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(9b Jahrgang Nr. 279 Chncbeuu lagiitt) aunet Sonntag, unb Feiertage

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Gietzener Anzeiger

°..,,.^;!...^Genrral-Anzeiger für Oberheffen

Die Einnahme von Rostow

nute vereitelt.

Die Wiedereröffnung der Reichsuniversität Straßburg

wird."

Nunmehr sprachen im Auftrag aller deutschen Hochschulen der Rektor der Universität Frankfurt a. M. zugleich auch im Namen des Wissenschaftlichen Instituts der Universität Straß­burg in Frankfurt a. M, ferner Vertreter des Do- zentenbundes, der ehemaligen Hochschullehrer und Schüler in Straßburg und der Präsident der deut­schen Akademien, Dr. Dahlen. Der Rektor Prof. Dr. Schmidt überreichte sodann dem Generolrefe- renten beim Chef der Zivilverwaltung im Elsaß, Oberstadtkommissar Dr. Ernst-Straßburg, die Ur- künde eines Ehrensenators der Universität Straß­burg und weiter einer Reihe von um die Univer­sität verdienten Persönlichkeiten, darunter elsässischen Volkstumskämpfern, die Urkunde des Ehrenbürgers der Reichsuniversität. Am Nachmittag erfolgten die Gründung der Gruppe des NSD.-Studentenbundes und ihrer Kameradschaften und der Altherrenschaften des NS-Altherrenbundes der deutschen Studenten. Der neue Hochschulringführer und bekannte elsässische Dolkstumsvorkämpfer Kreisleiter Bickler und der bevollmächtigte Vertreter des Reichstudentenführers Dr. G melin sprachen.

Oer OKW.-Bericht vom Gamstag.

DRV. A u s d e m Führerhauptquarlieh 22. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Wie durch Sondermeldung bekannt­gegeben, haben schnelle Truppen des Heeres und Verbände der Waffen-ff unter dem Oberbefehl des Generalobersten v. kielst nach heftigen Kämpfen dle Stadt Rostow am Unterlauf des Don ge­nommen. Damit ist ein Handels- und Verkehrs­zentrum in unsere Hand gefallen, das für die Wei­terführung des Krieges von besonderer Bedeutung ist. An den zu diesem Erfolg führenden Operationen find die Luftwaffenverbände unter Führung des Generals der Flieger, Ritter von Greim, hervorragend beteiligt.

Auch in anderen Abschnitten der Ostfront wurde Im Angriff weiterer Raum gewonnen. Vor Le­ningrad brachen mehrere durch Panzer- und Tiefflieger unterstützte Ausbruchsversuche stärkerer Kräfte des Gegners zusammen, hierbei wurden 15 feindliche Panzer vernichtet.

Auf der britischen Insel erzielten Kampf­flugzeuge bei Tage Vombenvolltreffer in Lisenbahn- onlagen nördlich von Rew Castle. In der vergange­nen Rächt wurde ein Flugplatz an der englischen Südwestküste bombardiert.

In Rordafrika stehen die deutsch-italienischen Truppen seit dem 19. Rovember auf breiter Front im schweren Kampf mit starken britischen Panzer­verbänden. Die Schlacht dauert an.

Am 20. Rovember fiel in den Kämpfen an der Ostfront der Kommandierende General eines Armee­korps, General der Infanterie v. Briefen.

den den Sowjets nur noch 30 000 Kilometer wenig leistungsfähige, eingleisige Eisenbahnen. Das ist un­endlich wichtig. Denn der Raum kehrt sich gegen den, der die Verkehrsmittel nicht beherrscht. Dr. Ho.

Rostows Bedeutung.

Rostow ist nach Odessa, Sewastopol und Datum der wichtigste Hafen am Schwarzen Meer. Sein Hauptumschlag besteht aus Getreide. Die Kais ziehen sich an beiden Seiten des Don entlang, der **<*ry\ ~ *7,""". _ « h n m

50 km weiter sich mit breiter Mündung in das es Tabakfabriken, Mol er , niffnhnhn^

Asowsche Meer ergießt Die Stadt selbst liegt auf Besondere Bebeuttmg geben Rostow die Elsenbahn

einer Anhöhe am rechten Ufer des Don. Sie galt Verbindungen und die Erdolleltung die die^nstge

chon vor dem Kriege 1914/18 als die modernste ist, die das kaukasische Delgrblet wlt der Sowjet Stadt Südruhlands. Inzwischen hat sich die Ein- union über Land verbindet. In der Hand der Deut wohnerzahl mehr als verdoppelt. Sie beträgt heute schen bildet Rostow daher einen Ri e g e l zwischen Über %. Million. Rostow wird von den Sowjets1 der Sowjetunion und dem Kaukasus.

Deutschland wirkungslos. Europa, ja, bte Welt da- gegen immun zu machen, ist ebenso ein Dienst an der Wahrheit wie an der Sicherheit der Volker. Indem die deutsche Geisteswissenschaft, vor allem die Englandwissenschaft, in objektiver, kritischer Geistesarbeit in die letzten Verwurzelungen der englischen Kulturideologie und Geistesverfassung hineinstößt, tritt sie in die vorderste Front einer geistigen Klärung und Erneuerung Europas. So wird dieser Krieg zugleich ein geistiger Doryang der Selbstbefreiung eines Kontinents nicht nur von der Bedrohung durch ein zwietracht- säendes und von der Zwietracht lebendes England, andern zugleich die Befreiung von dem Alpdruck einer f e e l i f ch - g e i ft i g e n B e v o r m u n d u ng durch eine anmaßende unwahrhastige Doktrin. So begehen wir, schloß der Minister, diese Feierstunde in der festen Zuversicht, das die Universität Straß­burg, ihres alten Ruhmes eingedenk, an der Grenz­scheide zweier Völker nicht nur eine Stätte freier Wissenschaften sein, sondern auch zu ihrem Teil an der Befreiung und Einigung Europas mitwirken

als Zentrum der Maschinen- und Mühlenindustrie bezeichnet. Zwei große Werke sind in der ganzen Sowjetunion bekannt. Das eine Werk ist die größte sowjetische ßanbmafdiinenfnbrirRoßjemasch eie beschäftigt über 20 000 Arbeiter Das andere Werk ist eine der vier großen Autofabriken der Sowjet- union. Es ist erst vor kurzem fertig geword-m und sah die Erzeugung von 40 000 Kraftwagen jährlich vor. Daneben gibt es zwei weitere Maschinen- fabrifen mit je 6000 Arbeitern und eine große An- zahl leistungsfähiger Mühlen. Die Gebrauchsguter, inbuftrie ist neben den spezialisierten Rustungs- werken die vor allem Munition hcrftpUnn. für sow­jetische Verhältnisse gut entwickelt. Außerdem gibt

Reichsleiter Amann.

Berlin, 23. November. (DNB.) Reichsleiter Max Amann, der Präsident der Reichspresse- tammer, vollendet am 24. November das 50. Le­bensjahr. Bereits im Weltkriege Frontkamerad des Führers, ist Reichsleiter Amann einer der ersten Kämpfer der NSDAP, gewesen und seit nunmehr über 20 Jahren an führender Stelle der Partei und seit der Machtergreifung im neuen Reiche tätig. Im Jahre 1921 übernahm Reichsleiter Amann die Leitung des Verlages desVölkischen Beobachters und hat darauf den Zentralverlag der NSDAP., das heute größte Verlagsunternehmen des Reiches, aufgebaut, an dessen Spitze der Reichsleiter heu^ noch steht. Nach der Machtübernahme widmete sich Reichsleiter Amann als Präsident der neugeschaf- fenen Reichspressekammer der Säuberung und Neu- orbnung des deutschen Verlagswesens, dessen Men- hing er sich mit einer dem deutschen Volk bekannten Tatkraft widmet. z

Bevorstehender Staatsakt in Berlin.

Manifestation der antibolschewistischen Weitfront.

B e t (i n , 23. November. (DNB.) Anläßlich de» Zahreslage» de» Abschlusses des Antikominlernpaktes vom Fahre 1936 werden am 24. und ?5- November ) y- reiche führende Staatsmänner der im antibolfchewiftifchen Kampf vereinten Mächte.in Berlin eintreffen, um ihrem Kampfeswillen gegen den Deltbolfchewismus Ausdruck zu verleihen. Die Zusammenkunft der Staatsmänner beginnt am Dienstag mit einem feierlichen Staatsa

OieSowjetS wollten nur eineAiempause

Britische GewaUherrschast in Rahost.

Don Tag zu Tag mehren sich die Anzeichen da­für, daß die Briten den Ausbruch einer offenen Krise in den von ihnen unterdrückten und beherrsch­ten Ländern des Vorderen Orients nur noch durch schärfere Erpressermethoden und offensichtliche Gewaltmaßnahmen verhindern können. Ob wir nach Aegypten oder nach Iran, nach Syrien, Palästina oder dem Irak blicken: überall herrscht Enttäuschung, Unruhe, Verbitterung, Miß­stimmung und die Erkenntnis, daß an dem furcht­baren Elend, an der Teuerung und Hungersnot, an der skrupellosen Ausbeutung der Bevölkerung nur die Engländer die Schuld tragen, wobei hinzukommt, daß die deutschen Erfolge im Kampf gegen den Bol­schewismus nicht ohne Rückwirkungen in diesen Län­dern geblieben sind. Das englische Prestige hat in gleichem Maße verloren, wie die Briten glauben, die endlose Schraube ihrer Erpressungen und Aus- beutungsmanöver weiter anziehen zu können.

Blicken wir zunächst nach Aegypten, wo sich, die englische Ausbeutungswirtschaft am stärksten und nachhaltigsten bemerkbar macht. Da sich dieses Land, das einst die Kornkammer des alten Roms war, vortrefflich zum Anbau von Baumwolle eignete, entwickelte sich die ägyptische Landwirtschaft unter englischer Herrschaft zu einer völlig einseitigen Baumwollkultur, die heute auf Gnade und Un­gnade von den Briten abhängig ist, da die eng­lischen Kapitalgesellschaften die riesigen Bewasse- rungsanlagen bauten, für die die bis aufs Blut ausgepreßten Fellachen 40 v. H. ihrer Baumwoll­ernte abgeben müssen. Aber nicht genug damit, Eng­land erklärte, daß es nur noch die Hälfte des ge­wohnten Quantums Baumwolle abnehmen könne, und zwar nur zu einem herabgesetzten Preise, weil es die Käufe sonst nicht durch englische Lieferungen kompensieren könne. So mußte der ägyptische Staat die andere Hälfte der Ernte aufkaufen, und da er das aus eigener Finanzkraft nicht konnte, ein Dar­lehen von 17,5 Millionen Pfund in London auf-

nehmen. _ , , , ......

Schließlich frißt die englische Besatzung buchstab- lich das Land arm! Für die Bedürfnisse der briti­schen Nahostarmee muß alles zur Verfügung ge­stellt werden, während das ägyptische Volk Hunger und Not leidet. Nach den Berechnungen des in Kairo erscheinenden BlattesBalagh" sind nicht weniger als 5,1 Millionen Sack Getreide erforderlich, nm den Unterschied zwischen Ernteaufkommen und gefteiger- tem Bedarf auszugleichen, was geradezu kata­strophal angesichts der Tatsache genannt werden muß, daß Brot 80 v. H. der ägyptischen Volksnah- rung darstellt. Und wie es mit der Baumwolle und dem Getreide steht, so ist es auch mit der Fleisch- Versorgung. Der ägyptische Versorgungsminister er- klärte dieser Tage, daß die britischen Behörden ihre Truppen mit dem Fleisch aus dem Sudan versorgen sollten, während sie aber vorwiegend ihren Bedarf in Aegypten deckten. Also auch hier Not und Mangel!

Außerordentliche Empörung hat es außerdem erregt, daß die Suez-Kanal-Gesellschast eine der reichsten Kapital-Gesellschaften, deren Reserven so groß sind, daß sie davon den Kanal noch einmal vollständig neu bauen könnte! ihren vorwiegend ägypti chen Arbeitern und Beamten die Gehälter sperrte, weil durch die deutschen Angriffe.auf das Kanalgebiet die Einnahmen empfindlich zuruckge- gangen seien. Die Kanal-Gesellschaft laßt also die Aegypter auch hier für den von den Briten heraus- beschworenen Krieg büßen. .

Und wie in Aegypten ist es auch in den übrigen

Straßburg, 23.November.(DNB.) Mit einem Festakt wurde am Sonntagmittag die R e i d) s u n i- versität Straßburg wieder eröffn et In der neu hergerichteten Universitäts-Aula versammelte sich eine grobe Zahl oon Ehrengästen mrt dem ssiXSwfi® Robert Wagner, dem Chef der Präsidialkanzlei des Führers Staatsminister Dr. Meißner, den enge Bande an Straßburg knüpfen, und dem stell- vertretenden Kommandierenden General und Be­fehlshaber im Wehrkreis V und im Elsaß, General der Infanterie Oßwald Neben dem Nednerpo- dium standen Fahnenabordmingen der Wehrmacht, der nationalsozialistischen Bewegung und der Stu­denten des Langemarck-Studiums.

Nach einem Musikvortrag des Orchesters der Stadt Straßburg unter Leitung von Generalmusikdirektor Dr Hans R o ß b a u d und einer Ansprache des Rektors der Reichsuniversität Straßburg Dr. Kar Schmidt, wies Reichserziehungs^nister R dann auf die Bedeutung und die geschichtliche Der gangenheit des deutschen Schicksalsbodens hm und forderte Lehrende wie Lernende auf, in das Erbe der kämpfenden Geschlechter nut den Waften des Geistes einzutreten und für eme Erneuerung kämpf rischen, nur der Wahrheit verschworenen IWer- aeiftes eines erwachten Europas zu' wirken. Wo in Europa noch Lebenswille mit abendländischem Kuh turbewußtsein verbunden ist, hat man sich dem RUchaelskampf des Führers angeschlossen.

fn, die Welt vor der scheinbar unverständlichen abstoßenden Haltung des'englischenGeistes, der diesen Verrat am Leben und am Geist des Abend- rnnhe« mit der heuchlerischen Miene eines ehren- werten Verteidigers dieser selben Höchsten Guter frftrimfnq unb mit frecher Sicherheit vollzieht. Hier u schaffen mit den Waffen unbestechlicher wissenschaftlicher Beweisführung ist eine ebenso not- ro mnrnii^fehuna des geistigen Neubaues eines ; ÄXng & HSchst-n Güter solidarischen , Europas Ivie die eines politisch geeinten und n ststier^W'irtschastsfreiheit unabhängigen Europas auf : de" Fundamenten der grosi-n Waffentaten des ; ^^angelsächsischen Ideologie, di- all da- zu um-

Schanghai, 22. November. (DNB.) Der amerikanische Journalist C a r o l l, der für die Uni­ted Preß in der Sowjetunion weilte, berichtet: Während die sowjetische Zensur alle offene Kritik an der Achse seit August 1939 unterdrückte, haben die Mitglieder der Kommunistischen Partei in der ganzen Sowjetunion weiterhin gegen den Nationalsozialismusagitie rt. 3n Mos- tau sprach ich mit Sowjetstaatsangehörigen und Ausländern, die nach der Unterzeichnung des foro- jetisch-deutschen Paktes antinationalsozialistischeu Vorträgen beigewohnt hatten. Der Ton, in dem diese gehalten wurden, unterschied sich kaum von den Reden Litwinows in Genf in den Jahren, in denen er vergeblich versuchte, eine Front gegen Hitler zu organisieren. Dies ist eine der zahlreichen Tatsachen, die zeigen, daß Stalin nur hoffte, eine Atempause zu gewinnen, in der er die sowje­tische Position stärken könne.

Stalin und feine Regierung haben die Zeit voll- auf genützt, und hätten sie noch ein weiteres Jahr gehabt, so wären sie vermutlich unbesiegbar und gegen jede Invasion gefeit worden. Die größte Schwäche der Sowjetunion war ihr Mangel an Facharbeitern, Ingenieuren und Technikern. Die Fünfjahrespläne waren ein Versuch, die wenigen verfügbaren gelernten Arbeitskräfte auf die Schwer- inbuftrie, die für eine moderne Militärmacht un­erläßlich ist, zu konzentrieren. Bei Ausbruch des europäischen Krieges wurde die Erzeugung von Luxusgütern herabgesetzt. Die Sowjets konzen- trierten olle Geschicklichkeit und Tatkraft auf die Kriegsvorbereitungen. Natürlich hat auch die sow­jetische Armee selbst die Atempause ausgenutzt um einige der Schwächen, die während des stnmfchen Krieges zutage traten, zu beheben. Der Führer

mußte fühlen, daß es notwendig war, zuzuschlagen, bevor die Sowjets allzu stark wurden.

Der Bericht Carolls zeigt wieder, wie unehrlich Stalin und seine Geossen im Sommer 1939 handel­ten. Heute geben sie sich nicht einmal die Muhe mehr, ihre hinterlistige Gesinnung zu bemänteln. Daß ihr Betrugsversuch an Deutschland, der im Einverständnis mit d^n britischen Plutokraten un­ternommen wurde, gescheitert ist, dankt Europa der Wachsamkeit des Führers. Er hat rechtzeitig die bolschewistischen Machenschaften erkannt und den heimtückischen sowjetischen Ueberfall in letzter Mi-

fassen beansprucht, was an Wahrheit und Wert existiert und mit der es sich allein lohnen soll zu leben, die überall den Segen des Höchsten für sich in Anspruch nimmt und Die in der Geschichte zu verwirklichen das Gesetz der Menschheit sein soll, ist erst im deutschen Menschen von heute em Gegner erwachsen, dessen kritische, kompromißlose Erkennt- nisart die letzten Verwurzelungen der engli^en Kulturideologie und Kriegspropaganda durchschaut und der ihnen gegenüber zugleich durch die sichere Gewißheit der Wahrheit und des Wertes des Eige­nen gefeit ist. Eben darum aber erlebt die englische Kulturideologie eine Krise wie nie zuvor. Es sei die größte Ueberraschung des Enaländers daß die Welt, die ihm heute entgegenstehe, in sich selbst­sicher und gegenüber den Methoden und Argumen- ten seines ideologischen Kampfes unverletzlich sei. Das England, dessen Geheimnis, immer oben zu bleiben, darin bestand, daß es selbst sich nie em- setzte und andere Völker seine Kriege fuhren ließ, versagt sich auch der geistigen Auseinandersetzung und zieht sich auf die unangreifbare Jnselstellung feines von Gott gegebenen Richterauftrages zuruck, letzter Hüter von Recht, Moral und Religion zu fein.

Es ist eine der größten Kuriositäten der Geschichte des menschlichen Geistes, wenn England, das klal- ische Land des wissenschaftlichen Pofitivismus und des politischen Utilitarismus, jetzt seine ganze gei- tige Vergangenheit leugnet und sich zum Wort- ührer eines reinen Geistesidealismus und einer mi- itanten Ethik aufroirft, wenn England jetzt einen Dualismus von Geist und Macht postuliert den man dem Vokabelschatz des deutschen Idealismus entlehnt hat und dabei ausgerechnet sich selbst, den skrupellosen Vertreter eines geradezu naiv rea­listischen Machtdenkens, die Rolle des Geistes, d. h. als des Vertreters des Göttlichen dieser bedrohten Welt, zuerkennt. Es weiß sich erkannt und fühlt sich durch­schaut Es sucht daher sich und sein unsicher gewor- benes Wesen in jener Welt zu bewahren und zu erhalten, in der kritische Selbstbesinnung und (Er- kenntniskritik als Verstoß gegenewige Wahrheiten erscheinen r

Die gefälschten geistigen Waffen Englands sind , so 'fuhr der Minister fort,gegenüber dem erwachten

Mit der Einnahme von Rostow stehen die beut- schen Truppen am anderen Ende der Ukraine. Le- . gen wir gar die sowjetische Derwaltungseinteilung zugrunde, so liegt Rostow schon jenseits der Ost- grenzen der Ukraine. Die Bolschewisten unterge­ben zwei große Verwaltungseinheiten: 1. Großruß­land und 2. die Ukraine. Das Gebiet von Rostow rechneten sie zu Großruhland, in dessen Rahmen es eine Provinz war. Am 31. August 1939 war die vorgeschobenste deutsche Stadt im Südosten Ratibor; von dort sind es in der Luftlinie nach Rostow am Don 1600 Kilometer. Genau soviel wie von Berlin bis zum Aetna auf Sizilien ober von Freiburg nach Gibraltar oder von Klagenfurt nach Ankara, der Hauptstadt der Türkei. Sie berühmte Luftlinie ist in der Regel ein Notbehelf der Geographen. Sie ist keine Wirklichkeit.Sie ist ein Maßstab und keine Marschstrecke. Und am wenigsten eine Marschstrecke, bie kämpfend .prütfgelegt werden mußte Der End- kampf um Rostow war nicht leicht. Die Bolsche­wisten verteidigten die Stadt mit 3ngrimm. Timo- schenko, der hierher versetzt war, versuchte den Ruf zu wenden, daß er ein General ohne Fortune sei. Er tat alles, um die Stadt, die im Nahbereich der Eingang zum innersten Donezbogen ist, im Fern- bereich aber der Eingang zum Kaukasus und zum Kaspischen Meer, mit allen Mitteln zu halten. Die mit äußerstem Aufgebot herangezoaenen neuen Truppen warf er in den Kampf; er hoffte aus bte Überschwemmungen, die die weitere Umgebung in ein Sumpfgelände verwandelten. Noch vor we­nigen Tagen ließ er mitteilen, daß das ganze Dor- gelände mit Minen übersät sei. Es half alles nichts, Rostow ist gefallen. ,

Wir sprachen eben vom inneren Donezbogen. f)ur wird bie str°t°gi,ch° Bedeutung von Stostow om unmittelbarsten sichtbar. Rostow hegt 95 Kilo­meter unter bet Mündung des Donez in den Don. Gehen wir längs der Eisenbahn, die vom Kauka- fue nach Moskau führt, nordwärts, so stoßen wir zunächst aus die in amerikanischem Tempo ent­wickelte Bergwerkstadt Schachty, d>- °us gewalhgen Borkommen besten Anthrazits ruht. Wetter nach Norden sinden wir Worofch'lowgrad, dar sruher Lugansk hieß. Rostow ist das iudl.che, W°r°,ch>- lowgrad-Luaansk das nördliche Ende des inneren Donez-Don-Dogens. Aber Rostow korrespondiert im strategischen Sinn nicht nur mit W°r°lch'l^Se°d, andern auch mit Charkow, ja mit Tula. Wir er Innern uns, daß am 25. Oktober d>° Einnahme von Charkow und des 75 Kilometer nordöstlich gelegenen «erkehrsknotenpunktes Belgorod gemeldet wurde^ Am 1. November hieß es, daß der Oberlaus des Donez vermutlich oftlick, von Charkow ,,

mehreren Stellen überschritten worden istschier liegen also etwa östlich von Charkow und bei Ro stow die Ansatzpunkte zu einer Umsassimg des auße ren Donezbagens. Gehen mir von Charkow etwa 500 Kilometer nach Norden, so kommen wir nach Tula, wo in den letzten Tagen hest'ge Kumpi' ftaltqefunben haben. Etwas >m Osten von Tula heg bie Quelle des Don, also desHauptslusiesderlud östlichen Sowsetunion, soweit sie zum Emzugsge biet des Schwarzen Meeres gehört

Flüsse und Bahnen bedeiiten m der s^?benamnmi Sowsetunion unendlich viel. Ein Blick auf d>° Kar. zeigt, daß das Eisenbahnnetz m der Sowietumon an zwei Punkten verhältnismäßig d-chtma^>? f- in der Ukraine und in ^r Umgebung Wn M°ok°u. Jenseits der großen Verbindungsbahn Moskau RostowKaukasus scheint sich schon renn °^«r^ch bas C'rseirbahnnetz in ben weiten Stepp n 3 lieren. Darauf weist eine überaus bedeutungsvolle Mitteilung hin: Das fowjettfche Elfenbahnnetz h eine gesamte Streckenlänge oon etwa 94 000 SWo Meter Daoon sind 50 000 Kilometer 'M deMchen Besitz. Diese Rechnung ist aber noch mel iU gunsttg. Gerade die als in Besitz der Sowieto noch nngenv mene Strecke RostowWoronefch-Moskau oder w ihnen oerbliebenen Bahnen um Moskau und L-mn grab sind durch die Lustwaffe weitgehend iohwg legt. Die transsibirische Bahn oon rund 9300 ROo Meter führt ein Sonderdasein. In Wahrheit v