haustür war geschlossen. (Fortsetzung folgt)

Aufhebung des Neutralitätsgesetzes eintrat, das von Roosevelt 1936 mit der Begrün­dung erlassen wurde, man müsse das amerikanische Volk vor den Kriegshetzern und vor einer Neuauf­lage des Wilson-Abenteuers und feiner Kriegsge­wi nnftler schützen. Prompt kam nach Cordell Hüll auch noch ein größerer Lautschreier, der berüchtigte Marineminister Knox. Dieser Fanatiker sagte, die Schlackt der Sowjetunion sei von direkter weit- tragender Bedeutung für die Situation der USA., die Kriegsschiffe der USA. müßten also an einem anderen Kampffür die menschliche Freiheit", will sagen, Roosevelts utopische Weltmachtpläne, teil­nehmen, nach einem anderen Bericht hat Knox so­gar die Teilnahme des amerikanischen Landheeres an Expeditionen über See gefordert.

Mit großem Geschrei hat nun die amerikanische Judenpresse den FallPink Star" auszuwälzen versucht. Roosevelt faf) sich bemüßigt, diesen Fall auf einer Pressekonferenz näher zu umreihen. Und dieses Schiff, das nicht zur USA.-Flotte gehörte, sich innerhalb eines feindlichen Verbandes bewegte, sei in den grönländisch-isländischen Gewässern ver­senkt worden. M i t Fug und Recht, wird jeder, der nicht in der seltsamen Geistesverfassung Roose­velts ist, sagen. Der Herr des Weißen Hauses will die Unterstützung des im Todeskampf stehenden England mit allen Mitteln. Dabei ist ihm das Neu­tralitätsgesetz im Wege. Verfassungsbestimmungen und Völkerrecht spielen für ihn keine Rolle.Der­artige Einzelheiten sind unbedeutend!" Was tut es da schon, wenn das versenkte Schiff gar nicht unter USA.-Flagge fuhr, wenn es sich in einem britischen Geleitzug befand, bewaffnet war und schließlich doch auf dem Umweg über Island zum Kampf gegen Deutschland bestimmtes Kriegsmaterial nach Eng­land bringen sollte? Das sindunbedeutende Einzelheiten" für den Kriegssucher Roose­velt! Er wünscht den bewaffneten Konflikt, der es ihm möglich macht, den Widerstand des größten Teiles des USA-Volkes zu besieaen, den alle Hetze und alle Verdrehungen und Agitationsmanöver nicht niederringen konnten. Nach Wildwestmanier fetzt sich Roosevelt über alles Recht hinweg und steuert stur und bedenkenlos seinem Ziel dem Krieg zu.

Meinst, Kathi, daß wir sie jetza los sind?" fragte Britta und deutete mit dem Daumen nach oben.

Für ewige Zeiten!" antwortete Kathi feierlich. Ihre Worte fanden eine akustische Bestätigung, denn die Geräusche, die durch die Decke nach unten drangen, ließen keine andere Deutung zu, als daß dort in eiligem Aufbruch Schubläden ausgeräumt. Schränke geleert und Koffer gepackt wurden.

Lydia strich unruhig um Kathi und um den Tisch herum, auf dem Hackbrett und Messer zum Abteilen der Koteletts schon bereit lagen:I hätt' so gar koan Gusto auf Fisch ...", druckste sie hervor.

Ja, Forellen roanns wären!" seufzte Britta ge­dehnt.

Es ist aber Dorsch!" stellte Lydia rauh fest und warf Kathi einen vorwurfsvollen Blick zu, der zu sagen schien: Undank ist der Welt Lohn.

Kathi kratzte sich die Wange:Mei', Kinder, mir grauft's ja selber davor, aber i kann doch dees Trumm Fisch net in die Aschentonne schmeißen!"

Des grab nicht!", meinte Britta,aber zer­pflücken könnt' man's und einen Fischsalat draus machen mit a roen'g Mayonnäse, was meinst?"

Hm, ja, dees gengat scho", murmelte Kathi halb- geschmolzen,des war fürs Abendbrot; aber in einer Stund' soll's Essen auf dem Tisch stehen und ich hab' doch nichts als ein paar Dar im Haus ..."

Eier ...?" Lydias Zungenspitze fuhr lüstern heraus, und Britta preßte die Hände gegen den Bauch. Kathi sah die .aufleuchtenden Gesichter der Mädel, und als käme ihr die Erleuchtung gleich­zeitig, rief sie:Richtig! Daß ich nicht gleich drauf gekommen bin! An Spinat könnt' ma machen!"

Kathi!" schrien die Kinder entsetzt.

Habt's ihr denn was andres gemeint?" fragte Kathi scheinheilig, und an ihrem Grinsen begriffen die Kinder, daß sie ihr richtig auf den Leim ge­gangen waren.

Schaumomelettesl" brüllten sie entzückt. Kathi

geftaltigen Erscheinungsformen der Verwirklichung dieses Zieles. Auch die nationalsozialistische Volks- pflege und damit das Winterhilfswerk des deutschen Volkes hat hieran ihren Anteil. Für den Soldaten wird eine Wohlfahrtspflege, deren Arbeit sich in ein­zelnen mildtätigen fürsorgerischen Handlungen er­schöpft, nichts bedeuten können. Der Wert einer richtig verstandenen Volkspflege, die in ihrem Schaffen den Pulsschlag der Volksgemeinschaft ver­spürt, die durch ihre Arbeit an der Zusammenfas­sung und Stärkung der Volkskräfte mitroirtt, wird aber auch von dem Soldaten bejaht werden, dem der äußere Schutz des Volkes anoertraut ist. Denn nur auf dem Boden eines gefunden und starken Volkes können jene sittlichen Kräfte erwachsen, von denen oben gesprochen wurde. Ein durch soziale Nöte geschwächtes Volk wird nie in der Lage sein, dem Soldaten bei seinem kämpferischen Einsatz die erforderliche Unterstützung zu geben. Deshalb muß zwischen Front und Heimat eine ständige Wechsel­wirkung vorhanden sein. Wie die Heimat aus den von ihr mobilisierten inneren Kraftströmen Reser­ven der Front zuführt, so wirkt die Front durch ihren heldenhaften Einsatz beispielhaft für die stän­dige innere Bereitschaft der Heimat.

Zu dieser Bereitschaft ruft auch das'Kriegswin- terhilfswerk des deutschen Volkes auf, wenn es nunmehr mit seiner ersten Reichsstraßensammlung an die Oeffentlichkeit tritt. Es wird damit aber auch gleichzeitig dokumentiert, daß die soziale Arbeit in Deutschland keinen Augenblick ruht, auch nicht wäh­rend der härtesten Auseinandersetzung mit unserem Gegner, ja, daß sie gerade dann in verstärktem Maße fortgesetzt wird. Wie anders enthüllt sich dem­gegenüber die ganze Heuchelei der Plutokratie, von der man gerade in diesen Tagen in einem Organ der amerikanischen Schwerindustrie die für ihre Einstellung bezeichnende Erklärung lesen formte: Dieser Krieg, in dem unsere gesamte westliche Zi­vilisation auf dem Spiele steht, ist die unpassendste Gelegenheit, die man sich nur denken kann, soge­nannte soziale Reformen zu verlangen. In Kxiegs- zeiten sind soziale Fragen nicht am Platze." Dort Verneinung bei uns unbedingte Bejahung und Bekenntnis zur sozialen Tat! Auch insoweit zeich­nen sich also die Fronten klar ab.

Wenn in den nächsten Monaten der WHW.-Hel­fer neben seiner beruflichen Tätigkeit für das Win- terhilfswerk des deutschen Volkes ehrenamtlich ar­beitet, so geschieht dies in dem Bewußtsein, damit in dem Kampf um die Zukunft unseres Volkes einen wertvollen Beitrag für die Volksgemeinschaft zu leisten. Durch seinen 'Ansatz beweist er dem ein­zelnen Volksgenossen:Ich stehe hier in der Arbeit des Volkes, ich unterstelle mich dem Gesetz der Ge­meinschaft. Ich will durch meine Arbeit diese Ge­meinschaft mitschaff en, und ich will sie nicht nur durch diese Arbeit schaffen, sondern auch durch die Leistungen, die durch meine Arbeit erst ermöglicht werden, gestalten." Diese Arbeit schafft die Klam­mern zur Bildung der Volksgemeinschaft. Das Win- terhilfswerk soll deshalb auch, wie der Führer es einmal vor Jahren anläßlich einer WHW.-ErÖff­nung ausgesprochen hat, bestehen bleiben als eine ständige Erziehungsaufgabe des deutschen Volkes. Denn die Volksgemeinschaft ist kein leerer Begriff. Um sie muß immer wieder gerungen werden, auch sie unterliegt dem Gesetz des Wachsens, Reifens und Werdens. Vornehmlich unter diesem Gesichtspunkt will auch die Tätigkeit des ehrenamtlichn WHW.- Helfers betrachtet fein, der in feiner Arbeit den Ge­danken der Volksgemeinschaft in die Tat um setzt, der dafür sorgt, daß die Forderung des Einstehens jedes einzelnen für die Gesamtheit immer wieder von neuem gelebt und erfüllt wird. Ohne Einsatz und ohne Opfer ist ein Sieg unmöglich das ist eine Erkenntnis, die sowohl für die Front als auch für die Heimat gilt. Wenn aber von dem deutschen Soldaten an der Front das höchste Opfer, das Op­fer feines Lebens gefordert wird, wenn man sich die Opfer vor Augen hält, die die Mutter durch ihren Sohn, und die.Frau durch ihren Mann für die Erhaltung unseres Volkes bringen, fo treten da­hinter alle anderen Opferleistungen zurück. Denn über dem materiellen Opfer wird immer der ideelle Einsatz stehen! Der Heimat erwächst für das dies­jährige Winterhilfswerk mehr denn je die Aufgabe, durch Leistung und Tat zu beweisen, daß sie des Heldentums unserer Soldaten würdig ist, daß sie . durch ihr Opfer der Volksgemeinschaft dient, für die der deutsche Soldat Gesundheit und Leben eingesetzt hat. Denn seien wir uns darüber klar:Was uns allen das Leben wirklich lebenswert in dieser Welt erscheinen läßt, das ist", nach einem Wort unseres Führers,unser eigenes Volk, unser Deutschland. In unserem Volk da stehen wir, mit diesem Volk leben wir! Mit diesem Volk sind wir verbunden auf Gedeih und Verderb. Dieses Volk zu erhalten, ist unsere heilige und höchste Aufgabe. Kein Opfer ist dafür zu groß!"

schon, der hatte leicht lachen. Ihm war alles an­dere als lächerlich zumute ...

Diese Bälger! Toll! Er unterdrückte stirn­runzelnd ein aufkeimendes Gefühl der Hochachtung. Das fehlte ja noch gerade! Und er ärgerte sich über seinen lahmen Abgang. Pädagogisch gesehen war das ein nie wiedergutzumachender Fehler. Sie mußten ja Hnnehmen, daß er mit ihrem frechen Streich geradezu einverstanden war. Und was sie sich überhaupt gedacht hatten ...! Sieg- linda Zögling ihre zukünftige Mutter ... Das war wirklich das einzige Lächerliche an der ganzen Ge­schichte! Eine absurde Idee! Und selbstverständlich steckte dabei Kathi dahinter. Aber nun gut, wie war Kathi auf diesen wahnsinnigen Gedanken ge­kommen, er hätte in Fräulein Zögling jemals etwas anderes gesucht und gesehen als eben seine Haushälterin, als die Erzieherin seiner Kinder? Oder?---

Hellwang starrte auf die Spitzen seiner Schuhe hinab. Er zog die Zehen an und streckte sie wieder. Und langsam färbte sich sein braunes Gesicht dunk­ler. Es war eine Welle, die den ganzen Körper zu überfluten schien und vom Halse her über die Wan­gen zu seiner Stirn stieg.

VII. Der Brief.

Die Kinder hockten bei Kathi in der Küche. Aus dem Tisch stand eine weiße Schüssel mit blauem Rand, in der Schüssel befand sich Essigwasser, und in dem sauren Bade schwamm ein Trumm von einem Kabeljau, um den Geruch der langen Reise von Cuxhaven zu verlieren.

Ja, nun sagt's nur amal, wie in aller Welt ihr auf diesen raffinierten Einfall gekommen seid", sagte Kathi, und mit unverhohlener Bewunderung fügte sie hinzu:Ich hab' hin und her überlegt, was man ihr antun könnt', aber nie im ßebetf wär' i af dees temma!"

Lydia zuckte geheimnisvoll mit den Schullern.

Ja mei", antwortete sie und senkte den Kopf wie ein Künstler, der von seinem gelungenen Werk nach dem Ursprung der Idee befragt bescheiden schweigt und den neugierigen Frager Ehrsucht vor

Niederländisch-Jndien.

Tokio, 24. Sept. (Europapreß.) Die ersten fas panischen Rückwanderer aus Holländisch-Ostindien, die in Japan eintrafen, berichteten über ein man« gelndes Interesse der Bevölkerung Nieder« ländisch-Ostindiens, sowohl der Eingeborenen als auch der Holländer, an der kürzlich eingeführten allgemeinen Wehrpflicht. Desertionen und Dienstentziehung durch vorgetäuschte Krank­heiten seien an der Tagesordnung. Die Unzuver­lässigkeit der Eingeborenentruppen sei im Wachsen. In einem Streit zwischen Eingeborenensoldaten aus Java und Celebes wurden über dreißig Soldaten getötet und verwundet. Zur Stärkung der Wehrhaftigkeit der holländischen Kolonien befinden sich seit einiger Zeit eine größere Anzahl englischer, nordamerikanischer und australischer Soldaten in Bandoeng, um die mechanisierten Streitkräfte Nie- derländisch-Jndiens zu verstärken.

Nachdem bis Dienstagmorgen tausend Japaner aus Niederländisch-Jndien nach Japan zurückkehrten, sind jetzt noch 3500 Japaner, darunter 400 Frauen und Kinder, zurückgeblieben. Die Rückkehr dieser japanischen Kaufleute, die in der Mehrzahl schon seit vielen Jahren in Niederländisch-Jndien arbeite­ten, wurde durch die Einfrierung der gegenseitigen Guthaben notwendig.

London widerruft Handels­erleichterungen für die Schweiz.

Stockholm, 24. Sept. (DNB.) Wie in London amtlich bekanntgegeben wird, glaubt London den Handelsvertrag der Schweiz mit Deutschland durch einen Widerruf d er Tran sp o r t erleich­te r u n g e n, die bislang der Schweiz zugestanden wurden, beantworten zu müssen. Der Transport von Rohmaterialien und Jndustrieprodukten unterläge, wie es in der Verlautbarung heißt, in Zukunft den Blockadebestimmungen.

Kleine politische Nachrichten.

Kampfflugzeuge griffen ein Wasserkraftwerk der Sowjets nördlich der Kandalakscha-Bucht, der süd­westlichsten Bucht des Weißen Meeres, an. Der Staudamm und das Turbinenhaus wurden zerstört, das Umspannwerk schwer beschädigt.

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Deutsche Fernkampfbatterien nahmen am Mitt­woch einen feindlichen Geleitzug unter Feuer. Die Schiffe wurden zum Abdrehen gezwungen.

Einheiten der italienischen Luftwaffe griffen im Mittelmeer einen feindlichen Geleitzug an. Ein be­waffnetes Handelsschiff von 2500 Tonnen wurde getroffen und sank schnell. Ein weiteres Handelsschiff von 1000 Tonnen blieb schwerbeschädigt liegen. Ein U-Boot versenkte im östlichen Mittelmeer einen Pe- troleumtanfer von 12 000 Tonnen.

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An Stelle des vor einigen Tagen gefallenen Gene­rals Ioanitziu wurde der bisherige Landes­verteidigungsminister Korpsgeneral Jofif I ac o- b i c i zum Chef des rumänischen Großen General­stabes ernannt. Landesverteidigungsminister ist in­terimistisch Marschall Antonescu selbst. Mit der Geschäftsführung ist der Unterftaatsfetretär für das Landheer General C. Pantazi betraut worden. .

Einheiten der schwedischen Küstenflotte haben etwa 60 sowjetische Seeleute, die sich in Booten in die schwedischen Hoheitsgewässer geflüchtet hatten, inter­niert.

Kopenhagen, 15.September. (Europapreß.) Der kurze Besuch britischer und kanadi­scher Truppen auf Spitzbergen hat nächst Grönland ein neues Gebiet der Arktis in das geographische Wörterbuch dieses Krieges gefügt. Daß der Aufenthalt derEroberer" einer unbe­festigten Inselgruppe nicht von langes Dauer war, läßt sich einmal aus ihrem eigentlichen Namen Svalbard" (die kalte Küste) erklären, ander­seits beginnt in wenigen Wochen schon die lange Polarnacht auf Spitzbergen. Man hat also wohl Eile gehabt, nochvor Anbruch der Dunkel­heit" heimzufinden.

Spitzbergen ist, soviel bekannt, erstmalig im Jahr 1194 von norwegischen Seefahrern aufgefunden worden, nach jahrhundertelangem Vergessen durch den holländischen Polarforscher Willem Barents 1596 neuentdeckt und in das geographische Bild der Arktis eingefügt worden. Die Besitzergreifung der umgetauften Svalbavd-Jnfeln für die holländische Krone wurde indessen dem Entdecker von England streitig gemacht, und der westliche Teil Spitzber­gens von den Briten annektiert. Von hier aus be­trieb eine zahlreiche W a l f a n g f l o 11 e im 17. Jahrhundert ihre Jagden, die zur vollständigen Aus­rottung des Walfisches in diesen Gewässern führ­ten. Damit geriet das Eiland neuerlich in Verges­senheit, bis um die Jahrhundertwende mit der Er­mittlung großer Steinkohlevorkommen Spitzbergen neues Interesse gewann. Norwegen, England und Rußland erhoben gleichzeitig Forde­rungen auf Uebertragung des wieder wertvoll ge­wordenen Gebietes. 1920 endlich mußte man sich bequemen, die Oberhoheit über Spitzbergen den Norwegern als den ersten Entdeckern zu über­tragen.

Wie die weitere Entwicklung klar gezeigt hat, be­trachteten sowohl England als auch Rußland die formelle Anerkennung der norwegischen Souverä­nität als reine Komödie. Man wußte sehr gut, daß Norwegen nicht imstande sein würde, seine Ober­hoheit gegen Hebergriffe zu wahren, so daß die