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flt.502 3weites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheßen)

2N./21. Dezember

Lus -er Stadt Gießen.

Wmtersonnwende.

In schwarzer Finsternis verschwimmen und ver- mtm nebeldunkle Tage. Kein Sonnenlicht vertun- !rt den jungen Morgen, kein aoldnes Abendrot jeskließt den Tag. Es ist die, Zeit des grauen fiin« limmems. Wir fahen die -sonne sinken und oer- Hqinden. Wir wurden still und hofften. Der alte glaube an das sieghafte Leben erfüllte aber unsre Heyen ...

Ihb nun ist der Tag gekommen: Die Sonne steigt Dieber! Wintersonnwende ist da. Noch schläft alles a Wald und Flur, aber die Sonne kündet die neue Zeit an. Es geht dem Frühling entgegen. Leise |(ü|t in den Herzen der Menschen die Hoffnung iuf, ahnungsvoll lauschen wir der inneren Stimme, lie uns über Tod und Gräber, über Ruhe und Stile hinweg zuruft: Glaube an den Sinn des Lebens, an den Aufstieg des Lichtes!

Dir denken zurück an jene Tage, an denen wir tm Waldrand das Holz zusammentrugen für das öoimwendfeuer. Voller Andacht, uns eins fühlend nit der lebendigen Natur, hörten wir die Feuer-

Die Geologie im Raume um Gießen.

Von Professor Dr. K. Hummel, Direktor des Geologischen und Paläontologischen Instituts der LHwigs-Universität Gießen.

Der Ilickbeutel

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Festigkeit zu zeigen, die Frau beklagt sich Hasen. Nichts mehr von Schonung und l

1 moorig und feucht ist, dort wirft er sich mit aller

ÄDOX ' Fotofilm *

20.12. von 17.07 bis 9.28 Uhr.

21.12. von 17.08 bis 9.29 Uhr.

aus den Unter- verschiedener Ge- Aufgabe überall

einer derartigen

durch läuft die schmale Spur eines Fuchses, hier stand er gestern einen Augenblick in der Dämme­rung, hungrig und verzagt und ärgerlich über das Gezeter der 'Vögel, die ihm die Jagd verdarben. Und weiter unten im Buschwald fände man viel­leicht eine Grube, etliche Flocken Hasenwolle

dunkle Wolke in die Wipfel.

Christian möchte immer so weiter wandern. Jetzt käme er bald in lichteren Wald, weiter oben stehen nur noch Birken uni> niedrige Lärchen. Später ginge der Mond auf, in feinem Lichte fände Chri­stian den Weg über die Almen, und am Morgen träfe er vielleicht Holzknechte, bei denen bliebe er dann eine Weile. v

Nun aber besinnt sich Christian plötzlich, irqenb etwas hält ihn auf, ein Vogelschrei, ein erstes Licht in einem fernen Gehöft. Er kehrt eilig UM. Er lauft heim.

Unterschiede in der Arbeitsweise Ergebnisse entspringen natürlich schieden des geologischen Baues biete, aber grundsätzlich ist diese

laufen wie feine Nähte- kreuz und quer in Schlin­gen und Schleifen durcheinander. Das sind die Spuren der Wiesel. Was mögen sie hier wohl treiben, was für seltsame Spiele spielen sie, die

Christian.

Von Karl Heinrich Waggerl.

logische Arbeits- und Denkweise dient eine größere Zeittafel der Erdgeschichte" sowie eine tafelmäßige Darstellung des Stoffkreislaufes in der Erdrinde. Leider konnte diese Schausammlung nur in schwer zugänglichen Räumen, nämlich im Dachraum des alten Forstinstituts in der Braugasse, untergebracht werden, so daß sie bisher nur wenig Beachtung ge­funden hat. . , v

Neben den oben erwähnten allgemeinen, in jedem Raum gegebenen Aufgaben der regional-geologi-

Christian ist mit zwei Schornsteinen beschäftigt, be nebeneinander auf dem Dach seines Hauses f 1:1'en. Sie sehen aus wie Mann und Frau, das entert Christian, dieser närrische Gedanke.

Ls ist vielleicht keine sehr gute Ehe, möglicher- Hufe herrschen da allerlei Mißverständnisse zwl- shk-i den beiden. Der Mann steht ober dem Kuchen- chn, er ist das ganze Jahr über vollauf beschäftigt, I Weierlei läßt er sich durch den Kopf gehen und drum kann er das einfach nicht begreifen, diese f lilre und Frostigkeit nebenan. Die Frau nämlich fyt das Schlafzimmer unter sich, und darin liegt i tor ihr Schicksal, so ungerecht ist das Leben: dort ciD niemals ein Feuer angemacht. Er schlaft überhaupt nicht in seinem Bett, der Mann, er hat ( e alt bekommen, dort allein zu liegen. Aber, war- ( fci nur, eines Tages ...

2as Jahr wird alt, jetzt kommt die Zeit der bösen Si-iibe. Der Wind schleicht durch das falbe Kram cif den Wiesen, und die dürren Gräser neigen sich rttrnd in feiner Spur. Er streift um das Haus

gegeben.

Die wesentlichsten Ergebnisse regionalen Untersuchung sollten an jedem Ort, der geistiger Mittelpunkt einer Landschaft sein will, wei­teren Kreisen der Bevölkerung in einer Heimat- schausammlung zugänglich gemacht werden: denn diese Ergebnisse sind nicht nur von allgemein­heimatkundlichem, also kulturellem Wert, sondern sie sind wegen des Zusammenhangs mit d/n nutzbaren Gesteinslagerstätten auch von beträchtlicher wirt­schaftlicher Bedeutung. Das Geologifch-Palaeontoso- gische Institut der Universität Gießen besitzt seit einigen Jahren eine derartige Heimatschausamm- lung, die einen Ueberblick über die erschienenen geologischen Karten, sowie Schaustücke der wich- tioften Gesteine, Versteinerungen. Bodenprofile und nutzbaren Mineralstoffe in Verbindung mit karten­mäßigen Darstellungen der Verbreitung der gezeig­ten Gesteine, Landschaftsbilder aus dem Bereich der betr. Gesteine usw. bietet. Einbegriffen in diese Schausammlung ist eine Ausstellung der Funde aus den Siedlungen der Altsteinzeit-Menschen in der Umgebung von Gießen. Zur Einführung in die geo-

luncn Hausen. Der Abend kommt, es wird dunkel im Holz. Jetzt Die Flammen fliegen Krähen in dichten Schwärmen vom Tal her- ' " ' auf, mit breiten Schwingen ziehen sie durch den

klaren Himmel, rufen und fallen irgendwo wie eine

Wir saßen in kleinem Kreise zusammen und wie kann es auch anders fein fachsimpelten aus unserem Arbeitsgebiet. Da fragte eine Kameradin: Was ist eigentlich die Flickbeutelaktion, so recht kann ich mir davon kein Bild machen?"Dann will ich Ihnen aber schnell darüber Aufklärung ge­ben", erwiderte ich,denn ich hoffe, Sie helfen uns dann mit, daß der Flickbeutel recht bekannt wird."

Wir hier in der Frauenschaft besinnen uns doch immer, wie wir helfen und allen denen, die durch den Krieg besonders belastet sind, irgend etwas ab­nehmen können. Da ist die Bäuerin, die wirklich ne­ben all ihrer Feldarbeit nicht mehr dazu kommt, ihre Wäsche in Ordnung zu halten; in der Stadt aber ist so manche Frau, die heute berufstätig ist, in der Fabrik, bei der Post, bei der Bahn, oder eine Schwester im Krankenhaus; sie alle kommen einfach nicht mehr dazu, aufzuflicken. Und denken wir gar erst an die kinderreiche Mutter, die heute oft kein« Hilfe haben kann und so viel Zeit braucht zum Ein­käufen, da ist einfach der Tag zu kurz. Das größte Stiefkind bei all dem ist der Flickkorb. Langsam quillt der Inhalt bis über den Rand.

Nun hat die NS.-Frauenschaft, die ja gern di« von den Menschen vertriebenen Heinzelmännchen ersetzt, Rat gesucht. Die überlastete Frau packt ihre ausbesserungsbedürftigen Sachen, frisch gewaschen und gezählt, in einen Flickbeutel, versieht diesen mit Namen und Anschrift oder einer Nummer, und bringt ihn ihrer Ortsfrauenschaftsleiterin. Diese trägt Namen oder Nummer sowie den Tag der Ab­lieferung in ein Buch ein und gibt den Beutel zum Arbeiten fort. In der Nähstube oder bei Frauen, die schlecht von zu Hause fort können, die aber gerne helfen, wird alles wieder in die Reihe ge­bracht, und wenn alles fertig ist, wird der Flickbeu­tel der Besitzerin wieder zugestellt. Jeder Beutel muß mit einem genauen Inhaltsverzeichnis ver­sehen fein, damit ja nichts von dem kostbaren Gut verlorengeht.

Manche Frau hat eine Scheu, ihre zerschlifsenen

Herausgabe der Karten und der zugehörigen Er­läuterungen ist jedoch im allgemeinen Aufgabe der genannten staatlichen Forschungsstelle. Räumliche ~.....und der Art der

Oen Sträucher an den Zäunen.

!ud) die Sonne ist nur noch ein kahler Fleck am tamg verhängten Himmel, ihr kränkliches Md) hm die Kälte und die Finsternis nicht mehr über- tirfoen. Aber die Vogel haben es gut in dieser Keüi der Früchte, die' Eichkatzen im Gehölz un£> « Hasen in den Krautäckern. . ..

Christian hat nichts gegen die Hasen, er versteh! f) ganz gut mit ihnen, wenn er allem über oie teer wandert, und im Winter geschieht es wohl ü». daß er unterwegs an den Zäunen oder a hinein. .

Vt iffen Stellen im Jungwald etwas verl e , |D eigen um diese Zeit, er träumt,

tarn Krautstrunk vielleicht oder sonst etwas ines ve hallende Stille, ein rieselndes Kmstern W Saftiges. Allein, jetzt kommt es darauf an,'Cs eine j

Sachen andere sehen zu lassen. Wir aber wissen, daß doch nur dadurch, daß sie andere Arbeit leistet,, ihre Wäsche nicht in Ordnung ist, und wir wollen mit warmem Herzen helfen. Sie braucht sich also wirk­lich nicht zu schämen.

So, nun wissen Sie, was Flickbeutelaktion ist, und sicher helfen Sie uns nun, daß diese segens­reiche Einrichtung wirklich benützt wird. Helfen Sie uns aber auch die Frauen suchen, di« so gern hilfs­bereit sein mochten, aber, da sie ans Haus gebun­den sind, nicht helfen können. Wie schön wäre es da, sie würden sich hier mitbetätigen und hätten so auch ein« Befriedigung durch Mitarbeit für die Allgemeinheit. Freudig wird solche Hilfe in An­spruch genommen und jede Ortsfrauenschaftsleiterin ist dankbar fük Meldungen. Qks.

Eriche. Weit, weit zurück gingen unsere Gedanken, jii unfern Vorfahren, die einst ebenso aus Berges- dhen standen und das Fest der Sonnwende be­sten. Für sie waren diese Tage eine heilige Zeit, sui Sonne schauten sie auf, zur Lebensspenderin, jun sollte es wieder erscheinen, das goldne Him- nelslicht, nun kehrte Baldur, der Gott des Lichtes, sicher zurück.

Pir kennen die uralte Sage von Baldurs Tod: tt, der milde, gütige Gott, wird die Erde und das Leben vor dem Untergang bewahren. Freya, feine Dhnter, läßt alle Wesen der Erde schworen, daß ie ihrem Lieblingssohne nichts zu Leide tun. Bei )em großen Feste, das die Gotter aus Freude bar- iber veranstalten, soll die Unverletzbarkeit Baldurs ,eziigt werden. Alle Waffen, alle Geschosse pral- en an dem Lichtgott ab. Doch Loki, der Gott des tevss und der Zwietracht, sieht es nur mit Un- tefjigen. Er weiß, daß Freya bei dem Treuefchwur iin Wesen vergessen hat, die schmarotzende Mistel. Siu Zweig von ihr, den Loki dem blinden Hödur, trmm Brüder Baldurs, auf den Boden legt, tötet )en strahlenden Sonnengott. Der Winter siegt über )eu Sommer. Sonne und Leben fallen in tiefen 5(4 af.

Iber wie die Pflanzen nach dem Licht drängen, O fling auch die Sehnsucht der Menschen nach der Bonne. Ohne sie konnten sie nicht leben. Die Sonne st hr Gott. Es ist ein steter Kampf zwischen Licht ui Dunkel, zwischen Gott und dem Teufel, zwischen 3w und Böse. Wintersonnwende aber bringt die Wung von der Qual der langen Nächte. Das Üiltt siegt über die Finsternis, Baldur kehrt m'te­il...

Benn wir heute den Tag der Sonnwende be- zchn, bann fühlen wir die enge Verbundenheit irit unfern Vorfahren. Wie es für sie Stunden der Andacht wirren, so soll es auch bei uns fein: Stun- btn der Eknkehr. der stillen und ernsten Versenkung in Vergangenheit und Gegenwart. Mit Stolz denken mr dabei an die Siegestage des zur Neige geben« bm Jahres. Was hüben unsere tapferen Soldaten gelüstet! Und was leisten sie noch! Auf dem Meer, in i?r Luft, in fernen Ländern stehen sie auf der Tccht. Sie helfen, daß wir dereinst ein Sonn- lmdfest feiern können, das zugleich ein frohes Liessest werden wird. Dann werden wieder über­all die Sonnwendfeuer brennen, und im Schein ÖK9 flammenden Holzstoßes werden wir noch ein­mal derer gedenken, die auszogen, die Heimat zu Sitzen. Voll Wehmut aber werden unsere Ge­denken bei den Kameraden verweilen, die ihr f)öh)fte5, ihr Leben, für das Vaterland opferten..

h.

Licht brenrü- in der Kammer der Frau, ein arm­seliges, blasses, unruhiges Licht. Und ganz gewiß ist es auch kalt in diesem Zimmer, vielleicht ist nicht einmal Wasser im Krug, nichts Freundliches an allen vier Wänden, nicht das mindeste. Der Mann läuft noch einmal weg, sucht etwas Grünes, einen Buchsbaumzweig, und den legt er bann in der Stille auf bas' Fensterbrett.

Ja, gute Nacht! Es ist Immergrün...

Zeitschriften.

Im letzten Heft der von Professor Hoffmann herausgegebenen MonatsschriftK u n ft dem Volk" (Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) handelt ein interessanter Leitaufsatz von alten Bildteppichen; dazu werden einige schöne Proben solcher Arbeiten aus Brüssel, Brügge, Paris und Lothringen geze gt, die mit Vorliebe mythologische oder geschichtliche Szenen barfteüen. Vorzügliche, außerhalb der Fach­literatur kaum bekannte Wiedergaben begleiten einen Artikel über Handzeichnungen Michelangelos; es lohnt sich sehr, diese Blätter, deren Original heute meist unerreichbar ist, eingehend zu studieren. Ein reizvolles Thema nimmt sich der BeitragDeutsche Aquarelle des 19. Jahrhunderts" vor, mit Bildern nach C. D. Friedrich, Ludwig Richter, Menzel, Thoma und andern. Dr. Kurt Fischer berichtet an Hand von aufschlußreichen Reproduktionen über Themen und Stilformen der jungen faschistischen Malerei in Italien. _ .....

Im Dezember-HeftNeues Volk (Blatter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68) finden wir u. a. einen BeitragJahr- gang 1941" mit prächtigen Aufnahmen einiger in diesem Jahre geborenen deutschen Kinde?. Die stän­dige SpalteKleine Vererbungslehre" befaßt sich mit der FrageWas ist und wie entsteht ein Al­bino?" Ein sehr instruktiv bebilderter Aufsatz Ahasver ein Blick in das Verbrecheralbum" cha­rakterisiert eine Reihe von typisch jüdischen Krimi­nellen. Einen schonen Beitrag zum bäuerlichen Brauchtum liefert der mit Bildern aus Harheim in der Wetterau geschmückte ArtikelHochzeit auf dem Dorfe". Grundsätzlich bemerkenswerte Entscheidun­gen lieft man in der SparteVölkische Lebens­fragen", in der das Rafsenpolitische Amt fortlaufend Auskünfte erteilt

der ,Zahn- und Dillmulde" nahezu ebenso ausge­dehnte Zeugen des älteren (jung-palaeozoischen) Diabas-Vulkanismus, der sich unter ganz anderen Bedingungen entwickelt hat als der tertiäre Basalt- Vulkanismus; denn die Diabas-Vulkane lagen teils in, teils sogar unter dem Meeresspiegel, die ler- tiären Basalt-Vulkane auf dem Festland. Die Ge­steine der Basalt-Vulkane sind uns in nahezu unae» ftörter Lagerung erhalten geblieben, während Die Diabas-Gesteine stark durchbewegt und gefaltet wurden. Durch den Eisernerz-Bergbau des Lahn- und Dillgebietes sind die Gesteine des Diabas-Vul­kanismus in besonders zahlreichen und tiefen Auf­schlüssen zugänglich geworden.

Unter den geschilderten Umständen ist es fast selbstverständlich, daß die vulkanischen Vorgänge und alles, was damit zusammenhängt, stets das be­sondere Interesse der in Gießen tätigen Geologen erweckt haben. Seit es überhaupt Geologen in Gie­ßen gibt, also feit dem Anfang des vorigen Jahr- hundert, sind Arbeiten erschienen*, die sich mit den Fragen des Vulkanismus im allgemeinen und mit den Besonderheiten des hessischen Vulkanismus und

* Da Verfasser zur Zeit im Heeresdienst steht, mußte dieser Aufsatz außerhalb Gießens und ohne Zuhilfenahme des Schrifttums niedergeschrieben werden; um Ungenauigkeiten zu vermeiden, unter­bleibt daher jede Einzelnennung oon Namen ober Arbeiten. Das geologische Schrifttum über die Land­schaft um Gießen wird im Geologischen Institut seit einigen Jahren in einem umfangreichen, nach Sach­gebieten geordneten Zettelkatalog übersichtlich zu­sammengefaßt. Dieser Katalog ist allen an der geo­logischen Arbeit im Raume von Gießen interessier­ten Volksgenossen auf Wunsch zugänglich.

Mehr als die meisten anderen Naturwissenschaften ist die Geoloaie in Forschung und Lehre raum- und landschaftsgebunden, denn alle wesentlichen Beob­achtungen müssen draußen im Gelände gemacht werden. Zwar kennt auch der Geologe die Samm- lungs- und Jnstitutsarbeit, aber die Untersuchung und Auswertung des nach Hause gebrachten Mate­rials bekommt Wert und Bedeutung stets nur im Zusammenhang mit den Ergebnissen der Beob­achtung im Gelände. Es ist daher selbstverständlich, daß die Arbeitsrichtung eines geologischen Instituts in Fragestellung und Ergebnissen durch die geolo­gischen Verhältnisse der Umgebung stets besonders stark beeinflußt werden.

Für den geologischen Unterricht ist eine mannigfaltig gebaute Umgebung erwünscht, denn sie ermöglicht es, einen großen Teil des Unterrichts in das Gelände zu verlegen und den Schülern den Stoff und die Methoden der geologischen Forschung unmittelbar vor Augen zu führen. In dieser Hin­sicht hat Gießen eine äußerst günstige, kaum von einem anderen deutschen Hochschulort zu übertref­fende Lage; denn die Mannigfaltigkeit sowohl der Schichtenfolge wie auch der Lagerungsverhältnisse in der unmittelbaren Umgebung ist derart, daß schon in Geländeübungen von wenigen Stunden und ohne größere Anfahrtsstrecken mehr gezeigt werden kann, als an vielen anderen deutschen Hochschulorten durch mehrtägige Lehrausflüge erreichbar ist.

Im Bereich der F.o r s ch u n g ist die erste und überall gleichmäßig gegebene Aufgabe stets die Untersuchung der Schichtenfolgen und ihres Der- steinerungsinhaltes, sowie die Klärung der, Lage­rungsverhältnisse und der räumlichen Verbreitung der verschiedenen Gesteine (einschließlich der nutz­baren Lagerstätten), Aufgaben, die ihre eindeuttgste Lösung in der Ausarbeitung von geologischen Kar­ten finden. In diesen Aufgaben pflegen die geolo- aischen Hochschulinstitute mit der staatlichen For- fchungsstelle für Geologie, der jetzigen Reichsstelle für Bodenforschung (früher: Geologische Landesan­stalten) mehr ober weniger zusammenzuarbeiten; die

schen Untersuchung bietet jeder Raum, je nach sei­nem geologischen Bau, nach Besonderheiten, die nicht überall in gleicher Weise vorhanden sind, und diese Besonderheiten sind es, die der Forschungs­arbeit eines geologischen Instituts ihren besonderen Stempel aufdrücken. Freilich spielen neben den räumlichen Gegebenheiten auch stets die Persönlich­keit des Forschers und die Eindrücke, die derselbe vorher in anderer Umgebung empfangen hat, eine sehr wesentliche Rolle. Gerade der Vergleich der be­sonderen Verhältnisse verschiedener Räume erweist sich für die Arbeit des Geologen besonders fruchtbar. Aus diesem Grunde ist für den Geologen ein zeit­licher Wechsel des Arbeitsplatzes trotz der Schwierig­keiten der Einarbeitung stets von Nutzen; daher können auch für den geologischen Unterricht Lehr- ausflüge in entferntere Gebiete auch dann nicht ent­behrt werden, wenn die nähere Umgebung so ab­wechslungsreich gebaut ist wie die Umgebung von Gießen.

Die bemerkenswerteste Erscheinung im geolo­gischen Bau der Landschaft um Gießen ist die große Verbreitung vulkanischer Ge st eine verschie­dener Art. Der Vogelsberg ist das größte ge­schlossene Gebiet jungvulkanischer Gesteine (vorwie­gend Basalte) des europäischen Festlandes. Die ge­schlossenen Basaltdecken reichen von Osten her am Schiffenberg, an der Hohen Warte und am Hangel­stein bis unmittelbar vor die Tore der Stadt, und im Westen leiten die Schlvtkuppen des Vetzbergs, Gleibergs, Wettenbergs usw. über zu den Basatt- decken des hohen Westerwaldes, die sich zwar nicht mit dem Vogelsberg messen können, aber doch noch eine recht stattliche Ausdehnung ereichen. Neben diesen Zeugen des jungen, tertiären Vulkanismus haben wir im Schiefergebirge westlich Gießen, in

über die I zwischen den Stämmen, das kommt von den Na­deln, die unaufhörlich aus dem Astwerk fallen.

Im tiefen Holz wird ein Specht laut. Das ge­fällt dem Häher, dieses Rasseln und Schnarren, und plötzlich lacht er schallend auf, der braune Häher in der Buche. Auf lichteren Stellen ist der weiche Waldboden mit rätselhaften Linien gezeichnet, sie

lägen da.

Die Eichkitzen sind in den Wipfeln zu Hause, dort jagen sie sich, schnalzend und fauchend, fallen von irgendwoher ins wippende Geäst und äugen

| mit ihren beerenschwarzen Augen in die Tiefe.

I Ja, viele Tiere beherbergt der Wald, für viele

In der Nacht rüstet sich Christian wie ein Kriegs-1 gatt für seinen Rachezug, er bindet eine Decke über den Kopf wegen der Kälte, und dann holt er tue j Schrotbüchse aus der Kammer. In der Kammer steht freilich auch die Frau und hat nichts weiter an als ein Hemd auf dem Leibe, wen wundert es, daß sie beinahe zu Eis erstarrt vor diesem Gespenst, vor dem wilden Jäger in der Nacht?

?ber sq# «'iL11 nGr fehid)°am^crfkleinen Wiesel in den hellen Nächten? Mitten hin-

Platz für ein richtiges Weidwerk, diese Bank an den Beerenstauden. Christian hat es warm und ge­mütlich in seinem härenen Haus, er bläst zufrieden- durch seinen Bart und rückt sich zurecht, und nun , gilt es also ein scharfes Auge an die Kohlköpfe zu; wenden. _ ,,, , .

Am Morgen findet die Frau Christian schlafend unter dem Holunder, und nun ist wohl Pulver und Blei verschossen, nun liegen die Hasen zu Dutzenden zwischen den Kohlköpfen? . ,

aemis' AU "irintrseit roVeber "auTroetjenl6 bas Wn tlöpfenbe Herzen ist er ein Mb-nbes Haus. iohPfmanns Sacke ein so blutiges Aber er hat selbst einen mörderischen Feind, den Wrno m (einer L-pur. err juem um . lst ^n ie ein qam lcicher- Wind. Der Wind sucht die Stellen, wo der Boden

J'i über den Anger, dort drücki sickder 1 Erklärt Christian diese Schrot- moorig und feucht ist, dort wirft er sich mit aller

Hecken, und bann springt er plötzlich mit einem kicher alter Pr g , b f , 1 Macht hinein. Der Baum wehrt sich lange verzwei-

H in die Krone des Birnbaums. Zweige brechen bi.chse! Damit kann man Den J.iono s er stöhnt und neigt sich, und schnellt wieder

Knochen, Blätter flattern durch bie ßuft, es if Schrttte mcht ttefsen de^aup I aber bann reißen bie Wurzeln knallend in der

fautbmlMwt'r sind wi° mit Blut bespritzt, die Danni bremst^tenben Lust, und di- Rauch- Itb-N StrnnA,r an den Saunen. I NEN g bIau unb k-rz-na-rad- in den reinen

$)immel auf. Es ist wie ein Opferhienft die Erde reinigt sich, sie wirft alles Faule pon sich ab, nackt und unschuldig märtet das Land auf den wieder- fC®a^ührtrUhennmann seltsam an. dieses Sühne- feuer auf dem Acker. Er möchte fetzt wohl aus dem Wald treten und selbst etwas tn bie Mammen werfen, allen Unrat aus vielen Jabren. Aber der Mann denkt bas nur bei sich und geht tiefer m den

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