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Dienstag, 18. November 194!

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Gietzener Anzeiger

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191. Jahrgang llr. 274 Lricheuli iag»ich auver Sonntag und Feiertags

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vrühlfcheUniversttStrdnlckereiL tauge General-Anzeiger für Oberhessen 61 «ietzen^chulftrahe 7-9

Der Ostteü der Krim in deutscher Hand

Der Hafen von Kertsch. (Attantic-M.)

Med Rosenberg, Reichsminisler für die besetzten Ostgebiete

bestellt.

er nach München. Dort trat er mit Dietrich Eckart in Verbindung. Im Sommer 1919 lernte er Adolf Hitler kennen und schloß sich ihm an. 1922 über­nahm er zusammen mit Dietrich Eckart die Schrift­leitung desVölkischen Beobachters", dessen Aufbau

DHB. AusdemFührerhauplquartier, 17. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Wie durch Sondermeldung bekannlgegeben, haben deutsche und rumänische Truppen gestern nach hef­tigem Kampf die wichtige Hafen st a d t Kertsch genommen. Der O st teil der Halbinsel Krim ist nunmehr ganzinunsererhand. Die Zahl der in den Durchbruchs- und Verfolgungskämpfen auf der Krim eingebrachten Gefangenen hat sich in­zwischen auf 101 600 Wann erhöht. Heben hohen blutigen Verlusten im Lrdkampf hat der Feind beim Versuch, seine Truppen über die Meerenge von Kertsch zu retten, durch Luftangriffe schwere Einbuße erlitten.

Erfolgreiche Angriffe starker Kampf- und Jagd­fliegerverbände richteten sich gegen sowjetische Trup-

tere Gründungen sind in raschem Fluß und werden die beiderseitige Wirtschaft dauernd befruchten.

Rumänien hinter Antonescu.

Bukarest, 17.Nov. (DNV.) Die Volksbe- fragung über das Aufbauprogramm Marschall Antonescus erbrachte ein vorläufiges Ergebnis von 3 391 160 Ja-Stimmen, denen nur 65 Nein-Stimmen gegenüberstehen. Die rumänische Presse verzeichnet dieses Ergebnis mit außerordentlicher Genugtuung und weist darauf hin, daß schon die hohe Zahl d e r A b st i m m e n d e n ein Beweis dafür sei, wie sehr die Staatsführung Marschall Antonescus den Willen der ganzen rumänischen Nation zum Aus­druck bringe.

Berlin, 17.Roo. (DNB.) Der Führer hat an­angeordnet, daß in den Teilen der von den deutschen Truppen neu besetzten Ostgebiete, in denen die Kampfhandlungen beendet sind, Zivilverwal­tungen eingerichtet werden. Aufgabe dieser Zivil­verwaltungen ist zunächst die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und des öffentlichen Lebens. Diese Zivilverwaltungea unter­stehen nach Anordnung des Führers einem Reichs- Minister. Der Führer hat zu dem Zweck den Reichs­leiter Alfred Rosenberg zum Reichsmini­ster für die besetzten Ostgebiete ernannt. Als dessen ständigen Vertreter hat der Führer den Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Alfred Meyer bestellt. Zunächst sind die Zivilverwaltungen in dem Gebiet der früheren Freistaaten Litauen, Estland und L e t t l a n d und in Teilen von W e i ß r u t h e - nien eingeführt worden. Diese Gebiete bilden zu- sammen das Reichskommissariat Ost- land. Zum Reichskommissar für das Ostland Hal der Führer den Gauleiter und Oberpräsidenten Hein­rich L o h s e bestellt. Auch in Teilen der U k r a i n e ist bereits die Zivilverwaltung eingerichtet worden. Zum Reichskommissar für die Ukraine hat der Füh­rer den Gauleiter und Oberpräsidenten Erich Koch

penansammlungen und Transportkolonnen sowie gegen Flugplätze und Eisenbahnen im Raum um Moskau und um Wologda. Moskau und Leningrad wurden in der vergangenen Rächt bombardiert.

Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge bei Tage ein kleineres Handels­schiff. Ein Frachter mittlerer Gröhe wurde durch Bombentreffer beschädigt.

Bei dem im gestrigen Wehrmachtbericht gemel­deten Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf einen bri chen Flugstützpunkt in der O a s e G i a r a b u b wurde eine große Zahl feindlicher Flugzeuge, dar­unter auch mehrmotorige Bomber, am Boden zer­stört. Bei Luftkämpfen in Nordafrika wurden ohne eigene Verluste zwei britische Bomben- und zwei Jagdflugzeuge abgeschossen.

Lohse und in das Reichskomckrissariat Ukraine unter dem bisherigen Gauleiter Koch gegliedert. Zu ihm gehören im wesentlichen im Norden die vor- mals drei baltischen Staaten, Weißrußland und die Ukraine,, soweit sich aus historischen Gründen nicht schon gewisse Abrundungen im Kreise Bialystok zugunsten Ostpreußens und im alten österreichischen Galizien zugunsten des Generalgouvernements als notwendig erwiesen haben.

Es handelt sich bei diesen besetzten Ostgebieten, besonders in der Ukraine, um ebenso fruchtbare wie industri er eiche Gebiete größter Ausdehung. Der Führer hat in seiner letzten Rede vom 8. November über die Zukunft dieser Gebiete im Osten u. a. fol­gendes gesagt:Sie verstehen unsere große Ziel­setzung: Daß mir in diesem Kampf nunmehr endlich die Gefahr des Ostens von Europa nehmen und dadurch diesen Osten in seiner unermeßlichen Frucht­barkeit, mit seinem unermeßlichen Reichtum an Bo­denschätzen und Erzen nicht mehr gegen Europa mobilisieren lassen, sondern ihn in den Dienst Eu­ropas stellen." Auch die amtliche Meldung hebt als nächste Aufgabe der soeben eingerichteten Zivilver- waltungenbie Wiederherstellung und Aufrechter­haltung der öffentlichen Ordnung und des öffent­lichen Lebens" hervor. Die Ukraine ist einst die Kornkammer Europas genannt worden. Sie hat diese Rolle auf Grund des politischen Regimes der Sowjetunion vollständig verloren. Der einst blühen­den Landwirtschaft wurden durch politische Verfol­gung der Bevölkerung die fachlichen Arbeitskräfte entzogen. Die wiederholten Hungerjahre, die die Sowjetunion aufzuweisen hatte, waren nicht zuletzt Folgen dieses politischen Regimes, das in erster Linie die Rüstungsindustrie in gigantischem Ausmaß entwickelte. Hier gUt es nun, den Grund zu legen zu neuer Ordnung und zu neuer Blüte. Die hierfür vom Führer bestellten Männer seines Vertrauens bieten die Gewähr, daß aus dem jetzt herrschenden Chaos in kürzester Frist ein Land der Ordnung, des Reichtums und des Glückes erstehen wird.

Alfred Bosenberg.

Kertsch.

Am 16. November haben deutsche und rumänische Truppen nach heftigen Kämpfen die wichtige Hafen­stadt Kertsch genommen. Die Bedeutung der geo­graphischen Lage dieser Stadt geht daraus hervor, daß nach ihr sowohl die Meerenge wie auch die öst­lichste Landzunge der Krim benannt sind. Jenseits der Meerenge aber beginnen, unmittelbar südlich von der Sumpfniederung des Kuban, die Dorberge des Kaukasus, der immer als die große Berg- und Völkerscheide zwischen Asien und Europa, zwischen Orient und Okzident gegolten hat.

Die Krim war das Sonnenland des Zarenreiches und auch der Sowjetunion. Aber dieser schmückende Beiname gilt nur zu Recht von den Steilabhängen des fast 1600 Meter hohen Jailagebirges im Süden der Krim. Die übrige Krim teilt mit dem ukraini­schen Festland das kontinentale Klima mit seinen jähen Gegensätzen zwischen Sommer- und Winter- klima, zwischen Tages- und Nachttemp^raturen. Un­tere Soldaten, die über das Jailagebirge zur Sud­küste abgestiegen sind, dürften es dort gut oder min­destens leidlich haben. Aber die Kämpfe auf der Landzunge von Kertsch haben nichts zu tun mit dem Mittelmeerklima der geschützten südlichen Ufer­landschaft. Dort pfeift der Sturm genau so wie jen­seits des Asowschen Meeres auf dem Festland. Dort peitscht er die Eiskristalle den vormarschierenden Truppen genau so ins Gesicht wie am Donez oder an der Oka. Nur ist der Winter in der Krim wie in der Ukraine ungewöhnlich früh gekommen. In der Regel setzt er mit voller Härte erst im Januar ein. Der klimatische Jahresdurchschnitt zeigt lange, son- nige Herbste mit Frösten in der Nacht. In diesem Jahr des klimatischen Mißvergnügens hat auch in der Ukraine und auf der Krim der Winter einen frühen Einzug gehalten. Es stimmt schon, was der militärische Sprecher im deutschen Rundfunk am 15. November etwa mit folgenden Worten sagte: Der Winter ist anormal früh eingetreten und macht die besonders harten Kampfbedingungen im Osten noch härter. Während zunächst ungewöhnlich lange Regenfälle den Boden aufweichten, hat sich jetzt, wie sonst erst Mitte Januar, mit einem Schlag hohes Winterwetter eingestellt. Nur darf nie vergessen werden, daß solche Unbilden nicht nur auf unsere Truppen, sondern auch auf den Feind einwirken. Schon im Weltkrieg, in der Winterschlacht an den Masurischen Seen, hat der deutsche Soldat gelernt, mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden, auch wenn das Brot im Beutel und der Inhalt der Feld­flasche gefrieren und sich der Spaten schwer mit dem hartgefrorenen Boden müht. Nur eines will der Soldat, der diesen Unbilden seine Zähigkeit entge­gensetzt, wissen: daß die Heimat in Gedanken bei ihm ist und geschlossen hinter ihm steht und sein Opfer zu würdigen weiß.

Die Schlußkämpfe um Perekop, bei denen schier uneinnehmbare Befestigungen in 50 Kilometer Tiefe durchstoßen wurden, dauerten vom 18. bis 28 Okto- ' ber. Damit war der Zugang zur Krim erkämpft. Am 1. November wird die Hauptstadt in der Mitte

Alfred Rosenberg. (Scherl-Bild-Archiv-M.) vom kleinen Wochenblatt zur großen Tageszeitung sich unter seiner Führung vollzogen hat. Er ver­faßte die erste parteiamtliche Schrift der Bewegung Wesen, Grundsätze und Ziele der NSDAP." Ro­senberg machte im Oktober 1922 den Marsch nach Coburg mit und begleitete den Führer auf dem Marsch zur Feldherrnhalle am 9. November 1923. Als der Führer aus Landsberg zurückkam, über­nahm Rosenberg wieder die Leitung des D. B. 1924 gründete er die ZeitschriftDer Weltkampf", 1930 gab er die offizielle Monatsschrift der NSDAP., dieNS.-Monatshefte" heraus. 1929 gründete er den .Kampfbund für deutsche Kultur". Im Reichs­tag vertrat er die nationalsozialistische Fraktion in außenpolitischen Fragen. 1935 wurde er Chef des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, und Reichs- leitet, 1934 Beauftragter des Führers für die Über­wachung der gesamten geistigen und weltanschau­lichen Erziehung der NSDAP, und ihrer angeschlos­senen Verbände. Aus dem Parteitag der Arbeit 1937 wurde das Werk Rosenbergs mit der Verleihung des Deutschen Nationalpreises für Kunst und« Wis­senschaft geehrt.

Rumänien das nicht vergessen; es wird in der kom­menden Neuordnung der europäischen Wirtschaft den ihm gebührenden Platz einnehmen. Die Zu­sammenarbeit mit Deutschland drückt sich schon jetzt in der wachsenden deutschen Beteiligung an der rumänischen Wirtschaft aus. Seit dem Abschluß des deutsch-rumänischen Wirtschaftsabkommens von 1939 wurden über 40 neue deutsch-rumänische Gesell­schaften mit einem Gesamtkapital von 214 Mil­lionen Lei (etwa 36 Mill. RM.) gegründet. Wei-

Alfred Rosenberg stammt aus Reval, wo er 1893 geboren wurde. Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule in Riga. Im Weltkrieg teilte er das Schicksal so vieler Volksdeutscher: sein Wunsch, in den Rechen der Nation am Kampfe teilnehmen zu dürfen, ging nicht in Erfüllung. 1915 wurde die Technische Hochschule von Riga nach Moskau ver­legt, und dort, mitten zwischen den Anzeichen des heraufkvmmenden Bolschewismus, entstanden die

Besuch in Rumänien

Von Dr. Paul Rohrbach.

eine volittsche Neuordnung im Sinne ruitureuer iuiö ergieu er oas xnpiorn

Ämm-nhäng- ranqen. Di- befreiten Dftgebiete Di- Nachricht °°n dem deutschen Zusammenbruch werden unter dem Ressort des Reichsministeriums und der marxistischen Revolution ließ ihn den Ent- für die besetzten Ostgebiete in das Reichskomnnssa- schluß fassen sich politischer Tätigkeit zu?'^'wenden, riat Ostland unter dem bisherigen Gauleiter Nach der Proklamation der estnischen Republik reifte

Ausländischen Journalisten ist mehrfach Gelegen­heit gegeben worden, sich einen Einblick in die von den siegreichen deutschen Armeen befreiten Ostgebiete iU verschaffen. Sie betonen übereinstimmend die her­vorragende Organisation, die den deutschen Truppen zum Wiederaufbau der zum Teil durch die sowie- tifchen Zerstörer-Abteilungen stark verwüsteten Kampfgebiete folgt. Und zwar handelt es sich hierbei nicht um Bautruppen, Arbeitsdienst und Organisa­tion Todt, die zu dem militärischen Einsatz gehören, sondern um eine Verwaltungsorganisation ziviler Behörden, die einen geregelten Ablauf des allmäh­lich zur Ruhe kommenden, schwergeprüften Landes gewährleisten sollen.

Amtlich wird soeben die Schaffung eines Reich sministeriums für die besetzt en 0 ft gebiete bekanntgegeben, an dessen spitze Reichsminister Rosenberg steht. Alfred Rosen­berg ist Deutschbalte, der bis zum Ausbruch des Weltkrieges im Baltenland ansässig und tätig war. Er kennt das Land, seine Bevölkerung und jene po-

In B u f a r e ft auf dem Bahnhof kein Gedanke 1 an einen Wagen. Man läßt fein Gepäck in der Garderobe", schlägt sich mit der Sttaßenbahn, wo die Leute auf den Trittbrettern hängen, zum Hotel durch und läßt den Portier für das Gepäck sorgen. Irgendwie schafft er es herbei. In Friedenszeiten wimmelte Bukarest von Taxis, Taxifahren ist ein rumänisches Hauptvergnügen. Jetzt sieht man nach , jedem Wagen, der frei wird, konzentrische Wettläufe starten, wer zuerst kommt, mahtt zuerst. Die Chauf­feure machen ein fabelhaftes Geld, ihre Wagen stehen keine Minute.

Bukarest wird streng verdunkelt, aber wir haben Mondschein. Prakttsch ist mit keinen Angriffen mehr zu rechnen. Die Sowjetflieger kommen von Sewa­stopol und nehmen jetzt nur noch die Hafenstadt Konstanza aufs Korn. Alles wartet auf die Em- nähme von Sewastopol, dann kann die Verdunke­lung aufhören. Die Nachrichten über unser Vor­dringen in der Krim werden aufmerksam verfolgt.

Die rumänische Armee hat bisher im Kriege Be­deutendes geleistet. Transnistrien, d. h. bas Land jenseits des Dnjestr, bis zum Bug, mit Odessa, ist von rumänischen Truppen besetzt, und obwohl die endgültige Neuordnung der Besitzverhältnisse m Eu­ropa noch aussteht, so rechnet doch jedermann pa= mit, daß sich das rumänische Staatsgebiet erheblich erweitert. Die (Stimmung demgegenüber ist geteilt. Diele Rumänen betonen, daß sie lieber ein nach Westen als nach Osten hin orientiertes politisches Gemeinwesen haben möchten. Restlose Befriedigung herrscht über die Rückgewinnung von Bessarabien, das gut zur Hälfte von Rumänen bewohnt und em historischer Zubehör des Fürstentums -frer Moldau ist. Seinen Verlust an Rußland haben die Rumä­nen nie verschmerzt. In Transnistrien wohnen kaum noch Rumänen, sondern Ukrainer, Russen, Vulga­ren und deutsche Kolonisten. Die deutschen Dörfer existierten noch beim Einmarsch der verbündeten Truppen, die Leute freuten sich, gaben her, was sie nur irgend hatten, aber sie waren sehr arm gewor­den unter der Sowjetherrschaft. .

Je mehr man sich hier mit den Dingen vertraut macht, desto deutlicher wird, wie groß Rumäniens Leistungen für Deutschland sind und welch em Wi­derstand den englischen Bemühungen, es von de u - scher Seite abzuziehen, geleistet wurde. Die Oel- lieferungen nach Deutschland waren den Engländern besonders ein Dorn im Auge, aber sie rourben nie eingeschränkt oder unterbrochen. Noch im letzten Augenblick setzte England alles daran, den Rumä­nen zu drohen, sie würden alles wieder vergeben müssen, was sie je durch den Anschluß an Deutschland gewinnen sollten, und würden dazu noch von ihrem alten Besitz verlieren. General Antonescu hat keinen Augenblick geschwankt: sein Bekenntnis blieb: Un­verbrüchlich an der Seite des Führers.

Für den deutschen Balkanfeldzug irn verstossenen Frühjahr hat Rumänien seine irinanzen aurs äußerste angespannt. Seine Lebensmittellieferungen für die deutschen Truppen können nicht hoch«ge­nug in ihrem materiellen und moralischen Wert veranschlagt werden. Alle rumänischen Bahnen uno Straßen standen zu unserer Verfügung. Man wird

B u f a r e ft, November 1941.

Wer heute nach Rumänien kommt, muß wissen, er betritt ein Land, das ein Heer von 500 000 Mann im Felde stehen hat. Das Erste, woran der Gast das zu spüren bekommt, ist die scharfe Einschrän­kung der Verkehrsmittel. Von der ungarisch-rumä­nischen Grenzstadt Arad an ist der Zug unvor­stellbar überfüllt. Auf einen Platz kann man nur auf der Abgangsstation rechnen. Nicht allein Men­schen füllen die Korridore, auch Berge von Gepäck, man muß Gebirgspartien über belebte und unbe­lebte Hindernisse machen, um durchzukommen, aber alles bleibt freundlich und willig, und die Passage wird frei gemacht, wo es wirklich nicht mehr möglich scheint.

Hermann st adt bietet fast noch ein Friedens­bild. In Kronstadt auf der Hauptlinie nach Buka­rest wird Schlag acht Uhr verdunkelt, obwohl noch nie Sowjet-Flieger bis hierher gekommen sind. Mit dem Gast aus Deutschland landet das Gespräch sehr bald bei der siebenbürgischen Frage. Weder auf der rumänischen noch auf der ungarischen Seite will man sich in die Teilung des Landes schicken, hier wie dort steigt die Flut der Broschüren mit natio­nalen, -historischen und geographischen Argumenten pro und kontra.

Die Sachsenstädte in Siebenbürgen find vor den Ausgängen der Karpatenpässe gebaut, um die von der walachischen Ebene kommenden Angriffe der Steppennomaden aufzufangen. Hermannstadt liegt vor dem Rotenturmpaß-, der König von Ungarn, der im Mittelalter die deutschen Siedler hierher be­rief, damit sie ihm die feste Stadt bauten, gab ihr ein Siegel mit der Umschrift: Ad retinendam coro- nam. (Dqmit ich meine Krone behalte!) Gleich hin­ter K r o n st a d t beginnt der Anstieg zum P re- deal-Paß, dem bequemsten Uebergang über die Südkarpaten. Noch prangt das Gebirge im bunten Schmuck des Herbstlaubes.. An den Stationen längs der Bahn liegen die Sommerfrischen der wohlhaben­den Bukarester. Am glänzendsten ist S i n a i a, wo sich König Karl I. und seine Gattin Carmen Sylva ihre Gebirgsresidenz bauten.

Der Abstieg in die Ebene geht schnell. Bei Cam - pina beginnt das Petroleum gebiet, bei Bio» jesch ti ist alles weit und breit mit Zisternen­waggons aller möglichen Unternehmungen bedeckt. Das deutsche Kapital, das ftüher in der Petroleum­industrie Rumäniens so gut wie unvertreten war, hat jetzt einen beachtlichen Einzug in sie gehalten und war am L Januar 1941 mit 11 Prozent be­teiligt. Lange Ketten von Sperrballons sichern die Region gegen feindliche Einflüge. Die Angrifte der Sowjetluftwaffe konnten daher restlos abgeschlagen werden die angerichteten Schäden waren im Ver­hältnis zu dem, was hätte geschehen können, er­staunlich gering. Ein sachkundiger Mund versichert: Keine Idee mehr, daß noch etwas passiert!

litischen Strömungen, die schon im Zarenreich um, Grundlagen zumMythus des 20. Jahrhunderts" politische Neuordnung im Sinne kultureller 1918 erhielt er das Diplom als Ingenieur-Architekt pvuujHF " dem deutschen Zusammenbruch

n Revolution ließ ihn den Ent-