Ausgabe 
22.1.1941
 
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Zeugen gegen die Lüge

den Preis schenkt.

Dr. Ho.

lm Laufe des Jahres 1941 zum Abschluß kommt. Zu diesem Zweck soll eine Kommission aus Vertretern beider Staaten gebildet werden. Die Fanggründe werden genau bezeichnet, die den japanischen Fi- schereiunternehmungen zur Ausbeutung überlassen bleiben sowie die genauen Pachtbedingungen fest­gesetzt. Die Pachtsumme wird um 20 o. 5). erhöht. Die Vereinbarungen werden in dem amtlichen Korn-

e'mer geschickten Diplomatie; sie ruht in dem Besiß- fanatismus. Es ist wieder einmal das goldene Kalb, das zur öffentlichen Anbetung ausgestellt wird. Diesem goldenen Kalb soll geopfert werden: vor seinen Altar werden die Nationen des alten Europas geschleppt, um sich in Selbstzerfleischung selbst dem mammomstischen Götzen darzubringen. Und dagegen sollte es keine Revolution geben?

Gegen den Mißbrauch der Idee erhebt sich die Idee selbst. Die Idee, die der Zeitgeist gebiert, die Idee, die in jedem Land dem Millionenheer der arbeitenden Menschen den Lohn der Tüchtigkeit, im Wettstreit der Nationen dem arbeitsfrohesten Volk

Deutscher Offizier in Bukarest ermordet.

Von einem Griechen hinterrücks erschossen. - Die rumänische Oeffentlichkeit vermutet die Hand des (Secret Service.

Mazedonische Skizzen

Von unserem Dr. I. B.» Sonderberichterstatter.

Lion, den Schwanz des britischen Löwen zu kneifen. Heute sind solche Privatgelüste in dem freiesten Land der Welt streng verpöm. Warum? Das ist hier die groß« Frage! Die Vereinigten Staaten, die selbst einmal das lockende Schlagwort von der gleichen Ehance für alle ausgegeben haben, sind aus der Dynamik des Werdens und Schaffens in den Besitz- wahn der Monopolisten hineingeraten. Wie aus der Gewerbefreiheit die Diktatur des Kapitals, aus der Pressefreiheit die Diktatur des silbischen Geistes, aus der Demokratie die Herrschaft der Plutokratie geworden ist, so wurde aus der Monroe-Doktrin der Anspruch auf eine Weltschiedsrichterrolle im Dienst der Monpolgewalt über die Schätze dieser Erde. Die angloamerikanische Verbrüderung ist nicht das Werk

Die Zusammenkunft Hitler-Mussolini

Das Echo in der italienischen presse.

Die Unterstützung, die sich die beiden Achsenpartner in vollster kameradschafllicher Zusammenarbeit ge­währen werden, wird entsprechend den Verhältnissen und Möglichkeiten geregelt werden. Darum kann die Parole nur sein: Sieg!"Messaggero" er- klärt, diese Begegnung werde Ausgangspunkt neuer wichtiger Entwicklungen in der gemeinsamen diplo­matischen und militärischen Aktion sein. In der klaren und vielsagenden Kürze der amtlichen Mit­teilung, so stelltP o p o lo di Roma" fest, komme die unbedingte Siegesgewißheit zum Ausdruck. Die Begegnung habe sich in einer bedeutsamen Stunde ereignet, in der der völlige Zusammenbruch der feindlichen Spekulation auf Unterschiedlichkeiten und Scheidungen an den politischen Fronten der Achsen­mächte festgenagelt worden sei.

Konoye vor dem japanischen Parlament.

Tokio, 22. Ian. (Europapreß.) Beide Häuser des japanischen Parlaments begannen am Dienstag mit dem praktischen Teil der 76. Legislaturperiode, die am 24. Dezember v. I. durch die kaiserliche Thronrede eröffnet worden war. Die Parlaments- erüffnung begann im Oberhaus mit einer Ansprache des Premierministers, F ü r st Konoye. Er sagte: In der Heimat brauchen wir die vollkommene nationale Struktur, um die nationale Ver­teidigung im höchsten nur denkbaren Maße zu ent- wickeln und damit wir unter dem Einsatz der tota­len Macht der Nation genügend Waffen und Aus­rüstung für die Ausführung der nationalen Politik sicherstellen können. Die Errichtung der neuen Ord­nung eines größeren Ostasiens auf der Basis der Durchführung der Ziele in der China-Assäre ist oorgezeichnet. Durch den Dreimächtepakt suche Japan den Weltfrieden und die Stabilität des größeren Ostasiens sicherzustellen. Japan wünsche keine Aus­weitung des Konfliktes, es warne aber, ihm Hinder- nisie in den Weg zu legen.

Russisch-japanischer Fischereivertrag verlängert.

Moskau, 21. Ian. (DNB.) Am Montag wurde in Moskau zwischen dem sowjetischen Regierungs- chef und Außenkommissar Molotow und dem ja­panischen Botschafter T a t e k a w a die Fischerei, konoention um ein weiteres Jahr verlängert. Die Konvention, die bereits seit 1936 abgelaufen ist, wurde bisher regelmäßig Jahr für Jahr verlän- gert, ohne daß bis jetzt eine neue Konvention er- reicht worden wäre. Nun wird in dem Protokoll festgesetzt, daß d-ie Verhandlungen über eine neue Konvention sottgesetzt werden und die Konvention

Major Hchinger erhält das Ritterkreuz.

Für schneidige Durchführung des Unternehmens »Wildente" bei Mo in Norwegen

Untersuchung als griechischer Dolksange- h ö r i g e r zu betrachten ist, der m t t e i n e m t ü r» kischen Paß nach Rumänien eingereist ist. In der rumänischen Hauptstadt hat das Atten­tat eine große Erregung hervorgerufen. Die Buka- refter Bevölkerung und vor alle» Dingen die rumä­nischen Legionäre sind erbittert über dieses Sitten» tat an einem deutschen Offizier und sehen dahinter die Hand des englischen Secret Ser­vice. Die Studentenschaft vo» Bukarest hat das in einem Flugblatt ausgedrückt, worin sie mit aller Schärfe die Bestrafung der an der Ermordung des deutschen Majors Schuldigen fordert und darauf hinweist, daß Major Döhring auf Befehl Eng» l a n d s durch einen Agenten des Intelligence Ser­vice auf den Straßen der rumänischen Hauptstadt meuchlings ermordet worden sei. Kundge­bungen der Legionäre und der Studenten vor der Deutschen Gesandtschaft und vor dem Ministerprä­sidium drückten die Sympathie und das Zusammen, gehörigkeitsgefühl mit Deutschland wie auch die Er­bitterung über den Meuchelmord aus.

Mailand, 21. Jan. (Europapreß.) Die Zusam­menkunft HitlerMussolini und der beiden Außen­minister beherrscht das Bild der italienischen Presse, die sich jedoch in ihren Kommentaren große Zurück­haltung auferlegt. Der offiziösePopolo d'Italia" unterstreicht in der Schlagzeile, daß die volle Ueber» einstimmung der Ansichten zwischen Deutschland und Italien nach gründlicher Prüfung der Lage bestätigt worden sei.Corriere della Sera" schreibt: Die herzliche Freundschaft der beiden Führer und das enge Bündnis der beiden Völker könnten nicht durch irgendeinen taktischen Erfolg Englands gegen Italien erschüttert werden. Zudem bilde dieser Er- folg eine Episode und sei so zeitbedingt, daß er von einem Volk wie dem italienischen leicht ertragen werden könne, da seine Geschichte endlose Beispiele wechselnden Glückes aufweise und es wohl wisse, daß man im Kriege nicht nur immer Hiebe aus­teilen könne. Das Bündnis der beiden Völker sei seit nigen Tagen in eine neue aktive Phase getreten. In dieser Richtung sei die Be­gegnung HitlerMussolini zu deuten. Die Initiative sei immer noch iy den Händen der beiden Führer. Churchill, der geglaubt habe, sie in Griechenland und Bardia an sich gerissen zu haben, habe erken­nen müssen, daß die Lage im Mittelmeer für die englische Flotte gefahrvoll sei. Italien beherrsche das Mittelmeer. Die Straße von Sizilien könne nicht mehr durchfahren werden ohne ein märderi- sches Transitgeld zu bezahlen. Diese neue Lage, die noch andere Ueberraschungen einschließe, habe die beiden Führer zur Prüfung der Loge bewogen so­wie zur Vereinbarung der künftigen Entwicklung. Man stehe vor einer Periode neuer Verwicklungen. Die beiden Verbündeten stünden Seite an Seite. Weitere Aktionen würden folgen und weitere Schläge ausgeteilt. Man werde sehen, wem das Rückgrat gebrochen werde.

Sowohl die beiden Achsenvölker als auch ganz Europa, das in den Achsenmächten di« Waffe zur Niederzwingung des Aushungerers England erblickt, nehmen das Treffen Mischen dem Führer und dem Duc« als neuen Anlaß ihrer Zuversicht", erklärt die T r i b u n a Das neue Treffen der beiden Staats­chefs fei gleichzeitig eine Mahnung an die, welche aus geschäftlichen Gründen oder ideologischer Dick­köpfigkeit oder von der internationalen Freimau­rerei und vom internationalen Judentum inspiriert, aus niedrigen Berechnungen heraus glauben, der kommenden Neuordnung Hindernisse entgegenstellen zu können.Lavoro Fascista" spricht von dem gemeinsamen Krieg und der gleichzeitigen Er- Neuerung der politischen, wirtschaftlichen und sozia- len Grundlagen der alten Welt, die die Achsenmächte bis zum Letzten verwirklichen würden und schreibt bann weiter:Der Krieg wird gemeinsam geführt werden, wo immer man auch den Feind trifft

rungszahl zurückgegangen ist. Tatsächlich hat sich seit der Zeit vor den Balkankriegen die Bevölkerung auf ein knappes Drittel verringert. Viele. Türken sind nach Kleinasien ausgewandert, viele früher in Vitolj ansässige Bulgaren sind nach Bulgarien ge­zogen.

An Bedeutung hat die Stadt viel verloren, da sie abseits der Hauptverkehrsader Beograd-Skoplje- Saloniki liegt. Die Bahnverbindung mit Saloniki über Kremenica, die jetzt infolge des italienisch- griechischen Konflikts eingestellt worden ist, bietet dafür feinen vollwertigen Ersatz. Bitolj trägt rein orientalischen Charakter. Die Europäisierung macht nur zögernde Fortschritte. Auffallend ist die große Zahl der Moscheen, von denen aber viele nicht mehr benutzt werden. Als traurige Ruinen künden sie von den vergangenen Tagen der Türkenherrlich- feit Und das ist gar nicht so lange her: erst knappe achtundzwanzig Jahre! Vor einigen Jahren zeigte man dem Fremden in Bitolj noch das kleine Kaffee­haus, in dem die Häupter der Jungtürkischen Be­wegung ihre Pläne schmiedeten. Wortführer war der junge Enver, der begann, was ein Größerer, Kemal Pascha, später vollendete. So hat Bitolj noch in den letzten Jahren des alten türkischen Reiches den Anstoß gegeben zur Erneuerung, die sich fern von Mazedonien im anatolifchen Hochland vollzog. Heute steht das alte Kaffeehaus nicht mehr. Es hat einem modernen Gebäude ohne Charakter und Hei­matrecht weichen müssen.

Die schönste Moschee von Bitolj ist die3fa» kija-dzamija". Vom hohen Minarett genießt man einen prachtvollen Rundblick über die Stadt, deren Ausdehnung in feinem Verhältnis zu ihrer heutigen Einwohnerzahl steht. Zu beiden Seiten des im Sommer sehr wasserarmen Dragor breitet sich Bitolj aus. Dichter stehen die Häuser nur an der Haupt­straße und den in diese mündenden Gassen. Sonst stehen sie meist in großen verwilderten Gärten, aus denen dunfle Zypressen aufragen. Hohe Mauern schließen jeden Garten von der Straße und den Nachbargärten ab. Strengster Abschluß der privaten Bezirke des Lebens ist dem ausgeprägten Indivi­dualismus des Orientalen gemaßt. Südeuropa (Griechenland, Italien, Spanien) hat die scharfe Scheidung der privaten und des öffentlichen Lebens offenbar vom Orient übernommen. Die Kuppel der Moschee und selbst das Minarett ist mit zahllosen elektrischen Glühbirnen besetzt, die im Ramazan, dem Fastenmond der Muselmanen, allnächtlich er­strahlen und ihr ein zauberhaftes Aussehen ver­leihen. Um sich die Mühe des Montierens und Ab­montierens zu ersparen und der Orientale spart sich gern jede Mühe läßt man die Glühbirnen das Jahr über einfach, wie sie sind.

Während man in Bosnien keine Moschee in Schuhen betreten darf, nimmt man es in Sudferbien damit nicht so genau. Ueberhaupt scheinen die Musel­manen Südserbiens, obwohl zu einem großen Teil türkischer Abstammung, bedeutend toleranter als ihre Glaudensgenosien in Bosnien und der Herze­gowina, die doch zum überwiegenden Teil rein sla­wischer Abkunft sind. So hatte der Hodscha der Isakija-Moschee, ein freundliches altes Männchen, gar nichts dagegen, daß ich ihn auf der Galerie des Minaretts photographierte. Im Gegenteil: er war recht stolz darauf, während sonst orthodoxe Mohanv mebaner heute noch das Photographieren ablehnen.

Berlin, 21. Jan. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vor­schlag des Oberbefehlshabers des Heeres, das Rit­terkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an Major h olzinger, Bataillonskommandeur in einem Gebirgsjägerregiment.

Major Holzinger war Führer des Unter­nehmensWildente", das zur Wegnahme der norwegischen Halbinsel H e m n e s bei Mo und damit zur Freimachung des Vormarschweges von Süden her führte. Nach einer schwierigen Seefahrt traf die verstärkte Kompanie Holzinger auf der Halbinsel Hemnes mit dem Auftrage ein, sie vom Feinde zu säubern, gegen die Landenge von Finn- eid oorzustoßen, dem Feind damit den Serbin» dungsweg abzuschneiden und auf diese Weise der von Süden vorstohenden deutschen Gruppe den Wea »ach Norden zu öffnen. Als sich das Schiff dem Landesteg von Hemnes- berget näherte, erhielt es vom Land her stärkstes Infanterie- und MG.-Feuer, so daß der Angriff vom Dampfer unter den schwierig st en Verhältnissen begonnen werden mußte. Durch beispiellosen Einsatz des Majors Holzinger gelang dieser Landungsangriff. Im Nahkampf wurden die ersten Häuser und schließlich der ganze Ort genom­men. Während dieses Gefechtes wurde das Wich-

ten, dringend nötig und wäre froh, wenn es sie beschaffen könnte. Aber es ist merkwürdig: wenn irgendwo ein unverdächtiger, authentischer Zeuge auftaucht, dessen Aussage von niemandem in Zwei» fei gezogen werden kann, so spricht er niemals für England, sondern immer für Deutschland! Das ge­schah und geschieht zwar häufig nicht in der Oeffent- lichkeit, weil Furcht oder Verpflichtungen gegenüber England dem Betreffenden die Zunge binden. Aber auch dort, wo solche Kriegsbeobachtungenstrena vertraulich" mitgeteilt wurden, ist die Wahrheit vielfach doch ans Licht der Oeffentlichkeit ae- brungen.

Bukarest, 21. Ian. (DNB.) In der Nacht vom 18. zum 19. Januar wurde in Bukarest ein deutscher Offizier in Uniform auf der Straße ohne jede Veranlassung durch einen Ausländer hinterrücks angeschossen. Der Offizier ist unmittelbar darauf feinen Der- letzun gen erlegen. Der sofort flüchtende Täter wurde durch das umsichtige Verhalten eines Taxi-Chauffeurs und rumänischer Offiziere und Polizeibeamter sowie deutscher Offiziere bald fest- genommen. Die Ermittlungen über das Motiv des Anschlages, die in eine bestimmte Richtung weisen, stehen vor dem Abschluß.

Sofort nach Bekanntwerden des Attentats hat General Antonescu den deutschen Gesandten davon verständigt, daß er die standrechtliche Erschießung des Mörders angeordnet habe, die ausgeführt werden soll, wenn die Ver­nehmungen des Mörders beendet sind. General Antonescu hat außerdem sofort 10 angesehene Mitglieder der griechischen Kolonie verhaften lassen, da der Täter nach der ersten

Zwei solcher unfreiwilligen Zeugen macht uns jetzt das Auswärtige Amt bekannt, das die durch einen glücklichen Zufall während der Westoffensio« in deutsche Hand gefallenen Geheimakten des französischen Generalstabes sichtet und bearbeitet. Es handelt sich um die beiden französischen Offiziere General Armengaud und Schwadronchef Choisy, die während des polni- schen Feldzuges in amtlicher Funktion in Warschau weilten und von dort aus ihre Meldungen und Berichte nach Paris zu geben hatten. Aus den Dokumenten, die wir veröffentlicht haben, ist vor allem ersichtlich, mit welcher Entschiedenheit die französischen Offiziere ihre Heimatstellen daraus Hinweisen, daß die deutsche Luftwaffe in Polen den Krieasgesetzen entsprechend aus­schließlich militärische Ziele angegriffen hat. Das sagt uns und unseren Fliegern nichts Neues. Aber erinnern wir uns daran, daß seinerzeit die Scmze Welt mit den wütendsten Greuelgeschichten über ie Tätigkeit der deutschen Luftwaffe in Polen ver- sorgt wurde; erinnern wir uns der Hetze, die wegen der angeblich zerstörtenSchwarzen Madonna von Tschenstochau" inszeniert wurde; erinnern wir uns der infamen Lügen englischer Zeitungen, daß un­sere Luftwaffe sich ein Vergnügen daraus mache, die auf den Fluchtstraßen dahinziehende polnische Zivilbevölkerung ebenso wie die Bürgerhäuser und Kirchenbauten polnischer Städte mit Bomben zu bewerfen; erinnern mir uns, daß auch nach Be­endigung des Polenfeldzuges diese Hetze nicht aus- gehört hat, sondern bis auf den heutigen Tag von polnischen Emigranten und Briten fortgesetzt wurde.

Der französische Schwadronschef Chöisy aber be­kennt in seinem Bericht an General Gamelin aus­drücklich, daß die einzigen Ziele, auf welche die deutsche Luftwaffe in Polen direkt gezielt habe, die Bahnhöfe, die Flugplätze, das Große Hauptquar­tier und die Weichselbrücken gewesen seien. Er folgert, daß ,chie deutsche Luftwaffe auch im Rücken der polnischen Front bei ihrer Kriegführung nur die Zerstörung militärischer Ziele im'Auge gehabt hat". Noch interessanter sind die Folgerungen, die General Armengaud aus seinen Beobachtungen zieht. Er schreibt:Ich muß aussprechen, daß die deutsche Luftwaffe nach den Kriegsgesetzen aebandell hat; sie hat nur militärische Ziele angegriffen, und

Von Grad-ko nach Vitolj.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

II.

Bitolj, im Januar 1941.

An den letzten Häusern vo» Gradsko vorbei rollt der Autobus auf guter Straße in das ein» ame, wilde Bergland Westmazedoniens. Die Straße führt durch weite fruchtbare Talkessel und enge Felsschluchten, über zwei hohe Pässe, zu denen der vollbesetzte Autobus in endlosen Serpentinen müh» sam emporkriecht, vorbei an wenigen Dörfern, die, von Mauern umgeben, von fern wie Festungen er­scheinen. Die fünfstündige Fahrt mit den hundert­fach wechselnden Bildern brachte eine seltene Fülle von Eindrücken. Sie rief Erinnerungen an die vor Jahren befahrene bosnische Straße Banjaluka- I a j c e wach, die durch einen der romantischsten Landstriche Europas führt. Wenn die Schönheit dieser Straße im Inland und Ausland bekannter wäre, würden sich dort Automobilisten aus aller Herren Länder treffen. An wilder Schönheit über­trifft aber das südserbische Bergland noch weit die bosnische Landschaft. Vielleicht wird auch einmal die Straße GradskoBitolj und weiter nach Ochrid entdeckt" und dann ebenso gern und oft befahren werden wie heute die berühmtesten Bergstraßen Europas, sofern die Benzinversorgung und die Frage der Reparaturwerkstätten sich besser gestaltet.

Mazedonische Landschaft: Anderswo ist die Land­schaft nur mehr Hintergrund für den Menschen und seine Werke; für himmelhohe Viadukte, gewaltige Brücken, für Alpenhotels und Aussichtstürme. An­derswo ist die Landschaft nur mehr Objekt, zu einem Teil nach menschlichem Willen geformt, zum anderen nur mehr dazu da, von Aussichtswarten und Gipfel­bahnstationen aus bei Sonnenaufgang oder Son­nenuntergang von Leuten, die es sich leisten können, beftarrt zu werden. In Südserbien lebt die Land­schaft. noch ihr eigenes Leben. Sie beherrscht den Menschen und alles, was Menschenhano geschaffen hat. Die Bauernhäuser, die Eselskarawanen, der Bauer auf dem Feld, das sind nur Teile der Land­schaft und gehören organisch zu ihr. Ernst, unnah­bar ist die mazedonische Landschaft. Das Gefühl des Behagens, das sich auf grüner Bergwiese oder in einem lauschigen Hain einstellt, kann in der groß­artigen Oede yicht aufkommen. Eine Landschaft für Zyklopen, die ihre einzigen legitimen Einwohner waren. In solch düster heroischer Umwelt werden die wilden Leidenschaften des antiken griechischen Dramas faßlicher, ja vertraut, wird das Uebermaß zum Maß.

In P r i l e p wird kurze Rast gehalten. Der Auto­bus hat es nötig, noch mehr kommt es den ein­gepferchten Insassen zugute, da sie wieder einmal ihre Glieder frei strecken können. Zwei Stunden in drangvoller Enge auf stellenweise frisch beschotterter Straße geschüttelt und gerüttelt zu werden, ermüdet. Dazu eine Temperatur, daß der Schweiß in Strö­men rinnt. Nach halbstündiger Unterbrechung wird die Weiterfahrt angetreten. Noch weitere zwei Shin» den dauert es, bis die ersten Häuser von Bitolj in der Feme erscheinen. Im Gegensatz zu Skoplje ist Bitolj eine tote Stadt. Zahlreiche unbewohnte, halbverfallene Häuser zeige» an, daß die Bevölke-

tigfte an Gerät, Gebirgsgeschütze, schwere Waffen und Munition an Land gebracht. Die verwundeten Soldaten trug man an Bord zurück. Während der äußerst hart geführte Häuserkampf noch andauerte, erschienen feindliche Zerstörer und schossen den deutschen Transporter samt den Verwundeten in Grund. Während der folgenden fünf Tage führte Major Holzinger, ganz auf sich gestellt, den Kampf um die Halbinsel Hemnes-Finneid. Das Vortragen des Angriffs entlang der Uferstraße, das Zusammenwirken mit einer inzwischen auf dem Luftwege gelandeten Derstärkungsgruppe, der ge­meinsame Angriff auf Finneid unter ständigem Feuer feindlicher Zerstörer und unter schwersten Verpslegungs- und Munitionsnöten das alles sind Heldentaten kühnster Art, die nur ein ganzer Mann und Führer vollbringen konnte.

Holzinger wurde 1901 in Pola (Istrien) als Sohn eines Marineoberoffizials geboren. Nach Besuch des Gymnasiums iw Graz studierte er zunächst Phar- mazie, um sich dann der militärischen Laufoahn zu- zuwe'nden. 1928 wurde er Leutnant, 1932 Oberleut, nat, 1938 Hauptmann. Am 14.8.1940 wurde der während des Feldzuges in Norwegen durch her­vorragende Tapferkeit hervorgetretene Offizier zum Major befördert.

Ziehungen bezeichnet.

Das ist nicht unser Krieg."

Eine Rundfunkansprache Kennedys.

Neuhork, 21. Ian. (DNB.) Nach einer länge­ren Unterredung mit Roosevelt befürwortete der ehemalige USA.» Botschafter in Lon­don, Kennedy, in einer Rundfunkansprache Zwar die Hilfe für England, um für die Vereinig­ten Staaten die so dringend notwendige Zeit zur Wiederauftüstung zu gewinnen, erklärte jeooch im Gegensatz zu Roosevelt, daß die Vereinigten Staa­ten keine Kriegsziele hätten, und wandte sich mit Nachdruck gegen das Argument, daß Eng­land Amerikas Krieg führe.Das i st nicht un­ser Krieg", sagte er, wir wurden bei Beginn nicht gefragt Wir hatten kein Veto hinsichtlich der Fortsetzung." Im gleichen Atemzug gab Kennedy unumwunden zu, daß die Vereinigten Staaten sich häufig unneutraler Handlungen schuldig gemacht hätten. Er fordert, daß die Engländer zunächst alle Guthaben zur Verfügung stellten, die Amerika brauchen könne. Kennedy stellte fest, daß das USA.» Volk keinen Krieg wolle. Die Kriegsteil­nahme würde wie in England so auch in den Ver­einigten Staaten die Demokratie vernich» t e n.Sollen", so fragte Kennedy,die Kinder und Kindeskinder der Vereinigten Staaten in Europa Wache stehen, während der Himmel wissen mag, was aus Amerika werden wird?" Entschieden wandte er sich gegen die Rooseveltsche Theorie von der Möglichkeit eines Angriffes auf die Vereinigten Staaten.

Roosevelts -ritte Amtsperiode.

Washington, 21. Ian. (DNB.) Präsident Roosevelt leistete am Montagmittag im Capitol den Eid zum Beginn der dritten Vierjahresperiode als Präsident der Vereinigten Staaten. Anschließend trat er ans Mikrophon und hielt eine Ansprache.

Oie Ergebnislosigkeit her englisch-russischen Verhandlungen.

Stockholm, 21. Ian. (Europapreß.) Der Ar- beiterparteiler Adams interpellierte die Regierung über die englisch-russischen Beziehungen. Unter­staatssekretär Butler antwortete, die britische Re­gierung habe am 15. Juni und am 21. Oktober ver­gangenen Jahres einen Vorschlag für ein englisch . russisches U e b e r ei n t o mm e n vorgelegt. Ein Äorschlag, der eine weitgehende politische Zusammenarbeit vorgesehen habe, sei auch am 22. Oktober unterbreitet worden. Die russische Regierung habe diese verschiedenen Vorschläge nicht aufgegriffen, unter den augenblicklichen Umständen müsse eine Initiative nunmehr von der russischen Regierung kommen.

Wir Deutschen bedürfen keiner Belehrung über die Art, wie wir den Luftkrieg zu führen haben; wir brauchen uns die Anständigkeit, Mensch, lichkeit und Rechtlichkeit unserer Kampfmethoden nicht von dritter Seite bescheinigen zu lassen. Da. . , f , ... ^gen hätte England solche Zeugnisse, die sein arg

mumquS als em Schritt vorwärts m der Sache! zerrupftes moralisches Prestige wieder heben tönn« ber Verbesserung der sowMsch-japanischen Be- ten, dringend nötig und wäre froh, wenn es fi.