Ausgabe 
24.1.1941
 
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geholt. In diesen Tagen hat Reuter offiziell bestä­tigt, daß die australische Regierung scharfe Polizei- Verordnungengegen die Aktivität und unterirdische Wühlarbeit" erlassen muhte,die geeignet sind, die Kriegsanstrengungen zu beeinträchtigen". Nachrich­ten, die bei den australischen Streitkräften Unzufrie­denheit Hervorrufen oderVorurteile" gegen die Musterungen Hervorrufen könnten, werden ebenso verboten wie Theater- oder Filmaufführungenun­loyaler und antipatriotischer" Natur.Das läßt tief blicken" um ein geflügeltes Wort zu zitieren; denn an sich ist Australien sehrpatriotisch" oder (wie die Engländer sagen)loyal".

Das Absonderlichste aber ist, daß die meisten eng­lischen Gliedstaaten mit ihren ungeheuren Natur­schätzen, mit ihren weiten Räumen und mit ihrer geringen Bevölkerungsdichte seit dem Weltkrieg wirtschaftlich absolut nicht zurechtkommen. Australien ist überschuldet, seine Anleihen werden schon seit mehr als zehn Jahren in 'London nur sehr ungern gezeichnet und Neuseeland hätte in den letzten Monaten schon Bankerott ansagen müssen, wenn nicht der Krieg die Londoner Finanzstrategen veranlaßt hätte, den Schleier finanzpolitischer Liebe über diesen ziemlich tristen Zustand zu breiten. Schon längst ist die finanzpolitische Blickrichtung der Gliedstaaten von London nach Neuyork gewandert. Die sozialen Probleme werden sehr scharf empfunden. Wir können auf diese weitschich­tige Problematik in diesem Zusammenhang nicht im einzelnen eingehen. Sie wird vielleicht am besten illustriert durch einen Vergleich mit dem Spanien nach den großen Entdeckungen jenem Spanien, das auch in Gold, Silber und Ueberfluß aller Art schwamm, aber doch von einem Staatsbankerott in den anderen taumelte, weil sich seine Bevölkerung und Regierung auf die Größe der natürlichen Hilfs­quellen, nicht aber auf die eigene harte Arbeit verließ. Dr. Ho.

Eine niederträchtige Greuellüge.

C h i k a g o, 23. 3a*. (DNB.) Die Zeitung Chicago Daily News" berichtet aus Washington, das Staatsdepartement habe Grund zu der An­nahme, daß die deutschen Militärbehör­den bei Verdun einen Bombenübungs­platz einzurichten beabsichtigten, der möglicher­weise Amerikas größten Soldaten­sriedhof im Auslande, Romagne-fous- Monfaucon, einschließe. Die O8^.-Regierung habe, wie angenommen werde, um Erklärung ge­beten und vermutlich die Gründe auseinandergesetzt, warum das USA.=$oIt nicht 15 OOO Soldatengräber Experimentierzwecken zuliebe bombardiert sehen möchte. Die Deutschen sähen anscheinend keinen Grund, warum einige amerikanische Soldaten­gräber verschont bleiben sollten, falls der Friedhof sich für den angeführten Zweck als am besten ge­eignet erweise. (!)

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Die jüdisch-plutokratische Verbrecherclique, die einen großen Teil der O5A.-Presse kontrolliert, setzt im Rahmen ihrer üblichen Hetzkampagne gegen die Achsenmächte von Zeit zu Zeit besonders ge­meine und niederträchtige Greuel- lügen in die Welt, deren Inhalt in raffinierter Welse dazu angetan ist, die heiligsten Gefühle des amerikanischen Volkes aufzuwühlen. So wurde seinerzeit während der Schlacht um Frankreich die infame Behauptung aufgestellt, daß deutsche Trup­pen das kanadische Weltkriegs-Ehren­mal auf der Vimy-Höhe zerstört hätten. Der Zufall wollte es, daß einen Tag später der Führer diesem Ehrenmal einen Besuch abstat­tete und die zahlreichen in seiner Begleitung be­findlichen Ausländer die völlige Gegen- standslosigkeit dieser Greuellüge mit eigenen Augen feststellen konnten. Es ist überflüssig zu betonen, daß auch an der neuen Greuelmeldung aus der Gangster-Hochburg Chikago kein wahres Wort ist. Die jüdisch- angelsächsischen Pressegangster haben sich diese Mel­dung genau so aus ihren schmutzigen Fingern ge­sogen in der alleinigen Absicht, das amerikanische Volk noch stärker gegen Deutschland aufzuhetzen. Das deutsche Volk, das auch gegenüber den Toten der ehemaligen Gegner die ritterliche Achtung hegt, die bei einer Kulturnation selbstverständlich sein sollte, wendet sich mit tiefem Ekel und heiligem Zorn gegen solche widerlichen Entartungen des propagandistischen Kampfes, die nur in der verant­wortungslosen und verjudeten Presse der Demokra­tien denkbar ist.

Zwei Mädchen.

Bon Anton Schnack.

Emma oder Jmma. abgeleitet von Imme, der fleißigen und unermüdlichen Biene; auch Emia, Jema, Ima und Emisa gerufen zarte und leichte Laute, Namen und Rufe voll Wärme, fast wie Ge­zwitscher, Umschreibungen für das Häusliche, das Emsige und Mütterliche.

Emma bürstete meinen Hut aus, wenn ich mich zu einem Ausgang vorbereitete. Emma nahm mir den feuchten Läget aus der Hand, wenn ich vom Fischfang heimkehrte, Wasserdünste und wilde Kräu­terdüfte in die Gänge und Zimmer bringend. Sie l; die rotgesprenkelten Forellen und die mittags­blauen Schleien aus dem Holzfäßchen in einen Zuber springen und erriet mit einem abschätzenden Blick sogleich, wieviel ein jeder Fisch wog.

Emma hat das Iagdnetz von der Schulter des Jägers gehängt und den bunten Fasanenhahn und das halbe Dutzend brauner Rebhühner in die ge­wölbte Küche getragen, wo es nach Wacholder­beeren und Thymian verheißungsvoll Duftete.

Sie ging mit dem gebogenen Messer den knir­schenden Gartenweg entlang und schnitt blaue Schwerllilien ab und stellte sie in einen weißge- brannten Krug. Sie vergaß nicht, einige Sellerie- köpfel und Lauchstengel aus den Beeten zu ziehen, und sie schüttelte sie ab, damit Erde und Sand aus dem Wurzelgefüge fielen. Sie schälte die Knollen mit Hurtigkeit, schnitt sie und warf sie in den Fisch­sud, der bitterwürzigen Dampf durch das offene Fenster ziehen ließ.

Manchmal saß Emma an einem sauber gescheuer­ten Ahorn tisch, Tintenfaß und Schreibpapier vor sich, das blaß liniiert war; die Ungewohnheit des Schreibens drängte zwischen die vollen, dicken Lip­pen die Zunge, und das glattgescheitelte Mädchen schrieb und malte sorgfälttge Buchstaben, mit aus­gewogenen Dick- und Haarstrichen, wie es sie zu schreiben auf der ländlichen Schule gelernt hatte. Wenn Emma damit fertig war, las sie sich den ganzen Brief halblaut und befriedigt vor.

Es war darin die Rede von eingemachten Erd- und Stachelbeeren, von eingelegten Gurken, von den Tauben auf dem Dache und den Hühnern im Hofe, von der unerschütterlichen Treue, von der schönen Lkchrvetz und den einqyavtierteii Soldat^ ____

Oer Kampf um Tobruk

Oie Auffassung in Rom

*

r e i 13 seit

mutigen Gesicht; die Mundwinkel zuckten ständig,

weil sie immer lachen oder lächeln mußten, die wei- Erzählung ihre innere Dramatik gibt; so ist das die Herzlichkeit und auch die stille fieiterfelt Ken oirrMgen Zätzy« blmktenz d» Wasgm rvgLtzüjBändcheü dazu angetan, m etaer urravMnMchen, tMtHeutjchey Gedichtbuches, kennen lernen-

»eiterkeit dieses

rund und frisch und von zarter Farbe wie ein von der Sonne gemalter Pfirsich. Im Alter von siebzehn Jahren dachte sie an die Gefährlichkeit der Manner. Sie hatte bereits die ersten jähen Küsse erhalten; sie schmeckten nach Wein und nach Tabak.

Emmi hörte gern den verwehten Klang der Dreh- und Karussellorgeln auf den Iahrmarktsplätzen, die Wehmütigkeit der herumziehenden Musikanten, den Marsch der klirrenden Feuerwehrmusik, das Ge­dudel der Bauernkapelle und die flinken, gefühl­vollen Schlager aus dem Radiokasten.

Bauern-, Beamten- und Soldatenblut hatte die Reihe der Ahnen gemischt. Und damit kam die Kraft der Erde, die Strenge und Betulichkeit der Amts­zimmer und die fahrende und bunte Abenteuerlich­keit bunter Uniformen in das Mädchenherz, das zwischen Ausgelassenheit und Beherrschung schwankte. Mit sechzehn Jahren bildete ihre warme Schönheit das Gerede der jungen Männer. Ein jubelndes Verlangen nach Leben blitzte aus den braunen Augen. Fröhlichkeit strahlte aus dem über­

feinen den Angriff durchführenden fünf Divi­sionen erlittenen Verluste besonders schwer sind. Unsere Luftwaffe hat feindliche Truppenzu- sammenziehungen bombardiert. Die feindliche Luft­waffe hat Einflüge auf einige Ortschaften in Li­byen unternommen, wo einiger Schaden ver­ursacht wurde.

In O st a s r i k a an der Sudan-Fronl Artillerie- und Spähtrupptätigkeit im Gebiet von Galla- bat. Feindliche Angriffe im Gebiet von Cheru wurden durch unsere Gegenangriffe abgewiesen, durch die dem Gegner empfindliche Verluste beige­bracht wurden.

3m Aegäischen Meer versuchten feindliche Flug­zeuge einen unserer Luftstützpunkte anzugreifen. Sie wurden durch das Feuer unserer Luftabwehr vertrieben, ohne irgendeinen Schaden verursacht zu haben. Ein Flugzeug wurde von unserer Flak ge­troffen und stürzte brennend ab. Ein anderes Flug­zeug (Katapult-Flugzeug) wurde von unseren Jä­gern in der Rähe eines feindlichen Stützpunktes abgeschossen. 3n der Rächt zum 23. Januar haben britische Flugzeuge Einflüge auf Catania und eine andere Ortschaft auf Sizilien unternommen, ohne Schaden zu verursachen.

gestelltes L , vor über drißig Jahren vom Stapel gelaufen ist,

kommt. Der Engländer muß feine aus fünf Erd­teilen zusammengezogenen beachtlichen Streitkräfte (über 400 000 Mann und über tausend Flugzeuge) in ständigem Kampf mit dem aufopfernden und tapfer hinhaltenden Widerstand der Italiener auf­brauchen, ohne daß er irgendeine für den Aus­gang des ganzen Krieges bedeutsame Entscheidung erzwingen könnte .Nachdem der englische Versuch, eine Ablenkung vom Hauptkriegsschauplatz zu er­zwingen, mißglückt ist, geht der Kampf in der Wüste weder um Afrika, noch gar um Italien selber, zwingt vielmehr die Engländer zu einem an dieser Stelle sinnlosen Aufwand.

Oie<3cn Giorgio-.

Rom, 23. Jan. (Europapreß.) DieS«n Gior­gio", das italienischeSchlachtschiff", das die Eng­länder vor Tobruk vernichtet haben wollen, ist in Wirklichkeit, wie auch der italienische Wehrmachts-

Der italienische Bericht

Rom, 23.Jan. (DRV.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wort­laut:

An der griechischen Front Kämpfe örtlicher Bedeutung. in denen wir dem Feind empfindliche Verluste Zvgesügt haben. Feindliche Truppen wur­den mit Bomben belegt, während eines feindlichen Einfluges auf eine albanische Ortschaft stellte eines unserer Jagdflugzeuge die feindlichen Flugzeuge, von denen es eines abschoh und die anderen zur Flucht trieb.

Der äußerst heftige Kampf zwischen den Stütz­punkten des Platzes Tobruk hat den ganzen gestrigen Tag angedauert. Erst am Rachmittag sind Australier in die Stadt selb st eingedrun­gen, wo alles in Brand gesteckt und das über­alterte SchiffSan Giorgio" mit Dynamit in die Luft gesprengt worden war. Im Westabschnitt leisten noch einige Stützpunkte dem feindlichen Angriff hartnäckigen widerstand. Die in Tobruk kämpfenden italienischen Streitkräfte bestanden aus einer einzigen Division sowie einigen Marineabteilungen und Grenzwächlern. Der Feind selbst sieht sich gezwungen, zuzugeben, daß die von1

Liebesgeschichte beruht weniger auf der geschilderten Beziehung zwischen zwei jungen Menschen aus un­serer Zeit als auf der Spannung zwischen Stadt und Land, welche dipse Beziehung belastet und der

Emmi. Ich habe die eine heraufbeschworen, und hinter 'ihr tritt auch die andere mit dem Namen Emmi heran, der dem eintönigen Ruf der Gold­ammer im Heckenwege ähnlich ist.

Sie hatte die saubere weiße Schürze' oorgebunden, woraus der Duft von Wiesenbleiche und warmer Bügelkammer stieg. Emmi stand auf der roten Sandsteintreppe des WirtshausesZum grünen Baum". Sie hatte schon vielen Gästen, Handwer­kern, Jägern, Fuhrknechten das kühle Glas schwar­zen Bieres oder das Viertel eines Hellen schillernden Weines mit einem freundliche*Wohl bekomm's!" auf die Tische gestellt.

Emmi Emmi, hatten viele Männerstimmen ge­flüstert frech, zudringlich, bebend vor Erregung, schüchtern, sehnsüchtig, heiß oder zärtlich.

Emmi Emmi hatten viele Handknochel ge­klopft an Türen zu ebener Erde ober an Türen in Mansarden, darum der Dachwind sang; zweimal geklopft, dreimal geklopft, bis ein Schlüssel knirschte ober ein Riegel klirrte ober auch ein spöttisches Ge­lächter ben Frechen von ber Türe jagte.

Emmi Emmi lockten Ruse in bie Holz- und bleigefaßten Fensterscheiben hinein und Däm­merungsmüdigkeit eines schwülen Maiabenbs zit­terte um bie alten, von Fachwerk durchzogenen Häusergiebel.

rnachung mit der Regierung in Washington ge­troffen, derzufolge auf den Inseln Morgan und Tuckar Wasserflugzeugstützpunkte in Form von Verpachtungen auf 99 Jahre abgetreten worden sind.

Atnerikaner verlassen Genf.

Genf, 24. Jan. (Europapreß.) Die bisher noch in Genf verbliebenen internationalen Frauenorganisationen, vor allem die Zentrale ber amerikanischen Frauen« verbände, befinden sich in Auflösung. Das Mobiliar wird verkauft, und die Mietverträge sind aufgekündiat. Auch bei den sonst noch in Genf weilenden Amerikanern herrscht Auszugs- ; ftimmung und allgemeiner Ausverkauf. In Genf - werden nur noch einige Journalisten und bie Mit­glieder ber konsularischen Vertretungen verbleiben.

Oie Schweiz chartert zwei weitere tteberseeschiffe.

Genf, 23. Jan. (Europapreß.) Die schweizerische Hochseeflotte wird um zwei Einheiten vergrößert. Das eidgenössische Trbnsport-Kriegsamt hat einen weiteren Dampfer für die Verschiffung schweizerischer Ausfuhrwaren nach U e b e r f e e gechartert. Es handelt sich um das jugoslawische SchiffJu r k o T o p i o" von 8250 BRT., das Ende Januar in Genua mit einer für die Schweiz bestimmten Ladung erwartet wird. Nach Löschung ber Labung soll ber Dampfer sofort mit schweizerischen Exportwaren nach Neuyork in See gehen und später, wenn möglich, einen direk­ten Pendelverkehr zwischen Neuyork und Genua versehen. Ein weiterer Dampfer, dieGlo- r i a", ist Ebenfalls jür den Warentransport Neu­yorkGpnua bereitgestellt.

Rom, 23. Ian. (Europapreß.) In politischen Kreisen Roms wurde zu dem italienischen Wehr­machtbericht vom Donnerstag bemerkt, Tobruk (das etwa 115 Kilometer von der libysch-ägyptischen Grenze entfernt liegt) sei durchaus nicht von so starken Truppenverbänden verteidigt worden, wie die englischen Darstellungen behaupteten. Es habe sich nur um eine italienische Division gehandelt, die von einigen Einheiten der Marine und der Grenz­wache verstärkt gewesen fei. Wie bei der Belage­rung von Bardia ging dem Infanterie- und Pan- zerangriff eine heftige Beschießung vom Meer her voraus. Die Schiffsgeschütze der Alexandriaflotte feuerten die ganze Nacht hindurch in die befefttigte Hafenstadt, bie von der Besatzung zäh verteidigt wurde, obwohl die Stadt umzingelt war. Es war schon während der Belagerung Bardias einigen Panzerwagenabteilungen der Engländer gelungen, bis in bie Nähe von Tobruk vorzustoßen. Sie um­gingen den durch eine Hügelkette beschützten Ort und drangen auf die Küstenstraße vor, die jenseits von Tobruk nach Derna^führt, dem nächsten befestig- ten italienischen Küstenort der Cyrenaika. Nach dem nächtlichen Seebombardement warfen bie Orient­staffeln der Royal Air Force Bomben auf die Be­festigungen Tobruks nieder. Mit einer überlegenen Anzahl von Panzerwagen begann der Landangriff. Durch weitere Verstärkungen an schwerer Artillerie konnten- die östlichen, nach Bardia hin gelegenen Befestigungen überwunden werden, so daß eine Bresche entstand. Eine Entsetzung ber Stabt war in Anbetracht ber abgeschnittene* Küstenstraße un- möglich. Dey Engländern war es gelungen, bie Zufuhren für Tobruk von der Seeseite her zu sper­ren und durch die Benutzung des Hafens von Bar- dia schneller eigene Verstärkungen aus Aegypten heranzuholen. In Rom wird ferner darauf aufmerk­sam gemacht, daß das Gnfyire gegenwärtig seine gesamten militärischen Mittel in Nordafrika und in Ostafrika zusammengezogen hat, wobei es sich eines auten Teils ber neueren amerikanischen Cie- ferungen bebient. Eine Anzahl der von der Royal Air Force in Afrika eingesetzten Maschinen sind ame­rikanischen Ursprunges. Auch die Truppen kommen nicht nur aus allen Teilen des Empire, sondern unter ihnen befinden sich auch Teile der von P6- tain abtrünnigen französischen Kolonialtruppen, die de Gaulle von Westafrika aus dem englischen Ober» kommando in Aegypten zur Verfügung gestellt hatte.

Ehre den Verteidigern von Tobruk", ruft daher mit Recht Gayda imGiornale d'Jtalia" aus, die in dem beredten Zahlenoerhältnis von weniger als 1:50 den vereinten Kräften zweier Feinde ftand- gehalter^ haben!" Den ausländischen Beobachtern dürfte sich hieraus und aus Presseäußerungen der Eindruck aufdrängen, daß es bei diesen Kämpfen nicht um an sich wenig bedeutende Wüstenplätze an-

bericht vom Donnerstag feststellt, ein altes, b e - einiger Zeit außer Dienst Fährzeug. Das Schiff, das 1908, also

war von den Verteidigern von Tobruk als Befe­stig u n g nach der Seeseite hin verwendet worden. Zu diesem Zweck hatten die Italiener das Fahrzeug mitZement gefüllt. Als dann Tobruk von den italienischen Streitkräften aufgegeben werden mußte, wurde dieSan Giorgio" in die Luft ge­sprengt, um dem Feinde jegliche Möglichkeit einer spateren Verwendung des Schiffes zu nehmen.

Oie akademische Jugend Italiens rückt freiwillig ins Feld.

Rom, 23. Jan. (Europapreß.) Zur Zeit sind von den italienischen H o ch s ch u l e n große Scharen der faschistischen Universitätsjugend als Freiwil­lige an die Front abgegangen. Vor ihrer Ab­reise gaben sie in einer begeisterten Kund­gebung vor dem Duce ihrem Kampfeswillen Ausdruck. Wie im Abessinienkriege und im Spanien« Feldzug fehlt auch in diesem Krieg die akademiscke Jugend Italiens nicht. Ein Land, das eine solche akademische Jugend habe, so erklärtGiornale d'Jtalia", müsse siegen.

ßinc Sondermarke mit dem Kopf des Führers und des Duce.

Berlin, 23. Jan. (DNB.) Am 30. Januar läßt die Reichspost bei sämtlichen Postämtern und Amts­stellen eine Sondermarke ausgeben, deren Marken­bild den Kopf des Führers und des Duce trägt Durch das neue Wertzeichen wird die deutsch-italie­nische Waffenbrüderschaft im gemeinsamen Abwehr­kampf sinnvoll bargeftellt. Da» Wertzeichen zu 12 Pfennig und einem Zuschlag do* 38 Pfennig, der

dem Kulturfonds zufließt, wurde »on Professor Richard Klein in München nach Lichtbildern des Reichsbildberichterstatters Professor Heinrich Hoff, mann entworfen. Auch die italienische Postverwal. tung gibt demnächst eine Markenreihe von sechs Werten in ähnlicher Ausführung heraus, deren Markenbtld neben den Köpfen des Führers und des Duce je einen deutschen und italienischen Soldaten zeigen wird.

Ourch feindliche Aktionen verloren."

Eine vielsagende Mitteilung des britischen Generalpostmeisters.

Amsterdam, 23. Jan. (DNB.) Der britische Generalpostmeister ließ im englischen Rundfunk be- kanntaeben, daß sämtliche Postsendungen von Neuseeland, Wellington und den englischen Südseeinseln, die für England bestimmt, zwischen dem 5. und 23« November aufgeliefert worden seien, urch feindliche Aktionen" ver­loren gingen. Dasselbe gelte für Drucksachen und Pakete, die in denselben Ländern zwischen dem 1. und 8. November sowie zwischen dem 21. und 22. November für England aujgegeben worden seien. Briefe und Drucksachen, beftimmt für Aden, Birma und Indien, die zwischen dem 9. und 14.11. in England zur Post gegeben worden seien, feien ebenfalls verloren. Dasselbe gelte für Post- fenbungen bestimmt für die französische Somali­küste, den Kongo, Madagaskar, Sansibar, Seychellen, Rhodesien und Südafrika, die in der Zeit zwischen dem 12. und 14. November sowie dem 9. und 14. November in England zur Post gegeben worden seien. Ferner seien alle Luftpostsendungen, gleichgültig für welche Teile des britischen Empires bestimmt, verloren gegangen, die man zwischen dem 12. und 14. November aufgeliefert habe.

Heue amerikanische Stutzpunkte

Neues für den Büchertisch.

Waldemar Bonseis: Das Anje- k i n d. Eine Erzählung. 179 Seiten. 4,80 RM. West- Ost-Verlag Werner Jöhren, Berlin SW 61 (274) Das Buch, feit Jahren vergriffen gewesen, liegt jetzt in neuer Aufmachung und bereits im 145. Tau­send vor. Die Auflaaeziffer erinnert an die Zeit, als die Bücher von Bonseis die große literarische Mode waren; obwohl diese Zifter keineswegs etwa an die Verbreitung derBiene Maja", desHim­melsvolkes" und derIndien fahrt" heranreicht, ist die Erzählung doch auch damals viel gelesen wor­den: in Stil und geheimnisreichem Naturgefühl an jene berühmteren Bücher erinnernd, aber nicht so an» mutig-heiter wie jene, sondern dunkel in der vielen heute gewiß schwer faßbaren Schicksalsverkettung seiner wenigen Menschen, beschattet von Vergäng­lichkeit, blutiger Tat und jähem Tod. Hans Thyriot.

Norbert Bruchhäuser: Klaus und Gertrud. Blätter aus einem Lebensbuch. 63 Sei­ten. 1,20 RM. Ludwig Kichler, Darmstadt. (267) Der Heimatschriftsteller Norbert Bruchhäuser, der sich bereits mit seinem BauernromanSanne" einen angesehenen Namen gemacht hat, gibt mit den Blättern aus einem Lebensbuch" eine Mar und einfach erzählte Liebesgeschichte, deren Gestalten und deren Umwelt unserer engeren Heimat entstam­men. Die kleinen Schicksale, von denen hier die Rede tft, sind kaumunerhört" im Sinne einer bekannten Begriffsbestimmung, sie könnten eher alltäglich genannt werden, und eben deswegen kön­nen sie eine über den Bereich etwa einer privaten Herzensergiehung hinausreichende (Bültigfeit bean­spruchen. Der eigentliche und, wenn man es recht verstehen will, erzieherische Wert dieser bäuerlichen

gar nickt lehrhaften Form für unsere Heimat, für die Liebe zur Scholle, für das Land und die Ar­beit auf dem Lande Gefühl und Verständnis zu wecken, ^u verbreiten und zu oertiefen: in der stillen Werbung für solche Gedanken und Werte liegt die tiefere, in gewissem Sinne aktuelle Bedeu­tung des schlichten Bändchens. Hans Thyriot.

Dr. Karl Hunger und Dr. Theodor San» aenmaier: Kurze Geschichte der deut­schen D i ch t u n a. 256 Seiten. 4,80 RM. C. E. Buchners Verlag, Bamberg 1940.Die vorlie­gende Arbeit wendet sich an jeden, dem es um eine gedrängte Darstellung der deutschen Dichtung zu tun ist." Es ist ohne Zweifel ein gewagtes Unter­nehmen, die deutsche Dichtung von ihren Anfängen bis in die Gegenwart auf 260 Seiten darstellen zu wollen. Immerhin vermittelt das Buch, namentlich für die ältere und die klassische Zeit, eine brauch­bare Uebersicht und erste Einführung. Die Dich­tung der letzten fünfzig Jahre kommt allerdings, selbst wenn man die knappe Gesamtanlage berück­sichtigt, ein wenig zu kurz; jedenfalls kann über die hier bevorzugte Verteilung von Raum und Ge­wicht gestritten werden, ebenso über die Auswahl: mancher Leser wird nicht unwichtige Namen ver­missen, andere entbehrlich finden, wieder anderen nur in einer summarischen Auszählung begegnen (Kriegsdichtung; Bamberger Dichterkreis). Die Wür­digung des Dichters Wilhelm von Scholzein Jahrzehnt lang Dramaturg und Spielleiter in Stuttgart, fühlt sich besonders, von den Geheimnissen des Zufalls angezogen" scheint uns, um ein Bei­spiel zu nennen, bei aller gebotenen Raumbeschrän­kung doch etwas dürftig. Begrüßenswert sind die guten und verhältnismäßig recht zahlreichen Bild­beigaben. rians Thyriot.

auf den Bermudas.

Stockholm, 23. Jan. (Europapreß.) Amtlich wird in London mitgeteilt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten bei den Verhandlungen über die Verpachtung von militärischen Stützpunkten auf jj den Bermuda-Inseln bzw. den Kleinen Antillen den jg Wunsch geäußert habe, unabhängig von den bis- ö0 herigen englischen Zusagen die Errichtung \ weiterer Stützpunkte zu erlangen. Es j j handelt sich um Stützpunkte aufeiner ober mehre« ren Inseln bei Great Sound" (Bermudas). 11 Die in dieser Frage zwischen England und den Ver- , einigten Staaten geführten Sonderverhandlungen, sind nunmehr abgeschlossen worden. Der Gouverneur der Bermuda-Inseln hat eine Ab«

Heimwe h", Gedichte von ßotte Bette. 76 Seiten. In Leinen gebunden 2,80 RM. Ehr. Belfer, Stuttgart. (270) Lotte Bettes nieder­deutsche Gedichte, vielfach in Zeitschriften und Zei- hingen veröffentlicht und im Rundfunk^von ihr vor- getragen, erscheinen in einem hübsch ausgestatteten Bändchen. Die Verfasserin versucht in ihren Ge­dichten die Stimmen und Stimmungen der Men­schen im niederdeutschen Raum einzufangen. Wem die Mundart keine Schwierigkeiten macht, der wird