ber türkischen Beziehungen zu England bedeuten wird.
Und die zweite Niederlage, eine militärische, ist ebenso schwerwiegend. Seit dem 10. Mai 1941 eröffnet der deutsche Rundfunk feine Abendübertragung von Nachrichten um 20 Uhr mit einem Zitat der englischen Presse zu dem jeweiligen Ereignis des deutschen Westfeldzungs im Vorjahr. Es ist wohl niemand unter uns, der nicht mit einem Ke- haalicben Schmunzeln die kommentarlose Wieder- gave der englischen Schlager-Nachrichten von 1940 — setzt aber aus der Perspektive des längst siegreich abgeschlossenen Westfeldzugs — zur Kenntnis nimmt. Einen neuen Schlagerrekord dieser Art stellt die „Daily Mail" auf, indem sie die allge- meine Tendenz der englischen Agitation, die Niederlage von Solln m zu bagatellisieren, in der bemerkenswerten Weise abwandelt, es habe sich um ein „glänzendes Blusfspiel" gehandelt, wobei Wavell die Absicht hatte, die Deutschen „geschickt in den Glauben au verwickeln" daß er die Wieoer- eroberung der Cyrenalka onstrebe. Als die oer- tärkten deutschen Truppen aber zum Gegenschlag ibergegangen seien, hätten sie nichts als Sand vor ich gehabt. Wavell habe einen „Sieg der I n - t e l l i g e n z" erfochten.
Dem General Wavell wird bei diesem Kompliment etwas schwül geworden sein. Er ist zur Zeit in Bagdad, um dort nach dem Rechten zu sehen, weil auch im Irak noch nicht alle Dinge im Lot sind. Der Kommandant der englischen Streitkräfte bei Sollum war sein Untergeoener, Generalleutnant Cornwall. Die Engländer legen Intelligenzproben auf dem Zeitungspapier ab. Wir beneiden sie nicht um die Anwartschaft auf den Ruhm, den solche Intelligenzproben einbringen. Die Zählung
uon xiu jciiHM/xKUn uuii ciuvuteten englischen Panzerkraftwagen und die Einbringung von zahlreichem Kriegsgerät — darunter ganze Batterien — genügen für unsere bescheidenen Verhältnisse.
Aber Horen wir Engländer selbst! Am 17. Juni meldete Reuter in seiner Sendung „Für den Nahen Osten", daß Wavell mit seinem Ueberraschungs- angriff bereits drei wichtige Ergebnisse erreicht habe. Er habe den Druck auf ütobruf entlastet, den Hal- faya-Paß, der das Einfallstor nach Aegypten ist, do in Feind befreit und drittens die deutschen Trup. venzusammenziebungen zerschlagen, die durch in letzter Zeit in Afrika eingetroffene neue Kontingente verstärkt wurden uno daher eine neue Bedrohung für Aegyptens Sicherheit darstellten. Die Garnison von Tobruk werde mit den Angriffstruppen bei Sollum eine Zange bilden: „Durch eine derartige gemeinsame Operation werden die Achsenstreitkräfte in dem sich in einer Ausdehnung von 70 Meilen erstreckenden Gebiet zwischen Tobruk und Bardia eingeschlossen werden." Und der Vertreter der amerikanischen Presseagentur United Preß telegraphierte am 18. Juni: „Die britischen Truppen haben Massen von Tanks ins Gefecht geworfen und die Deutschen in der Gegend von Sollum und Haliaya schwer in die Enge getrieben." Er fügte hinzu, die britischen Truppen ständen endlich einmal den Deutschen auf gleicher Grundlage gegenüber! Nun ist der Kampf aus, der Sieg der britischen Intelligenz und das sogenannte Bluffsviel endete mit dem britischen Verlust der größten Panzerschlacht, die bisher in Afrika geführt wurde, und zu diesem Verlust kann man den Briten ebenso gratulieren wie zu ihren siegreichen Rückzügen von Andalsnes, Dünkirchen, Griechenland und Kreta. > E.S.
Die Männer des Kreundschastspaktes.
Der türkische Außenminister Saracoglu.
Botschafter von Pap en, der im Auftrage der Reichsregierung in Ankara den deutsch-türkischen Freundschaftsvertrag unterzeichnete.
(Scherl-Archiv-M.)
Das Echo im Ausland.
Der überraschende Abschluß eines deutsch-türkischen Freundschastsvertrages hat in der Weltöffentlichkeit das Echo gefunden, das diesem für die Entwicklung im Nahen Osten so bedeutungsvollen Ereignis zu- kommt. „Reine Luft im vorderen Orient" ist das Motto, unter dem die Kommentare der italienischen Presse stehen, die mit größter Befriedigung von dem Paktabschluß Kenntnis genommen hat und bei dieser Gelegenheit eine Betrachtung des italienisch-türkischen Verhältnisses mit der Feststellung schließt, daß auch für Italien nach den Worten des Duce „jene Politik der Mitarbeit und Zusammenarbeit, die im Jahre 1928 begonnen worden ist, der Türkei gegenüber noch immer Geltung hat". Es wird in den Kommentaren darauf hingewiesen, daß die Türkei durch diesen Pakt ihre Freiheit und damit die Möglichkeit zu einer ihren ureigensten Interessen entsprechenden Politik zurückgewonnen hat. Angesichts der Rolle, die England der Türkei im Nahen Osten und im Balkanraum zugedacht habe, könne die Tragweite dieser neuen englischen. Niederlage nicht hocy genug eingeschätzt werden. Man müsse ehrlich zugeben, sagt „Popoio di Roma", daß die Politik der Türkei sich durch Gleichgewicht und Klugheit vor der anderer südqsteuropüischer Staaten ausgezeichnet habe. Durch das Fingerspitzengefühl des Präsidenten Inönü trage die Türkei mit einer Annäherungen die Achse zur Festigung des neuen Europas bei.
In V i ch y bekundet man lebhaftes Verständnis für die Lage der Türkei, die zwar bisher eine gewisse Zurückhaltung Deutschland gegenüber an den Tag habe legen müssen, nunmehr aber einen neuen Schritt in Richtung auf das neue Europa hin getan habe. In französischen Negierungskreisen wird daran erinnert, daß die Beziehungen Frankreichs zur Türkei immer freund- schaftlich gewesen seien: auch die englischen Machenschaften in Syrien hätten daran nichts ändern können. Die Beziehungen zwischen Frankreich und der Türkei seien immer freundschaftlich gewesen, und seien es auch in den aufgeregten Zeiten geblieben, in der die englischen Machenschaften in Be- zug auf Syrien Unruhe im Nahen Osten verbreitet hätten. Man habe niemals ernsthaft ge- glaiibt, daß die Türkei dem englischen Druck nachgeben und Absichten in Bezug auf Syrien an den Tag legen werde, die französischen Erfolge auf diesem Kriegsschauplatz hätten gerade in türkischen Kreisen tiefen Eindruck gemacht.
Auch in der Schweiz wird die Bedeutung des gestrigen Tages klar erkannt. Die „Basler Nachrichten" schreiben: „Die Türkei setzt mit der Unterzeichnung dieses Vertrages konseguent ihre politische Linie fort, sich von dem gegenwärtigen Krieg, den sie weder militärisch, noch wirtschaftlich brauchen kann, fernzuhalten. Deutschland kann in dem Vertrag einen glänzenden Erfolg seiner Diplomatien erblicken. Es ist der deutschen Diplomatie, solange die britische Konkurrenz im Nahen Osten dominierte, gelungen, deren Bestrebungen, die verbündete Türkei zu aktivieren, immer wieder zu durchkreuzen und Irreparables zu verhindern. Jetzt nach der balkanischen und ägäischen Niederlage Englands konnte sie ihr Werk durch einen förmlichen Vertrag krönen. In London wird man das Ergebnis mit Wehmut registrieren. Schon bei dem Besuch Edens mußte man die Selbständigkeit der türkischen Politik erkennen, und die Miß. erfolge im Vorderen Orient zwangen dann vollends dazu, die Türkei als Bundesgenossen abzuschreiben."
Auch der Londoner Korrespondent der „National- Zeitung" schreibt: „Der deutsch-türkische Pakt bedeutet besonders für die englische Öffentlichkeit eine arge Enttäuschung, da das Volk in der Türkei den letzten souveränen ' Verbündeten Englands in Europa erblickte. Man sieht hier die britisch- türkische Allianz faktisch als beendet an." Den Londoner Einwänden, daß der Pakt nicht eine Kündigung des englisch-türkischen Vertrages sei, hält das Stockholmer „Aftonblaoet" entgegen, daß man f r ü h e r in London das Abkommen mit England als einen Pakt bezeichnet habe, nach dem eine „deutsch-türkische Annäherung unmöglich" sei. Trotz aller dieser Versuche englischer Zeitungen, die Bedeutung des Freundschaftsvertrages herabzufetzen, schreibt die Londoner „Daily Mail": „Man muß Augeben, daß der Pakt einen Triumph für Adolf Hitlers Entschlossenheit und die Geduld und Klugheit des Herrn von P a p e n bedeutet." Die Londoner Sprecher der nordamerikanischen Rundfunkstation vermittelten in ihren ersten Sendungen nach dem Bekanntwerden des deutsch-türkischen Freundschastsvertrages ganz andere Eindrücke, * als die Auslassungen amtlicher Stellen in London wahr haben möchten. Der Londoner Sprecher des Senders Boston begann beispielsweise seinen Bericht mit den Worten: „London gibt au, daß der Pakt einen diplomatischen Sieg Adolf Hitlers darstellt." Weiter erklärte Der gleiche Sprecher: „Die Nachricht vom Abschluß des deutsch-türkischen Paktes wurde in maßgebenden Londoner Kreisen mit Bestürzung ausgenommen." Andere nordamerikanische Rundfunksendungen befassen sich vor allem mit den Auswirkungen des Vertrages auf die arabisch Welt.
Oie türkische Wirtschaftskraft.
Die Türkei ist ein Gebiet, das fast den Umfang Deutschlands hat. aber nur 17 Millionen Ein- wahner. Von der erwerbstätigen Bevölkerung gehören rund 80 o. Sy der Landwirtschaft an. Es herrscht Großgrundbesitz vor, der aber ein weitgehendes Verpachtungssystem betreibt, so daß die großen Latifundien in kleine Lose verpachtet roerben. Soziale Gegensätze bestehen aber bezeichnenderweise nicht. Die Regierung von Ankara hat zwar versucht, I n d u st r i e n zu entwickeln, es fehlte aber das Kapital. Anderseits war ihr Hauptaugenmerk darauf gerichtet, sog. Monokulturen zu vermeiden, die unter dem Einfluß» des amerikanischen Dollars auf Kuba ufw. gewaltige Depressionen nach sich zogen. Vielmehr mar die Regierung be- Müht, durch Anbqu neuer Kulturpflanzen eine g e - s u n d e Mischung zu erzielen. So ist der B a u m- wollanbau kräftig gefördert morden. An landwirtschaftlichen Erzeugnissen liefert die Türkei Baumwolle, Tabak, Weizen, Trauben und sonstiges Obst, Feigen und Rosinen, der Anbau von Del ist wieder gestiegen, nachdem infolge der Abwanderung uon rund 1,2 Millionen Griechen zunächst die Oelbaumplantagen brachgelegen hatten. Die Bodenschätze der Türkei sind fiocf) nicht erschlossen, nur das für die Eisenhütten wichtige Chrom wird verstärkt abgebaut, so daß es in der Ehromproduktion dicht hinter Rhodesien und Süd- afrika kommt. Es führte im Jahre 1936 bereits 150 000 Tonnen, 1938 aber schon 230 000 Tonnen Chrom aus, wovon Deutschland rund ein Drittel aufnahm, dann folgten die USA. und Schweden. Die türkische Regierung hatte ebenfalls den K u p - jerabbau so gefördert, daß für 1939 sie 20 000
200 britische Panzerkampfwagen
aus dem Schlachtfeld von Sollum. K
■Ha, 19. Juni. (DNB.) Die Verluste der die Hafenanlagen von Great garmoulfr en Panzerwaffe in der Schlacht bei Sollum wie Flugplätze in Südostengland. v
och erheblich höher als sich nach den Das Verminen zahlreicher britischer M nen Feststellungen eraab. So wurden bei i« uiaor XoU Xot Ton «inh TZnrfif noriu ’ i
wurde in letzter Zeit bei Tag und Rächt oerf(i(
0iei
Generalfeldmarschall Lisi
beim Führer
Dank und Anerkennung für Ocrbo nagen) n Leistungen von Führung und Truppt
Berlin, 19. Juni. (DNB.) Der Führen,
Sturzbomber greifen bei Sollum em
Von Kriegsberichter Karlheinz Holzhansen.
wir in das Gebiet der gemeldeten britischen Tr
unb mil
Die Briten wollen sich in dem u
H des W
I?. Aus 1
ÜliDe bes (
teils vernichtet, teils beroegum waren und von den Briten au1 rückgelassen werden mußten. <
fortgesetzt. Die britische Schiffahrt erlitt hieibj, weitere schwere Störungen und Verluste. An dies Operationen haben Kampffliegerverbände der (y
(Maste, Minister r kn Unterre
verstecken, sie vertrauen sich bief...........
dem nur ein geübtes Auge ein Ziel errät.
Eine Schlucht windet sich im kahlen Fels i Südosten. Wie Tupfen muten die kleinen Bös
Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing i Wehrmachtbefehlshaber Süd oft. ©cneralfelbni schall L i ft.
Generalfeldmarschall List, der während des ih reichen Feldzuges auf dem Balkan, in Südsechj und Griechenland den deutschen Oberbefehl füW berichtete dem Führer eingehend über die gnft Leistungen der Heeresverbände im Verlauf bestes zuges.
Der Führer dankte Generalfeldmarschall 1* mit herzlichen Worten und uneingeschränkter l erfennung der hervorragenden Leistungen von rung und Truppe. Generalfeldmarschall List « anschließend Gast des Führers
E11” Turm t °rr Ach
!un beginnt Ssltstnm (
gehißt sink es Spalier, alte beutfd
Ilhtss der £ hDs M
flotte des Generalfeldmarschalls Kesselring sonderen Anteil.
Vei dem Versuch des Feindes, am gestrigen die Kanalküste der besetzten Gebiete anzufll wurden durch die Jagdabwehr vier britische flugzeuge abgeschossen.
Der Feind warf in der letzten Rächt eine gq Fahl von Spreng- und Brandbomben im nord deutschen Küstengebiet. Die Zivilbevölkerung einige Verluste an loten und Verletzten. 3n 0 vierteln, u. a. in Hamburg und Bremen. roi| einige Gebäude zerstört ober beschädigt. Rachlj und Flakartillerie erzielten besondere Abwc folge, sie schossen acht der angreifenden brlli Flugzeuge ab. ।
Bei der Abwehr feindlicher £ u f Im griffe auf das Reichsgebiet zeichneten sich |j gende Besatzungen von Rachtjagdflugzeugeu in | hem Maße aus: 1.) Oberfeldwebel G i ldie, Unteroffizier Poppel meyer und Unterof|lj| Schlein, 2.) Oberleutnant Prinz z u Lipp, Unteroffizier Renette und 3.) Oberleula« S e m r a u, Unteroffizier Peter und Unterofflj Behrens. Oberfeldwebel Gildner errang der letzten Rächt feinen zwölften Rachljagdsieg. ;
in hat auf hlefrdär 0
IP porter Wtfämpfe "ch f(bQ tum da»
tes,
j«
Hin unb in U-ck beerb Hih 6ii n
bö 19 ? Befehls L» ^'eri fw ®ör Hnen $ wptmQiin
. "Maut VZ* L,|.uh’ant
Liorgung 11 * des dis 11 iHsjahres. I st l Lachher I Ms. Sesanb
W ft
ßeranfj
। in ben bei । ssartsup (n örunbfa icht'ge ■ LiesttllNi ^Mlikhent I haben die i -"gen L« [mit den >n Mtuhanfl Lr $erred L Staat ge' liungen ZN
llnsarbeitn' Mirtschai' tzn, Pro
Bahn führt zum Teil über griechisches Gebiet i ist durch die Kriegsereignisse'in Mitleidenschaft- zogen. Außerdem sind die S e e v e r b i n b u n?«! aus der europäischen und asiatischen Türkei über N Schwarze Meer nach den bulgarischen 5)äfen gas und Varna sowie nach dem rumänischen fc'l Konstanza von Wichtigkeit.
Oer italienische Bericht.
Rom, 19. Juni. (DNB.) Der italienische W machtbericht vom Donnerstag hat folgenden laut:
In Nordafrika hat die Luftwaffe die UM barbierung der Neste der im Rückzug begriffe 1 britischen Truppen fortgesetzt. Die Säuberung * Geländes und die Sammlung der Gefangenen',^ des vom Feind zurückgelassenen Materials ist ' Gange. Die Zahl der außer Gefecht gesetzten fei» lichen Panzerwagen beläuft sich auf etwa 200. J
In Luftkämpfen wurden weitere sechs feinolq
TL'N er i’W
Berlin, _____ .
britischen Panzerwaffe in der Schlacht sind noch erheblich höher als sich nach den bisherigen Feststellungen ergab. So wurden bei der Ausräumung des Schlachtfeldet 2 0 0 briti - s ch e Panzerkampfwagen vorgefunden, die durch deutsche und italienische Waffeneinwirkung igsunfähia geschossen ls ihrem Rückzug zu° Eine deutsche Flak-
DNB..... 19. Juni. (PK.) Die Abwehrschlacht
bei Sollum ist von den deutschen und italienischen Truppen gewonnen. Die Wüste erlebte eine dreitägige, von übermächtigen britischen Kräften durchgeführte Offensive, die an der unerhörten Widerstandskraft der verbündeten Divisionen restlos zusammenbrach. Der Versuch zum Entsatz Tobruks ist gescheitert.
In überraschendem Angriff ziehen wir mit einem Geschwader Sturzbomber über der Wüste dahin und suchen, die britischen Truppenansammlungen. Die Wüste liegt einsam und in der brennenden Mittagssonne unter uns. Als schwarzer Faden zieht sich die große Asphaltstraße an vereinzelten Buschgruppen durch das monotone Graugelb. Viele Wege laufen kreuz und quer dahin: deutlich erkennvar sind die Spuren der Panzer, wie sie tn breiter Phalanx aufgefahren sind. Schwarze Inseln stehen hier und dort mitten auf diesem Faden — Zeichen erbitterter Kämpfe. An den Rändern längst vertrockneter Wasserläufe wachsen rüsselartige Sträucher, der kahle Fels schimmert hell aus dem Sand hervor. Es sind noch keine Truppenansammlungen zu erkennen, seit wir die deutsche Linie bei Sollum überflogen. Das Niemandsland an dem Graben, der Lyoien von Aegypten trennt, erstreckt sich unvorstellbar weit nach allen Himmelsrichtungen.
Unter uns taucht ein kleines schwarzes Kreuz, ein abaeschossenes Flugzeug mitten in Der Wüste, auf. Es ist eine zweimotorige Maschine, eine Bristol-Blenheim, wie ich an der abgestumpften Schnauze erkenne. Vor wenigen Tagen wurde sie von deutschen Jägern abgeschosien, als in heißen Luftgefechten eine stattliche Anzahl aus den britischen Bomberverbänden, die zur Unterstützung der Offensive eingesetzt waren, herausgeholt wurden. Die Spannung wächst mit jedem Kilometer, den unser Geschwader Sturzbomber nach Süden kommt. Mir blicken nach britischen Jägern, nach LKW.-Kolonnen und nach Panzeransammlungen. Noch ist nichts zu sehen. Ein niedergebranntes Mauerquadrat bereitet uns auf die Front an der ägyptischen Mestgrenze vor. Dunkle, kleine Türme stehen in unregelmäßigen Abständen am Grenz- groben, Wach türme vielleicht aus alter Zeit, heute Wegweiser in dem heiß umstrittenen Gebiet. Da sind dunkle, rechteckige Flecken im Sand! Jawohl! Das sind die britischen LKWs, noch vereinzelt, doch dann tauchen immer mehr auf, je weiter
•jjg» LK w.Nx
iVK ß yA * 4*
batterie schoß im heißen Abwehrkampf insgesamt 80 britische Panzerkampfwaaen zusammen. Ein Bataillons-Kommandeur des Infanterie-Regiments, dem die Verteidigung des Halfaya- Paffes anvertraut war, hielt unter schonungslosem persönlichen Einsatz mit den ihm unterstellten deutschen und italienischen Truppen diese wichtige Stellung drei Tage lang in erbittertem Ao- wehrkarnpf gegen zahlreiche Angriffe einer erdrückenden Uebermacht, bis er mit seiner tapferen Besatzung durch den deutschen Gegenangriff entsetzt wurde.
Die deutsche und italienische Luftwaffe haben an dem Scheitern der britischen Offensive gegen Libyen wesentlichen Anteil. In rücksichtlosen Angriffen schlugen deutsche Jagdverbände starke Streitkräfte des Gegners zurück und säuberten den Luftraum über dem Schlachtfeld von britischen Jägern. Die Luftsiege der deutschen Jäger machten den deutsch • italienischen Kampffliegerverbänden den Weg frei, mit ihren wirkungsvollen Angriffen auf britische Truppenansammlungen in den Erd- kamps einzugreifen und die in schwere Kämpfe ver. strickten deutschen und italienischen Erdtruppen fühlbar zu entlasten.
Wieder Bomben auf Alexandria.
Der Wehrmachtbericht vom Donnerstag.
Berlin, 19. Juni. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In Rordasrika wurden bei abschließenden Gefechten südlich Sollum weitere britische Panzerwagen vernichtet und im Oustkampf sechs britische Flugzeuge abgeschossen.
Deutsche Kampfflugzeuge belegten am Morgen des 18. Juni erneut militärische Ziele des britischen Flottenstützpunktes Alexandria wirksam mit Sprengbomben schweren Kalibers.
Im Seegebiet um England versenkte die Cuftroaffe in der letzten Rächt nordwärts E r o m e r aus einem stark gesicherten Geleitzug heraus zwei seindllche Handelsschiffe mit zusammen 5000 SRI. Kampfflugzeuge bombardierten erfolgreich
P^nkonzentration vorstoßen. Nicht ein Schuß i hb aud) C tfcrlofen Sanh in bene 'fern Raum an, il
Tonnen über Alexandrette ausführen wollte, Deutschland wäre als Kupferaufkäufer ausgetreten, wenn nicht der Krieg dazwischen getreten wäre.
Die Folgen des Krieaes waren für die Türkei katastrophal, es faß auf feinen Feigen und Rosinen, auf feinem Weizenüberschuß. seinem Obst, Tabak usw. fest, alle Bemühungen, England zu größeren Bezüaen zu überreden, scheiterten, wobei erschwerend der Schiffsraummangel hinzutrat. Für die englische Plumpheit ist bezeichnend, daß es nicht einmal gelang, den tiirkischen Zigarettentabak auf den englischen Markt einzuführen, weil die englischen Raucher an den nordamerikanischen Dirginiatabak gewöhnt sind, der sich leichter parfümieren läßt. Wenn jetzt zwischen Deutschland unb der Türkei ein neues Handelsabkommen in Vorbereitung ist, dann dürfte es die Folgerung aus der wirklichen Lage der Türkei ziehen. Der türkische Wirtschaftsminister hat erst dieser Tage angefünbigt, baß bie Eisenbahn- üerbinbung zwischen Konstantinopel und Mittel- curopa bald wieder in Betrieb genommen wird. Die
Me
K IrüRbur W uslag der »bürg und Hhlonbe die |bt5 elsäss lins aus fra I iibniar 194 Mlickils t
unb Gebüsche an, bie dort unten wachsen. ZwiW .lMcht biesen Flecken haben bie Briten ihre Fahr?^ abaestellt. Gut verkrochen haben sie sich ba, aber )| nicht so gut, baß wir sie übersehen können. LH stoßen bie Führungsketten zu, bie erften 3iL_WU3luin be n detonieren zwischen ben Gebüschgruppen- dcsseii Reihen liegen sie hintereinanber, aus zerssE , jLL Feuerkugeln träufelt schwarzer Qualm unb für i, M sich in balligen Schwaben auf, tiefschwarAe Di «o $Qn t? fnhnen dazwischen, wenn ein britischer LKW. m !)flt bidi troffen wurde und verbrennt. Unaufhörlich xe: n™ tL iL es Bomben auf bie Fahrzeugkolonnen, fpeien nn Borbwaffen Feuerstöße auf die britischen M: '
Planmäßig wirb ber langgestreckte Platz b-i Truppenansammlungcn mit Bomben belegt, t* Sprengwirkung bas angegriffene Gebiet i* erfaßt. Riesig muß bie Panik ba unten fein, hu WrfuJn noch fällt kein einziger Schuß' nir^ r °nen wo ist Münbungsfeuer eines Geschützes zu tdi nen, weber von ber Kolonne in ber Schlucht m von anberen schwächeren Ansammlungen wird 6 Angriff unserer Sturzbomber abgewehrt.
Das ist ein anberer Kampf hier in der tropM Gluthitze, die sich sogar in den Flugzeugen trofiii Höhe bemerkbar macht. Wie muß es unfern tapferen Panzerdivisionen da unkiat gehen, bie trotz unbarmherziger Hitze unenteret kämpfen, bie eroberten Stellungen behaupten v bie haetnäckige britische Offensive abwehren! geheures Material hat ber Brite hier an bie tische Front geworfen. Er hoffte, um jeden Vv nach Tobruk durchzukommen, um den dort f(ho<l bedrängten, seit Monaten eingeschlossenen TruxE- den erkehnten Entsatz zu bringen, aber er ktelr es nicht! Die deutschen und italienische^ DivisiE lassen ben Tommy nicht durch, weder bei an der Küste noch von Südosten her durch die WüW5 wo nun unsere Sturzbombengeschwader empi liche Lücken in bie britischen Truppenkonzentr^iH' nen rissen. Jebe Waffe trägt zum Sieg in 4' Wüste bei, in Gluthitze und von ewigem Sand W geben.


