Roosevelt eine bittere Enttäuschung gewesen sein, die urlprünglidye Absicht, das Neutralltätsgcsetz überhaupt aufzuheben, durch den Widerstand der amerikanischen veifentlichkeit wenigstens vorläufig aus. geben zu müssen Da er sich nun mit der Abänderung des Neutralitätsgesehes nur aus den Punkt der Bewaffnung der Handelsschiffe beschränken muh, liegt ihm daran, um der Opposition die Möglichkeit zu nehmen, ihre Stimmen weitgehend hören zu las. sen, seinen Antrag in kürzester Zeit durch den Se. nat und den Kongreß durchzupeitschen. Bor allem ist ihm darum zu tun. das Abstimmungsverhältnis zu seinen Gunsten möglichst hochzutreiben. Um das zu erreichen, braucht Roosevelt den üblichen Zwl- schenfall, den er in einer ..Torpedierung" des Zer- störers „Rearnt)* gesunden zu haben glaubt. Es ist nicht das erstemal. daß Roosevelt solche ..Zusam- rnenstöße" aus dem Meer schwindelt, um durch sie im rechten Augenblick der abebbenden Kriegspsychose in USA. neuen Auftrieb zu geben.
Der ..Greer"-Zwischenfall. wo Roosevelt ohne wei. teres ein deutsches U-Boot zum Angreifer machte, spielt gegenwärtig in den Bereinigten Staaten eine besondere Rolle, da seht der Untersuchungsausschuß zu ganz gegenteiligen Ergebnissen kommt.
Abänderung desReuiratiiäts- gesetzes der USA.
Washington, 18. DM. (DRV.) Das Abge- ordnetenhaus nahm mit 259 gegen 138 Stimmen den Gesetzantrag auf Abänderung des Neu- tralitätsgefetzes und die Bewaffnung von Handelsschiffen an. Der Antrag geht nunmehr dem venat zu. In der Debatte hatte der Fraktionsaus- schuß der Republikaner scharfe Kritik gegen das Vorgehen der demokratischen Mehrheit hinsichtlich der Begrenzung der Debatte auf zwei Inge geübt.
Das Beschlagnabmegeseh. durch das die USA..Regierung ermächtigt wird, für die nationale Verteidigung benötigtes Material zu requirieren, ist von Präsident Roosevelt unterzeichnet morden. Das Gesetz bestimmt, daß der Präsident zu entscheiden hat. ob das in Frage stehende Material dringend benötigt wird. Sollte über die Bezahlung keine Einigung zustandekommen, so wird eine Entschädigung entsprechend dem Marktwert gewährt.
Gefährlicher Gewohnheitsverbrecher zum Tode verurteilt.
Lpd. Mainz, 18. DM. Das Sondergericht Darmstadt verhandelte in Mainz gegen den o7jäy- riaen, ledigen Huldreich Ritter aus Gotha, ohne sesten Wohnsitz, seit 29. Juli in Hast. Dem mehr- jach und schwer vorbestraften Angeklagten wurde zur Last gelegt, vom 27. Mai bis 27. Juli d. I in Kassel, Mainz. Frankfurt. Flörsheim und Budenheim als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher im Rückfall zehn Diebstähle begangen zu haben.
Der Angeklagte war im wesentlichen geständig, nber es besteht großer Verdacht, daß er noch eine Reihe weiterer Einbruchbicbstähle aus dieser Zeit auf dem Kerbholz hat. In den Jahren 1924 bis 1935 ist er elfmal vorbestraft: er hat insgesamt 8 Jahre Gefängnis und 11 Jahre Zuchthaus erhalten. Er war wiederholt aus der Haft entwichen und ist als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher an- zusprechen, der aus Hang zum Verbrechen immer wieder straffällig wird. Seit dem 4. September 1941 besteht ein Gesetz zur Abänderung des Reichstrafgesetzbuches. dessen 8 1 bestimmt, daß der ge- ährliche Gewohnheitsverbrecher nicht allein der Sicherungsverwahrung, sondern auch der Todes- träfe verfallen ist, wenn d"r Schlitz und die Sicher- leit der Volksgemeinschaft dies als gerechte Sühne rfordern. Dieser Fall trifft auf die schweren, sich mmer wiederholenden Straftaten des Angeklagten u; die Volksgemeinschaft muß endlich wirksam von
HauptfchrtMet.... - t>aupt|d)rtftlfhrrf: Trust ®lumlrf)fln.
Karin Grunelius
Roman von Guiüo R.Brand
Hieltet: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Tiellvertteler de, trtf: Trust VJliintlrfjfln. Nrtnntlvnrtlld) |Ut ■olltH und illber': Dr. Fr. V. Laune: für da, Feuilleton: Dr Han, It «ladt (Weben, Provinz. Wirltchafi u. Sport: Trust tilum|d)eln.
Druck und Betlaa. Wriiblldic UniverfUatedruckete R. Lange K.» kerlaa,leitet: Dr.-Ina. Erich Hamann: lllnzeln-nleiter: Han« Beck, -erantwortlich fllr den Inhalt der Anzeigen: i b< »boiRÜmniel Pl sttt.«
hm befreit werden.
Der Angeklagte wurde schuldig befunden des infachen Diebstahls in drei Fällen, des Nach- chlüsseldiebstahls in sechs Fällen und des Ein- ruchdiebstahls in einem Falle, sämtlich begangen m wiederholten Rückfall. Der Angeklagte wurde ls gefährlicher Gewohnheitsverbrecher zum tobe und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenechte auf Lebenszeit verurteilt. Das Urteil ist ecytskräftig.
5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Wie aus einem Schacht [telgt Karin an die Oberfläche des Bewußtseins. Noch ein wenig ver- »irrt, sieht sie sich um, erkennt Heinz Wengeroth unb Gustl Hochberg. Wie sind denn die hierher- ^kommen? Sie sieht noch sehr blaß aus, ihre Rippen zittern, wenn sie etwas sagen will. Ist wirklich der furchtbare Schrecken schon vorüber? Sie hort Eünthers Worte, mit denen er den beiden erklärt, Vie sich alles zugetragen hat, und spürt plötzlich einen heißen Strom von Dankbarkeit in sich auf» tyieüen.
Günthers unerhörte Entschlossenheit, sein blitz- schnelles Handeln hat sie vor dem iahen Aufprall riesenhaften Tieres, das sie wie eine gelbe Keule tuf sich zuschwirren sah, gerettet! In dieser Se- ünde zerfallen alle Gedanken, mit denen sie noch auf der Fahrt, vorhin noch, als er den Motor Atersuchte, spielte. Ihr Herz wird ganz klein und ®enn sie hätte allein sein können, wurde sie ge» Heini haben.
Während Günther erzählt, tastet sie nach seiner Jinb und preßt sie mit aller Kraft, die langsam ieder in sie zurückkehrt. Als hätte diese Begegnung ist der Wüste sein müssen, um die kleinlichen ajlnoer» Hufe und Hemmungen hinwegzuräumen, um Gun- lh'r wie einen Helden erscheinen zu lassen.
Ehrliche Begeisterung und Bewunderung erfüllt M- beiden Freunde. Das sei allerdings mehr wert das blöde Autorennen zu gewinnen, meint Heinz. Aull erregter Neugier pirschen sie sich an den toten Arven heran, messen mit Kennerblicken die gewal- il(e Größe, die schöne braune Mähne und das juzenbllch gelbe Fell.
3m Sprung zusammengebrochen, liegt er bn Kedergras. die Pranken schräg unter den -ceib trogen. Es ist selbstverständlich, daß Gunther die Biute mit nach .Hause nimmt. Alle Besorgnis wira übertönt von einem inblanerhaffen Tanz unb ver- gelter Tölpelhaftigkeit, als sie das Tier ani Gün- h'rs Auto zurücktragen, den Wagen an Hochbergs
Aus der Giadt Gießen.
Welche Bücher brauch! ber Golbat?
Reichsleiter Rosenberg hat zusammen mit allen beteiligten Reichsleitern und Gliederungssührern zur „3. Büchersammlung der NSDAP, für die deutsche Wehrmacht ausgerufen. Angesichts der weltgeschichtlichen Siege unserer Soldaten im Dftcn ist es eine Ehrenpflicht jedes Deutschen in brr Heimat, die geistige und kulturelle Betreuung der Front mit allen Mitteln zu unterstützen. Hierzu ist — wie die Erfahrungen zeigen — das gute Buch ausgezeichnet geeignet, dem Soldaten nicht nur die Stunde der Ruhe und des Mariens verkürzen zu belfern sondern ihn eng an die Heimat und an das große Kulturgut seines Volkes zu binden.
Weit im Dftcn stehen unsere Bataillone, sie haben die Unkultur der Sowjets mit eigenen Augen gesehen und sind sicher mehr als dankbar, wenn ihnen jetzt, wo wieder ein langer Winter bevorsteht, aus der Heimat ein Stück deutschen Geistes» gutes geschickt wird. In unzähligen Briesen aus allen Frontabschnitten wird immer wieder mit Freude über die empfangene Büchersendung berichtet, und der Dank der Front an die Heimat zum Ausdruck gebracht.
Ueberall hin sind die aus den bisher gesammelten 1 6 % Millionen Büchern zusammengestettten Büchereien gegangen, In den Westen nach Frankreich. Belgien und Hofland, In den Norden nach Dänemark bis zur äußersten Spitze Norwegens, in den Süden auf den Balkan. Kreta, bis hinunter in die Tropenhitze Afrikas. Jetzt rollen Bücherkisten nach dem Dsten und werden vald in den vordersten Frontstellungen unseren Soldaten in freien Stunden Erholung und Muße vermitteln.
Alle diese Biicher reichen noch nicht aus: Immer wieder wivd gebeten: schickt mehrt Sie gehen von Hand zu Hand, werden im Brotbeutel, im Tor- nister, auf Lastwagen, im Panzerwagen, in Oer Satieltasche lueitergefübrt, und jede freie Minute ber Ruhe wirb zum Lesen ausaenützt. Viele Bücher sind schon zerlesen und zerschlissen, aber Vas schabet alles nichts, denn oft hat ihr Inhalt neue Kraft gegeben und die trostlosen Eindrücke, die setzt besonders im Dftcn unsere Soldaten erleben, zerstreuen helfen.
So ist die Versorgung ber Wehrmacht mit Büchern ein fester und unentbehrlicher Bestandteil des großen Kulturprogramms unserer Truppen- b e i r e u u n g geworden. Aber entscheidend ist hierbei doch, oaß diese Büchersammlung nicht allein nm ehu pin ü für den Soldaten bedeutet, sondern auch ein D p f e r, das feder gern leistet, weil es um eine hohe Aufgabe geht.
Noch einmal soll der Bücherschrank durchgesehen werden, noch einmal alles Überprüft werden, was an wirklich guten Büchern für die Kameraden an der Front geeignet ist, und bann soll man sich, auch wenn es sehr schwer fällt, von einem guten Buch trennen, dem man selbst viel verdankt und das nun anderen Stunden der Freude und Stimmung vermitteln soll. Das kann manchmal ein politische« Buck) sein, öfters Ist es ebn guter Roman, und meistens find es Schilderungen großer Erlebnisse ernster und heiterer Natur, in denen sich unser eigenes Dasein irgendwie wibersvi-egelt und das uns über manche Schwierigkeiten des Lebens durch sein charakterliches Vorbild ober durch seinen herzerfrischenden Inhalt hlnmeghilft. Gerade biese Bücher brauchen unsere Soldaten. Nicht die alten Schinken und Wälzer einer vergangenen Zeit, nicht die allzu leichte und primitive Liebes- und Krimi- nalromantlf, sondern jenes Buch, das aus dem Leben heraus entstanden ist und Probleme unseres Lebens schildert.
Oft zeigt sich, daß unsere Soldaten nur den Kitsch zur Hand nahmen, weil sie nichts anderes vorfanden und sie sich mit Freude und Dankbarkeit auf die von der Heimat gesandte Bücherkiste st-ürzten, in der ihnen ein gutes Buch Einblick in viele Fragen der Zeit und des Lebens gab, mit dem sie sich vielleicht bisher nur wenig beschäftigt hatten.
Sa verhilft diese Büchersammlung nicht nur den Soldaten in der dienstfreien Zeit zu angenehmer Unterhaltung, fonbern hebt noch den kulturellen Stand ber Truppe unb schenkt ihnen immer mehr bas Bewußtsein bafür, daß dieser Krieg nicht nur um das Leben des deutschen Volkes ausgefochten werden muß, sondern um alle jene hohen geistigen und kulturellen Werte geht, die Überhanvt erst den Anspruch unseres Volkes begründen, in her Gestaltung dieser Welt nicht mir mitreden zu dürfen, sondern geistig führend zu fein.
Ford anfetten und in brausender Fahrt den Busch hinter sich lassen.
Karin sitzt fast verklärt neben Günther, der sich krampfhaft bemüht, den ohne Kraft fahrenden Wagen auf der Straße zu halten. Wenn er nach ihrer Rückkehr zu ihrem Vater und feinen Eltern sagen würde, sie wollten sich verloben und bald heiraten, könnte sie ihn nur dankbar anschauen und eine Antwort in ihren Blick legen, die mehr wäre als viele, viele Worte.
Auf dem Merckhos hat eine plötzlich entstehende Unruhe die U-nterhaltung auf ber Terrasse versickern lassen Von dem jungen Kreis läßt sich schon seit einiger Zeit niemand blicken. Dr. Grunelius sucht den Hof ab, schickt Ngabe hinüber in den Garten, um Karin zu holen
Mit einem betrübten Gesicht, als sei er schuld daran, daß sie nicht da ist. kommt der Junge zurück und er,zählt, was er vorhin erlauscht hat. „Bwana" Günther ist draußen Im Busch und kommt nicht wieder! In seiner Vorstellung reicht es gerade dazu, daß der „Bwana" tot ist. Ehe Dr. Grunelius diele schreckliche Nachricht auch nur In einem Wort filr richtig hält, erkundigt er sich bei Escherich. Im Solchen Augenblick vricht Horst, der mit seinem ernglas auf einer Palme sitzt und in den Glast der Miste hinausstarrt, In ein Freudengeheul aus.
„Sie kommen!" schreit er, obgleich Ihm die Kehle trocken Ist von dem langen Warten, wirft beim Niedersprung beinahe Ilse Wengeroth um und hüpft auf einem »ein, mell ihm das andere, von einem Ast gepreßt, eingeschlafen Ist.
Wenige Minuten später prescht Heinz In den Hof, kurvt schleudernd vor die Terrasse und brüllt „Hurra!'/ Dr. Grunelius umarmt aufatmenb feine Tochter, sieht zu Frau Merck hinüber, die sich während des Berichtes von Günther eine Träne aus den Augen wischt. Ihr Nicken ist wie eine Zustimmung zu dem Gespräch, das sie beide vorhin über ihre Kinder hatten.
Es ist kaum zu unterscheiden, wer lauter Ist und größeren Lärm macht, die Gäste ober die Negerdiener unb Arbeiter, die m*t ihren Frauen aus den Baracken unb Dienerhäusern gestikulierend unb atemlos angelaufen kommen. In einem dröhnen» den Palaver stehen sie um ben Wagen, zerren den Löwen heraus unb schleppen ihn hinter die Bedientenküche. Kwikuru, der seinen Neinfall mit der
Theater her Universitätsstadt Gießen.
Zweite Morgenfeier: Getanzte Dichtung.
Die zweite Morgenfeier war dem Tanz in der Dichtung gewidmet M M. M und, Andreas B o l- perl und Dito S ö 11 n e r hatten eine Vortrags- folge aus gesprochenem Wort, Tanz und Gesang 3Ufammengijtellt; Ballettmeister Holpert hatte Entwurf unb Einstudierung ber Tänze, Dderspielleiter Mund die szenische Leitung Übernommen. Mit Nietzsches Tanzlied („An den Mistral") wurde der Reigen eröffnet; vor einer Klinger-Szenerie sprach Herr M n n b sehr diszipliniert die h»)n»nlsch anstel- genben Verse, mährend Herr B o l v e r t sich um die tänzerische Bändigung des dionnlischen Wirbels bemühte. Die Musik stammte von Wolfgang Eberhard von Brandls; Im Gesamtelndruck erwies e» sich übrigens, daß das Motiv sich eher in der sprach- lichen als In der Iprachlos-bewegungsrhnthmischen Auodruckssorm erschließt. Es folgte das Ständchen des Ernesto aus „Don Pasquale" von Donlzeitl: eine kleine Troubabvurszene, sehr schön gelungen von Ludwisi D r u s ch e l, als heiter-elegante 'Pantomime in Schwarz unb Gold, vorgetragen von Andreas V o I P e r t. Llscl S ch r Ö t e r - B e ck e r v sang mit maßvollem Auodnick und sauberer Artikulation Rezitativ unb Arie ber Eurndike aus Glucks „Dr- pheus und Eulchblke"; dem Gesang entsprach In der
Gebaltenhelt des klasslfchen Sille» und verhältnismäßig h>ar(amer Gebärde die „Klage nm üiiri)- blfe", getanzt von Herrn 'Holpert. Aus den Kinder- fzenen von Schumann: „Träumerei", auf Spitze getanzt von Brigitte Dietz, ein hübsche» Bild; im spielerisch bewegten Scherzo ermle» sich „Fürch- tenmachen , ein Duett von Edith Stoll und Brigitte Dietz, ai» tänzerisch ergiebiger Das Ständchen „Horch aus den Klang der Zither . . ." au» Mozart» Don Giovanni", gesungen von Vubmlg Drusche 1 bildete die sehr anmutige Ueberlei- hing zum letzten Tanzbilde Nach Goethe» berühmtem Ju^nbaedicht „Mit einem gemalten Band", gelesen von Renate F r e 1 h e n , tanzten Andreu» 'holpert, 0 bltl) Stoll und Brigitte Dietz zur 'Musik an» den deutschen Tänzen von '.Mozart ein leicht pantomimisch unterstrichenes, ganz in stumme Bewegung an^elöfte» Schäferspiel, eine kleine graziöse Rokoko-Suite. Am Flügel wirkte al» zuverlässiger Begleiter Earl Willi) Hohn. Die einfachen, mit sicherem Stilgefühl entworfenen Dekorativen flammten von Herrn Löffler. Die stattliche Morgenseiergemeinde folgte angeregt und dankte mit freundlichem Beifall, nun» Thyrlot.
Die neuen Hausschlachtungö-Vestinnnunaen.
Boi: Landwirtschaft-rat Dr. L. Abteilungsleiter im Reichsnährstand.
(Schluß.)
Abgabe von Erzeugnissen au» Hauvfchlachtungen.
Was die Abgabe von Hausschlachtungen betrifft, so fei darauf hlngewlefen, baß ber Verkauf und ber Kauf von Erzeugnissen aus Hausschlachiungen verboten ist. Der Tausch sieht dem Kauf gleich. Mlt- !ün macht (ich nicht nur der bet res sende Selbstver- arger strafbar, der Fleisch ober Fett au» Haus- ä)1achtungen verkauft, ober gegen andere Waren elntauschi, sondern auch derjenige, der Hauvschlach- tnngser.zcugnlsse käuflich oder Im Tauschwege er- wlrvt. Auch die Ablelstuna de» Sä^lachtlohne» durch Naturallleserungen auf Hausschlaä-tungen Ist verboten.
Lediglich in Ausnahmefällen kann die Karicnaus- gabcftcllc mit Zustimmung ber Adil. A bes Ern äh- rungsamteo (Krelvbauernschaft) den Verkauf ans Hausschlachiungen genehmigen, und zwar dann, wenn Gefahr bestellt, daß Erzeugnisse aus Haus- chlachtungen verderben ober, wenn die Anrechnung >ls zum 20.11.1942 bei dem einzelnen Selbstve-r- arger größere überfchlchenbe Mengen ergibt. Der verkauf darf bann aber nur an andere Selbstversorger oder an Flelscherelbetrlebe erfolgen.
Antrag auf vorzeitige Erteilung der Hausfchtach- iungsgenehmlgung.
Werden, abgesehen von den unverschlildeten Fällen des Berluste» oder Ikrberbeno von Vorräten, Anträge auf vorzeitige Erteilung einer Hausfchlach- tnngvgenehmlgung ober Ausgabe von Flelsli). unb Felikarten gestellt, mell von den zur Anrechnung gelangten Borrät-en der letzten Hausschlachiung nichts mehr vorhanden sei, so kann, wenn die Zelt, die der Selbstversorger aus der letzten Hausschlachtung noch versorgt sein soll, kürzer als drei Monate Ist, eine Hauoschlallstungsgcnehmiaung erteilt werden, die Ausgabe von Fleisch- und Fettkarten ist jedoch unzulässig. Die Zeit, die ber Antragsteller an sich noch zu reichen hätte, ist der neu ermittelten Hausschlach. iungszeit hinzuzurechnen. Wird eine neue Hau»- Ich!achtungsgenehmIgung nicht beantragt, so kann ole an sich nach oerblelbenbe Anrechnungszelt um die Hälfte gekürzt werden.
Ist die Zelt, die der belbstversorgen aus ber letzten Hausschlachtung noch versorgt lein (oll, länger ah' drei Monate, so können nach her Hälfte ber restlichen Anrechnungszelt wieder Fleisch- und Fettkarten ausgegeben werben. Eine Genehmigung für Hausschlachtlmgen Ist aber In berartlgen Fällen nicht mehr zu erteilen. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn ohne Erteilung einer neuen Hauvschlachlungv- genehmlgung ble Versorgung der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte In einem landwirtschaftlichen Betrieb gefährdet würde. Die Selbstverforger. die aber dann durch übermäßigen Verbrauch Ihre Hausschlachtungs« ihm rufe nnrp’ilig uermh l|it>(ifh-l Ijuben, haben wegen
Verstoße« gegen die Berbranchsregeiungs-Strafver- Ordnung empfindliche ©trafen zu gewärtigen.
Ilelschberechllgungsschelue.
Neu Ist auch die Regelung über die Fleischberechtigungsscheine In ben früheren Erlassen waren Flelschberechtlgungsschelne für landwirischajiiiche Selbstversorger vorgosehen, die sich neben Ihren Hausschlachiungvvorraten mit Frilchfietsch selbst verargen wollten. Auch diese» Mai könne«» zum Ziveike >ea Bczzigs von Frilchfleisch Fieifchberechtig»mgs- cheine an landwirtläiaftllche Selbstversorger der Gruppe A auigegeben werden. Daneben haben landwirtischaftliche (Selbstversorger, die sich bi» zum 29.11.42 an« Hausschiachtnngen nicht selbst versorgen können, die Möglichkeit, ihre Schlachtkarte abzuschließen »mb für den Rest bei Anrechnungszelt Flelschberechtigungsschelne zu erhalten.
Auch landwirtschaftliche Selbfiverforger, die »Iber- Haupt nicht In der Lage sind, Hausschlachiungen vor- zunehmen, können Fieischberechtigungoscheine erhalten. Ji» bei» Fällen, In denen Fleischberechiigung«- scheine beantragt werden, weil eine Versorgung au» Hausfchlachtungen nicht ober nicht mehr möglich ist, ist her Antrag auf Ausgabe von Flelfchberechti- gungsschelnen beim Ernähruiigsamt, Abt. A lKreis- bauen»,djafh, einzureichen Nu» wem» zwingend« Gründe vorliegen, mlrb das Ernährungsamt, Abt. A, den Antrag an ble Kartcnausgabestelle zweck« Aushändigung ber Flelschberechtlgungofchetne weiter- geben.
Die Flelschbercchtigungascheine werde»» Innerhalb einer Zutellungsperlobe für leineII» ble zu ß Personen eine» velbstverlorgerhaushalts ausgegeben. Mithin erhält ein Selbstversorgerhauehalt von 1 ble ß Personen einen Schein, von ü ble 10 Personen zwei Scheine, von 11 bl» Iß Personen drei Scheine usw.
Der Fleischberechtigungsscheii» lautet über H Kilogramm Fleisch, Fleischwaren ober ©chlachtsette und
Olrainmophoiiplattc schon llberwnnben hat, wartet mit den gescharsien Messern. In seinen Augen glüht von Jahrhunderten her die Wildheit seiner Ras e. Als trüge er einen Speer, läßt er eine blitzende Klinge in ber Luft herumrolrbeln unb schleudert le mit einem heiseren Ausfchrel In die Brust de» toten Tiere».
Drüben auf der Veranda läßt sich Günther gratulieren. Seine Mutter hat Karin In seine Nähe gebracht unb, ohne baß Irgend jemand e» gemerkt hätte, daß eine Verständigung erfolgt märe, hält ber alle Merck eine kleine Rebe Es fällt Ihm so schwer, daß er einmal in ble Schlagsahne greift, ble ein Tortenstück umranbet, unb bcw zweitemal bat Glas mit einem unsicheren Grlfs erfaßt, mit dem er an- stoßen will.
Um zu irgendeinem Schluß zu kommen, meint er, bas Schicksal habe bewiesen, das, ble beide» zusammengehörten, und stößt, sroh, daß er zu Ende ist, den Ruf aus, der auch ihm einmal vor dreißig Jahren von seinem Vater entgegenklang: „Da» Brautpaar lebe hoch ... hoch ... hoch!"
Infolge dieser Uederraschung, auf die seder gewartet hatte, zieht sich b*e Abfahrt der verschiedenen Wagen In ble Länge Mancher ber Jungen würde sich auch nicht so sicher am Steuer seine, Auto« fühlen, weil sich, wie Escherich zum Besten gibt, plötzlich „ble Schleusen des Alkohols" öffneten".
„Ware Ich jetzt In Kapstadt, würde ich mich einer berechtigten Besäufnis hingeben, Kinder. Ein Krankenwagen müßte von einem Lokal zum anderen neben mir herfahren, da» sage ich euch!" bramarbasierte Heinz Wengeroth, um den Schmerz in seiner Seele zu ersticken unb da» Siegerlächeln auf Günthers Lippen unwirkfam zu machen.
Frigga Hochberg und Vera Ramlow fdileben rechts und Unk» ihren Arm unter feine Acksieln unb heben ihn aus dem Stuhl. Ngaba hat wieder das Grammophon angestellt unb bedient e» mit Walzern und Tangos. Die Abendkühle legt sich beruhigend auf die erhitzten Gemüter und läßt den Tag mit feinen aufregenden Erlebnissen langsam In Nacht übergehen
,^ch bin wirklich sehr glücklich, Günther!" flüstert Karin während eines Tanzes. Wenn sie in ble fröh- lieben Gesichter steht, ble thi folgen, glaubt v-. daß es nie anders (ein könnte. An einem Tisch
trinkt ihr Vater Brüderschast mit dem alten Merck. Ja, sie wird nun zu allen „Du" sagen müssen.
Doktor Grunelius Ist dann aber doch ber erste, ber sich nerabschlebet unb Karin mltnlmmt. In einer halben Stunde werden sie zu Hanse sein. Der dunkle Himmel liegt »nie eine Kuppel üver dem Horizont; vor ihnen leuchtet da« Kreuz de» Silben» unheimlich klar unb strahlend hell.
Neben Ihr sitzt der Vater am Steuer unb fährt sie mit ruhiger und sicherer Hand durch die Nacht.
4.
»i Taae später
rimcllu» wurde auf einmal sehr mühe. Die Nücklchne de» Sitze» ein wenig in ben (Beim Mm znrückblegend, streckte sie Ihre Füße mit Wohlbehagen noch tiefer unter das Instrumenten- breit Wie non einem Schieb r überbetft, hingen ble Dutzende von Apparaten ble hellerleuchleten Scheiben und Zahlen der Messer und Regler, ber Wendezeiger unb Höhenkontrolle, die wunderbar lunftlo- nlerenben Lampen der Delbrück- und Benzlndr»»ck- prüfer vor ihr. Irgendwo daneben zitterte eine hauchdünne Nabel über einem weißen Halbkreis; ble große Platte der Borduhr zeigte In diesem Augenblick auf acht Wie schmale Boote, die sich mit dem Kiel berühren, kamen ble beiden Zeiger auf sie zu
Sie hatte jeden Zeitbegriff verloren und konnte nicht einmal schätzen, wie lange schon ber große Motor ber Maschine sein wuchtige», bonnernhe» Lied In den Himmel dröhnte. War da» gestern gewesen, al» sich ber Himmel wolkenlos und mit unbarmherziger Glut über der Erbe wölbte, ober hatten sich heute undurchdringliche Gebirge non Wolken vor ble 'Maschine geschoben, so daß Günther Um wieder an die Sonne zu kommen? Zeitlos dehnten sich ble Minuten unb Stunden In bleiern unermeßlichen Raum, In dem sie einem fremden Ziel xuftrebie. Die Borduhr, deren Zeige» ewig pausen- low vorrückten, kam Karin Im Angesicht der Unendlichkeit lächerlich hllilo» vor. Beruhigend unb schön mar nur her M chsel zwischen Licht unb Dunkel, zwischen der schmerzhasten Grelle her Sonne unb dem unergründlichen Netz von M»i- Haben von Sternen, die de» Nacht» über ber gläsernen Hauhe de» Flugzeuges aufleuchteten.
(Fortsetzung folgt)


