Ausgabe 
20.3.1941
 
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Rüstungsaufträge in Amerika verwende

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guten Willen gezeigt und einen großen Teil feiner Anlagen in den Vereinigten Staaten an die USA

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Zinn, Gummi und Wolfram die demokratischen Ideale."

Oie Hintergründe der China-Hilfe Roosevelts.

verkauft und zur Bezahlung

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dem Problem wie folgt:Der Einfluß des Schlacht­schiffes wird von Laien häufig nicht richtig erkannt, weil das Schlachtschiff nur selten Gelegenheit hat, in die Gefechte kleinerer Flotteneinheiten einzugrei­fen. Trotz dieses scheinbaren Mangels an Einfluß sind die Schlachtschiffe aber noch immer die eigent­lichen Träger der Seeherrschaft." Das sind gesunde Ansichten, die von anderen Seemächten geteilt wer­den. Auch die deutsche Kriegsmarine wird diese An­sichten in ihrem zukünftigen Bauprogramm berück­sichtigen. Eine starke deutsche Seemacht muß und wird ihren Rückhalt an schweren Seestreitkräften finden.

Waffen und Munition, die England nicht erreichten.

Berlin, 19. März. (DNB.) In La Linea, bas Gibraltar vorgelagert ist, trafen 120 Ueberle­be n d e eines britischen Geleitzuges ein, der im Atlantik angegriffen und zer- sprengt worden war. Aus Schilderungen der Seeleute ging hervor, daß dieser Geleitzug vor allem Munition und Spreng st off ge­laden hatte. Die Beschießung durch die deutschen

Oie Finanzierung der Englandhilfe.

Roosevelts 7-Milliarden-Antrag angenommen.Chicago Tribüne" fordert als englische Gegenleistung Schluß mit dem englischen Rohstoffmonopol.

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hätte. Rach langem Zögern habe sich die englisch, Regierung, wie schon gemeldet, bereitgefunden, u.c den gewaltigen Viscose-Konzern mit sein« Kunstseidefaoriken abzustoßen. Diese Transaktion fei in dem Augenblick angekündigt worden, da im ame rikanischen Repräsentantenhaus die Debatte über die Bewilligung von sieben Milliarden Dollar für bit Englandhilfe begonnen habe. Man habe zunächi den sehr niedrigen Preis von 4 0 Millionei Dollar als ungefähre Schätzung festgesetzt, in eine genaue Bewertung der großen Kunstseide' fabriken und sonstiger Werte zu viel Zeit gekoste! hätte. Man habe den Engländern 90 v. S). von den versprochen, was man über diese 40 Millionen Dol

Rom, 20. März. (DNB. Funkspruch.) Wie Agenzia Stefani unterstreicht, habe sich Washington die kritische Lage Englands zunutze gemacht, um den Engländern das Gummi- und Zinn- Monopol zu entreißen. Der größte Teil der be­rühmten bolivianischen Zinnaktien sei an eine nordamerikanische Finanz- gruppe übergegangen, hinter der die Rocke- festers stehen, während eine ähnliche Aktion großen Stils zwischen einer anglo-holländischen nnS einer nordamerikanischen Gruppe wegen des Gummis von N i e d e r l ä n d i s ch - I n d i e n im Gange sei.

Die von Roosevelt vorgenommene Eingliederung

Angreifer führte zu zahlreichen Explosionen der Pulverkisten und Munitionsbestände. Hohe Feuergarben schossen aus den Schiffen hervor. Starke, rasch aufeinanderfolgende Detonationen erfüllten die Luft. Die in Gibraltar eingetroffenen Ueberleben- den eines von deutschen Seestreitkräften im Atlantik versenkten britischen Schisses sagten, daß dieses torpedierte Schiff eine große amerika­nische Waffenlieferung für Grohbritan- nien an Bord gehabt habe.

Ein holländisch-indischer Dampfer versenkt.

Tokio, 19. März. (Europapreß.) Der seit einer Woche als überfällig gemeldete holländisch-indische DampferR a n t a u p a n ö j a n g" (2542 BRT.) ist, wie die Tokioter ZeitungRichi Nichi" auf Grund einer Meldung ihres Korrespondenten aus Batavia mitteilen kann, im Pazifik durch ein deutsches Kriegsschiff überraschend ange­griffen und versenkt worden. Es hatte keine Passa­giere an Bord. DieRantaupandjang" ist das erste holländisch-indische Schiff, das im Laufe dieses Krie­ges durch eine deutsche Aktion versenkt wurde.

zwischen.einem der Direktoren von Rockefeller < dem Schwager Tschiangkaischeks, dem bekannt!,, Finanzmagnaten Song, abgeschlossen worden utz. habe den USA. da s Weltmonopol in Zin, und Wolfram gesichert. Schließlich hätten d, Ingenieure Rock^fellers auch Vanadium gsfu,, den, das für die Schwerindustrie zur Stahlverss, lung und zu Legierungen von Aluminium, Kupf^, Messing- einen wichtigen Rohstoff darstelle. Dains werde auch der amerikanische Plan, das einst der englischen Finanz innegehabte Weltmonopol btr Rohstoffe für die amerikanische Finanz zu sichern, offenbar.

Der Reichtum der chinesischen Erzvorkomme, habe die USA. sogar dazu verleitet, die Brücken z, Tokio abzubrechen, und' alles zu tun, um eine B,. ständigung zwischen Japan und Tschungking verhindern.Zinn, Gummi und Wolfram , t schließt die Agenzia Stefani,gehören zu jenen großen »demokratischen Idealen*, derentwegen Roosevelt die Verantwortung für esne Verlang«, rung des Konfliktes und die mögliche Hineinziehwiz des nordamerikanischen Volkes auf sich nahm. Di« ist die traurige plutokratische Wirklichkeit."

Englandsguter Wille".

Morgenthau drängte auf den Verkauf des englischen Biscose-Konzerns in USA

Washington, 20. März. (DRB. Funkspruch) WieWashington Post" mitteilt, hat Finanzmini, ster Morgenthau von der englischen Regierung den weitgehenden Verkauf ihres amerika. nischen Effettenbesitzes mit der Begrün,!

Chinas in die Reihe der sog. Demokratien Habs ähnliche Hinteraründe. Die Provinzen Westchinas seien nämlich überaus reich an dem den USA. feh­lenden Wolfram, wie man auch in denBirma benachbarten Provinzen starke Zinnvorkom- m en festgestellt habe, die sich die Rockefellergruppe bereits angeeignet habe. Gegen die Abtretung dieser sich auf über 100 000 Hektar erstreckenden Landgebiete sei Tschiangkaischek von Nordamerika jene Anleihe gegeben worden, die gegenüber der Welt fälschlicherweise alspolitische Anleihe an die Demokratien" ausgegeben werde, während es lich in Wirklichkeit um ein gewaltiges Raubgeschäft und eine Börsenspekulation handele. Dieses Geschäft sei

an der Erhaltung des englischen Empires. Eigent« lich sollten doch die USA., die Englands Krieg so heftig unterstützen, alles Interesse daran haben, daß England bei Kriegsende wirtschaftlich stark sei.

Englands Agitationsstab in USA.

R e u y o r k, 20. März. (DRB. Funkspruch.) Der britischen Botschaft in Washington, die jetzt um den dritten Beamten mit Gesandten- rang verstärkt wurde, unterstehen jetzt rund 1500 diplomatische und militärische Vertreter. Diese ge­waltige Anhäufung englischer Beamter in Washing­ton bezweckt hauptsächlich, Freunde für die britisH Sache zu gewinnen.

Gcoßfener in der Marinewerst Boston

N e u y o r k, 20. März. (DRB. Funkspruch.) 3n der Marinewerft von Boston brach am Mittwoch ein Brand aus, der durch eine Reihe von Exvloho­nen ausgelöst wurde. Durch dds Feuer wurde di, gesamte Stromversorgung unter­brochen. Die Bauarbeiten an den Schiffen muh­ten ein-ge stellt werden, so daß insgesamt 10000 Mann feiern. Der Feuerwehr und Abteilungen der Marine gelang es, den Brand auf seinen Ausbruchs­herd zu beschränken. Die Ursache ist noch nicht y- klärt.

Roosevelts Sondergesandter Oonovaa zurückgekehrt.

Neunork, 19. März. (Europapreß.) Der Son» bergefanbte Roosevelts, Oberst William Donovan., der verschiedene europäische Länder bereiste, traf an Bord des Yankee-Clipper in Neuyork ein.

düng verlangt, daß viele Parlamentarier bei ber Einbringung des Englandhilfe-Gefetzes erklärt Hal, 1 phrnd ten, das Gesetz würde auf eine starke Ablehnung im Volke stoßen, wenn England nicht vorher feinet

Jost Ammans Ständebilder sind gleichzeitig .....

gute Einführung in die Technik der damaligen Hand­werkskunst; er schildert jede Arbeit sehr anschaulich und berücksichtigt die wichtigsten Instrumente, die gebraucht werden. Er nahm auch ost selbst das Messer, um feinenRiß" selbst in Holz zu schneiden; dann fügte er feiner (Signatur ein Messerchen bei, und diese Holzschnitte sind natürlich die wertvollsten. Auch in guten Aquarellen hat Jost Amman seine Könnerschaft erwiesen und gezeigt, daß er wie seine großen Zeitgenossen, etwa Tobias Stimmer, leben­dige Darstellimgcn des alltäglichen Lebens festzu­halten verstand und meistens in witziger Weise da­zu Stellung nehmen konnte. ,

Washington, 20. März. (DNB. Funkspruch.) Das Repräsentantenhaus bewilligte mit 336 gegen 55 Stimmen die von Roosevelt zur Durchführung des Englandhilfe - Gesetzes beantragten sieben Milliarden Dollar. Roosevelts Antrag geht nunmehr dem Senat zur weiteren Beratung xu. Ein An ag, die im Englundhilfe-Gesetz vorgesehe­nen 350 Millionen Dollar f ü r 'and wirt- sch ältliche Erzeugnisse zu streichen, falls England die Blockade gegen hungernde Frauen und Kinder Europas nicht auf­hebe, wurde wie sämtliche Oppdsitionsanträge a b - gelehnt.

In der vergangenen Woche hatte Außenminister Hüll, wie bei Beginn der öffentlichen Beratun­gen bekanntgegeben wurde, in einer Geheimsitzung vor dem Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses darauf hingewiesen, daß auf den Meeren die Ge­fahr des Todes und der Vernichtung weiter gestie­gen fei. Amerika könne sich nicht mehr länger irgendwelchen Illusionen hingebkn über den Um­fang der Gefahren, denen es gegenüberstehe. Seine Forderung, daß Amerika zu seiner Sicherheit alles daransetzen müsse, diejenigen Nationen mit Rü­stungsmaterial zu unterstützen, die für die Vertei­digung Amerikas notwendig seien, zeigt eindeutig, daß sich Amerika über die außerordentlich schwie­rige Lage im klaren ist, in der sich England befin­det. Daß auch das Englandhilfe-Gesetz noch keine Erleichterung dieser schwierigen Lage bringt, zeigt die Aeußerung des Kriegsministers S t i m f o n , der in der gleichen Geh-eimsitzung erklärte, die Veraus­gabung eines großen Teiles der sieben Milliarden Dollar beginne erst im Juli dieses Jahres. Die Mehrheit des Rüstungsmaterials, das durch die sieben Milliarden Dollar gedeckt werden soll, sei für 1 9 42 zur Anlieferung an England bestimmt.

Das führende Wallstreet-OrganCommercial and Financial Chronicle" wendet- sich gegen die opti-

Künder deutschen Handwerks.

Jost Amman zum 350. Todestage.

Wir wüßten heute nur halb so viel von dem deutschen Handwerk zur Zeit eines Luther oder eines Dürer, wenn wir nicht in dem schönen Ständebuch" des Jost Amman eine natur» Jetreue Chronika derWerkenden" hätten. Im Juni 539 wurde Amman in Zürich als ältester Sohn einer seit langem dort ansässigen deutschen Familie geboren. Seine Ahnen waren Handwerker und Ge- lehrte, er selbst widmete sich bald derAnfertigung von Rissen" (Zeichenkunst), kam auf der Wander­schaft nach Basel, wo er die meisterlichen Arbeiten Holbeins kennenlernte. Im Jahre 1560 ging er nach Nürnberg, heiratete hier und erhielt vom Rat der alten Pegnitzstadt 1577 als ein Maler und Kupfer- stichreißer, dermit seiner Kunst so berühmt und trefflich" geworden, kostenlos das Bürgerrecht.

Diehohe Kunst" eines Peter Flötner und Virgil Solls hatte Jost Amman nach Nürnberg gelockt. Als Solls, in dessen Werkstatt er sich fortaebilbet zu haben scheint, 1562 starb, trat er als Maler und Zeichner, Formschneider und Radierer an die erste Stelle der Meister des Bilddrucks und war von einem so unerhörten Fleiß, daß sein Schüler, ber Maler Joachim von Sandrart, in seinerDeutschen Academia" wohl ein wenig übertreibenb berichtet, Ammans Zeichnungen fortzuschassenmäre ein Heuwagen notwendig gewesen". Trotz dieses Fleißes war er doch fast immer in Geldschwierigkeiten, denn er blieb bei aller Geschäftigkeit mehr Künstler als Gelbmacher"; Aubem gab er stets gernvon bem Seinigen dem, Der weniger hott« als er".

In feinem Hauptwerk, dereygentlichen Deschreybung aller S t ä n b e", gedruckt 1574 in Frankfurt a. M., gibt Jost Amman ein ein­drucksvolles Bild deutscher Handwerkskunst; durch seine geschickte Darstellungsart wirken die einzelnen Blätter auch heute noch unmittelbar auf den Be­schauer und zeigen auf kleinstem Raum nicht nur Den betreffenden Handwerker (manchmal sogar meh­rere) bei der Arbeit, sondern auch das Innere des Arbeitsraumes, das Handwerkszeug oder Sinnbilder feiner Tätigkeit. Immer wieder hat sich Jost Am­man in den Werkstätten gründlich umgesehen, hat die Vorgänge in der Apotheke, die Handgriff« des

den und ein Besuch aus der Stadt, für den es sch lohnt.

Einerlei, Klaus soll sie haben. Eigentlich müßte ich ja wohl in der Stube Bescheid sagen, allein, bin ich etwa nicht Herr über alle Hosen und Röck« in meinem Haus? Nimm sie hin, sage ich groß- herzig, aber mach mir keinen Fleck hinein.

Nun soll man meinen, daß eine so edle Tat auch ihre Früchte tragen müßte. Und doch, mein Glaube an die höhere Gerechtigkeit trübt sich an diesem Abend noch ein wenig. Später hole ich nämlich das Fernglas aus der Werkstatt, um zu schauen, ob etwa auch in der Nachbarschaft jemand, dec Besuch aus der Stadt vielleicht, den Einfall Hatz noch ein wenig aus dem Fenster zu trällern.

Ach, unb ba sehe ich drüben ein Paar unter bem Bäumen gehen, auf und ab und beinahe schon Hand in Hand. Es sind meine sandfarbenen Hosen neben einem fliederblauen Kleid, es ist Klaus mli dem Besuch aus der Stadt.

Gibt es noch Treu und Glauben in ber Welt? Lause ich etwa umher unb spreize meine Federn? Nein, ich verschmähe das, es ist auch gar feine Kunst, in solchen Hosen Eindruck zu machen. Ich trage mich schlicht, seit Wochen arbeite ich auf meinem Feld und blicke nicht rechts unb links, unb wenn Besuch zu mir käme, könnte ich ihm gar nicht immer bie Hand geben, weil sie schwielig ist unb voll Erbe. Er aber, der Freunb, der Kamerad?

Oh, ich hätte mich rächen können! An ben beiden vorüberschlendern und beiläufig ein paar Watte hinwerfen: Nun, Klaus, wie trägt sich bie Hose? Ein bitzcl)en ungewohnt? Nun ja, bas gibt sich mit ber Zeit.

Und bann ben Hut ziehen: Guten Abend, Fräu­lein! unb bann vorübergehen.

Das säße, bann wäre ein Geflüster hinter mir her: Was meint er, wer war bas?

Nun, ber Herr war es, ber Brotherr.

Aber was liegt mir daran. Wenn Klaus morgen bie Hose etwa wieder in den Kasten hängen wistz dann soll er sie geschenkt bekommen. Ich werde mir lieber eine neue machen lasten, eine mit Stulpe» unten herum, wie man sie in allerjüngster Zeit trägt. Wenn ich es recht überlege, so ist diese ohne­hin kaum noch fein genug für meinen Umgang.

mistische Aufmachung des Englandhilfegesetzes mit bem Hinweis darauf, baß die USA. vorläufig doch keinen Einfluß auf den weiteren Ver­lauf des europäischen Krieges qusüben könnten. Der Kongreß könne zwar Milliarden Dollar bewilligen, er könne aber deren schnelle Umwand­lung, in Rüstungsgerät nicht erzwin- gen. Auf lange Sicht könne zwar an der Lei­stungsfähigkeit der amerikanischen Rüstungsindustrie nicht gezweifelt werden, im laufenden Jahr sei aber dennoch England vor der Zermalmung nicht mehr zu retten. Rüstungsfabriken, für die schon rm letzten Sommer die Entwürfe und die Konstruktionspläne fertiggestellt waren, hätten ihre Produktion bis heute noch nicht aufnehmen können. Die Bewilligung riesiger Geldmittel habe daher allenfalls eine psychologische Wirkung.

Chicago Tribüne" bemängelt, daß die Debatte über die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu England auf Grund des Englandhilfe-Gefetzes bis­her ausschließlich von dem Gedanken der briti­schen Bedürfnisse beherrscht war, für deren Erfüllung Roosevelt vom amerikanischen Volk große Opfer verlange. Der Frage einer britischen Gegenleistung welche Washington aber ab­sichtlich aus. Die Zeitung meint, daß die Vereinig­ten Staaten In diesem Jahr im britischen Imperium Rohstoffe im Gesamtwert von \Vk M i l- liärden Dollar kaufen würden. Diele Gü­ter seien Rohstoffe, für die Amerika wichtigster Weltverbraucher sei unb über die das bri­tische Imperium praktisch das Weltmonopol ausübe. Die Erzeugnisse würden infolgedessen nicht zu Wettbewerbspreisen abgegeben, sondern z u künstlich aufgebauschten, zum Nachteil der amerikanischen Lebenshaltungskosten. Es sei nicht zuviel verlangt, wenn England für d'e Kriegshilfe aus seinem Ueberfluß bezahle.

Ich bin ein Reißer früh und spät. Ich entmürff auff ein Lindenbrett Bildnis von Menschen oder Thier, Auch Gewächs mancherlei Manier, Geschrift, auch groß Versal-Buchstaben, Historie und was man will haben. Künstlich, das nit ist auszusprechen; Auch kann ich dies in Kupfer stechen.

Die sandfarbene Hose.

Von Karl Heinrich Waggerl.

Klaus möchte ins Dorf gehen. So sauber ge­waschen sieht er noch hübscher aus als sonst, auch bie Schuhe und das Hemd gingen an, nur die Hosen sind erbärmlich zerlumpt; Klaus betrachtet sie selber voll Kummer vor dem Spiegel. Eine Witwe hat sie ihm geschenkt, sagt er, aber der Selige war Dachdecker gewesen, und da weiß man schon, was so einer fi|r Hosen hinterläßt.

Nun, zum besten bin ich freilich auch nicht damit versehen. Sogar der heilige Martlnus wäre in Ver­legenheit gekommen, wenn er sein Zeug vom Gür­tel abwärts hätte teilen müssen. Es ist. merkwürdig, jedes Jahr schaffe ich mir ein Paar Hosen an, unb doch habe ich immer nur Röcke im Kasten hängen. Aber eine besitze ich, ein Meisterstück des Schnei­ders Paul, bie ist aus fanbfarbenem Tuch nach dem neuesten Schnitt gemacht und so vornehm, daß ich sie nur ganz selten trage, weil auch selten alles Nötige zusammentrifft, ein Feiertag unb Haarfchnei-,

Der sehr rührige Verleger Ammans, der bekannte Buchdrucker Feyerabend in Frankfurt a. M., hat noch andere Holzschnittfolgen desChronisten der Handwerkerei" veröffentlicht, so u. a. ein Trachten­buchDas Frauenzimme r", in demver- meldt wird von allerlcy schönen Kleidungen und Trachten ber Weiber" aller Nationen (1586), ein schönes Kartenspiel mit Trachtenbildern (1588) und ein prächtigesW a p p e n b u ch" (1589) mit vielen mythologischen und allegorischen Einlagen im Geschmack der Damaligen Zeit, dem Jost Amman auch seinen Tribut zollen zu müssen glaubte; andere nehmen an, er habe es seinem geschäftstüchtigen Verleger zuliebe getan.

^Jost Amman starb im März 1591, ber genaue Sterbetag ist nicht bekannt; er soll, wie ein zeit­genössischer Chronist wissen will,an leydiger Ar­beit, daran er sich übernommen", gestorben sein. Unter großen Ehren und unter Anteilnahme des ganzen Rates der Stadt ist er am Morgen des 18. März in Nürnberg zu Grabe getragen worden. Er mar einer der fruchtbarsten deutschen Meister und für unsere Kulturgeschichte von überragender Bedeutung. Hans Stürm.

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lar hinaus durch Weiterverkauf an amerikanisch Unternehmer erzielen werde. Die Notwendig- - . feit eines so hastigen Zwangsverfaufi! , werfe, so sagtWashington Post", ein merkwür- UAS diges Licht auf bas angebliche Interesse ber USA

Schlachtschiffe fürchten. Die bloße Existenz ber modernen unb fampfftarfen Schlachtschiffe ber faschistischen Kriegsmarine zwang ber britischen Flotte im Mittelmeer bis vor kurzer Zeit größere Zurück- Haltung auf. Den Italienern gelang es mit Hilfe ihrer Schlachtslotte, ihr^ Verbindung im Mittel­meer, besonders bie nach Norbasrika aufrechtzuer­halten. Diese Verblnbungen sinb lebenswichtig für die italienische Kriegführung. Der beste Beweis für bie Bedeutung der italienischen Schlachtschiffe liegt ja in den englischen Bemühungen, sie außer Gefahr zu setzen. Und erst nach dem Angriff auf T a r c n t begannen die Engländer ihre Of­fensive im Mittelmeer. Dieser Zusammenhang ist bezeichnend für die heutigen Seemacktoerhältnlsse. Die Drohung ber italienischen Kriegsflotte für die Engländer war so stark, daß sie zur Vorsicht mahnte. Im Mittclmeer erlebten wir daher in die­sem Krieg auch zwei Seegefechte zwischen eng- lischen unb italienischen Geschwabern, die auch Schlachtschiffe enthielten. Da die Gefechte nicht bis zur Entscheidung durchgeschlagen wurden, konn­ten sie keine Aenderung ber Seekriegslage bringen. Das Zusammentreffen aber zeigte, daß man auf beiden Seiten den Schlachtschiffen großen Wert beimaß.

Wie sehr die Engländer ben Einsatz ber deutschen Schlachtschiffe fürchten, zeigte bie Nervosität ihrer Presie bei ber Indienststellung der deutschen Schlachtschiffe von 35 000 t, bie eine außerordent­liche Verstärkung der deutschen Seemacht darstellen. Ihr Erscheinen wird zweifellos die zukünftige See- friegführuna tief beeinflussen unb ben Gegner zu erheblicher Vorsicht zwingen. Der Erfolg ber See­kriegführung liegt in ber Zusammenarbeit aller Einheiten, einschließlich ber Luftwaffe, unb nich» in der einseitigen Bevorzugung ber leichten Streit­kräfte. Nicht biefe allein können Len Kamps ge­winnen. Sie müssen ihren starken Rückhalt an ben schweren Großrampsschiffen finben.

Im Gegensatz zu mancher voreiligen Prophezei­ung hat bas Schlachtschiff seinen Wert bis heute auch unter oeränberten Verhältnissen erhalten. Weber Torpe-do, noch Mine ober Flugzeug Haden feinen Kampfwert erschüttert. Man fand immer roieber technische und taktische Gegenmittel, um bie neuaurtretenben Waffen zu bekämpfen. Wenn erst das Ueberrafchungsmoment im Auftreten einer neuen Waffe überrounben worben ist, bann finben sich immer wieder neue Methoden der erfolgreichen Weiterentwicklung der bestehenden Typen. Stärkere Panzerung unb Ünterroaffereinteilung, Bombenbecks unb Flak-Geschütze, höhere Geschwindigkeit unb tak­tische Maßnahmen verbesserten ben Schutz der Großkampfschiffe gegen bie neuen Waffen. Unb tasächlich gingen fast alle großen Marinen nach einer langen Baupause roieber zum Bau von Schlachtschiffen über. Frankreich begann mit feiner Dunkerque"-Klasse von 26 000 t, Italien antwor­tete mit seinerLittorio"-Klasse von 35 000 t, Eng- lanb baute seineKing George V."-Klasse, in eben dieser Größe, während Deutschland feineGneise- nau"-Klasse mit 26 000 t unb bieTirpitz"- Klasse von 35 000 t lohftruierte. Auch bie Ver­einigten Staaten bauen zur Zeit sechs Schiffe von dieser Größe und zwei weitere von noch größerem Deplacement, wie vermutlich auch Japan, Das über feine Baupläne vollkommen schweigt. Das Fallen oller Verträge mit ihren Baubestimmungen ermög­lichte allen Seemächten frei zu bauen. Größe und vielleicht auch Kaliberstärken ber Schlachtschiffe wer­den also weiter zunehmen unb bamit auch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Torpedo- unb Bomben­treffer. Dann erst wird man sich ein endgültiges Urteil über das gegenseitige Stärkeverhältnis zröi- fchen Schlachtschiff unb Flugzeug machen können. Man barf nicht vergessen, baß von wenigen Aus­nahmen abgesehen, bie heute in Dienst beftnblichen Schlachtschiffe fast alle veraltet unb nur mobernt- fiert sind unb baher gegenüber ben neuesten An­griffswaffen aus ber Lust nur relativ modern sind.

Bei ber Beurteilung bes Kampfwertes der Schlachtschiffe darf man ferner nicht vergessen, daß sich ber Seekrieg nicht nur in ben beschränkten See­räumen ber Ranb- unb Binnenmeere oder im Küstenvorfeld abspielt, sondern auch auf der hohen See, außerhalb der Reichweite ber lüften» gebunbenen Luftwaffe. Die Seekriegführung der Zukunft wird ber neuen Lage entsprechet wahr­scheinlich roieber mehr bas stärkere Kriegsschiff be­vorzugen. Das Schlachtschiff wird wieder zum Trä- ger ber ozeanischen Kriegführung wenden. Die Bau­politik der großen Seemächte, auch Deutschlands, wirb sich danach richten müssen. Eine amerikanische Denkschrift aus ber jüngsten Zeit äußerte sich zu

des Schneiders unb Kürschners, bes Schusters unb Balbierers, der verschiedenen Schmiede, kurz, fast aller Handwerker scharf beobachtet und mit wenigen Strichen festgchalten; er hat auf die Besonderheiten jedes einzelnen geachtet, und das mußte er wohl, denn die einzelnen Zünfte wachten eifersüchtig darüber, daß ihre Rechte gewahrt unb ihre Eigen­arten erhalten blieben. Von manchem Handwerk berichtet dasStändebuch", welches schon lange nicht mehr existiert, z. B. bem Plattner, dem Schellen­macher ober bem Kandelgießer (Zinngießer).

Natürlich hat Jost Amman auch nicht vergessen, einen eigenen Beruf aufzuführen, unb zwar hat er sich selbst zum Vorbild gewählt. Er nennt sich einen Reißer", das ist ein Mann, ber auf einem Reiß­brett, bas wir heute noch kennen, feine Zeichnungen entwirft, um sie bann in Holz zu schneiden ober in Kupfer zu stechen. Er hat sich bargeftellt in ber malerischen Tracht eines Damaligen Standesherren; über einem Ruhe lager hängt sein Schwert, und durchs Fenster schaut man auf einen Berg mit der Stammburg seiner Ahnen. Es ist dies übrigens eines der wenigen bekannten Bildnisse des Künst­lers, ben Hans Sachs (der die Verse unter den deinen Piloern verfaßt hat) sagen läßt:

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