Ausgabe 
20.1.1941
 
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Montag, 20. ZanuarM!

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

'6 Zweites Blatt

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b t, und Lehrer Erläuterungen für das richtige Beschneiden

1 Buschbäumen.

von

Leutnant Hart)", Schauspiel non Walter Erich (§ jfe ilnterhaltunq m beit Lazaretten

Ruttershausen in einem Reservelazarett em ausge- ,zeichnetes Gesangskonzert. Unter Leitung seines ___ i « 1 « ; Atta fUrnfe-on/Rltiecf mna

I

Anschließend gab der Dereinsführer, der auch das Amt des Kassenwartes versehen mußte, den Rechenschaftsbericht, der beträchtliche Umsätze und geordnete Verhältnisse aufweist. Die Ausgaben ent­hielten größere Betrüge für Neuanschaffungen, die den Mitgliedern wieder zufließen. Der Verein konnte aus eigenen Mitteln größere Aufgaben durch,'ühren. Die Kasse wurde von den Mitgliedern Fr. Bauer und Wohlgemuth geprüft. Mit­glied Bauer sprach im Namen der Versamm­lung dem Vereinsführer Dank und Anerkennung für die große Mühe und Umsicht aus, mit denen er den Verein geführt und wieder emporgebracht hat.

Zur Entlastung des Vereinsführers wird Mit­glied Wohlgemuth die Kastenführung überneh­men. Der Vereinsführer bestätigte diesen in seinem Amt, sowie den bisherigen Schriftführer, Reichs­bahn-Oberinspektor Georg Schmid^ ***s "

Zöller als Beiratsmitglied.

forderungen entspreche. ,

In einem zweiten Vortrag sprach der Vereinsfüh­rer über den Wert und die richtige Anwendung des Düngers. Dabei gin-g er auf die Bestandteile des Wirtschaftsdüngers ein und nannte das Verhältnis zur Beschaffenbeit und der Größe des Bodens, der zu düngen ist. Dem Düngen sei größter Wert beizu­messen, wenn man seine Erträge tm Garten steigern wolle. Schließlich gab der Dereinsfübrer auch noch

Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Gießen

Verdunkelungszett

21. Januar von 17.47 bis 9.20 Uhr.

Seele sprach. . _ r .

,So! Geh nur zur SantinT schlug Seppl, der Bayer, mit der Faust auf den Tisch, als der Kuchen­bulle gegangen war. Icke schob die Pfanne in ihr altes Versteck zurück. f

Auf dem Flur begegneten sie dem Feldwebel vom Wochendienst.

Habt ihr noch Kartoffelpuffer? fragte er.

Nein, leider, Herr Feldwebel!" sagte Heinrich, und es war im Halbdunkeln nicht zu sehen, daß er ganz rot vor Aufregung war.

,Mer häddn de Dier mit Deggen abdichten missn! erkannte August mit der ihm angeborenen Schläue, jedoch zu spät, denn der Flur und ein Umkreis von zwanzig Meter vor Baracke 11 roch noch Stunden später nach Kartoffelpuffern.

In der Kantine aber saß der Spieß, und neben ihm der Korporal von Stube 4 und 5 und der Küchenbulle. Sie tranken Bier und schienen einen Riesendurst zu haben. _ . ,

Kommt mal her, ihr Würstchen!" rief der Spieß die Fünf an den Tisch.

Mit dem Salz seid ihr bei den Kartoffelpuffern nicht allzu sparsam gewesen, was?" lachte der Hauptfeldwebel und gab eine Lage für die Fünf aus. Da erst löste sich die Wut in einem befreien­den Lachen, ba die anderen ihre Lagen folgen ließen.

Nächstesmal braten wir unsere Kartoffelpuffer drüben im Gasbunkerl" sagte Heinrich.

Ausdruck. .

In einem anderen Reservelazarett fand ein Kla- mer- und Gesangskonzert statt, das die Pianisttn Frau Elsa E h l e r t - H e b e r m e h l und die San- gerin Fräulein Stoll gaben. Die Pianstin Frau Ehlert-Hebermehl brachte neben Kompost- tionen von Sch^rwenka und Gluck-Brahms auch eine Reihe eigener Kompositionen zu Gehör, ferner be­gleitete sie am Flügel die Sängerin Fräulein Stoll bei ihren Darbietungen, die Lieder von Schubert, Brahms, Grieg und Frau Chlert-Hebermehl brack)- nächsten Kartoffelpuffer bekäme, als der Korporal­schaftsführer der Stube 4 ityib 5 eintrat. Er sagte gleich an der TürWeitermachen", und es war un- mißverständlich, warum er gekommen war. Als Heinrich den Teller vor den Korporal setzte, knurrte sein Magen ganz hörbar. Das tat jedoch dem Appetit des Horporatls nicht den geringsten Abbruch.

Na, dann laßt es euch recht gut schmecken!" ver­abschiedete er sich, Ha, er hatte gut reden, denn es war nur noch Brei für ein letztes Paar Kartoffel­puffer da und, um es kurz zu machen, sie wurden eine Beute desganz zufällig" erscheinenden Kuchen­bullen, und mit dem wollte es keiner verderben.

Wie haben sie euch denn geschmeckt?" erkundigte sich der Küchenbulle, als er ging.

Mer harn genug dervon!" stöhnte August, der Leipziger, und an den grimmigen Gesichtern der anderen Fünf war abzulesen, datz er ihnen aus der

Rührung zu verbergen.

Dornoiizen.

Tageskalender für Montag.

NSG.Kraft durch Freude": 19.30 Uhr im Glo- liia-Palaft, Seltersweg. Meisterabend froher Unter- loaltunq mit Georges Boulanger. Gloria-Palast, Seltersweg:Rosen in Tirol" (Vorstellung 1Ü30 dir fällt aus). Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Was will Brigitte?". Oberhessischer Kunstverein: 7.30 bis 18.30 Uhr: Ausstellung im Foyer des Stadttheaters.

Stadtthealer Gießen.

Dienstag, 21. Ian.: Festvorstellung zum 150. Ge. hirtstaq Franz GrillparzersDes Meeres und der Siebe Wellen", Trauerspiel in 5 Aufzügen von «ranz Grillparzer. 17. Dienstag-Miete.

Mittwoch, 22. Januar: Zum letzten MalDer

Die außerplanmäßige Professorin Frau Dr. Char- lotte von Reichenau in Gießeb ist beauftragt worden, in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft­lichen Fakultät der Universität Franksurt die Kon­sumwirtschaft in Vorlesungen und Hebungen zu vertraten.__

und trat näher. Die knusprigen Puffer ließen ihm sichtlich das Wasser im Mund zusammenlausen.

Heimlich knuffte August den Seppl in die Sette: Dem müß'mer die erschien anbieden

Heinrich klapperte einen Teller aus sttnem Spind und deckte für den UvD. Bemerkt werden muß, daß der UvD während seiner leckeren Mahlzeit die gelbe Dienstschnur abtat und dadurch keiner Bestechung ^Icke grinste ob des erhaltenen Lobes und schun­kelte den Brei zum zweiten Paar Karlos, elpuff er in der Pfanne. Die Hitze in Stube 4 wgr nicht schlecht und der Dunst ließ die Gestalten verschwlm- ^Kaum war der UvD. mit einem freundlichen

Weitermachen" verschwunden und Icke im Begriff die Dufter zu wälzen, knallte ein abermaliges2lch- tunq!" zum Ofen herüber. Icke stand stramm und die Pfanne begann ihm in der Hand zu zittern, denn es war derSpieß", der da breitbeinig im

Kartoffelpuffer.

Von Karlheinz Holzhausen.

Es war so, daß plötzlich alle fünf Mann der Stube 4 in Baracke 11 von Kartoffelpuffern fasel- «n. Weiß der Himmel, wie sie ausgerechnet daraus amen. Hatten vielleicht in einer alten Zeitung em Rezept erwischt oder die Erinnerung war durch ürzählende Urlauber wach geworden.

Seppl nahm die Sache als erster m die Hand und ging zur Küche. Erwischte dem Küchenbullen Staub von der Schulter" und schob ihm eine gute Zigarre hin. Dann schielte er handgreiflicher nach Ben Kartoffeln und verabschiedete sich mit prallen Hosentaschen. Schälen Mußte Heinrich.ausi Ham. bürg, und er tat es mit Fleiß und viel Geschick.

Lugust, der Sachse, aber lief verzweifelt.nach üinem9 Reibeisen herum. Er radebrechte in Mehreren Häusern des Dorfes mit den Franzosen «rauen ver­geblich. Niedergeschlagen kehrte er zuruck und sagte Werd nischt mit'n Gardoffelbusftn! Mer ham keen

ten Mit ihren wertvollen künstlerischen Gaben bereiteten beide den mit Spannung lauschenden Hö­rern einen vortrefflichen Kunstgenuß der ihnen mit herzlichem Beifall gedankt wurde. Oderfekdarzt Dr. Bickert sprach den Künstlerinnen den wohlver­dienten Dank des Lazaretts und der Verwundeten

Im Rahmen der von der NSG. ,Kraft durch Freude" im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht veranstalteten Darbietungen zur guten Unterhaltung unserer Verwundeten in den Laza­retten bot am gestrigen Sonntag der Gesangverein

aus.

(Strafkammer Gießen.

Der K K in Alsfeld war beschuldigt, mit einem Mädchen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen Dorqenommen zu haben. Nach dem Gutachten des Sachverständigen ist der Angeklagte zurechnungs- unfähig und für seine Tat sonach nicht verantwort, lich zu machen. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend, wurde der Angeklagte wegen Zurech- nungsunsähigkeit sreigesprochen und leine Unter- bringung in eine Heil' oder Pslegeonstalt ange ordnet.

Amtsaericbt Gießen.

Ein Mann in Gießen war beschuldigt, den Block- wart vorn Reichsluftschutzbund beleidigt zu haben. Der Blockwart hatte an einem Abend gelegentlich einer Kontrolle festgestellt, daß ein Fenster des An­geklagten mangelhaft verdunkelt war. Am folgen­den Tage begab sich der Blockwart zu der Familie des Angeklagten, um eine entsprechende Verwar­nung auszusprechen. Die Frau des Angeklagten war den warnenden Vorstellungen zugänglich, wah­rend der Angeklagte glaubte, den Blockwart mit gehässigen Ausdrücken bedenken zu können. Der Angeklagte wurde überführt und zu einer Haft- strafe von zwei Wochen verurteilt Nur mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Ange­klagten sah das Gericht von der vom Anklage­vertreter beantragten Gefängnisstrafe ab.

Ein Mann in Gießen hatte einen Strafbefehl über 15 RM, erhalten, weil er am 27. Oktober v. I. in Gießen-Wieseck ungebührlicherweise ruhestoren- den Lärm begangen hatte. Gegen den ^.^moesehl legte er Einspruch ein. Er wurde überfuhrt, und die Geldstrafe wurde auf 20 RM. erhöht.

Landkreis Gießen

Reiskirchen, 20.Ian. Noch glimpflich ver­laufen ist ein V e r k e h r s u n f a l l, der stich am Samstagabend in unterem Orte ereignete. Hier durchbrach gegen 20 Uhr ein $ eiHotte n auto ' aus Gießen die neben unserem Bahnhof befindliche ' geschlossene Bahnschranke mw fuhr bis ; auf die Geleise,- wo es stehen blieb. Während sich die 1 Insassen nach raschem Aussteigen noch mit oem > Wegschieben des Autos befaßten, kam aus N ich tun g 1 Grünberg eine Lokomotive heran, die das Auto erfaßte und zur Seite schob. Glücklicher­weise kamen Personen nicht zu Schaden, sondern es blieb nur bei einigen Beschädigungen des Kraft­wagens.

Ehormeisters Nicolai aus Großen-Bufeck Jang der Sängerchor eine Reihe von Chören und schönen Volksliedern, aus denen Kompofttionen von Pauß- ner, Othegraven, Silcher, Trunk, Heinrichs, Opla- den, Schmitt und Stürmer heroorgehoben seien. Dis ausgezeichneten Leistungen des Chores fanden den verdienten starken Beifall der Hörer. Feldwebel Stumpf als Vertreter des Lazaretts und Spre­cher der Verwundeten brachte den Sängern mit herzlichen Dcmkesworten die wohlverdiente Aner­kennung für ihre schöne Unterhaltungsgabe zum

Dereinsführer Junker sprach dann über bie Pflege der Obstbäume im laufenden Jahre. Zur Durchführung der Baumspritzungen braucht der Ver­ein einen Spritzenführer, Hilfskräfte für die weitere, Arbeit beim Spritzen stehen zur Verfügung Die Vaumspritzungen müßen in erster Linie durchgefuhrt werden. Vor allem sollen sämtliche jungen Vaume gespritzt roerben; denn im Vorjahr trat in beträcht­lichem Ausmaß die Obstmade zutage. Der Dereins­führer empfahl eine besondere Zusammensetzung des dabei zu verwendenden Materials. Außerdem emp­fahl er die Verwendung eines in Oberhessen herge­stellten Wellpapiers bei der Anlegung von Klebe­ringen, das sich infolge feiner praktischen Gestal­tung bewährt hat. Die Pflege der jungen Obstbäume erfordert das ganze Jahr hindurch richtige Düngung und Befeuchtung. Das Begießen der Bäume muß in einem immer weiter zu ziehenden Umkreis erfolgen, damit die Wurzeln sich ausdehnen können, die im­mer der Feuchtigkeit nachftteben. Bei den älteren Bäumen muß die richtige Düngung nicht versäumt werden. Der organisierte Obstbaumzüchter soll m diesen Fragen immer Vorbild sein, vor allem aber in der Behandlung des Obstes. Nach deni Preisbe- ftimmungen dürfe, so bemerkte der VerÄnsführer, erstklassiges Obst, wie es eingepackt zum Verkauf kommt und von den besten Obstsorten sein muß, nur 42 RM. pro Zentner, in der gleichen Gruppe dürfe gutes Obst nur 27, alles andere 20 RM. kosten. Da­bei werde auf Aroma, besondere Größe, tadelloses Aussehen usw. Wert gelegt. In der nachfolgenden Preisgruppe, zu der gute Obstsorten, wie z. B. die Boskoop zählen, betrügen die Höchstpreise für flek- kenreines, ausgesuchtes Obst 24, 18 bzw. 12 RM. ; für den Zentner. Alles andere Obst sei der dritten [ Gruppe eingereiht, in der der Höchstpreis 13. 8 und 1 6 RM. betrüge. Die Ausgabe der Obstzüchter sei es, hochwertiges Obst zu erzeugen, bas ben An-

den fleißigen Spieler, jeder wollte einmal sein E&ftes Lied, bas er mit aufglühenbem Herzen fdmetterte.

Aber als plötzlich in einer kleinen Pause sich das Mßdeutsche Wunschkonzert im Radio meldete, das tnier unauffällig eingestellt hatte, da brachen sie stc kleine Stubenmusik, ihr privates Wunschkon- zrt ab und schalteten sich mit aufgeschlossenen Her- an ein in den großen allgemeinen Empfang. Und sie Kimen alle auf ihre Kosten dabei. Hervorragende ^trumental- und Gesangssolisten, beliebte Orche- ftr und Mlitärkapellen Überboten einander an ge« h Hgen Darbietungen. Aber ebenso aufmerksam kuschten sie auch auf die bekanntgegebenen Körne­nden und ihre Spenden. Bis einmal ein heller Ivischenruf erscholl, weil einer den Namen eines Eben Bekannten hatte fallen hören, und sofort em tges Gespräch über die noch draußen stehenden jnmeraben in Fluß kam. Da hörten sie bie Musik

Der Obst- und Gartenbauverein Gießen hielt am gestrigen Sonntag nachmittag imBurghof" eine Jahreshauptversammlung ab. Der große Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, als Vereins- ührer Junker die Versammlung mit Worten des Dantes und der Treue für den Führer eröff­nete. In seinem Jahresbericht führte er die Besich­tigungen von Gärten und Obstanlagen zur prakti- chen Erörterung von Züchterfragen an, die auch in diesem Jahre fortgesetzt werden sollen. Dem aus dem Obst- und Gartenbauverein hervorgegangenen Kleingärtnerverein wurde der Weg gezeigt, ba es ich um zweierlei Interessen handelt; während die Kleingärtner auf genossenschaftlicher Grundlage zu- ammenarbeiten, hat der Hauptverein mehr wirt- chastliche Ziele. Der Obst- und Gartenbauverein konnte seinen Mitgliedern im abaelaufenen Jahr wieder allerlei Pflanzgut, Fichtenstämme, Dünge­mittel, Gerätschaften verschiedener Art beschaffen, und er führte auch die Obstbaumspritzungen durch. Außerdem erhielten die Mitglieder in den Ver­sammlungen wertvolle Belehrungen und Anregun­gen.' Diese Tätigkeit fand ihre Anerkennung in der Zunahme der Mitglieberschaft, die trotz einiger Ab« gange durch Tod, Verzug usw. eine schme Steige- rung aufroeift. In dem Jahresbericht erwähnte der Vereinsführer auch die gute Zusammenarbeit mit feinen Mitarbeitern und dankte allen Mitgliedern für die Treue zum Verein.

Türrahmen stand. . . .

Soso!" sagte der Hauptfeldwebel und trat naher. Schnüffelnd schob er sich auf Icke zu. Eine schwärz­liche Wolke stieg von der Pfanne aust .

Mann!" schrie der Spieß.Die verbrennen ja!

,'^awoll, Herr Hauptfeldwebel!" stotterte Jcke und hob die Pfanne vom Ofen. Der sonst so sichere Schwung mißlang ihm kläglich. Die Kartoffelpuffer torkelten durch die Luft und rutschten mit leichtem Klatschen an der Pfanne vorbei in ben Kohlen­kasten und legten sich über den Koks.

Sie Stümper", knurrte der Spieß.Zeigt mal ^Dann briet sich der Spieß zwei vorschriftsmäßige Kartoffelpuffer, und sie waren so wunderschön braun daß Seppl beinahe mit den Fingern zuge- (anqt hätte. Heinrich aus Hamburg schepperte aber­mals mit einem Teller, und der Hauptfeldwebel ver­tilgte vor den hungrigen Augen der fünf Landser seine selbstgebackenen Puffer. Es war schwer für die Fünf, ihr verbindliches bienftfreubtges Lächeln ^Icke^brttt das nächste Paar und wartete mit ver- fnHfenen Lippen auf den Augenblick, wo er dem Spieß mal zeigen könnte, wie so ein echter Spree­athener Kartoffelpuffer umschwenkt. Leider ging der Hauptfeldwebel schmunzelnd mit einemDanke schön!" . k.

Die vier Wartenden losten gerade aus, wer die

Aus der Stadl Gießen.

Das Wunschkonzert.

Die Sonntagnachmittagssonne strahlte golden üirch die breiten Fenster der Lazarettstube und legte fid wie eine liebe Hand da und dort auf ein blaß gewordenes Soldatengesicht oder ein paar ruhende ftjnbe, als wollte sie sagen: habt nur noch ein biß- (tyri Geduld, bald habe ich ben Winter aus dem A de gefegt, dann dürst ihr auch wieder hinaus, lio als gar einer, ben stummen Gruß der Strahlen- verstehend, seinem Kameraden auf die Schulter tOpfte und meinte:Mensch, es ist doch gleich ganz fliDeTS, wenn die Sonne scheint!", da hatten alle vccherige Nachdenklichkeit und jeder Mißmut ein Ebe. Eine holte seine Handhärmonika, und in sein sthliches Lieb stimmten alle ein. Nun löste eine Mise die andere ab, denn jeder hatte einen Wunsch

Schäfer. 16. Mittwoch-Miete.

Fpeitag, 24 Januar:Des Meeres und der Liebe Wellen", Trauerspiel von Grillparzer. 18. Freitag- Miete.

Sonntag, 26. Januar: Festvorstellung zum 40. Todestag DevbisDie Macht des Schicksals , Oper in 4 Aufzügen von Giuseppe Verdi. Zum letzten Mal. Außer Miete.

Der Schweizer Bauerndichker Alfred Huggenberger in Gießen.

Im Rahmen eines Mitglieder-Abends wirb am morgigen Dienstag, 21. Januar, in der Aula der Universität der Schweizer Bauernbichter Alfred Huggenberger aus eigenen Werken lesen. Huggenbergers Werk tritt nicht mit großen Worten an/ben Menschen heran, aber es kommt aus jener Tiefe aus der allein Wertvolles, Starkes und Bleibendes fließen kann. Die Dichterstunde mit Al­fred Huggenberger verspricht wieder em einzig­artiges und tiefes Erlebnis zu werden.

Von »er Universität Gießen.

Das Geheimnis der Marionetten wird in Bild­tafeln und einem amüsanten Aussatz im Januarheft derneuen linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Preis 1, RM.) sichtbar. Dem Auftakt mit ber zweiseitigen Farbtafel, bie eine interessante Auf­nahme eines beutschen Kampfflugzeuges über ber englischen Küste zeigt, folgen Beittage von Kasimir Edschmid über die Reichsstädte bes Elsaß mit Auf­nahmen dieses Landes, das wir nach seiner Heim­kehr nunmehr wieberentdecken müssen, und von Pro­fessor Carl von Loesch über die gleichfalls heimge­kehrten Bessarabien- und Dobrudscha-Deutschen. Neben einer farbig luftigen Veröffentlichung über bie Worpsweder Malerateliers wird noch besondere Aufmerksamkeit erregen ein Titelblattwettbewerb, zu dem alle beutschen Künstter aufgerufen werden. Bei dieser Gelegenheit erfährt rrfan in Bild und Wort aufschlußreiches über bas Wesen bes Plakats über­haupt.

Mit ihrem neusten Heft beginnt bie TI oben m eit" (Deutscher Verlag, Berlin) wie- ber monatlich zu erscheinen, lieber 90 zum Teil bunt wiedergegebene Mobelle zeigen bie Lime per neuen Mode im Gesamteinbruck unb zahlreiche Kleiber, Kostüme, Komplets, Mäntel, Jacken, Blu- len unb Röcke sowie viele Kinberkleibung. Der reiche Handarbeitsteil unb ein zweiseitiger Beitrag mit vielen Zeichnungen:AbänbernVeränbern Umänbem" sind besonders zu erwähnen.

kt noch mit einem Ohr.

.Wenn ich nur wüßte", sagte plötzlich em gut« tätig dreinschauender Feldwebel,wo heute ber 1 utnant K. steckt! Er war mit mir in Polen und stankreich. Ein Prachtkerl! Als er versetzt würbe, mg es ber ganzen Kompanie nahe, als verliere 3er seinen Vater aber Freund!" Er machte mit

125. SekhSstsjubiläuni.

* Krofdorf, 18. Jan. Im Laufe dieses Jahres jährt sich das Bestehen des Kolonialwarengeschaftes von Otto Becker zu Krofdorf zum 12 5. Male. Der Gründer bes Geschäfts, David Heyer, ein gebo- rener Sachse, wurde 1812 von der damaligen fron- zösischen Militärbehörde (Königreich Westfalen) mit noch anderen Jünalingen zum Milttärdienst aus- gehoben. Auf dem Wege nach der Garmfon gelang es ihm in der Gegend von Marburg, sich von dem Trupp zu entfernen. Trotz scharfer Fahndung durch französische Gendarmen kam er bis nach Krofdorf. Hier fand er Aufnahme bei einem Zimmermetittr. 1815 verheiratete er sich, und am 19. Januar 1816 kauften die jungen Eheleute von dem Pfarrer Reutz einen Hofgering mit daraufstehendem Bau, das Zeughaus genannt. Hier fingen sie tm gleichen Jahr ein Kolonial- und Kurzwarengeschäft an. Die Waren bezogen sie von ber Firma Joh. W. Hast in Gießen. 1858 übernahm der Schwiegersohn Heyers, ^oh. Adam Moos, bas Geschäft. Don 1894 bis 1926 führte es besten Sohn Ernst Moos, und von 1926 dis heute dessen Schwiegersohn Otto Becker.

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Aber nur mit einem halben Teelöffel SalZ- murmelte Tünnes, ehe er sich nach brehte unb seineSägesabrik" in Betrieb setzte.

Zeitschriften.

Das Januarheft der ZeitschriftN e u e 5 Volk" (Blätter des Rassenvolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68) brinat unter an­derem einen aktuellen Aufsatz über Rassenpolitik in ben Kolonien von Dr. Günther Hecht. Das Helben- lieb von Narvik singt Hellmuth Unger Interessante Erperimentalaufnahmen begleiten ben biologilch seyr aufschlußreichen Beitrag -Insekten auf dem Ope­rationstisch" von Dr. E. Decker. Charakteristisch be- bildert sind ferner bie Beiträge über Menschen unb Schicksale im Elsaß undTragödie ber Mischehe von Dr. Karl Eiland. Auch die kleinen Beitrage, die SparteDas Rassenpolitische Amt gibt Aus­kunft" und die Bücherecke bringen viel Wissens-

^DÄch-c Soin?" murrt. S.ppl »ud iE buw 'S S£S PWÄÄ "S SfÄ-w wusfig* Turf. Eins baoon mar ihm 'N der ^entasch- z-r irodjen. Da jedach keine zehn Stunden seit dem letz len Appell in Tuchhosen vergangen waren, best n- Len gegen die Verwendung bes Knickeies keine B - ^Der" Kananenasen mürbe auf die nötige Rotglut gebracht und Icke, ber Schweigsame aus Berlin Wartete mit einer Pfanne aus den Bren Es eub «tanben wegen der Menge des Salzes, das chemnch Wit einem Eßlöffel dineinfchüttete kurzgestrßte De fcatten, die Seppl jedoch brutal abfchnrtt. Er reifte fSA- !-«> ""'»'S: r/AWBS s» e s ««5s .gerade umfchwenk-n wollte, brüllte Seppl

lU2?er UvD. stand schnuppernd in berJur unb fagte nurAha," Dann leckte er sich bie Lippen

r Hand eine Bewegung, als wollte er sagen: ba Attn einem bie Worte.Man konnte zu ihm kom­men, mit welchem Anliegen es auch war, ob es sich i an braußen ober daheim handelte, er hatte für öen ein Herz unb ein warmes Wort!" _

Er schwieg, unb man lanichte dem letzten Teil t s Konzerts, das auch bie Bekanntgabe von freu- tjgen Familienereignissen brachte. Mit einem Mal ihr er hoch, strahlend übers ganze Gesicht:j)abt rrs gehört! Michael K., bas ist er! Er hat einen Zungen!" Er zündete sich eine Zigarettt an unb rechte sein Etui herum: man könne ja später einen Augenblick bie Fenster öffnen. .

Am nächsten Morgen zeigte er wie etn glücklich r-'.schenkter der Stube die Geburtsanzeige, bie ihm hr Leutnant geschickt hatte.Kinder, ist bas nicht m Vrachtkerl! Aber nun soll er auch ein zackiges ; trlück'wunschtelegramm erhalten, der Michael! Und ar schneuzte sich abroenbenb bie Nase, um, feine