Montag. 19. Mai Ml
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesten)
Nr.tt? Swetter Statt
Schilderung stehen
Am Schluß möge noch eine
aus
L.B.
Die Haftung der Straßenbahn für Sachschäden
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Roman von Elisabeth 4folt
(Nachdruck verboten.)
21. Fortsetzung.
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einem dünnen Wollkleid, blau wie der Zü-
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Pattini!
denn
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von das
sie leere Pattini, ausver-
ten Kindes Freude an
& Ebe, in Heuchel-
Tafelstück, Arm so dick Tauben."
vertrag in die Südstaaten mehr, hier hat Häuser, und dabei sind die Abende der die natürlich auch gerade hier sein muß, kauft."
„Ja", sagte die Maurer zornig, „die
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Material in die Hand. Was weiß er von solchen Sachen?"
„Allerhand", sagte sie vergnügt. „Eine ganze Menge weiß er, lassen Sie sich's erzählen. Dor zwei Jahren hat er an einer Bankfiliale in Lom 'mitgebaut und da offenbarte ihm der Direktor die Geheimnisse moderner Kassenanlagen."
„£om ist ein Donauhafen", verlautbarte Dr. Kempf belehrend, „ein fürchterliches Balkannest an der bulgarischen Grenze — das wissen Sie natürlich?" Frau Maurer gewann den Eindruck, daß er in Gedanken ganz wo anders sei als in Lom, obwohl er davon redete. „Dor sechs Monaten gab es da einen bösen Zusammenstoß zwischen ungarischen Schleppern, die gesamte Weizenladung ist dabei ersoffen. Die Maschinen wurden zerstört. Wir haben neue Schiffsmotoren geliefert und das Geld bis heute nicht bekommen."
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erkundigte sich bei ihr, ob das stimme mit der schaulichen Ruhe da oben.
Gerda zuckte die Achseln und meinte, Frau Pachoven solle doch selbst hinaufkommen und Appartement besehen.
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Verdunkelungszeit
19. Mai von 21.17 bis 5.21 Uhr.
10. Kapitel.
Der Tag der Äida-Aufführung stand vom Morgen an unter einem bösen Stern. In aller Herrgottsfrühe erschien Rosa vor Polas Bett, sie brachte einen schwachen Teeaufguß und meldete in vorwurfsvoll anklägerischem Tonfall, den Pola haßte, Mingrell sei ab gereift. Er komme in dieser Saison keinesfalls mehr nach Zürich.
Mingrell war der Mann, dessentwegen Pola im Grunde nach Zürich gekommen war. Er stellte neuerdings alle Tourneen nach Südamerika zusammen, nach Brasilien, Argentinien, nach Rio, Montevideo, Buenos Aires. Er brachte seine Leute groß heraus oder gar nicht. In Zürich hätte er die Luckner kennenlernen wollen, um auch für sie ein Südamerika-Gastspiel zusammenzustellen.
Pola saß aufrecht im Bett und rührte nachdenklich das einzige Stückchen Zucker in ihrem Tee um. Mittwoch, als sie die Santuzza gesungen hatte, saß Mingrell in der Loge, er sah das lückenhaft besetzte Haus, er hörte, wie die Kreim beim Duett um» schmiß und Pola beinahe mitriß, es war ein miserabler Abend, aber die Luckner trug daran nicht die Schuld. Sie konnte nichts für das bösartige Frühlingsgewitter, das den ganzen Nachmittag donnergrollend über der Stadt herumsegelte, um dann pünktlich zur Theaterzeit loszubrechen, sie konnte auch nichts für die Kreim. Und doch dachte die Frau im Bett nicht daran, den Mißerfolg abzuschieben. Sie war lange genug beim Theater, um zu wissen, daß dort alles durchgeht, Nichtskönnen — Talentlollgkeit — Faulheit — alles! Nur kein Pech! Pech darf man nicht haben. Dar zehn Jahren hätte sie sich gar nicht um Mingrell
sverflech JRadjbar. 'shtiMg bei !m«r Mia Schrifttum ) 209 Seiten m Pick, W,
gegenüber, deren Feldgeschrei heißt! „Hie Butter oder Tunke, hie Essig oder Oel!"
Der Deutsche bevorzugt die weißen Spargelköpfe, während Franzosen und Italiener auf grüne und violette schwören, d.h., solche, hie zur Sonne durchgestoßen sind.
Für wie köstlich der Spargel jeder Zeit galt, beweisen die folgenden Zeilen aus des „Knaben Wunderhorn":
„Gut Kräuter von allerhand Arten, die wachsen im himmlischen Garten: gut Spargeln, Fisolen, Und war wir nur wollen."
Jeder redet nur von der Pattini. Gestern aberd hat die Pachoven ununterbrochen davon erzählt, wie wundervoll sie den Manon singt und die Toska und was weiß ich. Sie ist die taklloseste Person, der ich jemals begegnet bin "
„Nein", sagte Gredler, „die Pachoven ist nicht taktlos, sie ist eine Viper Alles, was sie tut, was sie sagt, hat einen Zweck, eie will Pola reizen, rbr wehtun. Dieses Verhältnis zwischen den zwei Frauenzimmern hat etwas Abgründiges, sie geben umeinander herum wie zwei Raubkatzen, die sich in Fetzen reißen wollen." (Fortsetzung folgt)
Schütze, ausgezeichnete Darbietungen, Anklang fanden.
Schunk & Ccbe.
weglegt.
Ich habe geglaubt. Sie sind auf den Tennisplätzen, Clemens?" sagte Alwine- so vorwurfsvoll, als habe Dr. Kempf etwas Unwiederbringliches versäumt. Dann fing sie an, über die Trainingsspiele für den Cup zu reden und von einer befreundeten französischen Familie, die sie hier im Hotel getroffen habe.
Kempf rauchte eine Zigarette und hörte mit einem Ohr zu, sein bewaffnetes linkes Auge bewachte Gerda so, als wäre er neugierig, was sie angesichts von Alwines impertinenter Haltung zu tun gedenke. Aber Gerda tat gar nichts, sie wartete bloß auf eine Gelegenheit, um ohne viel Aufhebens zu verschwinden. „
„Pola Luckner laßt Sie grüßen, Alwme, ließ
Blumauers „Aeneis": Ein großer Ochs wars der Spargel, wie mein und Austern, groß wie
Die Betriebsgemeinschaft Schunk Elektrokohle- "und Bürstenhalterfabrik heim, vereinigte sich anläßlich der Verleihung des Gaudiploms durch den Gauleiter zu einer schlichten Feier in ihrem geschmückten Aufenthaltsraum.
Betriebsführer Schunk eröffnete die Feier, bei der der Kreisobmann der DAF. Katzenmeier der Betriebsgemeinschaft die Glückwünsche der Partei und der DAF. übermittelte. In seiner Ansprache führte der Kreisobmann u. a. aus, daß diese Auszeichnung dem Betriebsführer und den Gefolgs- männern in gleicher Weise gelte. Die Auszeichnung werde nur wenigen Betrieben und auch nur solchen zuteil, die die nationalsozialistische Idee in bester Weise.verwirklichen. In dieser Zeit komme es darauf an, Kameradschaft zu üben und Opfer zu bringen. Von jedem Deutschen müsse soldatische Pflichterfüllung gefordert werden, denn der Soldat, der sein Leben einsetze, müsse die Gewißheit haben, daß die Heimat ihm den Rücken stärke. Es komme jetzt nicht nur darauf an, seine Pflicht zu erfüllen, sondern dies auch freudig zu tun und sich immer bewußt zu sein, daß von dem Soldaten ein viel größerer Einsatz gefordert werde. Diese Auszeichnung bedinge, daß im gleichen Sinne weitergs- arbeitet werde. Es sei notwendig, daß der Einzelne
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schmackhaftes Eintopfessen gereicht. Im zweiten Teil boten einige von der NSG. „Kraft durch Freude verpflichtete Mitglieder des Deutschen Theaters in Wiesbaden, darunter auch die Soubrette Charlotte “ " die großen
Gerda begann zu lachen und war im Begriff, ihn zu fragen, wie er die voraussichtlich sehr erhebliche Rechnung für dieses reiche Frühstück bezahlen wolle, wenn seine bulgarischen Außenstände uneinbringlich seien, — aber dann war die heitere Unbefangenheit der letzten halben Stunde zu,Ende, Alwine Pachoven tauchte auf.
See, kam sie über die Terrasse und lächelte Chef' der Motorenfabrik Kempf & Pachoven zu — Gerda erhielt keinen Blick, nur ein FUUt Fingerspitzen, die ihr halb nach rückwärts gereicht wurden, wie man etwas Überflüssiges
gekümmert, und Mingrell wäre geblieben. Solche Zwischenfälle dürfen nicht mehr vorkommen. Man muß sich fester in die Riemen legen, man muß ein paar Partien des italienischen Programms neu studieren, man muß vor allem Schluß machen mit gewissen Dummheiten, die zuviel Zeit, zuviel Herz und zuviel Nerven kosten. Sie sind nicht wichtig. Wichtig ist nur man selber, wichtig ist, daß man oben bleibt, daß man gut singt. T)as ist wichtig. Alles andere ist Mist.
Nebenan warteten Gerda und der Korrepetitor. Gredlers gute Morgenlaune hatte sehr gelitten, als er sich an der schlechtschließenden Gittertür des Lifts den Rockärmel zerriß. Er war mit dem Fahrstuhl heraufgekommen, und als er das Gitter mit Schwung zuwarf, sprang die widerspenstige Tür zurück und riß ein dreieckiges Loch in den neuen Sportrock. „Wer kaust mir einen anderen?" erkundigte er sich bei Gerda, „muß ich für die Schlamperei des Hotels herhalten? Offensichtlich findet man es nicht der Mühe wert, einen Monteur in den vierten Stock zu schicken?"
„Man kann doch den Riß stopfen", beschwichtigte Gerda.
„Ach, Sie machen mich nervös", wehrte er ab. „Spüren Sie denn nicht, daß alles schief geht? Nein? Sie spüren das nicht? Dann passen Sie nicht hierher."
Gerda ärgerte sich. „Unsinn! Was geht denn schief? Mingrell ist abgereift — gut!"
Er ließ sie nicht aüsreden. „Mingrell ist abgereift, Pola kriegt in diesem Leben keinen ToUrnee-
Der Reichsjustizminister hat im Reichsgesetzblatt Nr. 51 eine Ergänzungsverordnung zum Gesetz über die Haftpflicht der Eisenbahnen und Straßenbahnen für Sachschäden erlassen, die am 1. Juni 1941 in Kraft tritt. Durch diese Ergänzungsverord- nung werden die Straßenbahnen (oder Eisenbahnen, für welche die Eisenbahn-Verkehrsordnung nicht gilt) für die Beschädigung von Sachen, die ein Fahrgast an sich trägt oder mit sich führt, der gleichen Haftung unterworfen, die für die Eisenbahnen, die der Eisenbahn-Derkehrsordnung unterliegen, also insbesondere die Reichsbahn eingeführt wurde.
Praktisch heißt das folgendes:.Auch für die Straßenbahnen gilt in Zukunft die sogenannte Gefährdungshaftung, d.h. der Fahrgast wird bei einer Sachbeschädigung, die seine Kleidung oder mitae- führten Gegenstände, wie Aktentaschen usw. betrifft, nach §§ 1 bis 8 und § 11 des Gesetzes über die Haftpflicht der Eisenbahnen und Straßenbahnen für Sachschäden vom 29. April 1940 behandelt. In diesem Gesetz heißt es: Wird bei dem Betrieb einer Eisenbahn oder einer Straßenbahn eine Sache beschädigt, so ist der Betriebsunternehmer verpflichtet, den Schaden zu ersetzen. Diese Ersatzpflicht ist ausgeschlossen, wenn der Schaden durch höhere Gewalt oder, soweit die Bahn durch eine öffentliche Straße fährt, in diesem Verkehrsraum durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wurde, das weder auf einem Fehler in der Beschaffenheit der Fahrzeuge oder der Anlagen der Straßenbahnen noch auf
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sich Kempf vernehmen. „Sie ist mit dem Morgenzug angekommen."
„Ich weiß", sagte Alwine ironisch. „Sie reift in unmöglichen Zügen, kommt zu unmöglichen Zeiten an und hat auch sonst komische Einfälle. Hier wohnt sie im vierten Stock. Angeblich soll es dort oben stiller sein als unten." Zum ersten Male wurde Gerdas Anwesenheit zur Notiz genommen, Alwine
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Dann eine Pause. Er hörte auf, die Döael zu füttern, und betrachtete Gerda beinahe belustigt. „Tßas haben Sie geantwortet?"
„Die Wahrheit", sagte sie dunkel. ,Zch mochte gern noch ein paar Erdbeeren." .
Sie bekam die Erdbeeren. „Die Polizei hat sich zufriedengegeben mit--mit der Wahrheit?
,Za, natürlich. Mit dieser Frage nach den Blumen war ihr letztes Pulver verschossen, man ha bann nur noch unseren Safe weggeschafft und nicht mehr zurückgebracht."
„Ein Birrel", bemerkte Clemens nachdenklich, „ist nicht so leicht aufzukriegen."
„Woher wissen Sie, daß unser Safe ein Birrel war?" _ .
Er hatte es in der Zeitung gelesen. Kempf verstand etwas von Safeanlagen, seiner Meinung nach war nur mit Schweißapparaten an einen Birrel heranzukommen.
Gerda schielte verdrießlich zu ihm hinüber. „Es scheint, daß alle Leute mehr davon verstehen, als die Polizei", sagte sie boshaft. „Unser Chauffeur hat den Hergang des Einbruches so überzeugend geschildert, daß man ihn um ein Haar verhaftet hätte. Auch Herr Carter ist plötzlich cm sachverständiger, auch Paul, auch Professor Bnx
„Wer ist Paul?" ,, ... w ,.
Gerda lehnte sich in ihren Stuhl zurück. ..Architekt Bürger — er ist der Detter meines verstorbenen Mannes." _
„Ich weiß schon, der diskrete junge Herr, der Sie immer so hungrig anschaut, wenn er glaubt, oatz es keiner bemerkt. Heißt er Paul? Er ist nur unsympathisch, ich habe ihn im Verdacht, daß er an Ihrer Zurückhaltung nicht ganz unschuldig^ist.
, „Vorhin haben Sie versprochen, daß sie nicht mehr über die Geschichte reden wollen
„Also gut, reden wir von Paul. Ich werde versuchen, ihm den Einbruch in die Schuhe ZU schieben — da er mir doch jm Wege ift Geben Sie mir
Schaffende freuen sich über die Anerkennung
Feierstunden nach der Ehrung durch den Gauleiter.
größeren Vertriebs' eimäßiger gesucht- tert oder . » * „eig-rr-
einem Versagen ihrer Vorrichtunaen beruht. (Ein solches unabwendbares Ereignis für die Straßenbahn wäre z. B. ein Zusammenstoß, bei dem die Schuld nicht die Straßenbahn, sondern das andere Fahrzeug trifft, dessen Halter bann ja seinerseits haftbar ist für den Schaden). Mitwirkendes Ver- fchulden des Geschädigten wird entsprechend § 254 des BGB. behandelt.
Die Haftung der Straßenbahn ist der Höhe nach begrenzt, und zwar für einen Schadensfall, auch wenn durch dasselbe Ereignis mehrere Sachen beschädigt werden, mit dem Betrag von 15 OOO RM. Sind auf Grund desselben Ereignisses an mehrere Personen Entschädigungen zu leisten, die insgesamt den Höchstbetrag von 15 OOO RM. übersteigen, so verringern sich die einzelnen Entschädigungen in dem Verhältnis, in dem ihr Gesamtbetrag zu dem Höchstbetrag steht. Der Ersatzberechtigte (in der Regel also der Geschädigte) muß seinen Ersatzanspruch innerhalb von drei Monaten der Stratzen- bahnverwaltung anzeigen; ein Rechtsverlust tritt aber nicht ein, wenn die Straßenbahnverwaltung auf andere Weife von dem Unfall Kenntnis erhalten hat, z. B. durch ihre Schaffner, worauf sich aber ein Geschädigter nicht verlassen sollte. Der Ersatzanspruch verjährt in zwei Jahren. Für Klagen, die auf Grund des Gesetzes vom 29. April 1940 erhoben werden, ist auch das Gericht zuständig, in dessen Bezirk das schädigende Ereignis stattgefunden hat.
Faber & Schnepp.
Die Betriebsgemeinschaft Faber & Schnepp, Hoch- und Tiefbau, Gießen, hielt anläßlich ihrer Auszeichnung mit dem „Gaudiplom für hervorragende Leistungen" im Saälbau Braun in Wieseck eine Betriebsfeier ab.
Zu Beginn der Feierstunde, die durch den Fah- ne nein morsch der Werkschargruppe eingeleitet wurde, begrüßte der Betriebsführer Faber Kreisleiter Backhaus sowie die Vertreter der DAF. und gab dann seiner Freude über die Auszeichnung der Firma durch den Gauleiter Ausdruck. In einem Rückblick auf die auf sozialem Gebiet geleisteten Arbeiten führte er die Einrichtungen und die Verbesserungen an, die in der letzten Zeit durchgeführt wurden' U. a. erwähnte er, daß die Firma eine besondere soziale Fürsorge für die Stammarbeiter eingeführt hat, die in einer Betriebsordnung verankert wurde und durch die die Stammarbeiter und ihren Familien vor Not durch evtl. Krankheiten und im Alter bewahrt werden sollen. Weiterhin führte er die Ausbildung des Nachwuchses und die Verbundenheit mit den im Felde stehenden Arbeitskameraden an, deren Familien durch die Firma unterstützt werden. 53 Arbeitskameraden wurden neu in die Stammgefolgschaft ausgenommen und dem Lehrling Ernst Damm für besondere Leistungen eine Prämie zuerkannt.
Kreisleiter Backhaus sprach der Betriebsgemeinschaft seine Glückwünsche zu dem stolzen Erfolg
Aus der Stadt Gießen.
Dom Spargel.
Uralt ist die Zucht des köstlichen Spargels. Bereits in der Stufenpyramide von Sakkara, dem ältesten Bauwerk des Nillands, finden sich unter den Abbildungen der Opfergaben, die dem Verstorbenen mitgegeben worden waren, neben Feigen, Kürbissen und Melonen ein Bündel schöner, dicker Sparaeln.
Der Spargel (sein Name stammt vom griechischen „Asparagosj war schon im alten Griechenland sorgsam gezüchtet worden als Gemüse und sehr beliebt — so war u. a. Platon ein großer Spargel- freund, und auch Aristophanes singt das Lob dieses Leckerbissens — fand aber nebenbei auch als Heil- und Zaubermittel Verwendung.
Wohl mit den griechischen Ansiedlern kam der Spargel dann nach Unteritalien und von dort nach Rom. Für den älteren Cato (in seiner Schrift, über den Landbau, die etwa 180 v. Chr. erschienen ist) bedeutet die Spargelzucht noch etwas Neues. Plinius und Columnella empfehlen etwa ein Jahrhun-
Küche. Leipzig wurde ein Hauptpunkt der Spargel- zucht, so daß die Leipziger Messe eine Zeit lang geradezu als „Spargelmesse" bezeichnet wurde, da die Messebesucher die Gelegenheit benutzten, um in Spargel zu schwelgen. Berühmt war schon damals auch der Braunschweiger Spargel, und zur Zeit Friedrichs des Großen gab es in Berlin Spargelpflanzungen, und man konnte dort die „wohlschmeckenden Espares" oder „guten Spargispflanzen" für zehn Groschen das Schock erwerben.
Was die Zubereitung anbetrifft, so gibt John Gray im 17. Jahrhundert folgende Anweisung: „Die Sprossen des Sparaels leicht gekocht und mit Butter angerichtet, empfehlen sich dem Gaumen durch den kösllichen Geschmack". Andere empfehlen den Spargel mit einer guten holländischen Tunke, ober als Salat. Unter den Liebhabern des Spargels stehen sich geradezu zwei feindliche Lager
bert später den wild wachsenden Spargel als für Arzneien geeigneter, als den gezüchteten, von dem Plinius sagt, daß er jetzt künstlich „gemästet" werde, und zwar behauptet er von dem in Ravenna^ gezogenen, er sei so dick, daß nicht mehr als drei Stangen auf ein Pfund gingen. Auch zur Kaiserzeit war der Spargel ein beliebtes Gemüse, zum mindesten bei den vornehmen Römern. Dafür haben mir, wie für Aegypten, einen bildlichen Beleg: auf pompejanischen Wandgemälden ist u. a. auch prächtiger Spargel dargestellt.
Obwohl Plinius den wilden Spargel als in Obergermanien häufig vorkommend erwähnt und eine Wormser Chronik berichtet, im Jahre 1271 hätten die ersten Kreuzfahrer Spargelsamen mitge- frradjf, ist doch in Deutschland fürs ganze Mittel- qlter Tier Genuß des Spargels nicht nachzuweisen. Das veredelte Gewächs scheint im Laufe des 15. Jahrhunderts nach Deutschland gekommen zu fein; als Bezeichnung finden sich die Formen „fparge" und „fpargen". In dem Werk des bedeutendsten Satirikers der Reformationszeit, des Johann Fischart, dem „Philosophischen Ehzuchtbüch- tein" (1578), steht zu lesen:
„wie sehr die wilde fparge sticht, pringt sie doch hertzlich süße frücht." Im Jahre 1590 schreibt Mattiolus (deutsch von Cammerarius): „der fpargen sind zwey Geschlecht: einer, das man in gärten pflanzet, das andere wechst von sich selbst an leimichten und feuchten gründen, auff den gebirgen und festen", und von der Zucht lesen wir: „die fparge bedürften einen schlechten gründ, doch soll er feyst und wohl gedüngt seyn, im frühling oder glentzen säet man sie also: man machet grübleig dreyer zwerchfinger tieft ... und leget in jedes grüblein drey oder vier förnlein des fpargenfamens?' Weitere Anweisungen für die Spargel zücht gibt der Leibarzt des Johann Casimir, 'Pfalzgrafen bei Rhein, Tcvbernaemontanus. Der Geistliche Hieronymus Tragus (eigentlich Hier. Bock) berichtet in feinem 1593 erschienenen „New Äräutterbuch", daß nunmehr nach Deutschland gekommen seien zusammen mit anderen Leckerbissen als „lieblich Speis für Leckermäuler" die Spargeln, und das „Oekonomische Lexikon" lehrt uns: „Der Spargel ist den Mägen angenehm, bringt, vor der Mahlzeit genossen, den verlorenen Appetit zum Essen wieder, eröffnet die Verstopfungen der Leber . und gibt mehr Nahrung, als andere Muskräuter.
Jm Jahre 1565 wurden die ersten Spargelbeete im Stuttgarter Lustgarten angelegt, sodann marb Ulm der Mittelpunkt der Spargelzucht in Suddeutschland. Ein Bericht weiß zu melden, Spargel werde „im Rheingau auf den feuchten Wiesen so überflüssig gezogen, daß man ihn zur Speis genugsam bekommen könne". Sehr früh schon war berühmt wegen seiner Spargelzucht Schwetzingen, em Ruhm der ihm bis heute treu geblieben ist.
Jm 17. Jahrhundert wurde der Spargel immer mehr auch in Norddeutschland heimisch in der feinen
aus und stellte diese Gemeinschaft als Vorbild für andere Unternehmen hin. Dabei betonte er, daß es nicht allein auf die Verbesserungen der Einrichtungen ankomme, sondern vor allem auf den Geists der in einer Betriebsgemeinschaft herrsche, und auf den guten Willen, durch den sie die vom Führer proklamierten sozialen Gedanken im eigenen Betriebe verwirkliche. In seiner Ansprache ging der Kreisleiter dann u. a. näher auf die sozialen Maßnahmen der Reichsregierung ein, die zur Errichtung von sozialem Wohnungsbauten, zur Schaffung einer neuen Altersversorgung,, der Ausbildung der Jugend und des Nachwuchses, zu einer neuen Lohnreaelung u. a. führen werden. In den letzten Tagen konnte im Kreisgebiet, bei den Didierwerken in Mainzlar, eine neue Werksküche eingerichtet werden, und es fei zu wünschen, daß noch weitere .Unternehmen Schritte in dieser Richtung tun würden. Der Kreisleiter beglückwünschte vor allem auch die Gefolgschaftsmitglieder und forderte sie auf, in gleichem Sinne wie bisher weiter zu arbeiten, bis der Endsieg gesichert ift.
Nach einem Musikvortrag und einem Prolog stattete der Hauptbetriebsobmann Bepperling dem Kreisleiter und dem Betriebsführer den Dank der Gefolgschaft ab und versprach im Auftrage seiner Arbeitskameraden, daß diese Auszeichnung für sie ?ir. neuer Ansporn sein werde. Mit der Führerehrung und dem Gesang der Nationallieder wurde der erste Teil der Feier beschlossen.
Aus der Werksküche wurde in einer Pause ein
auch an sich selbst weiter arbeite, denn je mehr er zu leisten imstande sei, desto mehr diene er nicht nur sich selbst, sondern auch der Gemeinschaft. Auch in der nächsten Zeit werde der ganze Einsatz gefordert, bis der letzte Feind Deutschlands niedergerungen sei.
Betriebsführer Schunk gab dann einen kurzen Rückblick und betonte dabei u.a., daß diese Auszeichnung als eine Bestätigung dafür aufgefaßt werde, daß der von dem Betrieb eingeschlagene Weg der richtige sei. Die Auszeichnung bedeute daher auch eine Aufmunterung, diesen Weg nach besten Kräften und mit innerer Begeisterung weiterzu- gehen. Nach einem Ueberblict über die bisherigen sozialen Maßnahmen der Firma und einem Ausblick auf die Zukunft gedachte der Betriebsführer auch der im Felde stehenden Arbeitskameraden, auf deren Zugehörigkeit zur Betriebsgemeinfchaft der Betrieb stolz sei.
Drtsgruppenlerter Wobker sprach der Betriebsgemeinschaft die Glückwünsche der Ortsgruppe Heuchelheim aus, mit der sich der Betrieb besonders verbunden fühlte.
Betriebsobmann Volk mann dankte dem Betriebssichrer für das große Verständnis, das er stets allen Gefolgschaftsmitgliedern entgegenbringe, und schloß die Feier mit dem Treugelöbnis an den Führer.
In der Turnhalle in Heuchelheim fand dann noch eine kameradschaftliche Feier statt, die einen schönen Verlauf nahm:
Bisherige Gaudiplome der Gießener Betriebe bestätigt.
Zu unserem Bericht in der Samstag-Ausgabe über die Verleihung der Gaudiplome für hervorragende Leistungen durch den Gauleiter an eine Reihe von Firmen, darunter auch wieder an Gießener .Betriebe, ist noch mitzuteilen, daß die in den vorhergehenden Jahren vom Gauleiter an Gießener Betriebe verliehenen Gaudiplome auch in diesem Jahre wieder bestätigt wurden.
Dornotizen.
Tageskalender für Montag.
NS.-Frauenschaft — Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Gießen-Mitte: 20 Uhr im „Burghof" Gemeinschaftsabend mit Lichtbildervortrag von Fräulein Harter „Unser Garten". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ohm Krüger". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bali".
Unterhaltung für unsere Verwundeten
Jm Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht bot die NSG. „Kraft durch Freude" am Donnerstag den Verwundeten in den Gießener ßa-
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