Nr. 248 Zweites ölati
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
(S./H). Oktober 1941
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neu gefaßt worden. Die neuen Vorschriften
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Die Bestimmungen über die Hausschlachtungen sind durch zwei Erlasse des Reichsministers für Er» nähruna und Landwirtschaft vom 28. und 29. 8. 41
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Mehr als ein Menschen alter ist MAIZENA bekannt und wird in immer steigendem Maße als ideale Kindemahrung verlangt Für die richtige Ern Irrung des Säuglings gibt die MAIZENA wertvolle Ratschläge in Ihrem Buch »Briefe dnes Arztes an «eine Tochter«, das auf Anforderung kostenlos zugeschickt wird.
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Verdunkelungszeit
18. Oktober von 18.20 bis 7.50 Uhr.
19. Oktober von 18.18 bis 7.52 Uhr.
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Genefungs- und Erfrischungsstätten für unsere Soldaten
Ein Besuch im Gtandortiazarett und beim Hofen Kreuz im früheren Hotel Lenz.
grauen und Mädchen, die hier zusammenkommen. Diese Viertelstunde im Kreise der Bekannten dient auch dazu, um ein wenig über das, was im Dorf »assiert, zu plaudern. Dann bringen sie ihre Wün- che vor, und ziemlich schnell ist alles geregelt, an welchem Tag die einzelnen backen wollen. Sind es nehrere, dann hilft dar Ortsdiener oder der Feld- chütz Er wirft eine bestimmte Zahl von Losen in die Schürze einer Frau, und jede zieht ihr Los, das die Reihenfolge festlegt. Unter sich können dann die Frauen ihre Lose tauschen. Es muß sich also je- ; er beim Gemeindebackhaus der Allgemeinheit un- terord r und einfügen. Das ist schon jahrhunderte- lter V.auch. Aber auch das Schwätzchen, das nach- er gehalten wird.
Wenn die Kuchen eingeschoben sind, muß man oarten. Während die Kuchen „aufgehen" und sich i schön braun färben, wird erzählt. Stoff genug ist a da. In jedem Dorf passiert etwas, besonders jetzt m Kriege, und die Frauen sind keineswegs geneigt, irgendeinen Fall nicht zu besprechen.
Auch die Kinder gehen gern mit ins Backhaus. Die traulich und wohlig ist es jetzt in dem warmen Raum! Man sitzt auf den Beuten (fläche Tische, auf denen sonst das Brot liegt), oder steht in der Nähe des Ofens. Ab und zu guckt die Nachbarin, ob die Kuchen gebacken sind. Dann kommt der große Augenblick: Die duftenden Kuchen werden herausqe- zogen. Es wird festgestellt, ob sie geraten sind oder nicht. Schnell kommen sie von den heißen Blechen Unb werden auf Holzträger geschoben. Die Kinder I dürfen die kleinen Kuchen Heimtragen.
Wenn alle Kuchen gebacken und nach Hause ge- iragen sind, wird das Licht im Backhaus ausgedreht and die Tür zugemacht. Dos Plauderstündchen ist
Sie neuen Hausschlachtungsbestimmungen
Von Landwirtschastsrat Dr. L. Käß, Abteilungsleiter im Reichsnährstand.
Mutti erlaubt uns, Dich bald zu besuchen, um Dir zu Deinem Baby zu gratulieren, das der Klapperstorch gebracht hat Bekommt Baby, wenn es größer ist, auch die MA1ZENA- Flasche? Denk Dir nur, Mutti sagt, daß nicht nur wir oder Mutti, sondern sogar schon Oma MAIZENA als Baby bekommen hat weil es MAIZENA schon
beendet. Aber der köstliche Duft von frischem Ku- J 6en weht noch lange durch das Oberfenster des
halten eine Reihe wichtiger Aenderungen der bisher geltenden Bestimmungen.
wer kann hausschlachten?
Zunächst fei darauf hingewiesen, daß auch nach den neuen Erlaßen grundsätzlich wieder drei Grup- pen von Hausschlachtungsberechtigten unterschieden werden, und zwar:
Gruppe A: (landwirtschaftliche Selbstversorger), Gruppe B: (nichtlandwirtschaftliche Selbstversorger), Gruppe C: (Krankenhäuser, Anstalten, Kantinen, Werkküchen, Arbeitslager und ähnliche Einrichtungen).
Der Kreis der landwirtschaftlichen Selbstversorger ist im Gegensatz zu den früheren Bestimmungen ganz genau umschrieben. Danach gelten als landwirtschaftliche Selbstversorger und Angehörige der Gruppe A nur die Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe, die ständig ihren Wohnsitz auf ihrem Betrieb haben, ferner Naturalberechtigte (Deputanten, Altenteiler, die ihren Wohnsitz in der Gemeinde haben, zu der der landwirtschaftliche Betrieb gehört) und alle sonstigen ständig in der Landwirtschaft hauptberuflich tätigen Personen.
Zu beachten ist hierbei, daß als Inhaber eines landwirtschaftlichen Betriebes im Sinne der Haus- fchlachtungsbeft mmungen nur angesehen wird, wer landwirtschaftlich genutzten Grundbesitz, der von einer Hofstelle aus bewirtschaftet wird, besitzt und feine Arbeitsleistung während des überwiegenden Teils des Jahres tatsächlich dem Betrieb widmet. Damit können Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe, die nicht den überwiegenden Teil des Jahres tatsächlich für den Betrieb tätia sind (etwa in der Stadt wohnende Fabrikanten usw., die die Bewirtschaftung ihres Betriebes in der Hauptsache einem Verwalter überlassen), was die Voraus
allen Teilen des Lazaretts oberstes Gesetz ist, wird auch in der modern ausgestatteten Wäscherei, in den Desinfektionsräumen, in der Flickstube usw. in vollem Ausmaß Rechnung getragen. Die große zentrale Heizungsanlage gewährleistet für die kalte Jahreszeit eine angenehme Temperatur in allen Teilen des großen Gebäudes.
So ist nach jeder Richtuna hin alles vorgesehen und alles vorhanden, um unseren verwundeten und kranken Soldaten das Standortlazarett zu einer guten Stätte der Genesung und Erholung zu machen. Sie finden dort eine wahrhaft famerab- schaftliche Betreuung, die würdig ist des schweren Opfers, das sie auf den Schlachtfeldern für unsere Volksgemeinschaft gebracht haben.
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In den Dienst der Verwundeten stellt sich aber auch, neben der Betreuung der hier durchreisenden gesunden Kameraden aller Wehrmachtoteile, das Deutsche Rote Kreuz mit (einen modernen Einrichtungen und der Verpfiegungs- und Uebernad)- tungsstelle im früheren Hotel Lenz. In diesem Hause wird von den Frauen des Deutschen Roten Kreuzes in nimmermüder emsiger Arbeit ein Stück deutschen fraulichen Heldentums vollbracht, das der tiefsten Dankbarkeit und größten Anerkennung wert ist. Denn die Arbeit dieser Frauen wird seit Kriegsbeginn Tag und Nacist vollbracht, um jederzeit für unsere Soldaten mit einer Erfrischung oder .einer kräftigen vollen Mahlzeit zur Hand zu fein, wenn sie in dem Soldatenheim zum Aufenthalt für einige Stunden oder zum Ucbernad)ten erscheinen.
Sobald ein Lazarettzug im Bahnhof hält, um verwundete Kameraden an die hiesigen Lazarette abzugeben, ist das Deutsche Rote Kreuz mit seinen männlichen und weiblichen Mitgliedern sowie allen verfügbaren Fahrzeugen zur Stelle, ganz gleich zu welcher Tages- oder Nachtzeit ausgeladen werden muß. Da wird denn von allen Männern und Frauen des Noten Kreuzes emfia und mit viel warmherziger Rücksichtnahme auf die verwundeten Kameraden gearbeitet, um sie so rasch wie möglich den Lazaretten zuzuführen. Zur gleicyen Zeit kommt aus der Küche des Soldatenheims im früheren Hotel Lenz das von den Frauen vdm Noten Zkreuz bereitete stärkende Essen zur Ausgoabe, das von leichtverwundeten Kameraden zum Teil im Soldatenheim an Ort und Stelle gern gegeßen wird, oder das ihnen am Zuge verabreicht werden kann, wenn die Fahrt bald weitergehen soll. Neben dieser Verpflegung von verwundeten und kranken Soldaten hält diese Dienststelle des Noten Kreuzes aber auch ständig kräftiges Eßen für die auf der Durchreise befindlichen gesunden Kameraden der Wehrmacht zur Ausgabe bereit Etwa 70 Frauen vom Deutschen Roten Kreuz, darunter Frauen im Alter von etwa 60 Jahren und solche, die sogar aus Nachbarorten kommen, teilen sich schichtweise in die Bewältigung dieser anstrengenden und doch mit so unendlich viel Liebe geleisteten Arbeit für unsere Soldaten. Jede dieser Frauen, von denen die Hälfte etwa schon seit Kriegsanfang ununterbrochen in dieser Verpflegungsstelle arbeitet, kommt in der Woche in Der Regel zweimal am Tage zum Arbeitseinsatz und einmal in her Woche zur Verwendung in der Nachtarbeitsschicht. Da'gibt es in her Küche unb in ben Speise- unb Aufenthaltsräumen immer unenblich
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Täglich unb stündlich gedenkt die HeinUit in tiefer Danlbarkeit ihrer Soldaten an her Front. In dieses Gedenken eingeschloßen sind aud) die Männer im Ehrenkleid des deutschen Soldaten, die in der Heimat ihren anstrengenden Dienst verrichten. Mit besonderer Liebe nimmt sich unser Volk aber her Kampfer an, die für Großdeutschlands Freiheit und Zukunft auf ben Schlachtfeibern verwunbet wurden und nun zur Wieherherstellung ihrer Gesunbheit hie friebvolle Ruhe in unseren Lazaretten unb Genesungsheimen aufsuchen. Eine bieser Stätten, unser Stanbortlazarett, haben wir besucht, um einen Einblick in hie vielseitige unb umfaßenbe Fürsorge für unsere Derwunbeten zu bekommen.
Wer in bieser Kriegszeit bas Stanbortlazarett als Besucher durchschreitet unb babei fein Augenmerk auf hie vielseitigen Einrichtungen hes Sanitäts- bienstes wie auch auf hie pflegerische Betreuung her Lazarettinsassen richtet, her wirb am Schlüße seines Runbganges ben starken Einbruck gewonnen Haben, baß von der Heeresfanitätsverwaltung alles getan wird, um unseren verwunbeten unb kranken Solbaten selbst bei starker Belegung hes Lazaretts bas Höchstmaß an menschenmöglicher ärztlicher unb pflegerischer Hilfe zuteil werben zu lassen. Das ist neben ben Dollenbeten, neuzeitlichen medizinisch- technischen Einrichtungen vor allem her unermüdlichen Tätigkeit her Aerzte unb hes Pflegepersonals zu banken, hie in aufreibenbem Tag- unb Nacht- bienst ihr Wißen unb Können unter äußerster An- spannung ihrer Kräfte in ben Dienst her verwunbeten unb kranken Solbaten stellen. Aber auch hie Verwaltung unb hie Wirtschaftsbienste, in her Küche, in her Wäscherei, in her Flickstube usw. setzen sich im Bewußtsein ihrer Verpflichtung gegenüber ben hei- lungsuchenben Solbaten mit aller Tatkraft bafür ein, baß an ihrem Teile alles geschieht, um möglichst noch über bie berechtigten Erwartungen hinaus allen Ansprüchen genügen zu können.
Das Stanbortlazarett, lanbschaftlich schön gelegen mit herrlichen Ausblicken auf Gärten, Felber und Wälder, bietet ben Derwunbeten ober Kranken alle Möglichkeiten zur Wiehererlangung ihrer Gesunb- beit, soweit bie ärztliche Kunst unb die hochent- wickelte Technik bes Sanitätsbienstes hierzu bie vielfältigen Grunblagen nur schaffen können. In bem Hauptbau finb eine Innere Station unb eine Aeußere Station, ferner Abteilungen für Haut-, Ohren-, Nasen-, Halskranke, vier Absonberunqs- abteilungen, bavon zwei chirurgische und zwei für innere Krankheiten, eine große Bäderabteilung mit allen modernen medizinischen Bädern, Veranden und Liegehallen usw. vorhanden. Die Operations- abteilunq enthält große Operationssäle mit den dazugehörigen Borbereitungsräumen aller Art. Eine eigene Apotheke mit Armeimittelraum, einem Damvflaboratorium und Destillieranlage: Verband- mittelzimrner und Vorratsräume, dazu noch Caboratorien auf ben verfchiebenen Stationen — alles nur als Beispiel für hie umfaßenbe Fürsorge für bie Verwunbeten und Kranken hier genannt — stehen gleichfalls im Dienste her Männer, bie für uns ehrenvolle Wunben ober Erkrankungen davonqe- tränen haben unb nun hier ihre Genesung erhoffen. Schöne große, helle unb sonnige Krankenzimmer, deren Fenster fast durchweg nach Süden gelegen finb, um b-r Sonne seberzeit Zutritt zu gewähren, mit guten Betten unb mancherlei Annehmlichkeiten, bie bas Schmerzenslager erträglicher zu machen ge- eianet sinh, bienen ben Patienten als Wohngel-gen- beit. Berauben und Liegehallen dir"kt vor ben Kran- f^nzimmern ermöglichen es, hie Besten an schöllen Tagen hinauszuschieben in hie frische Luft Für Bk»rwunh-te mit Arm- unb Belnschäden stehen viel- faltige Einrich'inaen xur B-rfüg"nq. bie sie von einem hefUmmfen Zeitnunkt ihrer Genesung ah zur Wieberherstellung und vollen Kräftigung ihrer Wieher auf bem Wege her Heilgymnastik nach ärztlicher Vorschrift unb unter fomfamer nflegerischer Betreuunfl benutzen können. Dost in biefem nach mn- bernen Gesichtspunkten ausgeftatteten Hause auch neuzeitliche Röntgeneinrichtungen jeberzeit bereit- tehen, ist lelbstnerstänblicst. ebenso wie hie Möalich- feit zur Durchführung selbst schwieriaster medizinischer Bäher in her räumlich ausgedehnten Bäderabteilung. Für bie Beranstaltunfl von Feierstunben her Lazarettgemeinschaft steht ein Feierraum zür Verfügung, her in seiner Innengestaltung mit raun- berbarer Wandmalerei und mit entsprechend gestaltetem Gestühl einen sehr würbigen Einbruck macht. Die Kunst kommt mit Skulpturen, Fresken unb fein- gestalteten Schmiedeeisenarbeiten im Treppenhaus unb in ben langgestreckten Korriboren in feiner Weise zur Geltung.
Sinb auf biese Weise schon wesentliche Dorbebin-' gungen zum Besten her verwunbeten unb fran/en Solbaten erfüllt, so finb nicht mlnber bie Lazarett- verwaltung und die Verpflegungsintendanz bemüht, ben ihrer Obhut anoertrauten Kameraden bie besten Möglichkeiten zur Wiebererlangung von Gesunbheit unb Kraft zu bieten. Die Verpflegung aus her mit allen neuzeitlichen technischen Einrichtungen arbei- tenhen Lazarettküche ist nicht nur sehr abwechslungsreich, sondern auch qualitativ gut und in den Rationen reichlich bemeßen. Jedenfalls kann hier auch der leistungsfähigste Landsermagen voll befriedigt werden. Selbstverständlich gilt auch hinsichtlich her Verpflegung Die Anordnung des Arztes, die nach Maßgabe dessen -getroffen wird, was für die Patienten zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit notwendig ist. Den Erfordernissen der Hygiene, die natürlich in
setzungen zur Genehmigung von Hausschlachtungen angeht, nicht als landwirtschaftliche Selbstversorger angesehen werden: solche Personen gehören zu den Selbstversorgern der Gruppe B und können daher in den Genuß einer Hausschlach- tung nur unter Erfüllung der für bie Gruppe B besonders vorgesehenen Voraussetzungen kommen.
Soweit landwirtschaftliche Betriebsinhaber, 4 die zur Gruppe A zählen, nicht ihren ständigen Wohnsitz auf ihrem Betrieb haben, sondern in her Stadt wohnen, gelten die in ihrem städtischen Haushalt tätigen Personen nicht als Selbstversorger: sie er« halten daher nur die Nationssätze der Normalverbraucher.
Was bie sonstigen in der Landwirtschaft hauptberuflich tätigen Personen angeht, so gehören zu
viel zu tun, benn unsere Solbaten essen gern ben kräftigen „Schlag" aus bieser Küche bes Noten Kreuzes, her immer (ehr schmackhaft unb nährstoffreich zubereitet ist unb außerdem ben Vorteil aufweist, baß er entmeher völlig kostenlos ober zu einem nur ganz geringen Preis zu haben ist. Die gute kräftige Tagesfuvpe wirb nicht nur am Tage, jonbern auch während her Nacht bei her Ankunft her burd)rci|enhcn Solbaten kostenlos ausgegeben, ein volles Essen, befteljenb aus Suppe, Kartoffeln, Gemüse unb Nachtisch, gegebenenfalls aud) mit Fleischbeigabe gegen Abgabe von Fleischmarken, kostet hier nur 20 Pfennig. Kaffee ober Tee gibt's in rauhen Mengen ebenfalls kostenlos. Wie beliebt diese Verpflegung ist, geht baraus hervor, baß bie Frauen bes Noten Kreuzes aus her Küche dieses Hauses feit Kriegsbeginn bis jetzt über 81 000 Portionen volles Eßen, runb 73 000 Portionen Suvpe unb runb 685 000 Liter Kaffee ober Tee an unsere Solbaten ausgegeben haben. In her gleichen Zeit verzeichnete bas Solbatenheim über 47 000 lieber- nachtungen, fa baß also her Weg bis zum 50 000. Uebernachtungsaast nicht mehr weit ist. Bei biefem großen Ausmaß von Verpflegung ist es natürlich kein Wunber, baß in her Küche ununterbrochen gekocht unb gebrutzelt wirb. Hier leisten bie samt unb sonders ehrenamtlich arbeitenben Frauen bes Noten Kreuzes bas Beste an Kod)kunst, was sie nur auf» Äubrlnflen vermögen, um ben Solbaten ein sehr schmackhaftes unb reichliches Eßen vorsetzen zu können. Bei unserem Besuche vor einigen Tagen trafen wir bie Frauen gerabe beim Schälen und Schneiben von Pellkartoffeln an, bie zu einem Kartoffelsalat für ben Abenb zubereitet würben, wobei es aber noch einen aus xomaten unb mancherlei Gemüsen zusammengestellten Gemüsesalat gab. Unb auf bem Kochherb staub ein gewaltig großer Kessel, her bis nahezu zum Nanb voUgefüllt war mit einer köstlich hustenden bitten Suppe, bie ben Speisenben sicherlich vortrefflich gesd;meckt haben wirb. Eine Anzahl Rezepte, bie uns als Beispiele aus bem „Magenfahrplan" genannt würben, waren Beweis bafür, baß bie hier zubereitete Kost auch außer- ordentlich vielseitig ist. Sicherlid) wirb mancher her burchreisenben Solbaten in bem Heim bes Gießener Noten Kreuzes nod) besser „futtern", als er es vielleicht sonst in seinem Alltagsleben gewohnt ist, benn bas Rote Kreuz tut alles, nm an seiner Stelle unseren Soldaten den Dank der Heimat zu bekunden. Neben her Betreuung der Küche und der Aufenthaltsräume richten bie Frauen vom Roten Kreuz ihr Augenmerk aber auch auf die unter militärischer Aufsicht stehenden Uebernariitungsräume, damit auch dort alles immer so vortrefflich gehalten wirb, baß jeher Gast sich wohlfühlen kann. Etwa zwischen 70 unb 100 Personen übernachten hier regelmäßig in jeher Nacht.
So ist auch hier wieher bas Deutsche Rote Kreuz staubig im Dienst unserer Wehrmacht, ben es freiwillig und ehrenamtlich leistet. Seinen Männern und Frauen, ganz besonders aber ben Frauen im Soldatenheim unb ihren Helferinnen im Außen- bienst auf ben Bahnsteigen, gebührt nicht nur her Solbaten Dank unb Anerkennung, Jonbern auch bie bankbare Würbigung ihrer Arbeit burch die ganze Volksgemeinschaft. B
Aus der Stadt Gießen.
3m Backhaus.
Wenn in früheren Jahrzehnten die Frauen unb Mädchen bas Wasser am Dorfbrunnen holten, blieben sie gern ein Weilchen stehen und erzählten sich die Neuigkeiten des Dorfes Heute ist fast überall Waßerleilung, und was früher der Dorfbrunnen war, das ist nun in ben Dörfern Oberheßens bas Gemeindebackhaus.
Es ist von jeher Sitte gewesen, baß am Wochenende bas Backhaus zum Kuchenbacken da ist, und da niemand so viel Kuchen hat, um ben ganzen Ofen zu füllen, tun sich ein paar Nachbarinnen zusammen. Mancher in her Stabt wirb fragen: Wie ist es möglich, daß bei bem Backbetrieb keine Un- orbnung entsteht? Gibt es ha nicht an einigen Tagen eine Zusammenballung, an anbern wieher ein Leerlauf? lieber solche Fragen lächeln unsere Land- frauen. Es gibt nicht viele Betriebe, in benen so wenig Reibungen entstehen wie beim Backen im Gemeindebackhaus.
Wenn sich bie Frauen vorgenommen haben, zu vacken, bann gehen sie zunächst zur Mittagszeit, ober während bes Zehnuhrläutens ins Backhaus ober ins Rathaus. Es ist oft eine stattliche Zahl von
Tageskalender für Samstag.
! Stabttheater: 19 Uhr NSG. „Kraft burch Freube" .Liede in her Lerchengasse" — Gloria-Palast, Eeltersweg: „Clarißa". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gasparone". — Oberhessischer Kunst- oerein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer bes Ztadttheaters.
Tageskalender für Sonntag.
Stabttheater: 11.30 Uhr „Getanzte Dichtung": 16.15 bis 17.15 Uhr „Der Etappenhase": 19 bis 22 Uhr „Liebe in her Lerchengasse". — Gloria- Valast, Seltersweg: „Clarißa". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gasparone" — Oberhessischer ftunftoerein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Foyer des Stabttbeaters. — Schützenverein Gießen ab 9 Uhr Abschießen.
Gießener Vortragsring.
Der Gießener Vortragsring (Kulturelle Vereint- ping, Goethe-Bunb, Volksbilbungsstätte Gießen in ter NS.-Gemeinschaft „Straft burch Freude") eröffnet am Montag, 20. Oktober, in der Aula der Imiversität feinen Vorstellungsplan 1941/42 mit einem Lichtbilbervortrag von Dr. Wilhelm Rübi - fle r (München) über bas Thema „Das Bauen im neuen Reich".
Gießener wochenmarktprelle
Mftcoenbe Preise sinb Hänblerpreise unb verstehen . sich für A-Ware Für B Ware ober absallenbe Mare sowie für Selbsterzeuger lieg." bie Preise niebriger
• Gießen, 18. Oft. Auf bem heutigen Wochen- Warft fasteten: Marfenbutter, % kg 1,80 RM., Lotte 30 Rpf., Käse, bas Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 40, Wirsing, kg 6 bis 9, Weißfraut 5 bis 8, Äotfraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 9, rote Rüben 6 bis 10, Spinat 12 bis 15, Rörnifchfohl 8, Bohnen, grün, 25, Unterfohlrabi 7, Mischgemüse 8, Zwiebeln 10, Schwarzwurzeln 40, Kürbis 10, Birnen 40, Lauch 17 Sellerie 15, Blumenfohl, bas Stück 20 bis 50, Salat 10 bis 12, Salatgurten 15 bis 30, Endivien 5 bis 15, Oberfohlrabi 10 bis 12, Rettich 6 bis 10 Rpf.
In tropischen Gebieten bedrohen den Menschen vielfach schwere Seuchen, Arz
neimittel schützen ihn. Sie sind für die Sicherung der Gesund- heit in den Kolonien vielfach BAYER] unentbehrlich XR V


