Ausgabe 
18.6.1941
 
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Portugal stärkt dieDerleidigungderAilaM-Znsein

Lissabon, 18. Juni. (Europapreß.) Ein neuer Truppentransport ist am Dienstagnachmittag von Lissabon an Bord des Dampfers3oao Belo" nach d e n Kapverdischen Inseln zur Verstärkung der dortigen Garnisonen abgegangen. Vor der Ver­ladung nahm der portugiesische Kolonialminister in Begleitung des Unterstaatssekretärs im Kriegsmini­sterium, des Militärgouverneurs von Lissabon und zahlreicherer höherer Offiziere eine Parade der Truppen ab. Ferner ist zur Verstärkung der Azo­ren ein weiterer Truppentransport abgegangen. Die portugiesische Regierung benutzte dazu das HilfsschiffGieleanes", mit dem eine Marineabtei­lung nach der Flottenbasis von Porta el Gada ent­sandt wurde. In den nächsten Tagen wird eine Sanitätsbrigade verladen werden, während für die Kapverdischen Inseln ein Infanterie-Bataillon und Artillerieabteilungen zum Abtransport bereitgestellt worden sind.

Unter der UeberschriftStimme des Blutes" wendet sich die portugiesische ZeitungD Seculo" gegen die von Präsident Roosevelt hinsichtlich der Azoren und Kapverdischen Inseln gemachten Aus­führungen und nimmt hierbei die in der bra­silianischen Presse erschienenen Kommen­tare zum gleichen Thema als Anlaß, die p o r t u - giesisch-brasilianische Solidarität in der Azoren-Frage zu unterstreichen. Die brasllia- nische Presse habe nicht gezögert, die Theorie Roosevelts zurückzuweisen und dem portugiesischen Standpunkt in der Azoren-Frage beizustimmen.

Brasllien habe sich an die Seite seines älteren Bru­ders gestellt und warm dessen Rechte verteidigt. Jene Politik der USA., die nur auf eigene Inter­essen ausgerichtet sei und nicht die seit Jahrhun­derten bestehenden Verhältnisse respektieren wolle, habe in der großen iberoamerikanischen Republik keinen günstigen Boden gefunden.Den USA. wurde das Recht verweigert, unter Gewaltanwen­dung Gebiete zu besetzen, die ihnen nicht gehören, über die sie niemals den Schatten einer Herrschaft ausübten und die sich niemals schutzsuchend an sie gewandt haben. Die portugiesisch-brasilianische Freundschaft hat bei dieser Gelegenheit ihre un­erschütterliche Festigkeit gezeigt."O Seculo" sagt, daß die in Brasilien durch die Andeutungen Roose­velts erweckten rassischen Solidaritätsgefühle an sich eine Garantie der absoluten Unverletzbarkeit der Azoren und Kapverdischen Inseln sein könnten. Der Krieg hat dem Verbundenheitsgefühl der bei­den Völkern keinen Abbruch getan.

Das Echo in Jtio de Janeiro.

Rio de Janeiro, 18. Juni. (DRB. Funk­spruch.) Das in Rio de Janeiro erscheinende Blatt Meiodia" kommentiert beifällig Portugals ener­gische Reaktion gegenüber der unbefriedigenden Hal­tung der USA.-Regierung zu den portugiesischen Azoren-Protesten. Die Weltmeinung begleitet, so er­klärt das Blatt, die wachsame Haltung Lissabons gegen Angriffe auf die portugiesische Souveränität mit Sympathie.

ist. Oft war ein behauptetes Kampfseld noch nicht das Faustpfand des Sieges schlechthin. Auch im Weltkrieg, dessen Beispiel in den Gehirnen der Briten immer noch spukt, haben sick die deutschen Soldaten in allen Kämpfen mit Ruhm bedeckt und mußten schließlich dennoch den Zusammenbruch ihrer Front erleben.

Aber wie verschieden waren doch der Krieg von damals und alle von den Briten mühsam zum Vergleich herangezogenen Beispiele der Kriegsge­schichte von unseren Feldzügen seit 1939! In den stolzen Kämpfen dieses Krieges haben wir die Gegner, die sich uns entgetzenstellten, nicht nur be­siegt wir haben sie vernichtet! Wir haben ihre militärischen Machtmittel nicht dezimiert oder nur beeinträchtigt wir haben sie teils zerstört, teils in unseren Besitz gebracht. Die Armeen, die sich gegen uns erhoben, wurden im wahrsten Sinne des Wortes ausgelöscht, die Fronten, die sie aufrichten wollten, wurden nicht wie in früheren Kriegen zurückgedrängt, sondern be­seitigt. Die Gebiete, um die die Kämpfe gin­gen, wurden in chrer Gesamtheit aus dem eng­lischen System herausgebrochen! Keiner un­serer Feldzüge hat uns eine Belastung, jeder hat uns nicht nur entscheidende strategische Vorteile, sondern eine unabsehbare Beute an Kriegsmaterial und einen wunderbaren Zuwachs an Hilfs­quellen eingebracht. Unsere Gesamtverluste lie­gen weit unter der Zahl der nur von der englischen Armee zugegebenen Gefallenenziffern und sind überhaupt unvergleichbar mit den Zahlen früherer Kriege.

Der wichtigste Gesamterfolg aller Feldzüge aber ist ein bereits im Innern befriedetes Europa! Zur gleichen Zeit, in der Churchill im Londoner St.-James-Palast ein Wutgeheul im Kreise der von seinen einstigen Bundesgenossen allein übriggebliebenen Marionettenregierungen an­stimmt, sind die Völker des Kontinents bereits friedlich vereint und arbeiten freiwillig zu- jammen für den endgültigen Sieg der Achse, deren Stärke sich seit Kriegsbeginn vervielfacht hat, weil ihre Erfolge Nicht nur den Soldaten Ruhm ge­bracht, sondern einen neuen Zu st and geschaffen haben.

Siege, die einen Feind nur zermürben, statt ihn zu vernichten, die eine Schützengrabenlinie nur ver­ändern, statt sie hinwegzufegen solche Siege mö­gen für oen Gegner die Hoffnung auf einen Wechsel des Kriegsglücks offenlassen. Feldzüge aber, die eine Bedrohung beenden, die aus einem feindlichen Ge­biet ein friedliches Hinterland machen, und die mehr an Kräftezuwachs bringen, als sie an Verlusten ge­kostet haben das sind Siege, deren man n i ez u viele" erringen kann!

Die britischen Leitartikler mögen ihre Phantasie schweifen lassen, wohin immer sie wollen ein kurzes Nachdenken genügt, um die Lanze angst- bebende Verlogenheit zu erkennen, mit der sie sich von Tag zu Tag hinüberretten, weil sie sich davor fürchten, ihrem Volke die ernste Wahrheit einzu­gestehen.

Der deutsche Sieg auf Kreta.

Gegen mehrfache feindliche Uebermacht.

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Die auf Kreta ein­gesetzten griechischen Streitkräfte betru­gen nach Angaben griechischer militärischer Kreise in London insgesamt 15000 Mann. Die engli­schen und die Empire-Truppen hatten nach den Erklärungen, die Churchill am 11.6. vor dem Unterhaus gab, eine Stärke von 32 000 Mann. In dieser Zahl sind die indischen Verbünde auf Kreta nicht mit eingerechnet.

Den deutschen Truppen auf Kreta standen also wenn die indischen Verbände auf nur 3000 Mann beziffert werden allein an regulären feindlichen Streitkräften mindestens 50000 Mann ge­genüber. Hierzu kamen noch die von den Briten bewaffneten und zum % Heckenschützenkrieg aufge­stachelten irregulären Banden der kretischen Be­völkerung hinzu. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß die zur Landung auf der Insel Kreta eingesetzten deutschen Truppen den Kamps gegen eine mehr­fache feindliche Uebermacht geführt haben.

Hervorragende Waffentat eines deutschen Vorpostenbootes.

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Eine hervorragende Waffentat vollbrachte ein deutsches Vor­postenboot, das in der Nordsee von drei britischen Kampfflugzeugen gleich- zeitig angegriffen wurde. In hartem Kampf

Die Dominiks.

Roman von Hellmuth M. Böttcher.

7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Der Werftbetrieb der Dominikwerke beginnt im Sommerhalbjahr morgens sechs Uhr und endet nachmittags um drei. Es gibt Arbeiter, denen diese Regelung nicht gefällt. Aber Friedrich Dominik hat sie bisher stets durchgesetzt.

Der Arbeiter soll die Möglichkeit haben, am Sommernachmittag sein Stück Feld zu bebauen und am Abend vor der Laube zu sitzen. Das schafft einen Ausgleich für die Fabrikarbeit. Der Mensch ist bloß dann Mensch, wenn er ein Stück Boden unter den Füßen hat, auf dem er machen kann, was er will.

Wer kein eigenes Land besitzt, kann vom Grund­besitz der Werft einen oder zwei Morgen Land pachten und sich da seinen Kohl, seine Kartoffeln und wenn er Lust hat, auch ein paar Rosen und Kapuzinerkresse ziehen. Früher hatten die meisten Lust. In den Jahren der Systemzeit hatte Dominik dann einen eigenen Verwalter für Hirschmühle an­stellen müssen. Vier- bis fünfhundert Morgen des Arbeiterlandes fanden keine Früchte.

Seit 1933 ist das wieder anders geworden. Der deutsche Arbeiter spürt den Anbruch einer neuen Zeit. Wunderbar ist es zu sehen, wie sich alle Jahre neue Gruppen zurückfinden.

Zehn Minuten vor sechs geht jeden Morgen Friedrich Dominik durchs.Fabriktor. Der Pförtner könnte seine Uhr danach stellen. Sein erster Weg ist zur Kraftanlage, wo die Dampfmaschinen uno Turbinen zur gleichen Zeit angelassen werden. Gleich darauf werden die elektrischen Generatoren eingerückt. Früher kaufte die Dominik-Werft ihren elektrischen Strom von der Ueberlandzentrale. Der eigene Generator aber arbeitet billiger.

Vom Maschinenhaus geht der Weg zu den Schiffsbauwerkstätten, zuerst zur Tischlerei, dann zur Schmiede, Schlosserei, Feinblechwerkstätte, Se- gelmacherei, Klempnerei und Kupferschmiede. Dann ist es meistens schon acht Uhr, und Dominik läßt sich mit einem der kleinen elektrischen Wagen nach

brachte das Vorpostenboot ein britisches Flug° zeug zum Ab st ur^ und beschädigte ein zweites Bombenflugzeug so schwer, daß mit seinem Verlust gerechnet werden muß. Das Vorpostenboot lief darauf unversehrt einen Hafen an.

Scharfer Protest in Washington.

Gegen die vertragswidrige Schließung der deutschen Konsulate in der USA.

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Die nordamerika­nische Regierung hat am 16. Juni in einer Note den deutschen Geschäftsträger in Washington auf­gefordert, die deutschen Konsulatsbeamten' innerhalb ihres Hoheitsgebietes sowie die Angehörigen der deutschen Jnformattonsbibliothek in Neuyork, der Transozean-Agentur und der Reichsbahngesellschaft zurAbreiseausdenVereinigtenStaa- ten zu veranlassen. Als Begründung für dieses Verlangen wurde angegeben, daß die betreffenden deutschen Stellen sich in unzulässiger Weise betätigt hätten. Die Reichsregierung hat diese Vorwürfe als unbegründet und willkürlich zurückgewiesen und gegen das vertragswidrige Vorgehen der nord­amerikanischen Regierung schärf st en Protest eingelegt.

Maßnahmen gegen USA.- Vermögen im Deutschen Reich

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat durch Ver­ordnung des Präsidenten vom 14. Juni eine Sperre über die in den Vereinigten Staaten befindlichen Vermögenswerte von deutschen Reichsangehörigen verhängt. Aus Anordnung der deutschen Regierung werden daher hinsichtlich der im Deutschen Reich befindlichen Vermögenswerte von Staatsangehöri­gen der Vereinigten Staaten mit sofortiger Wirkung die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt werden. Abwehrmanöver in Yorkshire.

Lissabon, 17. Juni. (Europapreß.) Die Lon­donerTimes" läßt sich von neuen großen Manö- vern der Heimwehr in Porkshire oerichten. Ins­gesamt feien- bei diesen Manövern 70 000 Mann zum Küstenschutz eingesetzt worden. Die Manöver standen unter dem Oberbefehl des ehemaligen Gene­raldirektors der Heimwehr, General Eastwood, als Oberkommandierenden der im Norden Englands stehenden Truppen. Die Truppe habe sich, so schreibt dieTimes", im Gegensatz zum Vorjahr in Frank­reich in ausgezeichneter Verfassung befunden. Es handelte sich ja hier auch nur um Manöver. Das

dem Bürohaus bringen, wo jetzt das kaufmännische Personal antritt. Manchmal aber reicht die Zeit noch zu einem Blick nach der Maschinenbaufabrik, wo Schiffsmaschinen und Schiffskessel, Propeller und Hilfsmaschinen in Kessel-, Kupfer- und Ham­merschmiede, in Gießerei, Modelltischlerei und Me- chanikerwerkstatt zu Entstehen und Leben geweckt werden, um dann auf den Bauhellingen zu dem wachsenden Schiffskörper zusammengesetzt, genietet und geschweißt zu werden.

Aber es kommen auch Tage, wo Friedrich Do­minik kaum über die eine oder andere Abteilung seines Werkes hinauskommt, weil es dort immer wieder etwas anzuordnen, zu prüfen, zu unter­suchen, zu proben, zu entscheiden gibt. Und andere Tage sind da, wo man auf /hn im kaufmännischen Büro vergeblich wartet, wo dringende Telephon­gespräche von den Arbeitssälen aus geführt werden müssen, wo auch alle Entscheidungen und Anwei­sungen für den internen Betrieb durch Fernsprecher erbeten werden.

Der Aufsichtsrat der Werft hat es Dominik schon ein halbes Dutzendmal nahegelegt, noch einen zwer- ten, einen dritten Direktor einzustellen und sich zu entlasten, aber der Alte hat kein Verlangen da­nach, Generaldirektor zu werden und andere seine Arbeit tun zu lassen. Schon daß man ihm einen Betriebsleiter aufgezwungen hat, empfindet er mehr als Last statt als Entlastung.Man muß ja doch alles selber tun!" Daß er hinter diesem Lietzendorf obendrein noch den Aufpasser Linds vermutet, macht die Zusammenarbeit noch unbequemer. Man soll ihm also mit unerbetenen Hilfen vom Leide bleiben!

So lange ich's allein machen kann, so lange kommt mir kein zweiter Direktor hier herein!" knurrt er, wenn einer der Herren vom Aufsichts­rat doch wieder anfängt.Wenn Sie aber der Mei­nung sind, meine Herren, daß ich's nicht mehr allein schaffe dann bitte 'raus mit der Sprache. Dann gehe ich meine Wege. Und Sie können nehmen, wen Sie wollen. Aber bis dahin."

Er macht eine Handbewegung, die stärker ist als Worte. Und der Aufsichtsrat muß sich bescheiden.

Schließlich kann man Friedrich Dominik nicht Übelnehmen, wenn er sich nicht noch einen Direktor vor die Nase setzen lassen will.

Thema des Manövers war die Abwehr eines An­griffs des Feindes auf die Küste. Nach dem Bericht derTimes" hätten die Verteidiger die weitaus besseren Leistungen aufgewiesen. 85 v. H. der an­greifenden Tanks seien theoretisch vernichtet worden.

Die Versorgung Englands ein ungelöstes Problem".

Schanghai, 17. Juni. (DNB.) Das Schiff­fahrtsproblem, mit dem England auf Leben und Tod verknüpft ist, ist weder, was den Schutz gegen Angriffe, noch was den Ersatz für die versenkte Tonnage anbelangt, gelöst, stellt der USA.-Korre- spondent Ba-ldwin in der englischenShanghai Times" fest. Selbst auf Grund der englischen An­gaben über die Schiffsverluste, die der Korrespon­dent als unvollständig bezeichnet, und auf Grund der engli sch - am e r i k a n ische n Angaben über die Bau- leifhingen der Schiffswerften in bezn USA. und Eng­land, die der Korrespondent angesichts der ver­heerenden deutschen Luftangriffe auf die englischen Werften als überschätzt ansieht, könne nur ein r a * pider Rückgang der Tonnage festgvstellt werden. Hinzu komme noch, daß weitere zwei bis drei Millionen BRT. Schiffe für die Versorgung Englands ausfallen, da sie von der deutschen Ma­rine infb Luftwaffe beschädigt/zur Reparatur in englisch-amerikanischen Werften liegen. Was schließlich bengigantischen Bauplan Roosevelts für neue Schiffe" anbelange, so würden seine Ergeb­nisse nicht vor 19 4 2, vielleicht erst 1943 fühl­bar werden, da die Vereinigten Staaten im laufen­den Jahr nur eine halbe Million BRT. Schiffe, im nächsten Jahr eine Million bauen könnten. Für die folgenden Jahre seien zwar größere Zahlen genannt worden, jedoch halte Admiral Land als Vorsitzender der U8A.-Marinekommission diese Zahlen für zu optimistisch, Land glaube im Gegensatz zu den eng­lischen Marinesachverständigen auch nicht, baß sich die angegebenen Bauleistungen weiter erhöhen lassen, ohne daß die USA.-Flotte darunter leide. Michin bleibe die Tatsache bestehen, daß die eng­lische Schiffahrt und damit die Versorgung Eng­lands mit Nahrungsmitteln und Kriegsmaterial e i n Ungelöstes Problem bleibe.

Singapur.

Tokio, 17. Juni. (Europapreß.) Der Vertrag zwischen Thailand und Jndochina hat in Singapur größte Beunruhigung hervorgerufen. Nachdem eine Bereinigung der Verhältnisse an der thailändisch- ind'ochinesischen Grenze erfolgt ist, fürchtet man, daß Thailand auch gewisse Ansprüche an Malaya, das Hinterland Singapurs, stellen könnte, dessen vier nördliche Sultanate bis zum Jahre 1911 unter thailändischer Oberhoheit gestanden haben. Wie un-

Trotzdem.

Seit Lind vor sieben Jahren zum erstenmal in einer Generalversammlung auftauchte, ist die Po­sition Dominiks unsicher geworden. Lind hatte es verstanden der Teufel mochte wissen, wie es ihm geglüdt war in aller Stille einen Posten Aktien der Dominik-Werft aufzukaufsn, der nach und nach dreiviertel Millionen Mark ausmacht. Das waren um nur fünfzigtausend Mark weniger als Dominik selbst besaß.

In jener ersten Generalversammlung trat Lind nicht selbst hervor. Aber schon in der nächsten kam er mit einer Fülle von unbequemen Fragen, die die airderen Aktionäre aufmerksam machten und Dominik einen roten Kopf einbrachten. Im nächsten Jahr wurde Lind an Stelle eines verstorbenen Senators der Stadt in den Aufsichtsrat gewählt, und seitdem ist es ihm gelungen, Dominik langsam und langsam das Wasser abzugraben.

Auch Lietzendorf ist durch ihn zu seiner An­stellung als Betriebsleiter gekommen. Keiner weiß, warum Lind gerade an dem einen Narren gefressen hat. Jedenfalls stellte und begründete er seinen Antrag auf Einstellungeiner verantwortungsbe­wußten rechten Hand des Direktors" mit solcher Eindrucksfähigkeit, baß die anberen Aktionäre ihm begeistert folgten unb Dominik nachgeben mußte, sonst wäre es vielleicht schon damals zu einem Krach gekommen.

Unb Dominik war klug genug, einen Bruch so lange zu vermeiden, als er nicht stark genug war, ihn auszuhalten. Um Lind begegnen zu können, hätte er die Majorität nötig gehabt. Daran jedoch fehlten ihm mehr als zweihundert Aktien zu tau­send Mark.

Also hieß es klein beigeben und versuchen, die eigene Position zu stärken.

Das heißt: Er braucht Aktien.

Aber wer verkauft seine Beteiligung an einem guten Jndustriewerk, das jährlich' fünfzehn und zwanzig Prozent Dividende abwirft? Keiner!

Folglich muß Dominik warten.

Aber in jeder neuen Generalversammlung geht bas Meckern los.

lieber dies über das.

Friedrich Dominik muß sick sehr zusammenneh­men, daß er den Krempel nicht einfach hinschmeißt,

angenehm die Schlichtung der Grenzftreittgkeiten durch die Vermittlung Japans in Singapur emp­funden worden ist, zeigt nicht nur die Tatsache, daß die Nordgrenzen Malayas und die Südgrenzen Bir­mas, die beide an Thailand, stoßen, in den letzten Wochen Truppenansammlungen gesehen haben, wie dies noch nie der Fall gewesen rft, baß alle Eisenbahn- unb Straßenbrücken an der thai- ländischen Grenze miniert wurden, sondern be- sonder*s in dem Tone der Presse Singapurs, die die thailändische Regierung warnt, irgendwelche Bin­dungen zu Japan einzugehen.

Das Haifa-Bombardement.

He e" sch

Ankara, 17. Juni. (Europapreß.) Der dritte deutsche Luftangriff auf Haifa, so besagt ein in Ankara vorliegender Augenzeugenbericht, stellt alles in den Schatten, was diese palästinen­sische Stadt bisher an kriegerischen Ereignissen er­lebt hat. Auf der Hafenmole, so heißt es, klaffen Krater von zehn Meter Tiefe. Von den Ladekränen dürfte keiner mehr brauchbar sein. Landeinwärts auf den Strand gesetzt, finde man die Trümmer von Booten und Seglerm die dem nassen Element entrissen und durch die Lust gewirbelt worden sind. Der deutsche Angriff sei weit stärker gewesen als die beiden ersten Angriffe auf diese Stadt unb außerdem noch konzentrierter.

Ein Vundfunkappett Marschall petains.

Genf, 17. Juni. (DNB.) Staatschef Marschall P e t a i n hielt anläßlich des ersten Jahrestages der Regierungsübernahme durch die Regierung P6tain eine Rundfunkanfprache, in der er erklärte, daß der größte Teil des franchsischen Volkes, bas bamals unter ben Schrecken bes Krieges in voller Flucht begriffen war, heute in feine Wohnstätten zurückgekehrt fei. Die Landwirtschaft habe es fertig gebracht, eine Million Hektar Lanb unter den Pflug zu bringen; bie französische Jugend befinbe sich auf bem Wege der Ertüchtigung unb Festigung an Leib und Seele.Ihr seid roeber verkauft, verraten noch verlassen", so führte der Marschall aus. diejenigen, die euch dies sagen, belügen euch. Ihr leidet unb ihr werbet noch lange Zeit leiben müssen, benn wir haben noch nicht alle unsere Fehler bezahlt. Viele gute Franzosen helfen mir heute, bie schweren Auf­gaben durchzuführen. Aber ich brauche auch euren Glauben. Dahin gelangt ihr nur durch die Disziplin, die ich euch auferlegt habe, unb der sich nur biejenigen entziehe^ wollen, die unsere Ge­schichte vergessen haben ober Gegner unserer Einig­keit finb. Rafft euch auf und folgt mir! Dann werden wir aus der Nacht hervorgehen, irc die uns ein schreckliches Abenteuer bestürzt hat.

Seenotflugzeug abgeschossen.

Bei der Rettung hilflos im Wasser treibender britischer Flieger.

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Bei Luftkämpfen: übtzr dem Kanal am 16. Juni wurden, wie bereits aemeldet, 15 englische Flugzeuge zum Absturz ge­bracht, während drei deutsche Jagdflugzeuge abge- schossen wurden. Hierzu wird jetzt bekannt, baß noch ein viertes deutsches Flugzeug, ein Se enot- f 1 u g 3 e u g, in diesen Kämpfen verloren gegan­gen ist. Das Seenotflugzeug, bas sogleich alarmiert worden war, um nach dem Abschuß der ersten bri- tischen Jagdflugzeuge bie im Wasser treibenden: Ueberlebenben zu retten, würbe bei dieser selbstver­ständlichen kameradschaftlichen Hilfeleistung heim­tückisch von einem aus den Wolken stoßenden Spit- fire-Jagdflugzeug angegriffen und durch meh­rere Treffer so schwer beschädigt, daß es auf Sen niedergehen mußte. Es hatte drei englische: Flieger an Bord, die kurze Zeit zuvor von der Besatzung aus den Wellen gefischt worben waren. Alle brei konnten nach bem Absturz bes Seenotflugzeuges zum zweiten Male von her. beicilenben beutschen Streitkräften geborgen werben. Einer von ihnen ist verwunbet, währenb die beiden anderen Bein- unb Kopfverletzungen sowie Quet­schungen davongetragen haben. Sie wurden sofott ins Lazarett gebracht.

Das Ritterkreuz für Fernaufklärer.

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Der Führer uni Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vor« schlag bes Oberbefehlshabers der Luftwaffe bas Ritterkreuz bes Eisernen Kreuzes verliehen b:m Oberleutnant Heidenreich, der als Beobachter

Wenn's nickt gerade Lind wäre, der den 6tr;t sucht, hätte ers vielleicht schon lange getan.

Aber Lind weicht er nicht.

Jedem anderen eben

Mit Lind hat er eine alte Rechnung.

Er spricht nie mit einem Menschen darüber.

Nur zwei wissen davon: er und Lind.

Vielleicht noch ein Dritter eine Frau.

Vielleicht.

Aber auch diese Dritte, um die bas alles ge­kommen ist, hat gelernt den Mund zu halten...

Doch in jeder Generalversammlung der Dominik« Werft kommen neue Schwierigkeiten, kommen An« fragen und Kritiken. Sie klingen, wie alles, was Lind sagt, sehr vorsichtig. Man kann ihm nichts anhaben, bas meiste ist so undeutlich, daß man zwischen ben Worten lesen muß.

Aber Dominik ist empfindlich. Er lieft zwischen den Worten. Er lieft auch hinter Linds Stirn bie noch nicht ausgesprochenen Gedanken, bie tastenden Pläne, die schleichenden Absichten.

Er ist nicht der einzige unter ben Männern, auf deren Wertschätzung Friedrich Dominiks Position ruht, und es gibt da unter ben Aktionären genug, die zwar von Friedrich Dominik viel halten, aber Mattheus Lind nicht zu widersprechen wagen. Mattheus Linds Arm reicht so weit wie sein Geld« beutel.

Und fein Geldbeutel alle Achtung.

Daran denkt Friedrich Dominik jetzt öfter, um) manchmal überkommt ihn ein sorgenvolles Gefühl wegen der Zukunft. Nicht seiner Zukunft! Er ist nahe an die Sechzig. Da erwartet man nicht mehr viel und befürchtet nur noch wenig für sich.

Aber um Nissen bangt ihn.

Ob der Junge stark genug fein wird, sich 3fl hatten und durchzusetzen.

Gerade kommt er über den Hof. Im weißen Ar« beitsmantel. In der Seitentasche klappern Schiebe« lehre, Mikrometer und Rechenschieber.

Morgen, Vater."

Morgen, Junge. Was Neues?"

Ich war drüben bei bem ,3ranierV' Eine Kopb beroegung rückwärts nach der Richtung der Hel« ünge. ,Ln fünf, höchstens sechs Monaten feiern wir Stapellauf."

(Fortsetzung folgt)

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