Ausgabe 
22.3.1941
 
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jetzt ein heftiger und unbarmherziger Kampf ge­führt, damit uns der Strom der Munitions» und Lebensmittellieferungen erreichen kann, ohne den unsere Kriegsanstrengungen hier sowohl wie im mittleren Orient nicht aufrecht erhalten werden kön­nen. Unsere Verluste sind in diesem Augenblick an» ?gestiegen und wir wenden unsere ganze Macht, un» ere sämtlichen Hilfsquellen und unser ganzes Talent an, um in dieser tödlichen Prüfung bestehen zu können."

Eine tödliche Prüfung nennt Churchill die Schlacht im Atlantik. Und er hat recht, denn durch den Atlantik führen Englands Lebenslüsten, und sie zu durch- schneiden ist das Hauptziel der deutschen Seekriegfüh- rung. Sie hat sich für ihre Operationen auf diesem Kriegsschauplatz im vergangenen Jahr die denkbar beste Ausgangsstellung geschaffen. Die Norwegen­aktion und die Besetzung der französischen Atlantik- tüste führten die deutsche Kriegsmarine aus dem berüchtigten na fiten Dreieck der Deutschen Bucht hinaus an das freie Meer. Die britische Blockade­linie, die im Weltkrieg noch die Nordsee zwischen Norwegen und den britischen Inseln und im Süden den Kanal so fest abgeschlossen hielt, daß es nur einzelnen Hilfskreuzern und U-Booten gelang, sie zu durchbrechen, diese Blockade ist heute gesprengt, und Deutschland nimmt nun seinerseits mit Luft­waffe und Kriegsmarine im Entscheidungskampf gegen die britische Insel alle Vorteile der im Besitz der deutschen Wehrmacht befindlichen Gegenküste wahr. Der Kanal, Englands wichtigster Zm'ahrts- weg, liegt unter dem Feuer deutscher Fernkampf­geschütze. Schnellboote, Zerstörer und Luftftreit- kräfte sorgen dafür, daß nach einem Wort des britischen Großadmirals Lord Chatfield jedes Hin­durchlavieren eines britischen Geleitzuges durch den Kanal zu einerrichtigen Flottenoperation" wird. Aber darüber hinaus hat der Besitz der französi­schen Flottenstützpunkte an der AtlantikkMe vom Kanal bis zur Biskaya unseren U-Booten, lieber- wasserstreitkräften und Fernbombern erlaubt, weit in den Atlantik hinein vor^uitoßen und die von uns erklärte Blockade der bniischen Inseln zu einer effektiven zu mach'.n. Aber nicht nur dieser innere Ring um England beainnt sich zu schließen, sondern dank dem Angriffsgeist der deutschen See- und Luft- streitkräfte bildet sich bereits ein zweiter Ring, weit «im westlichen Atlantik. So wurden bereits im No­vember 1000 Seemeilen östlich von Neufundland britische Geleitzüge vernichtet und dabei 86 000 BRT. feindlichen Schiffsraums versenkt. Im Fe- bruar vernichteten deutsche Seestreitkräfte westlich von Portugal einen Geleitzug von 14 bewaffneten Dampfern und zerstörten dabei 82 000 BRT. Wenig später versenkten deutsche Fernkampfflug­zeuge 500 Kilometer westlich von Irland neun Dampfer mit 58 000 BRT., und gestern erst konnten . deutsche U-Doote einen großen Erfolg von einem Angriff auf einen stark gesicherten britischen Geleitzug an der Westküste von Afrika melden.

Der deutsche Aktionsradius auf dem atlantischen Kriegsschauplatz ist also weit gespannt und schiebt sich immer weiter nach Westen vor. Wenn also Churchill selbst mit höchst bekümmerter Miene zu­geben muß, daß die britische Flotte nicht verhindern konnte, daß die erfolgreichen Operationen deutscher U-Boote und Ueberwafferstreitiraste sich bis zum 42. Längengrad erstrecken, also etwa 700 Kilometer östlich von St. Johns auf Neufundland, dem Aus­gangspunkt der wichtigsten Schiffahrtsrouten des Empire über den Nordatlantik von Kanada her, so stellt dies Eingeständnis die so sehnlich erwarteten Materialtransoorte der USA. unter ein wenig gün­stiges Vorzeichen. Hieraus erklärt sich auch Eng- lands außerordentlicher und besonders dringlicher Bedarf an Zerstörern, die für den Schutz von Ge- teitzüaen bevorzugte Schiffsart. Wenn bisher diese Zerstörer die über den Atlantik auf England zu fahrenden Geleitzüge erst in den Gewässern westlich von Irland in Empfang )u nehmen brauchten, um sie in der unmittelbar gefährdeten Zone gegen An­griff« deutscher See- und Luftstreitkräfte $u decken, reicht dieser Schutz heute bei weitem nicht mehr aus, nachdem auch der westliche Atlantik Opera­tionsgebiet geworden ist und es sich erwiesen hat, daß tränsporte für England nirgends mehr sicher sind. Ratschläge, wie dein abzuhelfen sei, sind in USA. billig wie Brombeeren. So müssen sich die Engländer heute von ihren amerikanischen Freunden sagen lassen, daß ihr so mühsam ausgetifteltes Ge- leitzugsyftem gerade die Schuld an allem Uebel trage. Man empfiehlt chnen stattdessen eine ununter­brochene Kette von Zerstörern über den Atlantik zu bilden, an der sich dann die Transporte einzeln aleichsam entlangtasten könnten. Ob dies nun das Universalheilmittel gegen die Gefahr deutscher U-Boote und Fernbomber rft, können die Engländer schwerlich erproben, denn auch dazu fehlen chnen di«

Das ist immer wieder der springende Punkt, mag man die Sache drehen und wenden wie man will. Deshalb auch Churchills herzerweichende Beschwö­rung, daß die Schlacht im Atlantik gewonnen wer­den muß,um keinen Zweifel mehr darüber zu lassen, daß die erklärte Politik der Vereinigten Staaten durch Gewalt nicht mehr lahmgelegt werden kann". Di« USA. sollen also Englcnrds Krieg ohne weitere Einschränkung zu dem ihren machen, weil England allein nicht mehr weiter weiß. Deshalb drängt die britische Propaganda in den Bereinigten Staaten auf den Einsatz von USA.» Kriegsschiffen als Geleitschutz für Transporter nach England. Aber dagegen macht sich vorerst noch er­heblicher Widerstand in den Kreisen Amerikas gel­tend, die wissen, daß eine solche Maßnahme di« Vereinigten Staaten unfehlbar in den Krieg hinein­ziehen müsse. Da es England aber nicht nur an «chrffen mangelt, sondern auch ebensosehr an aus­gebildetem Personal, sie zu bemannen, wird drüben auch eifrig die Trommel gerührt, um das Verbot des Eintritts von amerikanischen Kriegsfreiwilligen in britische Dienste aufzuheben. Dagegen wendet sich die maßgebende Organisation der Antiinteroen" tioniften, dasAmerican First Committee, mit der Veröffentlichung eines Briefes, den Churchill im Jahre 1914 an den damaligen britischen Staats-» fefietär Sir Edward Grey richtete und in dem er empfahl, dafür zu sorgen, daß möglichst viele US A.-Freiwillige der britischen Armee beitreten, danichts Amerika schneller auf unsere Seite in den Krieg bringen wird, als wenn einiges USA» Blut auf den Schlachtfeldern Europas vergossen wird". Man sieht, Churchill rft der edle Menschen­freund geblieben, der er schon vor einem Vierteljahr­hundert war. Er kramt das alte Rezept wieder her­vor, das sich damals so glänzend bewährt hat, rech­net aber zu Unrecht mit Der Vergeßlichkeit der Menschen. Mag die von Roosevelt und seiner Clique genährte Haßpsychose in den Vereinigten Staaten auch noch so hohe Wetten schlagen, so gibt es dort immer noch Leute, die nüchtern genug denken, um davor zurückzuschrecken, sich England mit Haut und Haar zu verschreiben. Und selbst in Regierungs­treifen ist man den neuen englischen Wünschen gegenüber recht hartleibig. Marineminister Knor hat den Engländern U-Bootsjäger und Schnellboote

Schwere Brände im Kriegshafen Plymouth

erzwingen, wurde aber zurückgewlefea.

lup-Inftitut in

nicht mehr gewinnen.

ton abgefchoffen. Die Befahrmg wurde gefangen­genommen.

Einer unserer Luflverbände hat den Flottenstütz­punkt Suda (flrefa) bombardiert, wobei die im Hafen liegenden Schiffe Volltreffer erhielten. Unsere 3äger haben ein Flugzeug vom Muster Hurrlcane abgeschossen.

3n Ostafrlta sind die fortgesetzten englischen Versuche, unsere Positionen von Keren zu durch­brechen, sämtlich vereitelt worden. Unsere Luftwaffe

Rom, 2L März. (DNS.) Der italienische Vehr- machtberlcht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:

An der griechischen Front normale Ar- tillerietätigkeit. Unsere Flugzeuge haben feindliche Truppen und Verteidigungsanlagen im Tiefflug bombardiert und mit TNafchinengewehrfeuer be­strichen.

In Nordafrika hat der Feind, von Artillerie unterstützt, den Angriff auf Giarabub hartnäckig erneuert, wurde aber allenthalben zurück­gewiesen. In der Eyrenalka haben unsere Flugzeuge den Flottenstühpuntt V e n g h a s i bombardiert. 3m Luftraum der Syrte hat die deutsche Luftabwehr am 19. März ein Flugzeug vom Muster welling-

welchetödliche Pru- Die Schlacht um Eng- Atlantik kann Churchill

. Dr. Fr. W. Lange,

Die Kriegshetze in LlGA

Kampf gegen eine unbeschränkte Englandhilfe.

nicht in der Phase, in der man das Feuer eröffnet, weil das politisch unklug wäre".

Wie weit die Beunruhigung des nordamerikani­schen Volkes durch die gwissenlose Hetze des eng­landhörigen Klüngels geht, ersieht man aus einer Meldung des Florentiner BlattesLa Nazione". Kein Schutzmittel", so schreibt die Zeitung,scheint

Cetebes neue Nahrung geben hat. Berichte aus Ba­tavia lassen erkennen, daß man sowohl den regie­renden Sullan-en der Dorstenlanden mehr Rech» einräumen will, wie auch bereit zu sein scheint. Der- schiedene, seit langem ab-ge fetzte Sultane in Su­matra und Celebes wieder in ihre früheren Rechts einzufetzen, um durch diese Konzessionen der immer wachsenden Ein-geborenen-Bewegung das Wasser ab- zugraben.

Zu dem Angriff auf Plymouth wird ergänzend noch folgendes mitgeteilt: Der Angriff wurde bei ausgezeichneter Erdsicht durchgeführt. Die Explosionen der deutschen Bomben lösten zahl­reiche Brände aus, von denen sich ein zu- sammenhängendes Flammenmeer auf einer Riesenfläche deutlich abzeichnete. Im Kriegs- Hafen brannte ein großes Derpflegungs-

erfolgreich an. Besonders gute Sichlverhättnisie er- leichterten den gezielten Bombenwurf und führen zu einer vorzüglichen Trefferlage. 3n den Hafen- und Dockanlagen entstanden Grohfeuer. Meh­rere Schiffe gerieten in Brand. Das rNarlneverpfte- gungsamt wurde schwer beschädigt. Andere Kampf­flugzeuge belegten abermals London mit Bomben.

3m Laufe des 20. Marz erzielten Aufklärungs­flugzeuge auf Flugplätzen in Südengland Bombenoolltreffer in hallen und Zlnterfünften. Bei Abwürfen aus nur 100 m höhe wurden Bomben­einschläge in unmittelbarer Kähe einer größeren Zahl abgestellter Jagdflugzeuge beobachtet. Lin weiterer Angriff mit guter Wirkung richtete sich gegen den Hafen Llacton on Sea.

Vor der britischen Südostküste versank ein Frachtdampfer von 8000 BRT. nach drei Bombeneinschlägen ans Heck und Vorschiff. Bei dem im gestrigen Wehrmachtbericht gemeldeten Angriff auf einen Gelettzug wurde noch ein viertes Han­delsschiff von 6000 BRT. in Brand geworfen. Lin Minenräumboot schoß in der Nordsee ein britisches Flugzeug ab. Der Feind flog in der vergangenen Rocht In das Reichsgebiet nicht ein.

den beiden Sultanen von Djokja und Solo hatte man das Recht gelassen, als unbeschränkte Herrscher über Leben und Tod ihrer Untertanen zu beftimmerc. Nach außen hin ist ihnen natürlich jede Macht ge­nommen, und der holländische Resident lenkt un Hintergrund die Hand der Herrscher.

Die Eingeborenen Niederländisch-Indiens sind aber nichts mehr so lenkbar, wie sie es noch vor . Mit der berühmten

Die Flottenstützpunkte Suda und Benghasi bombardiert

Ltnbekannie Kriegsgegner.

Javanische Gchattenfürsten im Schlepptau Wilhelminas.

Tokio, 21. März. (Europapreß.) Es wird kaum in Deutschland bekannt fein, daß die Königreiche von Djokjakarta und Solo, die javanischen Dorstenlanden", die Fürstenländer, sich m i t Deutschland im Kriege befinden. Sultan Hamenkoe Boewono IX. von Gjokjakarta hat ganz offiziell sein Volk, sein Land und dessen Wirtschaft derGroßen Großmutter" Wilhelmina zur Ver­fügung gestellt, um es im Kampf gegen Deutsch­land zu benutzen. So hat es jedenfalls seinWeiser großer Bruder" Ionkher van Starkenborgh-Stachou» wer, der Generalgouverneur von Nie­derländisch-Indien, dem Volksraad in Batavia, dem niederländisch-indischen Scheinparla­ment, mitgeteilt.

Die Vorstenlanden sind die letzten Uederreste der einstmals mächtigen javanischen Fürstentümer, die sich dem holländischen Eroberer ergeben mußten. Nur

vor zehn Jahren setzte die holländische Kolonial» bärnmerung ein, die auch den Ansprüchen der alten; eingeborenen Sultane von Java, Sumatra unö

Neuyork, 21. Marz. (DNB.) Eine vom Gal-s Fe u erwehr batai Hone bilden lassen, die hn Umlauf gesetzte Rundfrage über dieNotfall Kriegsverwendung finden" sollen. ! der USA. hat ergeben, daß nur Auch die vonNew Dort Times" vorgeschlagene

offeriert, aber gleich hinzugesetzt, daß diese kleinen leichten Fahrzeuge am besten in der Nähe der Küste zu verwenden seien. Das ist eine reichlich magere Hilfe für Churchill.

Aber er braucht ja nicht nur Kriegsschiffe, um sein Geleitzugsystem aufrechtzuerhalten, er brauch! auch mindestens ebenso dringend H a n d els- schiffsraum. England ist mit etwa 18 Mil­lionen BRT. an Handelsschiffsraum in den Krieg eingetreten, davon entfielen etwa 3 Millionen auf die Küstenfahrt, ebensoviel mögen von der Kriegs­marine für ihre Zwecke (Hilfskreuzer und ähn­liches) beschlagnahmt worden sein, etwa 6 Mil­lionen BRT. hat sich England durch den Raub norwegischer, dänischer, holländischer, belgischer und französischer Schiffe angeeignet und etwa ein­einhalb Millionen hat es in den Vereinigten Staa- tne gekauft und neu gebaut. Von diesen 19^ Mil­lionen BRT. sind nun nach den deutschen Wehr­machtsberichten bis zum Februar mehr als neun Millionen versenkt worden, wozu noch etwa ein 2 Millionen BRT. großer Verlust durch Minen kommen mag, so daß also England mit der Hälfte feines normalen Schiffsbestandes auskommen mutz bei erheblich verlängerten Schiffahrtsrouten und starken Verzögerungen durch das Geleitzugsystem und die schweren Beschädigungen, der Löscheinrichtungen in den meisten englischen Häsen, ohne daß Eng­land die Möglichkeit sieht, die durch täglich neue Versenkungen eintretenden Verluste auszugleichen, denn die Leistungsfähigkeit der britischen Werften, die vor dem Kriege höchstens 3 Millionen BRT. jährlich betrug, ist durch das Vemichtunaswerk der deutschen Bombengeschwader so erheblich herabge­drückt worden, daß neben der Deckung des Be­darfs der Kriegsmarine dte Werften wahrscheinlich

Oie Eingliederung der Tangerzone.

Der Kalif von Spanisch.Maroklo in Tanner eingezogen.

Tanger, 21. März. (Europapreß.) Der Kolli von Svanisch-Marotto, M u l e y Hassan, h«i seinen feierlichen Einzug in Tanger gehalten un3> damit auch nach außen hin die Eingliederung ter ehemals internationalen Zone in fein Reich vollzogen. Er wurde an der Stadtgrenze von den Spitzen der muselmanischen und spanischen B-' Hörden empfangen, ferner der vor wenigen TaueA j ernannte Pascha von Tanger, der Oberkommislar von Spanisch-Marokko, der Gouverneur von Ton« ger und der spanische Gesandte. Nach einer Parodr von Abordnungen aller Kabylen der Tangerzon.! begab sich der Kalif in die große Moschee.

Die Stadt zeigt ein malerisches Bild. Von allci Häusern weht die rote marokkanische Fahne. Dir Häuser der spanischen Behörden haben die spani' sche Flagge gehißt, aufdemHausedesdeut' schen Konsulats weht nach der Rückkehr det deutschen Reichsvertreter zum ersten Mal die Haken« kreuzflagge. Aus allen Teilen der Tangerzone sin3 die Marokkaner zum Fest herbeigeeilt. Auch api dem spanischen Marokko sind Abordnungen der Ein« geborenen tn Tanger eingetroffen. An dem 2Iup marsch zu Ehren des KM?» siAhMy üfrer dreißig' tausend Araber teil«

Lustfchutzvorbereiiungen in Tokio.

Tokio, 21. März. (Europapreß.) Die Stadtbov» Verwaltung von Tokio hat eine Luftschutzberatungs, stelle eingerichtet. Die japanischen Städte, insbefo» oere die Hauptstadt Tokio, find von der Lust aus verwundbar, da die Häuser der Japaner infolge der ständigen Erdbebengefahr sehr leicht gebaut sind. Als Material ist meist Holz verwendet worden. Die Häuser stehen außerdem so dicht, daß Feuersbrünste sich schnell ausbreiten können. Unterkellerung der Hauser ist unbekannt. Tokio ist also vor ganz an­dere Probleme gestellt, als sie in den Städten Euro­pas aufgetaucht sind. Träger der Luftschutzbewegung find dieT o n a r i g u m i", die Nachbarschafts­vereinigungen, die kleinste Zelle des nationalen Dolksaufbaues in Japan. Die Stadtverwaltung von Tokio ist den Nachbarschaftsvereinigungen beim Dau von Luftschutzräumen und Gräben behilftich. Die Vereinigungen werden dazu anyechalten, Le« bensmittelvorräte anzulegen, damit im Falle einer Feuersbrunst, die bei einem Bomben­angriff aus Tokio denkbar wäre, keine Lebensmit­tel knappheit entsteht. Apßerdem werden Hebungen in der Aufstellung von Notwohnungen ab ge­halten. Straßenräumungstrupps werden ausge­bildet, und in besonders dicht besiedelten Bezirken wird eine Entrümpelung durchgeführt. Japan liegt zwar kaum im Angrifssrcvdius von feindlich:n Flugzeugen. Man will aber für alle Fälle gerüstet fein.

nur noch für die lausenden Instandsetzungen aus- reichen. Das ist auch der Grund, weshalb Chur­chill nach Annahme des Englandhilfe-Gesetzes um­gehend ersucht hat, von den Marlnewerften der USA. für die Reparatur britischer Kriegsschiffe Gebrauch machen zu dürfen, um die Helmischen Werften zu entlasten. Denn er sieht sich ganz au) sich angewiesen, da das von Roosevelt versprochene Nuebauprogramm von etwa 2 Millionen BRT. eben nur erst ein Versprechen ist, das sich besten­falls im nächsten Jahre realisieren wird. Von ihren eigenen Schiffen abgeben mögen die Amerikaner nicht, sie raten vielmehr ihren guten Freunden, ihre Schiffe aus der Südamerika-Route und aus dem Pazifik herauszunehmen, um sie im Atlantik einzufetzen. Die USA.-Reeder wollen gern die Li­nien übernehmen, die England mit seinen Schif­fen nicht mehr versehen kann. Auch das gehört zu dem stillen, aber hartnäckigen und zielstrebigen Kampf, den die USA. hinter dem liebevoll ausge-

Mit großer Präzision bombardiert."

Die Treffsicherheit der deutschen Flieger.

Stockholm, 22. März. (DNB. Funkspruch.) Wie wenig die englischen Behauptungen, der deut­schen Luftwaffe sei es noch nicht gelungen, wirklich lebenswichtige Ziele in England zu treffen, den Tatsachen entsprechen, geht aus einer Rede des Labvur-Abgeordneten Pall im Unterhaus hervor. Pall erklärte, die deutsche Luftwaffe habe in letzter Zeit eine große Menge wichtigen Kriegsmaterials, das gerade in Eisenbahn­züge verladen werden follte, mit großer Prä­zision bombardiert. In einem Hafen seien Schiffe, die eben erst vollbeladen eingeiausen waren, mit Bomben belegt worden. Auch die Eisenbahnwagen, die das Material aufnehmen soll­ten, ftfen getroffen worden.

Die in der Nacht zum Donnerstag von der deut- schen Luftwaffe bombardierten kriegswichtigen Ziele in London bieten nach den Berichten der schwedischen Blätter einen furchtbaren An­blick. Die Zerstörungen in nieten Straßenzügen seien ebenso schlimm, rote die schlimmsten in Co­ventry. An vielen Stellen seien die Rettungsmann- i schäften immer noch an der Arbeit. Der deuffche > Angriff habe ein solches Ausmaß angenommen, ' daß trotz aller Erfahrungen des vergangenen Sep- : tember oie in London neu vorgesehenen Hilfsmaß­nahmenund vieles andere" sich als völlig un* 'zureichend erwiesen hätten.

Berlin, 21. Marz. (DRV.) Das Oberkommando, d e p o t der englffchen Kriegsmarine völlig nieder, der Wehrmacht albt bekannt: Mehrere im Hafen liegende Schiffe brannten aus.

feren kampffliegerkraften den Hafen P l y m o u oerrtxruriacn Krieashafen von Plymout

Zerstörungen im Kriegshafen von Plymouth und an den kriegswichtigen Anlagen im übrigen Stadtge­biet äußerst schwerer Natur sind.

hat feindliche Batterien mit Bomben und Bord- UVTl mu;i ueei;t |ö waffen angegriffen, wodurch heftige Explosionen wemgen Jahrzehnten waren.

verursacht wurden. 3m (BaUa-Sibamo-CSebict ver- Meuterei auf dem KriegsschiffZeven Prooincen' suchte der Feind den Uebergang über den Dabus zu

breiteten Mantel der Englandhilfe bereits um Die Erbschaft des Empire fuhrt. Und England muß dem allen mit gebundenen' Händen Zusehen, weil in Churchills leichtfertig begonnenem Spiel um die Existenz des britischen Empire Amerika die letzte Karte ist. Daß sie nicht zum Stich kommen wird, dafür freilich wird die deutsche Wehrmacht Sorge tragen. Die ersten Frühlingstage mit ihren ver­nichtenden Luftangriffen auf die Zentren der brt- tischen Dersorgungsroirtschaft, des Schiffsbaus und der Rüstungsindustrie haben ja bereits einen Vor­geschmack dessen gegeben, rung" England bevorsteht, land und die Schlacht im

England, Griechenland und China werde den Kriegseintritt der USA. im Gefolge haben. In der Wahlkampagne 1940 habe Roosevelt die England­hilfe bis zur Grenze des Kxiegseintritts propagiert Heute fei es bie unbeschränkte USA.-f)ilfe. . . ...... 1Was meint Roosevelt", so fragt Wheeler,mit der

der durch die Rooseveltsche Agitation aufgeregten jBrücke von Schiffen über den Atlan - Bevölkerung mehr zu genügen. Die Nervosität hat 11 i f? Meint er damit, daß die Vereinigten Staaten Kreise und Gegenden ergriffen, die mit dem Krieg Konvoi-Schiffe stellen sollen?" Wheeler in keinerlei Beziehungen stehen. So hat der Bur-! behauptete, daß sich in Washington 2000 bri- aermeifter des 1450 Kilometer von der Küste ent- tische Agenten befänden, deren Ausgabe es sei, sernten St. Louis den Bau von L u f t s ch u tz-! das USA.-Volk mit Kriegspropaganda zu bcar- unterständen angeordnet und der Bürger- i beiten.

meister von Neuyork, Laguardia, hat besondere --

Gärendes Arabien.

Wahabiten an der Grenze von Transjordanien.

Rom, 19. März. (Europapreß.) Nach Meldun­gen von Mondo Arabo, herrscht im Emirat Transjordanien lebhafte Beunruhigung wegen der Gerüchte über eine Zusammen­ziehung von Wahabiten-Truppen an der Grenze. Es sollen sich rund 10 000 bewaffnete Saudisten, zum größten Teil vom Stamme bet 3kuan, in der Gegend des Golfs von Akaba versammelt haben. Antisauidistische Mel» düngen werben von der englischen Propaganda un­ter Mitwirkung des Emirs Abdullah von Tranr- jordanien verbreitet. So sind auch Meldungen übei eine schwere Erkrankung Ibn Sauds oder einen angeblichen Konflikt zwischen Ibn Saud und seinen Söhnen in Umlauf gebracht roor« den. Don dort gingen auch Falschmeldungen aus über angeblich bei den Stämmen des Neged unfc des Hodschas ausgebrochene Unruhen. Man glaubt sogar, daß der Anschlag auf Jb» Saud, der von dem Sheriff Abed Hassein el Dit ausgeführt werden sollte, im Emirat Iransjorba.* nicn von dem englischen Geheimdienst vorbereitet wurde. Angesichts dieser Lage braucht man sich nicht zu wundern, wenn Ibn Saud sich eines Tages entschließen würde, mit feinen Rivalen abzurech^ nen.

Kriegsteilnahme der USA. hat ergeben, daß nur Auch die vonNero Dort Times" vor 17 v. H. der Befragten für eine Teilnahme Räumung d e r Bundeshaupt st am Krieg und 83 v. H. für eine Nichtteilnahme shington gehört zu diesen Früchten einer unfin- am Krieg stimmten. Dieses Zahlenoerhältnis zeigt, nigen Agitation, die das Volk in eine Unruhe und erneut, daß das amerikanische Volk gegen oc n Kopflosigkeit versetzt, die die Annahme von in der Willen des größten Teiles der Bevölkerung in ' Endauswirkung für die USA. schcwlichsten Gesetze den Krieg getrieben werden soll. Den Oebanten, ermöglichen soll.

daß eine offene Kriegserklärung politisch unklug' Der demokratische Senator Wheeler forderte wäre, spricht z. B. ganz unverhohlen General Hugh bas USA.-Volk in einer Runbfunkansprache auf, Johnson aus, ber in einem für eine Reihe von ! den Karsipf gegen den Kriegseintritt Zeitungen geschriebenen Artikel erklärt,selbstver- der USA. und gegen jeden Schritt, ber Roose- stänblich sind wir im Krieg. Wir sind noch velt weitere diktatorische Vollmachten übertrage, fortzuführen. Eine unbeschränkte Hilfe der USA. für