Ausgabe 
18.3.1941
 
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Kriegerkameradschast 1874 Gießen

pus fy o heißt

aus-

lich fertig zu werden: für den Einkauf blei'bt nur

SU

die

ihre Lebensmittelkarten für vier bis fünf Personen schnell noch abkauft". Auch für die alleinstehende Berufstätige ist es schwer, lange wartend zu stehen: denn es gelingt ihr nicht immer, im Dienst punkt«

Der Kriegerkameradschaft wurde für 50jährige Mitgliedschaft vorn Reichskriegersührer General der Infanterie Reinhardt ein Fahnennagel gestiftet, der vorn stellvertretenden Kameradschaftssührer K. Wagner feierlich an die Fahne angeheftet wurde. Ferner hat der Reichskriegersührer den Kameraden Karl Beider für langjährige Verdienste um d.e Kriegerkameradschaft geehrt, sowie den Kameraden Gottlieb Nauheimer für 60jährige treue Zu­gehörigkeit zur Kameradschaft, Prof. Dr. K ü h n e , ti-iniiatdrnt Dr. m;d. Fritz Schliephake und Wilhelm Müller, Bismarastraße 22, für 50jahr.ge treue Zugehörigkeit ein Bild des Denkmals ayf dem

digungen des Stoffwechsels ausmacht, die man heute als bekannt voraussetzen darf, so kommt man von

dert.-

Der Appell wurde durch soldatische Weisen des Kameraden K r e n g e l feierlich gestaltet. Mit dem Treugruß an den Führer wurde der Appell ge­schlossen.

verdunkelungszett

18. März von 19.31 bis 7.32 Uhr.

Gelegentlich hort man die Ansicht vertreten, daß der Selbstversorger alle ihm im Rahmen seiner Selbstversorgersatze zustehenden Nahrunosmittet ver­werten könne, wie es ihm beliebe, so also z. B. aud) Fleisch aus chausschlachlungen verkaufen oder ein- tauschen. Diese Ansicht hat nur den Schein der Be- rechtiqung. In Wirklichkeit ist sie irrig und durch eine Verfügung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft eindeutia klargelegt worden. Da­

vertauschen.

Wann sott man einkaufen?

Lin Wort an die Hausfrauen.

eine Selbstverständlichkeit sein, nichts von seinen Hausschlachtungserzeugnissen zu -verkaufen oder

Die Kriegerkameradschaft 1874 Gießen hielt am Sonntag imBurghof" ihren Jahreshauptappell ab, der von Kameradschaftsführer D ö h n mit dem Gedenken an die Gefallenen und an die im letzten Jahre verstorbenen Kameraden eingeleitet wurde Dann würdigte der Kameradschaftsführer die Lei­stungen unserer jungen Wehrmacht, die in ihren Kämpfen, von denen der Führer sagte, daß sie das Schicksal der deutschen Nation für die nächsten tau- send Jahre entscheiden, einen einzigartigen Sieg er-

nicht darum, ob einer mehr zu tun hat als der an­dere. hier kommt es darauf an, daß durch wohl­überlegte Zeiteinteilung dem reichlich beanspruchten Käufer das Warten verkürzt wird und dem eben­falls belasteten Einzelhändler ein Leerlauf erspart

bleibt. Dabei geht das Rechenexempel natürlich auch zugunsten der Hausfrau auf. Es genügen aOo ein wenig Bereitwilligkeit und ein wenig Nach­denken, um allen zu helfen.

VL6 -Zweigverein Gießen.

Der Vogelsberger Höhenclub, Zweigverein Gie­ßen, hielt am Sonntag im Hotel hopfend feine gut­besuchte Monatsoersammlung ab. Sie galt in erster Linie dem Gedenken der Gefallenen. Nach Gedickten des 1917 gefallenen Kriegsdichters Walter Flex uns des Arbeiterdichters Heinrich Lersch sprach der Vorsitzende, DHC.-Bruder Hardt, über das Opfer unserer Gefallenen. Diele Jahre fah es unter dem Schanddiktar von Versailles aus, als seien diese Opfer umsonst gebracht worden. Jetzt aber, wo der Führer das Deutsche Reich neii zusammengefügt und für alle Zeiten gefestigt hat, wissen wir, daß die Opfer für Deutschlands Ehre und Bestand nicht umsonst waren. Wenn auch der uns jetzt aufge-

verboten." Dieser Satz kehrt auch in dem Erlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 18. 10. 1940 betr. hausfchlachtungen wieder. Es handelt sich hier um einen Grundsatz, der in der Marktordnung der Diehwirtschaft seit jeher bei hausschlachtunqen gegolten hat und insolgedess

und Landwirtschaft eindeutig klargelegt worden. Dl nach sind Veräußerungen von Waren pus f)au< schlachtungen ausdrücklich untersagt. So heißt *es z B. in dem Erlaß des Reichsministers vom 14. 11. 1939 betr. Selbstversorger:Der Verkauf von Er- Zeugnissen aus Hausschlachtungen ist grundsätzlich

bereitschast ehrte die Versammlung das Andenken der Gefallenen.

Im geschäftlichen Teil erfolgte die Ehrung der Wanderer für das Jahr 1940. Es wurden geehrt für 25 und mehr Wanderungen: Wilh. Feuerbach, Martin Höll, hch. Lerch und W. Steuerwald: für 50 und mehr Wanderungen: Elfe Schuster, Gertrud Rosenbaum und Jany Weller: für 75 und mehr Wanderungen: Eurt Obermann, Ernst Petri und Leonhard Treusch: für 100 und mehr Wanderun­gen: Paula Langlotz und P. Schirmbeck; für 125 und mehr Wanderungen: Fritz Spieß; für 150 und mehr Wanderungen: Willi Hardt und Sina Stahl- hacke; für 200 und mehr Wanderungen: Rud. Rich- ter; für 325 und mehr Wanderungen: Carl Plank und Alb. Schneidmüller; für 400 und mehr Wände- rungen das langjährige Vorstandsmitglied Christian Georg. Voy den kleinen Wanderern wurden Hilde Hardt, Magrit Krieger, Rudi Krieger und Ursula Schirmbeck für ihr fleißiges Wandern 1940 zum dritten Mal ausgezeichnet.

Vollkornbrot auf der Kuchenkarte

NSG. Bssi dem neuen Zuteilungsabschnitt ist erst- malig und' zwar erst auf der Reichsbrolkarle B, der sogenannten Kuchenkarte, ein Hinweis ange­bracht,' der den Verbraucher auf die Zweckmäßigkeit des verstärkten Volltornbrotverorauches aufmerksam macht.

Wieso gerade auf der Kuchenkarte? Nun das ist sehr einfach, und Sie wären bestimmt auch ohne weiteres selbst darauf gekommen Wenn man cs richtig bedenkt, daß am meisten der übermäßige Kuchenverzehr einen Hauptteil jener Weißmehlschä-

Wityelm Kinzenbach, Wilhelm Ranft, Mar Tipp mann und August Glebe für 40jähnge treue Zugehörigkeit zur Kameradschaft ein Führer­bild mit einer entsprechenden Widmung und Ehren­nadel als Auszeichnung zuerkannt, die ihnen vom Kameradschaftsführer D ö h n mit herzlichen Glück­wünschen überreicht wurden. Kamerad Profesior Kraemer, der lange Jahre Bezirksvorsitzender der ,^)crssia" war, und Kamerad Landgerichtsrat Trümpert, der lange Jahre Kameradschafts­führer war, erhielten durch den Reichskrleger- sichrer die Berechtigung zum Tragen der entspre­chenden Mützenschnur, die ihnen gleichfalls durch den Kameradschaftsführer überreicht wurde. Kame­rad Trümpert dankte für die Ausgezeichneten und bezeichnete sie als eine Anerkennung für die geleistete Arbeit und für die Treue zum Bunde, dem die Kameradschaft von 1874 stets treu geblie­ben war. Der stellvertretende Kameradschaftsführer Karl Wagner dankte dem Kameradschaftsführer D ö h n dafür, daß er in schicksalsschwerer Zeit die Führung der Kameradschaft übernommen und diese zu neuen Aufgaben geführt hat

Wie der Kameradschaftsführer mitteilte, werden die Kameradschaften ehem. 222er und ehern. 118er der Kriegerkameradschaft von 1874 beitreten. Die feierliche Ueberführung soll im nächsten Appell er­folgen. AmTag der Wehrmacht" sammeln auch die alten Soldaten für das Kriegs-WHW., und die Kameraden wurden zu reger Beteiligung aufgefor»

die vier Wände der Wohnung genügend Schutz vor feindlichen Bombentreffern bieten. Wer im Ernst­fall die größte Sicherheit vor Bomben sucht, wird unverzüglich den Marsch in seinen Luftschutzkeller antreten. Wer es mutwillig oder aus einer komisch wirkendenTapferkeit" unterläßt und dadurch zu Schaden kommt, hat zum selbstverschuldeten Unglück noch die bitteren Vorwürfe zu tragen. Aber dann ijt es zu spät. Bei Fliegerangriffen deshalb nur eine Losung: hinein in den Luftschutzkeller!

Platzkonzert auf dem Kreuzplah.

Am heutigen Dienstag, 18. März, um 16 Uhr be­ginnend, findet, wie von uns am vorigen Samstag bereits kurz mitgeteilt wurde, auf dem Kreuzplatz | ein Platzkonzert eines Musikkorps der Luftwaffe statt. Die Dortragsfolge enthält folgende Darbie­tungen:

Triumphmarsch a. Aida von Giuseppe Verdi, Fliegermusik von Paul Höffer,

Rosenfest in Neapel, Ouvertüre von h. A. Neu­mann,

Schwäbische Rhapsodie (Nr. 4) v. Max Kaempfert, Flieger-Eskapaden von Fritz Brose.

a) Fliegergeschwader Hindenburg, Marsch von h.

F. husodel,

b) Jagdgeschwader Richthofen, Marsch von h. F. husadel.

Verkauf aus Sausschlachtungen

verboten.

Don allen Seiten kommt heute die Bitte an Hausfrau heran: Macht eure Besorgungen am Vor­mittag oder in den frühen Nachmittabsstunden, da­mit am Abend die Berufstäliaen ihre Einkäufe ohne allzu langes Warten erledigen können. Die berufstätige Frau weiß heute genau, daß auch die Nur-Hausfrau" keineswegs über Mangel an Ar­beit zu klagen hat. Aber es ist doch tatsächlich so, daß der Hausfrau viele Stunden zur Verfügung stehen, die sie sich einteilen kann, während der Be­rufstätigen nur die Abendstunden bleiben. Viele Mütter und Hausfrauen sind heute in den Arbeits­prozeß eingeschaltet; daneben soll aber auch der haushalt möglichst reibungslos weiterlaufen. Einer solchen doppelt beanspruchten Frau ist es nicht zu verdenken, daß sie ungeduldig wird, wenn am Abend im Laden vor ihr eine Hausfrau steht und

währt.

Der Kassenwart Kamerad h. Hartmann gab den Bericht über das Kassenwesen und die Ver­mögenslage. Für feine mustergültige Kassenführung wurde ihm Entlastung erteilt und Dank ausgespro­chen.

Sch'.eßwart Kamerad Merlau berichtete über das Schi wes en, in dem die Kameradschaft fast in den Gau wettbewerb gekommen wäre. Die Mann­schaft Georg, Appel, Schilling und Kuhnert lag nur um einen Ring zurück. Sie stand im Gau an sechster Stelle, im Kreis siel ihr die Kreismeisterschaft zu, für die sie mif einer Meisterschaftsbüchse ausgezeich­net wurde. Am Wettkampf 1941 wird sich die Kame­radschaft mit einigen Mannschaften beteiligen.

Sozialwart Kamerad T r ü m P e r t berichtete über das Sozialwesen und besprach vor allem bie muster­gültigen Erziehungsheime des NSRKB. für Solda- tenkinder und die Erholungsheime, auch die der Hes­senstiftung und die außerhalb des Bundes stehende Großherzog-Ernst-Ludwig-Sliftun-g für ehemalige Soldaten der alten hessischen Regimei^er.

zwungene Krieg neue Opfer erfordert, so werden als bekannt voraussetzen darf, so kommt man von diese im Glauben an Deutschlands Zukunft freubb selbst auf die notwendige Ergänzung des durch gen Herzens gebracht. Am Ende aber steht der Sieg. Kuchenverzehr erhöhten Bedarfes an Vitamin B, Das deutsche Volk ist stolz auf feine gefallenen und dafür gibt es keine bessere Quelle als eben das Helden und wird sie nie vergeßen. Mit diesem Vollkornbrot. Wenn Sie also Kuchen essen, denken Gelöbnis und dem Versprechen zur steten Einsatz-, Sie an Vollkornbrot!

bei noch kurze Zeit, hastig bricht sie auf und wartet .jXW) ___ o.a. . .. .. , sen.nun mit Ungeduld, da sie doch noch mehrere Gänge

auch gerade während der Krieasbewirlschaftung, die vor Geschäftsschluh zu erledigen hat, und daheim ja eine straffere Erfassung der Ware mit sich bringt, wartet auch auf sie noch allerhand Arbeit. Auch an rv-iter gilt. Wenn somit überhaupt schon jeglicher den Mann hinter dem Ladentisch sollte man denken. Verkauf und auch Tausch von hausschlachtungser- Am Nachmittag hat er oft wenig zu tun, die 23er- Zeugnissen untersagt und bestraft werden, so mn-b .täuferin ist nicht voll beschäftigt, aber am Abend natürlich der Verkauf zu Uederpreisen unnachsichtig müßten dann sehr viele Hände da sein, um alle mit den schärfsten Mitteln geahndet. Dessen unge^ Kunden zu befriedigen. Es geht in diesem Falle ja achtet muß es für einen Selbstversorger mit der nationalsozialistischen Grundhaltung und dem Wil­len zur tatkräftigen Mitarbeit gleich ob Dauer, Landwirt ober nichtlandwirtschaftlicher Tierhalter

rang.

Der Schriftführer Kamerad Gg. Saum erstattete

hierauf den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen 'J, *>T " " h7" nTiHhpimiB »\\ 0 f

°°-, daß di- Appell, auch im notigen Jahre mit B°r> »an f t Mar

trägen oder Filmvorführungen verbunden waren, bie der Stärkung des nationalen Wollens dienten. Bei der Reichsstraßensammluna der allen Soldaten und amTag der Wehrmacht^ stellte die Kameradschaft eine stattliche Sammlerzahl und erhielte ausgezeich­nete Sammelerfolge. Die Mitglieoerzahl hat sich um einige verstorbene Kameraden verringert. Eine Anzahl Kameraden konnte geehrt werden. Die Schützen konnten zwei große goldene, zwei goldene, zwei silberne und drei bronzene Ehrennadeln er­ringen. Durch das Sozialwesen wurde eine Anzahl Kameraden betreut und einigen Unterstützungen ge>

Im übrigen: Wissen Sie, daß man auch köstlich schmeckenden Kuchen und anderes Gebäck aus Voll- kornschrot Herstellen kann? Und daß letzteres außer, dem wunderbar bekömmlich und nahrhast ist? Em Versuch wird bestimmt überzeugen!

** Beförderungen. Der Feldwebel Heinz Schäfer aus Gießen, Marburger Straße 28, wurde mit Wirkung vorn 1. März 1941 zum Leut­nant befördert. Der Unteroffizier Willi Muhl aus Gießen. Sonnenstraße 31, ist mit Wirkung vom 1. März 1941 zum Feldwebel befördert worden.

Aus Der engeren Heimat.

Lehrer i Zi. Wilhelm Wagner f.

» Münzenberg, 17. März. Im fast vollende­ten 75. Lebensjahre verstarb nach kurzer Krankheit der hiesige Lehrer i. R. Wilhelm Wagner. Trotz seines hoher. Alters konnte sich der allsetts geschätzte Mann noch bis zu seiner Erkrankung einer außergewöhnlich körperlichen Rüstigkeit und geisti­gen Frische erfreuen. Wilhelm Wagner war am 30. April 186tz in Hochweisel geboren. Nach dem Be­such der Präparandenschule in Lich und des Lehrer­seminars in Friedberg tat er zunächst in zwei Ge­meinden im Odenwald Schuldienst. Dann war er in Bönstadt und Usenborn tätig, von wo er im Jahre 1905 nach Münzenberg kam und hier bie Stelle bes ersten Lehrers versah. In biefer Stellung entfaltete er eine außerorbentlich segensreiche Tätigkeit. Voll­wertige Menschen zu bilden und sie für ihr späteres Leben gut vorzubereiten war allezeit sein Ideal, für dos er feine ganze Kraft einsetzte. Nach 26jährigem erfolgreichen Schuldienst wurde er im Jahre 1931 in den Ruhestand versetzt. Den Organistenbienst, ber mit ber ersten Lehrerstelle verbunden war, verlad er noch drei Jahre weiter, bis das zunehmende Leiden seiner schwerkranken Frau ihm bie weitere Aus­übung auch biefer Tätigkeit unmöglich machte. Bei der Bestattung kam sowohl in ber sehr starken Be­teiligung an ber Trauerfeier als auch in ben Kranz­spenden von ber Gemeinde, ber Schule, von ben hiesigen Vereinen unb von dem Kirchenvorstand bie reiche Liebe unb Wertschätzung zum Ausbruck. bie dem verewigten Lehrer von allen Volksgenossen bar­gebracht würbe. In Ansprachen am Grabe würbe mit herzlichen Worten bes Lebens und Wirkens dieses vortrefflichen Mannes gedacht.

Tödlicher Stur, auf der Haustreppe.

Burkhardsfelden (Kr. Gießen), 17. März. Am gestrigen Sonntagoormittag stürzte der 79 Jahre alte Landwirt Karl Haas von hier in feinem Wohnhause d i e Treppe vom er st en Stock­werk zum Parterregeschoß hinab. Der bedauernswerte Mann trug dabei so schwere Ver­letzungen davon, daß der T o d bald nach dem Sturz eintrat

Ein Mord in Sranffurf.

LPD. Frankfurt a. M., 17. März. In den Mittaasstunden des 17. März 1941 wurde die Ehe­frau Maria Diehl, geborene Mathes, 33 Jahre alt, wohnhaft in Frankfurt a. M, Fafanenstr. 15, tot in ihrem Bett aufgefunben. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei besichtigten ben Tatort Würge- spuren am halse ber Getöteten deuten darauf hin. daß sie ermordet worden ist. Der Tat dringend verdächtig ist der Karl Geiger, geboren am 14. September 1901 in München. Er wohnte als Untermieter bei Frau Diehl unb hat sich in ber Nacht zum 17. März 1941 unter- Mitnahme von Kleidungsstücken aus der Wohnung entfernt. Er war bei der Firma Alfred Teves in Frankfurt am Main beschäftigt, ist jedoch am 17. März 1941 nicht zur Arbeit erschienen. Beschreibung des Verdäch­tigen: Geiger ist etwa 1,75 Meter groß, breitschult- 1 rig, hat dunkelblondes zurückgekämmtes haar, läng­liches Gesicht, dlasseck Aussehen. Sachdienliche Mit­teilungen erbittet die Kriminalpolizei Frankfurt am Main, Polizeipräsidium, Zimmer 400 bis 403. Ins­besondere bittet sie auch Dersonen, die Geiger per­sönlich kennen und Angaoen über seine Lebensge­wohnheiten und seinen Umgang machen können, sich zu melden.

Sdiroeinemarft in Butzbach.

Butzbach, 18. März. Auf dem heutigen Schweineniarkt waren 190 Ferkel aufaetrie» ben. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Tiere bis 38 RM., 6 bis 8 Wochen alte 38 dis 42 RM., 8 bis 10 Wochen alte 42 bis 48 RM. das Stück. Der han­del verlief schleppend, es verblieb geringer lieber» stand.

WMWnmsMlichl.

Ramon non Otto Ileafclöt.

16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten )

Gert sprach von seiner vorzeitigen Rückkehr nach Oschnitz vor einigen Tagen, von seinem Gespräch mit Charlotte über Lasard und fügte hinzu, daß sie bei diesem Gespräch einige Andeutungen gemacht habe, die er erst jetzt ganz verstehe.

Wäre es nicht richtig gewesen, du hättest mir von diesen Andeutungen Mitteilung gemacht?"

In dieser Frage lag fein Vorwurf; trotzdem wurde Gert verlegen.Wenn mir mit jeder Lap­palie äu dir kommen wollten, Papa, würdest du uns schön auslachen."

Wenn einer von uns sich zu einem so entschei­denden Schritt entschließt, kann man nicht gut von einer Lappalie sprechen."

Ich ahnte doch noch gar nicht, daß Lolott einfach ausbrechen wollte, hätte ich es gewußt, so hätte ich mir natürlich die Zunge lahm geredet, um sie davon abzubringen."

Ohne mich ins Vertrauen zu ziehen?"

Gert schwieg, weil er darauf keine Antwort mehr wußte. Sein Vater stand auf und näherte sich ihm. habe ich denn so wenig euer Vertrauen? Glaubt ihr, bei mir gar kein Verständnis zu finden?"

Ein jähes Mitleid mit feinem Vater wurde in Gert wach. Noch nie hatte er den alten Herrn so bewegt sprechen hören Zum erstenmal schien er zu ahnen, wie einsam der dastand.

Glücklicherweise wurde er einer Antwort ent­hoben, denn die Tür öf»riete sich, und Stefan er­schien.Störe ich etwa?" fragte er und behielt die Klinke noch in der Hand.Neubauer sagte mir, daß nur Gert ..."

Sein Vater bat ihn mit einer Kopsbewegung, näherzutreten. Während er langsam quer durch den großen Raum zum Fenster ging, neben dem der Schreibtisch stand, sah er von einem zum andern.

Wir sprachen über Charlotte", sagte Mathesius und heftete seinen Blick jetzt auf den Telegramm­stoß, der vor chm lag.Du weißt wahrscheinlich

Stefan führte dieses Gespräch in der korrekt

Gut! Ich bin in einer Viertelstunde bei dir!'

undurchdringliche näher.Wie

Als sie die Tür au ihrem Zimmer öffnete, fand e hier das Stubenmädchen Martha. Es hielt

noch nicht, Stefan, welche besondere Ueberraschung deine Schwester sich für uns ausgedacht hat."

,Hch kann's mir aber denken. Sie ist durchge­brannt, nicht wahr?" fragte Stefan trocken, und die beiden anderen rissen die Augen auf.

Du weißt davon?" erkundigte sich Mathesius stirnrunzelnd,hat Mama dich angerufen?"

Nein."

Oder hat Charlotte sich auch mit dir darüber beraten?"

so peinlich die ganze Angelegenheit auch sein mag, ich glaube, wir müssen ihr nun die Verantwortung für ihr Tun überlassen."

fragte er erstaunt.Ja, es war aber doch verab­redet, daß du hierher..."

Es ging nicht, ging aus bestimmten Gründen nicht, Henry! Ich kann es dir jetzt nicht am Telefon erklären. Bitte, komm zu mir! Und bald, ja? Ich

Mathesius bewahrte eine

tragung auf dem Anmeldezettel falsch war. Sie trug keinen Trauring, sie sah noch lächerlich jung aus, sie hatte sich bestimmt falsch benommen, als sie mit Jockele hier eingefroren war. Vielleicht hielt man sie für eine Kindesentführerin.

dienstlichen Haltung, die er nie vergaß, wenn er vor seinem Vater stand. Der sah ihn mit vor- ' tniffenen Augen an,

Bitte, verzeih, P.Ppa, wenn ich dich verbessere!"., kurzen Seitenblick auf ,

machte sich Gert gekränkt ein.Es kann keine abschließende Handbewegung. ICL - ....

Rede davon sein, daß Lolott sich mit mir beraten | Gert fach es mit Erleichterung Natürlich gab er (Ein? fragte er argwöhnisch

^Wenn.du mir aIf° Dorwurf machen willst, Stefan recht und stand gleichfalls auf ©Viten Lo-'W - . .nem, '<h kann es d'r fetzt

ich hafte dich belogen ... |loüs. Aber wenn er mitanhören mußte, wie Stefan nufjt erflären, Henry, komm. Dann wirft

Er hielt inne. Ein Blick feines Vaters traf ihn, dem alten Herrn widersprach, so geriet fein ganzes ou alles erfahren. . ... . . ....

ein hilfloser und gequälter Blick, der ihm abermals kiMiches Weltbild ins Wanken. Die unantastbare verriet, wie schwer ber alte Mann darunter litt, Allgwalt und Allmacht seines Vaters wurde er» von Mißtrauen und Argwohn umgeben zu fein,1 schütter!.

wie es ihn erschütterte, seine Kinder gegen sich Der-

nicht, daß sie deswegen schwere Vorwürfe ----------

Sondern etwa Billigung?"

Gewiß nicht! Einstweilen können wir aber nichts anderes tun als abzuwarten, bis sie sich meldet."

1 Charlotte legte den Hörer auf bie Gabel zurück.

; Der Hotelportier, auf dessen Tisch ber Apparat stanb, sah sie aufmerksam unb wie ihr schien mit einigem Mißtrauen an. Es gab keine besseren Menschenkenner als Hotelportiers. Natürlich wußte ber Mann, baß sie nicht verheiratet unb ihre Ein-

bünbet zu sehen. Miene. Er zog den Telcgrammstoß naher.Wie

Stefan sagte ruhig:Auch mit mir hat sie sich verschieden wir auch über Charlottes Entschluß nicht beraten, Papa, aber ich fand heute früh meine, denken mögen, so sind wir uns doch hoffentlich Garage leer unb dachte im ersten Augenblick an einig darin, daß es am besten märe, ihr Schritt einen Diebstahl. Das Schloß war aber nicht be« würde wieder ruckaängig gemacht. Ich denke nicht schädigt, und dann stellte sich heraus, daß der zweite daran, ihr nachzuspionieren und bitte auch euch, Garagenscklüssel fehlte, den sonst Lis immer benutzt, nichts dergleichen zu unternehmen. Sollte sie aber Da Charlotte gestern nachmittag bei uns war, an einen von euch Nachricht gelangen lassen, so tarnen wir auf den Gedanken, sie könnte ihn an werdet ihr nicht hinter meinem Rücken die Be- sich genommen Haden, um unauffällig ben Wagen Ziehungen zu ihr aufnehmen.

zu nehmen." IDas versteht sich von selbst!

Warum benachrichtigst bu mich erst jetzt baoon?" | unb auch Gert versprach, feinen

rückholen konnten wir Charlotte 'nicht mehr. Ihr und bann werde ich sie zurückjchle'ppen! Es wäre ja

Vorsprung war zu groß/Jch zweifle auch daran, gelacht!" itÄ Ä nut auf

ob wir sie hätten umstimmen können. Und mit ©e-1 Sein Vater nickte ihm dankbar zu, unb beibe and sofort sockele auf

walt? Daran kannst bu kaum benten. Sie ist ihr hatten bas Gefühl, einander um vieles näher ge. &2n ® ejurae afait

freier Herr. Ich hätte ihr bestenfalls die Benutzung kommen zu fein. k£c Cl " A, «nabif

meines Wagens verbieten können. Im übrigen ... Charlotte hatte aus ber kleinen Halle ihres br2Se" 3c?,f)Or? ®en 3unfl n memen un° ' Hotels Lasard angerufen und ihn von ihrer An- wollte nach chm sehen

kunkt in Berlin nerffnnhint L "Das_ war sehr freundlich von Khnen^ Sie

warte auf dich! Ich roaae so sehr!"

i, schwieg aber nach einem Irgendetwas im Ton ihrer Stimme schien chn auf Gert und machte eine bedenklich au machen. Er zögerte eine Welle, che seine Zustimmung gab.Bist du etwa nicht

Sie schlich sich auf ihr Zimmer. Lasard würde i Rat schaffen. In Arosa hatte er immer Rat gewußt.

ü5 uetueiu 1lcn nnn erhärte 5te\ax\ ®.r roürbe in ein f$recf 11cfjcs Ge-

vt. , unb auch Gert versprach, seinen Vater zu oerstän- Derlin^inaetrofien mar^^^' m6m *

Ich bin erst vor einer Diertelstunbe ins Werk bigen, falls er etwas von Lolott hören würde. Um } x-? v "llelro sen war b

gekommen und du hattest Besprechungen. Was hät- seinem Vater eine besondere Freude zu machen, n. Lpft

ton wir inzwischen auch untern^min sollen? Zu. fügte« nach hinzu:An wich schreibt sie bestimmt, Lckel aus dem ^ak dkr beMa Murrte '

das takllos und undankbar nennen; wahrscheinlich s Sie fagte ihm, daß sie aus bestimmten Gründen ist es nur aus Unsicherheit geschehen. Ich glaube nicht zu ihm kommen könne, sondern chn bitte, sie nicht, daß sie deswegen schwere Vorwürfe verdient." in ihrem Hotel aufzusuchen. ,Ln deinem Hotels

« «... « «3» ä.-Ä- « ben.

Auch uns ist sie Verantwortung schuldig!" erkannte.Schon in Berlin? So schnell? Wie lenn m«Ln tIeln6r ^ode e? * bcnn 6

Gewiß? Aber was ist denn eigentlich geschehen?, glücklich ich bin! Wann kommst du her? Wo soll id).Äummer f

Sie ist ohne Abschied baoongegangen. Man kann idich abholen?" i (Fortsetzung folgt)