Ausgabe 
20.1.1941
 
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Deutsche Wacht in Sturm und Schnee an Frankreichs Küste.

Von Kriegsberichter Hans BiallaS.

Der Beobachtungsposten des Küstenschutzes hat mit dem Scherenfernrohr am fernen Horizont eine verdächtige Rauchfahne entdeckt. Sofort werden auch die Nachbarposten televhonifck verständigt, damit auch sie die Erscheinung in Beobachtung nehmen können. (PK.-Kliern-Scherl-M.)

den letzten beiden Wochen auf ein Schilling und dann sogar auf einen halben Schilling Wert be­grenzt war (die Kaufkraft eines Schillings beträgt zur Zeit bestenfalls 60 Pf.), sind mit diesen drei Torpedotreffern mindestens zwei Wochenra» tionen Fleisch für En gl and verloren.

Die britische Regierung hatte versucht, die scharfe Kürzung der Fleischrationen mit angeblichen Mas­sentransporten von Truppen und Kriegsmaterial nach Nordafrika und entsprechender Verknappung an Schiffsraum zu begründen. Die Versenkung von drei großen vollbeladenen Fleischdampfern inner, halb von ,zwölf Tagen aber redet eine andere Sprache, warum der britischen Bevölkerung die Fleischtöpfe immer höher gehängt werden.

Eine Ehurchill-Rede.

An die Adresse des Sondergesandten Roosevelts.

Berlin, 18. Fan. (DNB.) Churchill hat in Glas­gow vor einer öffentlichen Versammlung gesprochen. Aber seine eigentlichen Hörer waren nicht die Glas­gower Versammlungsbesucher, sondern ein Mann, der auf der Tribüne saß: Herr Hopkins, der Sondergesandte Roosevelts, der sich an Ort und Stelle ein Bild über die Hilfsbedürftigkeit Englands machen soll. Ihm und den Presseberichtern aus USA. galten die hochtönenden Phrasen, daß Englanddie vorderste Linie der Zivilisation und des Fortschritts" einnehme, daß es entschlossen sei, die Menschheit an diesem Wendepunkt ihres Ge­schickes nicht im Stich zu lassen", und der Klageruf, daß .dieser böse Mann Hitler Großbritannien von seinem Weg hinwegfegen wolle". Es sind die heuch­lerischen Phrasen, mit denen die Kriegserklärer vor den USA. ihre »demokratische Sendung" Nachweisen sollen.

Vor uns liegen Gefahren, die durch irgendeine Nachlässigkeit verhängnisvoll, ja tödlich werden kön­nen. Wir haben die Aussicht auf zahlreiche Monate, in denen wir die Bombardierung unserer Städte und Fndustriebezirke erdulden müssen, ohne auf die- selbe Weise antworten zu können. Wir haben Leiden und Prüfungen vor uns. Ich gehöre nicht zu denen, die behaupten, daß sich ebene Wege vor uns öffnen oder daß wir in diesem Jahre keine schrecklichen Au­genblicke erleben werden." Das sind reichlich düstere Prophezeiungen, bei denen man immer wieder an die Prahlereien vor einem Jahr denken muß. Chur­chill hat dem englischen Volk gar keine konkreten Hoffnungen zu machen, daß es etwa aus eigener Kraft diesen Kampf, der so mutwillig begonnen | wurde, durchstehen könne. Hilfe aus Amerika ist sein einziger Trost. Eine Hilfe, die das stolze England zum fortwährenden Verkauf weiterer Besitzungen und zur Aufgabe immer neuer Machtpositionen nö­tigt. Weg ohne Ende, wie Churchill anscheinend selbst ahnt.Wir werden so viel wir können, bezahlen, wir brauchen aber viel mehr, als wir bezahlen kön­nen". Churchill schloß seine 'Rede mit dem kühnen Ausspruch:Mein einziges Ziel ist, den Hitlerismus in Europa auszurotten". Eine gefährliche Arroganz in einem Lande, das an nichts anderes denkt als den erwarteten deutschen Angriff!

Das Echo her Ehurchill-Rede

Stockholm, 19. Jan. (Europavreß.) Die Rede Churchills in Glasgow wird in London als An­zeichen dafür angesehen, daß die englische Regie­rung den in den nächsten Monaten zu erwartenden militärischen Ereignissen mit Unruhe entgegen.- sieht. Neutrale Korrespondenten telegraphieren: London erwartet kritische Wochen im M i t t e l m e e r." Es ist beobachtet worden, daß Churchill im Gegensatz zu seinen letzten Ausführun­gen nicht mehr in abfälligem Ton über die Schlag­kraft der italienischen Mlitärmaschine sprach, son- dern Italien stets in einem Atemzug mit der von Deutschland drohenden Gefahr erwähnte. Besonders hat es Aufsehen erregt, daß Churchill die Schwäche der britischen Luftwaffe gegenüber der deutschen durchaus zugab, indem er erklärte:Wir müssen viele Monate lang Bomben­angriffe auf unsere Städte und Industriegebiete er­warten, ohne mit der gleichen Münze antworten zu können, wie haben Lecken und schweren Prüfungen entgegenzusehen."

Die Churchill-Rede wird als Versuch bezeichnet, Roosevelt gegenüber den Isolationisten den Rücken zu stärken. Selten habe der englische Regie­rungschef, so argumentiert man in London, mit einer derartigen Offenheit die englischen Versor- gungs- und Erzeugungsschwierigkeiten aufgezeigt. Auch die Finanzschwierigkeiten habe Churchill klarer denn je umrissen, wobei ihm ein wenig zuversicht­licher Jahresbericht des Schatzamtes vorgelegen haben soll.Wir werden bezahlen, was wir be­zahlen können, aber wir brauchen mehr, als wir zu bezahlen in der Lage find", sagte Churchill.

Oer Wehrmachtbericht vom Gomstag.

Berlin, 18. Jan. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Lin Unterseeboot meldet die Versenkung von 29 00(^ BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes. Die Luftwaffe klärte am gestrigen Tage über dem britischen Raum auf und griff hierbei einen L o n. doner Bahnhof an. Bombentreffer in Gleis- und Gebäudeanlagen wurden von den Besatzungen beobachtet. In der letzten Rächt griffen Kampfflie- gerverbände einen Hafen an der englischen Westküste mit Erfolg an. Außerdem wurden eng­lische Häfen vermint, sowie kriegswichtige Ziele in London von schwächeren Kräften mit Bomben belegt. Zwei feindliche Flugzeuge wurden im Luft­kampf, ein drittes durch INarineflakartillerle abge- schossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Oer italienische Bericht vom Gamstag.

Rom, 18. Jan. (DNB.) Der italienische Wehr- wachtbericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut:

An der griechischen Front wurden im Abschnitt der 1L Armee feindliche Angriffe zurück- geschlagen.

In der Lyrenaika an der Front von Tobruk erhöhte Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Wäh­rend eines feindlichen Angriffes wurde eine Hur­rikane von unserer Marineflak abgeschossen. An der Giarabub-Front haben unsere Flugzeuge Truppen und motorisierte Kolonnen des Gegners Wit Bomben und MG.-Feuer belegt.

3a Ofiaf tita wurden feindliche Kraftwagen,

DNB.... 18. Jan. (P K.) Auch über die franzö­sische Kanalküste hat der Winter seine harte Hand gelegt. Heulende Stürme peitschen den Meeresarm, der die Insel England von Europa trennt. Drüben, wo sonst an sonnenklaren Tagen weiß die britische Kreideküste herüberleuchtet, liegt trüber Dunst über der bewegten See. Jedoch immer noch greifbar nahe ist das Jnselreich, das im Donnern der Fernkampsgeschütze und brausenden Anslug un­serer Bombengeschwader täglich die starke Faust Großdeutschlands spürt.

Trotz Sturm und Schnee, trotz eisiger Winde, die über Land und Meer pfeifen, tun die deutschen Wachen am Kanal unermüdlich ihren harten Dienst. Dort, wo weit vor dem französischen Kanal- Hasen der Leuchtturm ragt, ist eine S i g n a I ft a tion der Kriegsmarine eingerichtet. Der Feind ist nahe, und stündlich kann von See aus un­ter dem Schutze des unsichtigen Wetters ein bri­tischer Anflug erfolgen, oder ein feindliches Kriegs­schiff, Zerstörer oder Schnellboot die Einfahrt in den von der deutschen ^Wehrmacht kontrollierten Kanal wagen. Gerade an solchen Tagen ist die Aufmerk­samkeit aller deutschen Posten entlang der Küste und in den Kanalhäfen besonders wach. Brausend klatschen die aufgewühlten Wogen an den Molen empor, die weit in die See hineingebaut den Hafen schützen. Ganz vorn der Mölenkopf birgt die deutsche Signalstation. Eisige Winde brausen darüber hin. Dis hinauf fliegen die Spritzer, wenn bei hoch­gehender See der Sturm das Wasser zerreißt und die See an den Grundmauern der Mole rüttelt.

Unerschütterlich steht dann der Po st en; in sei­nen Wachtmantel gehüllt, späht er auf die See hin- aus. Da kann kein überraschender Handstreich auch nur den geringsten Scheinerfolg erzielen. Oft schon hat es der Brite gewagt, aber mit blutigen Köpfen ist er davongejagt worden. Noch konnte kein bri­tischer Flieger so schnell aus den Wolken hervor­stoßen, daß nicht der Alarmruf ihm oorauseilte und ihn ein rasendes Abwehrfeuer empfing.

Drohend recken sich die Gescyütze vom Um­gang des Molenkopses gegen die See. Hier, dies eine, weist am Rohr tiefe Kratzer auf.Spuren englischer Maschinengewehre?",Nein", der Signal- meister lacht ingrimmig:Das war unser MH.> Schütze, der einen anfliegenden Tommy im Visier hatte und ihn im Eifer des Gefechtes um einen Zentimeter zu tief verfolgte ..."Dort!" die Hand des Signalmeisters weist hinüber nach dem großen Hafenbecken,ist er runter gekommen."

Der Blick geht zurück auf den Hafen. Da rauchen die Schornsteine, da hämmern die Werften, der Betrieb ist in vollem Gange. In sicherer Hut liegen die deutschen Kriegsfahr- zeuge, die von hier gegen England auslaufen.

die sich einer unserer vorgeschobenen Stellungen a n der Sudan-Front genähert hatten, in die Flucht geschlagen. An der Kenia-Front haben wir einen von Flugzeugen und Panzerwagen un­terstützten Angriff feindlicher Streitkräfte glatt zu- rückgeschlagen und dem Feind große Verluste bei­gebracht. Unsere Luftwafse hat Anlagen und Lager­häuser des feindlichen Stützpunktes von Port Sudan bombardiert. Feindliche Luftangriffe an

DNB. ..., 19. Jan. (PK.) Die deutschen Luft- streitkräfte auf den italienischen Flughäfen haben zum zweiten Schlage gegen den wichtigsten Stütz­punkt der englischen Streitkräfte im Mittelmeer, gegen Malta, ausgeholt. Der Angriff galt dies­mal einigen Flughäfen, über die mit großem Erfolg am Hellen Tage Taufende von Zentner Bom­ben mittleren und schweren Kalibers abgeworfen wurden, die in kürzester Zeit auf den Angriffs­plätzen ein Bild völliger Zerstörung hinterließen.

Unser Stuka-Verband ist gegen den Ab­sprung-Hafen der englischen Bomber eingesetzt, dessen Vernichtung zwar besonders schwer, aber darum auch um so wichtiger ist. Größere Wol­kenbedeckung über dem Mittelmeer, die über Malta im Zielgebiet aufreißt, bietet gute Sichtmöglichkeiten für den Angriff. Klar heben sich die Umrisse der englischen Insel gegen das Meer ab. Wind und Seegang sind von großer Stärke. In Sicht der In­sel, die erste Begegnung.Jäger von hinten!" Kurze Feuerstöße des Bordfunkers auf den uns an Schnelligkeit und an Wendigkeit, aber auch an Be­waffnung überlegenen Gegner. Unsere Abwehr ist, wie wir erleichtert feststellen, nicht mehr notwendig. Deutsche Zerstörer übernehmen den Kampf mit den englischen Jäaern, die bald im Sturzflug durch die Wolken verschwinden.

Sidi el Barani zwei weitere Kreuze« in der glei­chen Gegend, ein Kreuzer von 6000 Tonnen an der afrikanischen Küste, ein 5000 Tonnen - Dampfer. Also durchweggroße Brocken".

Der Torpedo war als gefährliche Waffe schon lange bekannt, und Italien hat eine gute Baupraxis. Es war jedoch nicht ganz leicht, ihn mit dem Flugzeug in eine harmonische Ehe zu bringen. Wie verhütet man vor allem, so lautete eine der chwierigsten Fragen, daß der komplizierte Mecha- nismus des Geschosses beim Aufprall auf dasWasserzu Schaden kommt, ja zerstört wird? Dieses Problem, das wohl in erster Linie auch mit dem Aufprallwinkel in Verbinduna stand der beim Schisprung z. B. enffcheidend ist ist gelöst worden. Im August vorigen Jahres gab es

Hier find deutsche Frachter vertäut, da laufen täglich die Minensuchboote aus, um die Fahr­rinne frei von britischen Minen zu halten. Immer wieder versucht es der Engländer, im blitzschnellen Anflug weit vor dem Hafen hier und dort seine Minen abzuwerfen, aber schon ist die Meldung von den Vorpostenbooten oder der Signalstation da, denn ihrem wachsamen Auge entgeht nichts. Sind es keine Bomben, die der Tommy in sicherer (Ent­fernung ins Meer wirst, so kommt die Meldung: Unbekannter Gegenstand von feindlichen Fliegern abgeworfen" und in wenigen Stunden ist die Gefahr beseitigt.

Oben, am Rundgang des hoch über die Mole ragenden Leuchtturmes, tritt der Signal - gast heraus. Er wechselt Morsezeichen mit einer auslaufenden Gruppe der kleinen H a f e n s ch u tz - boote, die auf ihre stürmische Position gehen. Nicht nur Wache, sondern auch Auge und Ohr des Hafens ist die Signalstation. Manches Mal müssen

Gigiga, verbera, Dlredaua, Gura und Toselll haben keinen Schaden verursacht.

In den frühen Morgenstunden des 17. unternahm der Gegner einen Luftangriff auf einen unserer Stützpunkte lm Dodekanes. Infolge der wirk­samen sofortigen Reaktion unserer Abwehr kehrten die Flugzeuge sogleich um und warfen ihre Bom­ben planlos aus freies Gelände, ohne Schaden an­zurichten.

Durch die aufgerissene Wolkendecke sehen wir das Angriffsziel: einen großen, gut und zweckmäßig an­gelegten Flugplatz mit mehreren Startbahnen, großen Hallen und Unterkünften, zahlreichen split- tersicheren Boxen für die schweren englischen Bom- der. Einige englische Bomber sind in ihren Boxen am Rande des Platzes abgestellt. Das Gelände um dem Flugplatz ist reichlich mit Flakstellungen ver­sehen, deren Abwehr sowohl durch schwere Flak vor dem Sturz als durch leichte Flak während des Sturzes und nach dem Angriff gut ist. Der Flug­platz zeigt bereits zahlreiche Spuren des vernich­tenden Zerstörungswerkes der Bomber, die vor uns gestürzt waren. Starke Rauchentwicklung an den Unterkünften, Brände in den Hallen, Zerstörun­gen der Startbahnen find deutlich zu erkennen.

Unser Ziel sind die Hallen. In das Chaos der Explosionen und Brände hinein krachen unsere und die Bomben der foltjenben Maschinen. Der An­griff selbst hat nur Minuten gedauert, Minuten, die genügten, einen großen Flugplatz weitgehend zu zerstören. Zum zweiten Male haben deutsche Stuka-Verbände über der englischen Festung durch die Tat bewiesen, wer tatsächlich die Luftherrschaft im Mittelmeer besitzt. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein.

dann auch schon in Libyen einemagere Patrouille" von fünf Flugzeugen, die mit Lufttorpedos kämpften. Der erste Angriff wurde am 15. August bei Nacht auf den Hafen von Alexandrien ausgeführt. Beob­achtungen über den Erfolg konnten damals jedoch nickt angestellt werden. Bei Marsa Matruh in­dessen roeniae Tage später begann die Er­folgsreihe der Amphibien.

In der Tat tft das Torpedoflugzeug ein Zwitter­ding, eine Kombination der Fliegerei und der Ma. rine. Die eine hat die Flügel gegeben, die andere die Waffe. Der Pilot ist Flieger, der Beobachter Marineoffizier. Dieser bestimmt die taktischen Ma- nöoer, richtet den Torpedo und wirst ihn ab. Es wäre übrigens irrig zu glauben, daß nur Wasser, slugzeuge zum Torpedoabwurf geeignet seien. Die Landmaschine S 79 hat sich, wie uns italienifche Flieger versicherten, ausnehmend gut bewährt, da sie einerseits beweglich ist, andererseits aber sehr gut in der Lust liegt und deshalb ein genaues Zielen gestattet.

Auch auf englischer Seite werden Lufttorpedos an- getDanbt, doch haben sie bisher immer nur «nfte-

bei Nebel und in pechschwarzer Nacht ihre Signal« den einlausenden Fahrzeugen den Weg weisen. Do blinken draußen auf See Morsezeichen auf, weil vorgebeugt lehnt dort ein Signalgast und meldet die Antwort, die ihm von der Signalstation kommt, dem Kommandanten, der das Schiss nach harter, ge, fahrvoller Fahrt sicher in den Hafen zurückführt Immer ist den heimkehrenden Fahrzeugen der erste Anruf der Signalstation wie ein Gruß Deutsch lands.

Darum tun die Männer hier wie überall ihren Dienst, in dem Bewußtsein ihrer oerantroortungg. vollen Aufgabe und in der Gewißheit, daß sie an ihrem Posten auch Wacht gegen England stehen und dazu beitragen, den Wxg im Kanal, das Tor zu Großbritannien, offenzuhalten. Selten wird ihr Dienst, ihre ermüdende Wache durch einen Land, gang unterbrochen. Sie begnügen sich gern in dem Bewußtsein, eine vorbildliche Station aufgebaut zu haben.

wegliche Ziele getroffen, während in dem See« gefecht von Kap Teulada z. B. ein einziges italie. nisches Schlachtschiff siebenmal aus weniger als hundert Meter Entfernung abgeworfenen Torpedos ausweichen konnte. Die Italiener weisen dagegen darauf hin, daß sie ihre Erfolge gerade bei be« weglichen Zielen zu verzeichnen hatten. Dank ihrer besonderen Eigenschaften, die nach den Er« fordernissen der Seekriegführung entwickelt sind, stellen die Lufttorpedos eine gefährliche Waffe im Luftkampf gegen Schiffe dar, da sie vor allem un­ter der Wasserlinie, also an den enffcheidend emp« kindlichen Stellen, zu treffen vermögen, in Serbin« düng mit der Beweglichkeit der Flugzeuge eine ernste Bedrohung der englischen Flotte im Mittel- meer.

Englischer Hungerkrieg gegen Frankreich.

Der LebensmitteldampferMendoza" vor der brasilianischen Küste aufgebracht.

Der große französische DampferMendoza", der mit einer Ladung Lebensmittel schon vor eini­gen Tagen in den Hoheitsgewässern von Uruguay durch einen englischen Hilfskreuzer widerrechtlich angehalten wurde, ist auf der Weiterreise 5,5 Seemeilen von der Küste des brasilianischen Staates Santa Catharina aufgebracht und be­schlagnahmt worden. Damit dokumentiert Eng­land, oaß es den Hungertrieg, der ihm gegen Deutschland mißlungen"ist, in aller Form gegen das unbesetzte Frankreich zu führen ge- denkt. Die Vereinigten Staaten von Amerika bür« fen sich sagen, daß sie den englischen Seeräuberkrieg durch den Verkauf von 50 Zerstörern und durch an« dere Unterstützungsmaßnahmen direkt fördern; zu diesen Maßnahmen gehört ja auch die offenhinbiae Anweisung an die amerikanischen Kontrollschiffe, nichts gegen englische Seestreitkräfte zu unternehmen, die die amerikanische Neu­tralitätszone durch Krieashandlungen ver­letzen. Dom rein praktischen Standpunkt aus gesehen, ist das neueste englische Kriegsverbrechen völlig sinnlos, da aus dem geschlagenen Frankreich für englische Zwecke nichts mehr herauszuholen ist. Ab- gesehen von dem sehr wenig aussichtsreichen Ver­such, auf diese Seeräubermanier etwas gegen die englische Fleischnot zu tun, handelt es sich also um einen reinen R a ch e akt, einen Ausdruck typisch britischer ordinärer Gesinnung. Der Vorfall ist ein neuer Beweis dafür, daß für die angelsächsischen Mächte das Völkerrecht lediglich auf dem Papier steht, bzw. völlig willkürlich nach eigenem Ermessen ausgelegt wird. Dazu gehört ja auch die bevor­stehende amerikanische Genehmigung für englische Kriegsschiffe, in amerikanischen Häfen beliebig lange und ausführlich Reparaturen vornehmen zu lassen.

Uruguay unterrichtet die panamerikanische Konferenz.

Montevideo, 19. Jan. (Europapreß.) Das uruguayische Außenministerium gibt bekannt, daß die betroffenen südamerikanischen Staaten d e n Präsidenten von Panama gemäß Artikel2 der Panamerikanischen Erklärung, die auf der Pa­nama-Konferenz beschlossen rourbe, von der Auf­bringung des französischen DampfersMendoza" durch ein britisches Kriegsschiff innerhalb der pan­amerikanischen Neutralitätszone unterrichtet haben.

In R io de Janeiro behandelte die Inter­amerikanische Neutralitätskommission den von der uruguayischen Regierung der Havanna-Konferenz vorgelegten Plan der Schaffung eines

Torpedos fallen vom Himmel.

Eine gefährliche Waffe im Lustkampf gegen Schiffe.

Bon unserem Rch.-Korrespondenten.

Rom, Mitte Januar 1941.

Durch Lufttorpedo versenkt" ... ein Satz, den man öfters in italienischen Wehrmacht­berichten lesen konnte. Die Mittagsausgabe der Giornale d'Jtalia" brachte dieser Tage eine Er- olasliste: Ein englischer Kreuzer am Eingang zum Hafen von AlexandriGi, ein anderer Kreuzer vor

Deutsche Stuka-Verbände im Angriff auf die Flughäfen von Malta.

Bon Kriegsberichter Hans Rechenberg.